Mood

Mood
Mood (Iran)
Mood
Mood
Basisdaten
Staat: IranIran Iran
Provinz: Süd-Chorasan
Koordinaten: 32° 43′ N, 59° 31′ O32.70845555555659.524305555556Koordinaten: 32° 43′ N, 59° 31′ O
Einwohner: 2.451 (2007)
Zeitzone: UTC+3:30
Webseite: www.birjandcity.com

Mood, (ausgesprochen: „mu:d“, persisch ‏مود‎) ist eine Stadt im Nord-Osten des Irans(Persien), in der Provinz Süd-Chorasan. Mit Mood, auch Moud oder Mud geschrieben, verbindet man auch den gleichnamigen Verwaltungsbezirk und eines seiner Dörfer im sehr weitläufigen Umland.

Als einst weltweit berühmtester Ortsteil der süd-choranischen Hauptstadt Birdschand im Iran erlangte Mood im Zuge der Teilung Chorasans am 29. September 2004 die Eigenständigkeit und ist nun Birdschands Verwaltungsregion Sarbische mit einer Höhe von ca. 1900 m zugeteilt.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Als Brückenstadt im Handel und Verkehr zwischen den großen Städten im Nordosten Teheran und Mashhad sowie im Westens, Russland und den ehemaligen Sowjetrepubliken mit Afghanistan, Pakistan, China und Indien hat die historische Stadt ihre Bedeutung bis heute erhalten können.

Safranpflanze
frischer Annab

Mit der Safran- und Teppichproduktion erlangte die Stadt Weltberühmtheit. Die qualitativ feinsten Chorasan-Teppiche sind im Handel als Persien(Mood)-Teppiche bekannt. Mood erntet zudem eine im Iran fast ausschließlich in dieser Region vorkommende und angebaute Frucht namens Annab, welcher sowohl frisch als auch in getrockneter Form im mittleren Osten sehr beliebt ist. Seit frühester Zeit ist Mood außerdem bekannt für feinsten persischen Wein und getrocknete Berberitzen-Früchte (Beeren), die in der persischen Küche zusammen mit Safran zur Verfeinerung von Speisen Verwendung finden. Weitere hier häufig anzutreffende Obstbäume sind Aprikose, Maulbeer, Walnuss und Mandel.

Hauptsächlich regionstypische historische und traditionelle Lehmbauten prägen die Stadt und den Bezirk, die mit den Festungen, Höhlen und Dörfer von enormer kultureller Bedeutung als Touristenmagneten wirken. Der historische Ort ist von einer Gebirgskette umgeben, in denen es bedeutende Türkisvorkommen gibt. Angrenzend befindet sich eine Uranlagerstätte (Uranerz) im Gebirge.

Bei der Ökoregion handelt es sich um subtropische Gebirgswüsten und Halbwüsten. Mood liegt über 1.300 km entfernt südöstlich von Teheran. Die Stadt ist durch Gebirge und Salzwüsten (Kavir-e Lut, Kavir-e Namak, Dascht-e Kavir) vom Rest Irans abgegrenzt.

Das südwestlich angrenzende Gebiet an der Stadt Mood trägt die Bezeichnung Arabkhane (Araberheim)/Araban (die Araber) und beheimatet die ersten arabischen Söldner und Nomaden, die bei der Eroberung Persiens (632–656 n. Chr.) aus der Zeit der ersten Kalifen, nach dem Tode des Propheten Mohammeds, sich dauerhaft niedergelassen haben. Die Ortschaften von Arabkhane sind dem Distrikt Mood zugeteilt.

Die Stadt und sein Bezirk sowie die gesamte Provinz besitzen keine Schienenanbindung, ist jedoch durch den internationalen Verkehrsflughafen Birjand Airport (IATA-Code XBJ) gut erreichbar.

Im Zweiten Weltkrieg, unter der Herrschaft Reza Schah Pahlavis, wurde Mood durch eine Bundesstraße (persisch "Schahrah") mit der südlichen Provinzhauptstadt Sahedan und der nördlichen Provinzhauptstadt Maschhad verbunden, die zudem zur Eisenbahn führte.

Bevölkerung

Der Bezirk Mood mit einer Bevölkerung von 12 240 (2007) umfasst die Stadt Mood und seine Ortschaften im sehr weitläufigen Umland der beiden Verwaltungsregionen Mood und Naharjan. Die Bevölkerung der persischen Stadt beträgt 2451 Einwohner (2007). Der Großraum von Mood beherbergt 4403 Einwohner. Die bedeutendsten Dörfer des Bezirks Mood sind Asfesar, Beschgas, Bijaam, Chahkand Mood, Haji Abad, Schawakand, Fonud, Nokand, Asghul, Chanschat, Rasgh, Sabdar, Kalateh Soleiman, Gas, Mochtaran sowie Mian Rud.

Bis heute ist die Region sehr dünn besiedelt und unberührt.

Geschichte

In der Umgebung Moods lebten u.a. die ersten Bauernkulturen der Welt. Früher lebte der Osten des Irans von Landwirtschaft und Viehhaltung, Industrie war dort kaum vertreten. Teppiche wurden hier nur für den Eigenbedarf geknüpft.

Mood und sein Umland gehörten bereits zur Entstehung des Persischen Reiches während der Achämenidenreich zu Persien. Bereits damals war die gesamte Region Birdschands/Ghahestan von kleinen und sehr weit voneinander entfernten Dörfern durchzogen.

Seit 300 bis 400 Jahren ist sie – im Südosten Birdschands gelegen – Teil des Regierungssitzes der Region Birdschand. In der parthischen Ära war die hier ansässige Sagartier-Stamm ein enger Verbündeter der Parther beherrschte mit ihnen zusammen das gesamte parthische Imperium beherrscht. Archäologische Grabungen haben antike Keramik aus der Ära der Parthischen Dynastie (248 v. Chr. – 224 n. Chr.) zutage gefördert.

Die Ausgrabungen wurden in einem antiken Hügel in der Nähe der Stadt Birdschand durchgeführt. Zahlreiche historische Artefakte aus der prähistorischen Epochen bis zum Safawiden-Dynastie wurden auf dem Gelände gefunden.

Das Umland von Mood verfügt über zahlreiche historische und archäologische Stätten der Jungsteinzeit und Post-Sassaniden-Ära (651–850 CE).

Der letzte Stammesführer von Mood und letzter Fürst von Birdschand war Schah Seyyed Ali Kasemi, der aus Mood stammte und ein Verwandter des Kaisers Schah Reza Pahlavi und des Premiers Amir Asadollah Alam war.

Ali Kasemi verließ als erster die isolierte Stadt Mood, um auf Drängen des Kaisers eine höhere Verwaltungsausbildung in Teheran zu absolvieren. Sein ältester Sohn durfte ein Auslandsstudium in Deutschland antreten.

Als Reza Schah in der damaligen Provinzhauptstadt Mashhad um 1930 herausragende Teppiche für seinen Palast suchte und den Mood-Teppich entdeckte, wurde Mood zu einer bedeutenden Teppich-Produktionsort.

Die Mood-Teppiche erreichten ihre Wertung unter anderem durch das Dekret des persische Safawiden-Kaisers Schah Abbas I., der nicht nur den erneuten Bau der Festungen in dieser Region, sondern auch die Erhaltung der ursprünglichen persischen Designstile und Knotentechniken anordnete.

Amir Ebrahim Alam (auch Shokat ol-molk II genannt), der Vater von Asadollah Alam und Innenminister des Schahs, gründete die größte private Unternehmen des Irans, die East Company of Birjand, entwickelte neue Muster und ließ seine Teppiche aus hochwertigeren Materialien fertigen.

Der bekannte Teppichknüpfer Amini entwickelte ca. 1950 in der Teppichprovenienz Mood das Muster von Alam weiter, übernahm die Company und kreierte das Medaillon-Muster mit seinen kontrastreichen Farben.

Unter der Herrschaft Reza Schahs wurde die erste Stadtverwaltung mit zwölf Beamten in der Stadt Birdschand gegründet. Mit der Reform der Stadtverwaltung von Birdschand endete in Birdschand die mittelalterliche Ära, bei der sich die traditionellen Stammesführer für wichtige Entscheidungen im Stadtrat zusammensetzten. Danach befand sich einzig Ali Kasemi bis zu seinem Tod weiterhin im Stadtrat.

Im Konflikt zwischen Russland und dem britischen Empire hatte die Stadt einen neutralen Status. Englische Truppen rückten durch Mood und Birdschand nach Chorasan vor, nachdem ein Protektoratsabkommen vom 9. August 1919 vom persischen Parlament nicht ratifiziert wurde und revolutionäre Wirren in Russland auch auf das Gebiet südlich des Kaukasus übergriffen.

Nachdem das Angebot Adolf Hitlers an den sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw Molotow von November 1940, unter anderem Persien zur Einnahme zu überlassen, abgelehnt wurde, fielen im August 1941 russische und englische Truppen unter Bruch des Völkerrechts in Iran ein. Ohne organisierte Abwehr fiel auch Mood den Briten zu, die vom Irak und vom Golf aus operierten.

Mit dem Tod Alams kurz vor der islamischen Revolution Ajatollah Chomeinis und des Stammesführers wenige Jahre später geriet die Entwicklung dieser Region mit dem rechtmäßigen Erbe Marcel eine Zeitlang weitestgehend ins Stocken.

Enormer Wassermangel behinderte die Stadtentwicklung Moods, was nun durch bereits realisierte regionale Staudammprojekte gelöst werden soll.

Teppich

Als Mood-Teppiche werden urban und ursprünglich gehaltene Teppiche bezeichnet, die in dem weitläufigen Gebiet Mood um die Hauptstadt Birdschand geknüpft werden und daher auch unter dem Namen Birdschand in den Handel kommen.

Meist bestehen die hochqualitativen Mood-Teppiche aus feinerer, etwas weicherer Wolle und haben enge, subtile und zierliche Dessins. Geknüpft werden Mood-Teppiche mit dem Asymmetrischen Knoten (Senneh-Knoten oder Djufti-Knoten) und sind auf der Rückseite an den weiß durchschimmernden Kettfäden zu erkennen.

Der in kräftigem blau und rot auf beigefarbenem Grund geknüpfte Mood-Teppich wird in drei Variationen unterschieden. Als Teppich mit floralem Mittelornament; ein rundes Sternmedaillon mit Ansätzen oben und unten und meist mit krummliniges Muster durchgemustertes Innenfeld mit Palmetten und stilisierte Blütenmotive als Hauptbordüre. Das Innenfeld wird durch Eckzwickel in den gleichen hellen Farbschattierungen wie das Medaillon abgerundet.

Ohne Medaillon und Eckzwickel zeigt der vereinfachte Mood-Teppich das krummlinige Muster über das gesamte Innenfeld und ist somit pflegeleicht in Bezug auf Flecken.

In Europa erfreuen sich in den letzten Jahren Felder- oder Gartenmuster einer immer stärkeren Beliebtheit. In den rechteckigen Feldern mit Tier- und Pflanzenmotive als Hauptbordüre finden sich Motive wie Lebensbäume, Trauerweiden, Blumen, Rehe und Vögel.

Außer im Bazar werden Mood auch von Manufakturen wie z.B. Etfa oder Amini angeboten, die sehr sorgfältig und besonders schön gestaltete Teppiche knüpfen lassen.

Hergestellt werden diese Teppiche aus:

Klima

In südlichen Gebieten warm und in Gebirgsregionen gemäßigtes Klima. Allgemein ist das Klima dieser Region trocken, und es herrscht heißes Wüstenklima.

Klimadaten (2002):

  • Durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr ist 169 mm bzw. 169 l/m²; im März wird das Maximum erreicht.
  • Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 17,0 °C, im Juli wird das Maximum erreicht.
    • Im Monat Juli wird mit 28,8 °C der Scheitel der Parabel erreicht.
    • Die Tiefsttemperatur wird mit 4,0 °C im Januar erreicht.

Fauna

Geparden
Asiatischer Löwe Panthera leo persica

Einige in dieser Region anzutreffenden Arten:

Sehenswürdigkeiten

  • Der Garten Mood
  • Majmuehje Emarat
  • Maidane Farsch
  • Maidane Vorudie Shahre Mood

Sonstiges

Ein bekannter Stadtteil ist Ferezmorgh.

Weblinks


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