MĂ€rkischer Kreis

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MĂ€rkischer Kreis
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des MĂ€rkischen Kreises Deutschlandkarte, Position des MĂ€rkischen Kreises hervorgehoben
51.2622222222227.7127777777778
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: LĂŒdenscheid
FlĂ€che: 1.059,01 kmÂČ
Einwohner:

430.965 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 407 Einwohner je kmÂČ
Kfz-Kennzeichen: MK (AL IS LÜD LS)
KreisschlĂŒssel: 05 9 62
Kreisgliederung: 15 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Heedfelder Straße 45
58509 LĂŒdenscheid
WebprÀsenz: www.maerkischer-kreis.de
Landrat: Thomas Gemke (CDU)
Lage des MĂ€rkischen Kreises in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen MĂŒlheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann DĂŒsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis DĂŒren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna MĂ€rkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln StĂ€dteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis StĂ€dteregion Aachen Kreis Euskirchen MĂŒnster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis GĂŒtersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-LĂŒbbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der MĂ€rkische Kreis ist ein seit 1975 bestehender Kreis in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Er liegt im Nordwesten des Sauerlands und gehört zum Regierungsbezirk Arnsberg und zur Region SĂŒdwestfalen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der MĂ€rkische Kreis entwickelte sich durch die Gebietsreform im Jahr 1975 aus unterschiedlichen historischen westfĂ€lischen Gebieten. So galt unter anderem das Hönnetal mit der Burg Klusenstein seit dem Mittelalter als natĂŒrliche Grenze zwischen dem Gebiet der Grafen von der Mark und der Grafschaft Arnsberg, die nach der Reformation katholisch geblieben war.

Der Name des Kreises leitet sich von dieser Grafschaft Mark ab, die von ihrer Stammburg im Dorf Mark - heute Stadtteil von Hamm im Stadtbezirk Uentrop - aus einen Großteil der FlĂ€che des heutigen Kreises umfasste. Das Gesamtgebiet der Grafschaft Mark umfasste Teile des Sauerlands, des bergisch-mĂ€rkischen HĂŒgellands an der Ruhr, des heutigen Ruhrgebiets und der Soester Börde. Der heutige Kreis hingegen setzt sich zusammen aus Gebieten der Grafschaften Altena und Limburg sowie Gebieten des ehemaligen kurkölnischen Herzogtums Westfalen. Daher ist es historisch nicht eindeutig nachvollziehbar, warum ausgerechnet das Gebiet des MĂ€rkischen Kreises bei der Gebietsreform im Namen mit dem Attribut „mĂ€rkisch“ versehen worden ist - ebenso hĂ€tte man den Ennepe-Ruhr-Kreis als „MĂ€rkischen Kreis“ bezeichnen können oder die Stadtkreise von Bochum, Hamm und Hagen als „mĂ€rkische StĂ€dte“.[2][3][4] Der Gesetzgeber hatte offensichtlich einen Namen gewĂ€hlt, der nur bedingt etwas mit der historischen RealitĂ€t gemein hatte, mit bewusstem RĂŒckgriff auf territoriale Zeiten.[5]

Heute verlÀuft die Diözesangrenze der katholischen Kirche zwischen dem Erzbistum Paderborn und dem recht jungen Bistum Essen durch den MÀrkischen Kreis; historisch war er Teil des Erzbistums Köln.

Einwohnerentwicklung

Datum Einwohnerzahl
31.12.1962 406.876
31.12.1965 424.001
31.12.1970 435.991
31.12.1975 428.896
31.12.1980 425.294
Datum Einwohnerzahl
31.12.1985 411.507
31.12.1990 443.026
31.12.1995 458.221
31.12.2000 457.465
31.12.2005 448.800
Datum Einwohnerzahl
31.12.2006 445.043
31.12.2007 441.704
31.12.2008 437.785
31.12.2009 434.031
31.12.2010 430.965

Die Daten vor 1977 wurden auf den Gebietsstand vom 1. Juli 1976 umgerechnet. Quelle: Landesdatenbank NRW, abgerufen am 27. August 2011 [6]

Geografie

RĂ€umliche Lage

Der MĂ€rkische Kreis umfasst den westlichen Teil des Sauerlandes. Im Norden wird er durch das Ruhrtal begrenzt, wĂ€hrend der sĂŒdliche Teil des Kreises sehr bergig ist. Die höchste Erhebung ist die Nordhelle im Ebbegebirge mit 663 m ĂŒ. NN. Der niedrigste Punkt mit 106,2 m ĂŒ. NN liegt an der Ruhr bei Iserlohn-Rheinen.

Die wichtigsten durch das Kreisgebiet fließenden FlĂŒsse sind die Lenne, die Volme, die Hönne, die Lister, die Oester sowie als Grenzfluss die Ruhr.

Kreisgliederung

Der MĂ€rkische Kreis setzt sich aus fĂŒnfzehn Gemeinden zusammen. Von diesen fĂŒnfzehn fĂŒhren zwölf Gemeinden den Titel „Stadt“. Die StĂ€dte Hemer, Menden (Sauerland) und Plettenberg sind Mittlere kreisangehörige StĂ€dte, da ihre Einwohnerzahlen zwischen 25.000 und 60.000 liegen. Die beiden StĂ€dte Iserlohn und LĂŒdenscheid sind Große kreisangehörige StĂ€dte, da ihre Einwohnerzahlen ĂŒber 60.000 liegen.

Die folgende Liste zĂ€hlt die fĂŒnfzehn StĂ€dte und Gemeinden des MĂ€rkischen Kreises alphabetisch mit amtlichen Namen auf. Die Einwohnerzahlen (in Klammern) sind vom 31. Dezember 2010 [7].

StÀdte
  1. Altena (18.277)
  2. Balve (11.955)
  3. Halver (16.717)
  4. Hemer (37.735)
  5. Iserlohn (94.966)
  6. Kierspe (17.270)
  7. LĂŒdenscheid (75.463)
  8. Meinerzhagen (20.838)
  9. Menden (Sauerland) (55.496)
  10. Neuenrade (12.146)
  11. Plettenberg (26.321)
  12. Werdohl (18.706)

Gemeinden

  1. Herscheid (7216)
  2. Nachrodt-Wiblingwerde (6724)
  3. SchalksmĂŒhle (11.135)
Dortmund Ennepe-Ruhr-Kreis Hagen Hochsauerlandkreis Kreis Olpe Kreis Soest Kreis Unna Oberbergischer Kreis Altena Balve Halver Hemer Herscheid Iserlohn Kierspe LĂŒdenscheid Meinerzhagen Menden (Sauerland) Nachrodt-Wiblingwerde Neuenrade Plettenberg SchalksmĂŒhle WerdohlMunicipalities in MK.svg
Über dieses Bild

Nachbarkreise bzw. -stÀdte

Der MĂ€rkische Kreis grenzt im Norden an den Kreis Unna, im Osten an den Kreis Soest und den Hochsauerlandkreis, im SĂŒden an den Kreis Olpe und den Oberbergischen Kreis, sowie im Westen an den Ennepe-Ruhr-Kreis und die kreisfreie Stadt Hagen.

Gebietsreform

Kreishaus I in Altena
Eingang zum Kreishaus I
Kreishaus in LĂŒdenscheid

Der MĂ€rkische Kreis entstand im Rahmen der Kommunalreform von 1975 als Zusammenschluss der kreisfreien Stadt Iserlohn (Kfz-Kennzeichen IS), des Kreises Iserlohn (Kfz-Kennzeichen IS) – ohne Schwerte und ohne die ehemalige Stadt Hohenlimburg, des Kreises LĂŒdenscheid (Kfz-Kennzeichen LÜD) sowie der Stadt Balve samt dem Amt Balve und der Gemeinde Asbeck aus dem Kreis Arnsberg (Kfz-Zeichen AR). Der Kreis LĂŒdenscheid war erst 1969 als Zusammenschluss des Landkreises Altena (Kfz-Kennzeichen AL) sowie der kreisfreien Stadt LĂŒdenscheid (Kfz-Kennzeichen LÜD) entstanden.

Vom 1. Januar 1975 bis zum 28. Februar 1979 lautete das Kfz-Kennzeichen LS fĂŒr LĂŒdenscheid, da KfZ-Kennzeichen damals nur vom Ortsnamen des Sitzes der Kreisverwaltung abgeleitet werden durften. 1979 wurde auf das eindeutige MK als AbkĂŒrzung fĂŒr den MĂ€rkischen Kreis gewechselt.

Der MĂ€rkische Kreis unterhĂ€lt neben dem nach der Gebietsreform in LĂŒdenscheid neu gebauten Kreishaus bis heute weitere VerwaltungsgebĂ€ude in den ehemaligen KreisstĂ€dten Iserlohn und Altena.

Politik

Hauptamtlicher Landrat

Ehrenamtlicher Landrat (bis 1997)

  • 1975 Heinz Bickmann (CDU) [kommissarisch]
  • 1975 – 1994 Dr. Walter Hostert (CDU)
  • 1994 – 1997 Klaus Tweer (SPD)

Oberkreisdirektor (bis 1997)

  • 1975 Wilfried Droste (kommissarisch)
  • 1975 – 1986 Dr. JĂŒrgen Albath (CDU)
  • 1986 – 1997 Dr. Bernhard Schneider (CDU)

Kreistag

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 48,9 %
 %
50
40
30
20
10
0
39,7%
28,4%
10,3%
9,6%
5,8%
4,3%
1,4%
0,5%
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,7%
-1,6%
+2,9%
+1,9%
-0,9%
+4,3%
-0,5%
-1,3%

Die Kreisstadt und Sitz des Kreistages ist LĂŒdenscheid.

Sitzverteilung im Kreistag
Wahl CDU SPD GrĂŒne FDP UWG Linke NPD REP Gesamt
2004 32 22 6 5 5 - 1 1 72
2009 26 19 6 7 4 3 1 - 66

→ Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen im MĂ€rkischen Kreis ab 1969.

Kreiswappen

Flagge des MĂ€rkischen Kreises mit aufgelegtem Wappen
Wappenbeschreibung

„Das Wappen des MĂ€rkischen Kreises zeigt, durch einen dreireihig rot-weiß (-silbern) geschachten Balken geteilt, oben in Gelb (Gold) wachsend einen schwarzen rotbewehrten Löwen, unten in Weiß (Silber) ein durchgehendes schwarzes Kreuz.“ [8]

Bedeutung

Der obere Teil des Wappens lehnt sich an das Kreiswappen des Altkreises Altena an. Der schon darin enthaltene geschachte mĂ€rkische Balken ist dem Wappen der Grafen von der Mark, den Herren und BegrĂŒndern der Grafschaft Mark entlehnt. Der ebenfalls dort zu findende Löwe im Wappen ist das Wappentier der alten Grafschaft Altena, welche spĂ€ter in der Grafschaft Mark aufging. Schon Adolf I. von der Mark Graf von der Mark, Altena und Krieckenbeck aus dem Haus Berg-Altena, BergrĂŒnder der Grafschaft Mark und des Hauses Mark fĂŒhrte das Wappen mit dem Schachbalken und dem halben aufsteigendem Löwen auf goldenem Grund. Die Farbgebung des Löwen hingegen ist nicht ĂŒberliefert wird jedoch als Schwarz auf goldenem Grund mit roten Waffen angenommen, so wie sie in den Bleifenstern auf Burg Altena dargestellt wurden. Diese sind jedoch selbst Rekonstruktionen aus der Zeit der Wiederherstellung von Burg Altena. Die Grafen Adolf I. und Otto sind dabei die einzigen Familienmitglieder des Hauses Mark fĂŒr die dieses Wappen nachgewiesen ist. SpĂ€tere Grafen verwendeten nur noch den mĂ€rkischen Schachbalken, welcher nach Stirnberg eine zusammenziehung der Doppelzinnen des Altena-MĂ€rkischen Stammhauses Berg ist. Dieses Stammhaus erlosch 1225, erst danach gelangte der Limburgischer Löwe in abgewandelter Form in das Bergische Wappen, da die Herzöge von Limburg den Grafen von Berg nachgefolgt waren. Die besagte Abwandlung ist heute als Bergischer Löwe bekannt und findet sich in zahlreichen Wappen des Bergischen Landes, teilweise mit der Ă€lteren Doppelzinne wieder. Der Bergische Löwe wurde gegen Ende des 13. Jahrhunderts ohne Krone von der Grafen von Limburg adaptiert. Diese hatten sich nach ihren Schutzherren den Herzögen von Limburg und Grafen von Berg, sowie nach der durch den Herzog von Limburg errichteten Burg Hohenlimburg benannt. Hier wie in Berg ist der Löwe rot. Teile der alten Grafschaft Limburg kamen mit den Teilen des Altkreises Iserlohn in den mĂ€rkischen Kreis, so dass der Löwe auch fĂŒr diese Teile steht ohne jedoch der Bergische/Hohenlimburgische Löwe zu sein. Das schwarze Kreuz unten im Wappen steht fĂŒr die kurkölnischen BesitztĂŒmer wie Menden, Balve und Meinerzhagen-Valbert, die neben den LĂ€ndereien der Grafschaft Mark das heutige Kreisgebiet ausmachten. Von politischer Seite war es nicht gewollt, dass ein roter Löwe auf das Wappen gelangt, um sich nicht den Vorwurf machen zu lassen, man habe das – inzwischen erloschene – Wappen des Amtes Meinerzhagen neu aufgelegt.

Kreispartnerschaften

Vom Kreis Iserlohn wurde die seit 1970 bestehende Kreispartnerschaft mit dem Wrexham County Borough in Wales ĂŒbernommen.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde eine Partnerschaft zum brandenburgischen Landkreis Finsterwalde aufgebaut, die – nach kommunaler Neuordnung – von dessen Nachfolgekreis Elbe-Elster fortgefĂŒhrt wird.

Des Weiteren besteht seit 2001 eine Partnerschaft mit dem polnischen Powiat (Kreis) RacibĂłrz.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das Kreisgebiet wird in erster Linie durch seine mittelstĂ€ndischen Unternehmen reprĂ€sentiert. Seit einigen Jahren findet in Zusammenarbeit mit der Agentur fĂŒr Arbeit ein sogenannter Arbeitgebertag an wechselnden Orten statt.

Der weltweit agierende Armaturenhersteller Grohe wurde in Hemer gegrĂŒndet.

Landwirtschaftliche Betriebe sind im MĂ€rkischen Kreis in vielen Orte vertreten.

Der Orkan Kyrill hinterließ im Januar 2007 SchĂ€den in Millionenhöhe. Im Kreis verzeichnete man etwa dreieinhalb Millionen Festmeter Sturmholz.[9] Die Regionen um Iserlohn, Balve und Plettenberg waren am stĂ€rksten betroffen.[10]

Verkehr

Straße

BrĂŒcke der A 46 ĂŒber den Seilersee in Iserlohn

Die wichtigste Autobahn im Kreis ist die Bundesautobahn 45 (Sauerlandlinie), die in Nord-SĂŒd-Richtung von Hagen kommend ĂŒber LĂŒdenscheid und Meinerzhagen weiter ĂŒber Siegen in Richtung Frankfurt am Main verlĂ€uft. Im Kreisgebiet verfĂŒgt diese ĂŒber folgende Anschlussstellen: LĂŒdenscheid-Nord, LĂŒdenscheid, LĂŒdenscheid-SĂŒd und Meinerzhagen. Im Norden des Kreises verlĂ€uft die Bundesautobahn 46 in West-Ost-Richtung, von Hagen ĂŒber Iserlohn bis zum derzeitigen Autobahnende bei der Abfahrt Hemer/Iserlohn-Löbbeckenkopf im Osten der Stadt Iserlohn. Weitere Anschlussstellen im Kreisgebiet sind: Iserlohn-Letmathe, Iserlohn-Oestrich, Iserlohn-Zentrum und Iserlohn-Seilersee. Ein Weiterbau ĂŒber Menden (Sauerland) nach Arnsberg soll bis 2023 erfolgen [11].

Daneben wird der MĂ€rkische Kreis von den Bundesstraßen

  • B 7 von Hagen ĂŒber Iserlohn, Hemer und Menden Richtung Arnsberg;
  • B 54 von Hagen ĂŒber SchalksmĂŒhle, LĂŒdenscheid-BrĂŒgge, Halver, Kierspe-Bahnhof, Meinerzhagen Richtung Siegen;
  • B 229 von Radevormwald ĂŒber Halver, LĂŒdenscheid, Werdohl, Neuenrade, Balve in Richtung Arnsberg;
  • B 233 von Iserlohn ĂŒber Menden-Halingen in Richtung Unna und Kamen;
  • B 236 von Dortmund ĂŒber Iserlohn-Letmathe, Nachrodt-Wiblingwerde, Altena, Werdohl, Plettenberg in Richtung Winterberg;
  • B 237 von Remscheid ĂŒber Kierspe nach Meinerzhagen
  • B 515 von Balve-Sanssouci (B229) bis Menden-Halingen (B233) durchzogen.

Öffentlicher Personennahverkehr

Im Bereich des Öffentlichen Personennahverkehrs gibt es im Kreisgebiet diverse Bus- und Bahnlinien.

Auf dem Schienennetz der DB Netz verkehren einige Regionalbahn- und Regional-Express-ZĂŒge, die von der DB Regio sowie der Abellio Rail NRW betrieben werden.

Im Norden des Kreises liegt die Stadt Iserlohn an den DB-Kursbuchstrecken 433 und 440, auf denen im Schienenpersonennahverkehr

Auf der den Kreis von Nord nach SĂŒd durchquerenden Ruhr-Sieg-Strecke (DB-Kursbuchstrecke 440) mit Bahnhöfen in Iserlohn-Letmathe, Altena, Werdohl und Plettenberg verkehren

Eine der landschaftlich schönsten und kulturhistorisch bedeutsamsten Bahnstrecken ist die Strecke der Hönnetal-Bahn, die Neuenrade mit Fröndenberg verbindet und dem Fluss der Hönne folgt.

Die DB Regio betreibt weiterhin die Strecke Dortmund – Hagen – LĂŒdenscheid - die Volmetalbahn -, die bis 15. Dezember 2004 durch die private Dortmund-MĂ€rkische Eisenbahn GmbH betrieben wurde. SĂ€mtliche Bahnstrecken gehören der DB Netz und die Bahnhöfe der DB Station&Service.

Es gab Mitte 2004 von seiten der Kommunen Überlegungen, die stillgelegte Strecke Iserlohn – Iserlohn Ost – Hemer – Menden zu reaktivieren. Jedoch zeigte die Deutsche Bahn AG daran kein Interesse. Danach folgten Diskussionen darĂŒber, ob die Panzer-Transporte auf die Straße verlegt werden sollten, da die Deutsche Bahn AG die Strecke stilllegen wollte. Die Kommunen lehnten dies wegen einer befĂŒrchteten Erhöhung von LĂ€rmbelĂ€stigung und StraßenschĂ€den ab. Nachdem am 2. November 2004 die Schließung der Hemeraner BlĂŒcher-Kaserne verkĂŒndet wurde, wird dann auch die letzte Nutzung der Bahnstrecke von Hemer nach Menden eingestellt, die bisher fĂŒr die monatlichen Panzer-Transporte der Bundeswehr genutzt wurde.

Im Jahr 2006 sollte die Volme-Agger-Bahn auf der Strecke von Hagen ĂŒber BrĂŒgge (Westf)-Kierspe-Meinerzhagen-Marienheide-Gummersbach durchgehend nach Köln reaktiviert werden. Das Land NRW hatte im Sommer 1998 in seiner ÖPNV-Bedarfsplanung den LĂŒckenschluss zwischen BrĂŒgge(Westf) und Gummersbach als vordringlich eingestuft und erforderliche Geldmittel fĂŒr die Reaktivierung im Haushalt eingeplant. Es wurden VertrĂ€ge mit den VerkehrsverbĂŒnden geschlossen. Die Reaktivierung ist seitdem zwar regelmĂ€ĂŸig angekĂŒndigt, aber immer wieder verschoben worden. Mittlerweile wurden auf der halben Strecke neue Gleise verlegt, Signale installiert und BahnĂŒbergĂ€nge gebaut. Im Mai 2006 kĂŒndigte jedoch der nach dem Regierungswechsel neu ins Amt berufene NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke an, das Projekt neu prĂŒfen zu wollen. Solange werden keine weiteren Arbeiten erfolgen.

Die im Kreisgebiet verlaufenden lokalen und regionalen Buslinien werden im Wesentlichen von der MVG MĂ€rkischen Verkehrsgesellschaft GmbH betrieben, aber es gibt auch Linien der Busverkehr Ruhr-Sieg, der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-SĂŒd und der Regionalverkehr Köln.

Luftverkehr

Die nĂ€chstgelegenen FlughĂ€fen sind der Flughafen Dortmund, der Flughafen DĂŒsseldorf und der Flughafen Köln/Bonn. Im MĂ€rkischen Kreis gibt es nur einige kleinere FlugplĂ€tze, beispielsweise den Flugplatz Altena-Hegenscheid und das SegelfluggelĂ€nde Menden-Barge.

Kultur

Der MĂ€rkische Kreis gehört zur Kulturregion SĂŒdwestfalen. Die kulturellen AktivitĂ€ten des Kreises werden vom Fachdienst Kultur in Altena betreut.

Der MĂ€rkische Kreis ist TrĂ€ger des 1989 gegrĂŒndeten MĂ€rkischen Jugendsinfonieorchesters. Daneben bestehen insbesondere im Rahmen der örtlichen Musikschulen weitere, zum Teil symphonische Jugendorchester sowie ein Kreisjugendblasorchester in freier TrĂ€gerschaft. Außerdem bestehen in verschiedenen StĂ€dten des MĂ€rkischen Kreises Laienorchester wie die Kammerorchester in LĂŒdenscheid und Meinerzhagen. JĂ€hrlich finden sich in Iserlohn internationale Solisten zu den „Iserlohner Herbsttagen fĂŒr Musik“ ein.

Im Kreis befindet sich ebenfalls der Ă€lteste Jazzclub Deutschlands, der „Henkelmann“ in Iserlohn.

Seit einigen Jahren findet in Iserlohn im Museumsdorf Maste-Barendorf jĂ€hrlich der „Rocksommer in Barendorf“ statt.

Als bekanntestes Kulturdenkmal gilt im MĂ€rkischen Kreis die Burg Altena. Auch die LuisenhĂŒtte ist als Industriedenkmal von Bedeutung. Eine kulturhistorische Bedeutung haben die Höhlen im Hönnetal und in Iserlohn.

Die Ortsheimatvereine und Ortsheimatpfleger sind unter dem Dach des Heimatbundes MĂ€rkischer Kreis (HBMK) organisiert.[12]

In Balve liegt die grĂ¶ĂŸte eiszeitliche Kulturhöhle Deutschlands, die Balver Höhle, in der unter anderen die Festspiele Balver Höhle Programm anbieten.

Im Iserlohner „Parktheater“ (Haus mit großer und kleiner BĂŒhne) gastieren in erster Linie auswĂ€rtige Ensembles aller Sparten. In LĂŒdenscheid existiert das „Kulturhaus“ mit Ă€hnlicher Ausrichtung. Menden bietet mit dem „Theater am Ziegelbrand“ und mit dem Zimmertheater „Scaramouche“ feste SpielstĂ€tten.

Zur Kultur gehört auch das SchĂŒtzenwesen, das in den einzelnen Orten des Kreises von Gruppierungen wie den SchĂŒtzenbruderschaften, Musikvereinen und Chören bestimmt wird. Die Musikvereine sind organisiert im Kreismusikverband. Die SchĂŒtzenvereine sind Mitglied im KreisschĂŒtzenbund, die Chöre im Chorverbund MĂ€rkischer Kreis.

Siehe auch: MĂ€rkisches Stipendium fĂŒr Musik; MĂ€rkisches Stipendium fĂŒr Bildende Kunst

Sport

Die bekannteste Mannschaft im MĂ€rkischen Kreis ist das Team der Iserlohn Roosters.

Fußball

Die SF Oestrich-Iserlohn spielen nach dem Abstieg aus der NRW-Liga gemeinsam mit dem FC Borussia Dröschede in der Westfalenliga Staffel 2, die SG Hemer, der Kiersper SC, der BSV Menden, der TuS Plettenberg und der FSV Werdohl treten in der Landesliga Staffel 2 SĂŒd an. In LĂŒdenscheid ist der ehemalige Fußball-Zweitligist Rot-Weiß LĂŒdenscheid ansĂ€ssig.

Eishockey

Iserlohn ist seit 1971 Standort der in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) spielenden Iserlohn Roosters, SpielstĂ€tte ist hier die „Eissporthalle am Seilersee“.

Der im Jahr 1994 gegrĂŒndete Iserlohner EC ist das Sportliche AushĂ€ngeschild, nicht nur der Stadt Iserlohn sondern auch des gesamten MĂ€rkischen Kreises. Der Verein kam durch den Erwerb der Lizenz der „Starbulls“ Rosenheim in Deutsche Eishockey Liga [gegrĂŒndet1994](DEL) und heißt heute Iserlohn Roosters. Bis zum Jahr 1987 spielte bereits der ECD Iserlohn (vorher EC Deilinghofen) in der höchsten Deutschen Spielklasse, der damaligen 1.Bundesliga.

Reitsport

Reitzentrum im MÀrkischen Kreis ist Balve, in dem mit dem Balve Optimum jÀhrlich ein international bedeutendes Reitturnier stattfindet und das Heimat des Ehrenvorsitzenden der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Dieter von Landsberg-Velen, geworden ist.

Weitere bedeutende Reitervereine sind der Reiterverein Iserlohn und der Reiterverein Edelburg in Hemer. Beeindruckende Turniererfolge kann die Jugend des LĂ€ndlichen Reit- und Fahrvereines Meinerzhagen aufweisen.

Die Reitvereine sind organisiert im Reiterverband MĂ€rkischer Kreis.

Erfolgreichster Reiter aus dem MĂ€rkischen Kreis war der zweimalige Mannschaftsolympiasieger und Silbermedaillengewinner in der Einzelwertung Harry Boldt, der fĂŒr den Iserlohner Reiterverein startete. Nach dem Ende seiner Sportlerkarriere gelangen ihm als Bundestrainer weitere bedeutende Erfolge.

Weitere Sportarten

In MĂ€rkischen Kreis beheimatet sind ebenfalls der sechsmalige deutsche Meister und dreimalige Pokalsieger Rollhockey-Erstligist ERG Iserlohn, der zweimalige deutsche Meister Blau Weiß Iserlohn-Letmathe in der Kegel-Bundesliga (Schere) und der VfB Altena, zweifacher deutscher Mannschaftsmeister im Tischtennis. Seit 1996 ist die Tischtennisabteilung als eigenstĂ€ndiger Verein als aktiv und spielt derzeit in der Regionalliga West.[13]

In der 2. Radballbundesliga starten zwei Mannschaften des RC Pfeil 07 Iserlohn, der im SchĂŒler-, Jugend- und Juniorenbereich schon einige deutsche Meistertitel und Platzierungen erreicht hat und im Erwachsenenbereich schon mehrere Jahre in der höchsten Liga beheimatet war.

Der Kreis ist drittklassig vertreten sowohl im Handball durch die SG SchalksmĂŒhle-Halver (3. Liga West) als auch im Volleyball durch den TuS Iserlohn (Regionalliga West). Nur noch viertklassig im Basketball sind die Iserlohn Kangaroos (1. Regionalliga West).

Deutscher Vizemeister im Skaterhockey sind die Highlander aus LĂŒdenscheid.

Weiter sind noch die Kiersper Motoballer (MBC+MSF-Tornado-Kierspe) in der Bundesliga vertreten Weitere Sporteinrichtungen zur Freizeitgestaltung sind

  • ErlebnisbĂ€der in Plettenberg und Iserlohn-Letmathe
  • das „Seilerseebad“ in Iserlohn

Der SauerlĂ€nder Gebirgsverein ist der grĂ¶ĂŸte Verein der Region mit ĂŒber 50.000 Mitgliedern. Der SGV fĂŒr Wandersport und Nordic Walking organisiert Veranstaltungen und engagiert sich im Naturschutz.

Medien

Im MĂ€rkischen Kreis sind die regionalen Tageszeitungen Westfalenpost, Iserlohner Kreisanzeiger, LĂŒdenscheider Nachrichten (mit den KopfblĂ€ttern („Lokalausgaben“) Allgemeiner Anzeiger, Altenaer Kreisblatt, Meinerzhagener Zeitung und SĂŒderlĂ€nder Volksfreund), WestfĂ€lische Rundschau und die Mendener Zeitung verbreitet. Alle BlĂ€tter gehören entweder zur WAZ- oder zur Ippen-Gruppe.

Als verbindendes Medium kann das Lokalradio Radio MK angesehen werden.

Literatur

  • Ernst Dossmann: Auf den Spuren der Grafen von der Mark. Wissenswertes ĂŒber das Werden und Wachsen der ehemaligen Grafschaft Mark und ĂŒber den MĂ€rkischen Kreis; Verlag Mönnig, Iserlohn 1983, ISBN 3-922885-14-4
  • Ernst Dossmann: Papier aus der alten Grafschaft Mark: Papierherstellung und Verarbeitung im Wirtschaftsraum zwischen Volme, Ruhr und Hönne: eine wirtschaftsgeographische und familiengeschichtliche Studie zur Entwicklung eines bedeutsamen sĂŒdwestfĂ€lischen Wirtschaftszweiges im Umkreis der StĂ€dte Hagen, Iserlohn, Hemer, Menden, Fröndenberg und Plettenberg. Mönnig Verlag, Iserlohn 1987, ISBN 3-922885-33-0
  • Heinz Heineberg, GĂŒnter Rosenbohm, Klaus Temlitz (Hg.): Der MĂ€rkische Kreis. StĂ€dte und Gemeinden in Westfalen 10. Aschendorff Verlag, MĂŒnster 2005. ISBN 978-3-402-06274-6
  • Literatur von MĂ€rkischer Kreis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Weblinks

 Commons: MĂ€rkischer Kreis â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ↑ Aloys Meister: Die Grafschaft Mark, Festschrift zum GedĂ€chtnis der 300-jĂ€hrigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2 Bde., Dortmund 1909
  3. ↑ Margarete Frisch: Die Grafschaft Mark. Der Aufbau und die innere Gliederung des Gebietes besonders nördlich der Ruhr. Aschendorff, MĂŒnster in Westfalen 1937
  4. ↑ Uta Vahrenhold-Huland: Grundlagen und Entstehung des Territoriums der Grafschaft Mark. Dortmund 1968
  5. ↑ maerkischer-kreis.de: Die Entstehung des MĂ€rkischen Kreises, abgerufen am 31. August 2011
  6. ↑ Landesdatenbank NRW: Bevölkerungsstand MĂ€rkischer Kreis
  7. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik NRW
  8. ↑ § 2 Abs. 1 der Hauptsatzung des MĂ€rkischen Kreises vom 10. Juli 1995 in der Fassung der Änderungssatzung vom 8. Juni 2005
  9. ↑ Ministerium fĂŒr Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: Pressemitteilung zu KyrillschĂ€den (16. Januar 2008)
  10. ↑ MĂ€rkischer Kreis: Nach „Kyrill“
  11. ↑ LĂŒckenschlĂŒsse an Autobahnen in NRW
  12. ↑ MĂ€rkischer Kreis: Dachverband fĂŒr die Ortsheimatvereine und Ortsheimatpfleger
  13. ↑ TTC Altena

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