Microsoft Excel


Microsoft Excel
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Microsoft Excel
Basisdaten
Entwickler Microsoft Corporation
Aktuelle Version Excel 2010 (Windows), Excel 2011 (Mac OS)
Betriebssystem Microsoft Windows, Mac OS X
Kategorie Tabellenkalkulation
Lizenz Proprietär
Deutschsprachig ja
www.microsoft.com/germany

Microsoft Excel (engl. [ˈmaɪ.kɹoʊ.sɒft ɪkˈsel], dt. meist [ˈɛksl̩] oder [ɛkˈsɛl]) ist das am weitesten verbreitete Tabellenkalkulationsprogramm.

Excel gehört zur Microsoft-Office-Suite und ist sowohl für Microsoft Windows als auch für Mac OS verfügbar. Excel entstand als Nachfolger von Microsoft Multiplan. Die aktuelle Version ist für Windows Microsoft Excel 2010 und für Mac OS Microsoft Excel 2011.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Microsoft Excel war der Nachfolger von Microsoft Multiplan und wurde 1985 erstmals für den Apple Macintosh als rein grafisch orientierte Tabellenkalkulation vorgestellt. Am 31. Oktober 1987 wurde, zeitgleich mit dem Erscheinen von Windows 2.0, mit Excel 2.0 die erste Version für IBM-kompatible PCs ausgeliefert. Ab 1989 wurde eine Windows-2.11-Runtime-Version bei Excel mitgeliefert, da Windows noch kaum verbreitet war. Es gab auch eine Version für den OS/2 Presentation Manager, die mittels Windows Libraries for OS/2 (WLO) portiert wurde.

Das 1990 für Microsoft Windows 3.x vorgestellte Excel 3.0 verfügte erstmals über eine Symbolleiste und brachte auch sonst zahlreiche Neuerungen. Ab 1994 war mit Excel 5.0 für Windows NT erstmals eine 32-Bit-Version verfügbar. In Microsoft Office 95 erhielt Excel 95 die Versionsnummer 7.0, da Version 6 übersprungen wurde, um eine Vereinheitlichung der Bezeichnung mit den anderen Office-Programmen zu erzielen. Excel:mac 2001 war die letzte Version für Mac OS 8 und 9.

Die aktuelle Version ist das im Mai 2010 herausgebrachte Excel 2010 für Windows und das im Oktober 2010 erschienene Excel 2011 für Intel-Macs.

Versionsübersicht

Freigabedatum Bezeichnung Version Betriebssystem Kommentare
1985 Excel 1.0 1.0 Macintosh
31. Oktober 1987 MS Excel 2.0 2.0 Macintosh, Windows
1989 Excel 2.2 2.2 Windows 2.11
4. Dezember 1989 Excel 2.2 2.2 OS/2 1.1
12. September 1990 Excel 3.0 3.0 Windows 3.0, OS/2 1.21 Letzte Version für OS/2
1. April 1992 Excel 4.0 4.0 Windows OLE-Schnittstelle
1993 Excel 4 4.0 Macintosh
1994 Excel 5 5 Macintosh Erste Ausgabe für PPC
1994 Excel 5.0 5.0 Windows Letzte Version für Windows 3.1
1994 Excel 5.0 für Windows NT 5.0 Windows 32-bit Windows-Anwendung
30. August 1995 Excel 95 7.0 Windows 32-bit für Windows 95
30. Dezember 1996 Excel 97 8.0 Windows Letzte Version für Windows NT 3.51; Letztmalig auf 3½″-Disketten
15. März 1998 Excel 98 8.0 Macintosh
27. Januar 1999 Excel 2000 9.0 Windows Letzte Version für Windows 95, Unterstützung bis 14. Juli 2009
11. Oktober 2000 Excel 2001 9.0 Macintosh Letzte Ausgabe für Classic-Systeme (Mac OS 9)
31. Mai 2001 Excel 2002
(MS Office XP)
10.0 Windows Einführung Produktaktivierung;
Letzte Version für Windows 98 / ME / NT 4.0
19. November 2001 Excel v.X 10 Macintosh Erste Ausgabe für Mac OS X
17. November 2003 Excel 2003 11.0 Windows Letzte Version für Windows 2000.
Ab dieser Version ist bei Standardinstallation die Hilfe nur mit Internetverbindung möglich.
11. Mai 2004 Excel 2004 11.0 Macintosh Letztes Update: 11.6.2
30. Januar 2007 Excel 2007 12.0 Windows Neue Benutzeroberfläche mit Multifunktionsleiste (engl. Ribbon) statt Menüs
15. Januar 2008 Excel 2008 12.0 Macintosh Erste native Version für Intel-Macintosh, letzte Version mit PPC-Support,
Auslieferung als Universal Binaries, keine Multifunktionsleiste , kein VBA
15. Mai 2010 Excel 2010 14.0 Windows
27. Oktober 2010 Excel 2011 14.0 Macintosh Neue Benutzeroberfläche mit Menüband (engl. Ribbon), VBA-Support

Anwendungsmöglichkeiten und Bestandteile

Wie die meisten Tabellenkalkulationen ermöglicht Excel umfangreiche Berechnungen mit Formeln und Funktionen, unter anderem mit kaufmännischen, statistischen und Datumsfunktionen. In geringem Umfang können Daten bearbeitet werden, wie kurze Texte verkettet oder logische Berechnungen (wenn…dann) durchgeführt werden. Abhängig von Inhalten und Werten in der Tabelle kann auf Inhalte an anderer Stelle der Tabellen zugegriffen werden. Die Ergebnisse können mit Hilfe von Sortier-, Gruppier- und Filterfunktionen sowie Pivot-Tabellen ausgewertet und in Diagrammen grafisch dargestellt werden. Tabellen oder Teile davon können gegen Layout- oder Inhaltsänderungen geschützt werden. Die Mindestvoraussetzungen, um in Teamarbeit an Tabellen arbeiten zu können, sind gegeben.

Der Funktionsumfang von Excel kann durch Programmierung in Visual Basic for Applications (VBA) erweitert werden. VBA wurde mit Microsoft Excel 5.0 eingeführt und später in Word, Access und weitere Office-Programme integriert. Unter Macintosh enthielt Excel 2008 keinen VBA-Support, während die Vorgänger- und Nachfolgerversionen diesen anboten. Excel ist zudem mit Visual Studio Tools for Office System (Windows) oder AppleScript (Mac) erweiterbar. Excel 4.0 hatte noch eine eigene Makrosprache.

Merkmale

Benutzeroberfläche

Der Arbeitsbereich von Excel besteht aus Arbeitsmappen, die Dateien entsprechen, aus Blättern, die in Registern angezeigt werden, und aus Zellen, die die Daten enthalten. Pro Arbeitsmappe sind bis zu 65.536 Tabellenblätter möglich. Die Zellen eines Tabellenblatts sind in Zeilen und Spalten eingeteilt und können über ein Zellbezugssystem angesprochen werden.

Seit Excel 2007 kann ein Tabellenblatt 1.048.576 Zeilen und 16.384 Spalten (A bis XFD), also 17.179.869.184 Zellen umfassen. Davor war die Größe auf 65.536 Zeilen und 256 Spalten (A bis IV), also 16.777.216 Zellen, begrenzt. Ist in jedem dieser Felder eine Ziffer eingetragen, so hat eine Datei in Office 2003 eine Größe von 227 MB.

Jede Zelle kann durch eine Kombination aus Buchstabe und Zahl eindeutig identifiziert werden, dem so genannten Zellbezug, der aus Zeilen- und Spaltenangabe besteht. Die erste Zelle in der oberen linken Ecke heißt A1, wobei A die erste Spalte und 1 die erste Zeile bezeichnet. Genau genommen besteht der Bezug auch noch aus dem Tabellenblattnamen, da Formeln den gleichen Bezug in verschiedenen Blättern und Mappen aufweisen können, beispielsweise Tabelle1!C4 + Tabelle3!C4. In den Optionen ist alternativ die Z1S1-Bezugsart wählbar, die die Zeilen (Z) und Spalten (S) als Zahl anzeigt. Der Bezug B6 heißt dann Z6S2. Zellbezüge können mit benutzerdefinierten Namen versehen werden.

Zellbezüge

Es können sowohl relative als auch absolute Zellbezüge als Koordinaten in Tabellen verwendet werden. Formeln sind ebenso wie Werte zeilen- oder spaltenweise kopierbar. Dieser Ansatz wurde vom Vorgänger Multiplan übernommen. Um die Kopierbarkeit von Formeln und deren Bezügen zu gewährleisten, gibt es relative, wie A22, absolute, wie $A$22, und gemischte, wie $A22 oder A$22, Zellbezüge.

Bearbeitung

Neben dem Einfügen eines gesamten in die Zwischenablage kopierten Inhalts einer oder mehrerer Zellen, gibt es auch die Möglichkeit, bestimmte Inhalte einzufügen, beispielsweise nur die Werte, anstelle der Formel, die diese Werte erzeugt hat. Dabei ist es auch möglich, den kopierten Wert mit dem Inhalt der markierten Zellen zu addieren oder andere Berechnungen auszuführen.

Zahlenformate

Für die Anzeige von Werten steht eine Reihe von Formaten zur Verfügung. Neben vorgefertigten Formaten, wie Datum und Uhrzeit und Sonderformaten für Postleitzahlen, können auch benutzerdefinierte Formate angegeben werden. Zellen können in Excel auch Text enthalten.

Tabellenformatierungen

Seit der Version Excel 2007 können Tabellen mit vordefinierten oder individuell definierbaren Tabellenformaten formatiert werden. Für vom Zellinhalt abhängige Hervorhebungen stehen ab dieser Version beliebig viele bedingte Formatierungen, statt bisher drei, zur Verfügung. Farbgebung und Schriftformatierung wurden an Word und PowerPoint angenähert und umfassen dasselbe Farbspektrum, aus dem 12 bevorzugte Farben und weitere Formatierungen als Office-Design festgelegt werden können.

Datenbank

Excel verfügt über einfache Datenbankfunktionen. Es verfügt nicht über die Funktionalitäten des weitverbreiteten Konzepts der relationalen Datenbank. Es kann jedoch über Schnittstellen auf Daten aus Datenbanken zugegriffen werden. Diese Funktionalität stellte Excel bis Version 4 mit dem Programm des gleichnamigen Herstellers Q+A zur Verfügung, seit Version 5 mit Microsoft Query, einem Abfrageprogramm für auf SQL basierende Datenbanken über ODBC.

Programmierung

Wie auch andere Microsoft Office-Produkte kann Excel mittels Visual Basic for Applications (VBA), häufig auch Excel-Makros genannt, oder, ausschließlich unter Mac OS, mit AppleScript programmiert werden. Zusätzlich gibt es unter Windows die Möglichkeit, in Visual Studio.NET mit den Visual Studio Tools for Office System (VSTO) Add-ins zur Erweiterung der Funktionalität zu programmieren.

Die Macintosh-Variante Excel 2008 unterstützte kein VBA. Unter Windows ist es anderen Programmen wie Word, Access oder Visual-Basic-Anwendungen möglich, über die COM- bzw. ActiveX-Schnittstelle Funktionen von Excel zu nutzen oder direkt mit Excel zusammenzuarbeiten.

Add-ins

Ein Add-in ist ein zusätzliches Programm, das mit Excel zusammen geladen wird und danach zur Ausführung bereitsteht. Einige Add-ins, wie der Solver, sind in Excel bereits enthalten. Anwender können eigene Add-ins erstellen und einbinden. Durch Add-ins lassen sich Arbeiten mit Excel automatisieren. Im Internet stehen viele Add-ins, häufig auch kostenlos, zur Verfügung.

Dateiformat

Microsoft Excel ab 2007 und 2008 erstellen Dateien mit den Dateiendungen .xlsx (Excel Spreadsheet) oder .xlsm (Excel Spreadsheet mit Makros). Zusätzlich wird eine Reihe von Dateiendungen wie .xlsb (platzsparendes Binärformat), .xlam (Excel Add-ins), .xltx (Excel-Vorlagen), .xlk (Excel-Sicherungskopien) und .xll (Excel-Makrobibliothek) verwendet.

Diese neuen Dateiformate basieren auf dem offenen OpenXML, das auf XML basiert und eine Zip-Kompression nutzt. Excel kann verschiedene Dateiformate öffnen oder importieren, darunter auch solche anderer Tabellenkalkulations- und Datenbankprogramme.

Die von älteren Versionen erstellten Dateien haben die Dateiendung .xls (Excel Spreadsheet), .xla (Excel Add-ins) und .xlt (Excel-Vorlagen). Diese Dateiformate basieren auf einem offenen Binärformat von Microsoft, dem Binary Interchange File Format (BIFF). Sie sind jedoch zu einem großen Teil proprietär, da Microsoft die Dokumentation nicht in allen Details veröffentlicht hat. Eine Dokumentation der Dateistruktur ab Excel 97 ist von Microsoft im Februar 2008 veröffentlicht worden, frühere ausführliche Analysen stammen aus der Open-Source-Gemeinde.

Weblinks

Wikibooks Wikibooks: VBA in Excel - Grundlagen – Lern- und Lehrmaterialien

Literatur

Einzelnachweise



Wikimedia Foundation.

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