Berufen


Berufen

Berufen, verb. irreg. act. S. Rufen. 1) Zu etwas rufen. Jemanden zu sich berufen, so fern solches schriftlich oder mittelbarer Weise geschiehet. Am häufigsten in engerer Bedeutung, zu einem Amte förmlich rufen oder einladen, besonders zu einem kirchlichen Amte. Jemanden zu einem Pfarrdienste, zu einem Schuldienste berufen. Daher das Berufungsrecht, das Jus patronatus. Ingleichen im theologischen Verstande, da von Gott gesagt wird, er berufe die Menschen, wenn er ihnen die Mittel zur Besserung bekannt machen lässet. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen u.s.f. Röm. 8, 30. 2) Zusammen rufen, im gemeinen Leben. Die Gemeine berufen. 3) Mit Worten bezaubern, in der Naturlehre des Pöbels. Jemanden berufen, in Obersachsen beschreyen. Das Kind ist berufen. 4) Sich auf etwas berufen, dasselbe als einen Beweis, als ein Zeugniß u.s.f. anführen. Er berief sich auf mich, führete mich zum Zeugen an. Sich auf seine Unschuld berufen. Gegen Sterbliche können wir uns auf die Unsterblichen berufen, gegen die Welt auf ihren Schöpfer, Dusch. In engerer Bedeutung hieß, sich auf jemanden berufen, in den Gerichten ehedem auch so viel als an denselben appelliren, Apostelg. 25, 11; Kap. 26, 32; Kap. 28, 19, welcher Gebrauch aber im Hochdeutschen sehr ungewöhnlich geworden ist.

So auch die Berufung, in allen obigen Bedeutungen. Das Substantiv der Berufer, welches Röm. 9, 12 vorkommt, ist ungebräuchlich.


http://www.zeno.org/Adelung-1793. 1793–1801.

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  • berufen — ¹berufen 1. a) anstellen, anwerben, beschäftigen, bestellen, betrauen, einsetzen, einstellen, engagieren, ernennen, heranziehen, holen, nominieren, rufen, verpflichten; (bildungsspr.): designieren; (ugs.): anheuern; (veraltet): dingen; (Amtsspr.) …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • berufen — berufen: Die Präfixbildung (mhd. beruofen) zu dem unter ↑ rufen behandelten Verb bedeutete zunächst »herbei , zusammenrufen, zu etwas rufen« (daher z. B. »jemanden in ein Amt berufen«, »eine Versammlung ‹ein›berufen«, vgl. auch »zu etwas berufen… …   Das Herkunftswörterbuch

  • berufen — V. (Mittelstufe) jmdn. in ein hohes Amt einsetzen Beispiel: Er wurde zum Direktor berufen. Kollokation: jmdn. zum Priesteramt berufen …   Extremes Deutsch

  • Berufen — (Beschreien), nach einem sehr verbreiteten Aberglauben eine Schädigung, die man sich selbst oder andern durch unvorsichtiges und übertriebenes Loben oder Bewundern, durch allzu bestimmte Hoffnung auf einen glücklichen Erfolg etc. zufügen kann. Im …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Berufen — Berufen, Beschreien, alter Ausdruck für das Herbeirufen geisterhafter Wesen; im jetzigen Aberglauben: mit Worten (bes. durch zu großes Lob) schädigen …   Kleines Konversations-Lexikon

  • berufen — ↑vozieren …   Das große Fremdwörterbuch

  • berufen — (sich auf etwas) beziehen; zitieren; anführen; ernennen * * * 1be|ru|fen [bə ru:fn̩], berief, berufen: 1. <tr.; hat (jmdm. ein Amt) anbieten; in ein Amt einsetzen: er wurde ins Ministerium, zum Vorsitzenden berufen. Syn.: ↑ anheuern (ugs …   Universal-Lexikon

  • berufen — be·ru̲·fen; berief, hat berufen; [Vt] 1 jemanden in / auf etwas (Akk) berufen; jemanden zu etwas berufen jemandem eine meist hohe, verantwortungsvolle Funktion übertragen ≈ jemanden zu etwas ernennen <jemanden in ein Amt, auf einen Lehrstuhl,… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • berufen — Sich etwas zum Beruf machen: sich dafür mit seiner Begabung und seinen Fähigkeiten einsetzen, etwas als seine eigenste Angelegenheit betrachten. Seinen Beruf verfehlt haben: trotz seiner Ausbildung nichts Rechtes leisten, ohne Interesse und… …   Das Wörterbuch der Idiome

  • berufen — be|ru|fen (österreichisch auch für Berufung einlegen); sich auf jemanden oder etwas berufen …   Die deutsche Rechtschreibung


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