Privatwagen

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Privatwagen

Privatwagen (private owners wagons; wagons appartenants aux particuliers; carri di propriet├í privata) im allgemeinen Eisenbahnwagen, die Privaten geh├Âren und f├╝r deren Zwecke unter den tarifm├Ą├čig oder durch besondere Vereinbarung festgestellten Bedingungen im Eisenbahnverkehr zugelassen werden. Derartige P. kommen sowohl f├╝r Personen- als auch f├╝r G├╝terbef├Ârderung vor. Meist handelt es sich um Wagen, die mit besonderen Einrichtungen f├╝r bestimmte Zwecke versehen und wegen ihrer beschr├Ąnkten Benutzbarkeit von den Eisenbahnverwaltungen gar nicht oder nicht in ausreichender Zahl angeschafft werden, beispielsweise im Personenverkehr um Salon-, Speise-, Schlafwagen u. dgl., im G├╝terverkehr um Kesselwagen (s.d.), ferner um Wagen zur Bef├Ârderung von Bier, Butter, Milch, Fischen, Gefl├╝gel, Pferden u.s.w.

I. Privatpersonenwagen. Die Bedingungen ihrer Inbenutzungsnahme auf den Eisenbahnen sind sehr verschieden.

Salonwagen, die Privaten geh├Âren, werden von den Eisenbahnverwaltungen gew├Âhnlich gegen Bezahlung derselben Geb├╝hren im Verkehr zugelassen, die f├╝r bahnseitig gestellte Salonwagen tarifm├Ą├čig zu entrichten sind. Die Verwaltung, die die Verwahrung eines Privatsalonwagens ├╝bernimmt, wird hierf├╝r von dem Eigent├╝mer besonders entsch├Ądigt.

Wegen des Laufs von Schlaf- und Speisewagen werden von den Unternehmern mit den beteiligten Bahnverwaltungen meist besondere Abmachungen getroffen, u.zw. ├╝bernehmen die Bahnverwaltungen die Einstellung der Wagen in der Regel unter der Bedingung, da├č die die betreffenden Wagen benutzenden Reisenden den vollen Fahrpreis zu gunsten der Bahnanstalt und au├čerdem einen Zuschlag zu gunsten des Unternehmers entrichten.

Die Eisenbahngesellschaften behalten sich h├Ąufig einen Anteil am Reinertr├Ągnis vor, leisten dagegen der Unternehmung eine Laufmiete, falls diese verpflichtet wird, einzelne Abteilungen des Schlafwagens f├╝r Reisende mit gew├Âhnlichen Fahrkarten zur Verf├╝gung zu halten.

Bei den Speisewagen entf├Ąllt gew├Âhnlich die Entrichtung eines Zuschlags f├╝r den Unternehmer und findet letzterer seine Entsch├Ądigung in den Preisen f├╝r die in solchen Wagen von den Reisenden verzehrten Speisen und Getr├Ąnke. Auf verkehrsreicheren Strecken ist er in der Lage, einen Pachtbetrag an die Eisenbahnverwaltung zu zahlen, der in der Regel allerdings nur einen geringen Teil der Bef├Ârderungskosten des Wagens deckt.

Die Instandhaltung der Wagenkasten und der inneren Einrichtung sowie die Bedienung der Wagen obliegen gew├Âhnlich der Unternehmung, die sonstige Instandhaltung und Revision der Wagen, desgleichen die Unterbringung der nicht im Lauf befindlichen Wagen den beteiligten Eisenbahnen.

II. Privatg├╝terwagen. Diese stehen vor allem in England in gro├čer Zahl in Verwendung, u.zw. nicht allein wie in anderen L├Ąndern nur f├╝r die Bef├Ârderung von G├╝tern, die eine besondere Einrichtung der Wagen erfordern, sondern auch f├╝r gew├Âhnliche G├╝ter, insbesondere f├╝r Kohlen, Salz, Steine, Erze und D├╝nger. 1876 wurde die Zahl der P. in England sch├Ątzungsweise mit 200.000 St├╝ck (gegen 140.000 G├╝terwagen der Eisenbahnen) angegeben ÔÇô auf der Midlandbahn allein gegen 40.000 St├╝ck. In dem von Lambert (Great Western Railway) erstatteten Bericht zur Frage XIX des vierten internationalen Eisenbahnkongresses in St. Petersburg 1892 (R├ępartition des wagons vides) wird angef├╝hrt, da├č auf dem Netz der Great Western Railway allein 40.000 bis 50.000 P. im Verkehr stehen und da├č sich die Gesamtzahl der P. in England auf mehrere hunderttausend St├╝ck belaufen d├╝rfte.


Nach Frahm ┬╗Das englische Eisenbahnwesen┬ź sollen von den 1,060.000 englischen G├╝terwagen etwa 40 bis 45% im Privatbesitz sein und sich auf etwa 4000 verschiedene Eigent├╝mer verteilen. Die Verwendung so zahlreicher P. ergibt f├╝r die Bahnen erhebliche Nachteile. Au├čer ihrer geringen Tragf├Ąhigkeit und mangelhaften Beschaffenheit kommt auch in Betracht, da├č sie dem Eigent├╝mer immer wieder zugef├╝hrt werden m├╝ssen und daher viele Leerl├Ąufe verursachen. Auch macht ihre Behandlung (Verteilung auf die Ladestellen der Eigent├╝mer, Abholen und Einstellen in die Z├╝ge) gro├če Kosten. Anderseits scheut man sich, gegen die Eigent├╝mer der P. mit R├╝cksicht auf ihre gesch├Ąftlichen Beziehungen zu den Eisenbahnverwaltungen energisch vorzugehen, indem sie fr├╝her die Herstellung von P. geradezu beg├╝nstigt oder verlangt haben, um ihr Anlagekapital niedriger zu halten und ihre Verwaltung zu vereinfachen. Eine Handhabe, derartige Forderungen durchzusetzen, bot ihnen das Frachtf├╝hrergesetz von 1830 (Carriers Law 1830), nach dem die Eisenbahngesellschaften nicht verpflichtet sind, Kohlen ohneweiters zu bef├Ârdern, sondern gewisse Bedingungen stellen k├Ânnen, insbesondere Beistellung der Wagen durch die Verfrachter. Ferner ist zu bedenken, da├č die Rohg├╝tertarife vielfach unter der Voraussetzung der Benutzung von P. gebildet werden. Die Midlana-Gesellschaft hat Anfang der Neunzigerjahre den Versuch gemacht, die zu ihrem Bezirk geh├Ârigen P. aufzukaufen, jedoch ohne Erfolg, weil die mit ihr in Wettbewerb tretenden Gesellschaften nicht das gleiche taten und die Wageneigent├╝mer daher wieder neue Wagen anschafften.


In keinem andern Staat hat die Einrichtung der P. auch nur ann├Ąhernd eine solche Entwicklung wie in England genommen. Indessen ist auch bei den Bahnen anderer L├Ąnder die Zahl der in ihren Fahrpark eingestellten P. nicht unerheblich (deutsche Eisenbahnen rd. 230.000, ├Âsterreichische Staatsbahnen rd. 8000).

Die Bahnen beg├╝nstigen vielfach die Einstellung von mit besonderen Einrichtungen versehenen P.

F├╝r die Eisenbahnen eines Landes und von einzelnen gr├Â├čeren Verwaltungen werden allgemeine Vorschriften ├╝ber die Zulassung von P. aufgestellt und in den Tarifen oder sonst verlautbart. Diese Vorschriften regeln die Bauart und Bezeichnung der Wagen, die Art und den Umfang der Benutzung der Wagen durch die Eigent├╝mer, die Tarifs├Ątze f├╝r die Bef├Ârderung der beladenen P., die Behandlung der Leerfahrten, die allf├Ąllige Miete, die die Bahn dem Eigent├╝mer zahlt, die Strafmieten und Standgelder bei verz├Âgerter Be- oder Entladung, die Lieferfristen, die Erhaltung sowie das Schmieren und Reinigen der Wagen, die Haftung der Eigent├╝mer f├╝r Sch├Ąden, die durch die Beschaffenheit der verladenen G├╝ter entstehen u.s.w.

Die Bestimmungen f├╝r Deutschland finden sich in der Kundmachung 8 des DEVV. und im deutschen Eisenbahng├╝tertarif Teil I, Abteilung B. P. sind darnach die f├╝r die Bef├Ârderung gewisser G├╝ter besonders eingerichteten Wagen, deren Ben├╝tzung dem durch die Wagenanschrift bezeichneten Privaten zusteht. Die Kundmachung 8 enth├Ąlt auch eine Dienstvorschrift f├╝r die Behandlung der P., ferner die Bedingungen f├╝r die Einstellung von P. sowie das ├ťbereinkommen zwischen den Verwaltungen des VDEV. ├╝ber die Zulassung von P. nebst Zusatzbestimmungen f├╝r den Staatsbahnwagenverband. Durch einen Nachtrag sind auch P. mit Umsetzvorrichtungen zum ├ťbergang auf die russische Breitspur zugelassen. ├ťber die Einstellung eines P. entscheidet die Verwaltung, in deren Wagenpark der Wagen aufgenommen werden soll. Als Kessel- oder Gef├Ą├čwagen gelten nur solche besonders eingerichtete Wagen, bei denen die Kessel oder Gef├Ą├če die Stelle des Wagenkastens vertreten oder bei denen die Kessel, Metallzylinder, F├Ąsser oder sonstigen Gef├Ą├če mit dem Wagenboden derart verbunden sind, da├č sie nicht ohne besondere Schwierigkeiten abgenommen werden k├Ânnen.

Zur Bef├Ârderung in Kessel- oder anderen Gef├Ą├čwagen d├╝rfen nur die im Verzeichnis V des deutschen Eisenbahng├╝tertarifs Teil I, Abteilung B aufgef├╝hrten G├╝ter zugelassen werden. Zur Bef├Ârderung mit sonstigen P. d├╝rfen zugelassen werden:

a) G├╝ter, die wegen ungew├Âhnlicher Schwere oder wegen der Form der einzelnen unzerlegbaren St├╝cke Wagen besonderer Bauart oder mit besonderer Einrichtung bed├╝rfen, z.B. gro├če Panzerplatten, Spiegelscheiben;

b) die im Verzeichnis VI des Tarifs aufgef├╝hrten G├╝ter, die wegen ihrer Leichtverderblichkeit oder wegen sonstiger Eigenschaften Wagen von besonderer Bauart oder mit besonderer Einrichtung bed├╝rfen. Bei der Bef├Ârderung in Kessel- oder anderen Gef├Ą├čwagen wird die Fracht f├╝r das Reingewicht der in den Gef├Ą├čen enthaltenen G├╝ter, mindestens jedoch f├╝r 10.000 kg f├╝r jeden Wagen nach der f├╝r das Gut zutreffenden Tarifklasse berechnet. Ist indessen das Eigengewicht des verwendeten Wagens h├Âher als das hiernach frachtpflichtige Gewicht, so ist 1/3 des Mehrgewichts dem frachtpflichtigen Gewicht des Guts zuzuschlagen. Bei der Bef├Ârderung mit sonstigen P. wird die Fracht nach dem Gewicht der verladenen G├╝ter nach der f├╝r das Gut zutreffenden Tarifklasse, mindestens jedoch f├╝r 2000 kg f├╝r jeden Wagen nach der zutreffenden St├╝ckgutklasse berechnet. ├ťbersteigt jedoch das Eigengewicht des Wagens 15.000 kg und ist das frachtpflichtige Gewicht der Ladung niedriger als das Eigengewicht, so wird 1/3 des 15.000 kg ├╝bersteigenden Eigengewichts dem frachtpflichtigen Gewicht der Ladung hinzugerechnet. Wenn aber das frachtpflichtige Gewicht h├Âher ist als 15.000 kg, so wird nur 1/3 des das frachtpflichtige Gewicht ├╝bersteigenden Eigengewichts dem frachtpflichtigen Gewicht zugeschlagen.

Die leeren P. werden frachtfrei bef├Ârdert. Die frachtfreie Bef├Ârderung leerer P. hat innerhalb der reglementarischen Lieferfrist f├╝r Frachtg├╝ter zu erfolgen.

Frachtpflichtig ist die Bef├Ârderung der leeren Wagen zum Zweck der Einstellung oder Umstationierung; als eingestellt gilt ein Wagen auf der Heimatstation. Wird ein Wagen nicht zuerst nach der Heimatstation, sondern zur Beladung nach einer andern Station bef├Ârdert, so wird die Fracht bis zu der Station berechnet, wo der Wagen zuerst beladen wird, h├Âchstens jedoch die Fracht, die sich beim Leerlauf des Wagens nach der Heimatstation ergeben w├╝rde.

Der Eisenbahn bleibt die Ausnutzung der P. beim Leerlauf vorbehalten. Die Wagen d├╝rfen jedoch nicht mit G├╝tern beladen werden, durch die sie entwertet oder f├╝r den vom Einsteller beabsichtigten Zweck unbrauchbar gemacht werden. Im Fall der Umstationierung wird die Fracht von der letzten Entladestation bis zur n├Ąchsten Beladestation f├╝r die durchlaufenen Tarif km, jedoch h├Âchstens die Fracht von der alten bis zur neuen Heimatstation gerechnet. F├╝r die im Verzeichnis VI angef├╝hrten G├╝ter d├╝rfen gro├čr├Ąumige P. nur eingestellt und ben├╝tzt werden, wenn f├╝r sie in diesem Verzeichnis die Einstellung gro├čr├Ąumiger gedeckter oder offener Wagen f├╝r zul├Ąssig erkl├Ąrt ist, gro├čr├Ąumige bedeckte oder offene Wagen auch dann, wenn das Gut dem Verzeichnis III, gro├čr├Ąumige offene Wagen auch dann, wenn das Gut dem Verzeichnis IV angeh├Ârt.

Den Einstellern von P. wird eine Miete f├╝r Wagenbenutzung nicht gew├Ąhrt. Die gesamten Erhaltungskosten der P. werden den Eigent├╝mern angerechnet.

Die Vorschriften der ├Âsterreichischen Staatsbahnen stimmen im wesentlichen mit jenen des deutschen Staatsbahnwagenverbands ├╝berein. Die ├Âsterreichischen Vorschriften bedingen abweichend von jenen des deutschen Staatsbahnwagenverbands einen j├Ąhrlichen Mindestlauf von 5000 km in beladenem Zustand sowie die Zahlung eines Betrags von 2 h f├╝r jeden fehlenden km. Dagegen wird nach den ├Âsterreichischen Vorschriften f├╝r Wagen, die eine bahnseitige Ausnutzung gestatten und einen entsprechenden Jahreserfolg in Lauf km (├╝ber 10.000 km) erbringen, eine Entsch├Ądigung von 0ÔłÖ9 h f├╝r den Wagen km gew├Ąhrt, ferner die gew├Âhnliche Erhaltung des Untergestells und Laufwerks bahnseitig besorgt. F├╝r die Bef├Ârderung der auf Wagen bis einschlie├člich 35 t Ladegewicht verladenen Sendungen werden, insofern hier├╝ber nicht andere Vereinbarungen geschaffen sind, die Fracht- und Nebengeb├╝hren nach den jeweilig g├╝ltigen Tarifen berechnet. F├╝r Sendungen, die auf Wagen von ├╝ber 35 t Ladegewicht verladen werden, werden die Tarifs├Ątze fallweise vereinbart.

Nach den Vorschriften der ungarischen Staatsbahnen d├╝rfen P. vom Eigent├╝mer nur benutzt werden, wenn sie wenigstens mit 50% ihres Rauminhalts ausgen├╝tzt werden und wenn die Sendungen f├╝r Stationen der ungarischen Staatsbahnen oder f├╝r solche Stationen anderer Bahnen bestimmt sind, zu deren Erreichung die Wagen ├╝ber die Linien der ungarischen Staatsbahnen laufen m├╝ssen. Dem Eigent├╝mer wird von den Staatsbahnen f├╝r den Wagen keinerlei Laufmiete bezahlt. Die Bef├Ârderung des leeren Wagens erfolgt geb├╝hrenfrei.

In den Niederlanden erfolgt die Einstellung von P. in den Fahrpark einer Bauunternehmung kostenfrei.

Hinsichtlich der Bauart solcher Wagen sind die Bestimmungen des ┬╗Algemeen Reglement voor den Dienst op de Spoorwegen┬ź und die TV. ma├čgebend.


Nach den f├╝r die schweizerischen Eisenbahnen geltenden Bedingungen, betreffend die Einstellung von Privaten geh├Ârenden G├╝terwagen in den Wagenpark einer schweizerischen Bahnverwaltung, gestatten diese den Privaten und Gesch├Ąftsfirmen eigene G├╝terwagen, die zur Bef├Ârderung besonderer G├╝ter dienen sollen und hierf├╝r eingerichtet sein m├╝ssen, in ihren Wagenpark unter nachfolgenden Bedingungen einzustellen:

Die Wagen m├╝ssen den polizeilichen und technischen Vorschriften und Anforderungen entsprechen, die f├╝r deren Zulassung und ├ťbergangsf├Ąhigkeit auf den verschiedenen Bahngebieten des In- und Auslandes bestehen. Sie m├╝ssen auch mit einer entsprechenden Bremsvorrichtung versehen sein.

Die endg├╝ltige Entscheidung ├╝ber Aufnahme in den Park der Gesellschaft findet erst nach technischer Pr├╝fung des erstellten Wagens statt. Die Kosten dieser Pr├╝fung hat der Eigent├╝mer zu tragen.

Die aufgenommenen Wagen m├╝ssen mit den Initialen der aufnehmenden Verwaltung, der Nummer, mit der ├╝blichen Bezeichnung der Tara, der Tragkraft und des Radstandes, dem Vermerk und Datum ├╝ber die periodische Revision versehen sein.

Die Wagen sollen bei Nichtgebrauch in der Regel auf der angeschriebenen Heimatstation zur Verf├╝gung des Eigent├╝mers stehen.

Die Bahnverwaltung beh├Ąlt sich indessen vor, dieselben nach mehr als 14t├Ągigem Stillstand auf Kosten des Eigent├╝mers auch auf eine andere Station zu stellen.

Die Verf├╝gung ├╝ber die Wagen zu Verwendungszwecken steht einzig dem Eigent├╝mer zu, dagegen d├╝rfen die Wagen seitens des Eigent├╝mers oder des Versenders nur zur Bef├Ârderung solcher G├╝ter benutzt werden, f├╝r die sie angeschrieben sind.

Die Vermietung solcher Wagen an dritte oder die Verwendung f├╝r Rechnung dritter ist nur mit Zustimmung der Bahnverwaltung gestattet.

Die aufnehmende Verwaltung verg├╝tet unter keiner Form eine Wagenmiete an den Eigent├╝mer, weder f├╝r die Benutzung der Wagen auf den eigenen noch auf fremden Bahnlinien, dagegen bleibt den Eisenbahnverwaltungen die Benutzung der Wagen, soweit solche ├╝berhaupt tunlich ist, beim Leerlauf auf dem Hin- oder R├╝ckweg vorbehalten.

Die in den Park einer Bahnverwaltung aufgenommenen Spezialwagen verkehren als Wagen dieser Verwaltung wie deren eigene Wagen auf den Bahnen des In- und Auslandes. F├╝r die Belade- und Entladefristen dieser Wagen gelten demgem├Ą├č auch die gleichen Bestimmungen, wie solche f├╝r alle ├╝brigen Wagen bestehen. Findet eine ├ťberschreitung der gestatteten Fristen statt, so sind die festgestellten Versp├Ątungsgeb├╝hren (Wagenmiete) zu bezahlen.

Die Stationierung der leeren Wagen auf der angeschriebenen Heimatstation w├Ąhrend 14 Tagen, von dem auf die Ankunft der Wagen folgenden Tag an gerechnet, geschieht unentgeltlich; f├╝r eine l├Ąngere Stationierung der leeren Wagen auf der Heimatstation oder einer andern Station hat der Wageneigent├╝mer eine Standgeb├╝hr von 25 Ct. f├╝r den angebrochenen Tag und Wagen zu bezahlen.

Die Bahnverwaltung besorgt durch ihre Organe und auf eigene Rechnung die erforderliche Revision, ├Ąu├čere Reinigung, das Schmieren und den ├╝brigen laufenden Unterhalt mit Ausnahme desjenigen der besonderen Einrichtungen (Reservoirs u.s.w.).

Die Frachtberechnung f├╝r die in den Wagen verladenen G├╝ter sowie der leeren Wagen erfolgt nach den tarifarischen Vorschriften f├╝r ganze Wagenladungen.

F├╝r Kesselwagen gelten besondere Bestimmungen.

Nach den Tarifbestimmungen der franz├Âsischen Eisenbahnen werden als P. die f├╝r die Bef├Ârderung gewisser G├╝ter besonders eingerichteten Wagen zugelassen, deren Benutzung dem durch die. Wagenanschrift bezeichneten Privaten zusteht. ├ťber die Einstellung eines solchen Wagens entscheidet die Verwaltung, in deren Wagenpark der Wagen aufgenommen werden soll. Die Fracht wird f├╝r das Gewicht der verladenen G├╝ter nach der f├╝r das Gut zutreffenden Tarifklasse, mindestens jedoch f├╝r das bei Aufgabe in Wagenladungen festgesetzte Minimalgewicht berechnet. ├ťbersteigt jedoch das Eigengewicht des Wagens 15.000 kg und ist das frachtpflichtige Gewicht der Ladung niedriger als das Eigengewicht, so wird 1/3 des 15.000 kg ├╝bersteigenden Eigengewichts dem frachtpflichtigen Gewicht der Ladung hinzugerechnet. Wenn aber das frachtpflichtige Gewicht h├Âher ist als 15.000 kg, so wird nur 1/3 des das frachtpflichtige Gewicht ├╝bersteigenden Eigengewichts dem frachtpflichtigen Gewicht zugeschlagen.

Die leeren P. werden frachtfrei bef├Ârdert. Frachtpflichtig ist jedoch die Bef├Ârderung der leeren Wagen zum Zweck der Einstellung in den Wagenpark oder der Umstationierung.

Die Fristen f├╝r das Beladen und Entladen der P. sind die gleichen wie f├╝r gew├Âhnliche G├╝terwagen.


Privattierwagen sind die f├╝r die Bef├Ârderung gewisser Tiere besonders eingerichteten Wagen, deren Benutzung dem durch die Wagenanschrift bezeichneten Privaten zusteht.


Sie werden nach dem deutschen Eisenbahntiertarif nur zur Bef├Ârderung von Pferden (Privatstallungswagen) sowie von Gefl├╝gel zugelassen.

├ťber die Tarifierung von Pferden in Privatstallungswagen vgl. Pferdebef├Ârderung.

Die Fracht f├╝r Gefl├╝gel wird nach der Ladefl├Ąche des benutzten P. oder nach der Anzahl der in ihm verladenen St├╝cke berechnet, je nachdem die eine oder die andere Berechnungsweise eine billigere Fracht ergibt, jedoch wird mindestens die Fracht f├╝r 10 m2 nach Klasse L3 oder L4 erhoben.

Die leeren P. werden frachtfrei bef├Ârdert. Frachtpflichtig ist jedoch ihre Bef├Ârderung zum Zweck der Einstellung oder Umstationierung.

Der ├Âsterreichisch-ungarische Tiertarif Teil I enth├Ąlt keine Bestimmungen ├╝ber die tarifarische Behandlung von Privattierwagen.


http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912ÔÇô1923.

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