Michael Caine


Michael Caine
Michael Caine in Oslo (2008)
Caines Ehefrau Shakira (1974)
Caine bei der Premiere von The Dark Knight

Sir Michael Caine, CBE (* 14. März 1933 in London; eigentlich Maurice Joseph Micklewhite, Jr.) ist ein britischer Schauspieler. Er gilt als einer der profiliertesten und erfolgreichsten Charakterdarsteller seiner Generation und ist unter anderem mehrfacher Oscar- und Golden Globe-Preisträger.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Karriere

Caine, der in bescheidenen Londoner Verhältnissen aufwuchs, verfolgte von früher Jugend an den ehrgeizigen Plan, berühmt und reich zu werden. Er wollte auf keinen Fall das Schicksal seines Vaters teilen, der nach Jahrzehnten harter Arbeit als armer Mann gestorben war. Nach dem Militärdienst (u.a. in Korea) arbeitete er sich unter dem Künstlernamen „Michael Caine“ mehr als zehn Jahre lang in kleinen Rollen im Theater und Kino hoch.

Seinen Durchbruch erlebte er Mitte der 1960er-Jahre mit Hauptrollen in den Filmen Zulu, The Ipcress File und Alfie. Im Film Zulu, über den Kampf von 139 Briten gegen ca. 4.000 Zulukrieger bei der Schlacht um Rorke’s Drift, musste er sich für die Rolle des Leutnants Gonville Bromhead einen Oberklassenakzent zulegen. Caine, der sonst mit einem unüberhörbaren Cockneyakzent spricht, verkörperte in vielen Filmen den Angehörigen der Arbeiterklasse, der mit wacher Intelligenz und Chuzpe zu Erfolg kommt.

Caine trat im Verlauf seiner Karriere in vielen Filmen unterschiedlichster Qualität auf. Er fand jedoch immer wieder Rollen, die seine Reputation als vielseitiger Charakterdarsteller festigten. Caine ist einer der am häufigsten ausgezeichneten Filmschauspieler. Unter anderem führten sechs Nominierungen zu zwei Oscars, 1987 für Hannah und ihre Schwestern sowie 2000 für Gottes Werk und Teufels Beitrag. Er erhielt 1993 den Orden Commander of the Order of the British Empire (CBE) und wurde am 16. November 2000 von Königin Elisabeth II. als Knight Bachelor zum Ritter geschlagen[1]. Dabei wurde er zunächst seinem damals immer noch im Personalausweis eingetragenen Geburtsnamen entsprechend als Sir Maurice Micklewhite geführt. Inzwischen hat er jedoch in einem Fernsehinterview angegeben, seinen Namen offiziell in „Michael Caine“ geändert zu haben; auch in seiner neuesten Autobiographie bezeichnet er sich selbst als „Sir Michael Caine“.

Privat

Caine ist seit 1973 mit der ehemaligen „Miss Guyana“ Shakira Caine (* 1947) verheiratet, die auch in einer kleinen Rolle in Der Mann, der König sein wollte (1975) zu sehen ist[2].

Im April 2010 trat Caine bei mehreren Wahlkampfveranstaltungen zusammen mit dem Vorsitzenden der Conservative Party David Cameron auf und warb gemeinsam mit ihm für die Einführung eines nationalen Bürgerdienstes für alle Sechzehnjährigen.[3]

Am 30. September 2010 wurde der zweite Teil der Autobiografie Caines The Elephant to Hollywood in Großbritannien veröffentlicht.

Sozial-politisches Engagement

Caine engagiert sich seit Jahrzehnten für wohltätige Zwecke. Obwohl er in der Vergangenheit zahlreiche Wohltätigkeitsorganisationen unterschiedlicher Zielrichtung unterstützt hat[4] (21st Century Leaders, British Forces Foundation, Elton John AIDS Foundation, Help for Heroes, Not On Our Watch, Sightsavers International, Whatever It Takes u.a.), setzt er sich vorwiegend für die Belange von Kindern ein. So ist er seit Jahren als Variety International Celebrity Ambassador für Variety, the Children’s Charity tätig[5] und unterstützt darüber hinaus aktiv Organisationen wie die National Society for the Prevention of Cruelty to Children[6].

Caine ist Schirmherr des 2004 ins Leben gerufenen Leatherhead Drama Festival in Surrey[7]. Zwei Wochen lang führen Amateurtheatergruppen (Junior Week und Senior Week) teils selbst verfasste Stücke auf. Während der folgenden Awards Night werden die zwei jeweils besten Aufführungen gezeigt und herausragende Darbietungen der vorangegangenen zwei Wochen prämiert. Als Höhepunkt erhalten die Preisträger ihre Trophäen aus der Hand des Schirmherrn. Caines Unterstützung für dieses Festival, das das Größte seiner Art in Großbritannien ist, hat dazu verholfen, ein breites öffentliches Interesse auf die Festspiele zu lenken und die Wirtschaft und das Kulturleben in Leatherhead zu stärken.

Filmografie (Auswahl)

Bibliografie

  • Michael Caine: Not Many People Know That. London 1984, ISBN 0860512983.
  • Michael Caine: Not Many People Know This, Either. London 1985, ISBN 0860513459.
  • Ben Wicks, Michael Caine: No Time To Wave Goodbye. London 1989, ISBN 0747500835.
  • Michael Caine: Acting in Film. New York 1990, ISBN 0936839864.
  • Michael Caine: What's it All About?. London 1992, ISBN 0091826489.
  • Marco Pierre White, Michael Caine: Canteen Cuisine: In the Kitchen with Michael Caine. London 1996, ISBN 0091808189.
  • Johnny Gold, Michael Caine: Tramp's Gold. London 2001, ISBN 1861054521.
  • Steven Paul Davies, Michael Caine: "Get Carter" and Beyond: The Cinema of Mike Hodges. London 2002, ISBN 0713487909.
  • Michael Caine: Weniger ist mehr. Kleines Handbuch für Filmschauspieler (deutsche Ausgabe von Acting in Film). Berlin 2005, ISBN 3895811386.
  • Michael Caine: The Elephant to Hollywood. London 2010, ISBN 1444700014.

Diskografie

  • 1992: What's It All About?
  • 1994: Rabbit Ears Treasury of Fairy Tales, Volume Two: King Midas and the Golden Touch; Jack and the Beanstalk
  • 1996: The Silver Lining: 23 Of the World's Most Distinguished Actors Read Their Favorite Poems
  • 2000: Seven Ages: an Anthology of Poetry with Music
  • 2007: Cained

Auszeichnungen (Auswahl)

Hauptartikel: Liste der Auszeichnungen von Michael Caine

Academy Awards

Auszeichnung

Nominierung

BAFTA Awards

Auszeichnung

Golden Globes, USA

Auszeichnung

Popkultur

Die Ska-Gruppe Madness veröffentlichte 1984 eine Single mit dem Titel Michael Caine, auf der die Stimme des Schauspielers zu hören ist.

Deutsche Synchronstimmen

Caine ist für die deutschen Fassungen seiner Filme im Laufe der Jahre von mehr als einem Dutzend Sprechern synchronisiert worden[8]. Am häufigsten war in den letzten Jahren Jürgen Thormann Caines deutsche Stimme, z.B. in Gottes Werk und Teufels Beitrag und The Dark Knight.

Literatur

  • Anne Billson: My Name is Michael Caine: A Life in Film. London 1991, ISBN 0091750555.
  • David Bishop: Starring Michael Caine. London 2003, ISBN 1903111579.
  • Christopher Bray: Michael Caine: A Class Act. London 2005, ISBN 057121682X.
  • Matthew Field: Michael Caine: You're a Big Man. London 2003, ISBN 071348876X.
  • Michael Freedland: Michael Caine: A Biography. London 1999, ISBN 0752818015.
  • Elaine Gallagher: Candidly Caine. London 1990.
  • William Hall: Sir Michael Caine: The Biography. London 2006, ISBN 1844542335.
  • Gerhard Midding: Ein Meister des Vorbehalts – Der Schauspieler Michael Caine. In: Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (Hrsg.): epd Film. Nr. 5, Frankfurt am Main 2002, ISSN 0176-2044, S. 18 ff.

Weblinks

 Commons: Michael Caine – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://news.bbc.co.uk/2/hi/entertainment/1026056.stm (letzter Zugriff: 28. Mai 2010)
  2. http://www.shakiracaine.com/biography.php (letzter Zugriff: 28. Mai 2010)
  3. http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/politics/election_2010/8608807.stm (letzter Zugriff: 28. Mai 2010)
  4. http://www.looktothestars.org/celebrity/627-michael-caine (letzter Zugriff: 28. Mai 2010)
  5. http://www.varietychildrenscharity.org/about_variety/celebrity_ambassadors.php (letzter Zugriff: 28. Mai 2010)
  6. http://www.imdb.com/name/nm0000323/news?year=2005 (letzter Zugriff: 28. Mai 2010)
  7. http://leatherheaddramafestival.org (letzter Zugriff: 25. Oktober 2011)
  8. http://www.synchronkartei.de/?action=show&type=actor&id=60 (letzter Zugriff: 28. Mai 2010)

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