Moor

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Moor
Federsee bei Bad Buchau ‚Äď eines der bedeutendsten grundwassergespeisten Moorgebiete S√ľddeutschlands.
Die Bullenkuhle (Niedersachsen) ‚Äď ein in einem Erdfall entstandenes kleines Kesselmoor.
Nach starken Regenfällen flutet Wasser aus dem Wolfsmoor einen Wanderweg mit Erholungseinrichtung.(Stadtwald Flensburg)

Moore sind nasse Lebensr√§ume. Der st√§ndige Wasser√ľberschuss aus Niederschl√§gen oder Mineralbodenwasser bedeutet einen Sauerstoffmangel und f√ľhrt zu einem unvollst√§ndigen Abbau der pflanzlichen Reste, die als Torf abgelagert werden. Durch die Anh√§ufung von Torf w√§chst die Oberfl√§che von lebenden Mooren in die H√∂he. Im Gegensatz zu S√ľmpfen herrscht in Mooren eine permanente Wassers√§ttigung. Gelegentliches Austrocknen f√ľhrt in S√ľmpfen zu einem vollst√§ndigen Abbau der organischen Substanz zu Humus. In Mooren ist durch die permanente Wassers√§ttigung dieser Abbau gehemmt, sodass Torf entstehen kann. Moore werden in der Bodenkunde als Moorb√∂den bzw. organische B√∂den erfasst. Eine grobe Untergliederung teilt die Moore nach ihrer Topographie in Hochmoore und Niedermoore ein.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Verbreitung der Moore auf der Erde

Moorwachstum beg√ľnstigende Bedingungen findet man weltweit vor allem in Nordamerika, Nordeuropa, S√ľdamerika, Nord- und S√ľdostasien sowie im Amazonasbecken. Hier entstanden Moore aller Art und Torflagerst√§tten von insgesamt 4 Mio. km¬≤, womit sie 3 % der Landfl√§che der Erde bedecken. Trotz ihrer geringen Fl√§che binden diese Moore 30 % des CO2. Besonderen Reichtum an Mooren haben Teile Russlands, Alaskas und Kanadas. In Deutschland kommen Moore vor allem im Nordwesten, Nordosten und im Alpenvorland vor. Die gr√∂√üten Moorfl√§chen weltweit liegen im Taigag√ľrtel der Nordhalbkugel.

Entstehung und Entwicklung von Mooren

Damit ein Moor entstehen kann, m√ľssen folgende Bedingungen erf√ľllt sein: Das Gebiet muss niederschlagsreich sein und eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen. Im Boden muss eine wasserstauende Schicht vorhanden sein, und die Produktion an Pflanzensubstanz muss die Verluste durch Zersetzung √ľbertreffen. Schlie√ülich darf das Gebiet nicht beschattet sein. Hochmoore sind im Verlauf der Moorentwicklung √ľber den Grundwasserstand der Niedermoore hinausgewachsen und haben sich in niederschlagsreichen Gebieten als wurzelechte Hochmoore direkt auf dem mineralischen Untergrund entwickelt. Sie haben keinen Kontakt mehr zum Grundwasser oder Mineralboden und werden nur noch von Regenwasser ern√§hrt ("ombrogen"). Aufgrund der Torfbildung wachsen Hochmoore in die H√∂he, daher der Begriff Hochmoor. Im Gegensatz dazu bilden sich Niedermoore in Senken, Flussniederungen, Mulden, an H√§ngen bei Quellaustritten oder k√∂nnen auch verlandete Seefl√§chen sein. Sie wachsen meistens nur geringf√ľgig in die H√∂he. Sie werden bis an die Mooroberfl√§che von mehr oder weniger n√§hrstoffreichem Grund-, Quell- oder Sickerwasser durchsetzt ("topogen"). Ihre Vegetation ist im Vergleich zum Hochmoor artenreich und besteht haupts√§chlich aus Schilfgr√§sern, Binsen, Sauergr√§sern und Moosen. Zwischen- oder √úbergangsmoore bezeichnen √úbergangsstadien von Nieder- zu Hochmooren. W√§hrend mit dem Begriff √úbergangsmoor mehr die Sukzession vom Nieder- zu Hochmoor betont wird, beschreibt der Begriff Zwischenmoor eher die vegetations√∂kologische Zwischenstellung. Die Vegetation besteht aus typischen Arten beider Moortypen und kann mosaikartig gemischt sein. Die Nieder- und √úbergangsmoore werden in Mitteleuropa noch detaillierter nach hydrologischen und √∂kologischen Kriterien in verschiedene Moortypen eingeteilt. In Mitteleuropa sind Moore seit Jahrzehnten Gegenstand intensiver Forschungen und deshalb bekannter als anderswo.

Moortypen im √úberblick

Seit Ende des 17. Jahrhunderts werden anhand verschiedenster Parameter Gliederungssysteme f√ľr Moore erarbeitet. Eine umfassende Darstellung der verschiedenen Gliederungssysteme enth√§lt die Arbeit von Grosse-Brauckmann (1962). Eine Kurz√ľbersicht der Gliederungssysteme geben Overbeck (1975) und Wagner & Wagner (2005).

Aktuell werden Systeme sogenannter "Hydrologischer Moortypen" entwickelt, die auf Torfbildungsprozess bzw. Wasserregime basieren. Die Anfänge dieser Gliederung liegen bei v. Post & Gralund (1926). Die derzeitigen Gliederungen der "Hydrologischen Moortypen" basieren auf den ersten Vorschlägen von Succow (1988) und Succow & Joosten (2001).

  √Ėkologische Moortypen
Hydrologische Moortypen Sauer-Armmoore oligotroph-sauer Sauer-Zwischenmoore mesotroph-sauer Basen-Zwischenmoore mesotroph-subneutral Kalk-Zwischenmoore mesotroph-kalkhaltig Niedermoore eutroph
Quellmoore - X X X X
Hangmoore - X X X X
Versumpfungsmoore X X - - X
Verlandungsmoore X X X X X
√úberflutungsmoore - - - - X
Durchströmungsmoore - X X X -
Kesselmoore X X X - -
Regenmoore X - - - -

Gewisse Unzulänglichkeiten liegen bei diesem Ansatz darin, dass im "Hydrologischen Moortyp" hydrologische, topographische und stoffhaushaltliche Kriterien vermengt werden (Topographisch: Hangmoor, Kesselmoor; Mineralstoffregime: Quellmoor, Überflutungsmoor, Regenmoor).

Eine Weiterentwicklung dieser Moortypologie liefern Joosten & Clarke (2002). Sie haben die Moortypen anhand der Parameter Mineralstoffregime (Herkunft des Wassers), Wasserregime (Torfbildungsprozess) und Neigung der Oberfl√§che systematisiert. Dabei wurde der Typ des √úberrieselungsmoors (surface flow) wieder eingebunden. Topographische Sonderformen werden auf unteren Gliederungsebenen ber√ľcksichtigt. Die folgende Tabelle basiert auf der Gliederung nach Joosten & Clarke.

  Wasserregime (Torfbildungsprozess)
Mineralstoffregime (Herkunft des Wassers) Verlandungsmoor Versumpfungsmoor Durchströmungsmoor Überrieselungsmoor
Regenwassermoor (ombrogen) X X X
Zwischen-/√úbergangsmoor (ombro-minerogen) X X X
Niedermoor (minerogen) X X X
- Quellmoor (lithogen) X X X
- √úberflutungsmoor (fluviogen) X X X X
- K√ľsten-√úberflutungsmoor (thalassogen) X X X X

Es wird deutlich, dass f√ľr die Entstehung und Entwicklung (Genese) von Mooren insbesondere die hydrologischen Bedingungen (Wasserhaushalt) entscheidend sind. Aus den lokal unterschiedlichen klimatischen Verh√§ltnissen (Klimageographie), besonders dem Verh√§ltnis von Niederschlag und Verdunstung sowie der Dauer und Eindringtiefe des Bodenfrostes, dem N√§hrstoffgehalt und dem pH-Wert des das Moor ern√§hrenden Wassers (Grund- und Oberfl√§chenwasser), sowie dem anstehenden Mineralboden ergeben sich verschiedene entwicklungsgeschichtlich-hydrologische Moortypen. In Abh√§ngigkeit davon k√∂nnen weiterhin verschiedene √∂kologische Moortypen unterschieden werden. Sie werden dabei nach dem Verh√§ltnis von Stickstoff zu Kohlenstoff im Torf (N/C-Wert), Stickstoffgehalt im Moorwasser sowie nach dem pH-Wert unterschieden. Die verschiedenen √∂kologischen Auspr√§gungen der Moore spiegeln sich in vielf√§ltigen Zusammensetzungen der Pflanzen- und Tierwelt wider.

Entwicklungsgeschichtlich-hydrologische Moortypen

Mineralbodenwasserernährte Moore (Nieder- und Zwischenmoore)

Quellmoore

Skizze Niederungs-Quellmoor
Skizze Hang-Quellmoor

Quellmoore entstehen, wenn aus dem Untergrund Quellwasser aus dem Boden tritt. Sind die Quellaussch√ľttungen ergiebig, dauerhaft und gleichm√§√üig, so dass eine permanente Wassers√§ttigung gegeben ist, kann sich Torf und damit ein Quellmoor bilden. Quelltorfe sind bedingt durch den hohen Sauerstoffgehalt der Quellw√§sser und kleinfl√§chiger Austrocknung meistens stark zersetzt. Durch Auswaschungen aus den Grundwasserleitern (Sand, Schluff, Ton) sind sie oft schlammig. Je nach topographischer Lage sind die Moore als Hangquellmoore an flachen Unterh√§ngen oder als Niederungsquellmoore in T√§lern ausgebildet. Bei hohem Kalkgehalt des Quellwassers, wie es in Gebieten mit Kalkstein oder Geschiebemergel anzutreffen ist, k√∂nnen sich Kuppen aus fast reinem Kalk (Wiesenkalk) und bei gleichzeitig hohem Eisengehalt aus Eisenockerschlamm bilden. Diese Kuppen k√∂nnen bis zu 10 Meter hoch und bis zu 200 Meter breit werden. Torfe bilden sich in diesen Mooren vorwiegend am Rand der Kuppen, wo sich das Quellwasser staut. Diese sind aufgrund des hohen Kalkgehaltes meist hochzersetzt. In Altmor√§nenlandschaften sind die B√∂den meistens tief entkalkt. Die Quellmoore in diesen Regionen sind zwar basenreich aber zugleich kalkfrei. Auch in kristallinen Mittelgebirgsregionen ist das Quellwasser kalkarm bzw. kalkfrei. Diese Quellmoore erreichen meistens nur geringe M√§chtigkeiten.

In Richtung des Wasserabflusses gehen Quellmoore oft in andere hydrologische Moortypen (zum Beispiel Durchstr√∂mungsmoore) √ľber.

Hangmoore

Skizze Hangmoor

Hangmoore entstehen an H√§ngen, also Orten mit schwach geneigter Oberfl√§che, durch √úberrieselung mit mineralstoffreichem Wasser aus oberhalb liegenden B√§chen und Rinnsalen, das auf der Oberfl√§che sowie in den oberen Bodenschichten der H√§nge mit stauendem Untergrund langsam abw√§rts sickert. Wenn der Boden aufgrund der st√§ndigen Wasserzufuhr permanent wasserges√§ttigt ist, kann sich ein Hangmoor ausbilden. Das von oben in das Moor zuflie√üende Wasser sickert abw√§rts. Durch das Aufstauen beim Eindringen des Wassers in den Torfk√∂rper wachsen Hangmoore am oberen Ende regelrecht hangaufw√§rts. Die M√§chtigkeit der Torfk√∂rper ist meistens begrenzt, oft weniger als 1 Meter, weil bei st√§rkerem H√∂henwachstum das Oberfl√§chengef√§lle so stark wird, so dass eine nat√ľrliche Entw√§sserung einsetzt.

Versumpfungsmoore

Skizze Versumpfungsmoor

Versumpfungsmoore entstehen in flachen Senken bei periodischer Vern√§ssung auf stark verdichteten oder tonigen B√∂den oder auch in Sandgebieten mit dem Anstieg des Grundwasserspiegels. Versumpfungsmoore bilden sich vor allem in flachen Landschaften, zum Beispiel in Flussauen au√üerhalb der √úberflutungsgebiete oder in Urstromt√§lern. Daher haben sie meistens eine sehr gro√üe Ausdehnung. Allerdings ist die M√§chtigkeit der Torfe meist gering (nur selten mehr als 1 m). Da der Grundwasserstand nat√ľrlichen Schwankungen unterzogen ist, wird der Torfk√∂rper ab und zu durchl√ľftet. Daher sind die Torfe in Versumpfungsmooren f√ľr gew√∂hnlich stark zersetzt und damit meist n√§hrstoffreich.

Verlandungsmoore

Skizze Verlandungsmoor

Verlandungsmoore entstehen in Folge der Verlandung von Stillgew√§ssern (vor allem Seen) durch Ablagerung von Mudden am Gew√§ssergrund und durch das Hineinwachsen der Ufervegetation in das Gew√§sser (Schwingrasen), welche schlie√ülich vertorft. Verlandungsmoore sind in Mitteleuropa vor allem in den w√§hrend der letzten Eiszeit (Weichsel- bzw. W√ľrmeiszeit) vergletscherten Gebieten (Jungmor√§nenland) weit verbreitet. Ihr N√§hrstoffgehalt richtet sich nach dem des verlandenden Sees und kann daher stark schwanken. Auf Grund der N√§hrstoffeintr√§ge durch den Menschen sind sie heute aber meist eutroph.

√úberflutungsmoore

Skizze √úberflutungsmoor

√úberflutungsmoore unterteilt man in die Kategorien der K√ľsten√ľberflutungsmoore (an Meeresk√ľsten) und der Auen√ľberflutungsmoore (entlang von Fl√ľssen). Durch stark schwankende Wasserst√§nde steht dieser Moortyp periodisch oder episodisch unter Wasser, kann aber auch bei niedrigem Wasserstand trocken fallen. Ausgedehnte √úberflutungsmoore entstehen vor allem in sehr gering reliefierten Landschaften. Dort bildet sich gro√üfl√§chig aber geringm√§chtig ein Torfk√∂rper aus. Typisch f√ľr √úberflutungsmoore ist die Verzahnung oder Wechsellagerung von Torf mit mineralischem Material (meistens Schluff oder Sand) welches bei √úberflutung mit der Wasserstr√∂mung eingetragen wird.

Durchströmungsmoore

Von Durchströmungsmooren spricht man, wenn der Torfkörper von einem deutlichen Grundwasserstrom infiltriert wird, das Grundwasser aber im Moorkörper verbleibt und nicht als Quelle zutage tritt. Sie schließen sich oft an Quellmoore an, wenn das Wasser in den Torf einsickert. Möglich ist aber auch die Vermoorung großer Gebiete, so dass die einst vorhandenen Fließgewässer nun nicht mehr in einem eigenen Flussbett fließen sondern den Moorkörper durchströmen.

Kesselmoore

Kesselmoore sind vor allem in Jungmor√§nenlandschaften (Eiszerfallslandschaften) oder in Vulkanlandschaften verbreitet und entstehen aus Gel√§ndehohlformen ohne nat√ľrlichen Abfluss, beispielsweise in Toteisl√∂chern (als S√∂ll) oder Senken. In der Mitte kann sich eventuell noch ein Restsee befinden. Kesselmoore sind im allgemeinen klein (oft unter 1 Hektar), haben keinen nat√ľrlichen Zu- und Abfluss, meist aber eine gro√üe Torfm√§chtigkeit.

Niederschlagswasserernährte Moore (Hochmoore)

Regenmoore

siehe auch Hauptartikel Regenmoor

Regenmoore unterscheiden sich grundlegend von den Mineralbodenwasser ern√§hrten Moortypen. Sie entstehen, wenn bestimmte Pflanzen, meistens Torfmoose, in niederschlagsreichen und k√ľhlen Klimaten auf n√§hrstoffarmen Grundwassermooren so in die H√∂he wachsen, dass der von ihnen gebildete Torf nicht mehr vom mineralstoffreichen Grundwasser, sondern ausschlie√ülich von Regenwasser (ombrogen) gen√§hrt wird. Sie k√∂nnen auf den n√§hrstoffarmen Teilen von Versumpfungs-, Verlandungs- und/oder Kesselmooren aufwachsen. Der mooreigene Wasserspiegel in Regenmooren liegt deutlich √ľber dem Grundwasserspiegel der umgebenden Landschaft. Aufgrund des H√∂henwachstums ist auch kein Einfluss des Oberfl√§chenwassers aus der Umgebung mehr m√∂glich. Regenmoore sind sekund√§re oder terti√§re Moorbildungen. Sie sind sowohl aus hydrologischer als auch aus √∂kologischer Sicht von den Nieder- und Zwischenmooren klar abgrenzbar. Regenmoore verf√ľgen aufgrund der spezifischen Eigenschaften der die Moore aufbauenden Torfmoose √ľber ein sich selbst regulierendes und erhaltendes Wasserregime. Die Bilanz aus Niederschlag, Verdunstung und oberfl√§chlichem Abfluss ist in intakten Regenmooren immer positiv. Sie gleichen quasi mit Wasser vollgesogenen Torfmoosschw√§mmen, die erhaben in der Landschaft liegen.

Kondenswassermoore

Kondenswassermoore sind ein ganz eigent√ľmlicher Moortyp, der bis jetzt nur anhand weniger Standorte in den √∂sterreichischen Alpen bekannt ist. Das Wasser im Moork√∂rper stammt hier weder aus dem Mineralboden noch aus Niederschl√§gen, sondern aus Luftfeuchtigkeit, die unter bestimmten Bedingungen an der Oberfl√§che von Blockhalden kondensiert. Da kondensierte Luftfeuchtigkeit √§hnlich n√§hrstoffarm ist wie Regenwasser, gleichen Kondenswassermoore bez√ľglich ihrer Vegetation eher Hoch- als Niedermooren. Typischerweise bestehen Kondenswassermoore aus einem Mosaik kleinster, meist kaum quadratmetergro√üer Standorte an einem steilen Hang.

√Ėkologische Moortypen

Die ökologischen Moortypen lassen sich aus Informationen zur Vegetation, dem Nährstoffgehalt und dem Säure-Basen Verhältnis abgrenzen.

Der N√§hrstoffgehalt kann in drei Stufen eingeteilt werden: n√§hrstoffarm (oligotroph), m√§√üig n√§hrstoffarm (mesotroph) sowie n√§hrstoffreich (eutroph). Das S√§uren-Basen-Verh√§ltnis wird anhand des pH-Wertes angegeben und ebenso wie der N√§hrstoffgehalt in drei Stufen angegeben. Die sauren Moore besitzen einen pH-Wert unter 4,8, schwach saure Moore einen pH-Wert zwischen 4,8 und 6,4 (subneutral) und die alkalischen Moore einen pH-Wert zwischen 6,4 und 8 (kalkhaltig). Folglich lassen sich mit diesen Angaben f√ľnf √∂kologische Moortypen bestimmen: Reichmoore (eutroph), Kalk-Zwischenmoore (mesotroph-kalkhaltig), Basen-Zwischenmoore (mesotroph-subneutral), Sauer-Zwischenmoore (mesotroph-sauer) und die Sauer-Armmoore (oligotroph-sauer).

Hochmoore

Bunte Torfmoos-Gesellschaft in einem Hochmoor
Pflanzengesellschaft

Hochmoore werden auch als Armmoor oder Regenmoor bezeichnet. Sie sind ausschlie√ülich regenwasserern√§hrt (ombrotroph) und damit sauer und sehr n√§hrstoffarm (oligotroph). Sie verf√ľgen √ľber nur geringe Gehalte an Stickstoff und anderen N√§hrstoffen und zeichnen sich durch hohe Kohlenstoffgehalte im Torf aus. Die pH-Werte liegen zwischen 3 und 4,8. Die typische Pflanzenwelt besteht aus fast geschlossenen Torfmoosrasen (Klasse: Oxycocco Sphagnetea). Diese n√§hrstoffarmen Standorte findet man gro√üfl√§chig in allen Regenmooren, kleinfl√§chig in Kesselmoorzentren und sehr kleinfl√§chig auch in den √úbergangsbereichen mineralbodenwasser ern√§hrter Regenmoore. Hochmoore entwickeln sich h√§ufig auf Niedermooren aber auch ohne vorherige Niedermoorbildung direkt auf mineralischem Untergrund (wurzelechte Hochmoore). Regenmoore lassen sich auch hinsichtlich der √∂kologischen Bedingungen relativ klar von allen anderen Moortypen abgrenzen. Die extreme N√§hrstoffarmut, der niedrige pH-Wert und die permanente Wassers√§ttigung der Hochmoorlebensr√§ume bedingen eine hochspezialisierte einzigartige Flora und Fauna mit einer Vielzahl gef√§hrdeter Arten.

Eine umfangreiche Darstellung des √Ėkosystems und des Landschaftselementes Hochmoor findet sich im Artikel Regenmoor.

Zwischenmoore/√úbergangsmoore

Zwischen- bzw. Übergangsmoore sind durch Kleinseggenriede der Klasse Scheuchzerio-Caricetea nigrae gekennzeichnet. Neben etlichen Seggen- und Binsenarten kommen in allen Zwischen- und Übergangsmooren weitere der sogenannten Mineralbodenwasserzeiger vor wie der Fieberklee (Menyanthes trifoliata), das Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris), das Schweinsohr (Calla palustris), das Schmalblättrige Wollgras (Eriophorum angustifolium), das Hunds-Straußgras (Agrostis canina), das Sumpfveilchen (Viola palustris) und der Gemeine Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris). Torfmoose spielen besonders in den sauren Zwischenmooren eine Rolle, wogegen die nährstoffreicheren Ausprägungen durch das Vorkommen sogenannter Braunmoose gekennzeichnet sind.

Zur Flora der Zwischenmoore siehe Hauptartikel Kleinseggenried.

Sauer-Zwischenmoore

Saure, m√§√üig n√§hrstoffreiche (mesotrophe) Moore stehen den Armmooren sehr nahe, werden aber von saurem Mineralbodenwasser gespeist und besitzen eine etwas bessere Stickstoffversorgung. Wie die Armmoore umfassen sie ebenfalls nur pH-Werte bis 4,8. Die Pflanzendecke besteht aus torfmoosreichen Kleinseggenrieden. Diese Moore findet man in den n√§hrstoff- und kalkarmen Gebieten der Jungmor√§nenlandschaften besonders in Durchstr√∂mung und Kesselmooren, in D√ľnengebieten und in den Kristallinbereichen der Mittelgebirge, dort vor allem in Hangmooren. Aufgrund des h√∂heren Elektrolytgehalte des Bodenwassers sind im Gegensatz zum Hochmoor deutlich mehr Seggenarten anzutreffen.

Basen-Zwischenmoore

Basen-Zwischenmoor mit Schmalbl√§ttrigem Wollgras (Eriophorum angustifolium) und Braun-Segge (Carex nigra) in einer Vermoorung in einem armen Sandd√ľnengebiet (Heidemoor, Niedersachsen)

Subneutrale, m√§√üig n√§hrstoffreiche Moore besitzen pH-Werte von 4,8‚Äď6,4. Sie sind kalkfrei. Die Vegetation der Basen-Zwischenmoore setzt sich aus braunmoosreichen Kleinseggenrieden, in welchen teilweise noch Torfmoose wachsen, zusammen. Dieser √∂kologische Moortyp ist vor allem im Jungmor√§nengebiet des √∂stlichen Mitteleuropas zu finden und ist heute durch die allgemeine N√§hrstoffbelastung besonders gef√§hrdet. Sie k√∂nnen in Verlandungsmooren, Hangmooren, Quellmooren und Kesselmooren auftreten. Ihr Hauptvorkommen haben sie aber in Durchstr√∂mungsmooren.

Kalk-Zwischenmoore

Kalkhaltige bis kalkreiche Moorstandorte mit pH-Werten von 6,4‚Äď8,5 sind zwar als mineralstoffreich zu bezeichnen, k√∂nnen aber sowohl n√§hrstoffreich als auch n√§hrstoffarm sein. Die Pflanzenwelt besteht aus braunmoosreichen Kleinseggenrieden oder Schneiden-Riede[1]. Diese Moore treten in Mitteleuropa heute ebenfalls relativ selten auf und sind durch N√§hrstoffanreicherung oft in den sehr n√§hrstoffreichen Typ des Reichmoores √ľbergegangen. Die Verbreitungsgebiete sind kalkreiche Jungmor√§nenlandschaften des Alpen- und Tatravorlandes, Muschelkalkgebiete des H√ľgellandes, verschiedene Mittel- und Hochgebirge mit Kalkgestein. Meistens handelt es sich um Quellmoore, Verlandungs- oder Durchstr√∂mungsmoore. Kalkseggenmoore gelten als sehr wertvolle Moortypen, die meistens nur kleinfl√§chig ausgebildet sind und zahlreiche Reliktarten beinhalten.

Niedermoore

Zu diesen sehr n√§hrstoffreichen Standorten z√§hlen die meisten der heute noch wachsenden Moore in Mitteleuropa. Die sehr n√§hrstoffreichen Bedingungen, deshalb auch als Reichmoor bezeichnet, resultieren meistens aus zeitweiliger √úberstauung mit Fremdwasser und phasenweiser Austrocknung. Das Wachstum wird haupts√§chlich durch das hohe Stickstoffangebot bestimmt, die pH-Verh√§ltnisse werden hier fast bedeutungslos und k√∂nnen zwischen 3,2‚Äď7,5 liegen. N√§hrstoffreiche Moore sind immer mineralbodenwasserern√§hrt, haupts√§chlich Versumpfungs-, Quell- und √úberflutungsmoore der Flussniederungen (Auen√ľberflutungsmoore) sowie der K√ľstengebiete. Niedermoore entwickeln sich bei geeigneten Bedingungen √ľber Zwischenmoorstadien weiter zu Hochmooren. Die Vegetation besteht aus meistens dichten und hochw√ľchsigen Vegetationsbest√§nden, die lichtliebende Moose weitgehend verdr√§ngen. Die wichtigsten Vegetationseinheiten sind Erlenbruchw√§lder, R√∂hrichte und Gro√üseggenriede.

Charakterisierung der ökologischen Moortypen durch die Vegetation

√Ėkologische Moortypen und ihre Charakterisierung durch die Vegetation

Viele Pflanzenarten k√∂nnen nur bei bestimmten Standortbedingungen √ľberleben. Das hat zur Folge, dass diese auf bestimmte Moore begrenzt sind. Die √∂kologischen Moortypen lassen sich deshalb sehr gut anhand ihrer Vegetationszusammensetzung charakterisieren. Besonders geeignet sind dazu die Moose, denn sie stehen in direktem Kontakt mit dem oberfl√§chlich anstehenden Moorwasser, ob Regen- oder Grundwasser. H√∂here Pflanzen der n√§hrstoffarmen, sauren und rein Regenwasser gen√§hrten Hochmoore sind an diesen Lebensraum angepasst. Da n√§hrstoffbed√ľrftigere Pflanzen hier nicht wachsen k√∂nnen, sind sie konkurrenzlos. In n√§hrstoffreichem Grundwasser ern√§hrten Niedermooren haben diese Pflanzen dagegen keine √úberlebenschance. In √úbergangsbereichen, dort wo das Moor zugleich von Regenwasser und Grundwasser beeinflusst wird, siedeln sich so genannte Mineralbodenwasserzeiger an. Dabei ist nicht ausschlie√ülich deren √∂kologisches Verhalten ausschlaggebend, sondern vielmehr die Konkurrenzsituation in den beiden gegens√§tzlichen Moortypen. Der Grenzbereich zwischen ausgesprochenen Hochmooren und den Niedermooren wird damit durch diese Pflanzenarten angezeigt. Diesen √úbergangsbereich bezeichnet man daher als Zwischen- oder √úbergangsmoor. Die Entwicklung von Zwischen- oder √úbergangsmooren liegt damit nicht nur r√§umlich sondern auch zeitlich zwischen der Nieder- und Hochmoorbildung, da Hochmoore meistens ihre Entwicklung auf Niedermoorstadien beginnen.

Geschichte der Moornutzung

Hauptartikel: Moorkolonisierung

Torf

Oldenburger Moor-Dampfer aus Die Gartenlaube 1873

Torf wurde anfangs lediglich als Brennmaterial verwendet. Die daraus entstandene Asche wurde au√üerdem in der Landwirtschaft als D√ľnger auf die √Ącker verteilt. √úblich war es auch, getrockneten Torf als Baustoff zum Errichten von H√§usern zu verwenden. In der Zeit um 1880 wurde Torf auch zur Feuerung in der Eisen- und Stahlindustrie verwendet sowie als Streu in St√§llen oder als Bindemittel. Heute wird er in der Regel nur noch im Gartenbau zur Bodenverbesserung verwendet, um den Boden zu bel√ľften und eine gr√∂√üere Wasserkapazit√§t zu erm√∂glichen. Da Torf aber den pH-Wert senkt und so mehr f√ľr Pflanzen geeignet ist, die ein saures Milieu bevorzugen, ist die Wirkung f√ľr Pflanzen im Garten eher umstritten.

Als nasse Landschaftselemente sind Moore f√ľr die Landwirtschaft als schwierige Standorte anzusehen. Dennoch wurde von jeher versucht, diese Standorte zu nutzen, indem sie zum Teil unter schweren Bedingungen entw√§ssert wurden.

Als eine der ältesten Moornutzungen kann die Trockenlegung des Forum Romanum durch die Cloaca Maxima angesehen werden - hier befand sich vordem ein Sumpf, in dem Tote bestattet wurden.

Die ersten systematischen Moorkultivierungen wurden bereits von Zisterzienserm√∂nchen im fr√ľhen Mittelalter durchgef√ľhrt, fanden aber schon im Sp√§tmittelalter und in Folge der Auswirkungen des Drei√üigj√§hrigen Krieges wieder ein Ende. Mit der allm√§hlichen Wirtschaftsentwicklung Ende 17. Jahrhunderts und verst√§rkt im 18. Jahrhundert setzte wieder eine landwirtschaftliche T√§tigkeit ein, wobei auch weitreichende Niedermoorgebiete genutzt wurden. Die Kultivierung der Niedermoore geschah h√§ufig unter staatlicher F√∂rderung mit umfangreichen und gro√üangelegten Hydromeliorationen.

Seit dem 19. Jahrhundert wird der gewonnene Torf auch zu Heilzwecken genutzt, beispielsweise als Moorbad.

Gefährdung von Mooren

1901 sagt Carl Albert Weber dazu: ‚ÄěEs l√§sst sich leider nicht in Abrede stellen, dass Forscher, welche sich mit zahlreichen Fragen besch√§ftigen, die besonders die Hochmoore stellen, schon jetzt im nordwestdeutschen Tieflande, einem der Moorreichsten L√§nder der Erde, sich vergeblich um deren L√∂sung bem√ľhen. In wenigen Jahren wird dies √ľberhaupt nicht mehr m√∂glich sein, bei der Hast, mit der man bem√ľht ist, die letzte Spur der Natur auf diesen interessanten Bildungen der N√ľtzlichkeit zu opfern.‚Äú

Folgen der Entwässerung

Entwässerungsgraben
R√ľckgestauter zum Teil wieder zugewachsener ehemaliger Abzugsgraben

Die Gef√§hrdung von Mooren geht in erster Linie von Entw√§sserungen aus. Fast jede Nutzung von Mooren, sowohl land- oder forstwirtschaftliche, gartenbauliche als auch die Torfgewinnung, gehen mit einer entsprechenden Wasserregulierung einher. Jede Form der Entw√§sserung hat dabei Einfluss auf die Funktionen und Artenzusammensetzungen der Moore. Die Entw√§sserungen geschehen direkt durch die Anlage von Gr√§ben, Rohrdr√§nungen und Vorflutgr√§ben und die Fassung von Quellen oder indirekt √ľber Flussregulierungen, Entnahme von Trinkwasser und die damit verbundene Grundwasserabsenkung in der Landschaft. Die Auswirkungen der Entw√§sserungen sind komplex und machen sich teilweise erst nach vielen Jahren in ihrem gesamten Ausma√ü bemerkbar.

Im Gegensatz zu Mineralb√∂den hat der Torf wegen seines fast vollst√§ndig wassergef√ľllten Porenvolumens ein labiles Gef√ľge. Jede Entw√§sserung bedeutet eine Verringerung des Porenvolumens, da die Poren, wenn sie nicht mehr wassergef√ľllt sind, zusammensinken. Dieses f√ľhrt zun√§chst zu einer Sackung des Moorbodens, also einer Abnahme der Torfm√§chtigkeit. Die Verdunstung des Porenwassers tr√§gt zum weiteren Niveauverlust bei. Nach Entw√§sserung und Bel√ľftung setzt eine sekund√§re Bodenbildung ein, die in Abh√§ngigkeit von der Zeit und der Trophie der Torfe unterschiedlich schnell und zu verschiedenen Gef√ľgeformen f√ľhrt. In niederschlagsreicheren Regionen k√∂nnen die B√∂den vererden. Dabei entsteht ein dunkel bis schwarzbraunes Kr√ľmelgef√ľge, in dem mit blo√üem Auge nicht mehr sichtbare Pflanzenreste aber noch mikroskopische erkennbare Pflanzenstrukturen sichtbar sind. In trockeneren Gebieten mit geringeren Niederschl√§gen bilden sich bei fortdauernder st√§rkerer Austrocknung humin- und aschereiche, schwer benetzbare und trockene Feinkorngef√ľge mit zum Teil Rissen und Kl√ľften im Boden. Der so entstehende Mulm (Vermulmung) ist eine √§u√üerst ung√ľnstige Gef√ľgeform, weil der Boden leicht erodiert und irreversibel austrocknet. Die B√∂den lassen sich nicht wieder befeuchten und stellen den extremsten Moorstandort dar. Im weniger stark austrocknenden Unterboden bleibt die mineralische Bodensubstanz feucht bis nass. Es entsteht ein aus kohlengrus√§hnlichen verbackenen Teilchen bestehender Horizont, auch Vermurschungshorizont genannt. Die Bildung dieser Segregations- bzw. Absonderungsgef√ľge stellt das Endstadium der Niedermoorbodenbildung dar. Diese B√∂den sind schwer durchwurzelbar und haben einen sehr ung√ľnstigen Wasser- und N√§hrstoffhaushalt.

Landwirtschaftliche Nutzung von Mooren

Löscharbeiten bei einem Moorbrand

Um ein Moor landwirtschaftlich zu nutzen, muss es zunächst entwässert werden, was eine Zerstörung des Lebensraumes bedeutet. Dies geschieht durch Entwässerungsgräben oder durch Absinken des Grundwasserspiegels. Je nach Moortyp gibt es unterschiedliche Verfahren, die im Folgenden erläutert werden:
Die Moorbrandkultur ist ein Verfahren, bei dem das Moor vor dem Winter oberfl√§chlich entw√§ssert und abgehackt wurde, damit es im Fr√ľhjahr abgebrannt werden konnte. Anschlie√üend wurde in der Asche Weizen oder Hafer ausges√§t. Reguliert wurde das Feuer durch die Windrichtung und die Zu- oder abnehmende Feuchtigkeit im Boden. Bei diesem Verfahren waren die N√§hrstoffreserven im Boden jedoch nach 10 Jahren ersch√∂pft und das Land musste 30 Jahre brachliegen.
Bei der Fehnkultur legte man große Entwässerungsgräben an, aus denen man den Schwarztorf abbaute. Die Wasserkanäle dienten auch dem Abtransport des Torfes.
Die Hochmoorkultur wird nur bei Hochmooren angewandt, wobei der Torf mindestens eine H√∂he von 1,3 Metern besitzt. Die Moore werden zwar entw√§ssert, aber nicht abgetorft, sondern nur umgebrochen und ged√ľngt. Der daraus entstandene Boden dient ausschlie√ülich der Gr√ľnlandwirtschaft.
Bei der Sandmischkultur wird Sand aus einer Tiefe von ungef√§hr 3 Meter hochbef√∂rdert und durchgepfl√ľgt. Die daraus entstandene Sand- Mischkultur ist in der Landwirtschaft vielseitig einsetzbar.
Die Tiefpflug-Sanddeckkultur ist nur f√ľr Niedermoore geeignet, deren Torfschicht nicht dicker als 80 cm ist. Nur wenn die Sandschicht mindestens 30 cm dick ist, kann die Fl√§che als Ackerfl√§che genutzt werden.
Bei der Schwarzkultur wird der Moorboden nach der Entwässerung ohne Veränderungen kultiviert, wobei dies nur auf Niedermooren vollzogen werden kann.

Erhaltung, Schutz und Regeneration

Die Erhaltung von Mooren bedarf keiner großen Maßnahmen. Überlässt man diese Lebensräume sich selbst, ist dies im Normalfall ausreichend.

Regeneration Niedermoor. Die Regeneration eines Niedermoores ist nicht so aufwendig wie die eines Hochmoores. Da Niedermoore durch das Grundwasser versorgt werden, reicht ein einfaches Verschlie√üen der Entw√§sserungsgr√§ben aus. Handelt es sich jedoch um Gebiete, die jahrelang landwirtschaftlich genutzt wurden, sind sie, aufgrund der D√ľngung und extremen Bodenbearbeitung, nicht mehr f√ľr eine Renaturierung geeignet. Lediglich in der Funktion als Pufferzone gegen√ľber der weiteren landwirtschaftlichen Nutzung oder als Feuchtwiese, was der Tierwelt ebenfalls Vorteile bietet, k√∂nnen diese Landstriche noch genutzt werden.

Regeneration Hochmoor. Auch die Regeneration eines Hochmoores beinhaltet zun√§chst das Verschlie√üen der Entw√§sserungsgr√§ben. Da ein Hochmoor jedoch nicht vom Grundwasser versorgt werden darf, muss speziell darauf geachtet werden, dass die Stellen, an denen die wasserundurchl√§ssige Schicht durchbrochen wurde, gut verschlossen werden. Der Einfluss von Grundwasser w√ľrde den N√§hrstoffgehalt zu weit ansteigen lassen, weshalb auch eine k√ľnstliche Bew√§sserung ausgeschlossen ist. Denkbar w√§re eine F√∂rderung des Moorwassers durch Pumpen, was allerdings einen erheblichen Aufwand darstellt.

Renaturierung und Regeneration Die Renaturierung eines Moores ist gegeben, sobald sich die arttypischen Pflanzen, wie zum Beispiel die Torfmoose wieder ansiedeln. Eine völlige Regeneration ist dann eingetreten, wenn die typischen Verhältnisse wieder eingetreten sind. Das beinhaltet das Wachstum und die Vertorfung einer Torfmoosdecke.

Regionale Bezeichnungen f√ľr Moore

Im deutschsprachigen Raum existieren f√ľr Moore zahlreiche Regionalbezeichnungen bzw. Synonyme. So werden im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnungen Moor und Sumpf meistens synonym verwendet. In Nordostdeutschland sind die Bezeichnungen Bruch und Luch verbreitet, in S√ľddeutschland Ried, Filz (zum Beispiel Kendlm√ľhlfilzn) und Moos (zum Beispiel Donaumoos). Dabei bezeichnet Moos meist ein Niedermoor, Filz ein Hochmoor. R√ľlle ist die Bezeichnung f√ľr den nat√ľrlichen Abfluss eines Hochmoores innerhalb des Moork√∂rpers.

Siehe auch

Literatur

  • Christa Klickermann, Dr. med. Petra Wenzel: "Altes Naturheilmittel Moor - Neues Wissen f√ľr die praktische Anwendung." ISBN 3-00-011626-5
  • Bayerisches Landesamt f√ľr Umwelt (Hrsg.), Wagner A. & Wagner I. (2005): Leitfaden der Niedermoorrenaturierung in Bayern, Augsburg 2005, ISBN 3-936385-79-3
  • Colditz, G.; Auen, Moore, Feuchtwiesen; Gef√§hrdung und Schutz von Feuchtgebieten; Birkh√§user Verlag 1994.
  • G√∂ttlich, Kh. : Moor- und Torfkunde. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (N√§gele & Obermiller), Stuttgart 1990, 3. neubearbeitet Auflage, 529 S.
  • Grosse-Brauckmann, G. (1962): Zur Moorgliederung und -ansprache. Zeitschr. f. Kulturtechnik 3, S.6-29
  • Hutter, Claus-Peter (Hrsg.); Alois Kapfer & Peter Poschlod: S√ľmpfe und Moore - Biotope erkennen, bestimmen, sch√ľtzen. Weitbrecht Verlag, Stuttgart, Wien, Bern 1997, ISBN 3-522-72060-1
  • Joosten, H. & Clarke, D. (2002): Wise Use of Mires and Peatland. International Mire Conservation Group, NHBS Ltd., Totnes, ISBN 951-97744-8-3
  • Overbeck, F. : Botanisch-Geologische Moorkunde, Wachholtz, Neum√ľnster 1975, ISBN 3-529-06150-6
  • Steiner, G. M. (Ed.): Moore von Sibirien bis Feuerland. Biologiezentrum der Ober√∂sterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-146-4
  • Succow, M. & Joosten, H. (2001): Landschafts√∂kologische Moorkunde, 2. v√∂llig neu bearbeitete Auflage, E. Schweizerbart¬īsche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65198-7
  • Succow, M. & Jeschke, L.: Moore in der Landschaft: Entstehung, Haushalt, Lebewelt, Verbreitung, Nutzung und Erhaltung der Moore. 1. Auflage, Thun, Frankfurt/Main 1986, ISBN 3-87144-954-7

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Verzeichnis der Syntaxa im Tabellenband der ‚ÄěPflanzengesellschaften Mecklenburg-Vorpommerns und ihre Gef√§hrdung‚Äú. Berg, C. et al., 2001, S. 2, abgerufen am 23. September 2010 (download): ‚Äě12.2b Unterordnung: Kalk-Sumpfsimsen- und Schneiden-Riede m√§√üig n√§hrstoffarmer, kalkreicher Senken- und Uferstandorte‚Äú.

Weblinks

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 Commons: Moor ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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