Aquilinus, S. (11)


Aquilinus, S. (11)

11S. Aquilinus, Ep. (19. Oct. al. 15. Febr.) Der hl. Aquilin, Bischof von Evreux (Ebroicum, Mediolanum Aulercorum), wurde zu Bayeux um das J. 620 von vornehmen Eltern geboren. In das Mannesalter eingetreten, verband er sich mit einer würdigen Gemahlin, deren Name nicht genannt wird (in art. Gyn. heißt sie Anonyma). Er diente in den Heeren, welche Chlodowäus II. im J. 640 den Barbaren (Venedi, Winidi = Wenden, Winden) entgegengeschickt hatte, als sie in die fernen Gränzen seiner Staaten eingefallen waren. Bei seiner Rückkunft aus dem Kriege traf er zu Chartres (Carnotum) seine Gemahlin, die ihm bis dahin entgegengekommen war. Beide dankten Gott für die Erhaltung des Lebens, und faßten den Entschluß, ihre Lebenstage in der Enthaltsamkeit zuzubringen. Nach Evreux sich zurückziehend, weihten sie sich ganz den Werken der Tugend, und machten aus ihrem Hause gleichsam ein Spital. Nach dem Tode des hl. Bischofs Aeternus von Evreux wurde der hl. Aquilinus zu dessen Nachfolger erwählt. – Ueber die Zeit, wann dieses geschehen, herrscht Meinungsverschiedenheit. Nach den Einen regierte er 34, nach den Andern nur 24 Jahre, während er nach einer alten auf uns gekommene Lebensbeschreibung (Vita S. Aquilini) 42 Jahre dem Bisthume vorgestanden ist, und hienach berechnet sich denn auch die Zeit seines Bis thums-Antrittes und seines Todes auf verschiedene Weise. Die früheren Bollandisten, welche den auf den 15. Juli fallenden hl. Aeternus bearbeitet haben, nehmen nach Saussayus und Castellanus an, daß er um das J. 660 gestorben sei. Allein der neuere Bollandist Benj. Bossue, welcher den hl. Aquilinus bearbeitet hat, weist historisch nach, daß kein Grund vorhanden sei, von der Zeitangabe der gründlich geschriebenen Vita abzugehen, weßhalb die Erwählung des hl. Aquilin in das Jahr 653 gesetzt werden muß. – Mit aller Treue erfüllte dieser, auf den bischöflichen Stuhl erhoben, seine Pflichten; damit er aber durch die verschiedenen Amtsverrichtungen in seinem Eifer nicht geschwächt werde, baute er sich unweit seiner Kirche eine Zelle, in die er sich zuweilen verschloß, um den Geist der Frömmigkeit wieder zu beleben und desto eifriger für das Heil der Seelen wirken zu können. Im J. 688 oder 689 wohnte er dem Concil von Rouen bei, das sein Metropolite, der hl. Ansbert, zusammenberufen hatte. In den letzten Jahren seines Lebens verlor er das Augenlicht, welchen Unfall er als eine Gnade um so mehr betrachtete, als er den Herrn öfters um eine Heimsuchung gebeten hatte. Endlich starb er zu Ende des 7. Jahrh. (um das J. 695), nachdem er 42 Jahre seinem Bisthume als guter Hirte vorgestanden, und wurde außerhalb Evreux in einer Kapelle begraben, die er hatte erbauen lassen. Kaum aber war er zur Ruhe gelegt, als man schon anfing, ihn öffentlich zu verehren. Es geschahen im Laufe der Zeit mehrere Uebertragungen seiner heil. Ueberreste. Im J. 942 kamen sie in das Kloster Gigniac in Burgund, aber am 11. Sept. 1794 wurden sie am Freiheitsbaume (ad radices arboris libertatis) von dem aufgewiegelten Volke verbrannt. Im Mart. Rom. steht sein Name am 19. Oct.; dagegen scheint es, daß in der Kirche zu Evreux, wo seine Gebeine ruhten, sein Andenken am 15. Febr. gefeiert worden. Jetzt dient diese Kirche, die, früher Pfarrkirche, im J. 1792 aufgehoben, im Jahre 1839 aber vom Bischof du Chatellier angekauft worden war, zum Oratorium eines kleinen bischöflichen Seminars.



http://www.zeno.org/Heiligenlexikon-1858. 1858.

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