Michelangelo Merisi da Caravaggio

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Michelangelo Merisi da Caravaggio
Posthumes PortrÀt Caravaggios von Ottavio Leoni, um 1614

Michelangelo Merisi, nach dem Herkunftsort seiner Eltern kurz Caravaggio genannt (* 29. September 1571 in Mailand; † 18. Juli 1610 in Porto Ercole am Monte Argentario), war ein italienischer Maler des FrĂŒhbarock, der sich durch seine neuartige und realistische Bildgestaltung auszeichnete. Vornehmlich in der Behandlung christlicher Themen ging er durch VerknĂŒpfung des Sakralen mit dem Profanen neue Wege. Er gilt zusammen mit Annibale Carracci als Überwinder des Manierismus und BegrĂŒnder der römischen Barockmalerei. Schon frĂŒh nach seinem Tod bildeten sich Legenden, die ihn zum „Archetypen des verruchten KĂŒnstlers“ werden ließen. Bis heute ist der „Mythos Caravaggio“ ungebrochen. Nachhaltigen Einfluss ĂŒbte er auf viele italienische, niederlĂ€ndische, französische, deutsche und spanische Maler seiner Zeit aus, die teilweise auch als Caravaggisten bezeichnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Quellen und Legende

Die Quellenlage zu Michelangelo Merisis Leben ist umfangreich, aber noch nicht vollstĂ€ndig erforscht. Sein erster Biograph war der Sieneser Arzt und Kunstliebhaber Giulio Mancini, der mit Caravaggios erstem Schirmherr, dem Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte (* 1549 † 1627), befreundet war und der Caravaggio in dessen Haushalt behandelt hatte. Seine Aufzeichnungen, die er 1619 abgeschlossen hatte, wurden zu seinen Lebzeiten nie veröffentlicht, sie kursierten aber in Abschriften und waren anderen Biographen und Kunstschriftstellern bekannt. Unter ihnen befand sich Giovanni Baglione, ein Feind und Rivale Caravaggios, der nach dessen Tod 1642 eine Biographie veröffentlichte, in der er mit Tatsachenverdrehungen und subtilen Diffamierungen seinen einstigen Gegner als unberechenbaren Charakter hinstellte. Auch die in Giovan Pietro Belloris 1672 gedruckten KĂŒnstlerviten (Le vite de' pittori, scultori e architetti moderni) enthaltene Biographie Caravaggios ist ein tendenziöser Text, der zwar viel ĂŒber dessen Werk und seine Auftraggeber aussagt, aber Caravaggio an einer idealisierenden, auf die Antike und Raffael zurĂŒckgehenden Kunstlehre misst.[1] FĂŒr Boris von Brauchitsch wurde er zum „Antipoden des schönen, reinen, göttlichen Raffael stilisiert“.[2]

Nach Sybille Ebert-Schifferer schrieb keiner der frĂŒhen Biographen aus interessenlosem Wohlgefallen ĂŒber Caravaggio. Sie legten vielmehr die Grundlage fĂŒr eine „schwarze Legende“,[3] die Ebert-Schifferer anhand von Dokumenten entmystifiziert, die eine intensive Archivforschung in den letzten Jahrzehnten zutage gefördert hat. Unzweifelhaft war Caravaggio in Zwistigkeiten, gewalttĂ€tige Auseinandersetzungen und Gerichtsprozesse verwickelt und war auch mehrfach in Rom und in Malta wegen Beleidigungen, unerlaubten Waffenbesitzes und schweren körperlichen Attacken inhaftiert worden, gleichwohl war nach Ansicht von Ebert-Schifferer sein Lebenswandel fĂŒr die damaligen Zeiten in Italien nicht ungewöhnlich. Insbesondere in Kreisen des Adels und unter Angehörigen der sich an ihm orientierenden aufstiegsorientierten Mittelschicht waren derartige Übergriffe sozial nicht geĂ€chtet. Dennoch entstand ein bis heute verbreiteter Mythos vom gewalttĂ€tigen, bisexuellen und promiskuitiven, gegen alle gesellschaftlichen Konventionen verstoßenden Malergenie. Derek Jarmans Kultfilm Caravaggio von 1986 hat dieser KĂŒnstlerlegende eine weitere Verbreitung verschafft. Er interpretierte Caravaggio „als einen Außenseiter der Gesellschaft, (...), in dem er sich selbst wiedererkennen konnte“, als einen Outlaw, „der sich weder in seinen kĂŒnstlerischen noch in seinen sexuellen Freiheiten durch irgendwelche Gesetze oder Konventionen einschrĂ€nken lĂ€sst“.[4] Der Museumsleiter Jean-Hubert Martin hat anlĂ€sslich der DĂŒsseldorfer Ausstellung von 2006 den Mythos Caravaggio zu revitalisieren versucht, indem er acht renommierte Schriftsteller (unter ihnen Henning Mankell und Ingrid Noll) dazu einlud, mit fiktionalen Kurzgeschichten sich vom „rebellischen Charakter“ Caravaggios und seinem Werk inspirieren zu lassen und „den KĂŒnstler selbst zum Leben (zu) erwecken“.[5] Der Sammelband trĂ€gt den bezeichnenden Titel KĂŒnstler, Mörder, Mythos, fĂŒr dessen Zustandekommen der Herausgeber sich ausdrĂŒcklich bei der METRO-Group bedankt.

Caravaggios sexuelle Orientierung war und ist ein hĂ€ufiger Gegenstand von GerĂŒchten und Legenden. Teils aus seinen Sujets, teils aus seinem Lebenswandel wurden Schlußfolgerungen ĂŒber seine HomosexualitĂ€t und Neigung zu JĂŒnglingen gezogen, die jedoch mit fragwĂŒrdigen Quellen belegt wurden. Unter quellenkritischen Aspekten und mit einem historisch informierten Blick lassen sich indes keine validen Aussagen darĂŒber machen, ob die sinnliche PrĂ€senz in seiner Kunst nun „Ausdruck einer homosexuellen Persönlichkeit“ ist oder sich einer „gelassenen SelbstverstĂ€ndlichkeit“ in seiner Zeit verdankt.[6]

Mailand

Caravaggio war der Sohn von Fermo Merisi, einem selbstĂ€ndigen Maurermeister aus Caravaggio, einer Stadt bei Bergamo, und seiner zweiten Frau Lucia Aratori, deren Familie kleinere LĂ€ndereien besaß. Michelangelo wuchs zunĂ€chst in Mailand heran. Wegen einer Pestepidemie im Jahr 1576 kehrte die Familie nach Caravaggio zurĂŒck, der Vater und ein Onkel erlagen vermutlich dieser Krankheit. 1584 trat der dreizehnjĂ€hrige Michelangelo in eine vierjĂ€hrige Lehre bei dem bekannten Maler Simone Peterzano in Mailand ein. Peterzano, nach eigenem Bekunden ein SchĂŒler Tizians, war fĂŒr die hohe MailĂ€nder Aristokratie tĂ€tig. Das nicht unbetrĂ€chtliche Lehrgeld brachte die Familie auf. Nach Ebert-Schifferer verbrachte Caravaggio die ersten 21 Lebensjahre in einer „zwar weitgehend vaterlosen, aber behĂŒteten Kindheit und Jugend in einem gut vernetzten solidarischen Familienverband der Mittelschicht einer Kleinstadt“.[7]

Rom

Knabe mit FrĂŒchtekorb (1593/94)
Kleiner kranker Bacchus (1593)
Der Lautenspieler (Erstfassung 1595/96)

Ob Caravaggio auf seiner Reise nach Rom in Venedig Station machte, ist strittig, nicht jedoch, dass er mit der venezianischen Malerei vertraut war, schon durch seinen Lehrer Peterzano, der dorthin intensive Beziehungen unterhielt. FĂŒr wahrscheinlicher gilt die Annahme, dass er in Bologna Station machte, wo die zwei BrĂŒder Agostino und Annibale Carracci, sowie ihr Vetter Ludovico Carracci wegen ihrer revolutionĂ€ren Malweise zu erstem Ruhm gekommen waren.[8]

SpĂ€testens 1592 ließ er sich mittellos in Rom nieder. Dort fand er zunĂ€chst bei einem PrĂ€laten, Pandolfo Pucci, Unterkunft, die er aber, seinen frĂŒhen Biographen zufolge, wegen der bescheidenen und bodenstĂ€ndigen (frugalen) Mahlzeiten bald wieder verließ. Vermutlich wĂ€hrend eines lĂ€ngeren Hospitalaufenthaltes schuf er das als Kleiner kranker Bacchus (Bacchino malato 1593, Galleria Borghese, Rom) modern betitelte GemĂ€lde eines jungen Mannes in grĂŒnlicher Hautfarbe. Bei diesem mit einem hemdartigen Tuch locker drapierten JĂŒngling mit Efeu in den dunklen Locken und Weintrauben in der rechten Hand, handelt es sich nach Meinung der Experten um ein mythologisch verkleidetes SelbstportrĂ€t.

Er wurde Mitarbeiter in verschiedenen MalerwerkstĂ€tten, darunter im Atelier von Giuseppe Cesari, dem von Papst Clemens VIII. bevorzugten KĂŒnstler. ZunĂ€chst fĂŒr Blumen und FrĂŒchte zustĂ€ndig, konnte er in der Werkstatt des nur drei Jahre Ă€lteren berĂŒhmten Kollegen lernen, „wie man seine Kunst vermarktet und sich aufstiegsorientiert benimmt“.[9] Vermutlich dort lernte er auch Prospero Orsi kennen, einen auf das Malen von Grotesken spezialisierten Kollegen, „der sich zum wichtigsten FĂŒrsprecher Caravaggios und zu seinem Agenten auf dem Kunstmarkt entwickeln sollte“.[10]

In einer der WerkstĂ€tten schloss er Freundschaft mit dem um sechs Jahre jĂŒngeren Sizilianer Mario Minniti, der ebenfalls Maler war. Ihre Freundschaft wĂ€hrte auch ĂŒber die rĂ€umliche Trennung bis zu Caravaggios Tod.[11] Befreundet war er zudem mit dem Juristen, Dichter und Architekten Onorio Longhi, einem „Doktor beider Rechte“ und „polizeibekannten Randalierer“. [12]

Nach wenigen Jahren machte Caravaggio sich selbstĂ€ndig und trat der Bruderschaft der Maler bei. Behilflich war ihm dabei sehr wahrscheinlich Prospero Orsi. Er verschaffte ihm nicht nur eine Unterkunft im Palast des Monsignor Fantino Petrignani, den dieser wĂ€hrend einer lĂ€ngeren Abwesenheit aus Rom seinem Neffen ĂŒberlassen hatte; er veranlasste auch seinen Schwager Gerolamo Vittrici, den stellvertretenden pĂ€pstlichen KĂ€mmerer, drei GemĂ€lde von Caravaggio zu kaufen. Bei diesen GemĂ€lden handelte es sich um die Handlesende Zigeunerin (1594, Louvre, Paris), die Reuige Magdalena und Ruhe auf der Flucht nach Ägypten (beide 1594, Galleria Doria Pamphilj, Rom). In diese Zeit fĂ€llt auch Caravaggios Hinwendung zu sakralen Themen.

Nachdem der kunstsinnige und einflussreiche Kardinal Francesco Maria Bourbon Del Monte auf Caravaggio aufmerksam geworden war, nahm er ihn vermutlich Ende 1595 als Mitglied des Haushalts (der famiglia) in seinem Palazzo Madama auf. „Damit gewann er Kost, Logis und vor allem hohe Protektion, durfte aber auch mit EinverstĂ€ndnis des Patrons fĂŒr andere Auftraggeber arbeiten.“[13] Etwa fĂŒnf Jahre lang lebte er in Del Montes Palast.

Die Zahl der Aristokraten und kirchlichen WĂŒrdentrĂ€ger, die bei ihm Bilder in Auftrag gaben, wuchs sprunghaft an. Zu ihnen gehörte auch Kardinal Scipione Borghese, der Nepot des Papstes Paul V. und BegrĂŒnder der Villa Borghese mit der GemĂ€ldesammlung Galleria Borghese. Allein sechs der 18 Mitglieder der Apostolischen Kammer gehörten zu Caravaggios Auftraggebern.[14] Der musikliebende und fĂŒr die Reform der Kirchenmusik eintretende Del Monte gab ihm AuftrĂ€ge fĂŒr GemĂ€lde wie Die Musiker (1595, Metropolitan Museum of Art, New York), in dem Caravaggio sich selbst als einen der vier Musiker dargestellt haben soll, und fĂŒr den Lautenspieler, von dem zwei Fassungen existieren (1595/96, Eremitage, St. Petersburg - Replik 1596, Metropolitan Museum of Art, New York). Die Erstfassung mit einem meisterhaften Stillleben aus Blumen und FrĂŒchten hatte Del Montes Nachbar, der Bankier Vincenzo Giustiniani, bestellt, von der dann Del Monte eine Replik von Caravaggios Hand erhielt. Im Nachlass Del Montes befand sich auch das GemĂ€lde der Hl. Katharina (1597/1598, Museo Thyssen-Bornemisza, Madrid), die der Kardinal besonders verehrte. Caravaggio stellte die MĂ€rtyrerin in prĂ€chtigem Gewand und unversehrter Schönheit dar.

Caravaggios Beteiligung an einer gewalttĂ€tigen Auseinandersetzung mit Totschlag bewog ihn 1606 zur Flucht aus Rom. Er war wĂ€hrend eines Straßenfestes zum Jahrestag der Papstwahl Pauls V. am 28. Mai 1606 gemeinsam mit Onorio Longhi in einen StraßenhĂ€ndel geraten, bei dem er mit einem Schwerthieb Ranuccio Tomassoni, Sohn des Kommandanten der als StaatsgefĂ€ngnis dienenden Engelsburg, so schwer verletzte, dass er kurz darauf starb. Caravaggio war bei diesem HĂ€ndel eine Nebenfigur; denn er stand seinem Freund Longhi in einer Auseinandersetzung zwischen Longhi und den Tommasoni bei, der ein Ă€lterer Streit zugrunde lag, aber ĂŒber deren Ursachen die Quellen abweichende Aussagen machen.[15]

Neapel

Auf seiner Flucht fand Caravaggio zunĂ€chst Zuflucht im sĂŒdlich von Rom gelegenen FĂŒrstentum Paliano, das von der ihn protegierenden Familie Colonna regiert wurde, um von dort aus seine Rehabilitation zu betreiben. Im Herbst 1606 zog er weiter in das spanische Königreich Neapel, wo der aus Rom Verbannte „innerhalb weniger Monate [
] zum berĂŒhmtesten und produktivsten KĂŒnstler Neapels“ wurde.[16] Der neapolitanische Adel beauftragte ihn mit dem AltargemĂ€lde Sieben Werke der Barmherzigkeit (1606) fĂŒr den Pio Monte della Misericordia, die fĂŒhrende karitative Vereinigung Neapels. Andere gut honorierte AuftrĂ€ge erhielt er von reichen Emporkömmlingen und vom Vizekönig selbst, darunter die Geißelung Christi (1607, Museo Nazionale di Capodimonte, Neapel).

Malta und Sizilien

Nach etwa zehn Monaten Aufenthalt verließ Caravaggio Neapel. Er bestieg am 25. Juni 1607 eine Galeere seiner Gönnerfamilie Colonna, die ihn nach Malta brachte, wo er als gefeierter KĂŒnstler aufgenommen und am 14. Juli 1608 Ritter des Malteserordens wurde. Der Orden unterstand dem Vatikan, wĂ€hrend die Insel spanisches Lehen war. Vorbereitet hatte Caravaggio die freundliche Aufnahme vermutlich mit Bildgeschenken an hochstehende Persönlichkeiten. Gleichwohl bedurfte seine Aufnahme in den Orden einer Ausnahmegenehmigung des Papstes. Sein Hauptwerk wĂ€hrend seines Aufenthaltes auf Malta war das MonumentalgemĂ€lde Die Enthauptung Johannes des TĂ€ufers (1608, Oratorium der Basilica San Giovanni, Valletta). Als das GemĂ€lde enthĂŒllt wurde, saß Caravaggio im GefĂ€ngnis, weil er an einem Tumult mit der Verletzung eines Ritters beteiligt gewesen war. Ohne den Abschluss des Verfahrens abzuwarten, floh er am 6. Oktober 1608 aus dem GefĂ€ngnis. Wegen des statutenwidrigen Verlassens der Insel wurde er am 1. Dezember 1608 aus dem Orden ausgeschlossen. Caravaggio floh nach Sizilien, wo er sich etwa ein Jahr lang in verschiedenen StĂ€dten, darunter Syrakus und Messina, aufhielt. In Syrakus hinterließ er das AltargemĂ€lde BegrĂ€bnis der hl. Lucia (1608, Santa Lucia al Sepolcro, Syrakus) und in Messina Die Auferweckung des Lazarus (1609, Museo Regionale di Messina).

Letzte Jahre

Nach einem knappen Jahr verließ er Sizilien und ließ sich zunĂ€chst wieder in Neapel nieder, wo er abermals fĂŒr hochrangige Auftraggeber tĂ€tig wurde. FĂŒr den FĂŒrsten Marcantonio Doria malte er Das Martyrium der hl. Ursula (1610, Palazzo Zevallos, Sammlung der Banca Intesa, Neapel). Von einem Überfall in Neapel trug er eine schwere Gesichtsverletzung davon. Auf dem Weg von Neapel nach Rom erreichte er Porto Ercole, das zum spanischen Stato dei Presidi gehörte, wo er seine Begnadigung entgegennehmen wollte. Bevor sie ihn erreichte, starb er, noch nicht neununddreißigjĂ€hrig, am 18. Juli 1610 in einem Hospital von Porto Ercole, wo er auch beigesetzt wurde.[17][18] Als Todesursache wird von einigen Biographen Malaria vermutet.

Werk

Arbeitsweise und Gestaltungsmerkmale

Berufung des MatthÀus

„Kaum etwas an Caravaggios Werken entspricht dem, was seine Zeitgenossen zu sehen gewohnt waren.“[19] In der Gestaltung der Szenen durch das Chiaroscuro, die Hell-Dunkel-Malerei, arbeitete Caravaggio mit einem dramatisierenden Einsatz von schrĂ€g einfallendem, streuungsfreiem Schlaglicht und erzeugte mit durch Lichteffekte hervorgehobene Gesten und Bewegungen RĂ€umlichkeit, in die die Figuren mit ungewohnter LebensĂ€hnlichkeit gesetzt wurden (vgl. die nebenstehenden Abbildungen). Diese malerische Innovation verhalf ihm zu Ruhm, Nachahmung und Neid bei den Malerkollegen. Die von ihm selbst geachteten Konkurrenten zu Lebzeiten waren Giuseppe Cesari, Federico Zuccari und Annibale Carracci.[20]

GeschĂ€tzt haben gebildete Zeitgenossen an seinen GemĂ€lden die Einbindung des Heiligen in das Profane, das heißt die Verbindung von „heiligem Ereignis und Alltagserfahrung“, sein Bestreben, „die fromme Devotion in die SphĂ€re des Sinnlichen zu integrieren“.[21] WĂ€hrend Carracci dem raffaelischen Ideal der Schönheit nachstrebte, suchte Caravaggio die unidealisierte Wirklichkeit darzustellen; dazu wĂ€hlte er hĂ€ufig den Moment der höchsten Dramatik. Entgegen der Renaissancemalerei, die den Blick des Betrachters in Tiefe des Raums leitete, bevorzugte Caravaggio eine Erweiterung des Bildraums nach vorn und zieht damit den Betrachter ins Bild.[22]

In vielen seiner GemĂ€lden hat Caravaggio Gesten und Details aus den Werken seiner großen VorgĂ€nger und Konkurrenten ĂŒbernommen, unter ihnen zuvorderst antike Skulpturen, Michelangelo Buonarroti und Raffael, in dessen Kunst nach Giorgio Vasari die Geschichte sich erfĂŒllt habe. Motive ĂŒbernahm er auch von seinen Zeitgenossen Giuseppe Cesari, Annibale Carracci und Giovanni Girolamo Savoldo. Valeska von Rosen sieht in seiner imitatio eine subversive und ironische Form der Nachahmung, da sie sich vorwiegend auf zweideutige Aspekte (z.B. potentiell laszive und homoerotische) der Werke bezieht, die in den Augen seiner Zeitgenossen gerade nicht als imitierenswert galten. Sie erkennt darin ein Spiel mit den brĂŒchig gewordenen kĂŒnstlerischen Normen.[23]

Caravaggio verknĂŒpfte in seinen GemĂ€lden Vorbildverarbeitung (di maniera) mit der Darstellung nach Natur und Modell (alla prima). „Seine Engel sind genauso 'nach der Natur' gemalt wie seine irdischen Protagonisten.“[24] Durch die von ihm ĂŒblicherweise „inszenierten“ Modellanordnungen brachte er beide Prinzipien zur Geltung. Statt der ĂŒblichen detaillierten Vorzeichnungen auf der grundierten Leinwand fertigte Caravaggio Pinselvorzeichnungen in Bleiweiß an und markierte herausgehobene Stellen durch Ritzungen (incisioni) mit dem Pinselstiel. Auch die bildgeometrische Anlage (z. B. nach dem Goldenen Schnitt) lĂ€sst nicht auf eine rein primĂ€rmalerische Technik schließen, wie sie seit Roberto Longhis Caravaggio-Studien hĂ€ufig in der Forschung vertreten wird.

Im Gesamtwerk des KĂŒnstlers auch mit einigen Aktdarstellungen von Knaben und JĂŒnglingen fĂ€llt nach Howard Hibbard jedoch die Abwesenheit von erotischen weiblichen Figuren oder eines weiblichen Aktes auf. [25]

Caravaggio pflegte seine Werke nicht zu signieren. Auf dem GemĂ€lde der Enthauptung Johannes' des TĂ€ufers findet sich allerdings seine Signatur in dem gemalten Blut des MĂ€rtyrers; eine weitere Ausnahme: auf einer frĂŒheren Fassung der Medusa (1596, Privatbesitz, Mailand) signierte er mit dem gemalten Blut des abgeschlagenen Hauptes „Michel A. f.“ (Michel Angelo fecit [=hat gemacht]).

Obwohl viele zeitgenössische Kopien und derivative Zweit- und Drittfassungen mit variierenden Bildgestaltungen von seinen GemÀlden existieren, bleibt ungeklÀrt, ob diese in einer eigenen Werkstatt Caravaggios hergestellt wurden.[26]

Bacchus (um 1596)
Johannes der TĂ€ufer (1602)
PortrÀt Fillide Melandroni (um 1597)

Caravaggios Modelle

Die Phantasie zur Caravaggio-Legende haben nicht zuletzt seine Modelle beflĂŒgelt: androgyne JĂŒnglinge und stadtbekannte Dirnen. Sie werden als Indizien fĂŒr Caravaggios Hang zur Homo- und BisexualitĂ€t herangezogen.

Ein von Caravaggio bevorzugter Typ waren hellhĂ€utige, „weiche und doch muskulöse Jungen“,[27] wie sie in den GemĂ€lden Bacchus (Uffizien, Florenz), JĂŒngling, von einer Eidechse gebissen (Fondazione Longhi, Florenz und National Gallery, London), Siegreicher Amor (GemĂ€ldegalerie Berlin) portrĂ€tiert wurden. Ob Caravaggios Diener oder Gehilfe Francesco Boneri, genannt „Cecco dal Caravaggio“, der fĂŒr den Siegreichen Amor und Johannes mit dem Widder (Kapitolinische Museen, Rom), vermutlich auch fĂŒr Das Opfer Abrahams (Uffizien, Florenz), Modell stand, gleichzeitig sein „Lustknabe“ war, wie Baglionis getreuer SchĂŒler Tommaso Salini 1603 gerĂŒchteweise verbreitete und eine spĂ€tere, auf Hörensagen beruhende Aussage des englischen Reisenden Richard Symonds nahelegte, bleibt Spekulation.[28] Auch Caravaggios jĂŒngerer Freund, Mario Minitti, hat vermutlich fĂŒr ihn Modell gestanden.

Dokumentiert sind seine Beziehungen zu Prostituierten, namentlich zu Lena und zu Fillide Melandroni, die fĂŒr biblische Frauengestalten Modell gestanden haben. Möglicherweise fĂŒr einen spĂ€teren Galan hat er Fillide auch eigens portrĂ€tiert (1601, PortrĂ€t Fillide Melandroni; zuletzt in deutschem Besitz, seit 1945 verschollen). Sie gilt als diejenige, die fĂŒr die Magdalena in Martha bekehrt Magdalena, die Hl. Katharina sowie fĂŒr die Judith in Judith und Holofernes Modell gestanden haben soll.[29]

Der Anschein von Verruchtheit wird im Hinblick auf beide Beziehungsgruppen stark relativiert, wenn man bedenkt, dass Caravaggio zum einen am Anfang seiner Karriere mittellos war und Modelle nicht bezahlen konnte und zum anderen dass ehrbare Frauen fĂŒr seine Malerei schwierig als Modell zu gewinnen waren.

In einigen Werken (Die Musiker, Martyrium des hl. MatthĂ€us, David und Goliath) hat er in den Mehrfigurenbildern sich selbst als Modell hinzugefĂŒgt, ohne dass er jemals ein als solches ausgewiesenes SelbstportrĂ€t angefertigt hĂ€tte.

AusgewÀhlte Werke

Aus der zwanzigjĂ€hrigen Schaffensperiode Caravaggios von 1591 bis 1610 sind siebenundsechzig Werke als eigenhĂ€ndige GemĂ€lde Caravaggios und weitere einundzwanzig ihm zugeschriebene ĂŒberliefert.[30]

FrĂŒhe profane GemĂ€lde

Obstkorb (Hintergrund von unbekannter Hand ĂŒbermalt)

Das frĂŒheste unter den erhaltenen Bildern Caravaggios ist der FruchtschĂ€lende Knabe (1591/92). Die frĂŒhen Sujets sind JĂŒnglinge und Knaben mit FrĂŒchten (Knabe mit FrĂŒchtekorb, 1593/94) oder in dramatischen Augenblicken portrĂ€tiert (JĂŒngling von einer Eidechse gebissen, 1593/94 und 1596) oder posierend als Bacchus (1593 und 1593/94). Seine frĂŒhen GemĂ€lde stellen vereinzelte Personen dar, zwei- und mehrfigurige Gruppendarstellungen kamen im Laufe der Jahre hinzu (Die Falschspieler, 1594/95; Die Musiker, 1595).

Herauszuheben ist aus dieser Schaffensperiode der in zwei Varianten fĂŒr den Bankier Vincenzo Giustiniani und den Kardinal Del Monte meisterhaft gemalte Lautenspieler (1595/96 und 1596) sowie Caravaggios kleinstes Bild, der FrĂŒchtekorb (1595/96, Pinacoteca Ambrosiana, Mailand). Es ist eines der frĂŒhesten italienischen Stillleben.[31] Mit der PrĂ€zision naturwissenschaftlicher Illustrationen stellte er FrĂŒchte und BlĂ€tter im beginnenden Verfallsprozess dar. Es ist sein einziges erhaltenes autonomes Stillleben. In einigen GemĂ€lden kombinierte er Stillleben mit Figuren zu meisterlichen Kompositionen.

Die Entdeckung des Sakralen

Erste religiöse GemĂ€lde stellen die Reuige Magdalena (1594), Ruhe auf der Flucht nach Ägypten (1594) und Martha bekehrt Magdalena (1597/98) dar.

Auftraggeber fĂŒr das GemĂ€lde Judith und Holofernes (1598/99, Galleria Nazionale d'Arte Antica Palazzo Barberini, Rom) war der wĂ€hrend Caravaggios Aufenthalts im Palast des Monsignor Fantino Petrignani benachbarte Maffeo Barberini (der spĂ€tere Papst Urban VIII.), der zu dieser Zeit als Kammerkleriker fĂŒr die pĂ€pstlichen Finanzen zustĂ€ndig war. In ihm stellt Caravaggio erstmals den Tathergang der Enthauptung des römischen HeerfĂŒhrers durch die schöne jĂŒdische Witwe Judith dar. Als Kontrast setzt Caravaggio neben die zugleich entschlossen und angewidert Handelnde das Gesicht einer alten Magd, die bereitsteht, den Kopf des Holofernes entgegenzunehmen. Als Modell fĂŒr die Judith stand die Dirne Fillide Melandroni, ein von Caravaggio auch fĂŒr andere biblische Frauengestalten (Martha, Katharina) bevorzugtes Modell.[32]

AuftrĂ€ge fĂŒr Römische Kirchen

MatthÀus und der Engel (Contarelli-Kapelle)

Sechs seiner bekanntesten GemÀlde befinden sich in drei römischen Kirchen.

Mit drei Arbeiten zum Apostel und Evangelisten MatthĂ€us[33] wurde die Contarelli-Kapelle in der Kirche San Luigi dei Francesi ausgestaltet: die beiden SeitenflĂŒgel mit der Berufung des MatthĂ€us zum Apostel und dem Martyrium des MatthĂ€us, der Altar mit dem Evangelisten MatthĂ€us und der Engel (1599-1602). Eine erste Fassung des Evangelisten mit dem Engel (1599, Hl. MatthĂ€us; zuletzt in deutschem Besitz, seit 1945 verschollen) zeigte einen barfĂŒĂŸigen bĂ€uerlichen MatthĂ€us mit ĂŒbereinandergeschlagenen Beinen und einem „kecken Jungen“ (Roberto Longhi) als Engel, das von der Kongregation abgelehnt wurde und in der Sammlung Giustinianis landete.[34]

Zwei GemÀlde in der Cappella Cerasi in der Kirche Santa Maria del Popolo stellen die Bekehrung Pauli (um 1604) und die Kreuzigung Petri (um 1604) dar.

Die Kirche Sant'Agostino beherbergt in der Cappella Cavaletti als ein weiteres GemÀlde Caravaggios die Pilger-Madonna oder Loreto-Madonna (nach dem Pilgerort Loreto) von 1604/05.

Die Bilder, die Caravaggio in kirchlichem Auftrag malte, waren hĂ€ufig umstritten: von fĂŒnf römischen Altarbildern wurden drei von den zustĂ€ndigen Kongregationen bzw. Priesterschaften „unter Hinweis auf das mangelhafte Dekorum“ abgelehnt.[35] Dennoch schĂ€tzten die kirchlichen WĂŒrdentrĂ€ger seine Darstellungen biblischer Themen und verleibten sie ihren Privatsammlungen ein. Das von dem Stifter Laerzio Cherubini fĂŒr die Kirche des Reform-Ordens der Unbeschuhten Karmeliten (Santa Maria della Scala) bestellte GemĂ€lde Tod Mariens (1605/06, Louvre, Paris) entfernten die Karmeliter nach kurzer Zeit wieder vom Altar wegen des GerĂŒchts, das Modell der dargestellten Maria sei eine Dirne. Auf Empfehlung von Peter Paul Rubens kaufte es danach der Herzog von Mantua.

Weitere Römische AuftrÀge

Vermutlich fĂŒr den Bankier Ottavio Costa malte er Martha bekehrt Magdalena (1597/98, Detroit Institute of Arts). Das GemĂ€lde zeigt die beiden Frauen als Halbfiguren. Es stellt den Moment der Bekehrung der SĂŒnderin Magdalena dar, den Martha aber noch nicht erfasst zu haben scheint. Magdalena deutet auf das sich im Spiegel bĂŒndelnde (göttliche) Licht hin, welches gleichzeitig ihr Gesicht erleuchtet. Caravaggio hat als erster den Moment der Bekehrung Magdalenas in der Malerei dargestellt.[36]

Amor als Sieger (1601/02)

Eines der berĂŒhmtesten Bilder Caravaggios ist Amor als Sieger (1601/02, GemĂ€ldegalerie Berlin). Es zeigt einen beflĂŒgelten Knaben, der in provozierender Nacktheit, Geschlecht und Schritt lĂ€chelnd zur Schau stellend, ĂŒber Musikinstrumente und Symbole von Macht und Gelehrsamkeit hinwegschreitet. Caravaggios Konkurrent Giovanni Baglione malte als GegenstĂŒck ein Bild mit dem Titel „Amor sacro e amor profano“ - „Himmlischer und irdischer Amor“ (1602, GemĂ€ldegalerie Berlin) auf dem der himmlische Amor den irdischen zĂŒchtigt. FĂŒr dieses GemĂ€lde erntete Baglione allerdings Hohn und Spott.[37] Der Streit fĂŒhrte zu einem Verleumdungsprozess, den Baglione 1603 gegen Caravaggio und zwei weitere Maler (Orazio Gentileschi, Fillipo Trisengni) und den Architekten Onorio Longhi anstrengte.[38]

Der mit dem Kardinal Del Monte befreundete adelige Sammler Ciriaco Mattei, ein Bruder des Kardinals Girolamo Mattei, gab das Abendmahl in Emmaus (1601, National Gallery, London) und die Gefangennahme Christi (1602, National Gallery of Ireland, Dublin) in Auftrag. Bei der Version von letzterem GemÀlde, das 2008 aus dem Museum von Odessa geraubt und 2010 sichergestellt wurde, handelt es sich nach Meinung der Experten um eine zeitgenössische Kopie.[39]

Einen ikonenhaften Status hat auch das um 1603, vermutlich auf Bestellung des reichen und gebildeten Sammlers Marchese Vincenzo Giustiniani entstandene GemĂ€lde Der unglĂ€ubige Thomas (GemĂ€ldegalerie Sanssouci), das bereits unmittelbar nach seiner Fertigstellung „zahlreiche Kopien und Ableitungen auslöste“.[40] Das Bild zeigt in einer demonstrativen Gestik, wie der zweifelnde Apostel seinen Finger in die Seitenwunde Christi legt, wobei dieser ihm noch seine Hand fĂŒhrt. Der UnglĂ€ubige ist wie ein Bauer dargestellt, mit einem an der Schulter aufgerissenen Gewand bekleidet und mit Schmutz unter den FingernĂ€geln. Die Bildkomposition ist so angelegt, dass der Betrachter am Geschehen unmittelbar beteiligt wird und den Schmerz der Penetration gleichsam mitempfindet.

Die Rosenkranzmadonna (1605/06, Kunsthistorisches Museum Wien, ein großes Altarbild (364,5 x 249,5 cm) mit dominikanischer Ikonographie, ist das einzige StiftergemĂ€lde in Caravaggios Werk. Wer das GemĂ€lde in Auftrag gab, ist ungeklĂ€rt; der am linken Bildrand portrĂ€tierte Stifter konnte nicht identifiziert werden.[41]

Der hl. Hieronymus

Vermutlich sein letztes römisches Werk ist der Heilige Hieronymus (1606, Galleria Borghese, Rom), das er fĂŒr den Kardinal Scipione Borghese malte. Es zeigt den Kirchenvater, in einen kardinalroten Umhang gehĂŒllt und konzentriert bei seiner Arbeit, der Übertragung der Bibel aus dem HebrĂ€ischen ins Lateinische. „In perfekter Symmetrie, deren Mittelachse die Bindung des aufgeschlagenen Textes bildet, sind der TotenschĂ€del und der Kopf des Heiligen in Balance gesetzt (...). Stillleben und Figur, Rot und Weiß sind miteinander verbunden durch einen ĂŒberlangen Arm, der wie fremdbestimmt die Feder eintaucht. Im Mittelpunkt der Bildstruktur steht der Text, die Vulgata, fĂŒr die gegenreformatorische Kirche der einzig gĂŒltige Bibeltext.“[42]

Werke aus den Jahren der Verbannung

Von dem berĂŒhmten GemĂ€lde David und Goliath hat Caravaggio zwei verschiedene AusfĂŒhrungen gefertigt (1600/01, Kunsthistorisches Museum Wien – 1606/07, Galleria Borghese, Rom). Beide zeigen einen knabenhaften David, der mit der horizontal ausgestreckten linken Hand das abgeschlagene Haupt Goliaths hĂ€lt. Auffallend sind die unterschiedlichen Physiognomien Goliaths. In dem römischen GemĂ€lde hat Caravaggio das abgeschlagene Haupt mit einem Selbstbildnis versehen, worin Ebert-Schifferer eine „schockierende Selbsterniedrigung“ sieht. Caravaggio wollte, so wird vermutet, mit seiner Darstellung als „sterbender Besiegter“ den Kardinal Scipione Borghese bewegen, sich bei dessen Onkel, dem Papst Paul V., fĂŒr seine Begnadigung einzusetzen.[43]

Weitere GemÀlde

Nachwirkung und Rezeption

Caravaggio arbeitete weitgehend allein und hatte keine direkten SchĂŒler. Dennoch beeinflusste sein Werk die Malerei des Barocks nachhaltig. Caravaggios erster Nachahmer war Bartolomeo Manfredi, der auch zur internationalen Verbreitung des Caravaggismus beitrug. Roberto Longhi sieht EinflĂŒsse bei dem Neapolitaner Batistello Caracciolo und dem Kalabresen Mattia Preti.[44]

Rom galt zu jener Zeit als das fĂŒr die Malerei maßgebliche Zentrum, in das Maler aus allen LĂ€ndern Europas strömten. Besonders aus den Niederlanden kamen Maler nach Rom, um das Werk Caravaggios zu studieren. Unter ihnen waren Hendrick Terbrugghen, Gerard van Honthorst und Dirck van Baburen, die spĂ€ter als Utrechter Caravaggisten bezeichnet wurden. Sie sind zwar mit Caravaggio nicht persönlich zusammengetroffen, aber erreichten Rom, als sein Stil von seinen direkten Nachfolgern imitiert wurde. Sie hatten auch Gelegenheit, Caravaggios Bilder in den Kirchen kennenzulernen. Von der Kreuzigung Petri in der Santa Maria del Popolo ist eine gezeichnete Kopie Honthorsts ĂŒberliefert. Zudem wohnte Honthorst wahrend seines Rom-Aufenthalts im Hause eines seiner Auftraggeber, des Bankiers Vincenzo Giustiniani, der in seiner Sammlung angeblich nicht weniger als fĂŒnfzehn Caravaggios besaß.[45] Rembrandt, der nie Italien besuchte, lernte durch die Utrechter Caravaggisten die Malweise Caravaggios kennen. Er kann „ebenfalls als ein Vertreter des Caravaggismus betrachtet werden, wenngleich als ein recht spĂ€ter. Seine Hinwendung zu einem radikalen Realismus, an dem er bis zu seinem Ende festhielt, ist ohne das Vorbild Caravaggios und seiner Nachfolger kaum denkbar. Das gilt auch fĂŒr Rembrandts LichtfĂŒhrung.“[46]

AuffĂ€lligste Merkmale des als Caravaggismus bezeichneten und ĂŒbernommenen Stils waren zum einen der „Realismus“ in der unbeschönigten AlltĂ€glichkeit der dargestellten Szenen mit der Wahl des „dramatischen Augenblicks kurz vor oder kurz nach dem Höhepunkt“,[47] zum anderen seine Gestaltungsmittel der Hell-Dunkel-Malerei mit den effektvollen VerkĂŒrzungen der Proportionen in der Komposition. Beides widersprach der maniera der Renaissance und dem Manierismus, aber auch dem idealisierenden Akademismus eines Guido Reni.

Die Stillleben- und Genremalerei des italienischen, französischen und niederlĂ€ndischen FrĂŒhbarock wurde als caravaggesque bezeichnet.

Zu den von Caravaggio beeinflussten Malern gehören neben den bereits genannten Utrechter Caravaggisten: Orazio Gentileschi, Artemisia Gentileschi, Georges de la Tour, Rembrandt, Jusepe de Ribera und Johann Ulrich Loth. Auch in Bildern von Peter Paul Rubens, Jan Vermeer und Diego VelĂĄzquez sind EinflĂŒsse Caravaggios offenkundig.

Schon hundert Jahre nach Caravaggios Tod war er fast vergessen. Seine Wiederentdeckung erfuhr er im 20. Jahrhundert. Wesentlich dazu beigetragen hat der italienische Kunsthistoriker Roberto Longhi, der neben einer vielbeachteten Monographie eine große Ausstellung 1951 in Mailand kuratierte.

Ausstellungsorte

Die Werke Caravaggios sind u. a. in folgenden Museen und Kirchen zu besichtigen:

Museen (nach StÀdten geordnet)

Kirchen

Ausstellungen (Auswahl)

  • Mostra del Caravaggio. Palazzo Reale, Mailand, April bis Juni 1951 (Kurator: Roberto Longhi).
  • Caravaggio in Preußen - Die Sammlung Giustiniani und die Berliner GemĂ€ldegalerie. Altes Museum Berlin, 15. Juni bis 9. September 2001.
  • Rembrandt und Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006.
  • Caravaggio. Auf den Spuren eines Genies. DĂŒsseldorf, 9. September 2006 bis 7. Januar 2007, Museum Kunstpalast. Offizielle Webseite.
  • Caravaggio in Holland. Musik und Genre bei Caravaggio und den Utrechter Caravaggisten. Frankfurt am Main, 1. April 2009 bis 26. Juli 2009, StĂ€del Museum. Offizielle Webseite.
  • Caravaggio. Rom, Scuderie del Quirinale, 20. Februar bis 13. Juni 2010. Offizielle Webseite italienisch und englisch und eine Rezension der Ausstellung (italienisch)
  • Caravaggio e caravaggeschi a Firenze. Florenz, Galleria degli Uffizi und Palazzo Pitti, 22. Mai 2010 - 27. Oktober 2010. Offizielle Webseite und eine Rezension der Ausstellung (italienisch)
  • Hommage an Caravaggio: 2011 GemĂ€ldegalerie Berlin

Siehe auch

en.wikipedia: Chronologie der Hauptwerke von Caravaggio (engl.)

Literatur

  • Ausstellungskatalog Rembrandt und Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006. Waanders Publishers, Amsterdam 2006 / Belser, Stuttgart 2006.
  • Giovan Pietro Bellori: Le vite de' pittori, scultori e architetti moderni (1672). Hrsgg. von Evelina Borca, Turin 1976.
  • Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-518-18225-3.
  • Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009. ISBN 978-3-406-59140-2
  • Friedhelm W. Fischer: Die Bilder der Contarellikapelle. Biberach 1969.
  • Michael Fried: The Moment of Caravaggio. Princeton University Press, Princeton, NJ 2010.
  • Creighton E. Gilbert: Caravaggio and his Two Cardinals. Pensylania State University Press 1995.
  • Andrew Graham-Dixon: Caravaggio: a life sacred and profane. Allen Lane, London 2010, ISBN 978-0-7139-9674-6
  • JĂŒrgen Harten / Jean-Hubert Martin (Hrsg.): Caravaggio. Originale und Kopien im Spiegel der Forschung. Hatje Cantz, Ostfildern 2006 (Katalog zur Ausstellung im museum kunst palast DĂŒsseldorf). ISBN 3-7757-1806-0
  • Jutta Held: Caravaggio. Politik und Martyrium der Körper. 2. Aufl. Reimer, Berlin 2007, ISBN 3496013702
  • Eberhard König: Michelangelo Merisi da Caravaggio. Könemann, Köln 1997. ISBN 3-8290-0685-3
  • Gilles Lambert: Caravaggio 1571–1610. Taschen, Köln 2005. ISBN 3-8228-0818-0
  • Roberto Longhi: Caravaggio. (Die Italienische Malerei). Verlag der Kunst Dresden, 1968.
  • Alberto Macchi, L'uomo Caravaggio - atto unico / prefazione di Stefania Macioce, AETAS, Roma 1995, ISBN 88-85172-19-9
  • Stefania Macioce: Michelangelo Merisi da Caravaggio. Fonti e documenti 1532-1724. Rom 2003.
  • Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. AmbiguitĂ€t, Ironie und PerformativitĂ€t in der Malerei um 1600, Akademie-Verlag, Berlin 2009 ISBN 978-3-05-004581-8
  • Herwarth Röttgen: Caravaggio. Der irdische Amor oder Der Sieg der fleischlichen Liebe. Reihe KunststĂŒck. Fischer, Frankfurt am Main 1992. ISBN 3-596-23966-4
  • Sebastian SchĂŒtze: Caravaggio. Das vollstĂ€ndige Werk. Taschen, Köln 2009. ISBN 978-3-8365-0181-1
  • John T. Spike: Caravaggio. New York/London 2010, ISBN 0-7892-0639-0

Filme ĂŒber Caravaggio

  • Caravaggio. Spielfilm, Großbritannien, 1986, Regie: Derek Jarman
  • Caravaggio. Magier des Lichtes. (OT: Caravaggio, l'ereditĂ  di un rivoluzionario.) Dokumentation, Italien, Schweiz, Frankreich, 2008, 55 Min., Buch: Massimo Magri, Valentina Torti, Regie: Massimo Magri, Produktion: Polivideo, arte, SSR, deutsche Erstausstrahlung: 11. Januar 2010, Inhaltsangabe von arte

Fiktionale Prosa

  • Andrea Camilleri: Die Farbe der Sonne. Ein Caravaggio-Roman. Rowohlt, Reinbek 2010
  • Jean-Hubert Martin (Hrsg.): Maler, Mörder, Mythos. Geschichten zu Caravaggio,Hatje Canz, Ostfilgern 2006
  • Tilman Röhrig: Caravaggios Geheimnis, Pendo, MĂŒnchen 2009

Weblinks

 Commons: Michelangelo Merisi da Caravaggio â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 23ff.
  2. ↑ Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 38.
  3. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 15ff.
  4. ↑ Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 138.
  5. ↑ Jean-Hubert Martin: Maler, Mörder, Mythos. Geschichten zu Caravaggio,Hatje Canz, Ostfilgern 2006, S. 5.
  6. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 266f.
  7. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 32.
  8. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 48f.
  9. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 64.
  10. ↑ Maurizio Marini: Caravaggios 'DoppelgĂ€nger'. Unbekannte Originale, Zweitversionen und Mehrfachnennungen im Werk Michelangelo Merisis. In: JĂŒrgen Harten/ Jean-Hubert Martin (Hrsg.): Caravaggio. Originale und Kopien im Spiegel der Forschung. Hatje Cantz, Ostfildern 2006 (Katalog zur Ausstellung im museum kunst palast DĂŒsseldorf).
  11. ↑ Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 20.
  12. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 17.
  13. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 90.
  14. ↑ Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 33.
  15. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 195.
  16. ↑ Gilles Lambert: Caravaggio 1571–1610. Taschen, Köln 2000, S. 82.
  17. ↑ Italienische Forscher wollen Todesursache aufklĂ€ren
  18. ↑ Il Messaggero, 16. Juni 2010, abgerufen am 17. Juni 2010
  19. ↑ Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. AmbiguitĂ€t, Ironie und PerformativitĂ€t in der Malerei um 1600. Akademie Verlag, Berlin 2009, S. 1.
  20. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 158.
  21. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 262.
  22. ↑ Angelika Kindermann: Caravaggio holt den Betrachter ins Bild und zeigt die Schönheit der Wirklichkeit. In: Art. Das Kunstmagazin, April 2010, S. 53.
  23. ↑ Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. AmbiguitĂ€t, Ironie und PerformativitĂ€t in der Malerei um 1600. Akademie Verlag, Berlin 2009, S. 287ff.
  24. ↑ Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 73.
  25. ↑ Howard Hibbard: Caravaggio, 1. Auflage, Harper & Row, New York 1983, ISBN 978-0-06-433322-1, S. 97: ""In his entire career he did not paint a single female nude."
  26. ↑ Valeska von Rosen: Arbeiten am Image. Caravaggios Selbststilisierung in Bezug auf seine Arbeitsweise. In: JĂŒrgen Harten / Jean-Hubert Martin (Hrsg.): Caravaggio. Originale und Kopien im Spiegel der Forschung. Hatje Cantz, Ostfildern 2006. S. 62ff. (Katalog zur Ausstellung im museum kunst palast DĂŒsseldorf).
  27. ↑ Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 50
  28. ↑ Ebert-Schifferer Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009. S. 158 und 266.
  29. ↑ Ebert-Schifferer Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009. S. 162.
  30. ↑ Laut Sebastian SchĂŒtze: Caravaggio. Das vollstĂ€ndige Werk. Taschen, Köln 2009, S. 212ff.
  31. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggios FrĂŒchtekorb: das frĂŒheste Stilleben?, In: Zeitschrift fĂŒr Kunstgeschichte, Band 65, Heft 1, 2002, S. 1-23
  32. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 162.
  33. ↑ WĂ€hrend Caravaggio wahrscheinlich davon ausging, dass Apostel und Evangelist identische Personen waren, handelt es sich nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen um zwei verschiedene Personen. Siehe Who's is who in der Bibel. dtv-Sachbuch, 4. Aufl, MĂŒnchen 1990, S. 183f.
  34. ↑ Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. AmbiguitĂ€t, Ironie und PerformativitĂ€t in der Malerei um 1600. Berlin 2009, S. 19; Boris von Brauchitsch: Caravaggio. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, S. 84.
  35. ↑ Valeska von Rosen: Caravaggio und die Grenzen des Darstellbaren. AmbiguitĂ€t, Ironie und PerformativitĂ€t in der Malerei um 1600. Berlin 2009, S. 269.
  36. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 106.
  37. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 156.
  38. ↑ Herwarth Röttgen: Caravaggio. Der irdische Amor oder Der Sieg der fleischlichen Liebe. Reihe KunststĂŒck. Fischer, Frankfurt am Main 1992, S. 16f.
  39. ↑ http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/beschlagnahmter-caravaggio-wohl-nicht-das-original/1871408.html
  40. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 170.
  41. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 177ff.
  42. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 187.
  43. ↑ Sybille Ebert-Schifferer: Caravaggio. Sehen – Staunen – Glauben. Der Maler und sein Werk. C. H. Beck, MĂŒnchen 2009, S. 213.
  44. ↑ Roberto Longhi: Kurze, aber wahre Geschichte der italienischen Malerei. DuMont, Köln 1996, S. 229.
  45. ↑ Taco Dibbits: Prolog: Caravaggio, die Utrechter Caravaggisten und der junge Rembrandt. In: Ausstellungskatalog Rembrandt und Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006, S. 34ff.
  46. ↑ Margriet van Eikema Hommes / Ernst van der Wetering: Licht und Farbe bei Caravaggio und Rembrandt - mit den Augen ihrer Zeitgenossen gesehen. In: Ausstellungskatalog Rembrandt und Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006, S. 174.
  47. ↑ Taco Dibbits: Prolog: Caravaggio, die Utrechter Caravaggisten und der junge Rembrandt. In: Ausstellungskatalog Rembrandt und Caravaggio. Rijksmuseum und Van Gogh Museum, Amsterdam, 24. Februar bis 18. Juni 2006, S. 32.

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   WikipĂ©dia en Français

  • Michelangelo Merisi da Caravaggio — noun Italian painter noted for his realistic depiction of religious subjects and his novel use of light (1573 1610) ‱ Syn: ↑Caravaggio ‱ Instance Hypernyms: ↑old master 
   Useful english dictionary

  • Michelangelo Merisi da Caravaggio — n. (1573 1610) Italian baroque painter, creator of Supper at Emmaus 
   English contemporary dictionary

  • Michelangelo Merisi — PortrĂ€t Caravaggios von Ottavio Leoni Michelangelo Merisi (nach dem Herkunftsort seiner Familie kurz Caravaggio genannt; * 29. September 1571 in Mailand in der Lombardei; † 18. Juli 1610 in Porto Ercole am Monte Argentario) w 
   Deutsch Wikipedia

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   Enciclopedia Universal


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