Bauentwurf

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Bauentwurf

Bauentwurf, Bauprojekt (scheme of work; projet de construction; progetto di costruzione o esecuzione), die Zusammenfassung der f√ľr Zwecke einer geplanten baulichen Anlage erforderlichen technischen und sonstigen Unterlagen.

Die Ausf√ľhrung einer Bahnlinie erfordert die L√∂sung technischer, wirtschaftlicher und finanzieller Fragen sowie solcher √∂ffentlichrechtlicher und privatrechtlicher Natur; die Aufstellung des B. mu√ü daher unter Ber√ľcksichtigung aller dieser Gesichtspunkte erfolgen. Im allgemeinen zerf√§llt der B. in 3 Teile, u. zw. in den Vorentwurf (Vorprojekt), den B. im engeren Sinne (Detailprojekt) und in Sonderentw√ľrfe f√ľr die einzelnen Bauwerke.

Die Aufstellung des Vorentwurfes erfolgt nach beh√∂rdlicher Genehmigung zur Vornahme der Vorarbeiten und dient als Grundlage f√ľr die Erteilung der Konzession. Aus diesem Grunde hat der Vorentwurf neben der technischen Ausf√ľhrbarkeit der geplanten Anlage auch die voraussichtlichen Kosten, die Roh- und Reineinnahmen sowie die zu erwartende Verzinsung des Anlagekapitals nachzuweisen; er enth√§lt daher in der Hauptsache die wirtschaftlichen und finanziellen Grundlagen des Bahnunternehmens. F√ľr die Aufstellung des Vorentwurfes werden eingehende Kartenstudien und allgemeine Gel√§ndeaufnahmen durchgef√ľhrt, um die beabsichtigte Linienf√ľhrung in der Karte darstellen und ein √úbersichtsl√§ngenprofil der Trasse entwickeln zu k√∂nnen. Ist auf Grund des Vorentwurfes bei Privatbahnbauten die Konzession erteilt, oder bei Staatsbahnbauten die gesetzliche Sicherstellung erfolgt, so kann an die Anfertigung des ausf√ľhrlichen Entwurfes oder B. im engeren Sinne geschritten werden.

Der B. im engeren Sinne (ausf√ľhrlicher Entwurf) dient zur Feststellung der durch die Bahnanlage ber√ľhrten zahlreichen √∂ffentlichen sowie privaten Interessen und Rechte und besteht somit aus einer gro√üen Zahl von Pl√§nen, Beschreibungen und Zusammenstellungen, aus denen die baulichen Einzelheiten der Bahnlinie und ihrer Nebenanlagen sowie die erforderlichen Grundst√ľcke und die f√ľr Zwecke der Bahnanlage zur G√§nze zu erwerbenden oder durch die Anlage beeintr√§chtigten Rechte ersehen werden k√∂nnen. Der B. dient als Grundlage f√ľr die Erteilung der Bauerlaubnis oder des Baukonsenses und wird einer eingehenden beh√∂rdlichen Pr√ľfung an Ort und Stelle unterzogen.

Die Anfertigung der erforderlichen Behelfe erfolgt auf Grund der ausgesteckten Bahnachse, der aufgenommenen Querprofile und Einzelaufnahmen des Geländes sowie der eingemessenen Parzellengrenzen.

Nach beh√∂rdlicher Pr√ľfung des ausf√ľhrlichen Entwurfes wird die Bauerlaubnis f√ľr die gesamte Bahnanlage nach Ma√ügabe des Pr√ľfungsergebnisses erteilt. Der so genehmigte B. ist nunmehr bindend f√ľr die Anfertigung der Einzelentw√ľrfe, die ihrerseits noch der fachtechnischen Genehmigung unterliegen.

Bei Anfertigung der Einzelentw√ľrfe f√ľr Kunstbauten, Eisenkonstruktionen, Hochbauten u.s.w. nebst den zugeh√∂rigen statischen, hydrotechnischen und sonstigen Berechnungen ist vor allem der genehmigte B. ma√ügebend. Es sind weder kleinere Kr√ľmmungen noch gr√∂√üere Steigungen, als im B. angegeben, zul√§ssig, die angegebene lichte Weite und lichte H√∂he der Durchl√§sse und Br√ľcken darf nicht verringert werden; desgleichen soll die festgesetzte Breite der zu verlegenden Wege und Wasserl√§ufe keine √Ąnderung erfahren. Eine √úberschreitung des vorgesehenen Ausma√ües der enteigneten Fl√§chen soll vermieden werden, oftmals ist eine √úberschreitung √ľberhaupt unzul√§ssig.

Alle Abweichungen vom genehmigten B. erfordern eine nochmalige beh√∂rdliche Zustimmung und sofern fremde Interessen ber√ľhrt werden, eine nochmalige Verhandlung.

Die Werkrisse werden gew√∂hnlich im Ma√üstabe von 1 : 100, nach Bedarf auch in gr√∂√üerem Ma√üstab aufgestellt. Bei Verfassung der Hochbaupl√§ne ist besonders auf die Bestimmungen der Bauordnungen der betreffenden Gebiete und bei Entw√ľrfen f√ľr √Ąnderungen von Wegen- und Wasserl√§ufen auf die Wege- und Wasserpolizeivorschriften zu achten.

F√ľr die Aufstellung von Eisenbahnentw√ľrfen sind u.a. die in den einzelnen Staaten erlassenen Grundz√ľge f√ľr die Ausstattung und Ausr√ľstung der Eisenbahnen sowie f√ľr den Bau der Br√ľcken ma√ügebend. (Im Gebiet des VDEV. sind auch die von letzterem herausgegebenen Technischen Vereinbarungen √ľber den Bau und die Betriebseinrichtungen der Haupt- und Nebenbahnen vom 1. Januar 1909 sowie die Grundz√ľge f√ľr den Bau und die Betriebseinrichtungen der Lokalbahnen vom 1. Januar 1909 zu beachten.) Diese allgemeinen Bestimmungen lassen noch immer gen√ľgend Spielraum f√ľr die individuelle Ausgestaltung der einzelnen Teile, und dem Ingenieur ist bei Bearbeitung des B. hinreichend Gelegenheit gegeben, die ganze Anlage den √∂rtlichen Verh√§ltnissen anzupassen. Die Bearbeitung des B. erfordert somit nicht nur gediegene Fachkenntnisse in allen Zweigen der Ingenieurwissenschaften, sondern auch eingehendes Studium aller in Betracht kommenden Verh√§ltnisse; auf diese ist um so gr√∂√üere Sorgfalt zu verwenden, als die ordnungsm√§√üige und sparsame Durchf√ľhrung, ja selbst das Gelingen eines Baues in erster Linie von dem Vorhandensein eines genauen und m√∂glichst eingehenden B. abh√§ngt.

Hinsichtlich der Form der einzelnen Bestandteile des B. bestehen in den meisten Staaten besondere behördliche Vorschriften. Im Interesse der Einheitlichkeit und Handlichkeit der Pläne erscheint es geboten, diese in einem bestimmten, nicht zu großen Formate herzustellen.


Die wesentlichen Bestandteile des B. sind meist: eine topographische Detailkarte, ein Lageplan (meist im Ma√üstab 1 : 1000), der die Horizontalprojektion der gesamten Erdbauten mit den B√∂schungen, der Stationen und W√§rterh√§user, der Weg- und Flu√ü Verlegungen, der Bahn√ľber- oder -unterf√ľhrungen, der schienengleichen Oberg√§nge und aller Kunstbauten mit Angabe der lichten H√∂hen und √Ėffnungen enth√§lt. Wird nicht ein eigener Grundeinl√∂sungsplan (Grunderwerbsplan) aufgestellt, so sind in den Lagepl√§nen die Grenzen der beabsichtigten Grundeinl√∂sung und die vorschriftsm√§√üige Bezeichnung der von der Bahn ber√ľhrten und der benachbarten Grundparzellen einzutragen. Ferner geh√∂rt zum B. ein Detaill√§ngenprofil (in der Regel im Ma√üstabe 1 : 1000 oder 1 : 2000 f√ľr die L√§ngen und 1 : 100 oder 1 : 200 f√ľr die H√∂hen), in dem die Neigungs- und Richtungsverh√§ltnisse der Bahn und alle im Lageplan enthaltenen Bauwerke im L√§ngenschnitt oder schematisch dargestellt sind; eine Sammlung ma√ügebender Querprofile der Bahn (Ma√üstab 1 : 100) zur Beurteilung der haupts√§chlichen Erdarbeiten und der f√ľr diese in Aussicht genommenen Kunstbauten (unter Angabe der Ergebnisse etwa vorgenommener Sondierungen); L√§ngen- und Querprofile aller wesentlichen Ver√§nderungen der Wege und Wasserl√§ufe, endlich tabellarische Verzeichnisse der Richtungs- und Neigungsverh√§ltnisse der Bahn, Verzeichnisse der ber√ľhrten Wege und Wasserl√§ufe samt den Hauptabmessungen, der betreffenden Kunstbauten und schienengleichen √úberg√§nge mit Angabe der K√∂rperschaften oder Parteien, von denen die Erhaltung jedes umzulegenden Weges oder Wasserlaufes √ľbernommen werden soll; Verzeichnisse der in Anspruch genommenen Grundst√ľcke und Rechte sowie der Namen und Wohnorte der zu Enteignenden. Au√üerdem wird dem Entw√ľrfe in der Regel noch ein technischer Bericht beigegeben.


In Preu√üen ist nach dem Gesetz √ľber Eisenbahnunternehmungen vom 3. November 1838 dem Minister der √∂ffentlichen Arbeiten die Genehmigung der Bahnlinie sowie der Konstruktion der Bahn und anzuwendenden Fahrzeuge vorbehalten. Der Bauausf√ľhrung gehen die ausf√ľhrlichen technischen Vorarbeiten voraus, auf Grund deren ein genauer Entwurf entsprechend den Vorschriften vom 26. April 1897 aufgestellt wird. Nach Vollendung des Bauplanes ist sodann ‚Äď bei Staats- wie bei Privatbahnbauten ‚Äď die Genehmigung (¬ĽFeststellung¬ę) der Landeszentralbeh√∂rde einzuholen (s. Planfeststellung).

F√ľr die Anlage von Eisenbahnen geringerer Bedeutung (insbesondere der nicht f√ľr den √∂ffentlichen Verkehr bestimmten) erteilt in Preu√üen nach dem Kleinbahngesetz vom 28. Juli 1892, G. S. S. 225, wenn der Betrieb ganz oder teilweise mit Maschinenkraft beabsichtigt wird, und f√ľr Privatanschlu√übahnen der Regierungspr√§sident (f√ľr den Stadtkreis Berlin der Polizeipr√§sident) im Einvernehmen mit der vom Minister der √∂ffentlichen Arbeiten bezeichneten Eisenbahnbeh√∂rde, f√ľr sonstige Kleinbahnen der Regierungspr√§sident (f√ľr Berlin der Polizeipr√§sident), der Landrat oder die Ortspolizeibeh√∂rde die Bauerlaubnis.

In Bayern wird zwischen einem allgemeinen Entw√ľrfe, einem ausf√ľhrlichen Vorentwurfe und einem baureifen Entw√ľrfe unterschieden. F√ľr die Verfassung des ersteren haben noch die ¬ĽVorschriften f√ľr die Herstellung genereller Bahnprojekte¬ę vom 1. Juli 1892 Geltung, w√§hrend f√ľr die beiden anderen Entw√ľrfe, mit G√ľltigkeit vom 1. April 1909, neue ¬ĽVorschriften f√ľr die Bearbeitung der Entw√ľrfe neuer Bahnen, Teil II, Ausf√ľhrliche Entw√ľrfe¬ę aufgestellt worden sind. Die erw√§hnten Vorschriften enthalten nebst genauen Bestimmungen √ľber die Ausarbeitung und Ausstattung der f√ľr die genannten Entw√ľrfe erforderlichen Pl√§ne auch Anleitungen f√ľr die Arbeiten im Gel√§nde. Die √úberpr√ľfung und Genehmigung der Entw√ľrfe erfolgt durch das Verkehrsministerium.

In Sachsen gilt f√ľr die allgemeinen Vorarbeiten die ¬ĽVerordnung, die technischen Vorarbeiten f√ľr den Bau von Privateisenbahnen betreffend¬ę vom 30. September 1872. Die Bestimmungen √ľber die ausf√ľhrlichen Vorarbeiten sind in den genannten Vorschriften mitenthalten. Zur Aufstellung der allgemeinen Vorarbeiten bedarf es einer vom Minister des Innern im Einverst√§ndnisse mit dem Finanzministerium zu erteilenden Erlaubnis. Vom letztgenannten Ministerium erfolgt auch die technische Oberpr√ľfung der Vorentw√ľrfe. Nach erfolgter Genehmigung f√ľr den Bau einer Eisenbahn sind die ausf√ľhrlichen Vorarbeiten durchzuf√ľhren, die nach ihrer Pr√ľfung und Feststellung durch die Ministerien der Finanzen und des Innern die Grundlage f√ľr die Ausf√ľhrung des Bahnbaues bilden. In den erw√§hnten Vorschriften sind auch Bestimmungen √ľber die Anfertigung der Einzelpl√§ne enthalten.

Sehr ausf√ľhrlich sind in √Ėsterreich durch die Verordnung des Handelsministeriums vom 25. Januar 1879, RGB. Nr. 19, betreffend die Verfassung der auf Eisenbahnen bez√ľglichen Projekte und die damit zusammenh√§ngenden Amtshandlungen, die Grundz√ľge f√ľr die Erstellung des B. gegeben. Die Erteilung der Bauerlaubnis auf Grund des B. und nach Ma√ügabe des Ergebnisses der kommissionellen Pr√ľfung (politischen Begehung) f√§llt in den Wirkungskreis des Eisenbahnministeriums. Wenn auf einer im Bau oder Betriebe stehenden Bahn Um- oder Zubauten ausgef√ľhrt werden sollen, so k√∂nnen unter Umst√§nden Erleichterungen f√ľr die Herstellung des B. eintreten, namentlich dann, wenn keine privaten Grundst√ľcke oder Rechte in Anspruch genommen werden.

√Ąhnlich sind die Verh√§ltnisse in Ungarn, hier steht nach Verordnung vom 11. M√§rz 1866 dem Handelsminister die Genehmigung des B. zu.

In der Schweiz sind die Bestimmungen f√ľr die Anfertigung der B. durch die Verordnung zum Bundesgesetz vom 23. Dezember 1872 √ľber den Bau und Betrieb der Eisenbahnen, festgesetzt. Die Art. 1 bis einschlie√ülich 7 beziehen sich auf die Vorlagen behufs Konzessionserwerbung, die Art. 8 bis einschlie√ülich 24 auf die Vorlagen zur Bauausf√ľhrung. Die Vorlagen f√ľr die Bauausf√ľhrung zerfallen in 3 Teile, u. zw. umfa√üt der erste Teil die Satzungen der Gesellschaft, der zweite Teil die technischen Vorlagen und der dritte Teil den Finanzausweis. Von den technischen Vorlagen wird gro√üe Ausf√ľhrlichkeit gefordert; so sind z.B. Entw√ľrfe f√ľr Br√ľcken, Tunnel und sonstige au√üerordentliche Bauwerke vorzulegen, ebenso eine genaue Darstellung des Oberbaues, Entw√ľrfe zu den Hochbauten und Zeichnungen von den Fahrzeugen; diese letzteren Regelpl√§ne werden in anderen Staaten gew√∂hnlich schon als Beilage zum Vorentwurfe gefordert und mit diesem genehmigt. Nachdem der Bundesrat den Vorlagen die Genehmigung erteilt hat, kann der Bauwerber die Enteignung beantragen und nach durchgef√ľhrter Enteignung mit dem Bau beginnen.

In Belgien sind die allgemeinen Vorschriften f√ľr die Aufstellung des B. durch Ministerialverordnung vom 20. Februar 1866 festgelegt. Au√üerdem werden in die einzelnen Konzessionsurkunden vielfach noch besondere Bestimmungen aufgenommen. Sechs Monate nach erteilter Konzession ist dem Minister der √∂ffentlichen Arbeiten der Vorentwurf, bestehend aus einem √úbersichtsplan der Linienf√ľhrung und einem L√§ngenschnitt der Bahnlinie zur Genehmigung zu unterbreiten. Drei Monate nach Genehmigung dieser beiden Pl√§ne ist ein ausf√ľhrlicher Entwurf vorzulegen. Vor Inangriffnahme der Bauarbeiten ist der B. in zwei Ausfertigungen mit der Genehmigungsklausel des Ministers der √∂ffentlichen Arbeiten zu versehen. Die erw√§hnte Verordnung enth√§lt ausf√ľhrliche Vorschriften √ľber die Ausgestaltung des Unterbaues, des Oberbaues, der Stationen, der Br√ľcken und Durchl√§sse, der Hochbauten, der Fahrzeuge u.s.w.

F√ľr die Aufstellung der Vorentw√ľrfe (avantprojets) und ausf√ľhrlichen Entw√ľrfe ist in Frankreich eine Reihe von Verordnungen erlassen worden, u. zw. vom 14. Januar 1850, 7. August 1877, 28. Juni, 30. Juli und 15. September 1879; 26. und 28. April 1880 und 17. Februar 1892. Es wird hier schon vom Vorentwurfe gr√∂√üere Ausf√ľhrlichkeit verlangt; bei Ausfertigung des Detailprojektes kann daher nach dem Erla√ü vom 28. April 1880 eine Vereinfachung zugestanden werden. Die erw√§hnte Verordnung r√§umt dem Minister der √∂ffentlichen Arbeiten sogar das Recht ein, von der Wiedervorlage des Entwurfes √ľber die Linienf√ľhrung und Erdbewegungen abzusehen, wenn der Vorentwurf gen√ľgend studiert worden ist und keine wesentlichen √Ąnderungen erfordert. Alle f√ľr die Herstellung des B. ma√ügebenden Gesetzesbestimmungen, Musterentw√ľrfe, Typenpl√§ne u. dgl. sind gesammelt in dem ¬Ľrecueil de formules pour l'√©tude et la construction des chemins de fer¬ę. Diese Sammlung ist von einer Kommission aufgestellt und vom ¬Ľconseil g√©n√©ral des ponts et chauss√©es¬ę genehmigt worden. Sie ist bindend f√ľr die Bearbeitung des B. Die erw√§hnte Sammlung zerf√§llt in vier Teile. Im ersten Teile sind die gesetzlichen Bestimmungen f√ľr die Aufstellung der Plan- und Enteignungsunterlagen enthalten, im zweiten sind die Normalien f√ľr Lagepl√§ne, L√§ngenprofile, Querprofile und Regelentw√ľrfe f√ľr Kunstbauten gesammelt, der dritte Teil umfa√üt Muster f√ľr Bauanschl√§ge und Bedingnishefte, und im vierten Abschnitte finden sich Regelpl√§ne f√ľr W√§rterh√§user, f√ľr Stationsanlagen und deren Geb√§ude. Die Genehmigung des B. steht dem Ministerium der √∂ffentlichen Arbeiten zu; ohne diese Genehmigung darf keine Arbeit in Angriff genommen werden.

In Italien wurde durch Art. 245 des Gesetzes √ľber die √∂ffentlichen Arbeiten vom 25. Juni 1865 bestimmt, aus welchen Teilen der Vorentwurf (progetto di massima) zur Erlangung der Konzession zu bestehen hat. Der Minister der √∂ffentlichen Arbeiten genehmigt den Vorentwurf, nachdem dieser in technischer Hinsicht durch den h√∂heren Beirat f√ľr die √∂ffentlichen Arbeiten und in rechtlicher und administrativer Beziehung durch den Staatsrat √ľberpr√ľft worden ist. In der auf Grund des Vorentwurfes erteilten Konzession wird eine Frist f√ľr die Vorlage des Einzelentwurfes (progetto particola-reggiato oder progetto di esecuzione) festgesetzt. Art. 77 der Verordnung vom 17. Juni 1900 gibt die Bestandteile des B. an. Dieser wird ebenfalls vom Minister der √∂ffentlichen Arbeiten genehmigt. Mit den Bauarbeiten kann der Erbauer bei fortschreitendem Enteignungsverfahren beginnen, sobald ihm die Erm√§chtigung zur Besitzergreifung der Grundst√ľcke erteilt ist.

In den Niederlanden finden sich einzelne Bestimmungen √ľber die Anfertigung der B., √ľber die Plangenehmigung sowie √ľber die Erteilung der Bau- und Ben√ľtzungsbewilligung in dem Eisenbahngesetze vom Jahre 1875, in den ¬ĽAllgemeinen Reglementen¬ę f√ľr Haupt- und f√ľr Lokalbahnen und im Vertrag vom Jahre 1890 zwischen dem Staat und der Gesellschaft f√ľr den Betrieb der niederl√§ndischen Staatsbahnen. Die Baubewilligung f√ľr Neu- und Erg√§nzungsbauten steht dem Minister f√ľr Wasserbauten zu. Vor der Bauvergebung sind dem Minister auch die Bedingnishefte und zugeh√∂rigen Pl√§ne zur Genehmigung vorzulegen. F√ľr Bauten in st√§dtischen Bezirken ist die Genehmigung der kommunalen Baupolizei einzuholen. Der Bau neuer Staatsbahnlinien wird meistens durch eine der zwei gr√∂√üeren Eisenbahngesellschaften Hollands besorgt, die zufolge eines Vertrages die Anfertigung des B., die Bauleitung und den Betrieb nach Fertigstellung √ľbernehmen.

N√§heres √ľber die Pr√ľfung und Genehmigung des B. s. Baurecht.

Literatur: Loisel, Annuaire sp√©cial des chemins de fer belges. Bruxelles 1869. ‚Äď Handbuch der Ingenieurwissenschaften. I. Teil, 1. Band, 4. Auflage. Leipzig 1904. ‚Äď Die √∂sterreichischen Eisenbahngesetze. Manzsche Ausgabe 1905. ‚Äď K. Fritsch, Handbuch der Eisenbahngesetzgebung in Preu√üen und dem Deutschen Reiche. Berlin 1906. ‚Äď Schweizer Eisenbahnwesen, Gesetze, Verordnungen und Reglemente. 1909. ‚Äď Th√©venez, L√©gislation des chemins de fer et des tramways. Paris 1909. ‚Äď C. L. Gasca, L'esercizio delle strade ferrate. Torino 1909. ‚Äď Handw√∂rterbuch der Staatswissenschaften. 3. Band, 3. Auflage. Jena 1909.

Pollak.


http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912‚Äď1923.

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