Olm

Olm (Proteus auguineus Laur., s. Tafel »Schwanzlurche I«, Fig. 2), Reptil aus der Ordnung der Schwanzlurche und der Familie der Kiemenlurche, 25–30 cm lang, mit langgestrecktem, zylindrischem Leib, langer, vorn abgestutzter Schnauze, ziemlich enger Mundspalte, sehr kleinen Zähnchen, drei kurzen, dreiästigen Kiemenbüscheln auf jeder Seite des Halses, sehr kleinen Augen unter der Haut, kurzen, dreizehigen Vorderbeinen, weit nach hinten gerückten, kurzen, zweizehigen Hinterbeinen und kurzem, von einer Fettflosse umzogenem Schwanz, ist weißgelblich oder hell fleischrötlich, wird aber bei längerm Aufenthalt am Licht bräunlichschwarz, rotbraun oder verschieden dunkel gefleckt. Der O. lebt in den unterirdischen Gewässern der Balkanhalbinsel, Kärntens, Krains und Dalmatiens, besonders in den Höhlen bei Adelsberg, in der Magdalenengrotte etc., und wird nur bisweilen nach starken Regengüssen in den zutage kommenden Gewässern beobachtet. Über seine Lebensweise weiß man nichts Genaueres; er hält sich in der Gefangenschaft sehr lange, zeigt sich äußerst lichtscheu, frißt kleine Fische, Würmer, Muscheln, Schnecken, hält aber auch, ohne Nahrung zu sich zu nehmen, in oft erneuertem Wasser jahrelang aus. In sehr seichtem Wasser entwickeln sich besonders seine Lungen, in tiefem dagegen die Kiemen; aber niemals fallen diese ab. Außerhalb des Wassers geht der O. in wenigen Stunden zugrunde. Gefangene Olme, die man mit zerschnittenen Regenwürmern ernähren kann, haben Eier gelegt, aus denen nach 90 Tagen die Larven ausschlüpften, die wesentlich weiter entwickelt waren als die jungen Larven des Wassersalamanders, übrigens dem erwachsenen Tier ähnlich waren und nur entwickeltere Augen und einen längern Flossensaum besaßen.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • ölmə — «Ölmək»dən f. is …   Azərbaycan dilinin izahlı lüğəti

  • Olm — bezeichnet: eine Familie der Schwanzlurche siehe Olme die Orte Ober Olm und Nieder Olm in Rheinhessen eine Ortschaft der Gemeinde Kehlen (Luxemburg) Hans Werner Olm (* 1955), deutscher Kabarettist dessen Fernsehsendungen OLM! (RTL) und OLM… …   Deutsch Wikipedia

  • olm — OLM, olmuri, s.n. (înv.) Miros, mireasmă. – et. nec. Trimis de ionel bufu, 01.05.2004. Sursa: DEX 98  OLM s. v. aromă, balsam, mireasmă, miros, parfum. Trimis de siveco, 13.09.2007. Sursa: Sinonime  olm s. n., pl …   Dicționar Român

  • Olm — Sm Schwanzlurch per. Wortschatz fach. (11. Jh.), mhd. olm, ahd. olm, mndl. olm Stammwort. Herkunft unklar. Zusammenhang mit Molch bei falscher Ablösung des Anlauts denkbar. Das Wort bezeichnet landschaftlich den Salamander und wird dann von L.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Olm — Olm: Der Ursprung der Benennung des lang gestreckten Schwanzlurches (mhd., ahd. olm) ist unklar. Vielleicht handelt es sich bei ahd. olm um eine Entstellung aus ahd. molm (↑ Molch) …   Das Herkunftswörterbuch

  • olm — n. A European cave dwelling aquatic salamander ({Proteus anguinus}) with permanent external gills. Syn: {Proteus anguinus}. [WordNet 1.5] …   The Collaborative International Dictionary of English

  • olm — adj., t, e (vred); en olm tyr …   Dansk ordbog

  • Olm [1] — Olm, zwei Dörfer im Kreise Mainz der großherzoglich hessischen Provinz Rheinhessen; Niederolm, unweit der Selz, mit 6 Mühlen u. 1400 Ew.; u. Oberolm, eine halbe Stunde von ersterem entfernt; 1350 Ew.; beide Orte mit Weinbau …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Olm [2] — Olm, Thier, so v.w. Kärntischer Proteus …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Olm — Olm, Grottenolm (Proteus anguinĕus Laur. [Abb. 1288]), zu den Fischmolchen, Familie der Phanerobranchiaten, gehöriger Schwanzlurch, durchscheinend fleischfarben, schlank, aalförmig, Augen von der Körperhaut ganz überzogen, Beine klein, vorn 3,… …   Kleines Konversations-Lexikon

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