Ministerium fĂŒr Staatssicherheit

ï»ż
Ministerium fĂŒr Staatssicherheit
Wappen des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit der DDR

Das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit der DDR (kurz MfS oder Stasi, abwertend auch SSD) war der Inlands- und Auslandsgeheimdienst der DDR und zugleich Ermittlungsbehörde (Untersuchungsorgan) fĂŒr „politische Straftaten“. Das MfS war innenpolitisch vor allem ein UnterdrĂŒckungs- und Überwachungsinstrument der SED („Schild und Schwert der Partei“) gegenĂŒber der DDR-Bevölkerung, das dem Machterhalt diente. Dabei setzte es als Mittel Überwachung, EinschĂŒchterung, Terror[1][2] und die so genannte Zersetzung gegen Oppositionelle und Regimekritiker („feindlich-negative Personen“) ein.

Das MfS wurde am 8. Februar 1950 gegrĂŒndet. Der Sprachgebrauch der SED, der das MfS als „Schild und Schwert der Partei“ bezeichnete, beschreibt die ihm zugedachte Funktion im politisch-ideologischen System der DDR.

Neben dem MfS gab es auch einen weiteren Nachrichtendienst in der DDR, die MilitĂ€rische AufklĂ€rung der Nationalen Volksarmee (militĂ€rischer AufklĂ€rungsdienst) mit Sitz in Berlin-Treptow. Die Verwaltung AufklĂ€rung wurde ebenso wie die Grenztruppen und die restliche NVA durch die Hauptabteilung I (MfS-MilitĂ€rabwehr oder Verwaltung 2000) kontrolliert („abgesichert“).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

VorlÀufer

Das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit baute bei seiner GrĂŒndung am 8. Februar 1950 auf zwei VorgĂ€ngerorganisationen sowjetischer PrĂ€gung auf. Die sowjetischen Ministerien fĂŒr Inneres und fĂŒr Staatssicherheit (NKWD/NKGB bzw. MWD/MGB) installierten unter Lawrenti Beria eine Reihe von selbststĂ€ndigen, umfangreichen nachrichtendienstlich und polizeilich aktiven Apparaten in der sowjetischen Besatzungszone. Ihr Leiter war zunĂ€chst der sowjetische Generaloberst Iwan A. Serow, ab 1946 Nikolai K. Kowaltschuk.

Die KPD hatte bald nach der Ankunft der Moskauer KPD-Kader einen Nachrichtendienst fĂŒr die Partei aufgebaut. Im August 1946 veranlasste die SED die GrĂŒndung der Deutschen Verwaltung des Inneren (DVdI) und darin eines Nachrichtendienstes namens Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft. Dieser vereinheitlichte ab 1948 die politische Polizei unter der Bezeichnung „K5“. DarĂŒber hinaus fĂŒhrte die „Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft“ geheimdienstliche Operationen und Aufgaben durch. Ihr Personalbestand begann 1946 mit 160 Mitarbeitern und stieg innerhalb von zwei Jahren auf das Vierfache auf 700 Mitarbeiter im April 1948 an. Die K5-Abteilungen gehörten zur Kriminalpolizei und waren vor allem dazu eingerichtet worden, die von der Besatzungsmacht geforderte rasche Entnazifizierung voranzutreiben. Mitarbeiter des K5 loteten quer ĂŒber die Besatzungszone ehemalige NS-FunkionĂ€re aus und fĂŒhrten sie der Justiz zwecks einer schnellen Aburteilung zu. Die „K5“ war damit eine politische Polizei.[3]

GrĂŒndung und Aufbau

„Fotostuhl“ des MfS fĂŒr Aufnahmen der erkennungsdienstlichen Fotos. Vorne links ist der Tisch zur Abnahme von FingerabdrĂŒcken.
Das MfS eröffnet 1951 einen „Gruppenvorgang“ gegen die der AgententĂ€tigkeit verdĂ€chtigten Karl Laurenz und Elli Barczatis. Beide wurden 1955, nachdem das MfS ermittelt hatte, wegen „Boykotthetze“ hingerichtet und 2006 strafrechtlich rehabilitiert.

Die Grundlage fĂŒr den Aufbau einer eigenstĂ€ndigen Geheimpolizei legte das PolitbĂŒro der KPdSU am 28. Dezember 1948 mit dem Beschluss zur Bildung der „Hauptverwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft“. Mit diesem Beschluss konnten sich Walter Ulbricht, Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl gegen die BefĂŒrchtungen des sowjetischen Ministers fĂŒr Staatssicherheit, Wiktor Abakumow, durchsetzen, der wegen der Wirkung dieses Beschlusses auf die Westalliierten besorgt war.

Am 24. Januar 1950 fasste das PolitbĂŒro der SED den Beschluss zur Bildung des MfS. Zwei Tage spĂ€ter empfahl die Regierung der DDR parallel zum eigenen „Beschluss ĂŒber die Abwehr von Sabotage“ ebenfalls die Bildung des MfS. Am 8. Februar 1950 bestĂ€tigte die Volkskammer der DDR einstimmig das Gesetz ĂŒber die Bildung eines Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit.[4] Eine Kontrolle des neugeschaffenen Ministeriums durch Parlament oder Ministerrat war im Gesetz nicht vorgesehen. Als Leiter wurde acht Tage spĂ€ter Wilhelm Zaisser eingesetzt. Erich Mielke war sein Stellvertreter im Range eines StaatssekretĂ€rs. Bis Ende des Jahres beschĂ€ftigte das neu gegrĂŒndete Ministerium bereits rund 2700 Mitarbeiter.

Im Zuge der Verwaltungsreform von 1952 wurden die fĂŒnf MfS-LĂ€nderverwaltungen (LV) aufgelöst und stattdessen 14 Bezirksverwaltungen (BV) eingerichtet. Die 1951 gegrĂŒndete Objektverwaltung Wismut blieb bestehen. Ferner war der Aufbau eines Netzes von zunĂ€chst 192, spĂ€ter 216 Objekt- und Kreisdienststellen (KD) geplant. Die Deutsche Grenzpolizei und die Transportpolizei wurden dem Minister fĂŒr Staatssicherheit unterstellt. Die Verwaltungsreform und die „VerschĂ€rfung des Klassenkampfes“ fĂŒhrten zu einer Verdopplung des Apparates von 4500 (Ende 1951) auf rund 8800 Mitarbeiter (Ende 1952).

17. Juni 1953

Nachdem das MfS bei der FrĂŒherkennung und UnterdrĂŒckung der sogenannten „Zusammenrottungen“ des Volksaufstandes am 17. Juni 1953 aus Sicht des PolitbĂŒros „versagt“ hatte, wurde das Ministerium am 23. Juli 1953 zum „Staatssekretariat fĂŒr Staatssicherheit (SfS)“ zurĂŒckgestuft und dem Ministerium des Innern der DDR unter Willi Stoph unterstellt; erst am 24. November 1955 erhielt es wieder Ministeriumsrang und bekam den Hauptverwaltung AufklĂ€rung genannten Auslandsnachrichtendienst zugeordnet.[5] In Folge dessen wurde der seit 8. Februar 1950 amtierende Minister fĂŒr Staatssicherheit Wilhelm Zaisser wegen „parteifeindlicher fraktioneller TĂ€tigkeit“ seines Ministerpostens enthoben, aus dem Zentralkomitee der SED und ein Jahr spĂ€ter auch aus der SED ausgeschlossen. Auch der stellvertretende Minister Erich Mielke musste sich einer ÜberprĂŒfung seiner AmtsfĂŒhrung unterziehen, durfte seinen Posten jedoch behalten. Leiter des SfS und dann Minister des MfS wurde Ernst Wollweber.

Eine wesentliche Rolle kam dem MfS jedoch bei der Ermittlung und Verhaftung der sogenannten „RĂ€delsfĂŒhrer“ und „westlichen Provokateuren“ zu. So wurden durch MfS und Volkspolizei bis zum Abend des 22. Juni 1953 ĂŒber 6.000 Personen festgenommen.

WĂ€hrend der gesamten 1950er-Jahre wurden in zahlreichen „SĂ€uberungen“ Parteimitglieder verhaftet, die wĂ€hrend der Zeit des Nationalsozialismus in westliche LĂ€nder emigriert waren; auch andere SED-Mitglieder wurden Opfer dieser Aktionen. Zu den prominentesten Opfern der stalinistischen ParteisĂ€uberungen in der DDR gehörten Kurt MĂŒller, Willi Kreikemeyer, Paul Merker, Max Fechner, Karl Hamann und Georg Dertinger. Zudem entfĂŒhrte das MfS in den 1950er Jahren im Zuge diverser Verhaftungsaktionen gegen „feindliche Agenten“ etwa 600 bis 700 Personen aus dem Westen in die DDR.

Eine kurze Phase der Entstalinisierung fĂŒhrte im Sommer 1956 zur vorzeitigen Entlassung von 25.000 HĂ€ftlingen, darunter auch zahlreiche politische Gefangene. Auch die bis dahin gĂ€ngige Folterpraxis stand intern zur Diskussion. Doch bereits nach dem Volksaufstand in Ungarn 1956 folgte eine weitere Welle der Repression, der mit Wolfgang Harich und Walter Janka auch prominente Kommunisten zum Opfer fielen. Auch Wollweber geriet in offenen Konflikt mit Walter Ulbricht. Auf dessen Anordnung wurde Wollweber 1957 durch seinen Stellvertreter Mielke ersetzt. Dieser leitete das MfS bis zum 7. November 1989, dem Tag des RĂŒcktritts des Ministerrats der DDR zur Wende.

Das MfS nach dem Mauerbau

Die inneren Unruhen in Polen und Ungarn sowie die kritischen Äußerungen von Parteiintellektuellen fĂŒhrten zu einem neuerlichen Kurswechsel innerhalb des MfS. So lag der Fokus nun vermehrt auf der Repression gegenĂŒber inneren oppositionellen KrĂ€ften. Dies spiegelte sich auch in der „Doktrin der politisch-ideologischen Diversion“[6] (PID) wider, die alle Formen innerer Opposition auf den Einfluss des „imperialistischen Feindes“ zurĂŒckfĂŒhrte und zugleich die wachsende PrĂ€senz der Staatssicherheit in allen Alltagsbereichen begrĂŒndete. BegĂŒnstigt wurde dies durch den Mauerbau, der ein Abwandern von Oppositionellen verhinderte. Lagen die Hauptaufgaben des MfS vor dem Mauerbau in der BekĂ€mpfung westlicher Geheimdienste sowie der Fluchtbewegung, so sollte das MfS kĂŒnftig vermehrt prĂ€ventiv potentielle Unruheherde erkennen. Als erste BewĂ€hrungsprobe fĂŒr den neuausgerichteten Apparat erwies sich der Prager FrĂŒhling.

Im Mai 1971 wurde Walter Ulbricht durch Erich Honecker gestĂŒrzt. Im Zuge dessen wurde der Minister fĂŒr Staatssicherheit Erich Mielke zunĂ€chst zum Kandidaten, fĂŒnf Jahre spĂ€ter auch zum stimmberechtigten Mitglied des PolitbĂŒros gewĂ€hlt. Entscheidende Fragen der MfS-TĂ€tigkeit berieten beide jedoch in wöchentlichen Vier-Augen-GesprĂ€chen. Seit den frĂŒhen 1970er Jahren war die DDR verstĂ€rkt um eine internationale Anerkennung und deutsch-deutsche AnnĂ€herung bemĂŒht. Dies fĂŒhrte auch zu Änderungen in den Methoden der Staatssicherheit. Da die DDR sowohl im Grundlagenvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland[7] als auch mit dem Beitritt zur UN-Charta[8] und der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte[9] die Absicht zur Achtung der Menschenrechte bekundet hatte, versuchte das MfS vermehrt oppositionelles Verhalten ohne Anwendung des Strafrechtes zu sanktionieren und stattdessen auf „weiche“ und „leise“ Formen der Repression – wie beispielsweise Zersetzungsmaßnahmen – zurĂŒckzugreifen. HierfĂŒr war eine systematische und flĂ€chendeckende Überwachung unter Einsatz von bis zu 200.000 Inoffiziellen Mitarbeitern erforderlich. Ob durch Strafverfolgung, Auslands- und Technologiespionage, als Stimmungsbarometer, Zensurbehörde, zur Umgehung von Handelsembargos oder zur Devisenbeschaffung durch Haftarbeit und HĂ€ftlingsfreikauf – das MfS wurde zur „Allzweckwaffe“ der SED-Diktatur und erlangte somit eine SchlĂŒsselfunktion im Herrschaftssystem der DDR.

Amt fĂŒr Nationale Sicherheit

Am 17. November 1989 wĂ€hlte die Volkskammer der DDR einen neuen Ministerrat. Das MfS wurde in Amt fĂŒr Nationale Sicherheit (AfNS)[10] umbenannt. Dessen Leiter wurde der bisherige Stellvertreter von Erich Mielke, Wolfgang Schwanitz. Mit der Umwandlung des MfS in das AfNS war auch eine Verkleinerung des Apparates geplant, wozu es jedoch in Folge des raschen Zusammenbruchs des MfS/AfNS nicht mehr kam. Am Morgen des 4. Dezember 1989 wurde die Bezirksstelle des AfNS in Erfurt von BĂŒrgern besetzt, nachdem bekannt geworden war, dass die Stasi-Akten vernichtet werden sollten.[11] Am Abend desselben Tages wurden die Dienststellen in Leipzig und Rostock besetzt; Besetzungen in den anderen BezirksstĂ€dten folgten, zuletzt am 15. Januar 1990 in der Zentrale in Berlin. Bei den Besetzungen kam es teilweise zu chaotischen ZustĂ€nden. Mit der Einrichtung von BĂŒrgerwachen und BĂŒrgerkomitees begann die erzwungene Auflösung und Aufarbeitung der TĂ€tigkeit des MfS. Knapp einen Monat nach der GrĂŒndung des Amtes fĂŒr Nationale Sicherheit beschloss der Ministerrat am 14. Dezember 1989 dessen Auflösung und den Aufbau eines Verfassungsschutzes sowie eines Nachrichtendienstes (in offensichtlicher Anlehnung an die Geheimdienststrukturen in der Bundesrepublik Deutschland). Zum Aufbau des Verfassungsschutzes, der nur noch rund 10.000 Mitarbeiter umfassen sollte, kam es jedoch wegen der BĂŒrgerproteste und nach Beschluss des Ministerrates zur ersatzlosen Auflösung des Amtes vom 13. Januar 1990 nicht.[12]

StĂŒrmung der Stasi-Zentrale im Januar 1990.

Selbstauflösung der HVA

SpĂ€ter billigte der Runde Tisch die Selbstauflösung der AuslandsaufklĂ€rung des MfS (Hauptverwaltung AufklĂ€rung, kurz HV A), deren Leiter von 1956 bis 1986 Markus Wolf, ein Stellvertreter Erich Mielkes, war. Trotz der folgenden Vernichtung fast aller Akten und DatentrĂ€ger der HV A gelangten 1990 deren Mob-(Mobilmachungs-)Karteien unter ungeklĂ€rten UmstĂ€nden in die HĂ€nde der CIA. Sie wurden spĂ€ter unter dem Namen „Rosenholz-Dateien“ bekannt und der Bundesregierung kopiert ĂŒberlassen.

Juristische und gesellschaftliche Aufarbeitung

Am 29. Dezember 1991 trat das Stasi-Unterlagen-Gesetz (StUG) in Kraft, das der Deutsche Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet hatte. Das zentrale Anliegen dieses Gesetzes ist die vollstĂ€ndige Öffnung der Akten des ehemaligen Staatssicherheitsdienstes, insbesondere der Zugang der Betroffenen zu den Informationen, die der Staatssicherheitsdienst zu ihnen gespeichert hat. Erstmals bekamen damit BĂŒrger Gelegenheit, Unterlagen einzusehen, die ein Geheimdienst ĂŒber sie angelegt hatte. Sichergestellt wurde dies durch das eigens hierfĂŒr eingefĂŒhrte Amt des Bundesbeauftragten fĂŒr die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU), nach den Leitern oft auch kurz Gauck- bzw. spĂ€ter Birthler- und Jahn-Behörde genannt.

Marianne Birthler erklĂ€rte im April 2006, ehemalige hauptamtliche Mitarbeiter des MfS – mittlerweile in VerbĂ€nden organisiert – versuchten, „das Ansehen der DDR im Allgemeinen, und der Stasi im Besonderen zu schönen, die Tatsachen umzulĂŒgen“. Sie zögen auch daraus, dass es bei 30.000 Ermittlungsverfahren gegen MfS-Mitarbeiter nur zu ca. 20 Verurteilungen kam, den falschen Schluss, „so schlimm könne es nicht gewesen sein“. Dieser Schluss sei zynisch. Es habe nur deswegen kaum Verurteilungen gegeben, weil in einem Rechtsstaat nur Taten bestraft werden dĂŒrften, die zum Zeitpunkt ihrer VerĂŒbung bereits gegen Gesetze verstießen (RĂŒckwirkungsverbot). Wenn also damals zum Tatzeitpunkt kein Verstoß gegen DDR-Gesetze vorgelegen habe, könne heute deswegen nicht verurteilt werden. Nur bei nicht als Straftaten behandelten Schwerverbrechen und Tötungsdelikten, wie beispielsweise bei der AusfĂŒhrung des Schießbefehls, kĂ€me das Prinzip zum Zuge, dass Unrechtsgesetze von Diktaturen keine Geltung haben könnten (Radbruchsche Formel). So sei es leider Fakt, dass es bei Unrechtshandlungen des MfS gegenĂŒber Gefangenen oder Observierten, die zu Opfern der Zersetzungsmethoden des MfS wurden, nicht zu Verurteilungen kommen könne. „Daraus nun aber zu schließen, dass“ dies „kein Unrecht sei, das ist der Gipfel des Zynismus.“[13]

Obwohl nach den Bestimmungen des Stasiunterlagengesetzes die namentliche Nennung von IM zum Zweck der AufklĂ€rung und der Forschung zulĂ€ssig ist, gehen Ehemalige immer wieder mit der Forderung vor Gericht, dass ihre Namen nicht genannt werden dĂŒrften. Im MĂ€rz 2008 erwirkte Holm Singer („IM Schubert“) vor dem Landgericht Zwickau eine einstweilige VerfĂŒgung gegen die von Edmund KĂ€bisch organisierte Ausstellung „Christliches Handeln in der DDR“. Die Ausstellung wurde daraufhin vorlĂ€ufig abgebrochen.[14] Die VerfĂŒgung wurde mittlerweile aufgehoben, ohne dass sich das Gericht darauf festgelegt hat, ob im konkreten Fall das Persönlichkeitsrecht Singers höher zu bewerten sei als das Grundrecht der Meinungsfreiheit.

Auftrag

„Kampftreffen“ im Palast der Republik in Ost-Berlin anlĂ€sslich des 35. Jahrestages der Bildung des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit, 1985

Das MfS war kein klassisches Abwehr- und AufklĂ€rungsorgan, da seine Kompetenzen weit ĂŒber die eines normalen Nachrichtendienstes hinausgingen. Im Gegensatz zu Nachrichtendiensten in westlichen Demokratien, wo es eine strikte Gewaltenteilung zwischen Exekutive, Legislative und Judikative gibt, hatte das MfS auch polizeiliche und staatsanwaltliche Befugnisse. Selbst die Überwachung und Verfolgung von Parteimitgliedern waren erlaubt, allerdings mussten solche VorgĂ€nge von den Abteilungsleitern (Oberstleutnant und höher) erst genehmigt werden.

So war das MfS primĂ€r ein Überwachungs- und Repressionsorgan der SED, das die DDR-Gesellschaft in allen Bereichen kontrollierte, und erst in zweiter Linie ein Auslandsnachrichtendienst.

Durch Beschluss des SED-PolitbĂŒros vom 23. September 1953 wurde festgelegt, dass das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit als militĂ€risches Organ sowohl als Inlands- als auch als Auslandsnachrichtendienst arbeiten sollte.[15] Dies umfasste folgende Aufgabenbereiche:

Inland

  • DurchfĂŒhrung von AgententĂ€tigkeit, z. B.: Kontrolle von Massenorganisationen und gezielte Zersetzung und Spaltung potenzieller oppositioneller Kreise, wie zum Beispiel Intellektuelle, Dissidenten, sowie der Kirche und deren Jugendgruppen.[16]
  • Umfassende Überwachung der DDR-BĂŒrger und teilweise auch ihrer Angehörigen außerhalb der DDR unter Missachtung ihrer BĂŒrgerrechte. Wurde im Jargon auch „Aufdeckung und Beseitigung feindlicher ZersetzungstĂ€tigkeiten“ genannt. Dies erfolgte u. a. durch Bespitzeln, Zensur von Presse und Filmen, UnterdrĂŒckung der Meinungsfreiheit.
  • Kontrolle („Absicherung“) sĂ€mtlicher bewaffneter Organe der DDR (Grenztruppen, NVA und Volkspolizei)
  • Kontrolle („Absicherung“) des Staatsapparates (andere Ministerien)
  • Kontrolle („Absicherung“) der volkswirtschaftlichen Organe (Kombinate und Betriebe)
  • Kontrolle („Absicherung“) des Verkehrswesens und der Touristik
  • Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsorganen und Volkspolizei
  • Personenschutz von Partei- und StaatsfunktionĂ€ren
  • Überwachung sogenannter „bevorrechteter Personen“ (Diplomaten, akkreditierte Presse und GeschĂ€ftsleute)
  • AufklĂ€rung besonderer StraftatbestĂ€nde wie gemeingefĂ€hrlicher Brandstiftung oder politisch motivierter Schmierereien (SachbeschĂ€digung und staatsfeindliche Hetze)

Das MfS ĂŒbernahm nach TodesfĂ€llen an der Berliner Mauer oder der innerdeutschen Grenze die Ermittlungen zum Hergang und ihre Verschleierung gegenĂŒber der Öffentlichkeit und den Angehörigen. Dabei „legendierte“ das MfS die FĂ€lle, um ihnen entweder wenig bis keine Aufmerksamkeit zuteilwerden zu lassen oder die Aufmerksamkeit in eine bestimmte Richtung zu lenken. Getötete Grenzsoldaten stilisierte das MfS zu Helden, fĂŒr deren Tod feindliche Agenten oder Verbrecher verantwortlich seien. Tatortuntersuchungsberichte, Sterbeurkunden und andere Dokumente wurden dafĂŒr gefĂ€lscht. Ferner kontrollierte das MfS den Verbleib der Leichen und die UmstĂ€nde der Beerdigungen. Angehörige wurden verpflichtet, ĂŒber die TodesumstĂ€nde Stillschweigen zu bewahren oder bekamen erfundene Geschichten erzĂ€hlt.[17]

Ausland

  • AufklĂ€rungsarbeit in Westdeutschland und Westberlin mit dem Ziel, aus allen wichtigen Institutionen der Westalliierten (Bonner Regierung, Industrie, Forschung) Informationen zu gewinnen.
  • Aktive Spionageabwehr und Abwehr von AnschlĂ€gen privater und staatlicher Organisationen
  • Aktive Beeinflussung des öffentlichen Lebens im Westen durch Eindringen von MfS-Informanten in alle wichtigen Bereiche (z. B. durch aktive Desinformation)

AnschlÀge

Es sind diverse MordanschlĂ€ge des MfS auf in Westdeutschland lebende Regimegegner belegt. So versuchten MfS-Agenten mehrfach, den in der Bundesrepublik lebenden Fluchthelfer Wolfgang Welsch zu ermorden. Beim Mord an dem im Westen lebenden DDR-Dissidenten Bernd Moldenhauer deuten Indizien daraufhin, dass das MfS den TĂ€ter beauftragt hatte. Michael GartenschlĂ€ger wurde an der innerdeutschen Grenze von der Staatssicherheit in eine Falle gelockt[18] und – vermutlich vorsĂ€tzlich – erschossen. Auch Siegfried Schulze, ein Mitglied der Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit, wurde 1975 zum Ziel eines Mordanschlags.[19] Ebenso wurde eine Beteiligung des MfS am Unfalltod des Fußballspielers Lutz Eigendorf vermutet. Demnach sei Eigendorf zunĂ€chst Alkohol injiziert und dieser anschließend wĂ€hrend der Fahrt geblendet worden. Auch gab ein mehrfach vorbestrafter, ehemaliger IM an, vom MfS einen Mordauftrag fĂŒr Eigendorf erhalten, diesen aber nicht ausgefĂŒhrt zu haben. Die Staatsanwaltschaft sieht jedoch keine objektiven Hinweise auf ein Fremdverschulden am Tod Eigendorfs.[20][21][22] Auf den Fluchthelfer Kay Mierendorff wurde 1982 ein Briefbombenanschlag verĂŒbt, den er schwerverletzt ĂŒberlebte.[23][24]

Rechtsgrundlagen

Die FĂŒhrungsrolle der SED war in Artikel 1 der DDR-Verfassung von 1968 verankert:

„Die Deutsche Demokratische Republik ist ein sozialistischer Staat deutscher Nation. Sie ist die politische Organisation der WerktĂ€tigen in Stadt und Land, die gemeinsam unter FĂŒhrung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei den Sozialismus verwirklichen“

Da die SED in ihrem SelbstverstĂ€ndnis davon ausging, mit dem Marxismus-Leninismus im Besitz der Wahrheit zu sein und die GesetzmĂ€ĂŸigkeiten der Geschichte zu kennen, leitete sie daraus ein FĂŒhrungsmonopol ab.

Verbindliche Grundlagen fĂŒr die TĂ€tigkeit des MfS waren die Befehle und Weisungen des PolitbĂŒros, die kritiklos und strikt zu befolgen waren. Das Statut des MfS von 1969[25] legte fest, dass das Programm der SED und die BeschlĂŒsse des Zentralkomitees (ZK) sowie des PolitbĂŒros Richtlinien fĂŒr die geheimpolizeiliche Arbeit des MfS sind. Diese BeschlĂŒsse wurden jeweils von ParteifunktionĂ€ren den verantwortlichen Leitern des MfS dargelegt, wobei die politischen Schwerpunkte der nachrichtendienstlichen Arbeit, der politische und gesellschaftliche Handlungsspielraum sowie die zu beachtenden Normen der geheimpolizeilichen TĂ€tigkeit festgelegt wurden.[26]

Rechtliche Grundlage fĂŒr die TĂ€tigkeit des MfS bildete das „Gesetz ĂŒber die Bildung eines Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit“, die Statuten des SfS/MfS von 1953 bzw. 1969 (die strengster Geheimhaltung unterlagen und in denen die geheimdienstlichen Befugnisse von der Regierung oder dem Nationalen Verteidigungsrat begrĂŒndet wurden) sowie die Strafprozessordnung und das Volkspolizei-Gesetz von 1968, dessen Paragraph 20 die Angehörigen des MfS mit polizeilichen Befugnissen ausstattete. Allerdings bewegte sich der Geheimdienst auch außerhalb dieser rechtlichen Grundlagen und verstieß bei seiner Arbeit auch gegen Verfassungsgarantien der eigenen DDR-Verfassung.

Organisation

MfS-Personalstatistik hauptamtliche Mitarbeiter 1949–1989
IM-Entwicklung des MfS 1950–1989
Rechts Blick auf Haus 1, BĂŒro der Leitung des Ministeriums, dahinter rechts in weiß, Haus 2, der Sitz der Hauptabteilung II (HA II) – Spionageabwehr
GebĂ€ude der Hauptabteilung III (HA III) – FunkaufklĂ€rung, Funkabwehr, in Berlin-Lichtenberg, Gotlindestraße

Hauptamtliche Mitarbeiter

Das MfS konnte seinen Personalbestand kontinuierlich ausbauen. VerfĂŒgte der MfS-VorgĂ€nger Verwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft 1949 nur ĂŒber 1.150 feste Mitarbeiter, so stieg diese Zahl bis zum 31. Oktober 1989 auf 91.015 hauptamtliche MfS-Mitarbeiter (darunter 13.073 Zeitsoldaten) an.[27] Seit seiner Existenz beschĂ€ftigte das MfS rund 250.000 Personen hauptamtlich, darunter rund 100.000 Zeitsoldaten des Wachregiments Feliks Dzierzynski.[28] In Bezug auf die Einwohnerzahl bildete das MfS mit einer Quote von einem hauptamtlichen Mitarbeiter auf 180 Einwohner (Stand: 1989) den grĂ¶ĂŸten geheimdienstlichen Apparat der Weltgeschichte (Zum Vergleich: In der Sowjetunion kam 1990 ein KGB-Mitarbeiter auf 595 Einwohner, im Dritten Reich in den Grenzen von 1937 ein Gestapo-Mitarbeiter auf rund 8.500 Einwohner).[29]

Da sich das MfS als „Schild und Schwert der Partei“ verstand, waren seine Mitarbeiter nahezu ausnahmslos Mitglieder der SED, einzige Ausnahme waren junge, noch neue Hauptamtliche, die noch in der „Kandidatenphase“ zur SED-Mitgliedschaft waren.

Nach den Einstellungsrichtlinien des MfS war die Einstellung von frĂŒheren NSDAP- und SS-Mitgliedern sowie Mitgliedern des Polizei- und Geheimdienstapparates des NS-Regimes nicht gestattet. Personen, die bei ihrer Einstellung ihre NS-Vergangenheit verschwiegen, wurden entlassen. Beim MfS wurde ebenfalls kein frĂŒherer Wehrmachtsoffizier hauptamtlich eingestellt.[30]

Inoffizielle Mitarbeiter

→ Hauptartikel: inoffizieller Mitarbeiter

Hinzu kam ein Netz aus sogenannten inoffiziellen Mitarbeitern (IM). Anders als im Fall der hauptamtlichen Mitarbeiter war die Gesamtzahl der inoffiziellen Mitarbeiter keinem kontinuierlichen Anstieg unterworfen, sondern stieg im Kontext innergesellschaftlicher Krisen (17. Juni, Mauerbau, deutsch-deutsche Entspannungspolitik) sprunghaft an. In den Jahren 1975 bis 1977 erreichte das IM-Netz mit jeweils ĂŒber 200.000 Mitarbeitern seine grĂ¶ĂŸte Ausdehnung.[31] Das EinfĂŒhren einer verĂ€nderten IM-Richtlinie mit dem Ziel der weiteren Professionalisierung fĂŒhrte Ende der 1970er Jahre zu einer leicht sinkenden Anzahl von zuletzt 173.081 Inoffiziellen Mitarbeitern (Stand: 31. Dezember 1988, ohne HV A).[32] Im Laufe seiner Existenz fĂŒhrte das MfS rund 624.000 Menschen als Inoffizielle Mitarbeiter.[31]

Der ĂŒberwiegende Teil der inoffiziellen Mitarbeiter war im Inland tĂ€tig. Agenten, die im nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) im Einsatz waren, wurden im offiziellen Sprachgebrauch Kundschafter des Friedens genannt. Über den Umfang des IM-Netzes im Ausland liegen nur Einzeldaten vor. So wird geschĂ€tzt, dass das MfS (einschließlich der HV A) zuletzt rund 3.000 Inoffizielle Mitarbeiter im „Operationsgebiet“ Bundesrepublik sowie 300 bis 400 IMs im westlichen Ausland beschĂ€ftigte.[31] Insgesamt wird die Zahl der BundesbĂŒrger, die im Laufe seines Bestehens im Dienst des MfS standen auf rund 12.000 geschĂ€tzt.[31] Quantitativ machten sie so unter den IM des MfS nur einen Anteil von nicht einmal zwei Prozent aus.[31]

Ein Eintrag als IM ist zunĂ€chst nur als Indiz fĂŒr eine GeheimdiensttĂ€tigkeit zu werten: Es kann nicht immer sicher ausgeschlossen werden, dass reine Kontaktaufnahmen des MfS durch einen Aktenbeleg als IM dokumentiert sind. Allein aus Vermerken und sonstigen Eintragungen auf Karteikarten lĂ€sst sich nicht immer zweifelsfrei feststellen, wie eng die Beziehung einer Person zum MfS war; sie liefern nur Indizien. Die Geschehnisse können oft nur anhand der vernetzten Akten umfassend nachvollzogen werden. Beweisbar werden inoffizielle TĂ€tigkeiten dann, wenn eindeutige Zuordnungen im System des MfS verankert wurden. So bieten die erhalten gebliebenen F-16- und F-22-Karteien im Zusammenhang mit Aktenfunden und persönlichen (nicht zwingend notwendigen) VerpflichtungserklĂ€rungen die im Stasiunterlagengesetz geforderte Belegsicherheit. Umfassende Unterlagen sind fĂŒr manche IM noch erhalten, fĂŒr andere vernichtet. Allerdings finden sich Querverweise in anderen Berichten, die ein Bild ĂŒber die TĂ€tigkeit eines IM geben können. Die VerpflichtungserklĂ€rung zur Zusammenarbeit mit dem MfS ist hĂ€ufig nicht mehr aufzufinden, da eine erhebliche Anzahl an Akten vor dem Zusammenbruch des Ministeriums vernichtet wurde.

Auslandsagenten („Kundschafter“)

Zum Zeitpunkt des Zusammenbruches der DDR gab es in der Bundesrepublik Deutschland rund 2000 aktive MfS-Spione, wie die veröffentlichte Auswertung der sogenannten Rosenholz-Dateien im MĂ€rz 2004 ergab.[33] Die Anzahl der IM, welche fĂŒr die Hauptverwaltung AufklĂ€rung in der DDR selbst tĂ€tig waren, wurde dabei mit 20.000 beziffert. Das MfS unterstĂŒtzte in der Bundesrepublik Deutschland ihm nĂŒtzlich erscheinende politische KrĂ€fte. So wurden unter dem Decknamen „Gruppe Ralf Forster“ in der DDR ausgewĂ€hlte Kader der DKP im Nahkampf und Sprengstoffeinsatz ausgebildet. Die Unterlagen des MfS zur „Gruppe Ralf Forster“ wurden geschreddert und im Jahr 2004 wieder in der Birthler-Behörde rekonstruiert. Die Agenten der MfS-Abteilung fĂŒr SpezialkampffĂŒhrung sollten eine militĂ€rische Besetzung des „Operationsgebietes“ durch Diversion, Spionage und Sabotage vorbereiten, sie waren in der Bundesrepublik und anderen westlichen Staaten, so auch in der Schweiz (z. B. Agentenpaar MĂŒller-HĂŒbner) aktiv.[34]

MfS und „Rote Armee Fraktion“

DarĂŒber hinaus bildeten Mitarbeiter der HA XXII in den 80er Jahren wiederholt RAF-Mitglieder im Umgang mit Waffen und Sprengmitteln aus. Durch Akten ist belegt, dass acht Aussteiger der Rote Armee Fraktion in der DDR Unterschlupf, Schutz vor westlicher Strafverfolgung und eine neue IdentitĂ€t erhielten. Wegen der extremen politischen Brisanz dieser Operation wurden die ĂŒbergesiedelten Ex-Terroristen rund um die Uhr ĂŒberwacht und getrennt voneinander angesiedelt (keiner kannte Wohnort und neue IdentitĂ€t des anderen). Ziel dieser Maßnahmen war nicht etwa die Intensivierung der terroristischen AktivitĂ€ten der RAF, sondern die Sicherstellung des Einblicks in die innere FĂŒhrung dieser Organisation und die Einflussnahme auf eben diese. Damit wollte man verhindern, dass es in der DDR irgendwann zu Ă€hnlichen AktivitĂ€ten kommt. Die federfĂŒhrende HA XXII beobachtete und pflegte auch Kontakt mit PLO-Vertretern und ĂŒberwachte sie ebenso wie andere vergleichbare Organisationen. Dabei arbeitete sie mit der HVA zusammen, die entsprechend AktivitĂ€ten im Ausland ĂŒberwachte und auch Kontakt zu den Vertretern solcher Gruppierungen hielt.

Kontrolle durch die SED

In der Praxis gingen alle Entscheidungen das MfS betreffend vom PolitbĂŒro aus (ĂŒber Erich Mielke als Mitglied).

Einzige Ausnahme war die ZK-Abteilung fĂŒr Sicherheitsfragen (Sicherheitskommission), die 1953 vom PolitbĂŒro eingerichtet wurde, um die Umsetzung der ParteitagsbeschlĂŒsse in den „bewaffneten Organen“ zu kontrollieren und das MfS in seiner politischen Arbeit anzuleiten. Diese Sicherheitskommission war fĂŒr die Genehmigung sĂ€mtlicher höherer Personalentscheidungen (Beförderungen zum Oberst oder höher) verantwortlich. Damit sicherte sich die SED die Kontrolle ĂŒber die SchlĂŒsselstellungen innerhalb des MfS. Das bedeutete, dass auch Mielke innerhalb seines Ministeriums nicht gĂ€nzlich ohne Kontrolle war (es gab durchaus auch Ablehnungen von MfS-PersonalvorschlĂ€gen).

Innerhalb der Organisation des MfS waren die Leiter der Bezirksverwaltungen gleichzeitig Mitglieder der SED-Bezirksleitungen. Das MfS war formal dem Ministerrat der DDR unterstellt, die Handlungsanweisungen an das Ministerium stammten aber von der FĂŒhrung der SED und auf Bezirksebene von den 2. SekretĂ€ren, die zustĂ€ndig fĂŒr „Agitation und Sicherheit“ waren.

Struktur

Zentrale

Die Zentrale des Ministeriums in Berlin-Lichtenberg nahm einen ganzen HĂ€userblock zwischen Frankfurter Allee, Magdalenenstraße, Normannenstraße und Ruschestraße ein. Er bestand aus 29 HĂ€usern und 11 Höfen. Die Hauptzufahrt erfolgte ĂŒber die Ruschestraße. Hinzu kam ein spĂ€ter errichteter ergĂ€nzender GebĂ€udekomplex in der Gotlindestraße. Im HauptgebĂ€ude (Nr. 1) mit Zugang von der Ruschestraße hatte der Minister fĂŒr Staatssicherheit Erich Mielke und sein Sekretariat die BĂŒros. In diesem GebĂ€udekomplex befanden sich auch einige Hauptabteilungen. Zur Zentrale des Ministeriums gehörte außerdem ein GebĂ€udekomplex in Berlin-Schöneweide, wo sich einige Spezialabteilungen befanden. In Folge des Umbruchs in der DDR wurde die MfS-Zentrale am 15. Januar 1990 von BĂŒrgerrechtlern und Demonstranten gestĂŒrmt.[35] Seit 1990 befindet sich im vormaligen GebĂ€ude des Ministersitzes ein Museum und die Forschungs- und GedenkstĂ€tte Normannenstraße. Das GebĂ€ude steht unter Denkmalschutz.[36] ZugĂ€nglich sind unter anderem die original erhaltenen BĂŒrorĂ€ume Erich Mielkes.

Territorialprinzip

MfS-Bezirksverwaltung Leipzig „Runde Ecke“ Dittrichring
Amtsschild der MfS-Bezirksverwaltung Leipzig
Zelle im KellergefÀngnis des MfS in Berlin Hohenschönhausen, heute GedenkstÀtte Hohenschönhausen. Die Hauptabteilung IX, das Disziplinar- und Untersuchungsorgan des MfS, war hier ab 1951 zustÀndig.[37]
MfS-Bezirksverwaltung Halle, am Rande von Halle-Neustadt


Die territoriale Weisungsstruktur des MfS entsprach der Verwaltungsgliederung der DDR in Bezirke und Kreise bzw. kreisfreie StĂ€dte. Parallel hierzu waren der MfS-Zentrale in Berlin-Lichtenberg (ab Juli 1952) Bezirksverwaltungen des MfS in jeder Bezirksstadt nachgeordnet (bis zur Verwaltungsreform 1952 existierten MfS-Verwaltungen von Ă€hnlicher Struktur in den einzelnen LĂ€ndern). Diese waren jeweils fĂŒr die unterstellten Dienststellen in ihrem Territorium sowie fĂŒr ausgewĂ€hlte Objekte, Einrichtungen und Personen zustĂ€ndig. Operative VorgĂ€nge und Personenkontrollen wurden in der territorial zustĂ€ndigen Bezirksverwaltung bearbeitet. In jeder Kreisstadt beziehungsweise kreisfreien Stadt existierten zudem Kreisdienststellen, die von der ĂŒbergeordneten Bezirksverwaltung kontrolliert und angeleitet wurden. Die Kreisdienststellen ĂŒbernahmen die Verantwortung fĂŒr das Territorium ihres jeweiligen Sitzes. Durch dieses Territorialprinzip war sichergestellt, dass jedem Ort innerhalb der DDR eine MfS-Diensteinheit zugeordnet war.

Einige Objektdienststellen waren außerhalb der territorialen Gliederung zur Überwachung von volkswirtschaftlich besonders bedeutsamen Betrieben eingerichtet (bspw. die Objektverwaltung „W“ fĂŒr die Wismut).

Linienprinzip

Intern waren das MfS und dessen nachgeordneten Bezirksverwaltungen in mehrere Struktureinheiten mit fachlichen bzw. inhaltlichen ZustĂ€ndigkeiten unterteilt (bspw. Linie II: Spionageabwehr; Linie IX: Untersuchung; Linie XX: Staatsapparat, Massenorganisationen, Kirchen, Kultur und UntergrundtĂ€tigkeit). Jede dieser „Linien“ besaß eine Hauptabteilung mit Sitz in der MfS-Zentrale in Berlin sowie entsprechende Abteilungen bzw. Arbeitsgruppen in den Bezirksverwaltungen. Die Hauptgruppen waren meist mit römischen Ziffern durchnummeriert. Auf Kreisebene wurde dieses Linienprinzip nicht mehr vollstĂ€ndig abgebildet. Stattdessen existierten je nach regionaler Bedeutung des Aufgabenbereiches innerhalb der Kreisdienststellen Fachreferate bzw. einzelne, fĂŒr den Aufgabenbereich verantwortliche Offiziere.[38]

  • Minister fĂŒr Staatssicherheit
    • Abteilung 26 – TelefonĂŒberwachung und Abhörmaßnahmen, konspiratives Eindringen in Objekte
    • Abteilung Bewaffnung und Chemische Dienste (BCD)
    • Abteilung Finanzen
    • Abteilung Nachrichten – Sicherstellung des Nachrichtenwesens
    • Abteilung X – Internationale Verbindungen
    • Abteilung XI – ZCO, Zentrales Chiffrierorgan der DDR
    • Abteilung XIV – Untersuchungshaft und Strafvollzug
    • Abteilung XXIII – TerrorbekĂ€mpfung und Spezialaufgaben, ab 1989 Integration in die HA XXII, zuvor AGM/S, gegliedert in Kampf-, Sicherungs- und Flugsicherungsbegleit-Kommando, sowie ein spezialisiertes Kommando mit Tauchern und Fallschirmspringern[39]
    • Arbeitsgruppe Bereich Kommerzielle Koordinierung (AG BKK), zustĂ€ndig fĂŒr die Kommerzielle Koordinierung von Alexander Schalck-Golodkowski.[40]
    • Arbeitsgruppe des Ministers (AGM) – Mobilmachung, Schutzbauten
    • Arbeitsgruppe E beim Stellvertreter des Ministers, Generaloberst Mittig (AG E) – Außensicherung militĂ€rischer Schwerpunktobjekte, Entwicklung technischer Abwehrmittel gegen gegnerische automatische AufklĂ€rungssysteme
    • Arbeitsgruppe XVII – BĂŒro fĂŒr Besuchs- und Reiseangelegenheiten (BfBR) in Berlin (West)
    • BĂŒro der Leitung (BdL) – Innere Objektsicherung des MfS, Kurierdienst.
    • BĂŒro der Zentralen Leitung der Sportvereinigung Dynamo
    • Hauptabteilung I (HA I) – Überwachung und Absicherung der NVA, des militĂ€rischen Nachrichtendienstes und der Grenztruppen (NVA-interne Bezeichnung der HA I: Verwaltung 2000 oder BĂŒro 2000) In diesem Bereich gab es die höchste Durchdringung mit IMs (VerhĂ€ltnis eins zu fĂŒnf !).
    • Hauptabteilung II (HA II) – Spionageabwehr
    • Hauptabteilung III (HA III) – Spionageabwehr im Bereich Fernmelde- und Elektronische AufklĂ€rung (Funkabwehr), grenzĂŒberschreitende TelefonĂŒberwachung
    • Hauptabteilung VI (HA VI) – Passkontrolle, Tourismus (z. B. Interhotels), Sicherung des Transit- und Reiseverkehrs (AutobahnraststĂ€tten, TransitparkplĂ€tze etc.)
    • Hauptabteilung VII (HA VII) – „Abwehr“ im Ministerium des Innern (MdI) und der Deutschen Volkspolizei (DVP)
    • Hauptabteilung VIII (HA VIII) – Beobachtung, Ermittlung. Sicherung des Transitstraßenverkehrs, Observation von MilitĂ€rverbindungsmissionen (MVM). Die HA VIII war eine Querschnittsabteilung und wurde regelmĂ€ĂŸig von anderen HAs angefordert, mit Ausnahme der HA II und der HVA, die ĂŒber eigene entsprechende Struktureinheiten verfĂŒgten.
    • Hauptabteilung IX (HA IX) – Disziplinar- und Untersuchungsorgan, Durch- und BeweisfĂŒhrung von Ermittlungsverfahren zu MilitĂ€rspionen
      • Hauptabteilung IX/11 – „AufklĂ€rung und Verfolgung von Nazi- und Kriegsverbrechen“[42]
    • Hauptabteilung XV – Ehemaliger Name der Hauptverwaltung AufklĂ€rung vor der Ausgliederung, spĂ€ter als HVA-Dependance unter der Bezeichnung Abteilung XV in den Bezirksverwaltungen.
    • Hauptabteilung XVIII (HA XVIII) – Absicherung der Volkswirtschaft, Sicherung der Einrichtungen der RĂŒstungsforschung und RĂŒstungsproduktion, Kontrolle der Industrie-, Landwirtschafts-, Finanz- und Handelsministerien sowie der Zollverwaltung der DDR, AufklĂ€rung und BestĂ€tigung von Nomenklaturkadern, Auslands- und Reisekadern, MilitĂ€rbauwesen, HO-Spezialhandel mit der GSSD[43]
    • Hauptabteilung XIX (HA XIX) – Verkehr (Interflug, Deutsche Reichsbahn und Binnen- und Seeschifffahrt), Post- und Fernmeldewesen, AufklĂ€rung und BestĂ€tigung von Kadern[44]
    • Hauptabteilung XX (HA XX) – Staatsapparat, Kultur, Kirche, Untergrund. Sicherstellung militĂ€rischer Fernmeldetechnik und der Gesellschaft fĂŒr Sport und Technik (GST)
    • Hauptabteilung XXII (HA XXII) – „Terrorabwehr“
    • Hauptabteilung Personenschutz (HA PS)
    • Hauptabteilung Kader und Schulung (HA KaSch)
    • Operativ-Technischer Sektor (OTS)
    • Verwaltung RĂŒckwĂ€rtige Dienste (VRD)
    • Zentrale Arbeitsgruppe Geheimnisschutz (ZAGG)
    • Zentrale Auswertungs- und Informationsgruppe (ZAIG)
      • Abteilung XII – Zentrale Auskunft/Speicher. Archiveinheit, verantwortlich fĂŒr zentrale NachweisfĂŒhrung und AuskĂŒnfte ĂŒber erfasste Personen und registrierte Akten
      • Abteilung XIII – Zentrale Rechenstation
      • Abteilung M – Postkontrolle
      • Abteilung PZF (1962–1983), Kontrolle von PĂ€ckchen, Paket- und Streifbandsendungen sowie westliche Druckerzeugnisse, ab 1983 fusioniert mit der Abteilung M
      • Rechtsstelle
    • Zentrale Koordinierungsgruppe (ZKG) – BekĂ€mpfung von Flucht und Übersiedlung
    • Zentraler Operativstab (ZOS)
  • Hauptverwaltung AufklĂ€rung – Auslandsspionage (HVA)

Trotz des bei Nachrichtendiensten ĂŒblichen Abschottungsprinzips standen die jeweiligen Aufgabenbereiche zum Teil eng miteinander in Verbindung.[45] Obwohl die fachliche Anleitung und Koordinierungsmaßnahmen durch die entsprechenden zentralen Diensteinheiten durchgefĂŒhrt wurden, blieben die einzelnen Abteilungen gemĂ€ĂŸ dem Territorialprinzip weisungsmĂ€ĂŸig dem Leiter der zugehörigen Bezirksverwaltung bzw. einem seiner Stellvertreter unterstellt.[38]

Rekrutierung und Ausbildung

Rekrutierung

Da das MfS den höchsten Sicherheitsanspruch aller Organisationen in der DDR hatte, war die Auswahl möglicher spÀterer hauptamtlicher Mitarbeiter von höchster Bedeutung. Neben einer körperlichen, intellektuellen, mentalen und fachlichen Voraussetzung stand die politische ZuverlÀssigkeit an vorderer Stelle. Dabei spielte der gesellschaftliche Werdegang die entscheidende Rolle. Man suchte die sogenannte sozialistische Persönlichkeit mit dem klaren Klassenstandpunkt, also das, worauf die gesamte politische Erziehung im DDR-Schulsystem hinarbeitete.

Durch dieses besondere Sicherheitsinteresse kam es dazu, dass ĂŒberwiegend Kinder von Mitarbeitern Eingang in den Dienst fanden, denn bei diesen konnte man annehmen, dass der geforderte politische Hintergrund noch am ehesten vorhanden war. Gleichzeitig ging man davon aus, dass diese Aspiranten auch am ehesten ein allgemeines VerstĂ€ndnis hatten fĂŒr die besonderen Anforderungen, die das Organ an seine Mitarbeiter stellte, wie Wahrung der Geheimhaltung und stĂ€ndige Dienstbereitschaft. Diesen waren die besonderen Anforderungen aus eigener Anschauung durch das Elternhaus bekannt. Die internen Werbedienstvorschriften sahen eine ca. zweijĂ€hrige ÜberprĂŒfungsphase vor, bevor ĂŒberhaupt der erste offene Kontakt, das WerbegesprĂ€ch, stattfand. WĂ€hrend dieser Phase wurde das Leben der Zielperson grĂŒndlichst durchleuchtet. Das beinhaltete die Sichtung der Schulkaderakte, die Befragungen des Lehrkörpers und anderer in der Erziehung tĂ€tigen Personen, die ÜberprĂŒfung der gesellschaftlichen AktivitĂ€ten (FDJ und GST), die vollstĂ€ndige ÜberprĂŒfung des gesamten Umgangs des Aspiranten, bis hin zur Befragung der Nachbarschaft durch einen AbschnittsbevollmĂ€chtigten der Volkspolizei (hinsichtlich der örtlichen ZustĂ€ndigkeit vergleichbar mit einem Kontaktbereichsbeamten in der Bundesrepublik). Alle diese AktivitĂ€ten sollten möglichst so ablaufen, dass der Betreffende nichts davon bemerkte, was aber spĂ€testens bei der Nachbarschaftsrecherche oft nicht gewĂ€hrleistet wurde. Gleichzeitig wurde innerhalb dieser zwei Jahre der Werdegang, insbesondere die Frage, wo und in welchen Teilbereich der Wehrdienst des Betreffenden stattfand, aktiv im MfS-Sinne beeinflusst, um auch hier die Eignung zu ĂŒberprĂŒfen.

Bevor das WerbegesprĂ€ch gefĂŒhrt wurde, musste der Betreffende eine VerschwiegenheitserklĂ€rung unterschreiben, die bei Nichteinhaltung ein Verfahren wegen Landesverrats nach sich zog. NatĂŒrlich war die Entscheidung, ob der Angesprochene auf die Offerte einging, offiziell freiwillig, dennoch kam auch die Inaussichtstellung beruflicher und gesellschaftlicher Nachteile bei Ablehnung durchaus vor. Entscheidend war, fĂŒr welche Position und Laufbahn der Betreffende vorgesehen war. In den meisten FĂ€llen stießen die Werber aber kaum auf Ablehnung, da das MfS es gut verstand, die möglichen Mitarbeiter mit materiellen Vorteilen zu ködern, wie Auto ohne Wartezeit, eigene Mehrraumwohnung etc., alles Dinge, die in der DDR mit langen Wartezeiten oder Schwierigkeiten verbunden waren.

Ausbildungseinrichtungen

Am 16. Juni 1951 eröffnete Walter Ulbricht im Beisein von Wilhelm Zaisser die „Schule des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit“ in Golm bei Potsdam. Ernst Wollweber, der Nachfolger Zaissers, benannte sie 1955 in „Hochschule des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit“ um, obgleich sie zu diesem Zeitpunkt noch keine Hochschule im eigentlichen Sinn war. Erst 1963 konnte man ein Diplom erwerben. Seit Juni 1965 wurde sie nach außen hin „Juristische Hochschule Potsdam“ genannt. Intern wurde von 1976 bis 1989 der Name „Hochschule des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit“ verwendet. Am 18. Juni 1968 erhielt die Hochschule Promotionsrecht (Dr. jur. (Promotion A), ab 1. Juni 1981 auch Dr. sc. [scientiae] jur. [juris] (Promotion B)). Alle Arbeiten unterlagen den ĂŒblichen Geheimhaltungsregeln eines Nachrichtendienstes. Ziel dieses Studienganges war die Ausbildung kĂŒnftiger MfS-Offiziere in leitender Funktion (Oberstleutnant und höher).

Bis 1961 wurden ein Lehrstuhl „Juristische Ausbildung“, eine Arbeitsgruppe „Kriminalistik“ und Institute fĂŒr Marxismus-Leninismus, Recht und Spezialdisziplin eingerichtet. 1988 kamen LehrstĂŒhle fĂŒr „Grundprozesse der politisch-operativen Arbeit“, „Spionage“, „Politische und ideologische DiversionstĂ€tigkeit (PID)“, „Politische UntergrundtĂ€tigkeit (PUT)“ und „Grundfragen der Arbeit im und nach dem Operationsgebiet“ hinzu.

Am 19. Juni 1970 wurde die „Juristische Fachschule des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit“ gegrĂŒndet und am 4. November 1970 von Erich Mielke eröffnet. Sie war der Juristischen Hochschule Potsdam angegliedert. Möglich war hier das Absolvieren eines Fachschuldirekt- oder eines Fachschulfernstudiums. Zugangsvoraussetzung war die vorherige Mitarbeit fĂŒr das MfS. Bis 1984 gab es 6.343 Absolventen, gemĂ€ĂŸ Hochrechnungen waren es bis zur Auflösung der Schule etwa 10.000.

Ausbildungsablauf

Je nach Laufbahn war es auch ĂŒblich, bereits wĂ€hrend des Studiums AnwĂ€rterbezĂŒge zu zahlen. Dies galt zum Beispiel fĂŒr kĂŒnftige Offiziere. In der Regel erhielt der AnwĂ€rter etwa 1100 Mark der DDR Gehalt, was eine enorme Privilegierung fĂŒr den Studenten bedeutete, denn seine BezĂŒge lagen damit deutlich ĂŒber dem DDR-Durchschnittseinkommen eines normalen BerufstĂ€tigen und weit ĂŒber dem, was der normale DDR-Student an UnterstĂŒtzung erhielt. Es gab vier verschiedene akademische Wege. Erstens das direkte Studium an der Hochschule des MfS, zweitens das Fernstudium an dieser FakultĂ€t, wĂ€hrend man gleichzeitig woanders eingebunden war, drittens das Studium an einer der vollstĂ€ndig legendierten MfS-Sektion (Fachbereich) an den normalen zivilen UniversitĂ€ten und schließlich das regulĂ€re Studium an einer Ziviluni. Ein Beispiel fĂŒr eine legendierte MfS-Sektion an einer normalen UniversitĂ€t war der Fachbereich Kriminalistik an der Humboldt-UniversitĂ€t zu Berlin, die nach außen eine normale zivile Sektion war, aber in Wirklichkeit einschließlich des gesamten Lehrkörpers faktisch eine MfS-Diensteinheit war.

Es war auch möglich, den Wehrdienst direkt beim MfS abzuleisten (allerdings eher in kleineren Prozentzahlen), und zwar nicht nur beim Wachregiment, sondern auch bei den sogenannten Wach- und Sicherungseinheiten (WSE). Diese Einheiten hatten je nach Bezirk zwischen 50 und 300 Mann und unterstanden den Bezirksverwaltungen (BVs), wo sie zur Objektsicherung von MfS-Dienststellen dienten.

AusrĂŒstung

Die technische AusrĂŒstung der Stasi untersuchte Kristie Macrakis vor dem Hintergrund ihrer These, „dass der Kalte Krieg vor allem auch eine wachsende AbhĂ€ngigkeit der Geheimdienste von Technologie zur Folge hatte“.[46] Dabei behandelt sie etwa Transport-Container fĂŒr AusrĂŒstung, Kameras, unsichtbare Tinte und Radioelektronik, Kameras, Abhörtechnik, chemische und radioaktive „Markierung“ von Regimegegnern und die „eher makaberen Verfahren, Geruchsproben von politischen Gegnern zu archivieren“.[46] Allerdings betont sie auch, dass in einigen wichtigen Bereichen – wie Industriespionage – kaum technische Spionage-AusrĂŒstung zum Einsatz kam.[47]

Mitarbeiter und Opfer

Mitarbeiter (Auswahl)

Hauptamtliche Mitarbeiter

  • Wilhelm Zaisser – Minister fĂŒr Staatssicherheit von Februar 1950 bis Juli 1953
  • Ernst Wollweber – Minister fĂŒr Staatssicherheit von Juli 1953 bis Oktober 1957
  • Erich Mielke – Minister fĂŒr Staatssicherheit von November 1957 bis November 1989
  • Martin Weikert – Stellvertretender Minister fĂŒr Staatssicherheit 1953–1957
  • Otto Walter – Stellvertretender Minister fĂŒr Staatssicherheit 1953–1964
  • Bruno Beater – Stellvertretender Minister fĂŒr Staatssicherheit 1955–1982
  • Fritz Schröder – Stellvertretender Minister fĂŒr Staatssicherheit 1964–1974
  • Rudi Mittig – Stellvertretender Minister fĂŒr Staatssicherheit 1975–1989
  • Gerhard Neiber – Stellvertretender Minister fĂŒr Staatssicherheit 1980–1989
  • Werner Großmann – Stellvertretender Minister fĂŒr Staatssicherheit 1986–1989, letzter Chef der HVA
  • Peter Kaster – Chef des MinisterbĂŒros
  • Markus Wolf – Chef der Auslandsspionage (HVA) 1951–1986
  • Joseph Gutsche, leitete von 1953 bis 1955 die Abteilung fĂŒr besondere Verwendung (UntergrundaktivitĂ€ten in der Bundesrepublik Deutschland)
  • Lutz Heilmann – erster ehemaliger Hauptamtlicher (HA PS), der in den Deutschen Bundestag gewĂ€hlt wurde.[48]

Mitarbeiter in der Bundesrepublik Deutschland

ÜberlĂ€ufer

Opfer (Auswahl)

Siehe auch

Literatur

Film

Weblinks

 Commons: Stasi â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Katrin Schoelkopf, Stefan Schulz: Erinnerung an den Terror der Stasi. In: Die Welt vom 5. Dezember 2005.
  2. ↑ Susanne Leinemann: Stasi-Terror werktags von 9 bis 18 Uhr. In: Die Welt vom 8. November 1999.
  3. ↑ Falco Werkentin: Politische Strafjustiz in der Ära Ulbricht. Ch. Links, Berlin, 1997, ISBN 978-3-86153-069-5, S. 22.
  4. ↑ Vgl. Gesetzesblatt der Deutschen Demokratischen Republik Nr. 15/1950 vom 21. Februar 1950.
  5. ↑ Vgl. Gieseke: DDR-Staatssicherheit. S. 24.
  6. ↑ Berichterstattung ĂŒber die 35. Tagung des ZK, Protokoll der Kollegiumssitzung vom 20. Februar 1958; BStU, ZA, SdM 1554, Bl. 63.
  7. ↑ Vgl. Art. 2 des Vertrages ĂŒber die Grundlagen der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik vom 21. Dezember 1972, dokumentiert in: Matthias Judt (Hrsg.): DDR-Geschichte in Dokumenten – BeschlĂŒsse, Berichte, interne Materialien und Alltagszeugnisse, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung Bd. 350, Bonn 1998, S. 517.
  8. ↑ Vgl. Art. 1 Abs. 3 UN-Charta, dokumentiert in: 12. Deutscher Bundestag: Materialien der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland. Bd. 4, Frankfurt a. M. 1995, S. 547.
  9. ↑ Vgl. Konferenz ĂŒber Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Schlussakte, Helsinki 1975, S. 11.
  10. ↑ Amt fĂŒr Nationale Sicherheit (AfNS), rbb-online
  11. ↑ 4. Dezember 1989: Besetzung der Stasi-Bezirksverwaltung Erfurt auf der Website der Gesellschaft fĂŒr Zeitgeschichte Erfurt
  12. ↑ Januar 1990: Auflösung der Stasi / Sturm auf die Normannenstraße auf der Website der Bundesbeauftragten fĂŒr die Stasi-Unterlagen. Abgerufen am 22. September 2010.
  13. ↑ Interview mit Marianne Birthler im Deutschlandradio Kultur vom 25. April 2006
  14. ↑ Uwe MĂŒller: „Der spĂ€te Triumph der Stasi-TĂ€ter“ (Die Welt, 21. April 2008)
  15. ↑ Vgl. Karl Wilhelm Fricke/Roger Engelmann: „Konzentrierte SchlĂ€ge“ – Staatssicherheitsaktionen und politische Prozesse in der DDR 1953–1956, Berlin 1998, S. 251f.
  16. ↑ Franz, Peter: Walter Schilling und das MfS: Eine zugewachsene Kirchengeschichte und eine ignorierte Zeitgeschichte. Erwiderung auf Walter Schilling: „Die ‚Bearbeitung‘ der Landeskirche ThĂŒringen durch das MfS“, zugleich ein Beitrag zur „Stasi-Aufarbeitung“ in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in ThĂŒringen. In: ICARUS – Zeitschrift fĂŒr soziale Theorie und Menschenrechte. Jahrgang 1997/4, S. 18–29, Online
  17. ↑ Vgl. Hans-Hermann Hertle 2009: Die Todesopfer an der Berliner Mauer 1961–1989. Ch. Links Verlag, Berlin, S. 21 f.
  18. ↑ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-15045561.html
  19. ↑ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681665.html
  20. ↑ http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2044/artid/13506271
  21. ↑ http://www.dradio.de/dlf/sendungen/sport/1125448/
  22. ↑ http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,8108520,00.html
  23. ↑ http://www.morgenpost.de/printarchiv/biz/article1248445/Mielkes-mafioese-Methoden.html
  24. ↑ http://einestages.spiegel.de/static/entry/doppeltes_spiel_des_schnelles_zeichners/61648/kay_mierendorff.html
  25. ↑ Vgl. S. 467 f. bei Statut des MfS vom 30. Juli 1969Judt 1998: Matthias Judt (Hrsg.): DDR-Geschichte in Dokumenten. Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung; 350, Bonn
  26. ↑ Vgl. S. 94 bei Walter SĂŒĂŸ: Schild und Schwert – Das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit und die SED. In Henke/Engelmann, 1995
  27. ↑ Vgl. Jens Gieseke: Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Staatssicherheit, Berlin 2000, ISBN 3-86153-227-1, S. 552–557.
  28. ↑ Vgl. BStU: Kurzinformationen zum Ministerium fĂŒr Staatssicherheit.
  29. ↑ Vgl. BStU: Die hauptamtlichen Mitarbeiter des MfS: MfS im Vergleich. FĂŒr die Observierungsquote im Deutschen Reich siehe Elisabteh Kohlhaas: Mitarbeiter der regionalen Staatspolizeistellen. In: Gerhard Paul/Klaus-Michael Mallmann: Die Gestapo, Darmstadt 2003, S. 227 sowie Heinrich-Heine-UniversitĂ€t DĂŒsseldorf: Pressemitteilung vom 13. Januar 2010.
  30. ↑ Bundestags-Drucksache 16/7919, Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion, 29. Januar 2008
  31. ↑ a b c d e Vgl. Helmut MĂŒller-Enbergs: Die inoffiziellen Mitarbeiter. In: BStU: Anatomie der Staatssicherheit – Geschichte, Struktur, Methoden, Berlin 2008, S. 35–38, PDF, 574 KB.
  32. ↑ Vgl. Helmut MĂŒller-Enbergs: IM-Statistik 1985–1989. In: BF informiert 3/93, BStU, Berlin 1993, S. 55.
  33. ↑ Stasi-Agenten im Westen (Welt-Online 2. Juni 2009)
  34. ↑ Geschichte der SpezialkampffĂŒhrung (Abteilung IV des MfS) – Aufgaben, Struktur, Personal, Überlieferung auf der Website der Bundesbeauftragten fĂŒr die Stasi-Unterlagen.
  35. ↑ Der letzte Coup des MfS? Focus online, Januar 2010
  36. ↑ Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  37. ↑ Peter Erler: Der verbotene Stadtteil. Berlin 2008, S. 32, 58.
  38. ↑ a b Vgl. Siegfried Suckut: Linienprinzip. In: Roger Engelmann, Bernd Florath, Walter SĂŒĂŸ u. a.: Das MfS-Lexikon – Begriffe, Personen und Strukturen der Staatssicherheit der DDR, Berlin 2011, S. 203.
  39. ↑ Auerbach, Thomas: Einsatzkommandos an der unsichtbaren Front. Hg. BStU. Berlin 1999
  40. ↑ Struktur und Aufgaben der Arbeitsgruppe Bereich Kommerzielle Koordinierung (AG BKK) auf der Website der Bundesbeauftragten fĂŒr die Stasi-Unterlagen. Abgerufen am 21. August 2010.
  41. ↑ Auerbach, Thomas: Einsatzkommandos an der unsichtbaren Front. Hg. BStU. Berlin 1999
  42. ↑ Befehl Nr. 39/67 des Ministers fĂŒr Staatssicherheit vom 23. Dezember 1967. Vgl. Henry Leide: NS-Verbrecher und Staatssicherheit: Die geheime Vergangenheitspolitik der DDR. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2005, ISBN 3-525-35018-X, S. 17.
  43. ↑ Struktur und Aufgaben der HA XVIII auf der Website der Bundesbeauftragten fĂŒr die Stasi-Unterlagen. Abgerufen am 21. August 2010.
  44. ↑ Struktur und Aufgaben der HA XIX auf der Website der Bundesbeauftragten fĂŒr die Stasi-Unterlagen. Abgerufen am 21. August 2010.
  45. ↑ Struktur und Aufgaben des MfS auf der Website der Bundesbeauftragten fĂŒr die Stasi-Unterlagen. Abgerufen am 21. August 2010.
  46. ↑ a b c Simon Donig: Rezension zu: Macrakis, Kristie: Seduced by Secrets. Inside the Stasi's Spy-Tech World. Cambridge 2008. In: H-Soz-u-Kult, 3. MĂ€rz 2010.
  47. ↑ Kristie Macrakis: Seduced by Secrets. Inside the Stasi’s Spy-Tech World. Cambridge 2008, ISBN 978-0-521-88747-2.
  48. ↑ Linkspartei-Mann arbeitete fĂŒr die Stasi. In: Spiegel Online. 8. Oktober 2005, abgerufen am 17. November 2008.
  49. ↑ http://www.focus.de/politik/deutschland/bundestag-internas-von-rechts-zur-stasi-gespielt_aid_142618.html

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • Ministerium fĂŒr Staatssicherheit — Staatssicherheit; MfS; Stasi; Staatssicherheitsdienst 
   Universal-Lexikon

  • Ministerium fĂŒr Staatssicherheit — Stasi Cette page d’homonymie rĂ©pertorie les diffĂ©rents sujets et articles partageant un mĂȘme nom. Bernard Stasi MinistĂšre de la SĂ©curitĂ© d’État (RDA) Ce document provient de « Stasi ». CatĂ©gorie : Homonymie 
   WikipĂ©dia en Français

  • Ministerium fĂŒr Staatssicherheit der DDR — Ministerium fĂŒr Staatssicherheit der DDR,   AbkĂŒrzung MfS, Staatssicherheitsdienst 
   Universal-Lexikon

  • Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (China) — Das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (chinesisch äž­èŻäșșæ°‘ć…±ć’Œćœ‹ćœ‹ćź¶ćź‰ć…šéƒš / äž­ćŽäșșæ°‘ć…±ć’Œć›œć›œćź¶ćź‰ć…šéƒš ZhƍnghuĂĄ RĂ©nmĂ­n GĂČnghĂ©guĂł GuĂłjiā ĀnquĂĄnbĂč ‚Ministerium der Volksrepublik China fĂŒr Staatssicherheit‘) ist fĂŒr Sicherheitsbelange der Volksrepublik… 
   Deutsch Wikipedia

  • Ministerium fĂŒr Staatssicherheit der Volksrepublik China — Das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (chin.Â äž­èŻäșșæ°‘ć…±ć’Œćœ‹ćœ‹ćź¶ćź‰ć…šéƒšÂ / 侭捎äșșæ°‘ć…±ć’Œć›œć›œćź¶ćź‰ć…šéƒš, ZhƍnghuĂĄ RĂ©nmĂ­n GĂČnghĂ©guĂł GuĂłjiā ĀnquĂĄnbĂč „Ministerium der Volksrepublik China fĂŒr Staatssicherheit“) ist fĂŒr Sicherheitsbelange der Volksrepublik China zustĂ€ndig. In Europa 
   Deutsch Wikipedia

  • Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (UdSSR) — Das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (MGB) (russisch ĐœĐžĐœĐžŃŃ‚Đ”рстĐČĐŸ ĐłĐŸŃŃƒĐŽĐ°Ń€ŃŃ‚ĐČĐ”ĐœĐœĐŸĐč Đ±Đ”Đ·ĐŸĐżĐ°ŃĐœĐŸŃŃ‚Đž/Ministerstwo Gossudarstwennoi Besopasnosti) der UdSSR war die am 19. MĂ€rz 1946 aus dem NKGB gebildete sowjetische Staatssicherheitsbehörde. Sie… 
   Deutsch Wikipedia

  • Zersetzung (Ministerium fĂŒr Staatssicherheit) — Richtlinie Nr. 1/76 zur Entwicklung und Bearbeitung Operativer VorgĂ€nge (OV) des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit Die Zersetzung als vom Ministerium fĂŒr Staatssicherheit (MfS) der DDR eingesetzte geheimpolizeiliche Arbeitstechnik diente zur… 
   Deutsch Wikipedia

  • Auszeichnung fĂŒr Treue Dienste im Ministerium fĂŒr Staatssicherheit — Die Auszeichnung fĂŒr Treue Dienste im MfS umfasst eine Reihe von Auszeichnungen des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), weil das MfS selbst in seinem fast 40 jĂ€hrigen Bestehen, keine eigene Medaille fĂŒr… 
   Deutsch Wikipedia

  • Minister fĂŒr Staatssicherheit — Wappen des Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit der DDR Das Ministerium fĂŒr Staatssicherheit der DDR (kurz MfS; umgangssprachlich Stasi) war der Inlands und Auslandsgeheimdienst der DDR und zugleich Ermittlungsbehörde (Untersuchungsorgan) fĂŒr… 
   Deutsch Wikipedia

  • Komitee fĂŒr Staatssicherheit — Emblem des KGB KGB (russischÂ ĐšĐŸĐŒĐžŃ‚Đ”Ń‚ ĐłĐŸŃŃƒĐŽĐ°Ń€ŃŃ‚ĐČĐ”ĐœĐœĐŸĐč Đ±Đ”Đ·ĐŸĐżĐ°ŃĐœĐŸŃŃ‚Đž  anhören?/i, Komitet Gossudarstwennoi Besopasnosti, Komitee fĂŒr Staatssicherheit) war der Name des sowjetischen Geheimdienstes. Das KGB entstand 1954 als eigenstĂ€ndiges Ministerium 
   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.