Sizilien

Sizilĭen, größte Insel des Mittelländ. Meers, zum Königr. Italien [Karten: Italien I; I, 5, 7; II] gehörig, von der Halbinsel Kalabrien durch die 4 km breite Straße von Messina getrennt, 25.461, mit den Nebeninseln (Liparische, Ägadische u.a. Inseln) 25.740 qkm, (1901) 3.529.799 E., an der Nord- und Ostküste hafenreich, sehr gebirgig und vulkanisch, außer dem Ätna (s.d.), im NO. die Monti Pelleritani (bis 1374), an die sich westl. die Monti Nebrodi (Pico Antenna in der Gruppe Le Madonie 1975 m) anschließen, im SO. Monte Lauro (985 m); bedeutendste Flüsse Alcantara, Simeto, Dittaino, Gornalunga, Salso; größter See der Lago di Lentini im O.; im S. große Schwefellager; zahlreiche Mineralquellen, meist Schwefelthermen. Einteilung in sieben Provinzen (Caltanissetta, Catania, Girgenti, Messina, Palermo, Siracusa, Trapani); oberster Gerichtshof in Palermo; Universitäten in Palermo, Messina und Catania.Die ältesten Bewohner S.s waren Sikaner, die durch die vom ital. Festlande eingewanderten Sikeler (s. Sikuler) nach dem Westen gedrängt wurden. Frühzeitig legten in S. die Phönizier, seit 735 bes. die Griechen Kolonien an, unter denen Syrakus die mächtigste ward; seit 480 v. Chr. Ausbreitung der Herrschaft der Karthager von W. her, bis 241 S. röm. Provinz wurde. 493 n. Chr. ward es von dem Ostgoten Theoderich, 535 von den Byzantinern, seit 827 von den Sarazenen, 1061-91 von den Normannen erobert und seit 1130 mit Neapel zum Königreich beider S. (s. Sizilien, Königreich beider) vereinigt, kam 1282 an Aragonien und bildete 1442-58 und seit 1505 wieder einen Teil des Königreichs beider S., bis es 1713 getrennt als Königr. S. an Viktor Amadeus II. von Savoyen, 1720 an Österreich, 1735 an den span. Infanten Carlos gelangte und seitdem bis 1860, außer 1798-99 und 1805-15, wieder mit Neapel zum Königreich beider S. vereinigt war. – Vgl. Löher (2 Bde., 1864), Fischer (1876), Lasaulx (1879), Gregorovius (Bd. 3: »Siciliana«, 7. Aufl. 1895), Rumpelt (2. Aufl. 1902), Haas (1904), Schneegans (2. Aufl. 1905), Wermert (1905), di Vita (ital., 1906); Geschichte von Holm (Altertum, 3 Bde., 1870-98), Pais (ital., Bd. 1, 1894), Freeman (engl., 4 Bde., 1891-94, deutsch 1895-1901); M. G. Zimmermann (»Kunststätte«, 1904-5).


http://www.zeno.org/Brockhaus-1911. 1911.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Sizilien — Sizilien …   Deutsch Wörterbuch

  • Sizilien — Satellitenbild Siziliens mit Ätna im Osten Gewässer Mittelmeer G …   Deutsch Wikipedia

  • Sizilien — (ital. und lat. Sicilia; hierzu Karte »Sizilien«), ital. Insel und Landschaft (compartimento), die größte, fruchtbarste und bevölkertste Insel des Mittelländischen Meeres, zwischen 12°25 –15°39 östl. L. und 36°39 –38°18 nördl. Br. gelegen, hat… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Sizilien — Sizilien …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Sizilien — Si|zi|li|en; s: süditalienische Insel. * * * Sizili|en,   italienisch Sicilia [si tʃiːlia], die größte Insel Italiens und des Mittelmeeres, 25 426 km2, mit Nebeninseln als autonome Region 25 710 km2, 5,10 Mio. Einwohner; Hauptstadt ist Palermo.   …   Universal-Lexikon

  • Sizilien — z./o. IT Sicílie, Sicilia …   Wiener Dialektwörterbuch

  • Sizilien — Si|zi|li|en (süditalienische Insel) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Sizilien, Königreich beider — (Königreich Neapel, s. die Geschichtskarten beim Artikel »Italien«), bis 1860 selbständiger Staat, seitdem zum Königreich Italien gehörig, zerfiel in das Gebiet diesseit der Meerenge (Neapel im engern Sinne) und das jenseit derselben (Insel… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Sizilien (Begriffsklärung) — Sizilien (italienisch und sizilianisch Sicilia, früher Trinakria) bezeichnet: die Mittelmeerinsel Sizilien die Autonome Region Sizilien Italiens, bestehend aus der Insel Sizilien und einigen vorgelagerten Inseln die Kirchenregion Sizilien, eine… …   Deutsch Wikipedia

  • Sizilien: Karl von Anjou —   Als Kaiser Friedrich II. im Jahre 1250 starb, folgte ihm in Sizilien sein unehelicher Sohn Manfred, zunächst als Regent für den noch in Deutschland weilenden Konrad IV., dann nach dessen Tod (1254) als König von Sizilien. Papst Innozenz IV. und …   Universal-Lexikon

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.