Mike Tyson

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Mike Tyson
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Mike Tyson.jpg
Daten
Geburtsname Michael Gerard Tyson
Kampfname Iron Mike
Kid Dynamite
Gewichtsklasse Schwergewicht
NationalitÀt US-Amerikanisch
Geburtstag 30. Juni 1966
Geburtsort Brooklyn, New York City
Stil Linksauslage
GrĂ¶ĂŸe ca. 1,80 m[1]
Kampfstatistik
KĂ€mpfe 58
Siege 50
K.-o.-Siege 44
Niederlagen 6
Keine Wertung 2

Michael Gerard Tyson (auch „Malik Abdul Aziz“; * 30. Juni 1966 in Brooklyn, New York City) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Boxer. Mit einem Alter von 20 Jahren und 144 Tagen war er 1986 der bislang jĂŒngste Boxer, der einen Weltmeistertitel im Schwergewicht erringen konnte. DarĂŒber hinaus war Tyson der erste Weltmeister, der gleichzeitig von den drei BoxverbĂ€nden WBC, WBA und IBF anerkannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Kindheit

Mike Tyson wurde am 30. Juni 1966 als jĂŒngstes von drei Kindern in Ă€rmlichen VerhĂ€ltnissen im New Yorker Stadtbezirk Brooklyn geboren. Seinen Vater lernte Tyson kaum kennen, da dieser die Familie verließ, als Mike zwei Jahre alt war. Bis zu seinem zehnten Lebensjahr lebte Tyson mit seiner Familie in Bedford-Stuyvesant, in Brownsville. Obwohl Tyson bereits in frĂŒhester Kindheit auf die schiefe Bahn geriet – schon bald war er wegen verschiedener Delikte auffĂ€llig (Taschendiebstahl, bewaffneter RaubĂŒberfall) – deutete damals nichts auf eine kĂŒnftige Karriere als „Bad Boy“ des Boxens hin. Tyson war als Kind eher schĂŒchtern, lebte zurĂŒckgezogen und galt bei seinen Altersgenossen eher als SchwĂ€chling. Sein großes Hobby war die Taubenzucht.

Als ZwölfjĂ€hriger war Mike Tyson von der Polizei bereits 38 Mal wegen verschiedener Delikte festgenommen worden. Schließlich kam er an eine Schule fĂŒr schwer erziehbare Kinder in Catskill, New York. Sein dortiger Sportlehrer Bobby Stewart, ein ehemaliger Profiboxer, war von Tysons physischen FĂ€higkeiten beeindruckt, lehnte aber zunĂ€chst dessen Bitte ab, ihn im Faustkampf zu unterrichten. Erst nachdem Tyson seine schulischen Leistungen steigerte, gab Stewart dem Willen des Jungen nach und gab ihm seine ersten Boxlektionen. Schon bald stellte er Tyson dem Trainer Cus D’Amato vor. Dieser schwĂ€rmte, nachdem er den erst dreizehnjĂ€hrigen Tyson im Sparring gesehen hatte, und ließ sich angeblich zu der Behauptung hinreißen: „Das wird der zukĂŒnftige Weltmeister im Schwergewicht“.

Amateur-Karriere

Ab diesem Zeitpunkt wurde Mike Tyson von Cus D’Amato gezielt auf eine Laufbahn als Boxer – zuerst als Amateur, anschließend als Profi – vorbereitet. So erwirkte D’Amato bei der Erziehungsbehörde New Yorks, dass Tyson bei ihm und seiner LebensgefĂ€hrtin in Catskill leben durfte. Als auch noch Tysons Mutter an Krebs starb, wurde D’Amato schließlich gesetzlicher Vormund des jungen Box-Talents.

Mike Tyson wohnte bei D’Amato zusammen mit einigen anderen Boxern unter einem Dach. ZunĂ€chst bekam er mit Teddy Atlas einen jungen Trainer zur Seite gestellt, der ihn im von Cus D’Amato geprĂ€gten „Peek-a-boo“-Stil unterrichtete. Das Training zeigte bei Tyson schon bald Wirkung. Aufgrund seiner enormen physischen Kraft – schon mit 15 Jahren stemmte er beim BankdrĂŒcken angeblich ĂŒber 125 kg – sparrte Tyson bereits meist mit erwachsenen Gegnern.

Um Tysons Boxkarriere bei den Amateuren finanziell abzusichern, fand Cus D’Amato in seinen beiden Freunden Jim Jacobs, einem ehemaligen Weltklassespieler im American Handball und Bill Clayton, einem Ex-Werbemann, finanzstarke Geldgeber. Tysons Amateurkarriere begann vielversprechend. In auffallend vielen seiner AmateurkĂ€mpfe, die in der Regel auf je drei Runden angesetzt waren, konnte Tyson vorzeitig gewinnen.

Trennung von Teddy Atlas

Als Tyson 15 Jahre alt war, kam es zu einem folgenschweren Streit mit seinem Trainer Teddy Atlas: Nachdem Atlas zugetragen wurde, dass Tyson eine Nichte von ihm belĂ€stigt hĂ€tte, nahm er eine Pistole und drohte ihm mit dem Tod. Tyson rannte daraufhin verstört nach Hause und erzĂ€hlte die Geschehnisse D’Amato. Daraufhin wurde Atlas entlassen – Tyson hingegen musste, zumindest fĂŒr einige Tage, in die Besserungsanstalt zurĂŒckkehren.

Der neue Trainer, der sich um Mike kĂŒmmerte, war Kevin Rooney. Dieser hatte gerade seine aktive Karriere als Boxer beendet und war schon seit Mitte der 1970er mit Tysons Ziehvater D’Amato bekannt. Auf Tysons boxerische Entwicklung hatte der Trainerwechsel keinen merklichen Einfluss. 1984 konnte Mike Tyson das jĂ€hrliche traditionsreiche Boxturnier Golden Gloves gewinnen. Eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles verhinderten jedoch zwei Niederlagen in der nationalen Qualifikation gegen den spĂ€teren Olympiasieger im Schwergewicht Henry Tillman. Nur kurze Zeit nach dieser EnttĂ€uschung beendete Mike Tyson seine Amateurkarriere und wurde Profi. Zumindest dort konnte sich Tyson spĂ€ter fĂŒr seine beiden Niederlagen revanchieren, als er Tillman im Juni 1990 in der ersten Runde KO schlug.

Kampfrekord als Amateur

Im Internet kursiert via ESPN und Co. fĂŒr Tyson eine Kampfbilanz von 24 Siegen bei drei Niederlagen. Wahrscheinlich handelt es sich dabei aber nur um die Bilanz bei den Senioren, in Boxzeitschriften ist von ĂŒber 200 AmateurkĂ€mpfen Tysons die Rede.

Profi-Karriere

Im MĂ€rz 1985 wechselte Mike Tyson mit 18 Jahren in das Profilager. ZunĂ€chst wurde er unter der Regie von Cus D’Amato durch seine beiden Manager Bill Cayton und Jimmy Jacobs behutsam aufgebaut. Um erste Ringerfahrungen sammeln zu können, kĂ€mpfte Tyson alle vier Wochen gegen Gegner, die ihm kaum gefĂ€hrlich werden konnten. Letztlich hatte keiner eine Chance gegen Kid Dynamite, wie Tyson schon bald von den Medien genannt wurde. Am Ende des Jahres 1985 hatte Tyson bereits 15 KĂ€mpfe bestritten, die er alle gewinnen konnte.

Am 4. November 1985 verstarb Cus D’Amato. Mike Tyson nannte diesen Zeitpunkt spĂ€ter den schlimmsten seines Lebens und es gab BefĂŒrchtungen, dass seine sportlichen Leistungen unter diesem Schicksalsschlag leiden wĂŒrden. Doch bereits acht Tage spĂ€ter siegte Tyson in gewohnter Manier gegen Eddie Richardson durch KO in der ersten Runde.

Bereits in seinem zweiten Jahr als Profi wurde Tyson von seinem Management fĂŒr reif genug gefunden, mittelfristig um die Weltmeisterschaft kĂ€mpfen zu können. Daher bekam es das Ausnahmetalent erstmals auch mit höherklassigen Gegnern zu tun. Als erster ernstzunehmender PrĂŒfstein galt dabei Jesse Ferguson, gegen den Tyson am 16. Februar 1986 sein FernsehdebĂŒt bestritt. Doch Tyson gewann auch diesen Kampf souverĂ€n durch Abbruch in Runde sechs.

Bis zum MĂ€rz des Jahres 1986 hatte Tyson schließlich 19 KĂ€mpfe bestritten, die er alle vorzeitig gewinnen konnte. Besonders beeindruckend war die Tatsache, dass elf dieser Siege bereits in der ersten Runde zustande kamen. Um diese Kampfbilanz so gut wie möglich vermarkten zu können, entschloss sich Tysons Management, Videokassetten mit den besten Kampfszenen des jungen Tyson an ausgewĂ€hlte Sportreporter in den USA zu schicken. Mit dieser Aktion konnte auch außerhalb der Boxszene der Bekanntheitsgrad von Tyson deutlich gesteigert werden.

In seinem 20. Kampf musste Tyson das erste Mal in seiner Karriere ĂŒber die volle Distanz gehen. Er gewann dabei nach zehn Runden gegen seinen Landsmann James Tillis, genannt Quick Tillis („der schnelle T.“), ungefĂ€hrdet nach Punkten. Auch in seinem nĂ€chsten Kampf am 20. Mai 1986 musste sich Tyson nach zehn Runden mit einem einstimmigen Punktsieg begnĂŒgen. Der Gegner, Mitch Green, kam wie Tyson aus New York und hatte ebenfalls in seiner Jugend das Image eines „StraßenschlĂ€gers“. So war dieser Kampf fĂŒr beide Boxer eine Sache des Prestige, nicht zuletzt auch deshalb, da der Kampf in ihrer Heimatstadt stattfand.

Im Zeitraum von Juni bis September 1986 bezwang Tyson wieder in alter Manier alle seine sechs kommenden Gegner vorzeitig. Darunter war auch ein schwerer KO nach nur 30 Sekunden gegen den Sohn des ehemaligen Weltmeisters Joe Frazier, Marvis Frazier. Schließlich fĂŒhrte Tyson die Rangliste des WBC an und durfte deren TiteltrĂ€ger Trevor Berbick (Jamaika) herausfordern.

JĂŒngster Schwergewichts-Weltmeister der Geschichte

Am 22. November 1986 wurde Mike Tyson im Alter von 20 Jahren und 144 Tagen mit einem KO-Sieg in der zweiten Runde ĂŒber WBC-Weltmeister Trevor Berbick der jĂŒngste Schwergewichtsweltmeister der Geschichte.[Fußnote 1] Dabei reichte Tyson ein einziger Volltreffer, um seinen Gegner kampfunfĂ€hig zu machen.

Nur drei Monate nach dem Gewinn seines ersten WM-GĂŒrtels konnte Tyson auch den Titel der WBA erringen. Er bezwang dabei in einem nicht sehr ansehnlichen Kampf seinen Landsmann James „Bonecrusher“ Smith einstimmig nach Punkten. Smith, der im Vorfeld noch getönt hatte, er werde das „Kind“ Tyson ausknocken, boxte extrem passiv und versuchte den WBC-Weltmeister mit stĂ€ndigem Klammern zu frustrieren. Nach Ansicht vieler Beobachter hĂ€tte er deswegen disqualifiziert werden mĂŒssen.

Am 30. Mai 1987 verteidigte Tyson seine beiden Titel gegen den frĂŒheren Weltmeister des WBC, Pinklon Thomas. Nachdem Thomas zunĂ€chst gut mithalten konnte, wurde er in der sechsten Runde durch eine spektakulĂ€re Kombination Tysons niedergestreckt.

Unumstrittener Weltmeister im Schwergewicht

Am 1. August 1987 konnte Mike Tyson seiner Titelsammlung noch den GĂŒrtel der IBF hinzufĂŒgen, als er Tony Tucker in einem aufsehenerregenden Kampf bezwingen konnte. Anders als bei der ersten Titelvereinigung gegen Smith bekamen die Zuschauer im Hilton Hotel von Las Vegas ein von beiden Seiten offensiv gefĂŒhrtes Gefecht zu sehen. Wie bei seinen vorangegangenen Begegnungen suchte Tyson auch hier die schnelle Entscheidung und stĂŒrmte sofort auf Tucker ein. Dabei wurde er jedoch schon nach wenigen Sekunden von einem harten AufwĂ€rtshaken getroffen. Tyson zeigte sich davon jedoch nur kurz beeindruckt und setzte seine Angriffe auf Tucker fort. Dieser leistete erbitterten Widerstand, konnte aber den einstimmigen Punktsieg Tysons nach zwölf Runden nicht verhindern.

Mit gerade einmal 21 Jahren war Mike Tyson der erste Weltmeister im Schwergewicht, der die Titel der drei großen VerbĂ€nde sein Eigen nennen konnte (Undisputed Heavyweight Champion). Aufgrund der eindrucksvollen Art, wie sich Tyson nach gerade einmal drei Jahren als Profi an die Spitze des Schwergewichtsboxens katapultierte, prophezeiten ihm viele der Boxexperten eine glĂ€nzende Zukunft und sahen ihn bereits in einer Reihe mit solchen GrĂ¶ĂŸen wie Joe Louis oder Muhammad Ali stehen. Es gab zu dem Zeitpunkt kaum jemanden, der nicht der Meinung war, dass Tyson die Schwergewichtsszene auf Jahre hinaus dominieren werden wĂŒrde. Einige gingen sogar so weit, dass sie es fĂŒr möglich hielten, dass die Ära Tyson bis ins neue Jahrtausend dauern könnte – vorausgesetzt, der Weltmeister bliebe von grĂ¶ĂŸeren Verletzungen verschont und motiviert genug.

Aufgrund seiner spektakulĂ€ren Siege erreichte Tysons PopularitĂ€t eine Dimension, die mit der von Muhammad Ali vergleichbar war. Dem Jungen aus Brooklyn schien die Welt zu FĂŒĂŸen zu liegen, er wurde von der sogenannten „Catskill-Connection“, bestehend aus Jim Jacobs, Billy Cayton und Kevin Rooney, hervorragend gemanagt. Niemand schien diese Gemeinschaft auseinanderbringen zu können, auch nicht der umtriebige Boxpromoter und Manager Don King.

Am 16. Oktober 1987 verteidigte Tyson seine Titel gegen den Olympiasieger im Superschwergewicht von Los Angeles, Tyrell Biggs. In gewohnter Manier ĂŒbernahm Tyson auch in diesem Kampf die Initiative. Obwohl Biggs wiederholt schwere Treffer einstecken musste, konnte er zunĂ€chst Tysons Angriffen standhalten. Gegen Ende der siebten Runde musste er jedoch nach einem weiteren Treffer des Weltmeisters zu Boden und wurde angezĂ€hlt. Der Kampf wurde zwar noch einmal freigegeben, nach einem weiteren Niederschlag wurde Biggs jedoch – wenige Sekunden vor dem Pausengong – vom Ringrichter aus dem Kampf genommen. Hinterher meinte Tyson, dass er es langsam machen wollte, damit sich sein Gegner noch fĂŒr eine lange Zeit an diesen Abend erinnern wĂŒrde.

Am 22. Januar 1988 traf Tyson auf den frĂŒheren WBC- und IBF-Weltmeister Larry Holmes, der bis Mitte der achtziger Jahre als bester Schwergewichtsboxer galt und im Laufe seiner Karriere solche BoxgrĂ¶ĂŸen wie Ken Norton, Gerry Cooney, Tysons ersten WM-Gegner Trevor Berbick, Earnie Shavers und Muhammad Ali besiegt hatte. Nach eineinhalbjĂ€hriger Ringpause versuchte Holmes nun ein Comeback und wollte seine vermeintlich letzte Chance nutzen, noch einmal Weltmeister in der Königsklasse zu werden. Der Kampf des 38-jĂ€hrigen „alten Tigers“ Holmes gegen den 21-jĂ€hrigen „jungen Löwen“ Tyson galt unter Experten als Aufeinandertreffen zweier Boxergenerationen, wobei der Titelverteidiger klarer Favorit war. Im Vorfeld des Kampfes kam es zu Spannungen zwischen den Boxern, als der Box-Oldie ĂŒber Mike Tyson despektierliche ĂŒber dessen Persönlichkeit und Charakter getĂ€tigt hatte und ihm u. a. einen unrĂŒhmlichen Niedergang prophezeite.

Tyson gab die Antwort im Ring, was ihm eindrucksvoll gelang. In nur vier Runden entledigte er sich seines Gegners, der in diesem Gefecht zu keinem Zeitpunkt eine Chance besaß. Tyson war zu schnell und schlug ihn in der vierten Runde dreimal zu Boden, woraufhin der Kampf abgebrochen wurde. Holmes verlor damit zum ersten und einzigen Mal in seiner bis 2002 andauernden 29-jĂ€hrigen Profi-Karriere durch KO.

Kurz nach dem Holmes-Kampf heiratete Mike Tyson die zwei Jahre Ă€ltere Schauspielerin Robin Givens. Es sollte eine sehr turbulente und kurze Ehe werden. Givens und ihre Mutter, die von vielen Leuten in Tysons Umfeld als geldgierig und hysterisch beschrieben wurden, versuchten, die Kontrolle ĂŒber das Management und die Finanzen des Boxweltmeisters zu ĂŒbernehmen. Da der bis ĂŒber beide Ohren verliebte Tyson dies nicht verhinderte, kam es in der Folgezeit immer öfter zum Streit mit seinen Managern Bill Cayton und Jim Jacobs.

In seiner nĂ€chsten Titelverteidigung, die am 21. MĂ€rz 1988 in Tokio (Japan) stattfand, benötigte Tyson nur zwei Runden, um Herausforderer Tony Tubbs zu bezwingen. Bereits nach 5:54 Minuten war das einseitige Gefecht zu Ende, das als Generalprobe fĂŒr den im Sommer angesetzten Showdown gegen Michael Spinks dienen sollte. In dieser Zeit musste Tyson nach dem Tod seines Ziehvaters Cus D’Amato drei Jahre zuvor einen weiteren Schicksalsschlag einstecken, als sein bester Freund und Manager Jim Jacobs starb.

Nachdem sich Tyson bis Mitte 1988 sĂ€mtlicher Herausforderer im Ring entledigt hatte, gab es fĂŒr die meisten Beobachter mit Michael Spinks nur noch einen Kandidaten, dem man zutraute, Tyson besiegen zu können. Der ehemalige IBF-TiteltrĂ€ger und lineare Weltmeister war wie Tyson ungeschlagen und beendete vor drei Jahren die Titelherrschaft von Larry Holmes. Anschließend verlor Spinks seinen Titel am grĂŒnen Tisch, da er sich geweigert hatte, gegen den IBF-Pflichtherausforderer Tony Tucker anzutreten, der schließlich den Titel gewann und gegen Tyson wieder abgeben musste. Daher galt Spinks fĂŒr Viele (unter anderem das renommierte Ring Magazine) noch immer als der rechtmĂ€ĂŸige Besitzer des IBF-Titels. Am 27. Juni 1988 kam es schließlich zum von allen Seiten mit Ungeduld erwarteten Aufeinandertreffen. Die Anspannung machte auch vor den Boxern nicht halt, vor allem Spinks wirkte vor dem Kampf merklich nervös. DarĂŒber hinaus kam es unmittelbar vor dem Kampf zu einigen Irritationen, da beide Boxer fĂŒr sich das Recht des Weltmeisters in Anspruch nahmen, als Letzter einmarschieren zu dĂŒrfen. Letztendlich dauerte die daraus resultierende zeitliche Verzögerung lĂ€nger als der eigentliche Kampf selbst. Nach nur 91 Sekunden in der ersten Runde schlug Tyson seinen Gegner KO und klĂ€rte damit eindrucksvoll, wer der unumschrĂ€nkte Herrscher im Schwergewicht war. Tyson kassierte fĂŒr diesen Auftritt die bis dahin höchste Kampfbörse der Geschichte von 22 Millionen US-Dollar. Spinks Börse betrug 13 Millionen US-Dollar. Da von den meisten Experten zum Zeitpunkt des Kampfes beide Kontrahenten als die anerkannt Besten ihrer Klasse anerkannt wurden, gilt dieser Sieg als der Höhepunkt in Tysons Karriere. Niemand schien eine Chance gegen „Iron Mike“ zu haben, der nun eine Kampfbilanz von 35 KĂ€mpfen hatte, die alle gewonnen wurden (31 vorzeitig). Kein anderer Boxer vor ihm verkörperte die von Cus D’Amato entwickelte „Peek a Boo“-Taktik (Schlagen und Ducken) so perfekt wie er. In sĂ€mtlichen KĂ€mpfen konnte Tyson bisher ĂŒberzeugen, nur die wenigsten gingen ĂŒber die volle Distanz.

Nach dem Kampf gegen Spinks verlĂ€ngerte Tyson seinen auslaufenden Vertrag bei seinem verbliebenen Manager Bill Cayton nicht weiter und unterschrieb stattdessen bei Don King, vor dem D’Amato zu Lebzeiten immer gewarnt hatte. Kurz danach entließ Tyson auch seinen langjĂ€hrigen Trainer Kevin Rooney, da sich dieser gegen Don King ausgesprochen hatte. Knapp zehn Jahre spĂ€ter musste Tyson dafĂŒr seinem Ex-Trainer eine Abfindung von 4,4 Millionen-Dollar zahlen.[2]

King war bestrebt, das Image des „bösesten Mannes auf dem Planeten“ zu fördern, da es sich gut vermarkten ließ. Die Weiterentwicklung der boxerischen FĂ€higkeiten von Tyson hingegen waren King weniger wichtig, der Tyson mit Aaron Snowell einen unerfahrenen Trainer zur Seite stellte. Nach Ansicht vieler Beobachter fĂŒhrte dies dazu, dass Tyson nicht mehr die boxerische Klasse von einst erreichte. Er versuchte fortan vermehrt, seine Gegner mit Einzelaktionen entscheidend zu treffen ohne wie ĂŒblich methodisch mit Kombinationen nachzusetzen. Dies wurde beispielsweise in Tysons erstem Kampf unter King deutlich, als er am 25. Februar 1989 gegen Frank Bruno antrat. Dabei geriet der Titelverteidiger zum ersten Mal in seiner Laufbahn ernsthaft in BedrĂ€ngnis, als er vom Briten mehrmals schwer getroffen wurde. In Runde 5 konnte Tyson seinen Gegner doch noch durch Technischen KO besiegen.

Auch in seinem nĂ€chsten Kampf gegen Carl Williams, am 21. Juli des gleichen Jahres, konnte Tyson nicht wirklich ĂŒberzeugen, obwohl er bereits durch Abbruch in der ersten Runde gewinnen konnte. Dabei profitierte Tyson jedoch vorrangig von seinem Nimbus der Unbesiegbarkeit, der noch aus der Zeit seiner glanzvollen Siege herrĂŒhrte und die Gegner noch immer schier lĂ€hmte. Williams, der sich Ă€ngstlich und nervös zeigte und kaum Gegenwehr leistete, wurde von Tyson bereits nach 93 Sekunden mit einem linken Schwinger KO geschlagen.

Neben dem verĂ€nderten Training ĂŒbten auch die zunehmenden Probleme im Privatleben des Weltmeisters einen negativen Einfluss auf die weitere sportliche Entwicklung von Tyson aus. Wurde er bereits 1987 wegen sexueller BelĂ€stigung einer Frau und Körperverletzung bei einem Rockkonzert angeklagt, zog sich Tyson im August 1988 bei einer SchlĂ€gerei auf offener Straße mit seinem frĂŒheren Gegner Mitch Green einen Bruch der rechten Hand zu, was zu einer Verschiebung der Titelverteidigung gegen Bruno fĂŒhrte. Außerdem musste Tyson vermehrt gegen Übergewicht ankĂ€mpfen – angeblich verlor er vor dem besagten Kampf gegen Bruno ĂŒber 20 kg Gewicht. Auch in der Ehe mit Robin Givens gab es immer wieder Probleme, was immer öfters in der Öffentlichkeit ausgetragen wurde. Dazu gehörten VorwĂŒrfe von hĂ€uslicher Gewalt seiner Ehefrau bzw. Schwiegermutter gegenĂŒber, eine von seiner Ehefrau vorgetĂ€uschte Schwangerschaft, sowie ein Autounfall von Tyson, der als angeblicher Selbstmordversuch dargestellt wurde. Im September 1988 erklĂ€rte Robin Givens vor laufenden Kameras und neben ihrem Mann sitzend, dass ihre Ehe mit dem Boxweltmeister die „pure Hölle“ sei und behauptete, dass Tyson manisch depressiv sei. Laut Givens hĂ€tte dies mit seiner Kindheit in Brownsville und dem schlechten VerhĂ€ltnis zu seiner verstorbenen Mutter zu tun. Außerdem warf sie dem frĂŒheren Mentor von Tyson, Cus D’Amato, vor, dass er Tyson zwar perfekt auf ein Leben als Boxer vorbereitet habe, aber nie auf ein Leben außerhalb des Rings. Ihr Mann sei nur darauf fokussiert worden, Weltmeister zu werden, aber nicht auf die Folgen, die dieser Titel fĂŒr das Privatleben mit sich bringt. Tyson schien von den Aussagen seiner Ehefrau merklich ĂŒberrascht zu sein. Wenige Tage nach diesem Fernsehauftritt flĂŒchteten Givens und ihre Mutter aus dem gemeinsamen Anwesen in Bernhardsville (New York). Am Valentinstag 1989 wurde die Ehe zwischen Tyson und Givens schließlich geschieden.

All diese Skandale fĂŒhrten schließlich dazu, dass Tyson 1989 nur die beiden KĂ€mpfe gegen Bruno und Williams bestritt. Obwohl er dabei zumindest auf dem Papier wie in alten Zeiten triumphieren konnte, war Tyson weit von seinem Leistungsniveau der vergangenen Tage entfernt. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis die RealitĂ€t den Jungen aus Brooklyn wieder einholen wĂŒrde.

Das Ende des Nimbus der Unbesiegbarkeit

Auch 1990 blieben Tyson die Probleme treu: So gab es vor dem Kampf gegen James „Buster“ Douglas Meldungen, dass Tyson im Sparring von Ex-Weltmeister Greg Page zu Boden geschlagen worden sei und dabei eine Platzwunde ĂŒber dem Auge erhalten habe. DarĂŒber hinaus soll er gegen andere Sparringspartner wie Trevor Berbick und Oliver McCall sehr schlecht ausgesehen haben.

Doch trotz dieser sportlichen Hiobsbotschaften galt Tyson bei seiner zehnten Titelverteidigung bei den Buchmachern als haushoher Favorit und eine erfolgreiche Titelverteidigung als ausgemachte Sache. Daher wurde schon im Vorfeld dieses Kampfes ĂŒber die nĂ€chsten Herausforderer von Tyson spekuliert: Evander Holyfield, der vormalige unumstrittene Cruisergewichtsweltmeister, der ins Schwergewicht aufgestiegen war, und der wieder boxende Altmeister George Foreman.

Am 10. Februar 1990 stieg Tyson schließlich in Tokio gegen Douglas in den Ring. Der Herausforderer galt als talentierter, aber trainingsfauler und unbestĂ€ndiger Boxer. Trotzdem hatte er zuvor schon mehrere angesehene Gegner besiegt. Auch gegen Tyson lieferte Douglas einen hochkonzentrierten Kampf und dominierte das Geschehen mit seinem langen Jab. Tyson erschien dadurch lange Zeit als boxerisch arg limitiert. Sechs Sekunden vor Ende der achten Runde schlug Tyson Douglas jedoch zu Boden, doch ein langsam zĂ€hlender Ringrichter und der Gong retteten ihn. In der zehnten Runde schlug Douglas zurĂŒck und traf Tyson mit einem AufwĂ€rtshaken, wodurch dieser benommen durch den Ring taumelte. Als Douglas anschließend mit einer Drei-Schlag-Kombination nachsetzte, ging Tyson zu Boden. Doch obwohl der Referee auch hier sehr langsam zĂ€hlte, war Tyson auch bei Zehn noch nicht wieder bei vollem Bewusstsein und wurde aus dem Kampf genommen. Dieser Kampfausgang war eine Sensation fĂŒr die Boxszene, das Bild des hilflos krabbelnden Weltmeisters, der zuvor fĂŒr „unbesiegbar“ gehalten wurde, ging um die Welt. Alt-Meister George Foreman nahm spöttelnd darauf Bezug, als er angesichts seines bevorstehenden Comebacks befragt wurde, ob er gegen jĂŒngere Gegner nicht um seine Gesundheit fĂŒrchten mĂŒsse. Foreman antwortete darauf: Ach was, ich sehe nur muskelbepackte junge MĂ€nner auf dem Boden herumkriechen und nach ihrem Mundschutz suchen.

Auch Tysons neuer Trainer Aaron Snowell, der zum ersten Mal mit Tyson zusammenarbeitete, gab kein gutes Bild ab. Tysons schwere Schwellung ĂŒber dem linken Auge wurde erst spĂ€t und dann nur mittels einer mit EiswĂŒrfeln gefĂŒllten PlastiktĂŒte gekĂŒhlt statt mit dem KĂŒhleisen.

Promoter und Tyson-Manager King bezichtigte den Ringrichter Octavio Meyran, Douglas zu langsam angezĂ€hlt zu haben. TatsĂ€chlich war Douglas lĂ€nger als zehn Sekunden am Boden. Doch dies lag daran, dass der Zeitnehmer zu spĂ€t mit dem AnzĂ€hlen begann und Meyran das AnzĂ€hlen ĂŒbernehmen musste. King wollte den Kampf als „No Contest“ werten lassen, so dass Tyson immer noch Weltmeister geblieben wĂ€re. Der WBC wollte anfangs diesem Vorschlag zustimmen, doch als die anderen VerbĂ€nde WBA und IBF darauf beharrten, Douglas als neuen Weltmeister anzuerkennen, musste der WBC von einer „No-Contest“-Wertung Abstand nehmen. FĂŒr Tyson dagegen schien es, als ob er mit 23 Jahren seinen Zenit als Boxer bereits ĂŒberschritten hatte.

Der Weg zurĂŒck an die Spitze

Doch in den folgenden NichttitelkĂ€mpfen schien er sich gefangen zu haben. Henry Tillman, gegen den er im Jahr 1984 noch bei den Amateuren zweimal verloren hatte, besiegte er in der ersten Runde. Auch das unbeschriebene Blatt Alex Stewart schlug er in Runde eins KO. Um sich fĂŒr einen Kampf gegen den neuen Weltmeister Evander Holyfield zu qualifizieren, der Douglas in dessen erster Titelverteidigung besiegt hatte, musste er nun gegen Donovan „Razor“ Ruddock antreten. Er machte eine gute Figur und besiegte ihn zweimal, auch wenn der Abbruch im ersten Kampf nach Ansicht vieler Beobachter zu frĂŒh kam. Der zweite Kampf erregte viel Aufsehen, da sich die zwei Athleten nach dem umstrittenen Abbruch im ersten Kampf einige verbale Gefechte lieferten. Unter anderem meinte Tyson, er werde Ruddock zu seiner Freundin machen („I wanna kiss your big lips“) und spielte damit auf GerĂŒchte an, nach denen Ruddock privat gerne Frauenkleider tragen sollte. Im Kampf erlitt Ruddock einen gebrochenen Kiefer, ging zweimal zu Boden und war schlussendlich chancenlos, ging aber nicht KO. Tyson wurden wegen TiefschlĂ€gen insgesamt vier Punkte abgezogen, was seinen Punktsieg aber nicht verhinderte. Nun war der Weg fĂŒr Tyson frei, seinen Titel wieder zurĂŒckzuerobern.

Verurteilung als Vergewaltiger

Der fĂŒr November 1991 angesetzte Titelkampf gegen Evander Holyfield musste zweimal verschoben werden. Zuerst brach sich Tyson beim Bauchmuskeltraining eine Rippe. Sein Management versuchte, die Verletzung zu vertuschen in der Hoffnung, dass sie noch rechtzeitig vor dem Kampf ausheile. Doch Tyson konnte nicht in den Ring steigen und man musste den Titelkampf ins FrĂŒhjahr 1992 verschieben. Bevor der Kampf dann stattfinden konnte, wurde Tyson von einer Kandidatin der Miss Black America-Wahl der Vergewaltigung bezichtigt. Er wurde fĂŒr schuldig befunden und im FrĂŒhjahr 1992 zu zehn Jahren Haft verurteilt, von denen drei Jahre zur BewĂ€hrung ausgesetzt wurden. Der Schuldspruch basierte auf Indizien und der Aussage des Opfers, die die Richter fĂŒr glaubwĂŒrdiger befanden als die Aussagen des mehrfach vorbestraften Tyson sowie der Eltern des Opfers. Der Kampf Tyson-Holyfield musste auf unbestimmte Zeit verschoben werden, wobei Holyfield, ein ĂŒberzeugter Christ, nach dem Urteil erklĂ€rte, er werde niemals gegen einen Vergewaltiger wie Tyson antreten.

Comeback nach Haftstrafe

WĂ€hrend Tysons GefĂ€ngnisaufenthalt machte die Schwergewichtsszene eine spĂŒrbare VerĂ€nderung durch. Die drei WeltverbĂ€nde WBC, WBA und IBF, deren GĂŒrtel Tyson Ende der achtziger Jahre allesamt in seinen Besitz brachte, fĂŒhrten seit Anfang 1995 wieder ihre eigenen Champions. Zudem gab es mit der 1988 gegrĂŒndeten World Boxing Organization (WBO) mittlerweile einen vierten etablierten Weltverband. Diese Inflation der Weltmeistertitel hatte schon bald ein Abflauen des öffentlichen Interesses zur Folge. Ähnlich wie schon zehn Jahre zuvor erlebten dafĂŒr die mittleren Gewichtsklassen einen deutlichen Imagegewinn. Waren es damals Boxer wie Thomas Hearns oder Marvin Hagler, die fĂŒr ihre Auftritte Rekordgagen kassierten, so waren nun vor allem Roy Jones Jr. und James Toney bekannter als die zu diesem Zeitpunkt amtierenden Schwergewichtsweltmeister.

Tysons PopularitĂ€t war trotz seiner jahrelangen Ringabstinenz ungebrochen. Schon Wochen vor seiner geplanten Entlassung wurde er in den Medien zum Retter der Schwergewichtsszene gekĂŒrt. Boxexperten wie der ehemalige Ali-Trainer Angelo Dundee trauten Tyson durchaus zu, in der Königsklasse des Boxens eine neue Ära als uneingeschrĂ€nkter Champion einzulĂ€uten. Als Tyson schließlich am 25. MĂ€rz 1995 nach dreijĂ€hriger Haft wegen guter FĂŒhrung aus dem GefĂ€ngnis in Plainfield im Bundesstaat Indiana entlassen wurde, waren Kamerateams aus der ganzen Welt zugegen, um dieses Ereignis live zu ĂŒbertragen. Die renommierte Zeitschrift The Ring erschien zudem mit einer 108seitigen Sonderauflage.

Der GefĂ€ngnisaufenthalt hatte bei Tyson sichtbare Spuren hinterlassen. Er hatte zwanzig Kilo abgenommen, darĂŒber hinaus war er zum Islam konvertiert und hatte sich den Namen „Abdul Aziz“ gegeben. Auch wenn dieser Name schon bald wieder aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwand, war Tysons Umfeld bestrebt, einen grundlegenden Imagewandel des Boxers zu vollziehen, da sich so ungeahnte Möglichkeiten der Vermarktung ergaben. Viele Boxmanager, die seit seiner Haftentlassung um die Gunst Tysons buhlten, beteuerten wiederholt seinen Wandel zum „besseren Menschen“. Tyson selbst begab sich noch vor seiner ersten Pressekonferenz in Anwesenheit seiner vielen UnterstĂŒtzer – unter denen auch Muhammad Ali war – in die Moschee in der NĂ€he des Indiana Youth Centers in Indianapolis, um dort zu beten. Auch Teile der Medien waren bemĂŒht, den Ruf Tysons als verurteilten Vergewaltiger vergessen zu machen. So veröffentlichte die Tageszeitung „Dayton Daily News einen Artikel, in welchem fĂŒnf Geschworene des damaligen Vergewaltigungsprozesses ihre mittlerweile aufgekommenen Zweifel an Tysons Schuld Ă€ußerten.[3][4]

Tyson verpflichtete schließlich wieder Don King als Manager, der seinen SchĂŒtzling so schnell wie möglich wieder auf den Weltmeisterthron heben wollte. Außerdem unterschrieb Tyson im Sommer 1995 einen lukrativen Vertrag mit dem MGM Grand Hotel in Las Vegas. Dieser sah vor, dass Tyson innerhalb der nĂ€chsten drei Jahre insgesamt sechs KĂ€mpfe bei MGM austragen solle, wodurch ihm im Gegenzug die Rekordbörse von 100 Millionen Dollar zugesichert wurde.

Am 19. August 1995 stieg Tyson – nach ĂŒber vier Jahren Abwesenheit – gegen seinen Landsmann Peter McNeeley in den Ring, der trotz einer einzigen Niederlage in 37 KĂ€mpfen als mittelmĂ€ĂŸiger Boxer galt. Nachdem Tyson ihn nach nur 89 Sekunden KO schlug, wurde er von den VerbĂ€nden WBA und WBC wieder an die erste Position ihrer Ranglisten gesetzt. Seinen zweiten Aufbaukampf bestritt Tyson am 16. Dezember gegen Buster Mathis Jr. und gewann nach einigen boxerischen Problemen durch KO in der dritten Runde.

Zweite Regentschaft als Weltmeister

Am 16. MĂ€rz 1996 wurde Tyson – knapp ein Jahr nach seiner Haftentlassung – erneut Weltmeister nach Version des WBC, als er TiteltrĂ€ger Frank Bruno, den er bereits 1989 besiegt hatte, nach wenig Gegenwehr in der dritten Runde KO schlug. Bezeichnend fĂŒr den hohen Marktwert Tysons war seine Rekordgage von 30 Millionen Dollar, womit er das FĂŒnffache der Gage des Titelverteidigers einstrich. Andere große Schwergewichtsboxer wie Lennox Lewis oder Riddick Bowe konnten auch zu ihrer Zeit als Weltmeister von solchen Summen nur trĂ€umen.

Im September 1996 forderte Tyson den WBA-TiteltrĂ€ger Bruce Seldon heraus, wobei er aber seinen WM-GĂŒrtel des WBC wieder abgeben musste. Tyson gewann auch diesen Kampf deutlich, blieb aber weiterhin den Nachweis seiner Klasse schuldig. Hatte sich schon Bruno nicht gerade mit Ruhm bekleckert, was die Kampfmoral betraf, so kam die Vorstellung Seldons einer Arbeitsverweigerung gleich. Er ging schon in der ersten Runde zu Boden, ohne dass Tyson dabei erkennbare Treffer landen konnte. Nach rund anderthalb Minuten der ersten Runde wurde Seldon nach einem erneuten Niederschlag von Ringrichter Richard Steele aus dem Kampf genommen. Unmittelbar nach Kampfabbruch kam es zu lauten Unmutsbezeugungen seitens des Publikums, was in und vor dem Casino des MGM zu kleineren Ausschreitungen fĂŒhrte. Das grĂ¶ĂŸte Medienecho an diesem Abend fand jedoch die Nachricht, dass der Rapper Tupac Shakur, der ein enger Freund von Mike Tyson war, auf dem Weg zu dessen Siegesfeier an einer Straßenkreuzung in Las Vegas erschossen wurde.

Die Holyfield-KĂ€mpfe

Zwei Monate spĂ€ter, am 9. November 1996, kam es schließlich zu dem seit Jahren geplanten Kampf gegen Evander Holyfield, wenn auch mit vertauschten Rollen. Diesmal war es Tyson, der als (WBA-)Weltmeister in den Ring stieg. Herausforderer Holyfield galt angesichts seiner ein Jahr zuvor erlittenen KO-Niederlage gegen Riddick Bowe und seiner angeblichen Herzprobleme bei den Buchmachern als krasser Außenseiter.[5] Bei einer Umfrage des Las Vegas Review Journal setzten 47 von 48 Journalisten auf Mike Tyson.

Im Kampf selbst musste Tyson erstmals der Tatsache Tribut zollen, dass er seit seiner Haftentlassung lediglich acht Runden im Ring gestanden hatte. Holyfield, der sich weitaus fitter als allgemein angenommen prĂ€sentierte, ĂŒberstand Tysons gefĂŒrchtete Hakenserien zu Beginn des Kampfes schadlos. Auch im weiteren Verlauf des Kampfes fand der Titelverteidiger kein Rezept gegen Holyfields Art zu boxen, der Tyson die meiste Zeit auf Abstand halten konnte und sĂ€mtliche Angriffe in der Nahdistanz durch Klammern abwĂŒrgte. Von Tysons frĂŒher gefĂŒrchteten Kombinationen aus Jab und Haken zu Kopf und Körper war mit fortschreitender Kampfdauer immer weniger zu sehen, da dieser sein Heil fast nur noch in EinzelschlĂ€gen suchte. Damit konnte er seinen Gegner zwar in der fĂŒnften Runde etwas in Schwierigkeiten bringen, aber spĂ€testens nach einem Niederschlag in Runde sechs war der Weltmeister der deutlich unterlegene Mann im Ring. Holyfield, ein in vielen zwölfrundigen „Ringschlachten“ erprobter Mann, setzte Tyson weiter zu, bis dieser in der elften Runde nach schweren Wirkungstreffern vom Ringrichter stehend aus dem Kampf genommen wurde. Zur Zeit des Abbruchs lag Tyson bei allen drei Punktrichtern aussichtslos zurĂŒck.

Der RĂŒckkampf am 28. Juni 1997 erlangte, obwohl in sportlicher Hinsicht dem ersten Duell nicht ebenbĂŒrtig, noch weitaus grĂ¶ĂŸere BerĂŒhmtheit. Er endete nach drei Runden mit der Disqualifikation von Tyson, als dieser seinem Gegner, nach Punkten zurĂŒckliegend, ein StĂŒck des rechten Ohres abbiss. Nach Ansicht einiger Beobachter wollte Tyson seine Disqualifikation provozieren, da er seinem Gegner boxerisch erneut nicht gewachsen war und eine weitere sportliche Niederlage um jeden Preis vermeiden wollte. Andere sahen in der Beißattacke einen Akt der Frustration, da Tyson in der zweiten Runde einen ungeahndeten Kopfstoß von Holyfield erhielt, der bei Tyson eine schwere Platzwunde verursachte. Bereits im ersten Kampf kam es zu einem Kopfstoß von Holyfield, der ungeahndet blieb und nach Tysons Überzeugung fĂŒr seine damalige Niederlage ausschlaggebend war. Die Beißattacke beschĂ€digte Tysons Reputation in erheblichem Maße. Die fĂŒhrende Box-Fachzeitschrift Ring-Magazine, die den Ex-Champion lange Zeit sehr wohlwollend beurteilt hatte, ĂŒbte nun starke Kritik an ihm. („Tyson has the physical makeup and terrific punch of a great fighter, but the character of a schoolyard bully. What might have been doesn't count. He does not belong in the company of immortals.“ – Tyson hat die körperlichen Voraussetzungen und die furchterregende Schlagkraft eines großen KĂ€mpfers, aber er hat den Charakter eines Schulhof-Raufboldes. Was hĂ€tte sein können, zĂ€hlt nicht. Er gehört nicht in die Gesellschaft der unsterblichen Box-GrĂ¶ĂŸen).

Berufsverbot und erneuter GefÀngnisaufenthalt

Aufgrund seines Ă€ußerst unsportlichen Verhaltens im letzten Kampf gegen Holyfield wurde Tyson Anfang Juli auf Beschluss der Sportkommission des US-Bundesstaates Nevada die Box-Lizenz auf unbestimmte Zeit entzogen. Zudem musste er drei Millionen Dollar Strafe zahlen. Das Berufsverbot bedeutete fĂŒr Tyson das vorlĂ€ufige Ende seiner großen Zahltage. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Urteils kĂŒndigte das MGM-Grand Hotel den Vertrag mit Tyson auf, da dieser bis dato erst fĂŒnf der vereinbarten sechs KĂ€mpfe im MGM absolviert hatte. Obwohl der Stichtermin erst im Juli 1998 veranschlagt war, stand schon jetzt fest, dass Tyson seine Seite des Vertrages nicht mehr erfĂŒllen konnte, da er frĂŒhestens zu diesem Zeitpunkt erst eine neue Lizenz beantragen durfte.[6]

Auch außerhalb des Ringes sorgte Mike Tyson weiterhin fĂŒr Schlagzeilen. Im Oktober 1997 zog er sich bei einem Motorradunfall im Bundesstaat Connecticut einen Rippenbruch und eine Lungenverletzung zu, was ihm neben seiner verordneten Auszeit vom Ringgeschehen zusĂ€tzlich eine sechswöchige Trainingspause einbrachte. Im Jahr 1998 verließ Tyson schließlich seinen langjĂ€hrigen Manager Don King und verklagte diesen wegen Betruges auf 100 Millionen Dollar.

Ein Jahr nach seiner verhĂ€ngten Sperre beantragte Mike Tyson im Juli 1998 bei der Sport-Kontrollbehörde in New Jersey eine neue Boxlizenz. Diese BemĂŒhungen scheiterten jedoch, nachdem bereits eine erste Befragung durch die Offiziellen nach 35 Minuten mit einer Fluch-Tirade von Tyson abgebrochen wurde. Rund zwei Wochen nach Einstellung seines Lizenzierungsverfahren von New Jersey wurde Tyson in einen leichten Autounfall verwickelt, wobei er zwei andere MĂ€nner – einer von ihnen war der Unfallgegner – tĂ€tlich angriff. Daraufhin wurde Tyson von beiden wegen Körperverletzung verklagt. Damit drohte dem ehemaligen Champion, der mittlerweile in Nevada eine Boxlizenz beantragt hatte, erneut eine GefĂ€ngnisstrafe, da er aufgrund seiner Verurteilung wegen Vergewaltigung noch immer unter BewĂ€hrung stand. Nach fĂŒnftĂ€gigen Untersuchungen wurde schließlich ein Ă€rztliches Gutachten veröffentlicht, das Tyson Depressionen und ein mangelndes SelbstwertgefĂŒhl attestierte, ihn aber dennoch fĂŒr kampftauglich erklĂ€rte. Knapp eine Woche spĂ€ter erhielt Tyson von der Box-Kommission von Nevada mit einer 4:1-Entscheidung seine Boxlizenz zurĂŒck. Damit war fĂŒr ihn vorlĂ€ufig der Weg fĂŒr ein neuerliches Comeback frei.

FĂŒr seine RĂŒckkehr in den Ring wurde der SĂŒdafrikaner Francois Botha als Gegner ausgesucht, der – Ă€hnlich wie schon Peter McNeeley, dem Gegner bei Tysons erstem Comeback – trotz einer hervorragenden Kampfhistorie nur sportliches Mittelmaß darstellte. Der Kampf, der im Januar 1999 stattfand, offenbarte bei Tyson große boxerische MĂ€ngel und bestĂ€tigte die Kritiker, die ihm schon seit geraumer Zeit die boxerische Klasse absprachen. Obwohl es Tyson gelang, seinen Gegner in der fĂŒnften Runde durch einen Volltreffer KO zu schlagen, boxte er bis dahin alles andere als ĂŒberzeugend. Mehr als einmal war Tyson allem Anschein nach mit der unsauberen Kampfesweise des SĂŒdafrikaners ĂŒberfordert. Schon nach dem Ende der ersten Runde drohte der Kampf zu einem neuerlichen Skandal auszuarten. Tyson, der bereits durch einen Kopfstoß seines GegenĂŒber schwer gezeichnet war, schien – Ă€hnlich wie bei seinem letzten Kampf gegen Holyfield – erneut die Nerven zu verlieren. Er ignorierte das Trennkommando des Ringrichters und versuchte stattdessen, Botha den linken Arm zu brechen. Dieser versuchte, seinen Arm aus der Umklammerung zu befreien und schlug auf Tyson ein. Erst nach dem Eingreifen mehrerer Betreuer konnten beide Kontrahenten schließlich getrennt werden.

Rund einen Monat nach seinem enttĂ€uschenden Ringauftritt musste sich Tyson wegen der VorwĂŒrfe der Körperverletzung vom August des vorangegangenen Jahres vor Gericht verantworten. In dessen Folge wurde er am 5. Februar zu einer einjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt, die er im GefĂ€ngnis von Montgomery County im US-Bundesstaat Maryland antrat. Schon nach knapp vier Monaten durfte Tyson auf Anordnung des BewĂ€hrungsausschusses das GefĂ€ngnis wieder verlassen, wurde aber unter Hausarrest samt psychologischer Betreuung gestellt.[7]

Zweites Comeback nach Haftstrafe und weitere Skandale

Rund fĂŒnf Monate nach seiner Entlassung aus dem GefĂ€ngnis kĂ€mpfte Tyson am 23.Oktober 1999 gegen den ehemaligen Cruisergewichts-Weltmeister Orlin Norris, der mit 34 Jahren seinen Zenit mittlerweile ĂŒberschritten hatte. Tyson prĂ€sentierte sich im Vorfeld des Kampfes augenscheinlich gelĂ€utert. Mit neuem Haarschnitt (lockig statt kurz geschoren) beteuerte er wiederholt sein frĂŒheres Fehlverhalten.[8] Aber auch dieser Kampf sorgte fĂŒr Kontroversen, da Norris kurz nach dem Gong am Ende der ersten Runde von Tyson – vermutlich unabsichtlich – getroffen wurde und nicht mehr weiterboxen konnte. Das Kampfergebnis wurde daraufhin als Nicht gewertet („No Contest“) festgelegt. Viele Beobachter warfen Norris vor, seine KampfunfĂ€higkeit nur vorgetĂ€uscht zu haben, um gegen Tyson zu einem weiteren Zahltag zu kommen. Die Nevada Athletic Commission behielt sich dagegen erst einmal vor, Tysons Börse von knapp 9 Millionen Dollar einzufrieren. Erst als man sich nach eingehendem Studium der Kampfaufzeichnungen von Tysons Unabsichtlichkeit ĂŒberzeugte, wurde das Geld freigegeben.[9]

Der Kampf gegen Norris war der letzte Auftritt von Tyson in Las Vegas. Seine Anziehungskraft hatte in den USA seit den Holyfield-KĂ€mpfen deutlich nachgelassen, da er seitdem nur zwei KĂ€mpfe bestritten hatte, in denen er sportlich nicht ĂŒberzeugen konnte. Seine nĂ€chsten Auftritte bestritt Tyson daher erstmals in Europa, wo die Begeisterung fĂŒr ihn ungebrochen schien. So kĂ€mpfte er Ende Januar 2000 in Manchester gegen den Briten Julius Francis, gegen den er durch technischen KO in der zweiten Runde gewann. War dieser Kampf der erste, der seit langem ohne skandalöse BegleitumstĂ€nde ĂŒberschattet wurde, sorgte Tyson im nĂ€chsten Kampf wieder fĂŒr Schlagzeilen, als er im schottischen Glasgow seinen Landsmann Lou Savarese durch technischen KO in der ersten Runde besiegte. Dabei ignorierte Tyson wieder das Trennkommando des Ringrichters John Coyle, als dieser bereits nach einer Minute den augenscheinlich ĂŒberforderten Savarese aus dem Kampf nehmen wollte. Tyson, der weiter unbeirrt auf seinen Gegner einstĂŒrmte und den sich schließlich dazwischen werfenden Schiedsrichter zu Boden schlug, konnte erst durch das Eingreifen seiner Betreuer dazu gebracht werden, von seinem Gegner abzulassen.

Auch im nĂ€chsten Kampf gegen den Polen Andrzej GoƂota im Oktober 2000 fand die unendliche Geschichte von Skandalen ihre Fortsetzung. Im sogenannten „Duell der Bad Boys“ – GoƂota wurde ebenfalls schon mehrfach wegen unfairen Boxens disqualifiziert – sorgte allerdings zuerst Tysons Gegner fĂŒr einen Eklat. GoƂota, der sich nach einem Niederschlag zu Beginn des Kampfes wieder gefangen zu haben schien, gab in der Pause vor der dritten Runde ohne ersichtlichen Grund auf und verließ fluchtartig den Ring. Erst eine Ă€rztliche Untersuchung brachte spĂ€ter den Befund, dass GoƂota im Kampf – vermutlich durch einen unabsichtlichen Kopfstoß von Tyson – einen gebrochenen Backenknochen und Hirnblutungen erlitten hatte. Doch auch Tyson sorgte wiederholt fĂŒr Aufsehen, nachdem ihm im Anschluss an den Kampf die Einnahme von Marihuana nachgewiesen wurde und so der Abbruchsieg nachtrĂ€glich noch zu einem „No Contest“ (keine Wertung) umgewandelt wurde. Schon vor dem Kampf hatte Tyson einen vorgeschriebenen Urintest verweigert, woraufhin er mit einer dreimonatigen Sperre sowie einer Geldstrafe von 5000 Dollar bestraft wurde. Gegen eine Spende von 200.000 Dollar an gemeinnĂŒtzige Einrichtungen wurde die positive Dopingprobe Tysons nicht weiter verfolgt.[10]

WM-Kampf gegen Lennox Lewis

Nach dem Sieg ĂŒber Brian Nielsen durch KO in Runde sieben im Oktober 2001 in DĂ€nemark wurde der Vertrag fĂŒr einen Kampf gegen WBC/IBF-Weltmeister Lennox Lewis unterzeichnet, der durch den Punktsieg gegen Holyfield Ende 1999 zur allgemein anerkannten Nummer eins im Schwergewicht geworden war. Das „Gipfeltreffen“ sollte in Las Vegas stattfinden; als Kampftermin wurde der 6. April festgelegt. Tyson wollte Anfang Januar noch einen Aufbaukampf gegen Ray Mercer bestreiten, was aber von Lewis und seinem Management verhindert wurde.

Am 22. Januar wurde fĂŒr den Kampf eine Pressekonferenz abgehalten, die jedoch zu einem einzigen Fiasko ausartete. Lewis, der Tyson heftig kritisierte, wurde von diesem attackiert und wĂ€hrend der dadurch ausgelösten MassenschlĂ€gerei in den Oberschenkel gebissen. Nach diesem Vorfall wurde Tyson von der Box-Kommission von Nevada die Kampflizenz entzogen. Dies hatte zur Folge, dass Las Vegas als Veranstaltungsort ausfiel und sich das geplante Aufeinandertreffen beider Superstars um einige Wochen verzögerte.

Die Begegnung fand schließlich am 8. Juni 2002 in Memphis, Tennessee statt. Durch die VorfĂ€lle auf der Pressekonferenz sensibilisiert, wurden unmittelbar vor dem Kampf bisher nie dagewesene Sicherheitsvorkehrungen getroffen, um eine erneute Eskalation zu verhindern. Dabei wurden beide Boxer samt Begleitung beim Einmarsch in die Halle nach unerlaubten Waffen durchsucht, was den Beginn des Kampfes erheblich verzögerte. Dieses schon reichlich groteske Schauspiel gipfelte schließlich darin, dass sich mitten im Ring ein Dutzend Sicherheitsleute als menschliche Mauer aufstellten, um beide Kontrahenten bis zum Gong voneinander zu trennen. Selbst das traditionelle „Shake Hands“ (BerĂŒhren der Handschuhe vor dem Kampf als Äquivalent eines HĂ€ndeschĂŒttelns) entfiel, da der Ringrichter die obligatorische Einweisung bei jedem der Boxer einzeln in der Ecke durchfĂŒhrte.

Der Kampf selbst erfĂŒllte dagegen nicht die Erwartungen der Zuschauer. In der ersten Runde prĂ€sentierte sich Tyson sehr aggressiv und beweglich, doch schon ab Runde zwei begann er konditionell abzubauen. Er wirkte behĂ€big und einfallslos und boxte immer statischer, was Lewis gnadenlos ausnutzte. Immer öfter wurde Tyson von der harten linken FĂŒhrhand seines 15 cm grĂ¶ĂŸeren Gegners getroffen, er selbst dagegen konnte nur noch selten durch vereinzelte SchlĂ€ge Gefahr ausstrahlen. DarĂŒber hinaus erlitt er schon in der dritten Runde ĂŒber seinem rechten Auge die erste Schnittverletzung. Obwohl Tyson mit zunehmender Kampfdauer nach Punkten immer mehr ins Hintertreffen geriet, bewies er, wie schon bei seinem ersten Aufeinandertreffen mit Holyfield, zumindest beeindruckende NehmerfĂ€higkeiten. Doch in der achten Runde musste er schließlich, zermĂŒrbt und mittlerweile aus tiefen Wunden an beiden Augen bzw. aus der Nase blutend, den vielen Treffern seines Gegners Tribut zollen und wurde nach zwei NiederschlĂ€gen ausgezĂ€hlt.

Als Trostpreis fĂŒr seine Niederlage kassierte Tyson fĂŒr diesen WM-Kampf 17 Millionen US-Dollar, doch seine sportliche Reputation war nun endgĂŒltig ramponiert. Lennox Lewis hatte sich als bester Schwergewichtler der spĂ€ten 1990er und frĂŒhen 2000er Jahre erwiesen, obgleich die Frage offen blieb, ob er auch gegen einen Mike Tyson in Bestform gewonnen hĂ€tte.

Tyson, der vor dem Kampf getönt hatte, er werde Lewis das Herz herausreißen und dessen Kinder fressen, gab sich nach dem Kampf wieder maßvoller. „Ich gratuliere Lennox, er hat tapfer gekĂ€mpft, ich ziehe meinen Hut. Alles andere, was ich davor gesagt und getan habe, habe ich gemacht, um den Kampf zu promoten“.[11]

Nach der Niederlage gegen Lewis bestritt Tyson im Februar 2003 einen Aufbaukampf gegen Clifford Etienne, den er schon in der ersten Runde durch KO gewann. Auf die Frage, ob man weitere KĂ€mpfe von ihm sehen werde, meinte er nur trocken, er wĂŒrde nur gegen eine entsprechende Bezahlung zurĂŒckkehren; eine solche hielt er nur durch einen zweiten Kampf gegen Lewis fĂŒr möglich. Dieser zeigte zwar trotz seines ĂŒberzeugenden Sieges im ersten Kampf zunĂ€chst durchaus Interesse, erklĂ€rte dann jedoch nach seinem umstrittenen Abbruchsieg gegen Vitali Klitschko im Juni 2003 seinen RĂŒcktritt. Im August desselben Jahres erklĂ€rte Tyson seinen Bankrott.

Comebackversuche

Von Geldsorgen getrieben, ließ sich Tyson im Juli 2004 auf ein neuerliches Comeback ein. Der Gegner war der bis dahin recht unbekannte Brite Danny Williams. Nachdem Tyson in den ersten drei Runden klar ĂŒberlegen war, ging er in der vierten Runde nach ĂŒber zwanzig Volltreffern seines Gegners zu Boden, worauf der Ringrichter den Kampf abbrach. Als Grund fĂŒr Tysons Niederlage wurde eine Knieverletzung vermutet, die er sich gegen Ende der ersten Runde zuzog. Nach dem Kampf folgte eine Operation des Meniskus. Tyson bekam fĂŒr den Kampf eine geschĂ€tzte Börse von acht Millionen US-Dollar, wovon der grĂ¶ĂŸte Teil allerdings an seine GlĂ€ubiger bzw. an seine Ex-Frau ging.

Seinen letzten Kampf als aktiver Boxer bestritt Tyson bei einem neuerlichen Comebackversuch am 11. Juni 2005. FĂŒr eine Kampfbörse von fĂŒnf Millionen US-Dollar trat er dabei gegen den als eher mittelmĂ€ĂŸig eingeschĂ€tzten irischen Boxer Kevin McBride an. In der sechsten Runde geriet Tyson, nach Punkten fĂŒhrend, in Schwierigkeiten, worauf er in alte Gewohnheiten zurĂŒckfiel, indem er versuchte, seinem Kontrahenten den Arm zu brechen und ihm im Anschluss mit einem vorsĂ€tzlichen Kopfstoß eine schwere Platzwunde zufĂŒgte. FĂŒr diese grobe Unsportlichkeit wurden Tyson zwei Punkte abgezogen und fĂŒr den Fall eines erneuten Fehlverhaltens die Disqualifikation angekĂŒndigt. Kurz vor Ende der Runde ging Tyson nach einem rechten Haken seines Gegners zu Boden, was aber nicht als Niederschlag gezĂ€hlt wurde, da McBride durch RunterdrĂŒcken nachgeholfen hatte. Tyson musste vom Ringrichter förmlich gebeten werden, wieder aufzustehen – die Kommentatoren sahen in einer Handbewegung des erschöpft am Boden liegenden Boxers die Bitte, man möge ihm aufhelfen. Er kam nur sehr langsam wieder auf die Beine und schleppte sich in seine Ecke, wo sein Trainer Jeff Fenech beschloss, den Kampf abzubrechen. Unmittelbar darauf erklĂ€rte er seinen endgĂŒltigen RĂŒcktritt und versprach, „den Boxsport, dem er soviel zu verdanken habe, nicht mehr durch solche Auftritte lachhaft zu machen“.

Da es Tyson trotz seiner mit dem Boxen verdienten ĂŒber 300 Millionen Dollar nicht gelang, sich fĂŒr die Zeit nach seiner aktiven Laufbahn finanziell abzusichern, wurde eine erneute RĂŒckkehr von vielen Beobachtern zunĂ€chst nicht ausgeschlossen. Einige Fans waren sogar der Meinung, dass Tyson mit einem seriösen Management und Trainerstab sogar noch einmal Weltmeister werden könnte, da die Schwergewichtsszene nach den AbgĂ€ngen von Lennox Lewis und Vitali Klitschko als eher schwach besetzt galt. Mittlerweile gilt jedoch ein Comeback von Tyson als eher unwahrscheinlich.

2007 wurde er wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt. Außerdem wurden bei ihm drei TĂŒten Kokain gefunden. Er musste einen Tag in Haft, bekam drei Jahre auf BewĂ€hrung und wurde zu einer Rehabilitationsmaßnahme verpflichtet.

Am 26. Mai 2009 kam Mike Tysons vierjĂ€hrige Tochter Exodus bei einem Unfall ums Leben, als sie beim Spielen vom Kabel eines Laufbandes stranguliert wurde. Am 9. November desselben Jahres schlug Tyson an einem Ticketschalter im Flughafen Los Angeles einen Pressefotografen nieder und wurde vorĂŒbergehend festgenommen. Tyson gab an, gegen den aggressiven Paparazzo in Notwehr gehandelt zu haben, um seine Frau und deren Kind zu schĂŒtzen. Der ins Krankenhaus eingelieferte Fotograf und der nach wenigen Stunden auf Kaution freigelassene Tyson kĂŒndigten Strafanzeige an.

Im Jahr 2011 wurde Tyson in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Tysons Boxstil

Mike Tyson ist den meisten Box-Beobachtern aufgrund seines aggressiven Kampfstils und der beeindruckenden HĂ€rte seiner SchlĂ€ge in Erinnerung geblieben, was ihm schon kurz nach Beginn seiner Profilaufbahn den Namen „Iron Mike“ einbrachte. Doch mit großer Schlagkraft allein waren seine zahlreichen vorzeitigen Siege nicht zu erklĂ€ren. Auf dem Höhepunkt seiner LeistungsfĂ€higkeit gegen Ende der achtziger Jahre verfĂŒgte Tyson auch ĂŒber ein exzellentes Defensiv-Verhalten, was von Experten immer wieder unterschĂ€tzt wurde. Der sehr muskulöse, aber fĂŒr einen Schwergewichtler eher kleine Tyson lernte unter Cus D’Amato nach dem Grundsatz „Defence first“ zu boxen, wonach die wichtigste Regel ist, vom Gegner nicht getroffen zu werden. Grundlage dafĂŒr war die ausgeprĂ€gte Beweglichkeit Tysons im Rumpfbereich.

So konnte er die Reichweitennachteile gegenĂŒber seinen meist grĂ¶ĂŸeren Kontrahenten ausgleichen, indem er durch stetiges Pendeln seines Oberkörpers deren SchlĂ€gen auswich, um anschließend unter deren FĂ€usten förmlich „hindurchzutauchen“ (siehe z.B. Tyson vs. Reggie Gross). Aufgrund seiner relativ kurzen Arme besaß Tyson dann wiederum gegenĂŒber seinen Gegnern große Vorteile in der Nahdistanz, wo er beim Schlagabtausch eine fĂŒr einen Schwergewichtler ungewöhnlich hohe Schlagfrequenz erreichen konnte. Durch die Pendelbewegungen gelang es ihm außerdem, möglichst viel Gewicht des Oberkörpers in seine SchlĂ€ge zu legen.

Letztlich war Tyson dadurch in der Lage, blitzschnelle Serien von wuchtigen Jabs und Haken am Gegner zu platzieren. Dieser Boxstil erinnerte entfernt an frĂŒhere Champions wie Jack Dempsey, Rocky Marciano und Joe Frazier und wurde von D’Amato selbst erfunden und auf den Namen „Peek-a-boo“ getauft. Doch niemand von ihnen agierte mit solch einer Dynamik wie Tyson, der bei seinen KĂ€mpfen die Angriffe mit noch nie gezeigter Wucht und ExplosivitĂ€t vortrug und damit mehr als einmal seinen Gegner förmlich ĂŒberrannte.

Diese waren dementsprechend dazu gefordert, Tyson durch stetige Arbeit mit der FĂŒhrhand auf Distanz zu halten. Doch durch dessen Pendelbewegungen mit dem Oberkörper schien es in der Regel unmöglich, diese Taktik auf Dauer durchzuhalten und eigene Treffer anzubringen – geschweige denn Wirkungstreffer zu landen. Die meisten verzweifelten schließlich an dieser Art zu boxen, da sie immer stĂ€rker abbauten.

Bei den Erfolgen von Mike Tyson spielte auch die psychologische Komponente eine große Rolle. Seit Beginn seiner Profikarriere wurde bei Tyson das Image als „Bad Boy“ gepflegt, der seine Gegner nicht nur besiegte, sondern regelrecht zerstörte. Um seine vermeintliche GefĂ€hrlichkeit zu unterstreichen, lief Tyson – auf Idee seiner ersten Manager Jacobs und Clayton – nur mit einer schwarzen Hose und Kampfschuhen bekleidet (kein Hemd, keine Socken) in den Ring ein, was an einen Gladiatoren erinnern sollte. Dieses Auftreten schien bei nicht wenigen seiner Gegner einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. So gab es nach Ansicht vieler Beobachter bei einigen KĂ€mpfen Tysons das PhĂ€nomen, dass sich die Kontrahenten schon vor dem ersten Gong mit ihrer Niederlage abgefunden hatten und somit nicht in der Lage waren, ihr wahres Potential abzurufen (z. B. M. Spinks, B. Seldon). Die daraus resultierenden „Blitzsiege“ Tysons verstĂ€rkten wiederum dessen Mythos der Unbesiegbarkeit. Selbst als „Iron Mike“ – mittlerweile selbst schon einmal durch KO besiegt – nach seinem mehrjĂ€hrigen GefĂ€ngnisaufenthalt merklich an ExplosivitĂ€t eingebĂŒĂŸt hatte, war bei einigen seiner Gegner der Glaube an seine Urgewalt so tief verwurzelt, dass nur ein Jahr nach seinem Comeback zwei der drei großen WM-GĂŒrtel wieder in seinem Besitz waren. Erst mit Evander Holyfield kam ein Boxer, der von Tysons Ausstrahlung vermeintlich unbeeindruckt blieb und vorher unbekannte boxerische und konditionelle SchwĂ€chen beim Champion aufdeckte.

Zusammenfassung

Aufgrund seiner Defensiv- und OffensivstĂ€rke sowie der Tatsache, mit 20 Jahren jĂŒngster Weltmeister der Geschichte im Schwergewicht geworden zu sein, sahen viele in ihm den kommenden grĂ¶ĂŸten Boxer aller Zeiten. Doch D’Amatos Tod (der Verlust der Vaterfigur und der einzigen Person, die Tyson unter Kontrolle hatte), private Probleme (angefangen bei seiner ersten Ehefrau Robin Givens), der Wechsel zu Boxpromoter Don King und die daraus resultierende Entlassung seines Trainers Kevin Rooney sowie seine Undiszipliniertheiten innerhalb und außerhalb des Rings standen dem immer entgegen. Nach der Entlassung Rooneys entwickelte Tyson seinen Stil nicht weiter, ließ ihn verkĂŒmmern: Er vernachlĂ€ssigte seine Defensivarbeit, arbeitete weniger mit der FĂŒhrhand und brachte immer seltener seine Kombinationen; stattdessen versuchte er fast nur noch, mit einem einzelnen Schlag zum KO zu kommen. Er wurde behĂ€big, trainierte nicht mit letzter Konsequenz, unterschĂ€tzte seine Gegner und ĂŒberschĂ€tzte sich selbst. Ferner ist Tysons Karriere wohl ein trauriges Beispiel fĂŒr falsche Freunde, Berater und Missmanagement: Der von den EinkĂŒnften her reichste Sportler der Welt ist pleite und hat Schulden in Millionenhöhe. Im Jahre 2005, noch vor seinem letzten Kampf, meinte er in einem Interview, sein ganzes Leben sei eine Verschwendung gewesen.

Erfolge

  • Profibilanz: 50 Siege - 6 Niederlagen - 2 ohne Wertung
  • 44 Siege durch K.o., davon 22 in der 1. Runde
  • 22. November 1986: WBC-Weltmeister (9 Titelverteidigungen)
  • 7. MĂ€rz 1987: WBA-Weltmeister (8 Titelverteidigungen)
  • 1. August 1987: IBF-Weltmeister (6 Titelverteidigungen)
  • 16. MĂ€rz 1996: WBC-Weltmeister
  • 7. September 1996: WBA-Weltmeister

Liste der ProfikÀmpfe

50 Siege (44 K.o.-Siege), 6 Niederlagen (5 K.o.-Niederlagen), 0 Unentschieden
Jahr Tag Ort Gegner Ergebnis fĂŒr Tyson
1985 6. MĂ€rz Plaza Convention Center, Albany, New York, Vereinigte Staaten Puerto RicoPuerto Rico Hector Mercedes Sieg / TKO 1. Runde
10. April Albany, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Trent Singleton Sieg / TKO 1. Runde
23. Mai Albany, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Don Halpin Sieg / KO 4. Runde
20. Juni Resorts International, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ricardo Spain Sieg / TKO 1. Runde
11. Juli Trump Casino Hotel, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten John Alderson Sieg / TKO 2. Runde
19. Juli Mid-Hudson Civic Center, Poughkeepsie, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Larry Sims Sieg / KO 3. Runde
15. August Resorts International, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lorenzo Canady Sieg / KO 1. Runde
5. September Atlantis Hotel & Casino, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Michael Johnson Sieg / KO 1. Runde
9. Oktober Trump Casino Hotel, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Donnie Long Sieg / TKO 1. Runde
25. Oktober Atlantis Hotel & Casino, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Robert Colay Sieg / KO 1. Runde
1. November Latham Coliseum, Latham, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sterling Benjamin Sieg / TKO 1. Runde
13. November Ramada-Houston Hotel, Houston, Texas, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Eddie Richardson Sieg / KO 1. Runde
22. November Latham Coliseum, Latham, New York, Vereinigte Staaten KanadaKanada Conroy Nelson Sieg / TKO 2. Runde
6. Dezember Felt Forum, New York, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sammy Scaff Sieg / TKO 1. Runde
27. Dezember Latham Coliseum, Latham, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mark Young Sieg / TKO 1. Runde
1986 11. Januar Plaza Convention Center, Albany, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten David Jaco Sieg / TKO 1. Runde
24. Januar Trump Plaza Hotel, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mike Jameson Sieg / TKO 5. Runde
16. Februar Rensselaer P.I., Troy, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jesse Ferguson Sieg / TKO 6. Runde
10. MĂ€rz Nassau Coliseum, Uniondale, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Steve Zouski Sieg / KO 3. Runde
3. Mai Civic Center, Glens Falls, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten James Tillis Punktsieg (einstimmig) / 10 Runden
20. Mai Madison Square Garden, New York, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Mitch Green Punktsieg (einstimmig) / 10 Runden
13. Juni Madison Square Garden, New York, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Reggie Gross Sieg / TKO 1. Runde
28. Juni Houston Field House, Troy, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten William Hosea Sieg / KO 1. Runde
11. Juli Stevensville Hotel, Swan Lake, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lorenzo Boyd Sieg / KO 2. Runde
26. Juli Civic Center, Glens Falls, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Marvis Frazier Sieg / KO 1. Runde
17. August Trump Plaza Hotel, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten KubaKuba Jose Ribalta Sieg / TKO 10. Runde
6. September Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Alfonzo Ratliff Sieg / TKO 2. Runde
22. November Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten KanadaKanada Trevor Berbick Sieg / TKO 2. Runde
1987 7. MĂ€rz Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten James Smith Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
30. Mai Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Pinklon Thomas Sieg / TKO 6. Runde
1. August Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tony Tucker Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
16. Oktober Convention Hall, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tyrell Biggs Sieg / TKO 7. Runde
1988 22. Januar Convention Hall, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Larry Holmes Sieg / TKO 4. Runde
21. MĂ€rz Tokyo Dome, Tokio, Japan Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Tony Tubbs Sieg / TKO 2. Runde
27. Juni Convention Hall, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Michael Spinks Sieg / KO 1. Runde
1989 25. Februar Hilton Hotel, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Frank Bruno Sieg / TKO 5. Runde
21. Juli Convention Hall, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Carl Williams Sieg / TKO 1. Runde
1990 11. Februar Tokyo Dome, Tokio, Japan Vereinigte StaatenVereinigte Staaten James Buster Douglas Niederlage / KO 10. Runde
16. Juni Caesars Palace, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Henry Tillman Sieg / KO 1. Runde
8. Dezember Convention Center, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Alex Stewart Sieg / TKO 1. Runde
1991 18. MĂ€rz Mirage Hotel & Casino, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten KanadaKanada Donovan Ruddock Sieg / TKO 7. Runde
28. Juni Mirage Hotel & Casino, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten KanadaKanada Donovan Ruddock Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
1995 19. August MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Peter McNeeley Sieg durch Qualifikation / 1. Runde
16. Dezember Core States Spectrum, Philadelphia, Pennsylvania, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Buster Mathis Jr. Sieg / KO 3. Runde
1996 16. MÀrz MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Frank Bruno Sieg / TKO 3. Runde
7. September MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bruce Seldon Sieg / TKO 1. Runde
9. November MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Evander Holyfield Niederlage / TKO 11. Runde
1997 28. Juni MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Evander Holyfield Niederlage durch Disqualifikation / 3. Runde
1999 16. Januar MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten SudafrikaSĂŒdafrika Francois Botha Sieg / KO 5. Runde
23. Oktober MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Orlin Norris UngĂŒltig („No Contest“) / Abbruch in Runde 1
2000 29. Januar M.E.N. Arena, Manchester, Lancashire, Vereinigtes Königreich Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Julius Francis Sieg / TKO 2. Runde
24. Juni Hampden Park, Glasgow, Schottland, Vereinigtes Königreich Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Lou Savarese Sieg / TKO 1. Runde
20. Oktober The Palace, Auburn Hills, Michigan, Vereinigte Staaten PolenPolen Andrew Golota UngĂŒltig („No Contest“) / Abbruch in Runde 3
2001 13. Oktober Parken, Kopenhagen, DĂ€nemark DanemarkDĂ€nemark Brian Nielsen Sieg / Aufgabe 7. Runde
2002 8. Juni The Pyramid, Memphis, Tennessee, Vereinigte Staaten Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Lennox Lewis Niederlage / KO 8. Runde
2003 22. Februar The Pyramid, Memphis, Tennessee, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Clifford Etienne Sieg / KO 1. Runde
2004 30. Juli Freedom Hall State Fairground, Louisville, Kentucky, Vereinigte Staaten Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Danny Williams Niederlage / KO 4. Runde
2005 11. Juni MCI Center, Washington, District of Columbia, Vereinigte Staaten IrlandIrland Kevin McBride Niederlage / TKO 6. Runde
(Quelle: BoxRec-Datenbank)

Sonstiges

2009 spielte Tyson in der Filmkomödie Hangover sich selbst. Da der Film ein internationaler Erfolg wurde, ĂŒbernahm er auch in Hangover 2 wieder eine kleine Rolle.[12] Seit 2009 widmet sich Tyson in Hoboken, New Jersey der Brieftaubenzucht.[13] 2011 lief auf dem Fernsehsender DMAX eine Reportage ĂŒber Tyson und seine Tauben, Mike Tyson – Entscheidung am Himmel. Tyson lebt aus sowohl ethischen als auch gesundheitlichen GrĂŒnden vegan.[14] 2009 entschuldigte sich Tyson in der amerikanischen Oprah Winfrey Show offiziell bei Holyfield fĂŒr seine vergangene Beißattacke.[15]

Literatur

  • Ernest Cashmore: Mike Tyson: Nurture of the Beast (Celebrities). Blackwell Publ 2005, ISBN 0-7456-3070-7 (englisch)
  • Marshall Cavendish International Ltd.: Box-Champions, Marshall Cavendish Video Kollektion 1997, Heft Nr. 3 (deutsche Ausgabe)
  • JosĂ© Torres: Fire & fear: the inside story of Mike Tyson, New York, NY: Warner Books, 1989, ISBN 0-446-51485-3
  • JosĂ© Torres: Knock out: die Mike-Tyson-Story, Übers. aus dem Amerikan.: Rus Tulburg, Berlin: Sportverlag, 1992, ISBN 3-328-00529-3

Weblinks

Fußnoten

  1. ↑ 1956 wurde Floyd Patterson 21-jĂ€hrig Weltmeister im Schwergewicht. Da die Spaltung des damaligen Weltverbandes erst Anfang der sechziger Jahre einsetzte, galt Patterson daher zu seiner Zeit als einziger Champion seiner Gewichtsklasse. Tyson hingegen gewann zunĂ€chst nur einen der drei anerkannten WM-Titel, wurde aber vom renommierten Ring Magazine bereits als stĂ€rkster Weltmeister eingestuft.

Einzelnachweise

  1. ↑ Manche Quellen wie BoxRec sprechen von 5' 10" entsprechend 1,78 m, wĂ€hrend er in Wettkampfdaten meist mit 5' 11" oder 5' 11,5" entsprechend 1,81 bis 1,82 m angegeben wird. GrĂ¶ĂŸenunterschiede können sich wĂ€hrend einer Boxerkarriere von fast 20 Jahren auch altersbedingt einstellen (i.d.R. nach unten), in der GrĂ¶ĂŸenordnung von bis zu 3 cm auch durch den Tageszeitpunkt der Messung.
  2. ↑ Berliner Zeitung: Tyson muß zahlen
  3. ↑ Berliner Zeitung: Vom TĂ€ter zum Helden
  4. ↑ Berliner Zeitung: Sie stĂŒrzen sich auf ihn wie die Geier
  5. ↑ Boxing Monthly: „The oddsmakers installed Tyson as a 25-1 on favourite but money coming in for Holyfield brought the odds down to 16-1 by the day of the fight.“
  6. ↑ Berliner Zeitung: Wieder ein Tyson-Vertrag gekĂŒndigt
  7. ↑ Berliner Zeitung: Mike Tyson wird vorzeitig entlassen
  8. ↑ Berliner Zeitung: Neue Locken, neue Einsicht
  9. ↑ Berliner Zeitung: Ein linker Haken nach dem Gong
  10. ↑ Die Welt: Mike Tyson rauchte Marihuana
  11. ↑ Der Spiegel: Lennox Lewis schlĂ€gt Tyson K.o.
  12. ↑ kino.de
  13. ↑ Welt am Sonntag, Hamburg, 13.MĂ€rz 2011, Nr. 11, Seite 74.
  14. ↑ "Jimmy Kimmel Live", Tyson erkĂ€rt, warum er vegan lebt.
  15. ↑ http://www.oprah.com/oprahshow/Mike-Tyson-Apologizes-to-Evander-Holyfield-Video
VorgÀnger Amt Nachfolger
Trevor Berbick Boxweltmeister im Schwergewicht (WBC)
22. November 1986 – 11. Februar 1990
James „Buster“ Douglas
James „Bonecrusher“ Smith Boxweltmeister im Schwergewicht (WBA)
7. MĂ€rz 1987 – 11. Februar 1990
Tony Tucker Boxweltmeister im Schwergewicht (IBF)
1. August 1987 – 11. Februar 1990
Frank Bruno Boxweltmeister im Schwergewicht (WBC)
16. MĂ€rz 1996 – 24. September 1996
Lennox Lewis
Bruce Seldon Boxweltmeister im Schwergewicht (WBA)
7. September 1996 – 9. November 1996
Evander Holyfield

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