Mose

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Mose
Peter Anton von Verschaffelt: Statue des Moses von Michelangelo in San Pietro in Vincoli (1737).

Mose(s) (hebrĂ€isch â€ŚžÖ茩ֶŚŚ”‎ Mƍơé; griechisch ÎœÏ‰Ï…Ïƒáż†Ï‚, ÎœÏ‰Ïƒáż†Ï‚ Mƍ(y)sēs; arabisch â€Ù…ÙÙˆŰłÙŽÙ‰â€Ž MĆ«sā) ist die Zentralfigur in den fĂŒnf BĂŒchern Moses. Nach biblischer Überlieferung fĂŒhrte der Prophet Mose als von Gott Beauftragter das Volk der Israeliten auf einer vierzig Jahre wĂ€hrenden Wanderung aus der Ă€gyptischen Sklaverei in das kanaanĂ€ische Land.

Bis in die Zeit der AufklĂ€rung galt Mose als historische Person und Verfasser der BĂŒcher des Pentateuch (1. bis 5. Buch Mose) sowie des Psalms 90. Diese Auffassung ist inzwischen umstritten.

Inhaltsverzeichnis

Die Mosegeschichte

Die ErzĂ€hlungen um Mose sind im Alten Testament eng mit den Traditionen des Auszuges aus Ägypten, der Gesetzgebung wĂ€hrend der WĂŒstenwanderung und dem Aufenthalt der Israeliten in Kadesch-Barnea verbunden. Sie sind ĂŒber weite Teile der BĂŒcher 2. bis 5. Buch Mose verstreut und gehören nach der traditionellen Urkundenhypothese verschiedenen Überlieferungsschichten an, die vorwiegend zwischen dem 10. und dem 6. Jahrhundert v. Chr. datiert werden.

Geburt, Aussetzung und Errettung

Wandmalerei aus der Synagoge von Dura Europos, Auffindung des Mose

Die ErzĂ€hlung der Geburt Mose befindet sich in dem Passus Ex 2,1-10 EU, der keine Personennamen enthĂ€lt und Mose Eltern dem Stamm Levi als zugehörig bezeichnet. Der Stammbaum Mose wird in Ex 6,14-27 EU angegeben. Dieser Passus wird der priesterschriftlichen Redaktion zugerechnet[1] und nennt Amram als Vater, dessen Tante[2] Jochebed als Mutter und Aaron als Bruder Mose (6,20; vgl. 4,17 EU), die Schwester der beiden hieß Mirjam [3]. Der ErzĂ€hlung in Ex 2,1-10 zufolge sei Mose nach seiner Geburt am Ufer des Nils ausgesetzt worden: Die Tochter des Pharao habe ihn gefunden und eine hebrĂ€ische Frau – die leibliche Mutter des Kindes – als Amme bestellen lassen. Nach der Stillzeit habe die Tochter des Pharao das Kind als Sohn genommen und ihm den Namen Mose gegeben.

In dem biblischen Bericht von der Geburt Mose ist das gleiche Motiv der Aussetzung und Errettung des „Heldenkindes“, „Königskindes“ oder jedenfalls „Schicksalkindes“ erkannt worden, das in allen Mythologien des Altertums mit je anderen Merkmalen vorkommt und dessen bekannteste Beispiele die Kindheitsgeschichten von Romulus und Remus, Oedipus, Sargon von Akkad und Kyros II. sind. Die Aussetzung des Kindes, die in diesen Mythen oft mit einem kultischen Vergehen oder mit einem Unheilsorakel in Verbindung steht, ist im Fall von Mose in den Rahmen der vom Pharao angeordneten Tötung der mĂ€nnlichen Kinder der Israeliten (Ex 1,15f EU) eingefĂŒgt und stellt einen Versuch dar, das Kind zu retten – wie es auch in anderen Legenden des antiken Nahen Osten der Fall ist.[4] Von einem Unheilsorakel in Verbindung mit der Geburt des Mose berichten jedoch das Targum Pseudo Jonathan[5] und – davon wahrscheinlich abhĂ€ngig – Flavius Josephus (Ant II, 205[6]).

Von mehreren Exegeten ist die Auffassung vertreten worden, dass die aus neuassyrischen Texten (um das 8. Jahrhundert vor Chr.) bekannte Legende von Sargon von Akkad die Vorlage oder die „nĂ€chste Parallele“ von Ex 1-10 sei.[7][4] Die Ähnlichkeiten sind vor allem darin gesehen worden, dass in beiden FĂ€llen das Kind in einem wasserdichten RöhrichtkĂ€stchen in dem Fluss gefunden wird und dass der Retter es adoptiert (Zeilen 5-9):

„Meine Mutter, eine Hohepriesterin, wurde mit mir schwanger. Insgeheim gebar sie mich. Sie legte mich in ein SchilfkĂ€stchen. Mit Bitumen dichtete sie meine Behausung ab. Sie setzte mich am Fluß aus, der (mich) nicht ĂŒberspĂŒlte. Akki, der Wasserschöpfer, zog mich heraus, als er seinen Wassereimer eintauchte. Akki, der Wasserschöpfer, zog mich als sein Adoptivkind groß.“[8]

Andere Autoren haben Analogien mit einer aus spĂ€ten Texten der griechisch-römischen Zeit bekannten Version der Horuslegende gesehen, nach der Horus gemĂ€ĂŸ dem Osirismythos durch seine Mutter Isis geschĂŒtzt vor Seth in Chemmis aufgezogen wird oder fĂŒr eine frĂŒhe Entstehung des Kerns der ErzĂ€hlung in Ă€gyptischem Kontext plĂ€diert, die ihren Niederschlag in der Verwendung von Ă€gyptischen Wörtern in der Perikope der Geburt Mose – insbesondere in Ex 2,3 EU[9] – und nicht in der Entlehnung von Motiven der Ă€gyptischen Mythologie habe.[10]

Der Name Mose

Die in der GeburtserzĂ€hlung vorgenommene volksetymologische Namensableitung, die sich auf die hebrĂ€ische Wurzel mĆĄh („ziehen“[11]) bezieht, ist fehlerhaft. So versuchten antike Autoren den Namen Mose mit der altĂ€gyptischen Entsprechung mu-wedja („Wasser-unversehrt“) in Verbindung zu bringen. Aus historischer Sicht sind jene Hypothesen jedoch unbelegt und somit wertlos. Nach neueren Untersuchungen ist der Name Mose mit der altĂ€gyptischen Wurzel „mesi/mesa/mes“[12] („gebĂ€ren“) verwandt, die in zahlreichen Personennamen oft in Verbindung mit einem Gottesnamen belegt ist, beispielsweise steht RÊż msj sw fĂŒr Ramses („Re ist der, der ihn geboren hat“), ណងwtj msj sw fĂŒr Thutmosis („Thot ist der, der ihn geboren hat“) sowie RÊż msj fĂŒr Ramose („der von Re geborene“).[13]

Eines der Probleme, die sich aus dieser ErklĂ€rung ergeben, ist die masoretische Schreibung des Namens Mose mit dem Zischlaut ĆĄ (‏Ś©Śâ€Ž) statt s (‏ŚĄâ€Ž). Letzterer wird sonst fĂŒr die Umschreibung des Ă€gyptischen Lautes ƛ in der HebrĂ€ischen Bibel regelmĂ€ĂŸig verwendet.[14] Einige Autoren haben anhand dieser Schreibung, die unter anderem analog zu der keilschriftlichen Umschreibung von „Ramses“ ist, einen frĂŒhen „Eingang“ des Namens Mose in die hebrĂ€ische Tradition vermutet. Nach anderen könnte aber die spĂ€tere Deutung nach dem hebrĂ€ischen mĆĄh („ziehen“) in Ex 2,10 fĂŒr diese Schreibung Rechnung tragen.[15]

Flucht nach Midian und Sendung

In Ex 2,11-22 EU wird von der Flucht Mose nach Midian erzĂ€hlt, die Mose ergriffen habe, nachdem er einen Ă€gyptischen Aufseher getötet habe, weil dieser einen „HebrĂ€er“ (er)schlug. Dort habe ihm „der Priester von Midian“, dessen Name Reguel nach 2,18 EU und Jitro nach 18,2 EU lautete, seine Tochter Zippora zur Frau gegeben. Angeleitet von der Episode des brennenden Dornenbusches im Berg Horeb, dem „Berg Gottes“, wird in Ex 3,1 EU-4,17 EU von der Offenbarung JHWHs an Mose und von dem ihm auferlegten Auftrag, nach Ägypten zurĂŒckzukehren und das Volk Israel von der Knechtschaft zu befreien, berichtet: JHWH habe sich im Horeb als „der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs“ zu erkennen gegeben (3,6 EU) und Mose damit beauftragt, „die Ältesten Israels“ zu versammeln, um die Befreiung aus Ägypten und den Auszug in das „Land der Kanaaniter“ zu verkĂŒndigen (3,16f EU). Mose trat damit als VerkĂŒnder des Namens vom Gott JHWH auf. In der Vergangenheit hatte JHWH nie seinen Namen genannt (Ex 6,6 EU-Ex 6,8 EU). Dem Pharao soll Mose die Aufforderung stellen, die „HebrĂ€er“ drei Tage lang in der WĂŒste dem eigenen Gott opfern zu lassen.

Dieser erste Bericht von der Berufung wird als eine Mischung von jahwistischen und elohistischen Quellen betrachtet. Als Priesterschrift gelten die Wiederholungen der Offenbarung JHWHs und der Sendung Mose, die losgelöst vom Gottesberg und Midian in Ex 6,2-13 EU und in 6,28 EU-7,7 EU enthalten sind.[1][16]

Das Motiv der Flucht ins fremde Land und der verheißungsvollen RĂŒckkehr hat in vielen Legenden des Nahen Osten eine Entsprechung und wurde vielfach auch auf die Biographie etlicher historischer Persönlichkeiten des 2. und des 1. Jahrtausends angewandt (z. B. Hattusili, Assurhaddon, Nabonid u. a.). Eines der bekanntesten Beispiele, in dem enge Parallelen mit der Geschichte Mose gesehen worden sind, ist die Ă€gyptische Geschichte von Sinuhe, in der der Protagonist aus Furcht vor dem neuen Pharao in die Fremde flieht, bei Beduinen Gastfreundschaft findet, die Tochter eines syrischen Herrschers heiratet und abschließend nach Ägypten zurĂŒckkehrt.[17]

Auszug aus Ägypten und WĂŒstenwanderung

Die Aufforderung Mose, die Israeliten in die WĂŒste ziehen zu lassen, damit sie „ein Fest feiern können“, habe der Pharao abgelehnt, bis die letzte der wegen dieser Ablehnung ĂŒber Ägypten gesandten Plagen – der Tod aller Ă€gyptischen Erstgeborenen – gekommen sei (Ex 7,14 EU-11,29 EU; 12,29-34 EU). Der Grund bzw. das Motiv der Ablehnungen ist aber nicht beim Pharao selbst zu suchen. In (Ex 7,3 EU-7,6 EU) erklĂ€rt JHWH, dass er den Pharao selbst zur Ablehnung bewegen wird, um einen Vorwand fĂŒr die nachfolgenden Plagen zu haben.

Der darauffolgende Bericht in Ex 12,37ff EU vom Aufbruch der Israeliten bricht mit der AusfĂŒhrung der Vorschriften fĂŒr das Passafest und anderer Gesetze (12,43 EU-13,16 EU) ab und wird in 13,17ff EU wieder aufgenommen. Es folgen die ErzĂ€hlungen des Meerwunders am Schilfmeer in Ex 14 EU, die die WĂŒstenwanderung (15,22 EU-18,27 EU) einleiten; die Einsetzung durch Mose von „Richter“ ĂŒber die StĂ€mme Israels (18,13-27 EU) und – in 19 EU-40 EU – die vorwiegend aus der Priesterschrift stammenden AusfĂŒhrungen um den Bundesschluss am Berg Sinai (24 EU) mit der Erteilung des Dekalogs (20,1-21 EU; vgl. Lev 19,1-37 EU) und der sonstige Auflistung der Gesetze.

Das Motiv des RĂŒckfalls in den Götzendienst, der Unzufriedenheit der Israeliten und der Revolte gegen die AutoritĂ€t Mose taucht in mehreren Episoden innerhalb der ErzĂ€hlungen von Auszug aus Ägypten, WĂŒstenwanderung und Aufenthalt in Kadesch-Barnea auf. So in den Episoden des Meerwunders (Ex 14,10-14 EU), der Wasserwunder (15,22-26 EU; 17,1-7 EU und Num 20,1-13 EU), der Wachteln und des Manna (Ex 16 EU), in denen Notlage und Unzufriedenheit durch wundersame Ereignisse und Handlungen ĂŒberwunden werden. Die berĂŒhmteste dieser Episoden ist die Geschichte des goldenen Kalbs (Ex 32,1-6;15-29 EU): Auf Aarons Anweisung haben die Israeliten allerhand Schmuck und Gold geschmolzen und sich ein goldenes Kalb als göttliches Bild erschaffen. Als Strafe fĂŒr diese Tat habe Mose befohlen, diejenigen, die zu JHWH untreu gewesen waren, zu töten: Dieser Befehl sei von den Leviten vollzogen worden, die dabei um die 3000 Mann erschlagen haben sollen (32,25-28 EU). Von einer weiteren Rebellion gegen Mose wird in (Num 16,35 EU) berichtet. Demnach hĂ€tten sich 250 Leviten unter der FĂŒhrung Korachs, Datans und Abirams gegen Mose aufgelehnt und seien dafĂŒr mit dem Tod bestraft worden (Num 16,35 EU). Auch Moses Schwester Mirjam habe ihre Anzweifelung der AutoritĂ€t Mose durch göttliche Bestrafung mit Aussatz bĂŒĂŸen mĂŒssen, bevor sie reuig wieder davon genesen sei (Num 12 EU).

Der Tod des Mose

Nach Dtn 34 EU sei Mose mit 120 Jahren auf dem Berg Nebo in Ostjordanland gestorben, nachdem er von diesem Berg aus das Land jenseits des Jordans erblickt hatte: In dieses Land habe er wie alle anderen Israeliten seiner Generation nicht eintreten dĂŒrfen (vgl. Num 14 EU; 20,12 EU; Dtn 4,21f EU). Mose sei „gegenĂŒber Bet-Pegor“ an einem unbekannten Ort beigesetzt worden.

Der Theologe und ArchĂ€ologe Ernst Sellin stellte anfangs des 20. Jahrhunderts die These auf, Mose sei als „MĂ€rtyrer“ von den Israeliten getötet worden. Im spĂ€teren 20. Jahrhundert hat die These eines kollektiven Mordes an Mose vereinzelt bei Autoren wie Sigmund Freud (vgl. unten: Mose und der Ursprung der Religion bei Sigmund Freud) und RenĂ© Girard[18] ein Echo gefunden. Von einem durch Josua und Kaleb vollbrachten Mord an Mose war auch J. W. Goethe in einer frĂŒhen Schrift ausgegangen.[19]

Nach Auffassung Sellins sei bei den Propheten eine – hauptsĂ€chlich bei Hosea, Deuterojesaja und Deuterosacharja zu entnehmen, aber auch bei allen anderen Propheten wahrnehmbar – „Mosetradition“ lebendig gewesen, die weitgehend unabhĂ€ngig von der deuteronomischen und priesterschriftlichen Überlieferungen des Pentateuch war und im Wesentlichen mit dem Ă€ltesten der jahwistischen und elohistischen Quellen ĂŒbereinstimmte.[20] Diese Tradition sei grĂ¶ĂŸtenteils von der Verwerfung des blutigen Opferkults und von dem VerstĂ€ndnis der Gottesgebote als Gebote der Liebe und des Rechts geprĂ€gt gewesen. Ein bestĂ€ndiger Teil dieser Mosetradition sei ferner der MĂ€rtyrertod des Mose gewesen.[21] Sellin stĂŒtzte seine These des MĂ€rtyrertods auf eine Reihe von Anspielungen, die er den BĂŒchern der Propheten entnommen hatte. Ausschlaggebend war fĂŒr ihn die eigene Auslegung einiger Stellen bei Hosea (5,1 EU; 9,7-14 EU[22] und 12,14 EU-13,1 EU[23]), die nach Sellin auf die Episode von Schittim in Num 25 EU anspielen, in der Mose befohlen haben soll, diejenige der Israeliten zu pfĂ€hlen, die zu dem Götzendienst fĂŒr Baal Peor abgefallen waren. In Num 25 ist von einer AusfĂŒhrung dieses Befehls nicht die Rede, sondern von einer „Plage“, die 24 tausend Mann das Leben kostete. Diese „Plage“ sei durch die Tötung eines Mannes beendet worden, welcher sich in sein Zelt zusammen mit „der Midianiterin“[24] begeben hatte. FĂŒr Sellin war das der verstĂŒmmelte und unkenntlich gemachte Bericht der Tötung des Mose: In Schittim – aber die Episode hĂ€tte auch in Kadesch-Barnea beheimatet gewesen sein[25] – sei Mose als Schuldopfer fĂŒr die SĂŒnden des Volkes getötet worden.[26]

Sellin zufolge waren auch die in Deuterojesaja enthaltenen Lieder von dem leidenden Gottesknecht (Jes 42,1-10 EU; 49,1-13 EU; 50,4-9 EU und 52,13 EU-53,12 EU) von dem individuellen Schicksal des Mose inspiriert, selbst wenn diese StĂŒcke nicht auf die Anspielungen auf den MĂ€rtyrertod Mose zu reduzieren waren.[27] Ebenfalls als Anspielungen auf die Tötung Mose legte Sellin einige Passagen im 2. Teil des Buchs Sacharja aus: das sogenannte „HirtenbĂŒchlein“ in Sach 11,4-17 EU (vgl. Jes 63,11 EU), das „Schwerterlied“ in 13,7ff EU und die Klage in 12,10 EU.[28]

Mose in der hellenistischen Geschichtsschreibung

Etliche Autoren der griechisch-römischen Antike erwĂ€hnen Mose in Verbindung mit Geschichten von dem Auszug aus Ägypten (vgl. →Auszug aus Ägypten). In fast allen dieser Texte kommen die Motive der Pest bzw. der Vertreibung von „AussĂ€tzigen“ (Juden oder Ägypter) vor: Diese wĂ€hlen Mose als ihr Oberhaupt, der ihnen eine neue Religion gibt und sie ins kanaanĂ€ische Land fĂŒhrt. Dabei handelt sich fast immer um verleumderische ErzĂ€hlungen, in denen mit wenigen Ausnahmen – wie zum Beispiel bei Hekataios von Abdera und Strabo[29] – die neue Religion von Mose als Gottlosigkeit, Umkehrung der „richtigen“ Religion oder gar als Lehre des Hasses beschrieben wird. Die RegelmĂ€ĂŸigkeit, mit der diese Motive in den griechischen und römischen Dokumenten der Geschichtsschreibung auftauchen, hat zwar die Vermutung nahegelegt, dass diesen Texten nicht immer unabhĂ€ngige Überlieferungen zugrunde liegen. Nach manchen Interpreten ist dennoch offenkundig, dass viele dieser ErzĂ€hlungen auf sehr alte, mĂŒndlich tradierte Legende zurĂŒckgreifen.[30]

Die Darstellung der Person des Mose weist in diesen Berichten einige Abweichungen auf. Die vermeintliche ErwĂ€hnung des Mose als altĂ€gyptischer Priester aus Heliopolis in den Aegyptiaca von Manetho wurde erst nachtrĂ€glich ergĂ€nzt und ist nicht Manethos verschollenem Originalwerk zuzurechnen. Bei zahlreichen anderen Autoren, die nur den Namen Mose angeben, gilt er als Ägypter.[31] Nach Chairemon war er ein Schriftgelehrter, und sein Ă€gyptischer Name sei Tisithen gewesen.[32] In Pompeius Trogus' HistoriĂŠ PhilippicĂŠ kommt Mose als Sohn des Joseph vor und soll die Ă€gyptischen Kultobjekte gestohlen haben. Nach Tacitus sei er einfach einer der Vertriebenen gewesen.[33]

Von jĂŒdischen Autoren wurden zusĂ€tzliche Episoden von dem Leben des Mose ĂŒberliefert. So berichteten Flavius Josephus[34] und Artapanos[35] von einem Krieg, den Mose gegen die Äthiopier gefĂŒhrt habe. Josephus berichtet, dass der kurze Krieg mit der Heirat zwischen Mose und der Tochter des Ă€thiopischen Königs beendet worden sei (Ant II, 251-253), wĂ€hrend Artapanos von einem zehnjĂ€hrigen Krieg berichtet, im Zuge dessen Mose die Stadt Hermopolis gegrĂŒndet, den Ibis geheiligt, und den Äthiopiern die Beschneidung beigebracht haben soll. Diese Überlieferung scheint unabhĂ€ngig von der Notiz der kuschitischen Frau des Mose zu sein, die in Num 12,1 EU erwĂ€hnt wird.[36]

Die Fragestellung um die Figur des Mose

Die Deutung der Figur des Mose und die Versuche, sie historisch zu verorten, haben ĂŒber die letzten Jahrhunderte nicht nur Exegeten beschĂ€ftigt, sondern auch Historiker, Literaten, Philosophen, Ägyptologen usw. Im 20. Jahrhundert haben Exegeten und vor allem Bibelhistoriker vorwiegend die Funktion und die Rolle des Mose in der Entstehung Israels und seiner Religion in den Mittelpunkt der Fragestellung gerĂŒckt. Dagegen ist ein VerstĂ€ndnis des Mose als "mythologischem Konstrukt" weitgehend aufgegeben worden. Eine solche Auffassung war noch bis zum Anfang des 20. Jahrhundert vertreten worden, u.a. durch Autoren wie de Wette, Winckler, Jensen.[37]

Über die Rolle des Mose

In der neueren historischen Forschung wurde Mose vorwiegend als Volks- oder ReligionsgrĂŒnder, als Gesetzgeber oder Reformator aufgefasst.[38] FĂŒr Martin Noth war jedoch das VerstĂ€ndnis des Mose als Gesetzgeber und Religionstifter an die „deuteronomisch-deuteronomistische Literatur“ gebunden, und zwar hauptsĂ€chlich an die Episode des Bundeschlusses am Sinai.[39] Die ErzĂ€hlungen des Pentateuch seien aber das Ergebnis einer nachtrĂ€glichen „Angleichung“, die unter anderem die Figur des Mose in alle Episoden vom Auszug aus Ägypten bis zur Ankunft in PalĂ€stina mitaufgenommen habe – auch in ErzĂ€hlstoffe also, die ursprĂŒnglich nichts mit Mose zu tun hatten. Somit sei mit Bezug auf den historischen Gehalt keine der im Pentateuch enthaltenen Episoden besonders hervorzuheben. Noth zufolge sei jedoch die Notiz von dem jenseits des Jordans gelegenen Grab Mose (Dtn 34,5.6a.8 EU) diejenige, die am ehesten einen historischen Kern besitze: Demzufolge gehöre Mose „in den Zusammenhang der Vorbereitung der Landnahme der mittelpalĂ€stinischen StĂ€mme“ hinein.[40]

Mose und der Ursprung der Religion bei Sigmund Freud

In seinem letzten Werk Der Mann Moses und die monotheistische Religion (1939) stellte Sigmund Freud neben der These, Mose sei ein Ägypter gewesen, weitreichende Hypothesen ĂŒber den Ursprung des „jĂŒdischen“ Monotheismus und das Wesen des Judentums auf. Die in diesem Buch vorgefĂŒhrten Überlegungen wurden von Freud selbst als „Konstrukt“ bezeichnet. Sie basierten aber auf dem damals neuesten Stand der Ă€gyptologischen (James H. Breasted u. a.) und der alttestamentlichen Forschung (Eduard Meyer, Ernst Sellin u. a.). Mose wird als Ägypter dargestellt, vielleicht Statthalter des Distrikts Gosen im Nildelta, aber jedenfalls als AnhĂ€nger Echnatons. Als solcher habe er nach dem Scheitern von dessen Reform die monotheistische Atonreligion den „Juden“ auferlegt und sie aus Ägypten gefĂŒhrt. Dies erklĂ€re die Bildlosigkeit, die Geistigkeit und die Ideale der Gerechtigkeit, welche die spĂ€tere (nachexilische) Religion Israels prĂ€gten, sowie die Auffassung, von Gott auserwĂ€hlt und den anderen Völkern ĂŒberlegen zu sein. Dabei handle es sich um Hauptmerkmale des Judentums, welche spĂ€tere antijĂŒdische Vorstellungen mitverursacht hĂ€tten.

Freud zufolge wurde Moses von den Israeliten ermordet. Dieser Mord sei der GrĂŒndungsakt der nachfolgenden religiösen und gesellschaftlichen Ordnung. Diese These wiederholt den bereits in Totem und Tabu formulierten „Vatermord“ als Entwicklungsmoment der Religion. Die Vollstreckung dieses Mords habe „Zwangscharakter“ gehabt. Nach der Ermordung des Mose habe allmĂ€hlich die israelitische Religion die wesentlichen Merkmale der anderen kanaanĂ€ischen Religionen ĂŒbernommen. Erst einige Jahrhunderte spĂ€ter sei die „Mosereligion“ die Religion Israels geworden, und zwar durch das Wirken der Propheten. Analog zu den VorgĂ€ngen der individuellen Psychologie habe dabei zuerst eine VerdrĂ€ngung stattgefunden, die ihren unbewussten Ausdruck in dem SchuldgefĂŒhl und in der Thematisierung der israelischen Geschichte als zeitlicher Folge von Bestrafungen durch Gott gehabt habe. SpĂ€ter in der Geschichte habe sich langsam die „Wiederkehr des VerdrĂ€ngten“ vollzogen, indem sich die „Vaterreligion“ etablierte.[41]

Mose als Figur der Geschichte

Zahlreiche Historiker und Ägyptologen haben versucht, Mose mit aus Ă€gyptischen Quellen bekannten Figuren zu identifizieren.

Einer der VorschlĂ€ge, der große Resonanz gehabt hat, ist die auf E. A. Knauf zurĂŒckgehende Gleichsetzung Mose mit „By“ / â€žBeja“, einem WĂŒrdentrĂ€ger der 19. Dynastie, der unter Sethos II. amtiert und bei der Inthronisation von dessen Nachfolger Siptah eine wichtige Rolle gespielt haben soll.[42] Sein Titel ist als „Großer Schatzmeister des ganzen Landes“ ĂŒberliefert, und er soll unter Sethos auch die Funktion des Kanzlers ausgeĂŒbt haben. Nach den Interpreten könne der Name Bʒ-jj, „By“ oder „Beja“ ein semitischer Name sein, wahrscheinlich eine Zusammensetzung mit dem Gottesnamen Ja(hwe), dessen Form be-ja („in JHWH (ist mein Trost)“, De Moor) oder ein Analogon des hebrĂ€ischen Personennamens ‏ŚÖČŚ‘ÖŽŚ™ÖžÖŒŚ”‎ (abÄ«-ja, „JHWH (ist) mein Vater“) gewesen sein könnte.[43] Neben diesem Namen soll Beja auch einen Hofnamen getragen haben, dessen erster Teil „Ramses“ war (RÊżw-mƛj-ƛw-hÊż-m-ntrw). Dieser Beja ist ferner mit dem in der Stele von Elephantine als „Irsu“ – vielleicht ein Spottname – genannten AnfĂŒhrer der Asiaten identifiziert worden, die in der Zeit von Ramses III. gegen die Ă€gyptische Herrschaft einen Aufstand versuchten und aus dem Land vertrieben wurden.[44] Die Entsprechungen der Notizen ĂŒber Beja-Ramses-Irsu mit den MoseĂŒberlieferungen seien in einigen Texten des Exodus zu suchen, die Mose als „Groß im Land Ägypten“ angeben (Ex 11,3b EU) und von einer „PlĂŒnderung“ der Ägypter von Seiten der ausziehenden Israeliten berichten (Ex 12,35.36b EU).[45]

Als Persönlichkeit der Ă€gyptischen Geschichte, die die biblische Beschreibung des Mose beeinflusst haben kann, ist ein „königlicher Butler“ oder „erster Truchsess des Königs“ semitischer Herkunft in ErwĂ€gung gezogen worden, der in Dokumenten aus der Zeit von Ramses II. und Ramses III. mit dem Ă€gyptischen Namen Ramsesemperre (RÊżw-mƛj-ƛw-m-pr-RÊż, „Ramses im Haus des Ra“) vorkommt und hauptsĂ€chlich diplomatische Funktionen gehabt haben soll. Von ihm werden auch Baschan als Herkunftsort, JwpÊż als Vatersnamen,[46] und die Bezeichnung Bn-’zn ĂŒberliefert, die als „Sohn der Gehorsamkeit“ als Ehrentitel oder als Bezeichnung einer Stammesangehörigkeit[47] interpretiert worden ist. Als Diplomat soll Ramsesemperre die Ă€gyptischen Interessen gegenĂŒber den Schasu oder in deren Stammesgebieten vertreten haben.[48]

Der Ägyptologe Rolf Krauss hat die Hypothese aufgestellt, dass die biblische Mosesgeschichte nach dem Vorbild der Geschichte von Amun-Masesa um 500 vor Chr. verfasst sein könnte. Amun-Masesa (13. Jahrhundert vor Chr.) war wahrscheinlich ein Sohn des Pharao Merenptah, fĂŒr den er einen Krieg gegen AufstĂ€ndische fĂŒhrte. Seine Biographie weise Parallelen zu der Biographie Mose auf.[49]

Der gehörnte Mose

Mose (José de Ribera, 1638)

Die Darstellung des Mose mit Hörnern in manchen Ă€lteren (west-) christlichen Kunstwerken (z. B. die Skulptur von Michelangelo in San Pietro in Vincoli) geht auf die Übersetzung des hebrĂ€ischen Verbs „qāran“ (‏Ś§ÖžŚšÖ·ŚŸâ€Ž) in der Vulgata mit cornuta („gehörnt“) statt coronata („strahlend“) zurĂŒck. In dem masoretischen Text von Ex 34,29 EU wird von Mose geschrieben:

‏Ś›ÖŽÖŒŚ™ Ś§ÖžŚšÖ·ŚŸ ŚąŚ•Ö茚 Ś€ÖžÖŒŚ ÖžŚ™Ś•â€Ž,

was in allen alten und neuen Übersetzungen – mit der Ausnahme der Vulgata und der Aquila-Version – sinngemĂ€ĂŸ mit „dass sein Antlitz ausstrahlte“ (u. Ă€.) ĂŒbersetzt wird. Dieses „Strahlen“ als Zeichen des göttlichen Glanzes hat den Israeliten Furcht eingeflĂ¶ĂŸt - die Decke, die Mose nach seiner Rede ĂŒber sein Angesicht legt, kennzeichnet die Trennung von seiner VerkĂŒndigung in der Vollmacht Gottes und dem Alltag als Person und FĂŒhrer des Volkes (Ex 34,30.33.35 EU).[50][51]

Mose in den abrahamitischen Religionen

Ausgehend von den verschiedenen Darstellungen im Alten Testament, hat das Bild des Mose ein lang andauerndes Echo in allen von der HebrĂ€ischen Bibel hervorgegangenen oder beeinflussten Religionen – sowie in der theologischen Reflexion innerhalb derselben – gefunden.

Eine bedeutende Rolle spielte in der kontroversen Diskussion die auf Moses bezogene, ĂŒber ihn hinausgehende Verheissung im Buch Deuteronomium 18,15 und 18,18, die Israel einen Propheten aus seiner Mitte ankĂŒndigt mit den Worten:

Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren BrĂŒdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm auftrage.[52]

Im Alten Testament

Mose wird in der HebrĂ€ischen Bibel insgesamt 767 mal erwĂ€hnt, grĂ¶ĂŸtenteils im Rahmen der Überlieferungen von dem Auszug aus Ägypten und der WĂŒstenwanderung (647 mal in den BĂŒchern 2. bis 5. Mose), und 80 mal im Neuen Testament.[53] Das BĂŒndel von Themen, die die biblische Tradition mit Mose verbindet, hat seine Schwerpunkte in der Tradition des Mose als direkter EmpfĂ€nger der Offenbarung Gottes, als Befreier des israelitischen Volkes aus der Sklaverei und FĂŒhrer auf seiner Wanderung ins verheißene Land, als Prophet und Heilsfigur und als Vermittler der Worte Gottes und des Gesetzes.[54]

In der christlichen und jĂŒdischen Theologie

In der modernen Theologie des Christentums ist weitgehend unbestritten, dass die biblische Darstellung des Mose stark redaktionell erweitert worden ist. Auch die HistorizitĂ€t der Persönlichkeit und ihre Verbindung mit dem Auszug aus Ägypten wird von Wissenschaftlern betroffener Fachdisziplinen unterschiedlich bewertet. Evangelikale Christen und orthodoxe Juden halten seine fĂŒhrende Rolle beim Auszug wie bei der Vermittlung des JHWH-Glaubens fĂŒr historisch. Sie erachten entsprechend die teilweise sehr stark ausgestalteten Mosetraditionen als zuverlĂ€ssige Erinnerungen an eine bedeutende geschichtliche Persönlichkeit.

Liberale und gemĂ€ĂŸigte Christen und Juden sehen in Mose dagegen eine Symbolfigur, der wesentlich die Israeliten und das jĂŒdische Volk zu einer Einheit formte, den Kultus und die zu beachtenden Gebote begrĂŒndete und den Weg zum wahren Gottesglauben wies. FĂŒr diese Christen und Juden spielt die HistorizitĂ€t Moses keine wesentliche Rolle, soweit sie nicht ĂŒberhaupt geleugnet wird, sondern er ist eine Figur, aus der Kraft fĂŒr den Glauben geschöpft werden kann.

Als IdentitĂ€tsstifter ist Mose neben den ErzvĂ€tern Abraham und Jakob sowie dem König David eine der wichtigsten Figuren nicht nur fĂŒr das religiöse, sondern auch fĂŒr das nationale SelbstverstĂ€ndnis der Juden.

Verschiedene christliche Konfessionen verehren Moses als Heiligen. Bestimmte Kirchen sind ihm geweiht (z. B. die Ć uplja crkva in Kroatien).

Im Islam

FĂŒr den islamischen Glauben ist Mose neben Abraham, Isa bin Maryam und Mohammed ein bedeutender Prophet Allahs und wird im Koran als EmpfĂ€nger „des Buches“ bezeichnet (Sure 2, 53.87; Sure 28, 43. Vgl.: Die schriftliche Tora im Islam). Einer Legende zufolge sei der Stock des Mose nach der Eroberung von Mekka durch die Osmanen in der KaÊżba gefunden worden.

Die biblischen Episoden der Mosegeschichte und des Exodus werden im Koran wiederholt erwĂ€hnt. So sind in der Sure 2 (49-71) etliche ErzĂ€hlungen und Anekdoten vorhanden, die auf die Gesetzgebung, auf den Bundesschluss am Sinai und auf die Ungehorsamkeit der Israeliten anspielen. Von dem Misstrauen der Israeliten Mose und „seinem Gott“ gegenĂŒber und von deren Bestrafung ist auch in der Sure 5 (20-26) die Rede. In der Sure 20 befinden sich die ErzĂ€hlungen von der Geburt (39-40), von der Flucht nach Midian (40) und von der Offenbarung Gottes und der Sendung des Mose (9-37; 42-48), die auch in der Sure 28 (3-35) vorkommen. Die ĂŒber Ägypten gesandten Plagen kommen nur in der Sure 7 (133-135) vor – ohne den Tod der Erstgeborenen. Am hĂ€ufigsten wiederkehrend ist das Motiv der Konfrontation Mose mit den Ă€gyptischen Magiern, die von der Bestrafung des Pharao und der Ägypter durch das Wunder am Schilfmeer gefolgt wird (Sure 7, 103-136; 10, 75-92; 20, 57-79; 28, 36-40; 43, 46-56). Von den ĂŒbrigen Episoden der WĂŒstenwanderung kommen im Koran die Wunder vom Manna und den Wachteln (Sure 2, 57), das Wasserwunder (2, 60) und der Verfall der Israeliten in den Götzendienst in Zusammenhang mit der Begegnung Mose mit Gott (Sure 7, 138-156; 20, 83-98) vor.

Mose in der Kunst- und Musikgeschichte

„Mose und die Zehn Gebote“ vom Nazarener Carl Gottlieb Peschel, Bleistiftzeichnung auf Papier

Kunstgeschichte

Michelangelo schuf zu Beginn des 16. Jahrhunderts in der Kirche San Pietro in Vincoli die Gestalt des Mose, die als eines seiner wichtigsten bildhauerischen Werke einzuordnen ist.

Musikgeschichte

Franz Lachner stellte die biblische Figur des Moses in den Mittelpunkt eines Oratoriums (op. 45, 1833). Arnold Schönberg stellte 1954 die Figur des Mose in seinem Opernfragment Moses und Aron dar. Das Libretto geht ebenfalls auf den jĂŒdischen Komponisten zurĂŒck. Die Handlung orientiert sich am zweiten Buch Mose.

Im 1985 geschaffenen Rock-Oratorium von Tobias Seyb und Richard Geppert begegnet Moses ebenso wie im Pop-Oratorium Die 10 Gebote des Jahres 2010 von Dieter Falk.

AbkĂŒrzungen

  • ADPV: Abhandlungen des Deutschen PalĂ€stina-Vereins
  • AJ: Étienne Nodet (Text, Übers. und Komm.), Flavius JosĂšphe. Les AntiquitĂ©s juives (I-IX), Vol. I-IV, Les Édition du Cerf, Paris: 1990, 1995, 2001, 2005
  • ATD: Das Alte Testament Deutsch
  • NJB: Neue Jerusalemer Bibel, Herder, Freiburg i.B.: 1985

Siehe auch

Literatur

Zur Frage nach dem historischen Mose

  • Herbert Donner, Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in GrundzĂŒgen (Grundrisse zum Alten Testament, Band 4/1), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 3-525-51679-7 (Kurzfassung bei www.fvtheol.unizh.ch: PDF-441 KB)
  • Sigmund Freud, Der Mann Moses und die monotheistische Religion (de Lange, Amsterdam: 1939), Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main: 1975, (14. Aufl.) 2006. ISBN 3-596-26300-X
  • Meik Gerhards, Über die Herkunft der Frau des Mose, in: Vetus Testamentum. Brill, Leiden 55.2005, 162–175. ISSN 0042-4935
  • Martin Noth, Geschichte Israels, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen: 1956
  • Hartmut Gese, Vom Sinai zum Zion. Alttestamentliche BeitrĂ€ge zur biblischen Theologie (BeitrĂ€ge zur evangelischen Theologie; 64), MĂŒnchen 1974 ISBN 3-459-00866-0
  • Eckart Otto (Hrsg.), Mose. Ägypten und das Alte Testament, Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart: 2000, ISBN 3-460-04891-3
  • Eckart Otto, Moses – Geschichte und Legende, C.H. Beck, MĂŒnchen: 2006. ISBN 3-406-53600-X
  • Rudolf Smend, Mose als geschichtliche Gestalt. in: R.Smend: Bibel, Theologie, UniversitĂ€t. Kleine Vandenhoeck-Reihe. Bd 1582. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1997, 5-20.
  • Peter van der Veen, Biblische ArchĂ€ologie am Scheideweg? HĂ€nssler, Holzgerlingen: 2002, 2004. ISBN 3-7751-3851-X

Zur Wirkungsgeschichte

  • Jan Assmann, Moses der Ägypter Hanser, MĂŒnchen 2000, 2001. ISBN 3-446-19302-2
  • Jan Assmann, Die Mosaische Unterscheidung Hanser, MĂŒnchen 2003. ISBN 3-446-20367-2
  • Sigmund Freud, Der Moses des Michelangelo (1914). Insel, Frankfurt am Main 1964.
  • John G. Gager, Moses in Greco-Roman Paganism (SBLMS 16), Abingdon, Nashville/New York: 1972 ISBN 1-58983-216-7
  • Friedrich Schiller, Die Sendung Moses, Leipzig: 1772–1801, 1934; Hamburger Kulturverlag, Hamburg: 1960; Verlag fĂŒr Ganzheitliche Forschung: Viöl 1998; (Repr.) NeckargemĂŒnd: 2001; (Online: http://www.wissen-im-netz.info/literatur/schiller/prosa/13.htm)
  • Ernst Sellin, Mose und seine Bedeutung fĂŒr die israelitisch-jĂŒdische Religionsgeschichte, A. Deichersche Verlagsbuchhandlung Dr. Werner Scholl, Leipzig: 1922

Sonstige Literatur

  • C.Böttrich/B. Ego/F. Eißler /Hrsg.): Mose in Judentum, Christentum und Islam, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-63018-1.
  • Friedemann W. Golka, Mose – Biblische Gestalt und literarische Figur: Thomas Manns Novelle "Das Gesetz" und die biblische Überlieferung, Calwer Verlag, Stuttgart 2007, ISBN 978-3766839442.
  • Rolf Krauss, Das Moses RĂ€tsel: auf den Spuren einer biblischen Erfindung, Ullstein, MĂŒnchen: 2001. ISBN 3-550-07172-8
  • Richard MĂŒller, Mose, der Knecht Gottes (2. Aufl.) Christl. Verl.-Ges., Dillenburg: 1991. ISBN 3-921292-51-4
  • Moshe Pearlman, Mordecai Raanan (Hrsg.), Aus der WĂŒste brachen sie auf: auf den Spuren des Moses, Walter Verlag, Olten: 1973. ISBN 3-530-63600-2

Literarische und musikalische Aufarbeitungen

Verfilmungen

Weblinks

 Commons: Mose â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ a b Vgl. NJB zu Ex 6,2-7.7.
  2. ↑ „Cousine“ nach der Septuaginta, vgl.: Ex 6,20 LXX
  3. ↑ Num 26,59: Die Frau Amrams hieß Jochebed; sie war die Tochter Levis, die dem Levi noch in Ägypten geboren wurde. Sie gebar dem Amram Aaron und Mose sowie deren Schwester Mirjam.
  4. ↑ a b Donald Redford, The Litterary Motiv of the Exposed Child (cf. Ex. ii. 1-10), Numen, 14, 1967, 209–228 (zit. in: J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Egypt, S. 136).
  5. ↑ TgPsJon zu Ex 1-6. Englische Übersetzung durch J. W. Etheridge: http://www.targum.info/pj/pjex1-6.htm.
  6. ↑ Ant 201-237 (en).
  7. ↑ Vgl. M. Noth, Das zweite Buch Mose. Exodus, ATD 5, 1958; John Van Seters, The Life of Moses, Philadelphia: 1994 (zit. in: J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Egypt, S. 137); W. H. Schmidt, Exodus ..., S. 34; E. Otto, Mose und das Gesetz, in: ders. (Hrsg.), Mose, S. 50ff.
  8. ↑ Aus E. Otto, Mose und das Gesetz, in: ders. (Hrsg.), Mose, S. 53.
  9. ↑ ‏ŚȘÖ”ÖŒŚ‘Ö·ŚȘ‎, tēbath – „KĂ€stchen“, Ă€g.: dbʒt; ‏Ś’ÖčÖŒŚžÖ¶Śâ€Ž, gƍmĂŠ – „Schilfrohr“, „Binse“, Ă€g.: ážłmʒ bzw. ážłmy; ‏ŚĄŚ•ÖŒŚŁâ€Ž, sĆ«ph, – „Schilf“ (vgl. „Schilfmeer“), Ă€g.: twfy; ‏Ś™Ö°ŚÖ覹‎, yeáŸżĆr – der Ă€gyptische Name fĂŒr „Nil“, itrw.
  10. ↑ J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Egypt, S. 138–140.
  11. ↑ Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen – Ex 2,10 EU)
  12. ↑
    ms s B3
  13. ↑ Manfred Görg: Mose – Name und NamenstrĂ€ger. In: E. Otto (Hrsg.), Mose, S. 24ff; Herbert Donner: Geschichte des Volkes Israel 4.1. S. 125–126.
  14. ↑ Zum Beispiel in der Schreibung des Namens (Pi-)Ramesse mit ‏ŚšÖ·ŚąÖ·ŚžÖ°ŚĄÖ”ŚĄâ€Ž, RaÊżamsēs in Ex 1,11 OT u.v.a.
  15. ↑ M. Görg, Mose – Name und NamenstrĂ€ger, in E. Otto (Hrsg.), Mose, S. 23ff. Dort zitiert: E. A. Knauf, Midian, ADPV, 1988.
  16. ↑ Vgl. NJB zu Ex 3,1-4.31.
  17. ↑ Vgl. J. K. Hoffmeier, Ancient Israel in Egypt, S. 143f.
  18. ↑ Vgl. R. Girard, Der SĂŒndenbock, Benzinger, ZĂŒrich: 1988, S. 128.253 f.
  19. ↑ Israel in der WĂŒste; Text online in der Seite: http://www.wissen-im-netz.info/literatur/goethe/diwan/14.htm.
  20. ↑ E. Sellin, Mose, S. 6.
  21. ↑ E. Sellin, Mose, S. 7.
  22. ↑ E. Sellin, Mose, S. 49.
  23. ↑ E. Sellin, Mose, S. 51.
  24. ↑ Vgl. den hebr. Text in Num 25,6 OT.
  25. ↑ E. Sellin, Mose, S. 137.
  26. ↑ E. Sellin, Mose, S. 43-52.
  27. ↑ E. Sellin, Mose, S. 81-113.
  28. ↑ E. Sellin, Mose, S. 116–125.
  29. ↑ Fragmente der Aigyptiaka bei Diodor, Bibl. Hist. 40,3; Geographica XVI,35 (englische Übersetzung bei LacusCurtius). Vgl. J. Assmann, Moses der Ägypter, S. 61.65f.
  30. ↑ Vgl. J. Assmann, Moses der Ägypter, S. 60. Dort zitiert: Raymond Weill, La fin du moyen empire egyptien, Paris: 1918.
  31. ↑ Vgl. J. Assmann, Moses der Ägypter, S. 60-63.
  32. ↑ Zitiert in Flavius Josephus, Ap. 1,291 (1,288ff (en)).
  33. ↑ Hist 5,3 (en).
  34. ↑ Ant II, 238-253 (en.).
  35. ↑ Über die Juden, indirekt von Eusebius Praep. euang. 9,27,7-10 zitiert (englische Übersetzung des Fragments: http://ccat.sas.upenn.edu/humm/Resources/OT/Artapanus.html).
  36. ↑ Vgl. AJ, Bd. IB, S. 110 Anm. 3.
  37. ↑ Vgl. H. Donner, Geschichte des Volkes Israel, I, S. 126.
  38. ↑ Vgl. H. Donner, Geschichte des Volkes Israel, I, S. 126–128.
  39. ↑ M. Noth, Geschichte Israels, S. 127.
  40. ↑ M. Noth, Geschichte Israels, S. 128 mit Amn. 2; dort zitiert: ders. Überlieferungsgeschichte des Pentateuch, 1948, 172 ff.
  41. ↑ Vgl.: S. Freud, Der Mann Moses, insbes.: S. 106-133 (Zusammenfassung und Wiederholung).
  42. ↑ Vgl. M. Görg, Mose – Name und NamenstrĂ€ger, in E. Otto (Hrsg.), Mose, S. 32-37. Dort zitiert: E. A. Knauf, Midian, ADPV, 1988.
  43. ↑ Vgl. M. Görg, Mose – Name und NamenstrĂ€ger, in E. Otto (Hrsg.), Mose, 33; dort zitiert: J. C. De Moor, The Rise of Yahwism, Leuven: 1997.
  44. ↑ M. Görg, Mose – Name und NamenstrĂ€ger, in E. Otto (Hrsg.), Mose, S. 37.
  45. ↑ Vgl. H. Donner, Geschichte des Volkes Israel, I, S. 128.
  46. ↑ Vgl. die hebrĂ€ische Wurzel ‏Ś™Ś€Śąâ€Ž, ypÊż, „leuchten (lassen)“.
  47. ↑ Vgl. den hebrĂ€ischen Personennamen Ozni (‏ŚÖžŚ–Ö°Ś ÖŽŚ™â€Ž).
  48. ↑ Vgl. M. Görg, Mose – Name und NamenstrĂ€ger, in E. Otto (Hrsg.), Mose, S. 38-41.
  49. ↑ R. Krauss, Das Moses RĂ€tsel.
  50. ↑ Der gehörnte Mose in der Kunst
  51. ↑ Der gehörnte Mose
  52. ↑ Deuteronomium, Kapitel 18
  53. ↑ Zahlen nach der Software-Konkordanz Tnach Ver. 5,2 (http://www.koenigsmuenster.de/rsk/index.shtml).
  54. ↑ Vgl.: G. Fischer, Das Mosebild der HebrĂ€ischen Bibel, in E. Otto (Hrsg.), Mose, S. 84-120.

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Synonyme:

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  • Möse — Sf weibliches Geschlechtsorgan per. Wortschatz vulg. reg. (19. Jh.) Stammwort. In dieser Form erst in neuerer Zeit bezeugt. Gehört aber sicher zu MĆ«ze, Musche, Muschi, Mutz(e), u.Ă€., die alle fĂŒr weibliches Geschlechtsorgan und liederliches Weib 
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