Zehente, der

Der Zêhente, Zêhnte, des -n, plur. die -n, das vorige Adjectiv als ein Substantiv gebraucht, den zehnten Theil zu bezeichnen. Es ist besonders von solchen Abgaben üblich, welche von Feld- und Gartenfrüchten, dem zahmen Viehe, der Wolle u.s.f. in Natura gegeben werden, da denn diese Abgabe von Alters her und noch jetzt am häufigsten in dem zehenten Individuo bestehet. Der Fruchtzehnte, der von Früchten gegeben wird; so auch Obstzehnte, Weinzehnte, Rauchzehnte, Sackzehnte, Viehzehnte, Schmahlzehnte, Wollzehnte u.s.f. Den Zehnten geben, einfordern. Den Zehenten von etwas geben. An manchen Orten wird Statt des zehnten Theils schon der dritte, vierte u.s.f. und an manchen nur der zwanzigste, dreyßigste u.s.f. gegeben, und doch behält diese Abgabe in solchen Fällen oft den Nahmen des Zehnten.

Anm. Schon im Kero Zehanto, im Nieders. Tegen, Tegede. In einigen Gegenden ist dafür das Lateinische Wort, der Decem, und verderbt, Detz, Dätz, üblich. Da dieses Wort die vorige Ordnungszahl ist, nur daß sie hier elliptisch und substantive gebraucht wird, so erhellet daraus, wie unrichtig es ist, wenn man dasselbe Zehend oder Zehent schreibt, und es mit dem obigen, ganz verschiedenem Worte, das Zehend, verwechselt.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Zehente, der, die, das — Der, die, das Zêhente, Zêhnte, adj. welches die Ordnungszahl von zehen ist. Der zehnte Tag im Jahr. Den zehnten dieses Monaths. Zum zehnten Mahle wieder kommen …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Bergzehente, der — Der Bêrgzêhente, des n, plur. die n. 1) Der Zehente von den im Bergbaue gewonnenen Mineralien. 2) In engerer Bedeutung, der Zehente von denjenigen Erzen, welche aus den auf die Halde geworfenen Bergen, d.i. tauben Erd und Steinarten, gewonnen… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Rauchzehente, der — Der Rauchzêhente, des n, plur. die n, auf dem Lande einiger Gegenden, der in rauchem, d.i. behaartem, Viehe bestehende Zehente, der Zehente von vierfüßigen Thieren. S. Rauhzehente …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Blutzehente, der — Der Blutzêhente, des n, plur. die n, der Zehente, welcher von lebendiger Habe, d.i. von dem Viehe, gegeben wird, und auch der Viehzehente, der Fleischzehente, der Hauszehente, der lebendige Zehente genannt wird …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Etter, der — * Der Êtter, des s, plur. ut nom. sing. ein nur in einigen Oberdeutschen Gegenden, besonders in Oberschwaben und am Oberrheine übliches Wort, die Grenzen, die Einfassung eines Ortes, besonders die Grenzen der Dorf und Feldflur, und die innerhalb… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Schäfer, der — Der Schäfer, des s, plur. ut nom. sing. Fämin. die Schäferinn, eine Person, welche die Schafe weidet, deren Geschäft es ist, die Schafe zu weiden; der Schafhirt, die Schafhirtinn. In engerer Bedeutung ist der Schäfer der vornehmste unter den… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Meerhahn, der — Der Meerhahn, des es, plur. die hähne, eine Art Amerikanischer Meerfische, woran der zehente Strahl der Rückenfinne, und der zweyte der Steißfinne länger als der ganze Fisch sind; Gallus L …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • December, der — Der Decêmber, des s, plur. ut nom. sing. der zwölfte und letzte Monath im Jahre; nach dem Römischen Decembris, weil er bey ihnen der zehente war. Carl der Große gab ihm den Nahmen Heilmanoth oder Heilmonath, nachmahls ist aber die Benennung… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Rottzehente, der — Der Rottzêhente, des n, plur. die n, in einigen Gegenden, der Zehente, welcher von ausgerottetem oder ausgereutetem Lande entrichtet wird; der Reutzehente, im Nieders. Rodezehente …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Sackzehente, der — Der Sackzêhente, des n, plur. die n, der Zehente, welcher von reinem ausgedroschenen in Säcken befindlichen Korne gegeben wird; der Scheffelzehente, Dorfzehente, im Gegensatze des Garben oder Mandelzehenten, Zugzehenten. Ingleichen dasjenige fest …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.