Br├╝cken

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Br├╝cken

Br├╝cken (bridges; ponts; ponti), Bauwerke, zur F├╝hrung von Verkehrswegen ├╝ber solche Bodenstellen, die zu ihrer unmittelbaren Aufnahme nicht geeignet sind. Das Hindernis wird meist durch einen vorhandenen Verkehrsweg (Eisenbahn-, Land- oder Wasserstra├če) oder auch durch das Gel├Ąnde selbst (T├Ąler, Schluchten u.s.w.) bereitet. Je nach der Art des ├╝ber die B. gef├╝hrten Verkehrsweges unterscheidet man Stra├čenbr├╝cken, Eisenbahnbr├╝cken, Kanalbr├╝cken und Aqu├Ąduktbr├╝cken, letztere zur ├ťberf├╝hrung von Schiffahrtskan├Ąlen oder Wasserleitungen. Kleine B., mit einer ├ľffnungsweite bis zu etwa 5 m, die zur Durchf├╝hrung eines kleinen Wasserlaufes oder Weges unter einem angesch├╝tteten Damme dienen, hei├čen Durchl├Ąsse (s.d.). Sonst unterscheidet man noch Strombr├╝cken, die das Hauptwasser eines gr├Â├čeren Flusses ├╝berspannen, nebst Flut- und Inundationsbr├╝cken zum Durchla├č der Hochw├Ąsser, Talbr├╝cken oder Viadukte (s.d.) zur ├ťbersetzung eines Tales oder einer Terrainfurche an Stelle einer Dammsch├╝ttung.

Man kann an jeder B. zwei Hauptteile unterscheiden: den Unterbau, bestehend aus den vom Erdboden aufsteigenden st├╝tzenden Teilen (Pfeiler und Widerlager) und den Br├╝cken├╝berbau oder das eigentliche Tragwerk. Letzteres ist in der Regel festliegend, feste B.; ausnahmsweise kommen bewegliche B. (s.d.) dort zur Anwendung, wo durch Drehung, Hebung oder Verschiebung des Tragwerks der Raum unter der B. zeitweise der H├Âhe nach vergr├Â├čert werden soll, was dann der Fall ist, wenn schiffbare Gew├Ąsser nicht in ausreichender H├Âhe ├╝bersetzt werden k├Ânnen.

Je nachdem das Br├╝ckentragwerk der Hauptsache nach aus Stein, Holz, Eisen, Beton oder Eisenbeton besteht, werden die B. in Stein-, Holz-, Eisen-, Beton- und Eisenbetonbr├╝cken unterschieden; der Baustoff der Pfeiler (in der Regel Stein, bei h├Âlzernen B. auch Holz) ist f├╝r diese Einteilung nicht ma├čgebend. Nach der statischen Wirkungsweise des Tragwerks lassen sich Balkenbr├╝cken, Bogenbr├╝cken und H├Ąngebr├╝cken unterscheiden. Bei ersteren belastet das Tragwerk seine St├╝tzen nur in lotrechter Richtung und es treten in ihm Biegungs- oder Zug- und Druckspannungen auf. Bogenbr├╝cken ├╝ben auf die St├╝tzen einen schr├Ągen Schub, H├Ąngebr├╝cken einen Zug aus. Die Bogentragwerke werden vornehmlich auf Druck, die H├Ąngetragwerke vornehmlich auf Zug beansprucht.

Bei der Wahl des Materials f├╝r den Br├╝cken├╝berbau kommen R├╝cksichten auf die Kosten, die Dauerhaftigkeit, die Raschheit der Herstellung und die Gr├Â├če der Spannweiten in Frage. Beeinflu├čt wird diese Wahl durch ├Ârtliche Verh├Ąltnisse, leichte Beschaffung des einen oder anderen Baustoffes oder durch Verh├Ąltnisse, die die Anwendung eines bestimmten Konstruktionssystems bedingen. Die Herstellungskosten sind im allgemeinen bei den h├Âlzernen B. am geringsten, bei den steinernen B. am gr├Â├čten; es k├Ânnen aber F├Ąlle vorkommen, wo eine steinerne B. sich nicht teurer stellt als eine eiserne, und Eisenbetonbr├╝cken k├Ânnen bis zu gewissen Spannweiten mitunter billiger zu stehen kommen als eiserne Br├╝cken├╝berbauten. Bez├╝glich der erreichbaren Spannweite wird das Eisen aber von keinem anderen Baustoffe ├╝bertroffen. Die Verwendung des Holzes wird gegenw├Ąrtig ├╝berhaupt nur gew├Ąhlt: 1. bei kleineren, billig zu bauenden Stra├čenbr├╝cken in holzreichen Gegenden, 2. bei provisorischen B., die nur kurze Zeit bestehen sollen und die in Eisenbahnen beispielsweise notwendig werden, wenn es sich um die schnelle Fahrbarmachung einer zerst├Ârten Bahnlinie handelt oder um ├ťbersetzung eines Flusses, dessen Regulierungslinie noch nicht festgestellt ist. 3. Seltener in Nebenbahnen, wenn m├Âglichst geringe Anlagekosten angestrebt werden, um die Rentabilit├Ąt des Bahnbaues zu sichern.

Die T. V. des VDEV. stellen f├╝r B. in Hauptbahnen folgende Leits├Ątze auf: ┬╗F├╝r B. ist eine sorgf├Ąltige W├Âlbung von guten nat├╝rlichen oder k├╝nstlichen Steinen oder Beton jeder anderen Bauart vorzuziehen, wenn nicht besondere Gr├╝nde eiserne B. vorteilhafter erscheinen lassen. H├Âlzerne B. sollen nur ausnahmsweise ausgef├╝hrt werden.┬ź

In den meisten europ├Ąischen Staaten sind beh├Ârdliche Vorschriften, Br├╝ckenverordnungen, die sich auf den Entwurf und die Ausf├╝hrung der Br├╝cken und die dabei zu beobachtenden Sicherheitsanforderungen beziehen, mit allgemeinen Bestimmungen f├╝r Eisenbahn- und Stra├čenbr├╝cken und mit besonderen Bestimmungen f├╝r eiserne Br├╝cken, neuestens in einigen L├Ąndern auch f├╝r Br├╝cken aus Eisenbeton erlassen worden. So besteht in ├ľsterreich die Verordnung des Eisenbahnministeriums vom 28. August 1904 f├╝r Eisenbahnbr├╝cken, jene des Ministeriums des Innern vom 26. M├Ąrz 1906 f├╝r eiserne Stra├čenbr├╝cken und des Arbeitsministeriums vom 15. Juni 1911 f├╝r Stra├čenbr├╝cken aus Eisenbeton. ÔÇô In Deutschland bestehen keine einheitlichen Bestimmungen f├╝r Stra├čenbr├╝cken; f├╝r die Br├╝cken der deutschen Staatseisenbahnverwaltungen gelten in Preu├čen die Vorschriften vom 1. Mai 1903, in Bayern jene vom 1. Februar 1908, in W├╝rttemberg jene vom April 1894 und Februar 1909, in Sachsen jene von 1895 mit Nachtrag vom April 1905, in Baden jene vom Februar 1903. ÔÇô In Frankreich ist eine Br├╝ckenverordnung durch das circulaire ministerielle vom 29. August 1891 erlassen worden. ÔÇô In Belgien gilt die Br├╝ckenverordnung vom 27. November 1897. ÔÇô F├╝r die Eisenbahnbr├╝cken der Schweiz gilt die Verordnung des Bundesrates vom 19. August 1892. In Ru├čland besteht eine Verordnung aus dem Jahre 1884 u.s.w.

Die Br├╝ckenverordnungen enthalten zun├Ąchst Angaben ├╝ber die der statischen Berechnung zugrunde zu legenden Belastungen (s. ┬╗Belastungsannahmen f├╝r Br├╝cken┬ź), ferner ├╝ber die zul├Ąssige Inanspruchnahme der Baustoffe, weiters Vorschriften ├╝ber die Ausf├╝hrung der Br├╝cken, n├Ąmlich ├╝ber die geforderten Eigenschaften der Baustoffe und deren Erprobung (Zerrei├č-, Biege-, Druck- und Bruchproben u.s.w.), ├╝ber die Ausf├╝hrungsarbeiten, insbesonders bei eisernen Br├╝cken ├╝ber die Arbeiten in der Werkst├Ątte und bei der Aufstellung (Bearbeitung des Materiales, Lochen, Bohren der Nietl├Âcher u.s.w.). Ein weiterer Abschnitt der Br├╝ckenverordnungen betrifft die Erprobung der Br├╝cken und enth├Ąlt die Vorschriften ├╝ber die Zeit, die Dauer und die Art und Weise, in der die Br├╝ckenproben (s.d.) vorzunehmen und die Pr├╝fungsergebnisse festzustellen sind.


Vgl. die Artikel: Aqu├Ąduktbr├╝cken, Balkenbr├╝cken, Betonbr├╝cken, bewegliche Br├╝cken, Blechtr├Ąger, Bogenbr├╝cken, Br├╝ckenauswechslung, Br├╝ckenbelastung, Br├╝ckenbuch, Br├╝ckeneinst├╝rze, Br├╝ckenprobe, Br├╝ckenrevision, Drehbr├╝cken, Durchbiegung, Durchgehende Balken, Durchl├Ąsse, Eisenbahnbr├╝cken, Eisenbetonbr├╝cken, Eisenbr├╝cken, Fachwerkstr├Ąger, Frei aufliegende Balken, Gerbertr├Ąger, Gew├Âlbe, Gr├╝ndung, H├Ąngebr├╝cken, Holzbr├╝cken, Lehrger├╝ste, Lichtweite der Br├╝cken, Montierung der eisernen Br├╝cken, Pfeiler, Schiffbr├╝cken, Steinbr├╝cken, Stra├čenbr├╝cken, Transportable Br├╝cken, Viadukte, Vierendeeltr├Ąger.

Melan.


http://www.zeno.org/Roell-1912. 1912ÔÇô1923.

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