Miage-Gletscher

Oberer Bereich des Gletschers, im Vordergrund der Lac du Miage
Zunge des Gletschers mit dem Giardino del Miage, also dem Wald zwischen den Zungenteilen

Der Ghiacciaio del Miage (oft auch franz. Glacier du Miage oder deutsch Miagegletscher) ist ein Talgletscher im Mont-Blanc-Gebiet. Er liegt bei Courmayeur in der italienischen autonomen Region Aostatal südlich des Montblanc, nahe der französischen Grenze. Mit über zehn Kilometer ist er der längste Gletscher Italiens. Er hat eine Größe von etwa 1100 Hektar und ist damit der drittgrößte Gletscher Italiens[1].

Seinen Ursprung nimmt der Gletscher in der Südflanke der Aiguille de Bionnassay, wo er noch Ghiacciaio de Bionnssay (oft auch franz. Glacier de Bionnassay) heißt. Er verläuft vom Col de Bionnassay (3892 m) westlich der Aiguilles Grises und östlich des Südgrates der Aiguille de Bionnassay etwa zwei Kilometer nach Süden. Der Gletscher ist in diesem Bereich relativ steil, auf etwa zwei Kilometer überwindet er eine Höhendifferenz von über 1000 Meter.

Unterhalb des Col de Miage macht der Gletscher auf rund 2800 m einen Knick um rund 45° nach Südosten. Ab hier heißt er nun Ghiacciaio del Miage. Er fließt nun deutlich flacher und relativ gerade rund sieben Kilometer Richtung Südosten, mit einer durchschnittlichen Breite von nur 500 Metern.

Im oberen Bereich wird er dabei von Norden von zwei weiteren Gletschern gespeist. Auf rund 2500 m fließt der am Dôme du Goûter entstandene Ghiacciaio del Dôme (franz. oft auch Glacier du Dôme) in den Ghiacciaio del Miage, auf rund 2400 m wird er vom Ghiacciaio del Monte Bianco (franz. oft auch Glacier du Mont Blanc) erreicht, welcher aus den Südwesthängen des Mont Blanc gespeist wird.

Unterhalb von 2400 m fließt der Ghiacciaio del Miage in einem von Felswänden eingeengten Tal, westlich begrenzt von den Ostwand des Petit Mont Blanc, östlich durch die steile Westwand des Mont Brouillard.

Bei einer Höhe von etwa 2000 m verlässt er den engen Felseinschnitt und macht einen Knick nach Osten. Hier befindet sich südlich direkt am Gletscher der kleine Lac du Miage.

Nach Osten fließt der Gletscher nun noch rund zwei Kilometer in das Val Veny, ein Nebental des Aostatals, wo er sich in zwei Gletscherzungen aufspaltet. Der Gletscher reicht heute bis rund 1700 m. Das Schmelzwasser speist den Fluss Dora Baltea, der bei Crescentino in den Po mündet.

Der Ghiacciaio del Miage ist größtenteils vollständig mit Schutt bedeckt, welcher Lebensraum für über 80 Gefäßpflanzen bietet[2]. Der untere Teil des Gletschers wird daher auch Giardino del Miage (deutsch: etwa Miagegarten) genannt.

Der Gletscher ist in den letzten 150 Jahren kaum geschrumpft.

Über den Ghiacciaio del Miage führt heute der Hüttenzustieg zu der auf 3071 m liegenden Refuge Gonella (gelegentlich auch Refuge du Dôme), welche als Stützpunkt für den italienischen Normalweg auf den Montblanc dient. Weiterhin führen die Zustiege zum Refuge Durier (3349 m) und zur unbewarteten Biwakschachtel Refuge-Bivouac Quintino Sella (3396 m) über den Gletscher.

Weblinks


Einzelnachweise

  1. http://www.urlaub-italien-reise.de/italien-mont-blanc.php
  2. uni.kurier.magazin der Universität Erlangen-Nürnberg S.84 (S.11 des PDF-Files)

45.8041666666676.84055555555567Koordinaten: 45° 48′ 15″ N, 6° 50′ 26″ O


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