Microsoft Windows 95

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Microsoft Windows 95
Windows 95
Schriftzug "Windows (R)" (Fettdruck) mit Zusatz "95" (Normaldruck ohne Zeichenabstand), √ľber den ersten Windows-Buchstaben der Schriftzug "Microsoft (R)"
Bildschirmfoto
Windows 95 auf Deutsch
Gezeigt werden das Startmen√ľ, der Explorer, der das Systemlaufwerk C:\ anzeigt, die Systemsteuerung und der Media Player 6.4.
Basisdaten
Entwickler Microsoft
Version 4.03.1214
(1997)
Abstammung \ MS-DOS \ Windows
Chronik Windows 1.0
Windows 2.0
Windows 3.x
Windows 95
Windows 98
Windows Me
Lizenz Microsoft EULA (Closed Source)
Sonstiges Entwicklung eingestellt
Unterst√ľtzung eingestellt am 31. Dezember 2000
Website (nicht mehr verf√ľgbar)[1][2]
Website zu Microsoft: www.microsoft.com/de

Microsoft Windows 95 ist ein Betriebssystem mit graphischer Benutzeroberfl√§che f√ľr Personal Computer (PC) mit einer 32-Bit-Prozessorarchitektur, das 1995 von Microsoft ver√∂ffentlicht wurde. Es ist das erste Betriebssystem der Windows-Reihe, das diese Architektur genuin unterst√ľtzt und abw√§rtskompatibel f√ľr 16-Bit-Programme der √§lteren Betriebssysteme MS-DOS und Microsoft Windows 3.x ist. Nach seiner Einf√ľhrung entwickelte sich Windows 95 zum bis dahin erfolgreichsten Betriebssystem auf dem Markt.

Inhaltsverzeichnis

Entwicklungsgeschichte

Februar 1995 ‚ÄĒ Windows 95 wird ver√∂ffentlicht

Im Februar 1995 wurde an eine handvoll Personen eine Testversion des bis dahin geheimen Windows 95 verteilt. Davor kannte man es nur als Windows 4.0 oder unter seinem Arbeitstitel ‚Äď Windows ‚ÄěChicago‚Äú. Jeder, der an den Testphasen teilnehmen durfte, musste einen Geheimhaltungsvertrag unterzeichnen. Am 24. August 1995 gab Microsoft nach weiteren zahlreichen Tests die Endversion zum Verkauf frei.[3] Deren Versionsnummer war 4.00.950. Microsoft begann die gr√∂√üte Produkteinf√ľhrung der Konzerngeschichte.

Technik

Damit l√§utete Microsoft auf breiter Front das Ende der 16-Bit-Architektur ein. Im 16-Bit-Modus der x86-Linie l√§uft unter anderem das Betriebssystem DOS, sowie die ersten Versionen von Windows bis einschlie√ülich 3.x. Windows 95 setzt, ebenso wie die Nachfolger 98 und ME, weiterhin auf DOS auf, das zum Starten und f√ľr einige wichtige Systemprozesse und Treiber ben√∂tigt wird.

Daher streiten Programmierer und Anwender dar√ľber, ob es als ‚Äěgrafische Oberfl√§che f√ľr DOS‚Äú zu betrachten sei oder als weitgehend eigenst√§ndiges Betriebssystem:

  • Es kann in vielen Bereichen nicht ohne Routinen des ‚Äězugrunde liegenden DOS‚Äú arbeiten.
  • Mit 16-Bit-Anwendungen (Windows 3.x/DOS) ist nach wie vor kein pr√§emptives Multitasking m√∂glich.
  • Wegen des nur eingeschr√§nkten Speicherschutzes kann ein 32-Bit-Programm immer noch das ganze System blockieren (‚ÄěAushebeln‚Äú des Pr√§emptiven Multitaskings).
  • In wichtigen Bereichen eines Betriebssystems ist es eigenst√§ndig und viel moderner und leistungsf√§higer als DOS:
    Speichermanagement, Speicherschutz, CPU-Zuteilung/Prozess-Scheduler)
    jedoch nur bzgl. 32-Bit-Anwendungen, die also nicht das Windows-3.x-/DOS-Kompatibilitätsverhalten verwenden.
  • Viele Windowskomponenten und Systemdienste, die f√ľr Anwendungen zur Verf√ľgung stehen, √ľbersteigen weit die Betriebssystemdienste von DOS.

Support

Der offizielle Support von Windows 95 von Microsoft mit Aktualisierungen und Korrekturen endete endg√ľltig am 31. Dezember 2001.[4]

Mediale Einf√ľhrung und Startmelodie

Im August 1995 f√ľhrte Microsoft das Produkt mit der bis dahin gr√∂√üten Werbekampagne ein. Die Einf√ľhrung des ‚ÄěStart‚Äú-Knopfes wurde bei Fernsehspots mit dem Lied ‚ÄěStart me Up‚Äú von den Rolling Stones untermalt.

Die eigens f√ľr Windows 95 komponierte Startmelodie wurde 1994 von Brian Eno erschaffen, nachdem er von Mark Malamud und Erik Gavriluk (Senior-Entwickler des Microsoft Chicago-Projekts) angesprochen worden war. Microsoft wollte ein Musikst√ľck, das inspirierend, universell, optimistisch, futuristisch, gef√ľhlvoll und emotional sei, und noch weiteren Attributen gerecht werden sollte. Auch sollte es maximal 3¬ľ Sekunden lang sein. Schlie√ülich wurden daraus jedoch sechs Sekunden.

Technische Neuerungen

Nach Angaben von Microsoft existieren u. a. folgende Verbesserungen gegen√ľber Windows 3.1 [5]:

  • Vollst√§ndiges 32 Bit-Protected Mode-Betriebssystem, im Gegensatz zu Windows 3.1 kein separates MS-DOS mehr n√∂tig
  • Pr√§emptives Multitasking und Multithreading (‚ÄěNebenl√§ufigkeit‚Äú), verbessert die Reaktivit√§t des Betriebssystem und erlaubt Programmen, st√∂rungsfrei im Hintergrund zu arbeiten
  • 32-Bit-Dateisysteme wie VFAT, CDFS, und Network redirectors
  • 32-Bit-Ger√§tetreiber f√ľr das Gesamtsystem und somit erweiterte Adressr√§ume
  • Betriebssystemkern komplett in 32 Bit, mit Speichermanagement, Prozessscheduling und -management
  • Robuster gegen√ľber Programmfehlern und besseres Entfernen von Programmcode nach Beendigung des fehlerhaften Programmes (durch Speicherschutz und zentrale Speicherverwaltung)
  • Dynamischere Systemkonfiguration, reduziert die Notwendigkeit der Nachkonfiguration f√ľr den Nutzer


Windows 95 ist nach Windows NT 3.1 (das erste NT, hat die Benutzeroberfläche von Windows 3.x) das erste Microsoft-Betriebssystem, das zum größeren Teil auf der auch heute noch benutzten 32-Bit-Architektur (im x86-kompatiblen Schutzmodus) basiert und diese der breiten Masse eröffnete. IBM mit OS/2, das diese Technik schon längere Zeit beherrschte, konnte sich auf dem Markt gegen Windows nicht durchsetzen. Dabei wurden von Microsoft die 16-Bit-DOS-, 16-Bit-Windows- und 32-Bit-Windowsarchitekturen (mit ihren spezifischen Speicherschutzmodi) in einer Art Symbiose vereint. Die komplexe Zusammenarbeit von 16-Bit- und 32-Bit-Codekomponenten zeigt sich auch beim Bootvorgang, in dem der Prozessor vom Real Mode in den Protected Mode (Schutzmodus) geschaltet wird [6]. Die meiste Software lief damals noch unter DOS, was eine konsequente Windows-NT-Entwicklung ausschloss.

Nun ist es auch unter nicht-NT-Windows m√∂glich, mehrere Programme gleichzeitig laufen zu lassen [7]. Bisher mussten Programme unter Windows warten, bis das Vorg√§ngerprogramm den Prozessor freigab. Multitasking ist zwar schon in vorigen Windows-Versionen vorhanden, jedoch handelt es sich dort noch um kooperatives Multitasking, es l√§uft also immer nur ein Programm gleichzeitig, die anderen werden lediglich im Speicher angehalten. Das pr√§emptive Multitasking im 32-Bit-Modus erm√∂glicht nun einen systemkontrollierten Quasi-Parallelbetrieb im Zeitscheibenverfahren (vgl. auch Scheduling), allerdings aus Gr√ľnden der Abw√§rtskompatibilit√§t nur mit eingeschr√§nktem Speicherschutz.

Mit der Registrierungsdatenbank wurde ein zentraler, systemweit eindeutiger und auch konkurrierend erreichbarer Platz f√ľr Konfigurationsinformationen eingef√ľhrt, die das System der Initialisierungsdateien von Windows 3.1 fast vollst√§ndig abl√∂st.

Dateisystem

Durch die Dateisystem-Erweiterung VFAT erlaubt das System erstmals die Nutzung l√§ngerer Dateinamen unter Windows, wodurch die von DOS bekannte Begrenzung auf acht + drei Zeichen f√ľr den Namen entf√§llt. Jetzt sind 255 Zeichen erlaubt, jedoch inklusive des Pfadnamens[8][9], was beim Kopieren in Unterordner zus√§tzliche Probleme verursachen kann. Dabei unterscheidet Windows zwar keine Gro√ü- und Kleinbuchstaben, beh√§lt aber die vom Benutzer vergebene Schreibweise bei. Mit VFAT wollte Microsoft das neue Dateisystem kompatibel zum alten machen, so dass jeder lange Name noch einen automatisch generierten DOS-kompatiblen Namen erh√§lt, z. B. ‚ÄěDOKUME~1.DOC‚Äú neben ‚ÄěDokumentation des neuen Projekts.doc‚Äú (hinter der Tilde werden mehrfach vorhandene Namen einfach durchnumeriert). Dadurch k√∂nnen alle auf VFAT erstellten Dateien auch von DOS-Nutzern und Nutzern von Windows bis Version 3.11 verwendet werden (wenn das zugrundeliegende Dateisystem das von DOS unterst√ľtzte FAT12 oder FAT16 ist, nicht jedoch FAT32).

Windows 95B unterst√ľtzt erstmals FAT32, wodurch ein erweiterter Adressraum zur Verf√ľgung steht. Die Verbesserung gegen√ľber FAT16 besteht haupts√§chlich in der Unterst√ľtzung gr√∂√üerer Festplattenpartitionen (mehr als 2 GB) und in kleineren Speichersektoren, wodurch der ungenutzte Speicher vor allem bei kleinen Dateien reduziert wird.

Die Online-Datenkomprimierung[10] DriveSpace aus DOS 6.22/DOS 7 ist erstmals auch mit einer grafischen Bedienoberfl√§che konfigurierbar. Zusammen mit Microsoft Plus! wurde die Effektivit√§t dieser Komprimierung durch bessere Algorithmen (HiPack und UltraPack) in DriveSpace 3 (die dritte Version) nochmals gesteigert und in Windows 95B auch ohne Zusatzsoftware ins Betriebssystem integriert. Die problematische Datensicherheit und andere Nachteile f√ľhrten jedoch dazu, dass das Programm seit der Verf√ľgbarkeit gro√üer Festplatten zu g√ľnstigen Preisen schnell an Bedeutung verlor.

Grafische Benutzeroberfl√§che (GUI) und Nutzerf√ľhrung

Umfangreich sind auch die Neuerungen im grafischen Bereich, allen voran das Windows-Startmen√ľ. Microsoft hat mit Windows 95 eine Benutzeroberfl√§che geschaffen, die √§hnlich zu bedienen ist wie das anf√§nglich gemeinsam mit IBM entwickelte Betriebssystem OS/2. Auch die Taskleiste am unteren Rand des Bildschirms war unter Windows neu. Klickt der Nutzer auf ‚ÄěStart‚Äú, so erh√§lt er ein Men√ľ, in dem er die verf√ľgbaren Programme abrufen, die zuletzt benutzten Dokumente aufrufen, Einstellungen √§ndern, Hilfe aufrufen sowie den Computer ausschalten kann (oft zitiert wurde die kurios anmutende Aufforderung: ‚ÄěKlicken Sie auf Start, um zu beenden‚Äú). Die Startleiste (das ‚ÄěBand‚Äú neben diesem ‚ÄěStart‚Äú-Knopf) zeigt die aktuell laufenden Programme an, mit einem Klick kann man zwischen diesen wechseln. Der alte Programm-Manager aus Windows 3.1 wurde ersetzt durch den so genannten Desktop, eine Oberfl√§che, auf der sich mit entsprechenden Anwendungen verkn√ľpfte Symbole (‚ÄěVerkn√ľpfungen‚Äú) befinden. Der alte Programm-Manager war dennoch ebenso wie der alte Datei-Manager im Lieferumfang enthalten, die entsprechenden Programmdateien befinden sich als ‚ÄěProgman.exe‚Äú und ‚ÄěWinfile.exe‚Äú im Windows-Installationsverzeichnis. Bei der Installation des ersten Windows 95-Betriebssystem (Windows 95A) konnte man die alte Benutzeroberfl√§che sogar noch alternativ als Standardoberfl√§che ausw√§hlen.

Der von Windows 3.x bekannte Datei-Manager wurde durch den neuen Windows-Explorer ersetzt. Neben der eigentlichen Dateiverwaltung ist er auch f√ľr die Symbole (auf dem Desktop), die Fenster, die Taskleiste und einiges mehr zust√§ndig. Neu f√ľr Windows sind auch die Kontextmen√ľs. So kann man praktisch alles mit der rechten Maustaste anklicken, um zu sehen, welche Aktionen man auf dem jeweiligen Objekt durchf√ľhren kann, so zeigen sich beispielsweise Unterschiede der m√∂glichen Aktionen im Kontextmen√ľ zwischen Textdateien und etwa Worddokumenten. Unter Windows 3.x ist die rechte Maustaste ‚Äď im Gegensatz zu vielen Anwendungsprogrammen, beispielsweise WordPerfect ‚Äď meist ohne Funktion.

Abgesehen vom Datei-Manager (ein √úberbleibsel von Windows 3.x) ist Windows 95 vollst√§ndig Jahr-2000-kompatibel. F√ľr diesen ist jedoch von Microsoft ein Update verf√ľgbar. Im Service Pack 1 (etwa Februar/M√§rz 1996) befindet sich bereits der nachinstallierbare Internet Explorer, Version 2.0.

Ger√§teunterst√ľtzung

In der Betaversion k√∂nnen mit dem virtuellen Ger√§tetreiber ‚Äěcdfs.vxd‚Äú (Gr√∂√üe: 77,2 KB) Musik-CDs noch wie ein gew√∂hnlicher Windows-Ordner ge√∂ffnet werden. Dort werden die einzelnen Musikst√ľcke als kopierbare WAV-Dateien in Mono und Stereo in jeweils drei Qualit√§tsstufen angezeigt. Ein Rippen von Musikdateien war damit nicht n√∂tig. Die ‚Äěcdfs.vxd‚Äú wurde in der Verkaufsversion durch eine nur noch 57,7 KB gro√üe Datei ersetzt, die nur noch Verkn√ľpfungen anzeigt (*.cda-Dateinamen). Die ‚Äěcdfs.vxd‚Äú der Beta-Version war bis einschlie√ülich Windows ME funktionsf√§hig. Sie wurde von verschiedenen Computerzeitschriften in beigelegten CD-ROMs oder Online zum Download angeboten.

Neben der ebenfalls neuen (und wegen Fehlern fast unbrauchbaren) USB-Unterst√ľtzung unterst√ľtzt das Betriebssystem ab der B-Version erstmals auch AGP-Grafikkarten.

Versionen

Von ‚ÄěWindows 95‚Äú wurden vier Versionen entwickelt, von denen sich die letzte nochmals in verschiedene Versionen unterteilt. Allerdings war nur die erste Version im Handel erh√§ltlich, wahlweise auch als Diskettensatz, alle anderen waren nur als OEM-Versionen vorinstalliert und mit neu gekauften Rechnern und auf CD-Rom (nicht bootf√§hig, mit zus√§tzlicher Startdiskette) erh√§ltlich.

Name Datum Bezeich-
nung
Buildnr. Service Release CD-Code[11] Neue Funktionen und Besonderheiten
Windows 95 (Upgrade- und Ur-Version) 11. Juli 1995 4.00.950 4.00.950 - (Verkaufsversion) 0795 Nur FAT16; Service Pack 1 ist als separates Update erhältlich
Windows 95a Februar 1996 4.00.950A 4.00.950 OSR 1 (f√ľr OEM- und Verkaufsversion) 0196 nur FAT16 (FAT32 und USB lassen sich, wie auch in der Ur-Version, √ľber Updates nicht nachr√ľsten)
Windows 95b August 1996 4.00.950B 4.00.1111 OSR 2 (nur OEM-Version) 0796 ab hier mit FAT32-Unterst√ľtzung, fehlerhafte io.sys,[12] Microsoft Internet Explorer (Version 3) wurde integriert
Windows 95b Mai 1997 4.00.950B 4.03.1212 u. 4.03.1214 OSR 2.1 (nur OEM-Versionen) 0397 ab hier mit optionaler, aber fehlerhafter USB-Unterst√ľtzung; zum Lieferumfang geh√∂rt auch eine CD mit dem Internet Explorer 4.0 (mit Weberweiterungen)
Windows 95c Ende 1997 4.00.950C 4.03.1214 OSR 2.5 (nur OEM-Version) 1297 √ľberarbeiteter USB-Treiber, aber immer noch fehlerhaft und nur √ľber die Installations-CD nachr√ľstbar; B- und C- Ausgabe sind identisch, das ‚ÄěC‚Äú wird skriptgesteuert w√§hrend der Installation des Internet Explorers in der Registry ge√§ndert; der Internet Explorer 4.0 ist als eigenst√§ndige Software auf der Windows-CD enthalten und wird im Anschluss an Windows skriptgesteuert automatisch mitinstalliert.
Windows 95 mit Internet Explorer 3
Windows 95 C mit Internet Explorer 4

Unter DOS melden sich alle OSR 2.x-Versionen mit 4.00.1111. Unter Windows ohne USB-Unterst√ľtzung ebenfalls, sie sind nur am ‚ÄěB‚Äú- bzw. ‚ÄěC‚Äú-Eintrag erkennbar.

Nach Windows 95 sollte eigentlich Windows 96 (Codename Nashville) erscheinen, welches jedoch dann in Windows 95 B umbenannt wurde.

Systemvoraussetzungen

F√ľr Windows 95 (Ur-Version) und Windows 95a (OEM-Service Release 1) gelten folgende Mindest-Systemvoraussetzungen:

CPU: 386 DX
Arbeitsspeicher: 4 MB RAM
Festplattenplatz: 50 MB
Laufwerke: Diskettenlaufwerk, bei der CD-Version zusätzlich CD-ROM-Laufwerk

F√ľr Windows 95b und Windows 95c (OEM-Service Release 2, 2.1 und 2.5) gelten folgende Mindest-Systemvoraussetzungen:

CPU: 486 DX
Arbeitsspeicher: 8 MB RAM
Festplattenplatz: 100 MB
Laufwerke: CD-ROM- und Diskettenlaufwerk

Support und heutige Bedeutung

Microsoft hat die Unterst√ľtzung des Betriebssystems am 31. Dezember 2001 auch f√ľr Unternehmen eingestellt. Seitdem gibt es auch keine Sicherheitsupdates mehr. F√ľr viele Nutzer war Windows 95 aber noch dar√ľber hinaus unverzichtbar. Vor allem die A-Version l√§uft auf √§lterer Hardware (CPUs bis ca. 75 MHz) konkurrenzlos schnell bei gleichzeitig gen√ľgend Komfort. Es ist die √§lteste unter den Windowsversionen, deren Benutzerf√ľhrung bis heute noch Verwendung findet. Viele Funktionen aus Windows 98 sind Erweiterungen des Internet Explorers 4.0 (Active Setup), weshalb sie sich unter Windows 95 nachr√ľsten lassen und ein √§hnlich komfortables Arbeiten (meist jedoch ohne Mausradscrollen) m√∂glich ist. Im √úbrigen existieren Programme, die mindestens die ‚ÄěC‚Äú-Version von Windows 95 voraussetzen. Andere Programme setzen wiederum eine bestimmte Version von Internet Explorer voraus.

F√ľr einfache Office-Anwendungen und √§ltere Spiele (bis max. Direct X 8.0) ist Windows 95 deshalb auch heute noch geeignet; von der technischen Weiterentwicklung ist dieses Windowssystem jedoch l√§ngst ausgeschlossen. Das wird besonders bei der USB-Unterst√ľtzung deutlich. Ein Fehler im USB-Windowstreiber f√ľhrte dazu, dass die meisten Hersteller von USB-Ger√§ten diese Windowsversion bei der Installation ihrer Ger√§tetreiber ausschlie√üen. Das letzte unter Windows 95 lauff√§hige Version von Microsoft Office ist Version 2000. Auch bei Virenschutz und anderer Systemsoftware ist das Angebot mittlerweile recht ausged√ľnnt. Da Windows-9x-Systeme keine Benutzerrechteverwaltung kennen, k√∂nnen Viren oder andere Schadprogramme unkontrolliert auf das Computersystem zugreifen. Die Verwendung im Internet oder im Netzwerk ist daher nicht nur wegen der nicht mehr zur Verf√ľgung gestellten Sicherheitsupdates auch trotz zus√§tzlicher Schutzprogramme generell ein Sicherheitsrisiko.

Kritik

Windows 95 brachte nicht nur Neuerungen, sondern auch Probleme mit sich. Ziel der Architektur war vollständige Kompatibilität zu Windows 3.11 und DOS unter Verwendung der neuen 32-Bit-Architektur, was nur teilweise erreicht wurde. Auch durch diesen Kompatibilitätsansatz reichte Windows 95 bei weitem nicht an die Stabilität der Windows-Versionen der NT-Linie heran.

Durch die Unterst√ľtzung sowohl von alten 16-Bit- als auch von neuen 32-Bit-Programmen wurde der Betriebssystemkern signifikant komplexer als bei der Vorg√§ngerversion 3.1x, was in deutlich geringerer Ausf√ľhrungsgeschwindigkeit von 16-Bit-Programmcode ‚Äď insbesondere beim Bildschirmaufbau ‚Äď resultiert. Die Windows-Kerneldateien greifen bei 16-Bit-Programmcode weiterhin wie bei DOS oder Windows 3.1 auf grundlegende Ein-/Ausgabefunktionen des DOS-Systemkernes IO.SYS zu.

Weiter kommt es, wie bei Windows 3.1x, zu Kompatibilit√§tsproblemen mit Software anderer Hersteller: Ist es bei Windows 3.1x die Kompatibilit√§t zu DR-DOS, so ist es hier die Kompatibilit√§t zu alternativen Office-Systemen. Bei den ersten Versionen kann es zu Fehlermeldungen kommen, wenn ein alternatives Office-Programm ausgef√ľhrt wird. Diese Fehler wurden in den folgenden Versionen behoben.

Bei der B- und C-Version gibt es auch einige Probleme mit der vorher nicht vorhandenen USB-Unterst√ľtzung, die sich als nicht fehlerfrei erwies. Auch einige Grafikkartentreiber verweigern unter Version C ihren Dienst, laufen jedoch mit der √§lteren Version B anstandslos.

Weblinks

Quellen

  1. ‚ÜĎ Microsoft Windows 95. Microsoft (16. Mai 2001). Archiviert vom Original am 17. Dezember 2001. Abgerufen am 9. April 2010. letzte Windows 95-Produktseite aus der offiziellen Unterst√ľtzungsperiode (englisch)
  2. ‚ÜĎ Microsoft Windows 95. Microsoft (31. Oktober 2002). Archiviert vom Original am 21. Mai 2007. Abgerufen am 9. April 2010. die letzte offizielle Produktseite (englisch)
  3. ‚ÜĎ Windows 95: Heute vor 15 Jahren verschwand DOS
  4. ‚ÜĎ Windows 95 Support: Contact Support. Microsoft (13. Dezember 2002). Abgerufen am 9. September 2009. Internet Archive
  5. ‚ÜĎ Windows 95 Architecture Components. technet.microsoft.com. Abgerufen am 9. April 2010. (englisch)
  6. ‚ÜĎ The Windows 95 startup process can be broken into the following steps. www.razoodle.net/burrow/technical/helpdesk. Archiviert vom Original am 23. Februar 2005. Abgerufen am 9. April 2010. (englisch)
  7. ‚ÜĎ Multitasking von 16-Bit-/32-Bit-Anwendungen in Windows 95. support.microsoft.com (27. August 2002). Abgerufen am 9. April 2010.
  8. ‚ÜĎ Microsoft Technet: Windows 95 long filenames administration issues (englisch) ‚Äď Dateinamen sind mit 255 Zeichen, inklusive Speicherpfad, begrenzt
  9. ‚ÜĎ Bugtraq-Artikel ‚ÄúMicrosoft Windows Long Filename Extension Vulnerability‚ÄĚ und ‚ÄúMalformed Filename Extensions causes Microsoft Windows modules to overflow‚ÄĚ (beide englisch) zum Fehler von Dateien mit langen Dateinamenserweiterungen in Windows
  10. ‚ÜĎ Online (engl. Adjektiv, steht lt. Babylon Translator f√ľr: ‚Äědirekt zum Computer angeschlossen, sofort nutzbar‚Äú) bezieht sich hier auf einen automatisch ablaufenden Hintergrundprozess, siehe auch Beschreibungstexte z.B. von Angelfire.com oder gb-direkt.de
  11. ‚ÜĎ Windows-Versionen und CD-Abbildungen
  12. ‚ÜĎ Microsoft Problembeschreibung und Patch

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