Aufenthaltsräume

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Aufenthaltsräume

Aufenthaltsr√§ume, Aufenthaltsgeb√§ude, Unterkunftsh√§user (railway servants' rooms; b«étiments d'attente du personnel; fabbricati d'aspetto) werden auf den Bahnh√∂fen und l√§ngs der Strecke eingerichtet, um die Bediensteten in den Arbeitspausen beim Einnehmen der Mahlzeiten gegen Wetterunbilden zu sch√ľtzen und um den Aushilfmannschaften f√ľr die Dauer ihrer Bereitschaft zum Aufenthalt zu dienen.

F√ľr die Streckenarbeiter begn√ľgt man sich h√§ufig mit zeltartigen H√ľtten oder aus Bretttafeln zusammengef√ľgten Buden, die je nach der Verschiebung der Arbeitsstelle aufgeschlagen oder abgebrochen werden. Auf den Bahnh√∂fen werden vielfach abg√§ngige Wagenkasten zu A. eingerichtet. Sie eignen sich jedoch nur f√ľr vor√ľbergehende Zwecke, weil der Aufenthalt in ihnen, namentlich im Winter, wo die √Ėfen √ľberheizt werden m√ľssen, um die R√§ume gen√ľgend zu erw√§rmen, recht wenig angenehm ist.

Dauerndes Bed√ľrfnis nach A., die nicht in vorhandenen Geb√§uden (Stationsdienstgeb√§uden, G√ľterschuppen u.s.w.) eingerichtet werden k√∂nnen, sollte stets durch Errichtung eigener Baulichkeiten befriedigt werden, wobei man aus Ersparnisgr√ľnden m√∂glichst A. f√ľr verschiedene Mannschaftsgruppen in einem Geb√§ude vereinigt. Allerdings darf darin nicht zu weitgegangen werden, damit die von den Arbeitsstellen zu den A. zur√ľckzulegenden Wege nicht zu gro√ü und dadurch die Ruhezeiten in den Arbeitspausen in unzul√§ssiger Weise verk√ľrzt werden.

Grunds√§tzlich trennt man die A. f√ľr Beamte von denen f√ľr Arbeiter, letztere wieder meist unter sich nach der Art der Besch√§ftigung und den vorgesetzten Dienststellen, z.B. die Streckenarbeiter von den Putzern und die Putzer der Betriebswerkmeistereien von denen der Wagenwerkmeistereien. Auch die A. f√ľr Frauen, z.B. f√ľr die Wagenputzerinnen, sind von den √ľbrigen zu sondern.

An Fl√§chenbedarf rechnet man in den A. 1‚ąô2‚Äď1‚ąô4 m2 f√ľr den einzelnen, wenn die Kleiderschr√§nke in den R√§umen mit untergebracht werden. Werden sie in besonderen Schrankr√§umen untergebracht, so sind f√ľr das Spind einschlie√ülich Gang etwa 0‚ąô60 m2 und f√ľr den Einzelnen im A. 0‚ąô8‚Äď1‚ąô0 m2 als erforderliche Fl√§che zu rechnen.

Kleiner als 8‚Äď10 m2 wird im allgemeinen kein Raum angelegt, auch wenn sich nach den vorstehenden Angaben geringere Fl√§chen ergeben sollten, weil sonst die Aufstellung der M√∂bel auf Schwierigkeiten st√∂√üt.

Der Eingang zum A. ist durch einen Windfangraum gegen Zugluft zu sch√ľtzen.

Die A. sind m√∂glichst behaglich mit Tischen, B√§nken mit Lehnen, Papierk√∂rben, Sonnenvorh√§ngen, Spein√§pfen, Karten, B√ľchern und Zeitschriften auszustatten, stets sauber zu halten und mit frischem Trinkwasser zu versehen.

Bei A. f√ľr weniger als etwa 10 Bedienstete gen√ľgt die Aufstellung eines Gas- oder Spirituskochers zum W√§rmen mitgebrachter Speisen und eines Waschtisches im Raum selbst. Dar√ľber hinaus sieht man besondere Koch- und Waschr√§ume vor, ferner Trockenr√§ume f√ľr durchn√§√üte Kleidungsst√ľcke und wohl auch Bader√§ume. Bei den Waschr√§umen gen√ľgt im allgemeinen ein Stand von 80 cm Breite und 1‚ąô20 m Tiefe mit festen Waschbecken f√ľr je 5 Mannschaften. Erw√ľnscht ist die Zuleitung warmen Wassers zu den Waschst√§nden. In den Kochr√§umen rechnet man 0‚ąô5 m2 Grundfl√§che f√ľr den Einzelnen; man versieht sie ebenfalls mit Zuflu√ü hei√üen Wassers zur Kaffeebereitung. An Trockenr√§umen ist 0‚ąô3‚Äď0‚ąô5 m2 f√ľr den Einzelnen erforderlich. √úber Bader√§ume s. Badeeinrichtungen.

Gr√∂√üere Geb√§ude werden zur Unterbringung der Kohlen f√ľr die Feuerung ganz oder teilweise unterkellert, wohl auch mit Sammelheizung versehen. Gelegentlich finden sich auch besondere R√§ume f√ľr die Aufbewahrung der Arbeitsger√§te, besonders bei R√§umen, die f√ľr Streckenarbeiter bestimmt sind; es gen√ľgt daf√ľr ein kleiner Raum, etwa von 10 m2 Gr√∂√üe.

Beispiele von Aufenthaltsgebäuden zeigt die Abb. 155.

Auf gro√üen Bahnh√∂fen oder Werkst√§tten kann f√ľr die Verpflegung der Bediensteten die Errichtung von Speise- und Erfrischungsanstalten notwendig werden, s. Speiseanstalten.

Die A. f√ľr die Zugbegleitungs- und Lokomotivmannschaften werden meist mit den f√ľr sie bestimmten √úbernachtungsr√§umen vereinigt; (s. √úbernachtungsgeb√§ude).

In der N√§he der Aufenthaltsgeb√§ude ist f√ľr ausreichend bemessene Abortanlagen Sorge zu tragen.

Cornelius.

Abb. 155. Aufenthaltsgebäude.
Abb. 155. Aufenthaltsgebäude.

http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912‚Äď1923.

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