Moskauer Kreml

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Moskauer Kreml
Blick auf den Moskauer Kreml von der Gro√üen Steinernen Br√ľcke √ľber dem Moskwa-Fluss
Die Moskwa und der Kreml in der Abenddämmerung

Der Moskauer Kreml (russisch –ú–ĺ—Ā–ļ–ĺ–≤—Ā–ļ–ł–Ļ –ö—Ä–Ķ–ľ–Ľ—Ć; wiss. Transliteration Moskovskij Kreml Ļ) ist der √§lteste Teil der russischen Hauptstadt Moskau und deren historischer und geografischer Mittelpunkt. Es handelt sich dabei um eine urspr√ľnglich im Mittelalter entstandene Burg, die ab Ende des 15. Jahrhunderts nach dem Muster einer Zitadelle neu errichtet wurde. Kennzeichnend f√ľr das architektonische Ensemble des Moskauer Kremls ist dessen aus der Begrenzungsmauer und ihren 20 T√ľrmen bestehender Befestigungskomplex, der in seiner heutigen Form zum gr√∂√üten Teil in den Jahren 1485 bis 1499 erbaut wurde und bis heute gut erhalten ist. Nach seiner Fertigstellung diente er mehrfach als Vorbild f√ľr √§hnliche Festungen, die in mehreren weiteren russischen St√§dten entstanden.

Vor der Verlegung der russischen Hauptstadt nach Sankt Petersburg Anfang des 18. Jahrhunderts diente der Moskauer Kreml als Residenz der russischen Zaren bzw. vor dem 16. Jahrhundert als Sitz der Moskauer Gro√üf√ľrsten. Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein galt er au√üerdem als Zentrum des geistlichen und gesellschaftlichen Lebens der Moskowiter. Im Jahre 1918 wurde der Kreml erneut Sitz der Staatsmacht und hat diesen Status bis heute als Amtssitz des russischen Pr√§sidenten beibehalten. Das architektonische Ensemble des Kremls, das neben den Befestigungsanlagen eine Reihe von aus verschiedenen Zeitepochen stammenden Sakral- und Profanbauten innerhalb seiner Mauern beinhaltet, hat gleichzeitig den Status eines Museums inne und steht seit 1990 auf der Liste des UNESCO-Welterbes. Zusammen mit dem benachbarten Roten Platz, der sich ebenfalls auf dieser Liste findet, gilt der Kreml gemeinhin als die wichtigste Sehensw√ľrdigkeit Moskaus.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Beschreibung

Geografie und Verkehr

Kreml-Ansicht aus der Vogelperspektive

Das 27,5 Hektar gro√üe Gel√§nde des Kremls befindet sich auf dem etwa 25 Meter hohen[1] Borowizki-H√ľgel am linken Ufer der Moskwa, eines in diesem Bereich rund 120 Meter breiten Flusses aus dem Einzugsgebiet der Wolga. Unmittelbar westlich des Kremls m√ľndet das Fl√ľsschen Neglinnaja, dessen Flussbett seit Anfang des 19. Jahrhunderts durchgehend in einem unterirdischen Kanal liegt, in die Moskwa. Zuvor floss die Neglinnaja entlang des westlichen Abschnittes der Kremlmauer (genau dort, wo sich heute die Gr√ľnanlagen des Alexandergartens befinden) und stellte damit eines der beiden nat√ľrlichen Gew√§sser dar, die den Kreml umsp√ľlt hatten und auf diese Weise einen zus√§tzlichen Schutz vor m√∂glichen √úberf√§llen boten. Wenige Hundert Meter weiter flussabw√§rts ‚Äď bereits weitab der Kremlmauern ‚Äď liegt die M√ľndung der Jausa, eines weiteren Moskwa-Zuflusses.

Bei dem Borowizki-H√ľgel, der oft einfach nur als Kremlh√ľgel bezeichnet wird, handelt es sich um eine nat√ľrliche Erhebung, die ihren Namen vermutlich vom altrussischen Wort bor f√ľr ‚ÄěNadelwald‚Äú hat.[1] Er ist einer der sieben H√ľgel, auf denen der heutige Moskauer Stadtkern aufgebaut wurde. Zur Zeit der Gr√ľndung Moskaus wies er eine besonders gute strategische Lage f√ľr den Bau einer Stadt auf: Er wurde an zwei Seiten von Fl√ľssen umsp√ľlt und bot seinen Bewohnern aufgrund der erhobenen Lage nicht nur relativ hohe Sicherheit vor Angreifern, sondern auch einen guten Schutz vor √úberschwemmungen, die sich in Moskau vor dem Bau des Wasserumleitungskanals Ende des 18. Jahrhunderts recht h√§ufig ereigneten.[2] Geografisch handelt es sich beim Borowizki-H√ľgel um eine der zahlreichen Erhebungen der Osteurop√§ischen Ebene, in deren Bereich das gesamte Stadtgebiet liegt.

Der Kreml und Kitai-Gorod auf dem Moskauer Stadtplan

Das heutige Kreml-Areal weist n√§herungsweise die Form eines Dreiecks auf. Dessen S√ľdseite ist komplett dem Moskwa-Ufer zugewandt, w√§hrend die Westseite vormals von der Neglinnaja umsp√ľlt wurde und heute an den Alexandergarten angrenzt. An den √∂stlichen und nord√∂stlichen Abschnitt der Kremlmauer schlie√üt sich der historische Stadtteil Kitai-Gorod an, dessen zentraler Platz als Roter Platz bekannt ist und neben dem Kreml zu den beiden wichtigsten touristischen Attraktionen Moskaus geh√∂rt. Er erstreckt sich fast √ľber den gesamten √∂stlichen Abschnitt der Kremlmauer parallel zu dieser.

Als geografisches Zentrum Moskaus befindet sich der Kreml mitten in dessen historischem Stadtkern und stellt den Ausgangspunkt s√§mtlicher wichtiger Radialstra√üen dar, die vom Moskauer Zentrum aus in mehrere Richtungen f√ľhren. Bei Betrachtung des Kremls auf dem Moskauer Stadtplan ist seine Stellung als Kern des st√§dtebaulichen Grundger√ľstes Moskaus sichtbar, welcher eine vergleichsweise symmetrische, ‚Äěspinnennetzartige‚Äú Verkn√ľpfung mehrerer gr√∂√üerer Ring- und Radialstra√üen darstellt. Bei den ersteren handelt es sich um den nicht vollst√§ndig geschlossenen Boulevardring, der den Kreml etwa einen Kilometer von dessen Mauern entfernt umkreist, ferner um den gut einen Kilometer weiter au√üerhalb verlaufenden Gartenring sowie um die drei Moskauer Ringautobahnen (der Dritte Verkehrsring, der noch nicht komplett ausgebaute Vierte Verkehrsring und schlie√ülich der zu einem gro√üen Teil mit der Stadtgrenze zusammenfallende MKAD-Ring). Zu den wichtigsten Radialstra√üen, die ihren Anfangspunkt vor den Kremlmauern haben, geh√∂ren die am Roten Platz beginnende Twerskaja-Stra√üe (die stadtausw√§rts in die Fernstra√üe M10 nach Twer und Sankt Petersburg √ľbergeht), die unmittelbar westlich des Kremls beginnende Wosdwischenka (die rund 500 Meter weiter westlich in den Neuen Arbat und stadtausw√§rts in die Magistrale M1 nach Smolensk, Minsk und Warschau √ľbergeht) sowie die vor der s√ľdwestlichen Ecke der Kremlmauern beginnende Stra√üe M3 nach Kaluga, Brjansk und Kiew.

Außer einem Straßenverkehrsknotenpunkt befindet sich in unmittelbarer Nähe des Kremls eine Vielzahl von Haltestellen und Stationen des öffentlichen Personennahverkehrs. So liegen allein vor dem Kutafja-Turm, dem heutigen Haupteingang des Kremls, die Zugänge zu vier Stationen der Moskauer Metro, weitere acht U-Bahnhöfe sind ebenfalls in fußläufiger Nähe zum Kreml und zum Roten Platz zu finden.

Aufbau

Das Ensemble des Moskauer Kremls besteht einerseits aus dem Befestigungskomplex, der die aus dem sp√§ten 15. Jahrhundert stammenden Mauer und Wacht√ľrme beinhaltet, andererseits aus der Gesamtheit der Bauwerke, Denkm√§ler, Stra√üen und Pl√§tze innerhalb dieser Festungsmauern.

Befestigungsanlagen

√úbersichtsplan des Moskauer Kremls

Die dunkelrote backsteinerne Kremlmauer ist auf ihrem gesamten Verlauf 2235 Meter lang.[3] Abh√§ngig von den jeweiligen topografischen Verh√§ltnissen weist sie ohne Ber√ľcksichtigung der in sie eingebauten T√ľrme eine H√∂he von 5 bis 19 Meter auf und ist mindestens 3,5 Meter dick; an einzelnen Stellen, die im Mittelalter als besonders angriffsgef√§hrdet galten, betr√§gt die Dicke der Kremlmauer bis zu 6,5 Meter. Neben der eigentlichen Mauer z√§hlen die 20 Kremlt√ľrme zum Befestigungskomplex der Zitadelle. Mit Ausnahme des erst 1680 f√ľr rein dekorative Zwecke aufgestellten Zarenturms entstanden alle T√ľrme zeitgleich mit der Mauer. Bei ihrem Bau hatten sie eine rein verteidigungstechnische Funktion und wurden erst im 17. Jahrhundert, als die Bedeutung des Kremls als Festung allm√§hlich zur√ľckging, f√ľr Repr√§sentationszwecke aufgestockt und dabei mit ihren charakteristischen Zeltd√§chern und Turmspitzen ausgestattet. Alle 20 Kremlt√ľrme sind in ihrer Form und H√∂he unterschiedlich, wenngleich es mehrere T√ľrme gibt, die beim oberfl√§chlichen Vergleich sehr √§hnlich aussehen. Der h√∂chste Turm ist der im Mittelbereich des westlichen Mauerabschnittes stehende Dreifaltigkeitsturm, der einschlie√ülich der Turmspitze und des sie kr√∂nenden roten Sterns eine H√∂he von 80 Metern aufweist.

Vier Kremlt√ľrme verf√ľgen in ihrem Basisteil √ľber Durchfahrtstore, √ľber die heute der Eingang bzw. die Einfahrt in den Kreml erfolgt. Es sind der Borowizki-Turm und der Dreifaltigkeitsturm am Westabschnitt der Mauer sowie der Nikolaus- und der Erl√∂serturm an der zum Roten Platz hin gewandten Seite. √úber die ersteren beiden Tore k√∂nnen Besucher den Kreml betreten und verlassen, w√§hrend die beiden am Roten Platz gelegenen Eing√§nge zurzeit dem Personal der im Kreml ans√§ssigen Beh√∂rden und den Soldaten der Kreml-Garnison vorbehalten sind.

Innere Struktur

Lageplan der Kreml-Bauwerke

Das von der Festungsmauer umgebene Areal des heutigen Kremls besitzt seit seiner Errichtung Ende des 15. Jahrhunderts seine ann√§hernd dreieckige Form mit den drei nach Norden, S√ľdwesten und S√ľdosten gerichteten Spitzen.

Einige der Bauwerke auf dem Kremlterritorium stehen unmittelbar an der Kremlmauer oder sind sogar ‚Äď so das Arsenal ‚Äď an sie angebaut. Lediglich der s√ľdliche Mauerabschnitt, der sich entlang der Moskwa erstreckt, verf√ľgt heute nicht √ľber zus√§tzliche Bauten. Dort erstreckt sich an den Abh√§ngen von der H√ľgelspitze zum Ufer hin der sogenannte Geheimgangsgarten (–Ę–į–Ļ–Ĺ–ł—Ü–ļ–ł–Ļ —Ā–į–ī), die gr√∂√üte Gr√ľnanlage auf dem Gel√§nde des Kremls, die nach einem der Wacht√ľrme am s√ľdlichen Mauerabschnitt benannt ist. Ein als dekorative Parkanlage ausgebauter Teil des oberen Bereichs dieses Gartens ist f√ľr die √Ėffentlichkeit zug√§nglich, w√§hrend die Bereiche unmittelbar an der Kremlmauer gegenw√§rtig ausschlie√ülich f√ľr Dienstzwecke verwendet werden. Dort befinden sich auch einige kleine Wirtschafts- und Verwaltungsbauten[4], die keinen architektonischen Erhaltungswert haben und daher nicht zum eigentlichen Kremlensemble geh√∂ren.

Ein gro√üer Teil der Kreml-Bauwerke liegt etwas weiter hinter den Mauern und wird durch Stra√üen und Pl√§tze getrennt, die √§hnlich allen anderen Moskauer Stra√üen und Pl√§tzen eigene Namen haben. Zu den bekannten Pl√§tzen im Kreml z√§hlen vor allem die beiden f√ľr Touristen zug√§nglichen Pl√§tze: Der Iwanplatz und der Kathedralenplatz (russ. –ė–≤–į–Ĺ–ĺ–≤—Ā–ļ–į—Ź –Ņ–Ľ–ĺ—Č–į–ī—Ć bzw. –°–ĺ–Ī–ĺ—Ä–Ĺ–į—Ź –Ņ–Ľ–ĺ—Č–į–ī—Ć). Der Erstere, benannt nach der einst hier stehenden Kirche des Heiligen Johannes (Iwan) Klimakos, ist vor allem durch seine historische Bedeutung bekannt: Vom 14. bis zum 17. Jahrhundert war er der gr√∂√üte und wichtigste Moskauer Platz f√ľr Versammlungen und Volksfeste; hier wurden unter anderem Zarenerlasse dem Volk verk√ľndet.[5] Der Kathedralenplatz ist durch sein in sich geschlossenes architektonisches Ensemble bekannt: Hier stehen mit der Mari√§-Entschlafens-, der Erzengel-Michael- und der Mari√§-Verk√ľndigungs-Kathedrale sowie der Mari√§-Gewandniederlegungs-Kirche und dem Glockenturm Iwan der Gro√üe die f√ľnf erhaltenen kirchlichen Bauwerke des Kremls. Geographisch bildet der Kathedralenplatz zudem den Mittelpunkt des Kremlgel√§ndes sowie den h√∂chsten Punkt des Kremlh√ľgels.[6]

Das Wegenetz innerhalb des Kremls umfasst im Wesentlichen vier Hauptstra√üen, die den Kern der Festung einschlie√ülich des Iwanplatzes und des Kathedralenplatzes mit ihren Durchfahrtstoren verbinden. Die Borowizki-Stra√üe (russ. –Ď–ĺ—Ä–ĺ–≤–ł—Ü–ļ–į—Ź —É–Ľ–ł—Ü–į) f√ľhrt vom Tor des Borowizki-Turmes entlang des Geheimgangsgartens, vorbei an der R√ľstkammer und dem Hauptgeb√§ude des Gro√üen Kremlpalastes, zum Iwanplatz. Dort geht sie in die Erl√∂serstra√üe (–°–Ņ–į—Ā—Ā–ļ–į—Ź —É–Ľ–ł—Ü–į) √ľber, die den Iwanplatz mit dem Erl√∂serturm und damit auch dem Roten Platz verbindet. In n√∂rdliche Richtung zweigt vom Iwanplatz die Nikolausstra√üe (–Ě–ł–ļ–ĺ–Ľ—Ć—Ā–ļ–į—Ź —É–Ľ–ł—Ü–į) zum Nikolaus-Turm ab; an ihr liegen einander gegen√ľber die beiden aus dem 18. Jahrhundert stammenden Geb√§ude des Arsenals und des Senatspalastes sowie der nach Letzterem benannte kleine Senatsplatz (–°–Ķ–Ĺ–į—ā—Ā–ļ–į—Ź –Ņ–Ľ–ĺ—Č–į–ī—Ć). Im Westen endet der Iwanplatz am Dreifaltigkeitsturm. Mit der Borowizki-Stra√üe verbindet ihn und den Dreifaltigkeitsturm eine weitere Stra√üe, die nach dem in ihrer N√§he gelegenen Gro√üen Kremlpalast den Namen Palaststra√üe (–Ē–≤–ĺ—Ä—Ü–ĺ–≤–į—Ź —É–Ľ–ł—Ü–į) tr√§gt. Der von S√ľden durch einen gusseisernen Zaun abgesperrte Platz am Kreuzungspunkt der Palast- und der Borowizkistra√üe wird gelegentlich als Palastplatz (–Ē–≤–ĺ—Ä—Ü–ĺ–≤–į—Ź –Ņ–Ľ–ĺ—Č–į–ī—Ć) oder auch als Kaiserplatz (–ė–ľ–Ņ–Ķ—Ä–į—ā–ĺ—Ä—Ā–ļ–į—Ź –Ņ–Ľ–ĺ—Č–į–ī—Ć) bezeichnet.[7]

Zug√§nglichkeit f√ľr Touristen

Gedenktafel im Alexandergarten zum 70. Jahrestag der Gr√ľndung (1936) des Kremlregiments

Seitdem der Moskauer Kreml Mitte des 20. Jahrhunderts nach einer drei√üigj√§hrigen Pause wieder √∂ffentlich zug√§nglich wurde, erf√ľllt er gleichzeitig zwei Schl√ľsselfunktionen: Er ist einerseits Amtssitz des russischen Pr√§sidenten (bzw. war vor der Aufl√∂sung der UdSSR im Jahre 1991 Sitz der Sowjetregierung), andererseits aber ein Freilichtmuseum und eine Touristenattraktion. Bedingt durch die Funktion als Pr√§sidentensitz ist der Kreml ein besonders gesicherter Bereich, der f√ľr die √Ėffentlichkeit ‚Äď im Gegensatz zum Roten Platz, dem Alexandergarten und anderen Au√üenbereichen ‚Äď nur mit bestimmten Einschr√§nkungen zug√§nglich ist. Touristen k√∂nnen in den Kreml √ľber die beiden Eing√§nge am Kutafja- und am Borowizki-Turm eintreten und m√ľssen dabei eine Sicherheitskontrolle passieren. Gr√∂√üere Taschen und Rucks√§cke d√ľrfen nicht auf das Kremlterritorium mitgenommen werden. Der Eintritt in den Kreml ist kostenpflichtig; eine regul√§re Eintrittskarte kostet 350 Rubel (Stand: M√§rz 2009; umgerechnet etwa acht Euro)[8], erh√§ltlich sind auch verbilligte Tickets z. B. f√ľr Sch√ľler, Studierende oder Rentner. F√ľr den Besuch der R√ľstkammer und der Ausstellungen im Patriarchenpalast muss jeweils ein separates Ticket erworben werden.

Innerhalb des Kremls ist eine Reihe von Bereichen f√ľr die √Ėffentlichkeit im Allgemeinen nicht zug√§nglich. Dies betrifft vor allem den zum Amtssitz des Pr√§sidenten z√§hlenden Geb√§udekomplex rund um den Senatspalast, aber auch die Palaststra√üe, in der die Kreml-Kommandantur ihren Sitz hat. Eine Reihe von Bauwerken ‚Äď darunter der Senatspalast, das Arsenal sowie s√§mtliche Kremlt√ľrme ‚Äď sind gegenw√§rtig ebenfalls gesperrt und k√∂nnen nur von au√üen besichtigt werden.[9] F√ľr die Sicherheit des Kremls und der umliegenden Bereiche ist neben der Kreml-Kommandantur der f√ľr den Personenschutz des Pr√§sidenten zust√§ndige Inlandsgeheimdienst FSO zust√§ndig.[10] Unter dessen Federf√ľhrung steht auch die im Arsenalgeb√§ude ans√§ssige Kreml-Garnison, die gelegentlich auch als Pr√§sidenten- oder Kreml-Regiment (russ. –ö—Ä–Ķ–ľ–Ľ—Ď–≤—Ā–ļ–ł–Ļ –Ņ–ĺ–Ľ–ļ) bezeichnet wird. Neben der Bewachung der Kremlobjekte erf√ľllt sie zus√§tzlich rein repr√§sentative Zwecke: Ihre Soldaten halten Ehrenwache am Kriegsmahnmal mit dem Grab des unbekannten Soldaten im Alexandergarten und begleiten mit feierlichen Aufm√§rschen wichtige Staatszeremonien. Zum Regiment geh√∂rt auch eine Kavallerieeinheit, die in den Sommermonaten regelm√§√üig Wachabl√∂sungsschauen auf dem Kathedralenplatz des Kremls veranstaltet.[11]

Geschichte

Entstehung

Die Entstehung des eigentlichen Kremls ist eng mit der Gr√ľndung und dem weiteren Aufbau der Stadt Moskau verbunden, die vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert erfolgt ist. Trotzdem konnte bei mehreren Ausgrabungen die Existenz noch weitaus √§lterer Menschenansiedlungen auf dem Borowizki-H√ľgel nachgewiesen werden. So fand man auf Teilen des heutigen Kremlgel√§ndes Spuren des finno-ugrischen Volkes der Merja aus der Eisenzeit.[12] Die Besiedelung der Moskwa-Ufer mit slawischen V√∂lkern, die als Vorfahren der heutigen Russen bezeichnet werden k√∂nnen, setzte hingegen erst gegen Ende des 1. Jahrtausends ein. Damals erschlossen zahlreiche Siedler aus s√ľdlicheren Gebieten des Kiewer Rus die bis dato als unerforscht geltenden, sehr waldreichen Gebiete der Osteurop√§ischen Ebene rund um die Wolga und Fl√ľsse aus ihrem Einzugsgebiet. Deren erste Siedlungen auf dem heutigen Moskauer Stadtgebiet lassen sich bis heute vor allem anhand zahlreicher H√ľgelgr√§ber (sogenannter Kurganen) nachweisen. Auch unmittelbar auf dem Borowizki-H√ľgel wurden bei Ausgrabungen immer wieder Gegenst√§nde und Befestigungsreste ‚Äď darunter Spuren eines k√ľnstlichen Wassergrabens von bis zu neun Meter Tiefe und 3,8 m Breite[13] ‚Äď aus der Zeit vor der Christianisierung des Rus (Ende des 10. Jahrhunderts) gefunden.

Gr√ľndung Moskaus durch Juri Dolgoruki. Ein Aquarell (1920) von Apollinari Wasnezow

Als sich etwa ab dem 10. Jahrhundert allm√§hlich erste St√§dte und kleinere Staaten (F√ľrstent√ľmer) quer √ľber den europ√§ischen Teil des heutigen Russlands zu bilden begannen, k√∂nnte auch am Moskwa-Ufer zwischen den M√ľndungen der Neglinnaja und der Jausa eine befestigte Siedlung entstanden sein, die als erster russischer Vorl√§ufer des Kremls betrachtet werden kann. Der Kremlh√ľgel eignete sich hierf√ľr sehr gut: Jenes Grundst√ľck auf einer nat√ľrlichen Erhebung, die an zwei Seiten von Fl√ľssen umsp√ľlt wurde und urspr√ľnglich auch merklich h√∂her und steiler war als heute[14], wies eine strategisch und verteidigungstechnisch √§u√üerst g√ľnstige Lage auf. Die genauere Entstehungszeit der Befestigung l√§sst sich jedoch heute nicht bestimmen. Offiziell gilt zwar das Jahr 1147 als Gr√ľndungsjahr Moskaus, allerdings wurde Moskau in erhaltenen schriftlichen Urkunden jenes Jahres als eine bereits l√§nger existierende Ortschaft erw√§hnt.[15]

Eindeutig nachweisbar ist die Entstehung sowohl des Kremls als auch der eigentlichen Stadt Moskau erst aus Urkunden des sp√§teren 12. Jahrhunderts. Eine davon stammt aus dem Jahr 1147 und gilt zugleich als Gr√ľndungsurkunde der Stadt: Dort ist von einer pomp√∂sen Feierlichkeit die Rede, die der Susdaler Gro√üf√ľrst Juri Dolgoruki (w√∂rtlich ‚Äěder Langh√§ndige‚Äú) in dem vermeintlich von ihm gegr√ľndeten Moskau aus Anlass eines milit√§rischen Sieges √ľber Teile der damaligen Republik Nowgorod veranstalten lie√ü. Daher wird als Entstehungsdatum des Kremls im Allgemeinen das Jahr 1156 angenommen, als Juri Dolgoruki laut einer Urkunde aus dem F√ľrstentum Twer seine neugegr√ľndete Stadt im Kampf gegen verfeindete F√ľrstent√ľmer als Burg ausbauen lie√ü.[16]

Fr√ľhgeschichte

Da von den urspr√ľnglichen Bauwerken des Kremls heute nichts mehr erhalten ist, k√∂nnen R√ľckschl√ľsse auf das m√∂gliche Aussehen der Burg im 12. Jahrhundert nur anhand arch√§ologischer Funde gezogen werden. Offenbar war die Umfriedung wie auch andere Verteidigungsanlagen aus Holz errichtet worden, da man steinerne Festungen in russischen Landen erst einige Jahrhunderte sp√§ter zu bauen begann. Die Gesamtl√§nge der Umfriedung betrug wahrscheinlich nur rund 500 Meter[17]; somit war die Ausdehnung des Burggel√§ndes weitaus geringer als die heutige und beschr√§nkte sich auf ein kleines Dreieck im Bereich der Neglinnaja-M√ľndung. Genau dort, im s√ľdwestlichen Teil des heutigen Kremls, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts beim Bau des R√ľstkammergeb√§udes Reste von Holzpf√§hlen aus der Kremlmauer des 12. Jahrhunderts entdeckt[14].

Die Bezeichnung Kreml tauchte zu jener Zeit noch nicht in Urkunden auf, statt dessen wurde der befestigte Ort an der Moskwa einfach nur die Stadt (russ. –≥–ĺ—Ä–ĺ–ī) genannt. Der Begriff Kreml begann sich vermutlich erst ab dem 14. Jahrhundert durchzusetzen.[18] Dessen Herkunft wird am h√§ufigsten im Russischen bzw. im Urslawischen vermutet; so wurden befestigte Kerne gr√∂√üerer altrussischer St√§dte manchmal als krom, krem oder kremnik bezeichnet (beispielsweise nannte sich der alte Stadtkern von Pskow ebenfalls krom[19]). Es existieren aber auch Hypothesen, die eine fremdsprachige Herkunft des Begriffes annehmen: Eine davon besagt beispielsweise, Kreml sei vom altgriechischen Wort krimnos f√ľr ‚Äěsteiles [Fluss-]Ufer‚Äú abgeleitet worden, das angeblich byzantinische G√§ste nach Moskowien eingeschleppt h√§tten.[20]

Aufgrund h√§ufiger Feuersbr√ľnste und √úberf√§lle waren die h√∂lzernen Befestigungsanlagen nicht von Dauer und mussten immer wieder neu errichtet werden. Bekannt ist beispielsweise, dass der Kreml im Jahre 1179, somit nur etwa 20 Jahre nach seiner vermuteten Entstehung, vom Rjasaner F√ľrsten Gleb Rostislawitsch niedergebrannt wurde. Auch im 13. Jahrhundert wurde Moskau mehrmals angegriffen, so im Jahr 1238 vom tatarischen Khan Batu sowie 1293 erneut von Tataren unter Tohtu. Beide Male wurde die Burg verw√ľstet und ihre Bauwerke zerst√∂rt oder stark besch√§digt.

Der hölzerne Moskauer Kreml unter Iwan Kalita. Ein Aquarell (1921) von Apollinari Wasnezow

Eine erste radikale Erneuerung des Kremls setzte gegen Mitte des 14. Jahrhunderts unter dem Wladimir-Susdaler Gro√üf√ľrsten Iwan I. ‚ÄěKalita‚Äú ein. Dieser lie√ü Moskau als Hauptstadt des neuen Moskauer F√ľrstentums einrichten, das er damals als Teil des Wladimir-Susdaler Gro√üf√ľrstentums regierte. Die veraltete und bei vorherigen Angriffen und Br√§nden vielfach besch√§digte Burg wurde abgetragen, um an ihrer Stelle einen neuen Kreml zu errichten. Dessen nunmehr rund 1670 m langen Mauern[17] wurden aus massivem Eichenholz erbaut und zum besseren Schutz vor Feuer au√üen zus√§tzlich mit Ton verkleidet. Fertiggestellt wurden die Anlagen Anfang des Jahres 1340 nach einer Bauzeit von nur wenigen Monaten. Au√üerdem lie√ü sich Iwan im Kreml einen ebenfalls h√∂lzernen Gro√üf√ľrstenpalast bauen. Noch gut ein Jahrzehnt zuvor, im Jahr 1327, wurde im Kreml mit der Mari√§-Entschlafens-Kathedrale, dem ersten Vorg√§ngerbau der heutigen gleichnamigen Kremlkathedrale, erstmals ein steinernes Kirchengeb√§ude errichtet. Im √ľbrigen lie√ü sich der Moskauer Metropolit Peter zur gleichen Zeit als erstes russisches Kirchenoberhaupt eine Residenz im Kreml bauen und markierte damit den Anfang des Kremls als Machtzentrum der russisch-orthodoxen Kirche.

Bei dem h√∂lzernen Kreml aus der Herrschaftszeit Iwan Kalitas handelt es sich um den ersten Vorl√§ufer des heutigen Kremls, dessen Aufbau und Struktur im Groben bis heute bekannt sind. Von der Ausdehnung her war sein Gel√§nde wesentlich gr√∂√üer als im 12. Jahrhundert und nahm etwa zwei Drittel des heutigen Kremlterritoriums ein. Das eigentliche Moskau beschr√§nkte sich schon damals nicht mehr auf den Kreml: Rund um diesen entstanden immer mehr kleine H√§ndler- und Handwerkersiedlungen, die einige Jahrzehnte sp√§ter durch eine zus√§tzliche Befestigungsmauer vor m√∂glichen Angriffen gesch√ľtzt wurden. Es bl√ľhten dort sowohl Handwerk als auch √ľberregionaler Handel, der durch die Lage an der hier schiffbaren Moskwa sehr stark beg√ľnstigt wurde. Die heute bekannteste unter den Ansiedlungen am linken Moskwa-Ufer vor den Kremlmauern war die Vorstadt Kitai-Gorod unmittelbar √∂stlich des Kremls. Deren zentraler Marktplatz ‚Äď sp√§ter als Roter Platz bekannt ‚Äď schlie√üt sich nach wie vor √∂stlich an den Kreml an und ist mit diesem in seiner geschichtlichen Entwicklung √ľberaus eng verbunden.

Erster steinerner Kreml

Erster steinerner Kreml. Ein Aquarell (1922) von Apollinari Wasnezow

Nach dem Tod Iwan Kalitas 1340 sollte sein h√∂lzerner Kreml noch 25 Jahre lang stehen, bis sich im Jahr 1365 eine besonders verheerende Feuersbrunst ereignete, bei der auch gro√üe Teile der Eichenholzmauern in sich zusammenfielen. Da sich Moskau damals immer noch im Krieg gegen mehrere benachbarte F√ľrstent√ľmer befand, war ein schneller Neubau der Burg erforderlich. Den leitete der damalige Moskauer Herrscher, Gro√üf√ľrst Dmitri Donskoi, ein. Der Bau begann im Fr√ľhjahr 1367. Zum Schutz gegen die h√§ufigen Br√§nde wurde erstmals beschlossen, den neuen Kreml aus Stein statt aus Holz errichten zu lassen. Hierzu wurden gro√üe Mengen an wei√üem Kalkstein aufbereitet, der in der Moskauer Umgebung in zahlreichen nat√ľrlichen Steinbr√ľchen abgebaut wurde.

Die noch 1367 fertiggestellten Mauern √§hnelten von ihrem Aufbau her ‚Äď erstmals wurden sie an strategisch besonders wichtigen Stellen mit Wehrt√ľrmen versehen ‚Äď ein wenig den heutigen Kremlmauern. Sie standen teilweise auf Fundamenten des h√∂lzernen Vorg√§ngerkremls und brachten Moskau aufgrund ihrer wei√üen Bausubstanz den gelegentlich noch bis heute verwendeten Beinamen Belokammennaja, w√∂rtlich also so viel wie ‚ÄěStadt aus wei√üem Stein‚Äú oder ‚Äěwei√üe Stadt‚Äú. In seiner Ausdehnung entsprach der unter Dmitri Donskoi erbaute befestigte Stadtkern Moskaus mit Ausnahme des n√∂rdlichsten Zipfels dem heutigen Kreml; die Gesamtl√§nge der Mauern betrug knapp 2000 Meter[17].

Der neue, wei√üsteinerne Kreml bestand mit einigen Um- und Weiterbauten √ľber ein Jahrhundert lang und erwies sich somit als ungleich langlebiger als alle seine h√∂lzernen Vorg√§nger. Den Bewohnern und Verteidigern der Burg gelang es denn auch im sp√§ten 14. und im 15. Jahrhundert, mehrere feindliche Angriffe erfolgreich abzuwehren. So scheiterte 1368 und 1370, nur kurze Zeit nach Fertigstellung der Zitadelle, der litauische F√ľrst Algirdas gleich zweimal an der Festigkeit des Kremls und am Widerstand der Moskowiter. Weniger erfolgreich war allerdings die Abwehr Moskaus gegen den tatarischen Khan Toktamisch im Jahre 1382: Nach dreit√§giger, zun√§chst erfolgloser Belagerung gelang es dessen Truppen, die Stadtverteidiger zu √ľberlisten und in den Kreml vorzudringen. Es gab unter den Insassen √ľber 20.000 Tote[21]; der wei√üsteinerne Kreml erlitt dabei erhebliche Sch√§den. In den 1390er-Jahren wurde er weitgehend wiederhergestellt; zu gleicher Zeit entstanden dort neue steinerne Kirchenbauten, unter ihnen 1393 die Gottesmutter-Geburtskirche, deren 1514 errichteter Nachbau als eine der Hauskirchen des Terem-Palastes bis heute erhalten ist.

Der Kreml nimmt seine heutige Gestalt an

Ein betr√§chtlicher Teil der heute erhaltenen Bausubstanz des Moskauer Kremls stammt aus der Zeit Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts, als die Befestigungsanlagen abermals komplett neu errichtet wurden und innerhalb des Kremls etliche neue, teilweise ebenfalls bis heute bestehende Bauwerke hinzukamen. Es war die Herrschaftszeit des Gro√üf√ľrsten Iwan III., der die alte und inzwischen vielerorts bauf√§llig gewordene Burg nicht mehr als ihrer Rolle angemessen ansah. Ursache hierf√ľr war zum einen das erhebliche Wiedererstarken des Moskauer Staates, der nunmehr alle vormaligen russischen F√ľrstent√ľmer in sich vereinigte und sich bis 1480 endg√ľltig von der jahrhundertelangen mongolisch-tatarischen Invasion befreien konnte. Zum anderen spielte auch die 1472 erfolgte Heirat Iwans mit der byzantinischen Kaisernichte Sofia Palaiologa eine Rolle: Aufgrund dieser Ehe sah sich Iwan III. als rechtm√§√üiger Erbe der Herrscher des untergegangenen Byzantinischen Reichs, weswegen seine Moskauer Residenz nunmehr als wichtiges Zentrum des orthodoxen Christentums (sogenanntes ‚ÄěDrittes Rom‚Äú) aufw√§ndig ausgebaut werden sollte. Dies veranlasste Iwan, f√ľr die Errichtung der neuen Festung unter anderem mehrere Baumeister aus Italien nach Moskau einzuladen, jenem Land, in dem auch seine Frau Sofia aufgewachsen war und dessen Architekten sich bereits im damaligen Russland eines hohen Ansehens erfreuen konnten.

Der Kreml unter Iwan III. Ein Aquarell (1921) von Apollinari Wasnezow

Der unter Iwan III. eingeleitete und bis dahin wohl umfassendste Um- und Ausbau des Kremls dauerte praktisch seine gesamte Herrschaftszeit an, also √ľber 40 Jahre lang von 1462 bis 1505. Zu den ersten dabei entstandenen Bauten geh√∂rt die heutige Mari√§-Entschlafens-Kathedrale, die im Jahre 1479 fertiggestellt werden konnte. Sie wurde an Stelle der einige Jahre zuvor eingest√ľrzten gleichnamigen Kathedrale errichtet, die wiederum ihre 1337 entstandene Vorg√§ngerin abl√∂sen sollte. F√ľr ihren Neubau verpflichtete Iwan III. mit Aristotile Fioravanti aus Bologna erstmals einen italienischen Architekten. Er und einige andere aus Italien eingeladene Meister ‚Äď darunter Pietro Antonio Solari, Marco Ruffo oder Aloisio Lamberti da Montagnana ‚Äď erschufen in der Herrschaftszeit Iwans eine Vielzahl der Kremlbauten, darunter vor allem die gesamte Befestigungsanlage samt Mauer und Wehrt√ľrmen.

Bei dieser in den Jahren 1485 bis 1499 errichteten Mauer handelt es sich im Wesentlichen um die bis heute erhaltene Kremlmauer, auch die zeitgleich errichteten T√ľrme sind ‚Äď wenn auch im Laufe der Jahrhunderte meist stark umgebaut ‚Äď die gleichen. Die italienischen Bauschaffenden, die sich bei der Errichtung der Moskauer Stadtbefestigung nicht zuletzt an vergleichbaren Bauwerken in ihrem Heimatland ‚Äď darunter dem Mail√§nder Castello Sforzesco ‚Äď orientierten[22], setzten erstmals in der Moskauer Stadtbaugeschichte Ziegelstein ein, der dem Kreml bis heute seine typische dunkelrote Farbe ‚Äď anstatt der vormals wei√üen ‚Äď verleiht. Die T√ľrme wurden in Schussweite voneinander erbaut; ihre heute charakteristischen Zeltd√§cher und Spitzen erhielten sie allerdings erst Ende des 17. Jahrhunderts. Zum Schutz der Festung vor Br√§nden und zur Verbesserung ihrer Verteidigungsf√§higkeit wurde ab 1493 per Erlass Iwans III. verboten, Holzh√§user im Umkreis von gut 200 Metern au√üerhalb der Mauer zu errichten; auch bestehende Bauten wurden bald darauf verlegt.[23]

Innerhalb der Kremlmauern ist unter den Bauwerken, die Ende des 15. Jahrhunderts entstanden sind, neben der Mari√§-Entschlafens-Kathedrale vor allem der prunkvoll ausgestattete Facettenpalast zu nennen, der heute zum erst im 19. Jahrhundert abgeschlossenen Ensemble des Gro√üen Kremlpalastes geh√∂rt. Erbaut 1491 von Marco Ruffo und Pietro Antonio Solari als Erg√§nzung zu einem damals bereits bestehenden und heute nicht mehr erhaltenen Gro√üf√ľrstenpalais, diente der Facettenpalast von da an dem Gro√üf√ľrsten als repr√§sentativer Ort f√ľr feierliche Empf√§nge und Staatsakte. Ungef√§hr zur gleichen Zeit wurde das heutige Ensemble des Kathedralenplatzes des Kremls gr√∂√ütenteils abgeschlossen: Zu der Mari√§-Entschlafens-Kathedrale und dem Facettenpalast kamen noch die Mari√§-Gewandniederlegungs-Kirche (fertiggestellt 1486), die Mari√§-Verk√ľndigungs-Kathedrale (1489), die Erzengel-Michael-Kathedrale (1508) und schlie√ülich der Glockenturm Iwan der Gro√üe (1508) hinzu.

Der sogenannte Kremlenagrad, erstellt von einem unbekannten Autor um 1600, ist der erste bekannte Geländeplan des Moskauer Kremls. Mit seiner detaillierten und authentischen Darstellung der Bebauung des Kremls und des Roten Platzes jener Zeit ähnelt er einer Zeichnung des Geländes aus der Vogelperspektive.

Der von Iwan III. initiierte Ausbau des Kremls dauerte ‚Äď mit Unterbrechungen durch nach wie vor h√§ufige Feuersbr√ľnste ‚Äď noch √ľber seinen Tod hinaus etwa bis zum Jahr 1516 an, als entlang des √∂stlichen, an den Roten Platz angrenzenden Abschnitts der Kremlmauer ein k√ľnstlicher Wassergraben von der Neglinnaja bis zur Moskwa verlegt wurde. Diesen Graben, der eine Breite von rund 32 und eine Tiefe von 12 Meter hatte und mit k√ľnstlich aufgestautem Wasser der Neglinnaja gespeist wurde, erbaute der Italiener Aloisio Lamberti da Montagnana ‚Äď in Russland damals einfach Alewis (der Neue) genannt, weswegen der Graben auch seine Bezeichnung Alewis-Graben erhielt. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, als der Graben zugesch√ľttet wurde, sicherte er dem Kreml einen zus√§tzlichen Schutz von der Ostseite her, an der es keine nat√ľrlichen Gew√§sser gab. Mit Abschluss des gro√üen Umbaus durch Iwan III. war der Moskauer Kreml somit an allen drei Seiten von Wasser umgeben, so dass man in die Festung nur √ľber spezielle Zugseilbr√ľcken, die im Angriffsfall hochgeklappt wurden, eintreten konnte. Au√üerdem erreichte die Ausdehnung des Kremlgel√§ndes damals ihre heutigen Ausma√üe.

Im weiteren Verlauf des 16. Jahrhunderts ‚Äď so unter Iwan IV. ‚Äědem Schrecklichen‚Äú, als das Moskauer F√ľrstentum territorial weiter expandierte und 1547 schlie√ülich zum einheitlichen Zarentum Russland erkl√§rt wurde, womit der Kreml zur Residenz russischer Zaren avancierte ‚Äď gab es nur vergleichsweise wenige Baut√§tigkeiten auf dem Kremlgel√§nde. Es entstanden einzelne kleinere, heute nicht mehr erhaltene Kirchen- und Wohnbauten, au√üerdem die sp√§ter nahezu vollst√§ndig zugebaute Goldene Zarinnenkammer und der heute als Uspenski-Glockengest√ľhl bekannte Anbau an den Glockenturm Iwan der Gro√üe. Der damals als abgeschlossen geltende Moskauer Kreml diente zu jener Zeit einer Reihe anderer russischer St√§dte als Muster, die sich aufgrund ihrer grenznahen Lage durch den Bau √§hnlich konstruierter Zitadellen zu sch√ľtzen wussten. So entstanden nach Moskauer Vorbild Kremls in Rostow am See, Tula, Serpuchow und anderen russischen St√§dten. Einige dieser ehemaligen Festungen sind zumindest in Teilen bis heute erhalten. Auch die in den 1550er-Jahren errichtete Befestigungsmauer mit T√ľrmen des Dreifaltigkeitsklosters von Sergijew Possad, des damals wichtigsten russisch-orthodoxen Klosters, wurde in ihrem Aufbau stark an die Mauer des Moskauer Kremls angelehnt.

Der Kreml im 17. Jahrhundert

Noch Anfang des 17. Jahrhunderts plante Zar Boris Godunow in seiner kurzen Herrschaftszeit (1598‚Äď1605) neue ehrgeizige Bauvorhaben im Kreml, von denen aber nur die Aufstockung des Glockenturms Iwan der Gro√üe um dessen heutige Spitze sowie der Bau eines neuen Zarenpalais, das in den 1770er-Jahren abgerissen wurde, verwirklicht werden konnte. Wenige Jahre sp√§ter kam jede Bauaktivit√§t in Moskau und anderen russischen St√§dten vorl√§ufig zum Erliegen, als gro√üe Teile des russischen Zarentums von polnisch-litauischen Invasoren beherrscht wurden. In dieser unter dem Namen Smuta bekannten Zeit von 1598 bis 1613 geriet auch der Kreml zeitweilig in Mitleidenschaft, als seine Bauwerke in K√§mpfen besch√§digt und eine Vielzahl von Sch√§tzen und Kunstwerken aus den Kremlkirchen geraubt wurden. Jegliche Restaurierungsarbeiten an bestehenden sowie Bauarbeiten an neuen Bauwerken konnten erst in der Regierungszeit des ersten Zaren aus der Romanow-Dynastie, Michael I., aufgenommen werden. So lie√ü dieser 1624 den Glockenturm Iwan der Gro√üe um einen zus√§tzlichen Nebenturm mit Zeltdach, den sogenannten Philaret-Anbau, erweitern. Im Jahre 1621 wurde der wichtigste Wachturm des Kremls ‚Äď der Erl√∂serturm, in dem sich der Haupteingang vom Roten Platz aus befand ‚Äď als erster Kremlturm umgebaut und aufgestockt. Auf √§hnliche Weise wurden sp√§ter, erst gegen Ende des Jahrhunderts, auch die meisten √ľbrigen Kremlt√ľrme umgebaut, indem sie ihre bis heute charakteristischen dekorativen Zeltdachkonstruktionen erhielten.

Der Iwanplatz des Kremls im 17. Jahrhundert mit dem Glockenturm Iwan der Gro√üe im Hintergrund. Ein Aquarell (1903) von Apollinari Wasnezow

Ein weiterer markanter Neubau im Kreml des 17. Jahrhunderts entstand in den Jahren 1635‚Äď1636: Das ist der heute zum Gro√üen Kremlpalast geh√∂rende Terem-Palast, der noch bis Ende des Jahrhunderts als Wohnresidenz russischer Zaren und ihrer Familienangeh√∂rigen diente. Zu erw√§hnen sind schlie√ülich die in einem zusammenh√§ngenden Geb√§udekomplex errichteten Bauten der Zw√∂lf-Apostel-Kirche und der Wohn- und Arbeitsresidenz des Moskauer Patriarchen. Sie wurden 1656 fertiggestellt und vermochten seitdem die Bedeutung des Kremls nicht nur als Residenz weltlicher Herrscher, sondern auch als geistliches Zentrum der russisch-orthodoxen Kirche in besonderem Ma√üe zum Ausdruck zu bringen.

Als √§ltester und am zentralsten gelegener Teil der inzwischen weit √ľber die alten Festungsmauern hinaus in alle Himmelsrichtungen gewachsenen Zarentumshauptstadt Moskau diente der Kreml freilich nicht nur der Zarenfamilie und dem Kirchenoberhaupt als Wohnort. Bereits seit dem 14. Jahrhundert befand sich dort eines der damals bekanntesten russisch-orthodoxen Kl√∂ster ‚Äď das Tschudow-Kloster, das Anfang des 20. Jahrhunderts der Abrisskampagne der Kommunisten zum Opfer fiel. Der Kreml galt deswegen im 17. Jahrhundert l√§ngst als eine hochverehrte Pilgerst√§tte, deren Haupteingangstor im Erl√∂serturm nur zu Fu√ü und mit unbedecktem Kopf passiert werden durfte.[24] Er war aber auch das Zentrum des √∂ffentlichen Lebens der Moskowiter; so wurden hier Staats- und Volksfeste veranstaltet und hier traten die Zaren bei besonderen Anl√§ssen vor dem Volk auf oder lie√üen ihre Erlasse und andere wichtige Bekanntmachungen dem Volk verk√ľnden. Im 17. Jahrhundert war das Privileg, im Kreml zu wohnen, au√üer dem Zaren und den Geistlichen nur noch besonders reichen und ehrw√ľrdigen Adligen (Bojaren) mit ihren Familien vorbehalten. Als einziges bis heute im Kreml erhaltenes Beispiel f√ľr ein Bojarenwohnhaus jener Zeit gilt der sogenannte Lustpalast aus dem Jahr 1651, der urspr√ľnglich als Wohngeb√§ude der Familie Miloslawski diente und einige Jahre sp√§ter als einer der ersten russischen Auff√ľhrungsorte f√ľr Theatervorstellungen zur ‚ÄěBelustigung‚Äú der Zarenfamilie umgebaut wurde.

Der Kreml vom 18. bis zum 19. Jahrhundert

Chronologische Entstehung
der heutigen Kreml-Bauwerke
Bauzeit Gebäude Um-/Ausbau
1475‚Äď79 Mari√§-Entschlafens-Kathedrale
1484‚Äď86 Mari√§-Gewandniederlegungs-Kirche
1484‚Äď89 Mari√§-Verk√ľndigungs-Kathedrale 1564
1485‚Äď99 Befestigungsmauer und T√ľrme 17.‚Äď19. Jh.
1487‚Äď92 Facettenpalast
1505‚Äď08 Erzengel-Michael-Kathedrale 18. Jh.
1505‚Äď08 Glockenturm Iwan der Gro√üe 1543, 1600, 1823
Ende 16. Jh. Goldene Zarinnenkammer
1635‚Äď36 Terem-Palast
1651‚Äď52 Lustpalast u. a. 1875
1653‚Äď56 Patriarchenpalast
1702‚Äď36 Arsenal 1796, 1828
1776‚Äď87 Senatspalast
1838‚Äď49 Gro√üer Kremlpalast, Hauptgeb√§ude
1844‚Äď51 R√ľstkammer
1930‚Äď34 Verwaltungsgeb√§ude
1960‚Äď61 Staatlicher Kremlpalast

Der Anfang des 18. Jahrhunderts markierte f√ľr den Kreml zwei historische Ereignisse. Zum einen lie√ü der damalige Zar Peter I. ‚Äěder Gro√üe‚Äú, welcher sich einige Jahre sp√§ter zum ersten Kaiser des inzwischen weit bis ins asiatische Hinterland ausgedehnten Russischen Kaiserreiches erkl√§rte, die neue Hauptstadt dieses Reichs von Moskau in das neu gegr√ľndete Sankt Petersburg verlegen, womit der Kreml seinen Status als Zarenresidenz verlor. Zum anderen wurde die Festung 1701 von einem der folgenschwersten Gro√übr√§nde ihrer Geschichte heimgesucht, bei dem ein Gro√üteil der dort noch verbliebenen Holzbauten zerst√∂rt wurde. Ungeachtet der Sch√§den gab dieser Brand einen neuen Schub f√ľr die Bauaktivit√§t im Kreml: Am westlichen Abschnitt der Kremlmauer wurde ein gr√∂√üeres Grundst√ľck freigelegt, auf dem Peter alsbald den Bau eines Waffenlagers (oder, wie er es selber bezeichnete, eines ‚ÄěZeughauses‚Äú) verf√ľgte. So begann die Entstehung des heutigen Arsenalgeb√§udes, das zu den markantesten Kreml-Bauwerken des 18. Jahrhunderts z√§hlt. Der Bau ging allerdings aufgrund der durch den Gro√üen Nordischen Krieg bedingten finanziellen Schwierigkeiten nur langsam voran[25], so dass das Arsenal erst 1736 fertiggestellt werden konnte.

Unter Kaiserin Elisabeth wurde im Jahre 1753 auf dem Kremlgel√§nde, nahe dem s√ľdlichen Mauerabschnitt, eine neue Moskauer Residenz des russischen Zaren errichtet, die den unmittelbaren Vorg√§ngerbau des heutigen Gro√üen Kremlpalastes darstellt. 1787 entstand mit dem Senatspalast, dem heutigen Kern des Amtssitzes des russischen Pr√§sidenten, ein weiterer architektonisch reizvoller Bau im Kreml in der N√§he des Arsenals. Der Senatspalast war zugleich das einzige gr√∂√üere Bauprojekt im Moskauer Kreml, das unter Katharina II. ‚Äěder Gro√üen‚Äú verwirklicht wurde. Dar√ľber hinaus plante Katharina einen radikalen Umbau des Kremls samt Errichtung einer neuen Kaiserresidenz riesigen Ausma√ües, der eine Vielzahl alter Bauwerke weichen sollte. Zwar mussten die Pl√§ne in den 1770er-Jahren unter anderem wegen Geldmangels und heftiger Kritik verworfen werden[26], zu dieser Zeit hatte man jedoch bereits Teile der s√ľdlichen Kremlmauer in Vorbereitung auf den Bau abgetragen. W√§hrend diese Mauerabschnitte wenige Jahre sp√§ter wiederhergestellt wurden, verschwanden mehrere historische Geb√§ude im S√ľdteil des Kremls, die ebenfalls zuvor abgerissen wurden ‚Äď darunter das fr√ľhere Palais von Zar Boris Godunow ‚Äď endg√ľltig vom Stadtbild der Moskauer Zitadelle.

Der Kreml in den 1840er-Jahren: Links ist das alte Geb√§ude der R√ľstkammer zu sehen, im Hintergrund der Dreifaltigkeitsturm, rechts das Arsenal
Der Kreml in Moskau (1842) von No√ęl Marie Paymal Lerebours. Eine der ersten Fotoaufnahmen des Kremls.

1812 trug das Kremlensemble abermals erhebliche Zerst√∂rungen davon, als die gesamte Stadt Moskau w√§hrend des Russlandfeldzugs von Napoleon Bonaparte zeitweilig unter franz√∂sischer Besatzung stand. W√§hrend des Aufenthalts der Truppen Napol√©ons auf dem Kremlgel√§nde wurde eine Vielzahl von Kirchensch√§tzen geraubt oder besch√§digt, da die Soldaten die Kremlkathedralen als Kasernen oder Pferdest√§lle nutzten.[27] Noch schwerer traf es den Kreml, als die franz√∂sische Armee den R√ľckzug antreten musste: Aus Rache f√ľr seine Niederlage wollte Napol√©on den gesamten Kreml samt Befestigungsanlagen und anderen Architekturdenkm√§lern sprengen lassen. Das Gel√§nde wurde vermint, jedoch kam es unter anderem aufgrund des starken Regens und des erbitterten Widerstands der Anwohner nur stellenweise zu Explosionen.[28] Dennoch wurden mehrere Kremlt√ľrme stark besch√§digt, bei einigen von ihnen st√ľrzte das Zeltdach um, erhebliche Sch√§den gab es au√üerdem am Glockenturm Iwan der Gro√üe, dem Facettenpalast und dem erst k√ľrzlich nach einem Brand restaurierten Arsenalgeb√§ude. Die Wiederaufbauarbeiten am Kreml dauerten bis in die 1830er-Jahre hinein. Einen gro√üen Teil von ihnen leitete der Architekt Joseph Bov√©. Dabei gestaltete er auch die unmittelbare Umgebung des Kremls ganz neu: Das Flussbett der Neglinnaja wurde in einen unterirdischen Kanal verlegt, wo es sich bis heute befindet, und an seiner Stelle wurde entlang des Westabschnitts der Kremlmauer der Alexandergarten, eine langgestreckte √∂ffentliche Parkanlage mit Blumenbeeten und einer dekorativen Grotte, angelegt. Der Rote Platz wurde ebenfalls neu gestaltet, wobei der alte Alewis-Graben entlang der Kremlmauer zugunsten einer neuen Promenade zugesch√ľttet wurde.

Zum Abschluss der Wiederaufbauarbeiten im Kreml wurde schlie√ülich damit begonnen, eine neue Moskauer Residenz russischer Zaren zu errichten, und zwar genau dort, wo schon seit dem 14. Jahrhundert Gro√üf√ľrsten- und Zarengem√§cher standen, so zuletzt das 1812 ebenfalls stark besch√§digte Palais aus dem Jahr 1753. Zar Nikolaus I. beauftragte mit der Umsetzung den bekannten Stadtbaumeister Konstantin Thon, der in den Jahren 1844 bis 1851 eine neue klassizistische Kaiserresidenz errichtete, welche zusammen mit den bereits bestehenden Bauten des Facetten- und des Terem-Palastes das heutige Ensemble des Gro√üen Kremlpalastes bildet. Nahezu zeitgleich baute Thon linkerhand der neuen Zarenresidenz das stilistisch daran ankn√ľpfende neue Geb√§ude der R√ľstkammer, das mit dem Palast durch eine √ľberdachte Galerie verbunden wurde.

Die Projekte Konstantin Thons stellten die letzten gr√∂√üeren Bauaktivit√§ten im Kreml des 19. Jahrhunderts dar und gaben dem s√ľdlichen, zum Moskwa-Fluss hin gewandten Teil des Kremls bis auf einige feine Details die bis heute erhaltene Gestalt. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts war der Kreml mit seinen zwei Kl√∂stern ‚Äď dem Tschudow- und dem Himmelfahrtskloster ‚Äď vor allem eine der wichtigsten orthodoxen Pilgerst√§tten. Ungeachtet der Verlegung der Zarenreichshauptstadt nach Sankt Petersburg blieb der Kreml zudem auch im 18. und 19. Jahrhundert eines der Zentren der Staatsmacht, denn s√§mtliche bedeutenden Staatsakte ‚Äď darunter die feierlichen Zarenkr√∂nungszeremonien ‚Äď fanden nach wie vor auch im Moskauer Kreml statt. Dar√ľber hinaus stellte der Kreml noch zur Zarenzeit einen umfassenden Museumskomplex dar, dessen Besichtigung f√ľr jeden Moskau-Besucher als obligatorisch galt und der f√ľr die √Ėffentlichkeit denn auch nahezu uneingeschr√§nkt zug√§nglich war. Letzteres √§nderte sich allerdings nach 1917.

Der Kreml zur Sowjetzeit

Mit der Oktoberrevolution des Jahres 1917 war f√ľr Moskau nicht nur der entscheidende gesellschaftliche Umbruch und das Ende des Russischen Zarenreichs verbunden, sondern auch mehrt√§gige erbitterte K√§mpfe, unter denen insbesondere das Kremlensemble zu leiden hatte. Nachdem es antibolschewistischen Kr√§ften am 28. Oktober gelang, den Kreml zeitweilig wieder unter ihre Kontrolle zu bringen, belagerten Einheiten der Roten Garde die Festung und beschossen sie dauerhaft mit Artillerie. Bis der Kreml am 2. November endg√ľltig eingenommen werden konnte, trugen etliche Bauwerke sichtbare Sch√§den davon: So wurden mehrere Kremlt√ľrme ‚Äď darunter der Erl√∂serturm und seine Turmuhr ‚Äď teilweise stark besch√§digt, erhebliche Zerst√∂rungen gab es zudem am Komplex des Tschudow-Klosters und an der Mari√§-Entschlafens-Kathedrale. F√ľr die rund 250 damals gefallenen Rotgardisten[29][30] wurde nach dem Ende der K√§mpfe die sogenannte Revolutionsnekropole vor der √∂stlichen Kremlmauer am Roten Platz angelegt, wo sp√§ter auch andere prominente Revolution√§re und Staatsm√§nner der Sowjetunion beigesetzt wurden.

Die darauffolgenden Jahre markierten weitere einschneidende Ver√§nderungen in der Geschichte des Moskauer Kremls. Die neue sowjetrussische Regierung samt Revolutionsf√ľhrer Lenin zog in einer geheimen Nacht-und-Nebel-Aktion am 12. M√§rz 1918 von Sankt Petersburg (zu jenem Zeitpunkt Petrograd genannt) nach Moskau, da sich die neuen Machthaber hinter den Mauern des Kremls einen besseren Schutz vor m√∂glichen Aufst√§nden, Staatsstreichen oder ausl√§ndischen Interventionen erhofften. So erhielt Moskau nach zwei Jahrhunderten wieder den Hauptstadtstatus, den es bis heute besitzt. Mehrere Kremlgeb√§ude ‚Äď darunter der ehemalige Kommandantensitz am Lustpalast, die Kasernen im Arsenal und auch Teile des Gro√üen Kremlpalastes ‚Äď wurden als Wohnh√§user f√ľr Staatsm√§nner und ihre Angeh√∂rigen und Bediensteten genutzt. Auch Lenin lie√ü sich im Senatspalast des Kremls Arbeitsr√§ume und eine kleine Wohnung einrichten. Diese Wohnung mitsamt der Originalausstattung wurde nach Lenins Tod beibehalten und war noch bis in die 1990er-Jahre als Museum ge√∂ffnet.[31]

Die Erlöserkirche im Walde, die zuletzt vom Großen Kremlpalast umschlossen war (hier Aufnahme von 1882), wurde 1933 bei dessen Teilumbau abgerissen

Dem Kreml, der nunmehr wieder Sitz der Staatsmacht war, brachte der Einzug der Regierung nicht nur einen raschen Wiederaufbau der w√§hrend der Kampfhandlungen besch√§digten Bauwerke. Als hochgesicherte Residenz schloss der Kreml im Jahr 1927 seine Tore f√ľr die breite √Ėffentlichkeit und konnte seitdem nicht mehr ohne Passierschein betreten werden.[32] S√§mtliche im Kreml ans√§ssigen Geistlichen wurden im Laufe der 1920er-Jahre ebenfalls von dort vertrieben. Die beiden w√§hrend der K√§mpfe 1917 stark besch√§digten Kl√∂ster auf dem Kremlgel√§nde ‚Äď das Tschudow- und das Himmelfahrtskloster ‚Äď wurden im Rahmen der antireligi√∂sen Kampagne der Bolschewiki, der auch eine Vielzahl anderer Sakralbauten russlandweit zum Opfer fiel, zun√§chst geschlossen und 1929 schlie√ülich restlos abgerissen. Auf dem freigewordenen Grundst√ľck entstand bis 1934 das im neoklassizistischen Stil ausgef√ľhrte neue Geb√§ude der Milit√§rschule f√ľr Kommandeure der Roten Armee. Heute ist es als Verwaltungsgeb√§ude des Kremls (oder auch als Geb√§ude 14) bekannt und ist ein Teil des Pr√§sidentensitzes innerhalb des Kremls.

Unter Lenins Nachfolger Josef Stalin, der sich im Senatspalast des Kremls ebenfalls eine Wohnung einrichten lie√ü, wurden weitere Abrisse und architektonisch nicht immer gelungene Umbauten an alten Bauwerken vorgenommen. 1933 wurde der Gro√üe Kremlpalast als Tagungsort hergerichtet, wozu eines der √§ltesten bis dahin erhaltenen Kremlbauwerke ‚Äď die benachbarte Erl√∂ser-Kirche im Walde aus den 1330er-Jahren ‚Äď abgerissen sowie innerhalb des Palastes zwei historische Parades√§le zu einem gro√üen Sitzungssaal zusammengelegt wurden. Von 1935 bis 1937 entfernte man schlie√ülich von den Spitzen der vier Durchfahrtst√ľrme des Kremls die vergoldeten Doppeladler aus der Zarenzeit und ersetzte sie durch Sowjetsterne aus rotem Rubinglas, die die neue Ideologie und den Sieg der sozialistischen Revolution symbolisieren sollten. Auch an der Spitze des weithin sichtbaren Wasserzugturms an der s√ľdwestlichen Ecke der Kremlmauer wurde 1937 ein solcher Stern aufgesetzt.

W√§hrend der Schlacht um Moskau im Zweiten Weltkrieg und den damals h√§ufigen Luftangriffen auf Moskau blieben die Sch√§den am Kreml vergleichsweise gering, da die Festung durch Geb√§udetarnung und zus√§tzliche Flugabwehranlagen gut gesichert war. Die beweglichen Sch√§tze, darunter Exponate aus der R√ľstkammer, wurden schon vor Beginn der Kriegshandlungen vorsorglich ins sowjetische Hinterland evakuiert. Vereinzelt kam es dennoch zu Sach- und Personensch√§den: So traf am 12. August 1941 eine Bombe das Arsenal und t√∂tete dabei 20 Soldaten, und beim Bombardement am 29. Oktober des gleichen Jahres gab es im Kreml 41 Tote und √ľber 100 Verletzte.[32]

Panorama des Kremls (1968)

Nach Stalins Tod lie√ü sein vergleichsweise liberaler Nachfolger Nikita Chruschtschow die Besuchsordnung des Kremls wieder lockern: Von 1955 an durfte das Ensemble innerhalb der Kremlmauern wieder von der √Ėffentlichkeit kostenlos betreten und besichtigt werden. Auch wurden bis 1961 die letzten noch verbliebenen Dienstwohnungen auf dem Kremlterritorium aufgel√∂st.[33] Gro√üe Teile des Ensembles wurden als Museum hergerichtet, auf dessen Basis der Kreml drei Jahrzehnte sp√§ter den h√∂chstm√∂glichen russischen Denkmalschutzstatus eines Staatlichen Museumsreservats erhielt.[34]

Mit dem Kongresspalast des Moskauer Kremls, heute als Staatlicher Kremlpalast bekannt, entstand in der Regierungszeit Chruschtschows auch das bisher j√ľngste Geb√§ude auf dem Kremlgel√§nde. Es ersetzte den Gro√üen Kremlpalast als zentraler Tagungsort der KPdSU und wird heute vorwiegend f√ľr kulturelle Veranstaltungen genutzt. Seit der Fertigstellung des Kongresspalastes im Jahre 1961 wurde auf dem Kremlgel√§nde nichts mehr neu gebaut, lediglich Restaurierungsarbeiten an bestehenden Bauwerken wurden noch durchgef√ľhrt, so in den 1970er-Jahren im Vorfeld der in Moskau ausgetragenen XXII. Olympischen Spiele.

Vom Ende des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart

Mit der √Ėffnung der Sowjetunion w√§hrend der Perestroika-Zeit der sp√§ten 1980er-Jahre stieg die Bedeutung des Kremls als wichtige Sehensw√ľrdigkeit des Landes zunehmend auch f√ľr ausl√§ndische Besucher. Trotz der durch die Bau- und Abrissaktionen des 20. Jahrhunderts verursachten und meist nicht wieder wettzumachenden Sch√§den an der Substanz des historischen Ensembles wurde der Kreml ‚Äď zusammen mit dem benachbarten Roten Platz ‚Äď daher das erste Bauwerk auf russischem Staatsgebiet, das von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen wurde. Die Aufnahme erfolgte im Dezember 1990 auf Basis einer Empfehlung des International Council on Monuments and Sites (ICOMOS) aus dem Vorjahr.[35] Als nationales Kulturerbe steht der Kreml zusammen mit anderen als solches anerkannten Objekten gem√§√ü dem 2002 verabschiedeten Gesetz √ľber Objekte des Kulturerbes der V√∂lker Russlands[36] unter besonderem Schutz.

Der Geheimgangsgarten im s√ľdlichen Teil des Kremls wird in j√ľngster Zeit als Landschaftsgarten hergerichtet. Der schmuck dekorierte Springbrunnen im Garten wurde im Mai 2008[37] eingeweiht

In den 1990er- und 2000er-Jahren erfolgten im Kreml weitere Restaurierungsarbeiten, die eine Erhaltung der historischen Substanz als Freilichtmuseum zum Ziel hatten. Einige aus der Sowjetzeit stammenden Eingriffe in das Ensemble wurden wieder r√ľckg√§ngig gemacht, so richtete man beispielsweise im Gro√üen Kremlpalast die beiden in den 1930er-Jahren entwidmeten Parades√§le originalgetreu wieder her. Auch wenn der Kreml als Pr√§sidentenresidenz gegenw√§rtig nur stellenweise √∂ffentlich zug√§nglich ist, bleibt er als √§ltester Teil Moskaus unangefochten dessen wichtigste Touristenattraktion mit j√§hrlich rund zwei Millionen Besuchern.[38]

Auch im geistlichen Leben Moskaus spielt der Kreml gegenw√§rtig wieder eine gewisse Rolle, wenngleich er heute nicht mehr, wie es vor der Oktoberrevolution der Fall war, als Pilgerst√§tte orthodoxer Gl√§ubiger gilt. Die vier wichtigsten erhaltenen Kirchenbauten des Kremls ‚Äď die Mari√§-Entschlafens-, die Erzengel-Michael- und die Mari√§-Verk√ľndigungs-Kathedrale sowie die Mari√§-Gewandniederlegungs-Kirche ‚Äď wurden Anfang der 1990er-Jahre dem Moskauer Patriarchat der russisch-orthodoxen Kirche zur√ľckgegeben und dienen heute nicht mehr ausschlie√ülich als Museen, sondern auch als Gottesh√§user, in denen an bestimmten kirchlichen Festtagen feierliche Liturgien sowie Gottesdienste mit Beteiligung des Moskauer Patriarchen und oft auch hoher Regierungsmitglieder stattfinden.

Architektur

Neben den Befestigungsanlagen aus dem sp√§ten 15. Jahrhundert besteht das heutige architektonische Ensemble des Moskauer Kremls aus 15 einzelstehenden Geb√§uden, die entweder Teil der Residenz des russischen Pr√§sidenten sind (Senatspalast, Verwaltungsgeb√§ude, Gro√üer Kremlpalast), der Kommandantur bzw. der Garnison des Kremls geh√∂ren (Arsenal, Lustpalast) oder aber Museumsstatus besitzen und daher f√ľr Touristen zug√§nglich sind (alle f√ľnf Sakralbauten, Patriarchenpalast, R√ľstkammer).

Mauer und T√ľrme

Kremlmauer an ihrem Westabschnitt

Das etwa dreieckige Gel√§nde des heutigen Moskauer Kremls, der in seiner Ausdehnung dem unter Gro√üf√ľrst Iwan III. Ende des 15. Jahrhunderts errichteten Kreml entspricht, wird von einer Mauer aus rotem Backstein umgeben. Auf ihrem gesamten Verlauf wird diese Mauer von 19 an sie an- oder in sie eingebauten T√ľrmen erg√§nzt, von denen 18 T√ľrme sowie die Mauer selbst ebenfalls unter Iwan III. zwischen 1485 und 1499 erbaut wurden. Der Befestigungskomplex des Kremls beinhaltete bei seinem Bau dar√ľber hinaus noch einen im 19. Jahrhundert zugesch√ľtteten k√ľnstlichen Wassergraben entlang des Roten Platzes sowie mehrere hochklappbare h√∂lzerne Br√ľcken, die entweder √ľber diesen Graben oder √ľber den Neglinnaja-Fluss zu den √ľber Durchgangstore verf√ľgenden T√ľrmen f√ľhrten. Von diesem Teil der Befestigung ist heute jedoch einzig der au√üerhalb der Kremlmauer stehende Kutafja-Turm sowie eine backsteinerne Bogenbr√ľcke, die ihn mit dem Dreifaltigkeitsturm in der Kremlmauer verbindet, erhalten geblieben.

Charakteristisch f√ľr die heute f√ľr Touristen nicht begehbare Kremlmauer sind ihre dicht beieinander angeordneten, ann√§hernd zahnf√∂rmigen Spitzen an der Au√üenseite. Diese jeweils gut zwei Meter hohen architektonischen Elemente der Mauer dienten urspr√ľnglich der Aufstellung von Artilleriegesch√ľtzen f√ľr den Fall einer Verteidigung des Kremls von innen. Hinter den Spitzen verl√§uft, von au√üen unsichtbar, auf der gesamten Mauer eine bis zu 4,5 Meter breite offene Galerie, von der aus es theoretisch m√∂glich ist, √ľber Treppen ins Innere eines jeden Turms zu gelangen.

Erlöserturm

Von den 18 im Zeitraum von 1485 bis 1499 erbauten Wacht√ľrmen an der Mauer lassen sich zum einen die vier heute noch √ľber ein Durchgangstor verf√ľgenden T√ľrme und zum anderen die drei Eckt√ľrme, an denen die Mauer jeweils einen Knick macht, besonders hervorheben. Bei den ersteren handelt es sich um den Borowizki-, den Dreifaltigkeits-, den Nikolaus- und den Erl√∂serturm, die drei Eckt√ľrme sind der Wasserzugturm, der Arsenal-Eckturm und der Beklemischew-Turm. Da die Durchfahrtst√ľrme des Kremls traditionell als die repr√§sentativsten in seinem Ensemble angesehen wurden, wurden sie im 17. Jahrhundert an ihren Spitzen zus√§tzlich jeweils mit einem das Zarenreich symbolisierenden vergoldeten Doppeladler geschm√ľckt. Von 1935 bis 1937, zur Zeit der Sowjetunion, wurden diese Doppeladler auf Gehei√ü der bolschewistischen Machthaber durch rotgl√§serne, von innen beleuchtete Sowjetsterne ersetzt, die diese vier T√ľrme sowie zus√§tzlich den Wasserzugturm bis heute zieren. Von den vier Durchgangst√ľrmen gilt der sich am Mauerst√ľck vor dem Roten Platz erhebende Erl√∂serturm als der bekannteste: Sein Tor diente noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts als der wichtigste Kremleingang, den unter anderem auch die Zaren bei Staatsakten und Feierlichkeiten passierten. Seit 1709 wird das Oberteil dieses Turms durch eine repr√§sentative Turmuhr mit einem urspr√ľnglich niederl√§ndischen, sehr aufw√§ndigen Uhrwerk und einem bis heute aktiven Glockenspiel geschm√ľckt. Der etwas weiter n√∂rdlich am Roten Platz stehende Nikolausturm ist vor allem durch seine gotisch anmutende, mit zahlreichen wei√üsteinernen Ornamenten ausgeschm√ľckte Spitze bekannt. Diese beiden T√ľrme wurden urspr√ľnglich vom Italiener Pietro Antonio Solari errichtet und erfuhren in ihrer Geschichte mehrere gr√∂√üere Umbauten (so wurde die gotische Spitze des Nikolausturms erst im Jahre 1806 aufgestellt). √úber den Dreifaltigkeitsturm am Westabschnitt der Kremlmauer treten heute die meisten Touristen in den Kreml ein und gehen nach einem Kreml-Rundgang durch das Tor des s√ľdlicher stehenden Borowizki-Turms wieder raus.

Wasserzugturm

Die Hauptbesonderheit der drei Eckt√ľrme besteht darin, dass ihre Basis einen (ann√§hernd) kreisf√∂rmigen Grundriss hat, w√§hrend sie bei allen anderen T√ľrmen rechteckig ist. Bedingt durch ihre Lage spielten die Eckt√ľrme bei der Verteidigung der Festung stets eine sehr wichtige Rolle, was an ihren zum Positionieren von Artilleriel√§ufen gedachten Schie√üscharten in der Basis gut zu erkennen ist. Ebenso spielten sie einst eine entscheidende Rolle bei der Trinkwasserversorgung der Zitadelle: Im Arsenal-Mittelturm und im Beklemischew-Turm gab es Brunnen zur Grundwasserentnahme, und im Wasserzugturm an der s√ľdwestlichsten Ecke des Kremls entstand 1633 eine mechanische Aufbereitungsanlage f√ľr Wasser aus der Moskwa, die dem Turm auch seinen bis heute bestehenden Namen gab.

Von den √ľbrigen Kremlt√ľrmen weisen die meisten nach dem Ende des 17. Jahrhunderts erfolgten Umbau der Befestigungsanlage eine √§hnliche Struktur auf: Auf eine rechteckige Basis folgt ein dekoratives Oberteil mit einer oft mit dunkelgr√ľnen Dachziegeln ausgeschm√ľckten Zeltdachkonstruktion. Hier ist unter anderem der am Moskwa-Ufer stehende Geheimgangsturm zu erw√§hnen, der 1485 erbaut wurde und damit der √§lteste aller 20 Kremlt√ľrme ist. Dort befand sich anfangs ein geheimer unterirdischer Gang zum Flussufer, wovon auch der Name des Turms abstammt. Der Sturmgel√§utturm am s√ľd√∂stlichen Mauerabschnitt hat seinen Namen einer Alarmglocke zu verdanken, die bis zum 18. Jahrhundert am Turm hing und stets in Gefahrensituationen bet√§tigt wurde, um die Moskowiter zu warnen. Mehrere kleinere Kremlt√ľrme wurden erst im 18. oder 19. Jahrhundert nach in ihrer N√§he entstandenen Bauwerken auf dem Kremlterritorium benannt, so der R√ľstkammerturm (nach der Kreml-R√ľstkammer) oder der Senatsturm (nach dem Senatspalast).

Als einziger nach dem 15. Jahrhundert entstandener Kremlturm ist der sehr kleine Zarenturm zu nennen, der sich wenige Meter s√ľdlich des Erl√∂serturms befindet. Er wurde erst 1680 ausschlie√ülich f√ľr dekorative Zwecke aufgestellt und ist ‚Äď typisch f√ľr Werke altrussischer Baukunst ‚Äď reichlich mit kunstvoll geformten Ornamenten und anderen auff√§lligen Details ausgeschm√ľckt.

Einzelstehende Sakralbauten

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Mariä-Entschlafens-Kathedrale

Von den drei Kathedralen, die das architektonische Ensemble des Kathedralenplatzes in der Mitte des Kremlgel√§ndes pr√§gen, stellt die Mari√§-Entschlafens- oder, auf Russisch, die Uspenski-Kathedrale, die √§lteste dar. Sie wurde 1475‚Äď79 errichtet und ist das √§lteste vollst√§ndig erhaltene Bauwerk in Moskau und damit auch unter allen Kremlbauten.[39]

Ihr erster bekannter Vorg√§ngerbau entstand in den Jahren 1326‚Äď27, kurz vor dem Bau des neuen h√∂lzernen Kremls unter Gro√üf√ľrst Iwan I. Nach Fertigstellung diente die Kathedrale als Hauskirche des Metropoliten von Moskau, der sich im gleichzeitig erbauten Vorg√§nger des sp√§teren Patriarchenpalastes niederlie√ü. Bis 1472 wurde die inzwischen bauf√§llig gewordene Kathedrale abgetragen und daraufhin an ihrer Stelle ein Neubau errichtet. Dieser st√ľrzte jedoch im Mai 1474, noch vor Fertigstellung ‚Äď m√∂glicherweise durch ein Erdbeben, anderen Hypothesen zufolge wegen baulicher M√§ngel[40] ‚Äď in sich zusammen. F√ľr einen neuen Anlauf verpflichtete der damalige Gro√üf√ľrst Iwan III., der einige Jahre sp√§ter denn auch die Mauer und T√ľrme der Festung durch italienische Meister neu errichten lie√ü, den Bologneser Renaissance-Architekten Aristotile Fioravanti. Dieser f√ľhrte den Bau von 1475 bis zur Weihe am 15. August 1479 durch und orientierte sich dabei deutlich an der bereits bestehenden gleichnamigen Kathedrale in der alten Metropolitenresidenz Wladimir, mit der Fioravantis Kathedrale vor allem ihre schlichte rechteckige Struktur und den f√ľnfkuppeligen Abschluss gemein hat. In einzelnen Elementen, so beispielsweise den Fassadenpilastern in toskanischer Ordnung, kn√ľpfte Fioravanti aber auch an die Renaissance-Architektur an. Die Bemalung der Innenr√§umlichkeiten der Kathedrale dauerte noch bis ins 16. Jahrhundert hinein.

Von ihrer Fertigstellung bis zur Verlegung der Hauptstadt nach Petersburg galt die Mari√§-Entschlafens-Kathedrale als Hofkirche der Moskauer Gro√üf√ľrsten und sp√§ter der russischen Zaren. Insbesondere fanden hier ‚Äď auch nach der Verlegung der Hauptstadt ‚Äď Zeremonien im Rahmen der Kr√∂nungsfeiern der Zaren statt. Von 1589 bis 1721, also w√§hrend des Bestehens des Patriarchenamts in der russisch-orthodoxen Kirche, wurden hier alle Moskauer Patriarchen geweiht und fast alle auch beigesetzt. Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert wurde das Gotteshaus bei Br√§nden und milit√§rischen Invasionen mehrmals besch√§digt und immer wieder restauriert. Mit dem Aufkommen der Sowjetmacht wurde die Kathedrale f√ľr Gottesdienste geschlossen und war bis 1955, wie auch der gesamte Kreml, f√ľr die √Ėffentlichkeit unzug√§nglich. Danach wurde sie als Museum wiederer√∂ffnet. Seit den 1990er-Jahren finden in ihr an bestimmten Tagen auch wieder Gottesdienste statt.

Gro√üe Teile der urspr√ľnglichen Sch√§tze und Kunstwerke der Kathedrale befinden sich heute in der R√ľstkammer des Kremls und auch in der Moskauer Tretjakow-Galerie. Ganz oder teilweise im Original erhalten sind die zahlreichen Wand- und Gew√∂lbefresken aus dem Zeitraum vom 15. bis zum 17. Jahrhundert, die Ikonostase aus dem Jahr 1547, Ikonen, von denen die √§lteste aus dem 12. Jahrhundert stammt, ferner der 1551 f√ľr Iwan IV. ‚Äěden Schrecklichen‚Äú hergestellte Monomachsthron aus kunstvoll geschnitztem Linden- und Nussholz. Entlang der W√§nde befinden sich Gr√ľfte und Reliquienschreine fast aller Moskauer Patriarchen bis zum Anfang des 18. Jahrhunderts.

Erzengel-Michael-Kathedrale

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Erzengel-Michael-Kathedrale

Die Erzengel-Michael-Kathedrale an der S√ľdostseite des Kathedralenplatzes ist vor allem dadurch bekannt, dass dort vom 14. bis zum 17. Jahrhundert die Moskauer Gro√üf√ľrsten und die russischen Zaren beigesetzt wurden. Das dem als Schutzpatron russischer Herrscher verehrten Erzengel Michael geweihte Gotteshaus entstand in den Jahren 1505‚Äď08 an der Stelle einer gleichnamigen Kirche aus dem Jahr 1333. Wie die Mari√§-Entschlafens-Kathedrale wurde auch die Erzengel-Michael-Kathedrale durch einen italienischen Bauschaffenden, in diesem Fall den Mail√§nder Aloisio Lamberti da Montagnana, errichtet. Gr√∂√üere nachtr√§gliche Um- und Ausbauten an der Kathedrale gab es im sp√§teren 16. Jahrhundert, als an die Ostfassade zwei Apsiden angebaut wurden, sowie im 18. Jahrhundert, als das nahe dem Abhang zum Moskwa-Ufer stehende Geb√§ude zus√§tzlich gest√ľtzt werden musste damit es nicht abrutschte.

Der architektonische Stil der Kathedrale gilt als eine Mischung aus traditioneller altrussischer Sakralbaukunst und Elementen der italienischen Renaissance: F√ľr russische Kathedralen typisch und u. a. an die Mari√§-Entschlafens-Kathedrale angelehnt ist vor allem die symmetrische F√ľnfkuppelkonstruktion und die halbkreisf√∂rmigen Fassadenabschl√ľsse (sogenannte Sakomary), w√§hrend die Dekoration der Fassaden ‚Äď darunter die nach Muscheln stilisierten Ornamente in den oberen Bogennischen ‚Äď zu den f√ľr die Renaissance typischen Details z√§hlt. Die beiden reichlich mit Pflanzenornamenten versehenen Eingangsportale lehnte Montagnana ebenfalls an die Architektur seines Heimatlandes an.

Im Inneren der Kathedrale, dessen gr√∂√üten Teil der einst√∂ckige Altarraum und die ehemalige Sakristei einnehmen, fallen Wand- und Gew√∂lbefresken aus dem 17. Jahrhundert auf, von denen mehrere dem f√ľr die Kirche namensgebenden Erzengel Michael gewidmet sind. Die vierrangige Ikonostase mit der vergoldeten Zarenpforte in der Mitte stammt ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert. Besonders bekannt sind aber die insgesamt rund 50 durch gro√üe ornamentierte Gedenksteine markierten Begr√§bnisse von Gro√üf√ľrsten, Lehnf√ľrsten, Zaren und deren n√§chsten Angeh√∂rigen, die sich √ľber den ganzen Innenraum der Kathedrale verteilen. Hier fanden alle Moskauer Gro√üf√ľrsten seit Iwan Kalita (‚Ć 1341) und nachfolgend alle Zaren vor Peter I. ‚Äědem Gro√üen‚Äú (mit Ausnahme von Boris Godunow) ihre letzte Ruhest√§tte. Die russischen Zaren ab Peter dem Gro√üen wurden ‚Äď mit Ausnahme von Peter II., der ebenfalls in der Erzengel-Michael-Kathedrale ruht ‚Äď allesamt in Sankt Petersburg in der dortigen Peter-und-Paul-Kathedrale beigesetzt.

Mari√§-Verk√ľndigungs-Kathedrale

Mari√§-Verk√ľndigungs-Kathedrale

Einen weiteren historischen Kirchenbau auf dem Kathedralenplatz des Kremls stellt die Mari√§-Verk√ľndigungs-Kathedrale dar. Man findet sie an der s√ľdwestlichen Ecke des Platzes, in der N√§he der Borowizki-Stra√üe und unmittelbar an den Gro√üen Kremlpalast angrenzend.

Um 1291 entstand an der gleichen Stelle vermutlich erstmals eine Holzkirche[41], die dem orthodoxen Fest der Mari√§ Verk√ľndigung geweiht wurde. Im 14. Jahrhundert brannte sie ab und wurde durch eine steinerne Kirche ersetzt, die wiederum gegen Ende des 15. Jahrhunderts abgetragen wurde. Daraufhin begannen aus der russischen Stadt Pskow eingeladene Kirchenbaumeister mit der Errichtung der heutigen Kathedrale, die 1489 abgeschlossen wurde. Da sich schon damals in unmittelbarer N√§he des Gotteshauses, an Stelle des heutigen Gro√üen Kremlpalastes, Gem√§cher der Moskauer Gro√üf√ľrsten befanden, nutzten Letztere die Verk√ľndigungskathedrale als ihre Hauskirche und lie√üen dazu eine √úbergangsgalerie vom Palais direkt in die Kathedrale errichten. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde das Gotteshaus auf Gehei√ü Iwan des Schrecklichen, des ersten gekr√∂nten russischen Zaren, erheblich ausgebaut. Noch bis zum Bau des Terem-Palastes in den Jahren 1635‚Äď1636 diente die Mari√§-Verk√ľndigungs-Kathedrale den Zaren als Hauskirche.

Im 18., 19. und 20. Jahrhundert musste die Kathedrale erneut mehrfach umgebaut oder restauriert werden, da sie bei Br√§nden und Kampfhandlungen immer wieder in Mitleidenschaft gezogen wurde. Heute ist sie, wie die anderen beiden Kreml-Kathedralen, vorrangig ein Museum; Gottesdienste finden vereinzelt aber auch statt, so am Feiertag der Mari√§ Verk√ľndigung.

Die an ihren Fassaden wei√ü verkleidete Kirche hat heute neun Zwiebelt√ľrme (urspr√ľnglich waren es nur drei). An die S√ľdfassade ist ein Aufgang angebaut, der in den 1570er-Jahren auf Wunsch Iwan des Schrecklichen entstand. Betreten werden kann die Kathedrale gegenw√§rtig aber nur durch den Aufgang an der Ostseite. Der Innenraum ist in Seitengalerien sowie den Hauptaltarraum unterteilt, die voneinander durch kunstvoll ornamentierte Portale getrennt sind. Im Altarraum z√§hlt die f√ľnfrangige Ikonostase zu den Hauptsehensw√ľrdigkeiten; an ihr sind auch bekannten Malern wie Andrei Rubljow oder Theophanes dem Griechen zugeschriebene Ikonen ausgestellt. Sowohl der Altarraum als auch die Galerien sind ausgiebig mit Wand- und Gew√∂lbefresken aus dem fr√ľhen 16. Jahrhundert ausgeschm√ľckt.

Mariä-Gewandniederlegungs-Kirche

Gewandniederlegungskirche

Die Mari√§-Gewandniederlegungs-Kirche, die kleinste der vier Kirchen auf dem Kathedralenplatz, steht an dessen Westseite und in unmittelbarer N√§he zum Facettenpalast, zu den ehemaligen Hauskirchen des Terem-Palastes, zur Mari√§-Entschlafens-Kathedrale sowie zum Patriarchenpalast. Genau wie die Mari√§-Verk√ľndigungs-Kathedrale wurde diese Kirche von einheimischen Bauschaffenden aus Pskow und ungef√§hr zur gleichen Zeit (n√§mlich im Jahr 1486) errichtet. Sie weist eine simple, im Vergleich zu den benachbarten Kathedralen √ľberaus schlanke Gestalt auf und wird oben von einem einzigen, mit einer helmf√∂rmigen vergoldeten Kuppel gekr√∂nten Kirchturm abgeschlossen.

Errichtet wurde die Kirche zum Gedenken an einen √ľberraschend schnellen R√ľckzug tatarischer Angreifer bei deren Belagerung des Kremls im Juli 1451. Da dieses Ereignis zeitlich mit dem orthodoxen Kirchenfest der Gewandniederlegung der Mutter Jesu zusammenfiel, weihte man das Gotteshaus diesem Fest. Nach Fertigstellung diente die Kirche eine Zeit lang als Hauskirche der Moskauer Metropoliten und Patriarchen, bis sie in dieser Funktion von der Zw√∂lf-Apostel-Kathedrale im neu errichteten benachbarten Patriarchenpalast abgel√∂st wurde. Danach nutzten sie bis zum Umzug des Zarenhofes nach Sankt Petersburg Mitglieder der Zarenfamilie, die im benachbarten Terem-Palast zu Hause waren, als Gebetshaus.

Heute finden in der Gewandniederlegungskirche einmal im Jahr, am namensgebenden Feiertag der Gottesmutter-Gewandniederlegung, Gottesdienste statt. Ansonsten hat die Kirche fast nur als Museum Bedeutung: In ihren Innenr√§umen sind vor allem die vielen Fresken mit Gottesmutter Maria gewidmeten Motiven sowie die vierrangige Ikonostase sehenswert. Dar√ľber hinaus befindet sich dort eine Exposition von Gegenst√§nden russisch-orthodoxer dekorativer Holzschnitzkunst aus dem Zeitraum vom 14. bis zum 17. Jahrhundert.

Glockenturm Iwan der Große

→ Hauptartikel: Glockenturm Iwan der Große
Glockenturm Iwan der Große

Der Glockenturm Iwan der Gro√üe schlie√üt den Kathedralenplatz von der Ostseite ab und trennt ihn zugleich vom Iwanplatz. Mit 81 Metern ist er das h√∂chste Geb√§ude im Ensemble des Kremls. Er wird bis heute als Glockenturm f√ľr die drei Kathedralen des Kremls, die selbst keine Glockenst√ľhle haben, verwendet.

1329 entstand ungef√§hr an der Stelle des heutigen Turms die kleine Kirche des Heiligen Johannes Klimakos (auf Russisch Iwan (Lestwitschnik), daher die sp√§tere Bezeichnung des Glockenturms und auch des Iwanplatzes, auf dem die Kirche stand). Sie existierte bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, als sie, inzwischen bauf√§llig, abgetragen wurde. Gleichzeitig lie√ü Gro√üf√ľrst Iwan III., unter dem der Kreml zu gro√üen Teilen seine heutige Gestalt erhielt, den Glockenturm in den Jahren 1505‚Äď08 von einem unbekannten italienischen Architekten bauen. Nach Fertigstellung wurde in dessen Basisteil der Altar der alten Johannes-Kirche (heute entwidmet) untergebracht. Anfangs nur etwa 60 Meter hoch, erhielt der Turm seine heutige Gestalt im Jahr 1600, als der oberste der drei R√§nge auf Anweisung von Zar Boris Godunow auf die heutige H√∂he aufgestockt wurde. Auch die beiden an den Turm n√∂rdlich anliegenden Bauten entstanden nachtr√§glich: Das ebenfalls von einem Zwiebelturm gekr√∂nte Uspenski-Glockengest√ľhl wurde 1531‚Äď43 anfangs als Kirche erbaut, und der angrenzende Philaret-Anbau mit seinem originellen gotisch ornamentierten Zeltdach stammt urspr√ľnglich aus dem Jahr 1624. Beide Anbauten wurden im Krieg gegen Napol√©on von 1812 vollst√§ndig zerst√∂rt und noch in der ersten H√§lfte des 19. Jahrhunderts weitgehend originalgetreu wiederhergestellt.

Sowohl der 1508 erbaute Glockenturm als auch seine beiden Anbauten beherbergen eine Vielzahl von Glocken unterschiedlicher Gr√∂√üen und Lauteigenschaften. Ihre Gesamtzahl betr√§gt heute 22; die vier gr√∂√üten Glocken h√§ngen in den beiden Anbauten, darunter die 65,5 Tonnen schwere Uspenski-Glocke, die nur an bestimmten Kirchenfeiertagen bet√§tigt wird, und die Reut mit einem Gewicht von 19,6 Tonnen, f√ľr die ein besonders tieft√∂niger Laut charakteristisch ist.[42] Alle 22 Glocken stammen aus dem Zeitraum vom 16. bis zum 19. Jahrhundert; einige von ihnen (darunter auch die Uspenski-Glocke) wurden im Laufe der Zeit einmal oder gar mehrmals eingeschmolzen und neu gegossen.

Paläste und Museen

Großer Kremlpalast einschl. Facetten- und Terem-Palast

→ Hauptartikel: Großer Kremlpalast
S√ľdfassade des Gro√üen Kremlpalastes

Bei dem Gro√üen Kremlpalast handelt es sich um einen Komplex aus mehreren repr√§sentativen Profanbauten, die in verschiedenen Jahrhunderten entstanden und allesamt als Wohn- und/oder Empfangsort f√ľr russische Gro√üf√ľrsten bzw. Zaren dienten. Noch lange vor der Fertigstellung des Komplexes im 19. Jahrhundert standen an dessen Stelle zuerst h√∂lzerne und sp√§ter steinerne Gem√§cher der Kremlherren.

Der zentrale Bestandteil des Komplexes ist der in den Jahren 1838‚Äď1849 erbaute klassizistische Kaiserpalast. Er steht fast unmittelbar am Abhang zur Moskwa hin und ist daher besonders gut aus s√ľdlicher Richtung sichtbar, beispielsweise vom gegen√ľberliegenden Flussufer aus. Erbaut nach einem Entwurf des bekannten Moskauer Architekten Konstantin Thon im Auftrag des damaligen Zaren Nikolaus I., diente der Palast bis 1917 als Wohn- und Arbeitsresidenz f√ľr den Zaren, seine Familie und die Gefolgschaft w√§hrend ihrer Aufenthalte in Moskau. Da der Palast aber auch repr√§sentative Zwecke zu erf√ľllen hatte und in dieser Funktion beispielsweise als Austragungsort feierlicher Empfangszeremonien genutzt wurde, wurde er in seinem Inneren mit √§u√üerst prunkvollen Parades√§len ausgestattet, die heute als Hauptsehensw√ľrdigkeit des Palastes gelten. Diese f√ľnf im Erd- und im Obergeschoss gelegenen S√§le wurden nach den h√∂chsten Staatsauszeichnungen des Russischen Zarenreichs benannt, ihre Einrichtung und Ausstattung unterscheidet sich wesentlich voneinander und hat jeweils einen eigenen thematischen Schwerpunkt. Der bekannteste der f√ľnf Parades√§le ist der Georgssaal, der seinen Namen dem russischen Georgskreuz verdankt und in dem bis heute Tr√§ger hoher Staatsauszeichnungen geehrt werden.

Als sehr prachtvoll gelten dar√ľber hinaus die ehemaligen R√§umlichkeiten des Zaren und seiner Familie im Erdgeschoss des Palastes. Je nach ihrer urspr√ľnglichen Bestimmung sind sie in verschiedenen Stilen m√∂bliert und √§hnlich den Parades√§len gro√üz√ľgig mit Erzeugnissen dekorativer und angewandter Kunst ausgeschm√ľckt.

Terem-Palast

Vom Erdgeschoss des Thonschen Kaiserpalastes kann direkt in die beiden anderen Geb√§ude des Gro√üen Kremlpalastes √ľbergegangen werden, da der im 19. Jahrhundert entstandene Palast eng an den bestehenden Teil des Komplexes angebaut wurde, so dass die Sicht auf die alten Geb√§ude dadurch teilweise verdeckt wird. Besonders stark ist dies beim Terem-Palast ausgepr√§gt, der im 19. Jahrhundert nahezu komplett hinter dem gro√üen Zarenpalast verschwand. Er wurde in den Jahren 1635‚Äď1636 erbaut und stand urspr√ľnglich neben noch √§lteren Zarengem√§chern, die im 18. Jahrhundert abgerissen wurden.

Die √§u√üere Architektur des Terem-Palastes unterscheidet sich sehr stark von der des Thonschen Palastes aus dem 19. Jahrhundert: W√§hrend dieser mit seiner streng symmetrischen, einem Verwaltungsbau √§hnelnden Struktur eher monoton wirkt, stellt der feierlich dekorierte Terem-Palast ein repr√§sentatives Beispiel f√ľr die einheimische Baukunst des 16. und 17. Jahrhunderts dar. Auff√§llig an dem f√ľnfst√∂ckigen Bau sind sowohl seine mit reichhaltigen Schnitzornamenten ausgeschm√ľckten Fenstereinfassungen als auch das in Schachbrettmuster ausgef√ľhrtes Zeltdach.

Von seiner Fertigstellung bis zum Ende des 17. Jahrhunderts diente der Terem-Palast, der auf Initiative des Zaren Michael I. erbaut wurde, ihm und einigen seiner Nachfolger als Wohnresidenz. Aus diesem Grund verf√ľgt der Palast in seinem Inneren √ľber eine Vielzahl kunstvoll ausgestatteter R√§umlichkeiten, von denen einige auch als repr√§sentative Empfangs- und Sitzungsr√§ume genutzt wurden. Sehenswert sind beispielsweise das ehemalige Schlafzimmer des Zaren, das Arbeitskabinett oder die als Terem oder Teremchen bekannte R√§umlichkeit direkt unter dem Zeltdach. An den W√§nden und Gew√∂lben dieser Zimmer sind reichhaltige Malereien und Pflanzenornamente zu sehen, bei denen es sich allerdings nicht um Originalarbeiten aus dem 17. Jahrhundert sondern um deren Nachstellungen aus den 1870er-Jahren handelt.

Ebenfalls zum Terem-Palast und somit zum Komplex des Gro√üen Kremlpalastes geh√∂ren die f√ľnf kleinen Kirchen, die heute nicht mehr als Gottesh√§user gewidmet sind. Sie dienten einigen Mitgliedern der Zarenfamilie zu der Zeit, als diese den Terem-Palast bewohnte, als Hauskirchen. Von au√üen sind diese Kirchen durch ihre insgesamt elf Zwiebelt√ľrmchen mit vergoldeten Kuppeln an der √§u√üersten Westseite des Kathedralenplatzes, links neben der Mari√§-Gewandniederlegungs-Kirche, zu erkennen. Dort in der N√§he befindet sich auch die sogenannte Goldene Zarinnenkammer, die aus dem sp√§ten 16. Jahrhundert stammt und von den sp√§ter entstandenen Bauwerken des Gro√üen Kremlpalastes nahezu komplett √ľberbaut wurde.

Facettenpalast

Im Gegensatz zum Terem-Palast und zur Goldenen Zarinnenkammer ist der ebenfalls zum Gro√üen Kremlpalast z√§hlende Facettenpalast von au√üen gut sichtbar, da er mit seiner Hauptfassade dem Kathedralenplatz des Kremls zugewandt ist. Beim Facettenpalast handelt es sich um den √§ltesten Teil des Komplexes. Er wurde im Jahre 1492 erbaut und stellte eines jener Kreml-Geb√§ude dar, die Gro√üf√ľrst Iwan III. im Zuge seines Um- und Ausbaus des Kremls von italienischen Bauschaffenden (hier: Marco Ruffo und Pietro Antonio Solari) fertigen lie√ü. Seit seiner Fertigstellung diente der Facettenpalast fast ausschlie√ülich repr√§sentativen Zwecken: Hier feierten die Zaren ihre wichtigsten milit√§rischen Siege und hier wurden hohe ausl√§ndische G√§ste empfangen oder wichtige Staatsakte unterzeichnet.

Entsprechend dem Zweck des Geb√§udes nimmt in seinem Inneren der einzige Paradesaal den meisten Platz ein. √Ąhnlich wie die S√§le des Thonschen Kaiserpalastes ist er sehr prunkvoll ausgestattet. In den auch dort reichlich vorhandenen Wand- und Gew√∂lbefresken lassen sich Motive aus der Geschichte des russischen Staates und der russisch-orthodoxen Kirche erkennen.

Allen Geb√§uden aus dem Komplex des Gro√üen Kremlpalastes ist heute gemein, dass sie offiziell zur Arbeitsresidenz des russischen Pr√§sidenten geh√∂ren. Auch wenn sie in dieser Funktion nur repr√§sentative Zwecke erf√ľllen, sind sie daher f√ľr die √Ėffentlichkeit nur sehr eingeschr√§nkt zug√§nglich.

Patriarchenpalast

Patriarchenpalast und Zwölf-Apostel-Kirche

Im √§u√üersten Norden des Kathedralenplatzes befindet sich mit dem ehemaligen Patriarchenpalast ein Bauwerk aus dem 17. Jahrhundert, an dessen Errichtung die gleichen russischen Meister beteiligt waren wie am Bau des Terem-Palastes. An ihn angebaut ist die gleichzeitig errichtete Zw√∂lf-Apostel-Kirche, so dass beide Bauwerke letztlich in einem einzelnen Geb√§ude vereinigt sind, welches somit ungew√∂hnlicherweise sowohl einen Profan- als auch einen Sakralbau in sich kombiniert.

1653‚Äď1656 lie√ü Nikon, der damalige Patriarch der russisch-orthodoxen Kirche, f√ľr sich auf dem Kremlgel√§nde eine repr√§sentative Wohn- und Arbeitsresidenz mit einer eigenen Hauskirche errichten. Diese Kirche, die eine der beiden Geb√§udeh√§lften einnimmt und mit ihrem f√ľnfkuppeligen Abschluss architektonisch an die unmittelbar angrenzende Mari√§-Entschlafens-Kathedrale angelehnt ist, war urspr√ľnglich dem Apostel Philippus geweiht, erst seit Ende des 17. Jahrhunderts besitzt sie ihren heutigen Namen. Nach der Amtsenthebung Nikons diente der Palast noch gut 50 Jahre lang als Residenz Moskauer Patriarchen, bis die russisch-orthodoxe Kirche im Jahre 1721 dieses Amt abschaffte. Sp√§ter waren die ehemaligen Gem√§cher f√ľr die √Ėffentlichkeit als Museum ge√∂ffnet, und im ehemaligen Paradesaal der Residenz richtete die Kirche 1763 einen Ofen zur Herstellung des Salb√∂ls ein. Die Zw√∂lf-Apostel-Kirche diente weiterhin als Gotteshaus, bis sie nach der Oktoberrevolution, zusammen mit den ehemaligen Gem√§chern, f√ľr die √Ėffentlichkeit geschlossen wurde. Erst mit der Wiederer√∂ffnung des Kremls im Jahr 1955 wurde im ehemaligen Patriarchenpalast wieder ein Museum eingerichtet.

Den zentralen Teil der Exposition des Museums stellt heute der ehemalige Paradesaal mit dem alten Salb√∂lofen und anderen aufw√§ndig gefertigten historischen Gegenst√§nden zur Herstellung und Aufbewahrung des Salb√∂ls. Dar√ľber hinaus werden in den R√§umlichkeiten des Palastes zahlreiche luxuri√∂se Gegenst√§nde aus dem Alltag der Patriarchen und Zaren in Russland des 16. und 17. Jahrhunderts sowie Kirchenutensilien, die teilweise im 20. Jahrhundert aus zerst√∂rten Gottesh√§usern hierher √ľbertragen wurden, ausgestellt. In der Zw√∂lf-Apostel-Kirche, in der seit den 1990er-Jahren wieder einmal j√§hrlich Gottesdienste zelebriert werden, ist vor allem die prunkvolle Ikonostase aus dem 1929 zerst√∂rten Himmelfahrtskloster des Kremls sehenswert.

Senatspalast

‚Üí Hauptartikel: Senatspalast
Senatspalast; Ansicht vom Innenhof

Der Senatspalast am östlichen Abschnitt der Kremlmauer dient heute als zentrale Arbeitsresidenz des Präsidenten Russlands. Auch zur Sowjetzeit beherbergte er unter anderem den Ministerrat der UdSSR und war somit Regierungssitz.

Das dreist√∂ckige Geb√§ude, das mit seinem fr√ľhklassizistischen Stil ein eher untypischer Bestandteil des Kremlensembles ist, entstand in den Jahren 1776‚Äď1787 nach einem Entwurf von Matwei Kasakow, einem der bekanntesten Moskauer Stadtarchitekten des sp√§ten 18. Jahrhunderts. Der Grundriss des Geb√§udes besteht im Wesentlichen aus drei Hauptfl√ľgeln, die zusammen ein Dreieck bilden, dessen eine Seite unmittelbar an die Kremlmauer anliegt und vom jenseits der Mauer gelegenen Roten Platz aus sichtbar ist. Die beiden anderen Fassaden sind zum Senatsplatz und Arsenal einerseits bzw. zum Verwaltungsgeb√§ude andererseits hin gewandt. F√ľr Kreml-Besucher ist jedoch die s√ľdliche Eckfassade des Senatspalastes am besten sichtbar, da sie sich direkt am Iwanplatz befindet und von dessen s√ľdlichen, f√ľr die √Ėffentlichkeit zug√§nglichen Seite aus betrachtet werden kann. Die √∂stliche Spitze des Dreiecks bildet eine m√§chtige Rotunde, deren mit einem Nationalflaggenmast gekr√∂nte Kuppel nur vom Roten Platz oder aber vom √∂ffentlich unzug√§nglichen Innenhof des Dreiecks aus sichtbar ist.

Das Innere des Palastes beinhaltet neben gew√∂hnlichen Arbeitsr√§umen des Pr√§sidenten und seines Personals mehrere repr√§sentative R√§umlichkeiten, die meist f√ľr besondere Anl√§sse verwendet werden. Die gr√∂√üte hiervon ist der kreisf√∂rmige Paradesaal (genannt Katharinensaal) in der Rotunde direkt unter der Kuppel. Mit seinen zahlreichen Skulpturen und Ornamenten ist er mit den f√ľnf Parades√§len des Gro√üen Kremlpalastes vergleichbar und wird gelegentlich f√ľr Staatsakte mit Beteiligung des Pr√§sidenten genutzt.[43]

Seiner urspr√ľnglichen Bestimmung nach sollte der Senatspalast als Sitz des unter Zar Peter I. eingerichteten Regierenden Senats, eines hohen legislativen Staatsorgans im Russischen Reich des 18. Jahrhunderts, dienen. Hiervon stammt auch die bis heute bestehende Bezeichnung. Im 19. Jahrhundert beherbergte das Geb√§ude verschiedene Beh√∂rden und zeitweilig ein Gericht, bis es nach der Oktoberrevolution von der sowjetrussischen Regierung beansprucht wurde. Anfang der 1920er-Jahre hatte Revolutionsf√ľhrer Lenin im Senatspalast sowohl sein Arbeitskabinett als auch eine kleine Wohnung, die nach seinem Tod rund 70 Jahre lang unter Beibehaltung der Originaleinrichtung als Museum ge√∂ffnet war.[31]

Arsenal (Zeughaus)

‚Üí Hauptartikel: Arsenal des Moskauer Kremls
Arsenal, S√ľdfassade

Das Arsenal ist ein weiteres aus dem 18. Jahrhundert stammendes Bauwerk im Moskauer Kreml. Es nimmt die gesamte nordwestliche Ecke des Kremlgel√§ndes ein und ist auch an mehreren Stellen au√üerhalb der Kremlmauer sichtbar, so beispielsweise vom Alexandergarten aus. Innerhalb des Kremls ist das Arsenal das erste Geb√§ude, das man beim Betreten der Zitadelle √ľber das Dreifaltigkeitstor auf der linken Seite sieht.

1701 brannten mehrere an der Stelle des heutigen Arsenals stehende Privatbauten bei einer Feuersbrunst ab, die einen betr√§chtlichen Teil des Kremls erfasst hatte. Die auf diese Weise freigewordenen Grundst√ľcke kaufte der russische Staat auf, um dort auf Initiative Peter des Gro√üen ein Zeughaus errichten zu lassen, das unter anderem zur Aufbewahrung von in Kriegen erbeuteten Waffen dienen sollte. Der 1702 begonnene Bau konnte jedoch, vor allem bedingt durch finanzielle Schwierigkeiten[44], erst 1736 abgeschlossen werden. Nur ein Jahr danach kam es im Kreml erneut zu einem Gro√übrand, der auch das neue Arsenal erheblich besch√§digte. 1812 sprengten im Krieg gegen Napol√©on die Franzosen Teile des inzwischen wiedererrichteten Arsenals, das 1828 schlie√ülich abermals komplett erneuert wurde.

Wurde das Arsenal im 19. Jahrhundert gem√§√ü seinem urspr√ľnglichen Zweck als Waffenlager verwendet ‚Äď einige besonders repr√§sentative Exemplare aus der fr√ľheren Exposition russischer und erbeuteter ausl√§ndischer Artilleriegesch√ľtzte sind bis heute an den ausgedehnten Fassaden des Geb√§udes ausgestellt ‚Äď, zog nach der Oktoberrevolution das Milit√§r dort ein. Bis heute geh√∂rt das gesamte Geb√§ude der Kremlgarnison, die dort unter anderem ihre Kasernen hat. Die sehr dicken Grundmauern, erkennbar im Bereich der Fenstereinfassungen, verleihen dem Geb√§ude dessen charakteristische monumentale Gestalt, die seine rein milit√§rische Nutzung visuell zu unterstreichen vermag.

R√ľstkammer und Diamantenfonds

R√ľstkammer

Das mit √ľber 4000 Exponaten[45] gr√∂√üte Museum innerhalb des Kremls stellt heute die R√ľstkammer dar. Sie befindet sich in einem 1851 fertiggestellten klassizistischen Palais nach einem Entwurf von Konstantin Thon, dem Architekten der benachbarten und vom Stil her vergleichbaren Zarenresidenz des Gro√üen Kremlpalastes.

Sp√§testens ab dem 16. Jahrhundert wurden im Kreml mehrere f√ľr den Zarenhof arbeitende Werkst√§tten, in denen renommierte Klingenmacher, Waffenschmiede, Juweliere oder Ikonenmaler einzigartige Werke der angewandten Kunst herstellten, als R√ľstkammer bezeichnet. Mit der Verlegung der Zarenhauptstadt nach Sankt Petersburg wurden die Kreml-Werkst√§tten aufgel√∂st, jedoch blieben gro√üe Teile der historischen Best√§nde weiterhin in Moskau. Zun√§chst wurden sie in Ermangelung eines eigenen Geb√§udes in verschiedenen Lagerr√§umlichkeiten aufbewahrt, bis Anfang des 19. Jahrhunderts erstmals ein eigenes Geb√§ude zur Aufbewahrung und Exposition der Kunstwerke errichtet wurde. Damit wurde die R√ľstkammer zu einem der ersten √∂ffentlichen Kunstmuseen im Russischen Zarenreich. 1851 zog die R√ľstkammer des Kremls in das heutige Geb√§ude. Nach der Oktoberrevolution wurde sie zeitweilig geschlossen, jedoch 1924 wiederer√∂ffnet, wobei die Exposition um eine Vielzahl von Sch√§tzen aus Kreml-Kathedralen, dem ehemaligen Patriarchenpalast und anderen historisch bedeutenden Bauten erweitert wurde.

Zareninsignien aus der R√ľstkammer

Heute verteilt sich die Exposition auf neun S√§le im ersten und im zweiten Stock des R√ľstkammergeb√§udes. In den architektonisch besonders prachtvollen f√ľnf S√§len des zweiten Stockwerks findet sich eine Vielzahl von repr√§sentativen Gegenst√§nden des Alltags, Kirchenutensilien und Kleinwaffen; viele wurden im Zeitraum vom 13. bis zum 19. Jahrhundert von renommierten einheimischen Gold- und Silberschmieden hergestellt, ein Teil der Exposition umfasst aber auch ausl√§ndische Meisterwerke, die einst dem Zaren als Geschenke anderer Monarchen √ľberreicht wurden ‚Äď darunter beispielsweise silbernes Geschirr aus Augsburg und N√ľrnberg. Hier sind auch mehrere ber√ľhmte dekorative Ostereier aus der Werkstatt des Petersburger Hofjuweliers Carl Peter Faberg√© zu sehen. Thematischer Schwerpunkt der Exposition in den vier S√§len des ersten Stockwerks sind Statussymbole des russischen Zarenhofes, darunter speziell f√ľr Kr√∂nungszeremonien hergestellte Paradegew√§nder der Kaiserinnen und andere Meisterwerke der einheimischen Stickereikunst, ehemalige Insignien der Moskauer Gro√üf√ľrsten und russischen Zaren (u. a. die M√ľtze des Monomach, mit der die Zaren bis zum 17. Jahrhundert gekr√∂nt wurden), historische Thronsessel sowie eine umfangreiche Sammlung von Original-Equipagen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Im gleichen Geb√§ude ist auch die st√§ndige Ausstellung des Staatlichen Diamantenfonds untergebracht, die im Jahre 1967 erstmals f√ľr Besucher √∂ffnete. Hier sind besonders wertvolle Unikate des Juwelierhandwerks und einzelne Diamanten, Edelsteine und Goldnuggets ausgestellt, von denen die meisten nach der Oktoberrevolution aus Best√§nden des Zarenhofs von einer speziell hierzu geschaffenen Beh√∂rde (dem sogenannten Gochran, der Schatzverwaltung des Finanzministeriums) konfisziert wurden. Vereinzelt sind aber auch erst zu Sowjetzeiten gefundene bzw. hergestellte Exponate zu sehen. Die beiden aus Best√§nden des Zarenhofs stammenden Einzeldiamanten geh√∂ren zu den weltweit bekanntesten Exemplaren dieses Edelsteins: Das ist zum einen der Orlow-Diamant aus dem Zarenzepter, zum anderen der Schah-Diamant, den Zar Nikolaus I. 1829 aus Persien geschenkt bekam.

Lustpalast

‚Üí Hauptartikel: Lustpalast
Lustpalast

Der Lustpalast stellt innerhalb des Moskauer Kremls heute das einzige erhaltene Beispiel f√ľr ein Bojaren-Wohnhaus aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert dar. Diesen Zweck erf√ľllte er von seiner Fertigstellung im Jahre 1652 bis zum Jahr 1668, als Zar Alexei I. das Geb√§ude f√ľr sich und seine Familie als Auff√ľhrungsort f√ľr Theatervorstellungen umbauen lie√ü. Seitdem wurde der Palast als Lustpalast bezeichnet und behielt diesen Namen auch nach dem 18. Jahrhundert bei, als er wieder als Wohnhaus diente. Heute geh√∂rt der Lustpalast der Kreml-Kommandantur[46]; die an ihn beidseitig angebauten zwei- bis dreist√∂ckigen Geb√§ude stammen vorwiegend aus dem 19. Jahrhundert.

Auff√§llig an dem Bauwerk ist vor allem seine schmucke Dachkonstruktion mit mehreren Kircht√ľrmchen, die urspr√ľnglich zur im gleichen Geb√§ude geweihten Hauskirche des Palastherren geh√∂rten. Die vier ebenfalls ungew√∂hnlichen Konsolen an der Fassade st√ľtzen den ein wenig √ľber die Fassade hinausragenden Altarraum dieser Kirche. Die Fassade bis zum dritten Stock hat indes mit ihren ausgiebig ornamentierten Fenstereinfassungen eine f√ľr Moskau des 17. Jahrhunderts typische Gestalt, die man in einer √§hnlichen Form auch an dem nahe gelegenen Terem-Palast sehen kann.

Der Lustpalast steht an der Palaststra√üe direkt zwischen dem Staatlichen Kremlpalast und dem Westabschnitt der Kremlmauer. Da diese Stra√üe f√ľr Touristen gesperrt ist, kann auch der Palast nicht betreten werden und ist nur im Bereich des Dreifaltigkeitstors ‚Äď sowohl innerhalb als auch au√üerhalb der Kremlmauer ‚Äď sichtbar.

Weitere bekannte Gebäude

Verwaltungsgebäude

Verwaltungsgebäude

Das Verwaltungsgeb√§ude des Moskauer Kremls, manchmal auch Geb√§ude 14 genannt, steht an der Ostseite des Iwanplatzes in der N√§he des Erl√∂sertors und ist, wenngleich es als ein weiterer Teil der Pr√§sidentenresidenz weitr√§umig gesperrt ist, von der gegen√ľberliegenden Seite des Platzes aus gut sichtbar.

Es handelt sich hierbei um eines der wenigen aus dem 20. Jahrhundert stammenden Bauwerke auf dem Kremlgel√§nde. Dem Geb√§ude, welches urspr√ľnglich als Milit√§rschule diente, musste unter anderem das Tschudow-Kloster (siehe unten) weichen, das 1929 auf Gehei√ü der bolschewistischen Machthaber abgerissen wurde. F√ľnf Jahre sp√§ter wurde das Verwaltungsgeb√§ude nach einem Entwurf des bekannten Moskauer Bauingenieurs Iwan Rerberg fertiggestellt. Den sichtbaren Kontrast des neoklassizistischen Bauwerks zu den benachbarten historischen Kremlbauten versuchte Rerberg zu lindern, indem er das Projekt von den Abmessungen und auch von der charakteristischen gelben Fassadenfarbe her an die n√§here Umgebung anglich.

Nach der urspr√ľnglichen Nutzung als Milit√§rschule befand sich im Geb√§ude in den 1950er-Jahren mehrere Jahre lang ein Theater[47], bis dort mehrere regierungsnahe Beh√∂rden sowie Abteilungen der Kreml-Kommandantur einzogen. Auch heute sind hier verschiedene Beh√∂rden ans√§ssig, darunter die Pr√§sidialverwaltung.

Staatlicher Kremlpalast

‚Üí Hauptartikel: Staatlicher Kremlpalast
Staatlicher Kremlpalast

Der heute als Staatlicher Kremlpalast bezeichnete Zweckbau nahe dem Dreifaltigkeitstor entstand im Jahr 1961 und ist damit das j√ľngste Geb√§ude im Ensemble des Kremls. Urspr√ľnglich hie√ü er Kongresspalast des Kremls und diente in erster Linie als Veranstaltungsort f√ľr gr√∂√üere politische Versammlungen in der Sowjetzeit, so unter anderem f√ľr die regelm√§√üig veranstalteten Parteitage der KPdSU. Daneben wurde die B√ľhne des Palastes f√ľr Musikveranstaltungen (z. B. Ballettauff√ľhrungen des Bolschoi-Theaters) genutzt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion entfiel der urspr√ľngliche Zweck des Geb√§udes als Kongresspalast, weswegen es seine gegenw√§rtige Bezeichnung erhielt und heute nur noch f√ľr kulturelle Veranstaltungen (vorwiegend Konzerte national und international bekannter Interpreten der Popmusik) genutzt wird.

Der Palast weist eine H√∂he von 27 Meter auf und ist an seiner Hauptfassade, die sich direkt gegen√ľber der S√ľdfassade des Arsenals befindet, mit wei√üem Marmor und reichlich Glas ausgestattet. Im Inneren verf√ľgt das Geb√§ude unter anderem √ľber einen bis zu 6000 Zuschauer fassenden Hauptkonzertsaal und eine bis zu 4500 Personen Platz bietende Festhalle.[48]

Freistehende Denkmäler

Zarenkanone

‚Üí Hauptartikel: Zarenkanone
Zarenkanone

Die auf dem Iwanplatz stehende Zarenkanone stellt das bis heute wohl bekannteste Erzeugnis russischer Gusstechnik des 16. Jahrhunderts dar. Entgegen der Bezeichnung ist sie waffentechnisch keine Kanone, sondern eine Steinb√ľchse. Mit ihrem Kaliber von 890 mm z√§hlt sie zu den gr√∂√üten Artilleriegesch√ľtzen weltweit, ist allerdings kein einziges Mal zum Einsatz gekommen.[49] Die Lafette, auf der die Kanone steht, sowie die neben ihr liegenden Kugeln wurden als reine Dekoration im 19. Jahrhundert gefertigt.

1586 stellte Andrei Tschochow, ein renommierter Moskauer Gie√üermeister, diese f√ľr die damalige Zeit √ľberdimensional gro√üe Waffe her und schm√ľckte ihren bronzenen Lauf mit reichhaltigen Ornamenten und einem Reiterbildnis des Zaren Fjodor I.. Urspr√ľnglich sollte die Kanone ihrem eigentlichen Zweck dienen, wozu man sie auf dem Roten Platz zur Verteidigung des Kremls vor m√∂glichen Angriffen oder auch zur Abschreckung des Feindes aufstellte. 1706, als der Kreml seine urspr√ľngliche Bedeutung als Festung schon lange nicht mehr hatte, wurde die Zarenkanone als Denkmal russischer Gusskunst in den Kreml zun√§chst vor das Arsenal verlegt. Seit 1960 steht sie an ihrem heutigen Platz.

Zarenglocke

‚Üí Hauptartikel: Zarenglocke
Zarenglocke

Ein weiteres markantes Erzeugnis russischer Gie√üermeister ist die 6,14 Meter hohe Zarenglocke, die ebenfalls am Iwanplatz an dessen Kreuzung mit der Borowizki-Stra√üe auf einem speziell gefertigten Sockel steht. Auch sie wurde kein einziges Mal ihrem eigentlichen Zweck nach verwendet.

Die Glocke wurde im Jahre 1735 vom Gie√üermeister Iwan Motorin und seinem Sohn Michail gefertigt. Dazu wurde an speziell aufgebauten Schmelz√∂fen rund 200.000 kg Metall aufbereitet, wobei ein Gro√üteil davon Reste einer 1655 hergestellten und 1701 bei einem Brand abgest√ľrzten Glocke waren.[50] Der Gie√üvorgang brachte den Motorins enorme Schwierigkeiten und gl√ľckte erst im zweiten Anlauf. Noch bevor die fast fertige Riesenglocke aus ihrer Gie√ügrube gehoben werden konnte, kam es im Jahre 1737 im Kreml erneut zu einem Gro√übrand. Die Glocke wurde vom Feuer erfasst, erhitzte sich und zersprang schlie√ülich, als kaltes L√∂schwasser auf sie gelangte. Es entstanden an mehreren Stellen Risse, und ein gr√∂√üeres St√ľck Metall spaltete sich ab. Bis heute steht dieses St√ľck neben der Glocke.

Nach dem Feuer geriet die besch√§digte Glocke, die nicht mehr zum L√§uten zu verwenden war, √ľber l√§ngere Zeit in Vergessenheit und wurde erst ein Jahrhundert sp√§ter, n√§mlich im Jahre 1836, mit viel Aufwand aus der Grube gehoben und auf ihrem heutigen Standort aufgestellt. Seitdem z√§hlt sie zu den bekanntesten Denkm√§lern auf dem Kremlgel√§nde. Sehenswert sind an der Glocke neben ihren ungew√∂hnlich gro√üen Ausma√üen die Ornamente, mit denen sie bei ihrer Herstellung ausgeschm√ľckt wurde. Sie beinhalten unter anderem barocke Pflanzenornamente, Medaillonabbildungen von Heiligen sowie Ganzk√∂rperportr√§ts von Kaiserin Anna und Zar Alexei in Paradegew√§ndern.

Zerstörte Kreml-Bauwerke

Von den heute erhaltenen Kreml-Bauwerken stammen die √§ltesten aus dem 15. Jahrhundert, wobei die Gr√ľndung der Moskauer Zitadelle sp√§testens im 12. Jahrhundert erfolgt haben muss (siehe Abschnitt Geschichte). Daraus l√§sst sich zwangsl√§ufig die Existenz einer ‚Äď heute unbekannten ‚Äď Vielzahl nicht erhaltener Bauwerke innerhalb der Kremlmauern folgern, von denen etliche einst genau an Stelle bis heute erhaltener Geb√§ude standen. Da es noch bis zum 19. Jahrhundert in Russland keinen Denkmalschutz gab und dieser auch danach nicht immer konsequent eingehalten wurde, gingen mit den Umbauaktionen, die oft eine Erneuerung des gesamten Kremls zum Ziel hatten (wie es beispielsweise unter Gro√üf√ľrst Iwan III. der Fall war), auch etliche historisch wertvolle Architekturobjekte unwiederbringlich verloren. Zudem fielen unz√§hlige, vor allem h√∂lzerne, Bauten den noch bis zum 18. Jahrhundert h√§ufigen Feuersbr√ľnsten zum Opfer oder wurden bei Kriegshandlungen (so zuletzt 1812, w√§hrend des Krieges gegen Napol√©on) zerst√∂rt.

Das 1929‚Äď30 abgerissene Tschudow-Kloster nahe dem Erl√∂serturm des Kremls. Ein Kupferstich aus dem 19. Jahrhundert

Bis in die Gegenwart wurden Dokumentationen und/oder Abbildungen vorwiegend von jenen Kreml-Bauwerken √ľberliefert, die etwa ab dem 18. Jahrhundert verschwanden, w√§hrend noch √§ltere Bauten, selbst wenn es sich bei ihnen um √§u√üerst repr√§sentative Objekte handelte, allenfalls oberfl√§chliche Erw√§hnungen in Chroniken finden. Der √§lteste heute bekannte Fall einer gro√üfl√§chigen Abrissaktion im Moskauer Kreml war der in den 1770er-Jahren, unter Katharina der Gro√üen, begonnene und sp√§ter verworfene Bau eines √ľberdimensional gro√üen Zarenpalastes. Damals wurden auch Teile der s√ľdlichen Kremlmauer abgetragen, da die Fassade des Palastes laut Projekt bis an das Ufer der Moskwa reichen sollte. Nach dem Baustopp wurde die Mauer mit vier ebenfalls abgetragenen T√ľrmen wiederhergestellt, mehrere repr√§sentative Bauten entlang der s√ľdlichen Kremlmauer verschwanden jedoch endg√ľltig von der Erdoberfl√§che ‚Äď darunter das ehemalige Palais von Zar Boris Godunow und die vom italienischen Architekten Marco Ruffo erbaute ehemalige Schatzkammer des gro√üf√ľrstlichen Hofes.

Die dramatischsten Verluste an seiner Bausubstanz erlitt der Kreml jedoch erst im 20. Jahrhundert, kurz nach der 1917 erfolgten Machtergreifung der Bolschewiki in Russland und Schaffung der Sowjetunion. Dabei sahen es die neuen Machthaber vor allem auf die Sakralbauten ab, so dass im Zeitraum von 1918 bis 1935 im Kreml insgesamt 12 Kirchen, f√ľnf Kapellen sowie einzelne Profanbauten vernichtet wurden.[51] Einige Kirchen ‚Äď wie beispielsweise die Kirche der Hl. Konstantin und Helena im S√ľdosten des Kremls ‚Äď wurden unter dem Vorwand der Bauf√§lligkeit abgetragen, ohne dass an ihrer Stelle sp√§ter ein neues Geb√§ude errichtet wurde. Die umfassendste Abrissaktion betraf jedoch die beiden zu jener Zeit noch existierenden, wenngleich bei K√§mpfen im Oktober 1917 stark besch√§digten, Kl√∂ster im Kreml ‚Äď das Tschudow- und das Himmelfahrtskloster. Dabei wurden s√§mtliche Bauwerke aus dem Ensemble der beiden Kl√∂ster endg√ľltig zerst√∂rt; einige Jahre sp√§ter wurde an ihrer Stelle das heutige neoklassizistische Verwaltungsgeb√§ude errichtet. Die zum Teil historisch wertvollen Sch√§tze aus den Best√§nden der zerst√∂rten Kirchen und Kl√∂ster wurden in Museen √ľbertragen, darunter in die Kreml-R√ľstkammer, wo die repr√§sentativsten Exemplare heute ausgestellt sind.

Mit der Zerst√∂rung des alten Geb√§udes der R√ľstkammer aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, das Ende der 1950er-Jahre dem Staatlichen Kremlpalast (vormals Kongresspalast) weichen musste, fand der letzte Abriss eines historischen Bauwerks auf dem Kremlgel√§nde vor der Unterschutzstellung des Ensembles durch die UNESCO statt.

Siehe auch

Literatur

  • Moskauer Kreml ‚Äď Reisef√ľhrer. Art Courier, Moskau 2002, ISBN 5-93842-019-9
  • M.P.Fabricius: Kreml Ļ v Moskve. Moskau 1883
  • Valentina Gonńćarenko: Mauern und T√ľrme. Art-Courier, Moskau 2001
  • A.J.Kisel√ęv (Hrsg.): Moskva. Kreml Ļ i Krasnaja PloŇ°ńćad Ļ. AST / Astrel, Moskau 2006, ISBN 5-17-034875-4
  • G.V.Makarevińć et al.: Pamjatniki architektury Moskvy. Kreml Ļ, Kitaj-Gorod, Central Ļnye ploŇ°ńćadi. Iskusstvo, Moskau 1982
  • S.K.Romanjuk: Kreml Ļ i Krasnaja PloŇ°ńćad Ļ. Moskvovedenie, Moskau 2004, ISBN 5-7853-0434-1

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Kreml ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Commons: Moskauer Kreml ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. ‚ÜĎ a b kremlenoved.ru; √ľberpr√ľft am 8. M√§rz 2009
  2. ‚ÜĎ Aleksandr MoŇĺaev: Povod Ļ zelo velika, Bolschoi Gorod, 19. April 2003
  3. ‚ÜĎ Alle H√∂hen-, L√§ngen-, Breiten- bzw. Fl√§chenangaben hier und im Folgenden, soweit nicht anders angegeben, aus Romanjuk, 2004 bzw. Kisel√ęv, 2006 (siehe unter Literatur)
  4. ‚ÜĎ Darunter das 1989 erbaute ehemalige Geb√§ude einer Abteilung des KGB; vgl. retromoscow.narod.ru (√ľberpr√ľft am 29. M√§rz 2009)
  5. ‚ÜĎ gramma.ru; √ľberpr√ľft am 29. M√§rz 2009
  6. ‚ÜĎ Makarevińć et al., S. 315 (siehe unter Literatur)
  7. ‚ÜĎ I.K.Kondrat Ļev: Sedaja starina Moskvy. PloŇ°ńćadi; Moskau 1893
  8. ‚ÜĎ Offizielle Kreml-Webseite: Besucherinformationen; √ľberpr√ľft am 25. M√§rz 2009
  9. ‚ÜĎ Siehe auch: Der Kreml mit doppeltem Boden aus izvestia.ru, 29. September 2006; √ľberpr√ľft am 25. M√§rz 2009
  10. ‚ÜĎ Offizielle FSO-Webseite; √ľberpr√ľft am 29. M√§rz 2009
  11. ‚ÜĎ Siehe auch: Beschreibung des Pr√§sidentenregiments auf der offiziellen Webseite der Kremlbeh√∂rden; √ľberpr√ľft am 25. M√§rz 2009
  12. ‚ÜĎ Romanjuk 2004, S. 9 und 19
  13. ‚ÜĎ Makarevińć et al., S. 259
  14. ‚ÜĎ a b G.V.Borisevińć: Ob osnovnych ńótapach territorial Ļnogo razvitija Moskovskogo Kremlja v XI‚ÄďXV vv.; Moskau 1988; S. 22‚Äď31
  15. ‚ÜĎ Romanjuk 2004, S. 17
  16. ‚ÜĎ Offizielle Kreml-Webseite: Geschichte des Kremls; √ľberpr√ľft am 27. M√§rz 2009
  17. ‚ÜĎ a b c N.N.Voronin: Moskovskij Kreml Ļ (1156‚Äď1367 gg.); Moskau 1958; S. 52‚Äď66
  18. ‚ÜĎ Makarevińć et al., S. 262
  19. ‚ÜĎ voskres.ru; √ľberpr√ľft am 25. M√§rz 2009
  20. ‚ÜĎ Evgenij Osetrov: Skazanie o Kremle; Moskau 1970
  21. ‚ÜĎ Andrej D√ęmin: Zolotoe kol Ļco Moskvy; Verlagshaus Veńće, Moskau 2006, ISBN 5-9533-1454-X; S. 12
  22. ‚ÜĎ Makarevińć et al., S. 268
  23. ‚ÜĎ russiancity.ru: Mauer und T√ľrme des Moskauer Kremls; √ľberpr√ľft am 25. M√§rz 2009
  24. ‚ÜĎ world-art.ru: Erl√∂serturm; √ľberpr√ľft am 29. M√§rz 2009
  25. ‚ÜĎ Offizielle Kreml-Webseite: Das Arsenal; √ľberpr√ľft am 27. M√§rz 2009
  26. ‚ÜĎ Vgl. auch: peoples.ru: Ausf√ľhrliche Biografie des Architekten Wassili Baschenow; √ľberpr√ľft am 27. M√§rz 2009
  27. ‚ÜĎ Kisel√ęv 2006, S. 76
  28. ‚ÜĎ kremlin.ru: Geschichte des Kremls; √ľberpr√ľft am 29. M√§rz 2009
  29. ‚ÜĎ ratin.ru; √ľberpr√ľft am 27. M√§rz 2009
  30. ‚ÜĎ Jan Peńće: Krasnaja gvardija v Moskve v bojach za Oktjabr Ļ; Moskau 1929
  31. ‚ÜĎ a b nasledie.ru; √ľberpr√ľft am 15. M√§rz 2009
  32. ‚ÜĎ a b Igor Ļ Elkov: Citadel Ļ, Rossijskaja gaseta, 18. Dezember 2008
  33. ‚ÜĎ Vladimir Snegir√ęv: Za stenoj, Rossijskaja gaseta, 21. Juli 2005
  34. ‚ÜĎ museum.ru; √ľberpr√ľft am 27. M√§rz 2009
  35. ‚ÜĎ ICOMOS-Bericht vom 24. Oktober 1989; √ľberpr√ľft am 25. M√§rz 2009
  36. ‚ÜĎ Vollst√§ndiger Gesetzestext; √ľberpr√ľft am 25. M√§rz 2009
  37. ‚ÜĎ newsmsk.com, 24. Mai 2008; √ľberpr√ľft am 25. M√§rz 2009
  38. ‚ÜĎ newsru.com, 26. Juni 2007; √ľberpr√ľft am 25. M√§rz 2009
  39. ‚ÜĎ Als √§ltestes erhaltenes Kremlbauwerk wird manchmal statt dessen eine der Hauskirchen des Terem-Palastes, die Gottesmutter-Geburts-Kirche aus den Jahren 1393‚Äď94, bezeichnet; vgl. Beschreibung unter kremlin.museum.ru. Von ihr ist jedoch nur der untere Bereich der Grundmauern einschlie√ülich des ehemaligen Eingangsportals erhalten. Auf diese Reste wurde Anfang des 16. Jahrhunderts die heutige Kirche herangebaut.
  40. ‚ÜĎ B.M. Kloss, V.D. Nazarov: Letopisnye istońćniki XV veka o stroitel'stve moskovskogo Uspenskogo sobora. Istorija i restavracija pamjatnikov Moskovskogo Kremlja, Band VI, Moskau 1989, S. 27
  41. ‚ÜĎ russiancity.ru: Verk√ľndigungskathedrale des Moskauer Kremls; √ľberpr√ľft am 15. M√§rz 2009
  42. ‚ÜĎ Ende des 19. Jahrhunderts hatte Iwan der Gro√üe insgesamt 33 Glocken; vgl. Kisel√ęv, 2006
  43. ‚ÜĎ kremlin.ru: Senatspalast; √ľberpr√ľft am 29. M√§rz 2009
  44. ‚ÜĎ Offizielle Kreml-Webseite: Das Arsenal; √ľberpr√ľft am 31. M√§rz 2009
  45. ‚ÜĎ Moskva. Vse kulturnye i istorińćeskie pamjatniki. ńĖnciklopedija. Algoritm, Moskau 2009, ISBN 978-5-699-31434-8, S. 311
  46. ‚ÜĎ Offizielle Kreml-Webseite: Der Lustpalast; √ľberpr√ľft am 29. M√§rz 2009
  47. ‚ÜĎ Offizielle Kreml-Webseite: Milit√§rschule; √ľberpr√ľft am 27. M√§rz 2009
  48. ‚ÜĎ Vgl. offizielle Webseite des Staatlichen Kremlpalastes; √ľberpr√ľft am 25. Januar 2009
  49. ‚ÜĎ Vgl. zu den technischen Daten: M.E.Portnov: Car Ļ-PuŇ°ka i Car Ļ-Kolokol. Moskovskij Rabońćij, Moskau 1990, ISBN 5-239-00778-0; S. 9‚Äď33
  50. ‚ÜĎ M.E.Portnov: Car Ļ-PuŇ°ka i Car Ļ-Kolokol. Moskovskij Rabońćij, Moskau 1990, ISBN 5-239-00778-0; S. 40f.
  51. ‚ÜĎ Kisel√ęv 2006, S. 149

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