Parīs

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Parīs

Parīs (hierzu der Plan der innern Stadt mit Registerblatt und Karte: »Umgebung von Paris«), die Hauptstadt Frankreichs, Sitz des PrÀsidenten der Republik, der Regierung und des Parlaments, zugleich Hauptstadt des Depart. Seine, ist nÀchst London die volkreichste Stadt Europas und der Erde.

Lage, Klima, Stadtteile.

P. liegt unter 2°20ÂŽ15ÂŽÂŽ östl. L. und 48°50ÂŽ49ÂŽÂŽ nördl. Br., 25–128 m ĂŒ. M., an beiden Ufern der Seine zwischen zwei HĂŒgelketten, den Höhen von Belleville (101 m) und Montmartre (128 m) am nördlichen Ufer, dem HĂŒgel Butte aux Cailles und den Höhen von Meudon am sĂŒdlichen Ufer und schließt in dem Bette der Seine selbst zwei Inselchen, die Ile St.-Louis und die CitĂ©, ein.

Wappen von Paris.
Wappen von Paris.

Die geographische Lage von P. als Mittelpunkt des wichtigen Seinebeckens ist sehr gĂŒnstig und erklĂ€rt die frĂŒhzeitige GrĂŒndung und die außerordentliche Entwickelung der Stadt. Das Klima ist mild, die Durchschnittstemperatur betrĂ€gt im Januar 2,42°, im Juli 18,44°, im Jahresmittel 10,71°. Die Regenmenge erreicht an durchschnittlich 200 Regentagen jĂ€hrlich 594 mm. Schnee fĂ€llt selten. Die Stadt hat einen Umfang von 34,5 km und einen FlĂ€cheninhalt von 7802 Hektar, wovon 714 Hektar auf das Strom bett entfallen. Die nördliche Uferseite der von der Seine in der Richtung von OSO. nach W. durchschnittenen Stadt ist etwas grĂ¶ĂŸer als die sĂŒdliche; die Ă€ltesten Niederlassungen gehören der letztern und der CitĂ©insel an, sind aber bis auf wenige Spuren verschwunden. Die Mittelpunkte des modernen Lebens, die großen KauflĂ€den, CafĂ©s, Restaurants, Theater, die Börse, die Post, die Bank, die Kunstsammlungen, sind vorwiegend auf dem rechten, die altertĂŒmlichen BaudenkmĂ€ler, die Ministerien und Gesandtschaften, der Justizpalast, die PolizeiprĂ€fektur, die höhern Lehranstalten, die Akademie, die MĂŒnze auf dem linken Ufer und in der CitĂ© zu suchen. Administrativ zerfĂ€llt die Stadt in 20 Arrondissements, wovon 6 auf das linke, 14 auf das rechte Seineufer entfallen, und zwar: 1) Louvre, 2) Börse, 3) Temple, 4) HĂŽtel de Ville, 5) PanthĂ©on, 6) Luxembourg, 7) Palais Bourbon, 8) ElysĂ©e, 9) Oper, 10) Enclos-St.-Laurent, 11) Popincourt, 12) Reuilly, 13) Gobelins, 14) Observatoire, 15) Vaugirard, 16) Passy, 17) Batignolles, 18) Buttes Montmartre, 19) Buttes Chaumont und 20) MĂ©nilmontant.

Befestigung. WĂ€hrend P. vor 1840 eine offene Stadt war, bildet es gegenwĂ€rtig die großartigste Armeefestung der Welt. Die Befestigungswerke von P. setzen sich aus der Stadtumwallung (Enceinte), dem Ă€ltern FortsgĂŒrtel und den neu angelegten Ă€ußern verschanzten Lagern zusammen. Der 10 m hohe Hauptwall mit 15 m breitem Graben und gemauerter Eskarpe besteht aus 94 bastionierten Fronten, hinter denen eine Ringstraße und eine Eisenbahn (GĂŒrtelbahn) herlaufen. Er ist 34,5 km lang und enthĂ€lt 57 Tore, 9 EisenbahndurchgĂ€nge sowie DurchlĂ€sse fĂŒr die Seine (2) und fĂŒr die KanĂ€le de l'Ourcq und St.-Denis. Der Ă€ltere FortsgĂŒrtel in einer Ausdehnung von etwa 53 km besteht aus 16 vorgeschobenen Forts und zwar: auf dem rechten Seineufer Fort de la Briche, Double Couronne du Nord und Fort de l'Est, die den Vorort St.-Denis umschließen; dann östlich die Forts von Aubervilliers, Romainville, Noisy, Rosny, Nogent und Vincennes; auf dem linken Ufer der Marne, nahe ihrer MĂŒndung in die Seine, das Fort von Charenton; sĂŒdlich auf dem linken Seineufer die Forts Ivry, BicĂȘtre, Montrouge, Vanves, Issy;en di ich im W. der Mont ValĂ©rien (136 m ĂŒ. M.), der eine kleine Festung fĂŒr sich bildet. Veranlaßt durch die Belagerung 1870/71, wurde seit 1874 eine noch erheblich weiter vorgeschobene dritte Befestigungslinie ausgefĂŒhrt, die bestimmt ist, durch die weite Ausdehnung der Werke die Stadt vor einer Beschießung und gĂ€nzlichen Einschließung zu schĂŒtzen sowie mehrere verschanzte Lager zu bilden, die groß genug sind, ganzen Armeen Schutz und die Möglichkeit zu gewĂ€hren, sich zu einem Angriff zu sammeln und auszurĂŒsten. Das Nordlager mit St.-Denis im RĂŒcken umfaßt die Befestigungslinie vom Fort de Cormeilles auf dem linken bis zum Fort de Stains auf dem rechten FlĂŒgel; in ihr liegen die Forts erster Klasse Cormeilles und Domont, die zweiter Klasse von Montlignon, Montmorency, Ecouen und Stains. Das Ostlager erstreckt sich vom Ourcqkanal und dem Wald von Bondy bis zum rechten Seineufer und umfaßt als HauptstĂŒtzpunkte die Forts von Vaujours und Villeneuve-St.-Georges sowie die dazwischenliegenden Forts Chelles, Villiers, Champigny und Sucy. Das SĂŒdwestlager dehnt sich ĂŒber das ganze linke Seineufer aus und schließt auch Versailles noch ein; es umfaßt die große Redoute Bois d'Arcy, das Fort St.-Cyr (beide noch 7 km westlich von Versailles und gegen 19 km von der Stadtenceinte gelegen) und die Forts Haut-Buc, Villeras und Palaiseau (sĂŒdlich von Sceaux). Im RĂŒcken dieser Forts liegt noch die befestigte Stellung von VerriĂšres, und noch weiter hinter dieser, vor dem alten FortsgĂŒrtel, liegen die Forts ChĂątillon und Hautes-BruyĂšres. Im ganzen besteht die neue Befestigung aus 7 Forts erster, 16 zweiter Ordnung und gegen 50 Redouten und Batterien, die untereinander durch die Große GĂŒrtelbahn von 113 km LĂ€nge verbunden sind; diese Befestigungslinie hat bei 34 km Durchmesser von N. nach S. und 45 km von O. nach W. eine LĂ€nge von 124 km, der eine feindliche Einschließungslinie von etwa 175 km LĂ€nge entsprechen wĂŒrde; sie umschließt einen FlĂ€chenraum von etwa 1200 qkm. Vgl. Karte »Umgebung von P.«

Straßen, PlĂ€tze, BrĂŒcken, öffentliche Anlagen, DenkmĂ€ler.

Die öffentlichen Straßen von P. haben eine LĂ€nge von 978 km, wovon 270 km mit BĂ€umen bepflanzt sind. Bei einer Breite von 10–40 m bedecken sie eine FlĂ€che von 1639 Hektar. Die berĂŒhmteste Straßenanlage, der Stolz der Pariser, sind die Boulevards und zwar die sogen. innern oder alten Boulevards, die unter Ludwig XIV. an Stelle der frĂŒhern Befestigungswerke als breite, mit BĂ€umen bepflanzte Straßen angelegt worden sind und sich in der nördlichen StadthĂ€lfte von der Madeleinekirche in einem 4,3 km langen Halbbogen bis zum Bastilleplatz hinziehen. Sie werden von 5–7 Stockwerke hohen GebĂ€uden mit glĂ€nzenden CafĂ©s, Restaurants und VerkaufslĂ€den eingeschlossen und bilden den Mittelpunkt des Pariser Lebens. Sie bestehen aus folgenden Teilen: Boulevard de la Madeleine, des Capucines, des Italiens, Montmartre, PoissonniĂšre, Bonne-Nouvelle, St.-Denis, St.-Martin, du Temple, Filles du Calvaire und Beaumarchais. Der Name Boulevards wurde zu Ende des 18. Jahrh. auch auf die sogen. Ă€ußern Boulevards ĂŒbertragen, gleichfalls breite, mit BĂ€umen besetzte Straßen, welche die ehemalige Mautgrenze bezeichnen. Endlich werden als Boulevards auch die unter Napoleon III. durch den SeineprĂ€fekten Haußmann (s. d.) neu geschaffenen StraßenzĂŒge, wie z. B. Boulevard Malesherbes, Strasbourg, SĂ©bastopol, Magenta, Voltaire, St.-Michel, St.-Germain, des Invalides etc., bezeichnet. Zu den schönsten Straßenanlagen sind ferner die Kais zu rechnen, die sich an beiden Ufern der Seine in einer Gesamtausdehnung von 23 km hinziehen, mit BĂ€umen bepflanzt und mit MonumentalgebĂ€uden eingefaßt sind. Eine weltbekannte Straßen- und zugleich Parkanlage sind die 2 km langen Champs-ElysĂ©es, das großartig entworfene Bindeglied zwischen der Place de la Concorde und dem Tuileriengarten einerseits und dem Boulogner Gehölz anderseits, in ihrem untern Teil ein Park, der das Grand und das Petit Palais (s. S. 442), mehrere CafĂ©s und andre VergnĂŒgungsetablissements enthĂ€lt, dann bis zur Place del'Etoile eine breite, von palastartigen GebĂ€uden eingeschlossene Avenue. Hervorragende Straßen sind ferner die belebte Rue de Rivoli, die sich von der Place de la Concorde in beinahe immer gerader Linie ĂŒber 3 km lang parallel zur Seine bis zum Bastilleplatz (zuletzt unter dem Namen Rue St.-Antoine) erstreckt, die breite Avenue de l'OpĂ©ra, die sich von der Place du ThĂ©Ăątre-Français in gerader Linie zum Opernhaus hinzieht, die Rue Castiglione vom Tuileriengarten bis zum VendĂŽmeplatz und ihre Fortsetzung bis zur Oper, die Rue de la Paix, mit JuwelierlĂ€den und Hotels, die Rue Royale von der Place de la Concorde bis zur Madeleinekirche, die Rue St.-HonorĂ©, die mit ihrer Fortsetzung Rue du Faubourg St.-HonorĂ© eine wichtige, gegen 4 km lange Verkehrsader zwischen den Halles Centrales und der Place des Thermes bildet, und die Rue du Quatre Septembre. Sehr belebte Straßen sind ferner die Rue de Richelieu, Rue Vivienne, Montmartre, Lafayette, Rue du Faubourg PoissonniĂšre, Turbigo, Rue St.-Denis mit ihrer Fortsetzung Rue du Faubourg St.-Denis, Rue du Temple und am linken Seineufer Rue de SĂšvres und Rue de Rennes. P. zĂ€hlt 158 PlĂ€tze. Die bedeutendsten und historisch merkwĂŒrdigsten derselben sind, und zwar zunĂ€chst am rechten Seineufer: die berĂŒhmte Place de la Concorde, ein lĂ€ngliches Achteck von 250 m Breite und 350 m LĂ€nge, mit prĂ€chtigen Perspektiven, im S. an die Seine (KonkordienbrĂŒcke), im O. an den Tuileriengarten, im N. an die Rue de Rivoli, im W. an die Champs-ElysĂ©es grenzend, in der Mitte von dem 1836 hier aufgestellten Obelisken von Luksor und zwei imposanten FontĂ€nen, an der Ă€ußern Linie von 8 Statuen französischer StĂ€dte geschmĂŒckt, eine historisch denkwĂŒrdige StĂ€tte (Standplatz der Guillotine 1793–95, unter der zuerst Ludwig XVI. endete); der schöne, an den vier Ecken abgestumpfte VendĂŽmeplatz mit der zu Ehren der Siege von 1805 errichteten, 43,5 m hohen, mit der Bronze von 1200 eroberten GeschĂŒtzen bekleideten VendĂŽmesĂ€ule, die 1871 wĂ€hrend der Kommune umgestĂŒrzt, seither jedoch wieder ausgerichtet wurde und von der Statue Napoleons I. gekrönt ist; die kleine Place des Victoires mit dem Reiterstandbild Ludwigs XIV. (seit 1822); die Place du Chatelet mit der FontĂ€ne der Siegesgöttin (1806–08); die Place de l'HĂŽtel de Ville (frĂŒher der als RichtstĂ€tte bekannte GrĂšveplatz); die Place des Vosges (frĂŒher Place-Royale) mit der Reiterstatue Ludwigs XIII. (1825); der Bastilleplatz mit der 47 m hohen bronzenen JulisĂ€ule (1831–40); die Place de la Nation (frĂŒher Place du TrĂŽne), in die 12 Straßen mĂŒnden, mit 2 SĂ€ulen, welche die Standbilder Philipp Augusts II. und des heil. Ludwig tragen, und einer Bronzegruppe (von Dalou, 1899), den »Triumph der Republik« darstellend, inmitten eines Wasserbeckens; die Place de la RĂ©publique (frĂŒher du ChĂąteau d'Eau) mit der Bronzestatue der Republik (von 1883); die Place de Clichy mit dem Denkmal des Marschalls Moncey (von 1869), der hier die ehemalige BarriĂšre Clichy 1814 gegen die VerbĂŒndeten verteidigte; die Place de l'Europe, eine ungeheure eiserne BrĂŒcke ĂŒber den Gleisen der Westbahn; die Place Malesherbes mit DenkmĂ€lern der beiden Alexander Dumas; die Place de l'Etoile mit dem Arc de Triomphe de l'Etoile; am linken Ufer die Places du Palais Bourbon, St.-Michel, St.-Sulpice (mit einem Brunnen mit vier Standbildern berĂŒhmter Kanzelredner), du PanthĂ©on, Carrefour de l'Observatoire (mit Denkmal des Marschalls Ney); die Place Denfert-Rochereau mit dem bronzenen Löwen von Belfort; endlich auf der CitĂ©insel die Place du Parvis Notre-Dame mit dem Reiterstandbild Karls d. Gr. (1882).

Über die Seine fĂŒhren 30 BrĂŒcken, von denen die hervorragendsten die folgenden sind: Pont National, eine Eisenbahn- und StraßenbrĂŒcke mit 6 Bogen; Pont d'Austerlitz (1802–07 erbaut, 1885 erweitert); Pont-Neuf, an der Westspitze der CitĂ©insel, 1578–1604 erbaut, 1886 zum Teil restauriert, 229 m lang, mit 12 Bogen und dem Reiterdenkmal Heinrichs IV.; die Ponts de SolfĂ©rino, de la Concorde, Alexandre III (1896–1900), des Invalides, de l'Alma, d'JĂ©na (1809–13), meist mit Statuen und andern Skulpturen geschmĂŒckt; endlich die Eisenbahn- und StraßenbrĂŒcke du Point du Jour (1865) im Ă€ußersten SĂŒdwesten. Unter den öffentlichen Anlagen und SpaziergĂ€ngen (s. Karte der »Umgebung von Paris«) ist das Boulogner Gehölz (s. Boulogne-sur-Seine), am westlichen Ende der Stadt zwischen der Festungsmauer und dem rechten Seineufer gelegen, der bedeutendste. Es ist namentlich seit 1853 von der Stadtgemeinde in einen modernen Park, das tĂ€gliche Stelldichein der vornehmen Welt, verwandelt worden, der unter anderm zwei kĂŒnstliche Seen und einen Wasserfall enthĂ€lt, und an den sich der Akklimatisationsgarten fĂŒr fremde Tier- und Pflanzengattungen (mit großem Palmenhaus von 1893 und einem Museum fĂŒr Jagd und Fischerei) und die RennplĂ€tze von Longchamp (s. d.) und Auteuil anschließen. Am östlichen Ende der Hauptstadt liegt das nicht minder ausgedehnte und liebliche Gehölz von Vincennes (1866–67 in einen Park umgewandelt), das durch den Exerzier- und Artillerieschießplatz in zwei HĂ€lften geteilt wird. mit dem Lac de Charenton und andern kĂŒnstlichen Seen, dem MusĂ©e forestier, der Feuerwerkerschule etc. Der Norden der Stadt hat die aus den unwirtlichen HĂŒgeln von Belleville hervorgezauberten Buttes Chaumont, mit einem See und Wasserfall, einer Grotte, einer Kopie des Tempels der Sibylle in Tivoli und mehreren Bronzeskulpturen; der SĂŒden endlich den Park von Montsouris mit einem See und dem von der Weltausstellung 1867 hierher ĂŒbertragenen Bardo (Palast des Beis von Tunis, gegenwĂ€rtig Observatorium) aufzuweisen. Im Innern der Stadt fehlt es ebenfalls nicht an Anlagen; zu den alten und wohlgepflegten GĂ€rten der Tuilerien (der besuchtesten Promenade, 1665 von LenĂŽtre angelegt, mit Statuen, Vasen und Springbrunnen geziert und von Terrassen flankiert), des Luxembourg (mit der schönen Fontaine de MĂ©dicis und andern Bildwerken), des Palais-Royal und dem Jardin des Plantes, bestehend aus dem eigentlichen Botanischen und dem Zoologischen Garten, gesellen sich der schöne, 1778 angelegte Park von Monceau (mit kĂŒnstlicher Ruine und Skulpturwerken), der Park des TrocadĂ©ro (mit breiter Kaskade und einem Aquarium) und zahlreiche Squares. Von DenkmĂ€lern, die P. in ĂŒberreicher Menge besitzt, sind außer den an andrer Stelle genannten noch zu erwĂ€hnen: der Arc de Triomphe de l'Etoile, ein 50 m hoher und 45 m breiter, 1806 bis 1836 erbauter Triumphbogen mit zahlreichen, den Nationalruhm verherrlichenden Hochreliefs; die Tour St.-Jacques, auf dem Square gleichen Namens, Überrest einer 1522 erbauten, 1789 niedergerissenen gotischen Kirche, mit einer Statue Pascals; die meist mit Statuen geschmĂŒckten FontĂ€nen Louvois, MoliĂšre (beide von Visconti), St.-Michel (1860), de l'Observatoire (1874), St.-Sulpice (1847), de Grenelle (von Bouchardon, 1739), des Innocents (1550 von Lescot ausgefĂŒhrt, mit Skulpturen von Jean Goujon; s. Tafel »Brunnen«, Fig. 6), du ProgrĂšs (von der Ausstellung 1889) u.a.; die triumphbogenartigen Portes St.-Denis und St.-Martin, 1672 und 1674 zu Ehren Ludwigs XIV. errichtet; die Monumente der Jungfrau von OrlĂ©ans, des Admirals Coligny (1888), der StaatsmĂ€nner Danton, Ledru-Rollin, Louis Blanc, Gambetta (1886), Lamartine, Washington und Lafayette (1895), der Dichter BĂ©ranger, Victor Hugo, Lafontaine, Shakespeare (von Fournier, 1888), der Schriftsteller Diderot, Voltaire, Rousseau, Balzac, Beaumarchais, Augie r, Murger, Daudet, Maupassant, der Gelehrten Chappe, Lavoisier, Leverrier, Pasteur, Arago, der Musiker Berlioz, Gounod, Thomas, der Maler Watteau, Delacroix, Neuville, Regnault, Meissonier (1895), des Kunsttöpfers Palissy, des Bildhauers Barye, des Architekten Garnier, des Ingenieurs Alphand (der Haußmann bei der Verschönerung von P. unterstĂŒtzte, 1817–92), der in Tongking Gefallenen (1888) etc.

Kirchliche Bauwerke.

Unter den Kirchen steht die altehrwĂŒrdige Kathedrale Notre-Dame in der CitĂ© obenan. Dieselbe wurde von 1163 an bis in das Ende des 13. Jahrh. im gotischen Stil erbaut, im 18. Jahrh. mehrfach verĂ€ndert, seit 1845 aber von Viollet-le-Duc trefflich restauriert. Die Kathedrale ist 130 m lang, 50 m breit und 34 m hoch; sie hat eine bedeutende Hauptfassade mit drei reichen Portalen; die beiden unvollendeten TĂŒrme erheben sich zu einer Höhe von 68 m. Das Innere zerfĂ€llt in 5 Schiffe, umfaßt 37 Kapellen und hat reichgeschnitzte ChorstĂŒhle und trotz der VerwĂŒstung durch die Revolution noch manche alte Kostbarkeiten. Ein reizendes gotisches Bauwerk ist die im Hof des Justizpalastes gelegene Ste.-Chapelle, die, 1245–48 erbaut, seit 1837 stilgemĂ€ĂŸ restauriert wurde und 1871 glĂŒcklicherweise von dem Brande des Justizpalastes verschont blieb; sie besteht aus einer untern und einer obern Kapelle, enthĂ€lt schöne alte Glasmalereien und polychrome Ausstattung und ist mit einem vergoldeten Turm gekrönt. KĂŒnstlerischen Wert haben von den ĂŒbrigen Kirchen insbes. die folgenden: die romanische Kirche St.-Germain-des-PrĂ©s, aus dem 11. und 12. Jahrh., mit bedeutenden WandgemĂ€lden von Flandrin u.a.; St.-Germain l'Auxerrois, aus dem 12.–16. Jahrh., gotisch, ehemalige Hofkirche mit malerischer Fassade und schönen Glasmalereien; St.-SĂ©verin, aus dem 13.–16. Jahrh., ein ebenfalls gotischer Bau von edlen VerhĂ€ltnissen; die spĂ€tgotische Kirche St.-Gervais, aus dem 16. Jahrh., mit Fassade in den drei SĂ€ulenordnungen; St.-Etienne du Mont, 1517–41 im spĂ€tgotischen Stil erbaut, mit zahlreichen Details französischer Renaissance, schlankem Turm, Glasmalereien, prĂ€chtigem Lettner und der Gruftkapelle der heil. Genoveva; St.-Eustache, 1532–1642 im Übergangsstil von der Gotik zur Renaissance erbaut, 1793 Schauplatz des Festes der Vernunft, 1846–54 restauriert, mit dem bemerkenswerten Grabdenkmal Colberts; Val- de-GrĂące, 1645 als Abteikirche gegrĂŒndet, mit schöner Kuppel (Nachahmung der Peterskuppel in Rom) und Fresken von Mignard; St.-Sulpice (1646–1749), mit sĂ€ulengeschmĂŒckter Fassade und zwei TĂŒrmen (der eine unvollendet, im Innern mit neuern WandgemĂ€lden); das PanthĂ©on (Ste. – GeneviĂšve), ein nach dem Plan Soufflots 1764–90 ausgefĂŒhrter griechisch-römischer Bau, der als Mausoleum berĂŒhmter MĂ€nner dient (s. Artikel »Pantheon« und Tafel »Architektur XII«, Fig. 6); die Madeleine, 1806–42 in der Form eines griechischen Tempels mit 54 umlaufenden korinthischen SĂ€ulen erbaut, mit großem Relief im Giebelfeld, schöner BronzehaupttĂŒr, im Innern einschiffig, von drei Kuppeln ĂŒberdeckt und mit zahlreichen Marmorbildwerken und GemĂ€lden versehen; endlich von den neuern die Kirchen Notre-Dame de Lorette, eine 1823–36 erbaute, mit GemĂ€lden ausgestattete Basilika, St.-Vincent de Paul, 1824–44 in imposanter Lage erbaut, im Innern eine fĂŒnfschiffige Basilika mit polychromer Decke, großen WandgemĂ€lden von Flandrin und modernen Glasmalereien, Ste. – Clotilde, eine moderne gotische Kirche (1846–59), die Renaissancekirchen La TrinitĂ© (1861–67), mit reicher Fassade, und St.-François Xavier (1875), die romanischen Kirchen Notre-Dame des Champs (1867–75) und Notre-Dame d'Auteuil (1881), endlich die Herz-Jesukirche, 1875–91 in romanisch-byzantinischem Stil nach PlĂ€nen Abadies mit großen Kosten auf der Höhe des Montmartre erbaut (im Innern noch unvollendet), St.-Augustin (1860–68, mit interessanter Eisenkonstruktion im Innern), St.-Ambroise (1863–69), St.-Antoine (1903), die Kapelle Notre-Dame-de-Consolation (zur Erinnerung an den furchtbaren Brand eines WohltĂ€tigkeitsbasars 4. Mai 1897). Von den gottesdienstlichen GebĂ€uden andrer Konfessionen sind insbes. die in byzantinischem Stil erbaute russische Kirche (1861) und die Synagoge (1865–74) hervorzuheben. Von den 21 Friedhöfen gehören der PĂšre-Lachaise, Montmartre und Montparnasse wegen der Pracht ihrer Monumente und der großen Zahl berĂŒhmter Toten zu den SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt; doch sind dieselben gegenwĂ€rtig nur noch fĂŒr dauernde FamiliengrabstĂ€tten bestimmt, wĂ€hrend die Friedhöfe von St.-Ouen, Ivry, Bagneux und Pantin die Leichen aufnehmen, die sich in der Regel mit einer zeitweiligen Ruhestatt von fĂŒnf Jahren begnĂŒgen mĂŒssen. Dann werden die ausgegrabenen Gebeine in den Katakomben, ursprĂŒnglich alten SteinbrĂŒchen im S. der Stadt, aufgespeichert.

Weltliche Bauten.

Das hervorragendste weltliche Bauwerk von P. ist das Louvre (s. d.). Dieser von der Seine, dem Tuileriengarten, der Rue de Rivoli und der Rue du Louvre begrenzte GebĂ€udekomplex, ehemals das Königsschloß von P. (s. Tafel »Architektur XI«, Fig. 6), besteht aus dem alten LouvregebĂ€ude und den Bauten des neuen Louvre, die mit ihren vorspringenden Pavillons den Square du Nouveau Louvre (mit dem Denkmal Gambettas) umschließen. Von den mit dem Louvre verbundenen Tuilerien (s. d.) sind nach der Zerstörung durch die Kommunarden (1871) nur die beiden Pavillons de Marsan und de Flore erhalten. Auf der vom neuen Louvre und den Tuilerien eingeschlossenen Place du Carrousel steht der von Napoleon I. 1806 nach dem Muster des Triumphbogens des Septimius Severus erbaute, 14,6 m hohe Arc de Triomphe du Carrousel, von einer Quadriga gekrönt. Das Louvre enthĂ€lt gegenwĂ€rtig die reichhaltigen Museen (s. unten), die 1871 glĂŒcklicherweise von der Zerstörung verschont blieben (nur die wertvolle Louvrebibliothek verbrannte), im nördlichen Bau des neuen Louvre ist das Finanzministerium untergebracht, dessen ehemaliges Palais in der Rue de Rivoli 1871 gleichfalls verbrannt wurde. Nördlich vom Louvre steht das Palais-Royal (s. d.), dessen Ă€ltester Teil 1629–36 erbaut wurde, jetzt Sitz des Staatsrats; es besteht aus einem Vorbau mit SĂ€ulenhalle und drei FlĂŒgeln, die den Jardin du Palais-Royal einschließen und in ihren dem letztern zugekehrten Galerien zahlreiche Restaurants und KauflĂ€den fĂŒr Luxusartikel enthalten. Im nördlichen Teil des Palastes befindet sich das ThĂ©Ăątre du Palais-Royal, wĂ€hrend sĂŒdwestlich das ThĂ©Ăątre-Français angebaut ward (1790 eröffnet, nach dem Brande von 1900 restauriert). Von öffentlichen GebĂ€uden und PalĂ€sten sind ferner zu erwĂ€hnen: das Palais de l'ElysĂ©e, 1718 erbaut, von der Marquise von Pompadour reich ausgestattet, jetzt Residenz des PrĂ€sidenten der Republik, mit schönem Garten; sĂŒdlich zu beiden Seiten der Avenue Alexandre III sind 1897–1900 das Grand Palais (fĂŒr Kunstausstellungen) und das Petit Palais des Beaux-Arts (fĂŒr die stĂ€dtischen Kunstsammlungen) errichtet worden (s. Tafel »Ausstellungsbauten IV«, Fig. 1 u. 2); der 1612–20 erbaute Luxembourgpalast (s. d.) auf dem sĂŒdlichen Seineufer, Sitz des Senats, mit einem schönen Garten; der Palast der Deputiertenkammer, 1722 als Palais Bourbon erbaut, seit 1798 der Volksvertretung eingerĂ€umt, mit schöner Fassade gegen den Kai (von Poyet 1807); der Palast der Ehrenlegion, 1782 bis 1789 erbaut, nach dem Brand von 1871 wiederhergestellt; das Palais de Justice, ein großer GebĂ€udekomplex auf der CitĂ©insel, ursprĂŒnglich Residenz der Könige von Frankreich, nach den wiederholten Zerstörungen (1618, 1776 und 1871) restauriert, mit wenigen vom ursprĂŒnglichen Bau erhaltenen Resten (Tour de l'Horloge etc.), der Ste. – Chapelle (s. oben), der großen Salle des Pas perdus und andern SitzungssĂ€len; das gegenĂŒberliegende Handelsgericht (1860–66) mit achteckiger Kuppel und stattlicher Treppe; das Ministerium des Äußern (1845) am Quai d'Orsay; das HĂŽtel de Ville, 1533–1628 in französischem Renaissancestil erbaut, 1871 von den Kommunarden niedergebrannt, aber 1876–84 in der frĂŒhern Gestalt wieder aufgebaut, mit reichem Statuenschmuck, zahlreichen Wandmalereien im Innern und einem Reiterdenkmal Etienne Marcels (im Garten gegen die Seine; vgl. Haucourt, L'HĂŽtel de ville de P. Ă  travers les siĂšcles, 1900; Vachon, L'HĂŽtel de ville de P., 1904); das 1670 bis 1674 erbaute HĂŽtel des Invalides, das eine reiche Waffensammlung, das Artillerie- und das Armeemuseum enthĂ€lt (damit verbunden der Invalidendom, ein quadratischer Kuppelbau von 1706, in dem sich seit 1841 das Grab Napoleons I. und die GrabmĂ€ler von Turenne und Vauban befinden); die Sorbonne (s. d.), 1629 von Richelieu fĂŒr das von Sorbon 1253 gegrĂŒndete theologische Kollegium erbaut, seit 1885 umgebaut und erweitert, mit dem Grabmal Richelieus in der dazugehörigen Kirche; das HĂŽtel de Cluny, ein gotischer Bau aus dem 15. Jahrh., gegenwĂ€rtig Museum; die Nationalbibliothek, an Stelle des Palais Mazarin, seit 1719 wiederholt vergrĂ¶ĂŸert, mit schönen SĂ€len; die 1820–1838 erbaute und spĂ€ter mehrmals erweiterte École des Beaux Arts mit schöner Fassade (s. Tafel »Eisenbau II«, Fig. 4); das Conservatoire des Arts et MĂ©tiers, eine ehemalige, 1060 gegrĂŒndete Abtei St.-Martin-des-Champs, von deren RĂ€umen namentlich die Kirche und das Refektorium, beide aus dem 13. Jahrh., erhalten sind; die École Centrale des Arts et Manufactures (1884); die medizinische FakultĂ€t, 1769 errichtet, mit neuer griechischer Fassade von 1887; das Opernhaus, 1861–75 von Garnier erbaut, mit reicher Fassade, verschwenderisch ausgestattetem Zuschauerraum mit 2158 PlĂ€tzen, prĂ€chtigem Treppenhaus und einem mit trefflichen DeckengemĂ€lden von Baudry geschmĂŒckten Foyer (Gesamtkosten 47 Mill. Frank); das umfangreiche, 1751 errichtete GebĂ€ude der École Militaire (jetzt Kriegsakademie); die Börse (s. Tafel »BörsengebĂ€ude I«, Fig. 3, und Tafel II, Fig. 2), 1808–26 erbaut, 1903 erweitert, mit korinthischen SĂ€ulen und allegorischen Standbildern; das HĂŽtel des Monnaies (MĂŒnze), 1771–79 an der Stelle des HĂŽtel Conti errichtet; die Hauptpost (Palais des Postes), 1880–84 umgebaut; die Komische Oper, nach dem Brande von 1887 neu erbaut; das Museum GalliĂ©ra, ein Prachtbau im italienischen Renaissancestil, auf Kosten der Herzogin von Galliera bis 1895 erbaut; der TrocadĂ©ropalast, ein aus Anlaß der Weltausstellung 1878 in orientalischem Stil errichteter halbkreisförmiger Festbau. Von den anlĂ€ĂŸlich der Weltausstellung 1889 errichteten Bauwerken auf dem Marsfeld ist der Eiffelturm, ein kĂŒhner, 300 m hoher Eisenbau, erhalten (s. Tafel »Eisenbau II«, Fig. 7). Als Ă€lteste Baureste von P. sind die 1870 und 1883 zwischen der Rue Monge und der Rue de Navarre aufgefundenen Reste eines Amphitheaters aus dem 2. und 3. Jahrh., dann die in den GĂ€rten des HĂŽtel de Cluny erhaltenen Ruinen des sogen. Palais des Thermes aus dem 3. Jahrh. hervorzuheben.

Bevölkerung.

P. zĂ€hlte am Ende des 13. Jahrh. 200,000,1637: 415,000,1680 (unter Ludwig XIV.) 500,000,1800 (bei der ersten ZĂ€hlung) 547,756,1836: 909,126,1861, nach der Einverleibung zahlreicher Vororte, 1,696,141,1881: 2,239,928,1891: 2,447,957,1901: 2,714,068 und 1906 (nach vorlĂ€ufiger Feststellung) 2,731,728 Einw. Mit Einschluß der an P. angrenzenden Orte erhöht sich die Bevölkerung noch um etwa 900,000 Einw. Die Dichtigkeit der Pariser Bevölkerung ist grĂ¶ĂŸer als die einer andern Großstadt Europas: 348 Einw. auf 1 Hektar. Ihr Anwachsen ist selbstverstĂ€ndlich weniger der natĂŒrlichen Zunahme infolge Überschusses der Geburten ĂŒber die SterbefĂ€lle als vielmehr dem fortwĂ€hrenden Zufluß ortsfremder Bevölkerung nach P. zuzuschreiben. Nach dem Geschlecht entfielen auf 1000 mĂ€nnliche 1117 weibliche Personen. Nur 37,7 Proz. der Bevölkerung waren im Departement Seine geboren. Etwa 7,8 Proz. der Bevölkerung sind AuslĂ€nder; hierunter befinden sich (1901) 27,954 Belgier, 24,568 Deutsche, 21,791 Italiener, 19,639 Schweizer, 10,532 EnglĂ€nder, 9846 Russen, 6323 Griechen, RumĂ€nen, TĂŒrken etc., 5984 Österreicher und Ungarn etc. Dem Glaubensbekenntnis nach ist die Bevölkerung ihrer ĂŒberwiegenden Mehrheit nach katholisch; an AndersglĂ€ubigen gibt es nur etwa 50,000 Reformierte, 40,000 Lutheraner und 50,000 Juden. Die Bevölkerungsbewegung ergab 1904 auf 1000 Bewohner 19,51 Lebendgeborne (im Jahrzehnt 1893–1902 noch 22,15), darunter 14,32 eheliche und 5,19 uneheliche, 17,43 SterbefĂ€lle, 1,76 Totgeburten, 9,62 Trau ungen und 0,61 Scheidungen. 1902 zĂ€hlte man in P. 88,987 bebaute GrundstĂŒcke, wovon 84,884 Ertrag brachten, mit einem Mietswert von 879 Mill. Frank. Es gab 1,231,172 selbstĂ€ndige Wohnungen, wovon 26,633 leer standen. P. gehört zu den gesĂŒndesten der großen StĂ€dte Europas; seine Einrichtungen fĂŒr die öffentliche Verpflegung, fĂŒr Licht, Wasser, Luft, Reinlichkeit, kurz fĂŒr alle materiellen BedĂŒrfnisse eines großen Bevölkerungszentrums sind mustergĂŒltig und haben in der denkwĂŒrdigen 133tĂ€gigen Belagerung, vom 19. Sept. 1870 bis 29. Jan. 1871, die Probe gut bestanden. Die Verproviantierung hat ihre Zentralpunkte in den großen Markthallen (Halles Centrales), bestehend aus 10 in Eisenkonstruktion ausgefĂŒhrten Pavillons (s. Markthallen, S. 326, und Tafel II, Fig. 1 u. 2), in der Fleisch- und der Weinhalle und dem Viehmarkte, der mit dem Schlachthause von La Villette in Verbindung steht. Auf dem Viehmarkte von La Villette wurden 1903: 310,075 Rinder, 169,523 KĂ€lber, 1,754,034 Hammel und 513,966 Schweine ausgetrieben. 267,027 Rinder, 274,391 KĂ€lber, 2,047,770 Hammel, 382,508 Schweine und 28,965 Pferde gelangten in den SchlachthĂ€usern von La Villette, Vaugirard und Villejuif zur Schlachtung. Der Konsum von P. umfaßte 1903 unter anderm an Fleisch 158 Mill. kg, an GeflĂŒgel und Wild 25, an GemĂŒse und Obst 19,6, an Fischen und Schaltieren 45,1 Mill. kg, an Austern 36,8 Mill. StĂŒck, an Butter 14,4, an Eiern 17,5, an KĂ€se 13 Mill. kg, an Wein 6,1 Mill. hl, an Bier 414,306 hl, an Alkohol (zu 100°) 131,023 hl etc. Das Trinkwasser wird der Stadt durch die 131 km lange Dhuisleitung nach MĂ©nilmontant (1865), durch die 173 km lange Vanneleitung von Troyes und Cochepies nach Montrouge (1875) und durch die neue, 102 km lange, die Quellen von La Vigne und Verneuil fassende Leitung durch das Avretal nach St.-Cloud und Passy (1893) zugefĂŒhrt. Außerdem dient ein besonderes Leitungsnetz fĂŒr das SpĂŒl- und Nutzwasser aus der Seine, Marne und dem Ourcq. Aus dem Kloakennetz, das eine Entwickelung von 1039 km hat, werden die AbwĂ€sser durch große SammelkanĂ€le seit 1899 nicht mehr in die Seine unterhalb P., sondern zur Berieselung der Halbinseln von Gennevilliers, AchĂšres, CarriĂšres unterhalb Poissy und der Gegend von MĂšry-Pierrelaye abgeleitet. Die stĂ€dtische Beleuchtung erfolgt durch 9 Gasanstalten, die 1903: 345 Mill. cbm, davon 43 Mill. fĂŒr die öffentliche Beleuchtung, lieferten. Außerdem bestehen in P. 6 elektrische Gesellschaften, die 1897: 9622 Bogenlampen und 543,770 GlĂŒhlichter teils fĂŒr Straßenbeleuchtung, teils fĂŒr Theater- und Privatbeleuchtung im Betrieb erhielten.

Industrie, Handel und Verkehr.

Die Industrie ist in P. in allen ihren Zweigen vertreten. 1902 waren hier in 36,649 gewerblichen Betrieben 402,303 Personen, darunter 227,198 erwachsene Arbeiter, 120,102 Frauen und MĂ€dchen ĂŒber 18 Jahre und 26,188 Knaben und 28,815 MĂ€dchen unter 18 Jahren, beschĂ€ftigt. Der Kohlenverbrauch betrug 1902 im Depart. Seine: 3,703,200 Ton.; die Dampfkraft war 1902 im Depart. Seine durch 5789 Dampfmaschinen von 190,213 PferdekrĂ€ften und 8339 Kessel, davon in P. selbst (1903) durch 3270 Dampfmaschinen von 94,835 PferdekrĂ€ften und 4660 Kessel, vertreten. Die Pariser Industrie charakterisiert sich hauptsĂ€chlich durch kleine WerkstĂ€tten, außerdem aber durch weitestgehende Arbeitsteilung. Große Etablissements zĂ€hlt vor allem die metallurgische Industrie und zwar fĂŒr Eisenbahnmaterial, Bronzen und Lampen, Messing- und Tombakwaren, Maschinen und Apparate, chemische Produkte, Seife, Kerzen, Farbwaren, raffinierten Zucker, Schokolade, konservierte FrĂŒchte und GemĂŒse, Likör, Bier, ZĂŒndhölzer, Porzellan, Fayence und Majolika, Kutschen, Leder, Sattler- und Riemerwaren, Kautschuk- und Guttaperchawaren, Typographie, Kunsttischlerei, fĂŒr Schals, Teppiche, Tapeten, HĂŒte, Schuhwaren, Kleider und WĂ€sche. Kleinere Unternehmungen dagegen stehen hauptsĂ€chlich im Dienste der Kunstindustrie; sie liefern Gold- und Silberwaren, echten und falschen Schmuck, GravĂŒren, Bronzen, Garnituren, typographische und lithographische Arbeiten, Buntpapier, Stickereien, Posamentierwaren u.a. Einen großen Umfang hat ferner (und zwar gleichfalls im kleinern Betrieb) die PrĂ€zisionsmechanik, insbes. die Erzeugung von optischen und chirurgischen Instrumenten und Apparaten, Uhren, Musikinstrumenten, anatomischen PrĂ€paraten, Wagen und Jagdwaffen, sowie das vielverzweigte Baugewerbe. In eigentlichen Luxusartikeln endlich liefert P. jĂ€hrlich fĂŒr den Weltmarkt außerordentliche QuantitĂ€ten von Drechsler- und Kinderspielwaren, Necessaires, Korbwaren, Buchbinder- und Kartonnagearbeiten, Sachen in Stahl und Aluminium, Agraffen, kĂŒnstlichen Blumen, Modewaren, ParfĂŒmerien, Schmuckfedern, FĂ€chern, Knöpfen, Handschuhen etc. In vielen Artikeln ist P. nur das geschĂ€ftliche Zentrum, von dem die AuftrĂ€ge und Muster ausgehen, und wo die Verfeinerung zur vollendeten Handelsware vorgenommen wird. So steht denn auch die Industrie des Depart. Seine außerhalb der Bannmeile der Hauptstadt im Dienste der Pariser Industrieunternehmungen. Am hervorragendsten sind hier die Fabrikation von chemischen Produkten, Kerzen, Seife, Farbwaren, Firnissen und Lacken, Maschinen und Eisenwaren, Leder und Glas, die FĂ€rberei, Druckerei und Bleicherei, die Eisengießerei und Gipserzeugung vertreten. An Staatsmanufakturen bestehen in P. eine große Tabakmanufaktur (2200 Arbeiter), die Nationaldruckerei (1200 Arbeiter), die MĂŒnze, die berĂŒhmte Teppichfabrik (Gobelins, s. d.) und die Porzellanfabrik in SĂšvres (s. d.).

Hand in Hand mit der hochentwickelten Industrie geht der in P. konzentrierte und trefflich organisierte Handel. Beim Zollamt von P. wurden 1902 (ohne Edelmetalle) 183,111 Ton. Waren im Werte von 375,4 Mill. Fr. ein- und 152,654 T. im Werte von 497,3 Mill. Fr. ausgefĂŒhrt. Die Zolleinnahme betrug 67,5 Mill. Fr. Die wichtigsten Einfuhrwaren sind: Schmuckfedern, Baumwoll-, Seiden- und Schafwollwaren, Papier und BĂŒcher, Leder und Lederwaren, Maschinen, Glas- und Tonwaren, HĂ€ute und Felle, Metallwaren, chemische Produkte und Wein. Die hauptsĂ€chlichsten Ausfuhrartikel sind: Seiden- und Modewaren, Kunstblumen, Kleider und WĂ€sche, raffinierter Zucker, Handschuhe, Papier und BĂŒcher, Leder, Metallwaren, Waren aus Edelmetall, Spielwaren, Baumwollwaren, Schmuckfedern. Eine EigentĂŒmlichkeit des Pariser Handelsbetriebes sind die weltbekannten großen Magazine (Bon MarchĂ©, Louvre, Printemps etc.). Als Kommunikationsmittel dienen dem Handel außer den schiffbaren FlĂŒssen und KanĂ€len die von den neun Pariser Bahnhöfen nach allen Teilen des Landes hin auslaufenden Eisenbahnen, deren Zentralverwaltung sich durchweg in P. befindet. Auf der Seine und den KanĂ€len de l'Ourcq, von St.-Denis und St.-Martin kamen innerhalb der Stadt und der Departements Seine und Seine-et-Oise 1903 an: 38,778 Schiffe mit 8,053,218 Ton. Ladung, es gingen ab 18,669 Schiffe mit 3,038,637 T. Ladung. Davon entfielen auf den durch die genannten KanĂ€le vermittelten Warenverkehr in beiden Richtungen zusammen 3,71 Mill. T. FĂŒr den Lokalverkehr sorgen außer den Eisenbahnen und den Seinedampfern die Omnibusse, die Tramways und die Stadtbahn. Auf den Bahnhöfen sind 1903 abgereist: 77,7 und angekommen 77,5 Mill. Personen, wovon der grĂ¶ĂŸte Teil auf die West-, dann auf die Ostbahn entfiel. Hierzu kommen die beiden GĂŒrtelbahnen mit 31,5 Mill. beförderten Personen. Die allgemeine Omnibusgesellschaft beförderte auf den Omnibuslinien 125 Mill., auf den Pferdebahnen 29,2 Mill. und auf den 22 elektrischen Straßenbahnlinien 103,6 Mill. Personen. Außerdem bestehen noch 5 Tramwaygesellschaften, die 56,6 Mill. Personen beförderten, eine Drahtseilbahn von der Place de la RĂ©publique auf die Höhe von Belleville (5 Mill. Personen), endlich 15,014 Mietswagen. Eine Stadtbahn (elektrische Untergrundbahn, le MĂ©tropolitain) ist seit 1898 erbaut und umfaßt folgende Linien: die Hauptlinie (10,5 km) fĂŒhrt durch die Stadt vom Cours de Vincennes bis zur Porte Maillot im NW., die Nordlinie (12,4 km) von der Porte Dauphine ĂŒber die Place de l'Etoile nach der Place de la Nation, die SĂŒdlinie (22 km) von der Place de l'Etoile ĂŒber den TrocadĂ©ro zum Quai de Passy, eine Querlinie (7 km) von der Avenue des Villiers (Nordring) bis zur Place Gambetta. Weitere Linien sind im Bau. 1903 betrug der Personenverkehr schon 100 Mill. Den Verkehr auf der Seine besorgen 3 Dampferunternehmungen, die 1903: 22,3 Mill. Personen beförderten. FĂŒr den Korrespondenzverkehr dienen außer zahlreichen Post- und TelegraphenĂ€mtern die pneumatische Post und das Telephon. 1903 wurden 450 Mill. Briefe im innern Verkehr und 42,8 Mill. im auswĂ€rtigen Verkehr, 39 Mill. Postkarten und 65 Mill. Ansichtskarten befördert; die Zahl der Wertsendungen betrug 6,7 Mill. StĂŒck, die der rekommandierten Sendungen 24 Mill. StĂŒck, die der Postpakete 26,5 Mill. StĂŒck, die Zahl der Telegramme, ohne die Transitdepeschen, 19,2 Mill. StĂŒck. Es bestehen 7 FernsprechĂ€mter, die Zahl der Abonnenten betrug 1903: 33,700, der Sprechstellen 45,463, der vermittelten GesprĂ€che 124 Mill. An Kreditinstituten besitzt P. vor allen die mit dem Notenprivilegium versehene Banque de France (Notenumlauf 1. Jan. 1901: 4446 Mill. Fr.), den CrĂ©dit foncier (Hypothekenbank), Comptoir National d'Escompte, SociĂ©tĂ© de DĂ©pĂŽts, Banque de P., CrĂ©dit industriel et commerciel etc. (s. Banken, S. 347 f.), das Clearinghaus (Chambre de Compensation des Banquiers), die Effekten- und die Warenbörse, ferner die Sparkasse (Einlagenstand Ende 1903: 123 Mill. Fr.), die zahlreichen Versicherungsanstalten, das 1777 gegrĂŒndete Leihhaus (Mont-de-PiĂ©tĂ©) etc.

An WohltĂ€tigkeitsanstalten besitzt P. 14 allgemeine KrankenhĂ€user (darunter das HĂŽtel-Dieu, PitiĂ©, CharitĂ© etc.), 9 spezielle KrankenhĂ€user, 7 KinderspitĂ€ler und eins in Berck-sur-Mer fĂŒr tuberkulöse Kinder, in denen 1903 zusammen 188,132 Kranke behandelt wurden. Hierzu kommen 4 Hospices fĂŒr Geisteskranke, Unheil bare und Greise (BicĂȘtre, SalpĂȘtriĂšre, Ivry und BrĂ©vannes), 3 Maisons de Retraite fĂŒr Greise und Unheilbare (in denen eine geringe VerpflegungsgebĂŒhr erhoben wird), 12 Hospices fondĂ©s (StiftungskrankenhĂ€user) fĂŒr Greise, 5 fĂŒr Kinder und 3 fĂŒr schwangere Frauen, insgesamt mit 29,135 behandelten Personen. Außerdem wurden 75,553 Arme zu Hause unterstĂŒtzt, 90,571 Kranke zu Hause behandelt und 11,139 Frauen zu Hause entbunden, ferner bestehen 2 stĂ€dtische AsylhĂ€user fĂŒr Obdachlose (Refuges de Nuit), 2 Asyle fĂŒr Wöchnerinnen, ein Kinderasyl, ein stĂ€dtisches Werkhaus (Refuge-Ouvroir), in das 1083 Personen aufgenommen wurden, eine Anstalt fĂŒr Krankentransport, FĂŒrsorge fĂŒr verlassene Kinder (Enfants AssistĂ©s), von denen 5125 in das Hospice dĂ©positaire aufgenommen und 50,943 auf dem Land untergebracht wurden, FĂŒrsorge fĂŒr verwahrloste Kinder (1239), fĂŒr kleine Kinder (bis zu 2 Jahren, 25,128) und zahlreiche andre private WohltĂ€tigkeitsanstalten, darunter auch ein deutscher Hilfsverein (1844 gegrĂŒndet).

Bildungsanstalten.

Wie in keinem andern Staat, ist in Frankreich auch das Unterrichtswesen in der Hauptstadt zentralisiert. FĂŒr den Hochschulunterricht besteht vor allem die 1898 durch Vereinigung der FakultĂ€ten entstandene UniversitĂ€t von P., mit 283 Lehrern und 12,985 Studenten, und zwar die 1871 von Straßburg nach P. ĂŒbertragene FakultĂ€t fĂŒr protestantische Theologie (1903/04: 54 Hörer), die FakultĂ€t fĂŒr Rechte (4752 Hörer), die FakultĂ€t fĂŒr Medizin (3496 Hörer), die neben der eigentlichen medizinischen Schule mit Bibliothek, Botanischem Garten, Museen, Laboratorien etc. eine besondere praktische Schule umfaßt, die höhere Schule fĂŒr Pharmazie (1307 Hörer), die FakultĂ€ten fĂŒr Mathematik und Naturwissenschaften (1546 Hörer), dann fĂŒr Philosophie, Philologie und Geschichte (1830 Hörer), beide an der Sorbonne (s. d.) vereinigt. Außerdem gab es 667 weibliche Studierende (darunter 412 AuslĂ€nderinnen). Zu den Hochschulen sind ferner zu rechnen das 1529 gegrĂŒndete CollĂšge de France, ein freies Lehrinstitut mit 44 LehrstĂŒhlen verschiedener Wissenszweige, die École pratique des hautes Ă©tudes (an der Sorbonne), ein Staatsinstitut mit fĂŒnf Sektionen, die höhere Normalschule fĂŒr Mittelschullehrer (1903 der UniversitĂ€t angegliedert), das naturhistorische Museum im Jardin des Plantes mit 18 LehrstĂŒhlen, endlich die 1875 gegrĂŒndete freie katholische UniversitĂ€t mit vier FakultĂ€ten und die 1898 begrĂŒndete Volkshochschule. FĂŒr den höhern technischen Unterricht bestehen 4 Anstalten: die École polytechnique, die vom Kriegsministerium ressortiert, MilitĂ€r- und Zivileleven umfaßt und einerseits die Ausbildung fĂŒr Artillerie, das Geniewesen und die Marine, anderseits fĂŒr den Straßen- und BrĂŒckenbau, Bergbau. Staatsmanufakturen, Telegraphenwesen etc. bezweckt; die École des ponts et chaussĂ©es, die fĂŒr die Ausbildung im Straßen- und BrĂŒckenbau bestimmt ist; die École centrale des arts et manufactures, die Ingenieure fĂŒr alle Zweige der Industrie und fĂŒr öffentliche Dienste, deren Leitung nicht den Staatsingenieuren obliegt, ausbildet; die École spĂ©ciale d'architecture, ein Privatinstitut fĂŒr die Heranbildung von Architekten. Das Konservatorium fĂŒr KĂŒnste und Gewerbe ist eine höhere Fachschule und hat neben reichhaltigen Sammlungen von Maschinen, Instrumenten, landwirtschaftlichen und Industrieprodukten und einer Bibliothek zahlreiche Unterrichtskurse. Nennenswerte Fach- und Speziallehranstalten sind ferner: ein höheres und 3 niedere katholische Priesterseminare, die École des chartes zur Ausbildung von Archivaren und PalĂ€ographen, die Spezialschule fĂŒr lebende orientalische Sprachen, die Kolonialschule, die Schule fĂŒr politische Wissenschaften, die Schule fĂŒr soziale Wissenschaften, die anthropologische Schule, die École nationale des mines (154 Hörer) fĂŒr berg- und hĂŒttenmĂ€nnische Ausbildung mit mineralogischem, geologischem und palĂ€ontologischem Museum, die Schule fĂŒr Staatsmanufakturen, 3 höhere Handelsschulen, 40 Handelskurse mit 2994 mĂ€nnlichen und weiblichen Hörern, das agronomische Nationalinstitut, die École nationale des beaux-arts fĂŒr Maler, Bildhauer, Architekten, Kupferstecher und Graveure (1903/04: 1402 SchĂŒler) mit einer Sammlung von Kopien und GipsabgĂŒssen und berĂŒhmtem WandgemĂ€lde von Delaroche, die Schule der dekorativen KĂŒnste, das Konservatorium fĂŒr Musik und Deklamation mit wertvollen Sammlungen musikalischer Instrumente und Bibliothek, die Schule fĂŒr klassische Musik, die höhere Kriegsschule, die Seegenieschule und die militĂ€rĂ€rztliche Schule. P. zĂ€hlt ferner an Mittelschulen 12 Lyzeen (1903/04: 10,701 SchĂŒler), 5 MĂ€dchenlyzeen (1787 SchĂŒlerinnen) und zahlreiche Privatunterrichtsanstalten. Der Elementarunterricht umfaßt die Kleinkinderschulen (Ă©coles maternelles), 168 öffentliche und 49 private mit 65,903 Kindern (zwischen 2 und 7 Jahren), die Elementarschulen (fĂŒr Knaben und MĂ€dchen zwischen 6 und 14 Jahren), 400 öffentliche mit 169,552 und 694 private (darunter 176 von geistlichen Orden unterhaltene) mit 22,598 SchĂŒlern und 52,789 SchĂŒlerinnen; ferner 8 höhere PrimĂ€rschulen (5615 SchĂŒler), 77 Fortbildungsschulen (Cours d'adultes) mit 2618 SchĂŒlern und 1486 SchĂŒlerinnen und 7 stĂ€dtische Gewerbeschulen fĂŒr Knaben (1183 SchĂŒler) und 6 fĂŒr MĂ€dchen (1740 SchĂŒlerinnen). Es bestehen ein Seminar fĂŒr Lehrer und eins fĂŒr Lehrerinnen, ein Taubstummen- und ein Blindeninstitut. Die Krone des gesamten geistigen Lebens von Frankreich bildet das 1795 ins Leben gerufene Institut de France (s. Akademie, S. 217). UnabhĂ€ngig von dem Institut besteht die medizinische Akademie, dann eine große Anzahl sonstiger wissenschaftlicher Gesellschaften. Besonders reich ist P. an Bibliotheken, darunter die großartige Nationalbibliothek mit 3,050,000 BĂ€nden, 15,000 Inkunabeln, 105,000 Handschriften, 2,74 Mill. Stichen, Schnitten und Lithographien, 300,000 Karten, 400,000 Medaillen und MĂŒnzen und einer wertvollen Sammlung von Antiken; die Bibliothek Mazarine mit 250,000 BĂ€nden, 6000 Handschriften, 80 Reliefmodellen; die Bibliothek des Arsenals mit 250,000 BĂ€nden, 8000 Handschriften; die Bibliothek Ste. – GeneviĂšve (s. Tafel »BibliotheksgebĂ€ude III«, Fig. 1) mit 224,000 BĂ€nden, 4000 Handschriften und 4000 Kupferstichen; die Bibliothek der Sorbonne mit 125,000 BĂ€nden und 1000 Handschriften; die Bibliothek der École de mĂ©decine mit 130,000 BĂ€nden; die Bibliothek der Deputiertenkammer (im Palais Bourbon) mit 180,000 BĂ€nden; die historische Bibliothek von P. (110,000 BĂ€nde, 90,000 Stiche etc.), eine Zentralbibliothek fĂŒr den Elementarunterricht (80,000 BĂ€nde) und 72 stĂ€dtische Bibliotheken. Sehr reich an historischen Dokumenten ist auch das Nationalarchiv. Unter den ĂŒbrigen wissenschaftlichen Anstalten verdienen ErwĂ€hnung: die 2 Sternwarten, das Mineralienkabinett und der Jardin des Plantes mit seinen reichhaltigen naturhistorischen Sammlungen.

KunstschÀtze, Theater, Presse.

In dem Reichtum und der Mannigfaltigkeit seiner KunstschĂ€tze steht P. unĂŒbertroffen da. Das hervorragendste Museum ist das des Louvre (s. d.), das folgende Sammlungen umfaßt: das Ă€gyptische Museum, die Sammlung assyrischer und andrer asiatischer AltertĂŒmer, eine große Sammlung etruskischer und griechischer Vasen sowie andrer keramischer Werke des Altertums, das Museum antiker Skulpturen (darunter Meisterwerke, wie die Venus von Milo, Diana mit der Hirschkuh, der Borghesische Fechter), die Sammlung antiker Bronzen, die altchristlichen und jĂŒdischen AltertĂŒmer, die Sammlung von Skulpturen und andern Kunstwerken des Mittelalters und der Renaissance, die reichhaltige GemĂ€ldegalerie, die gegen 3000 Werke aller Schulen umfaßt (darunter Leonardo da Vincis Mona Lisa, Hauptwerke von Raffael, Tizian, Correggio, Veroneses Hochzeit zu Kana, Rubens' GemĂ€lde zur Verherrlichung der Maria von Medici und Heinrichs IV., zahlreiche Bilder von Rembrandt etc.), die Sammlung von Handzeichnungen (50,000 BlĂ€tter), das Museum moderner Skulpturen, kunstgewerbliche Sammlungen (insbes. Möbel, Fayencen, Elfenbein- und Emailwerke), das Marinemuseum und das ethnographische Museum. Dazu kommen aber noch das Museum im Palais Luxembourg, das als ErgĂ€nzung der Louvremuseen in bezug auf die Sammlung moderner GemĂ€lde und Skulpturen dient; das MusĂ©e de Cluny, das eine reiche Sammlung (etwa 11,000 Nummern) von KunstgegenstĂ€nden, Möbeln und GerĂ€ten aus dem Altertum, dem Mittelalter und der Renaissance enthĂ€lt (s. Tafel »Goldschmiedekunst«, Fig. 14); das MusĂ©e des Arts dĂ©coratifs; das stĂ€dtische MusĂ©e Carnavalet mit GegenstĂ€nden, die auf die Geschichte von P. Bezug haben; die stĂ€dtischen Sammlungen mit der Collection Dutuit im Petit Palais; die Antikensammlung (besonders geschnittene Steine) der Nationalbibliothek, das Artilleriemuseum mit reicher historischer Sammlung von Waffen und RĂŒstungen und das Heermuseum (beide im Invalidenpalast) mit einer Sammlung von Waffen, Uniformen, Fahnen etc.; das Museum Guimet, eine Sammlung von KultusgegenstĂ€nden und keramischen Werken des Orients; das Museum GalliĂ©ra (mit den von der Herzogin von Galliera hinterlassenen Kunstwerken); das Cernuschi-Museum (am Park Monceau), chinesische und japanische KunstgegenstĂ€nde enthaltend; das Gustave Moreau-Museum (mit der Hinterlassenschaft dieses Malers); das MusĂ©e d'Ennery, Porzellane, Bronzen, Holz- und Elfenbeinsachen enthaltend; das Victor Hugo-Museum; die Sammlung von GipsabgĂŒssen, das Kambodscha- und das ethnographische Museum (im TrocadĂ©ropalast); die Sammlung von Gobelins in der staatlichen Teppichfabrik; die MĂŒnz- und Medaillensammlung im HĂŽtel des Monnaies; die anatomische Sammlung Orfila, die pathologische Sammlung Dupuytren und die mit einzelnen Unterrichtsanstalten verbundenen Sammlungen. JĂ€hrliche Kunstausstellungen sind die »Salons« im Grand Palais, die Aquarellistenausstellung etc.

Auch das Zeitungswesen (s. Zeitungen) und das BĂŒhnenwesen Frankreichs sind in der Hauptstadt konzentriert. Die hervorragendsten Theater sind: die Große Oper (s. oben). die große Opern und Ballette mit glĂ€nzender Ausstattung und kunstgemĂ€ĂŸer AusfĂŒhrung zur Darstellung bringt; die Komische Oper, in welcher der musikalische Geist der Franzosen zur höchsten und anmutigsten BlĂŒte gediehen ist; das altberĂŒhmte ThĂ©Ăątre-Français (s. d.), das fĂŒr die Darstellung der klassischen französischen Tragödie und Komödie sowie fĂŒr jene des modernen Schauspieles höherer Gattung mustergĂŒltig ist; das OdĂ©on, eine Art Vorstufe und Vorschule fĂŒr das ThĂ©Ăątre-Français. Neben diesen 4 subventionierten Haupttheatern bestehen in P. noch etwa 48 Theater, ferner 4 Konzertunternehmungen (die klassischen Konzerte des Konservatoriums, die populĂ€ren Konzerte von Colonne und Lamoureux, im Sommer die im Jardin d'Acclimatation), 49 CafĂ©s-Concerts (SpezialitĂ€tenbĂŒhnen), 15 Ballokale, 4 Zirkusse (darunter Nouveau Cirque, Cirque Medrano, Cirque d'Hiver), 9 Panoramen, 16 andre Ausstellungen (darunter das berĂŒhmte Wachsfigurenkabinett GrĂ©vin). Alle diese VergnĂŒgungslokale hatten 1903 eine Bruttoeinnahme von 40,4 Mill. Fr. Pferderennen finden vom Februar bis November jeden Sonntag und an vielen Wochentagen auf verschiedenen Rennbahnen (Longchamp, Auteuil, Chantilly, Vincennes, La Marche etc.) statt.

Verfassung, Behörden, Finanzen.

FĂŒr die Beratung der stĂ€dtischen Angelegenheiten besteht ein Munizipalrat (Conseil municipal) von 80 auf drei Jahre gewĂ€hlten Mitgliedern. Der SeineprĂ€fekt vereinigt in sich die Funktionen eines Zentralmaire von P. Die 20 Arrondissements besitzen je eine Mairie. Das Budget der Stadt P. ĂŒbersteigt dasjenige manches Königreichs. FĂŒr das Jahr 1903 wurden die Einnahmen und Ausgaben auf 395,2, bez. 392,9 Mill. Fr. (davon 348,5, bez. 337,9 im Ordinarium) beziffert. Die Haupteinnahme bildet die stĂ€dtische Verzehrungssteuer (Octroi) mit (1900) 109,1 Mill. Fr.; die Kommunalabgaben, Spezialauflagen und die Hundesteuer 79,5 Mill., die stĂ€dtischen Wasserwerke 22,4 Mill. Fr. Die wichtigsten Ausgabeposten haben zum Gegenstande: die stĂ€dtische Schuld (116,1 Mill. Fr.), Polizei (34,7), Armen- und Gesundheitswesen (34,5), Unterrichtsanstalten (28,5), die öffentlichen Wege (23,5), Verschönerung und Beleuchtung (12,5). Die stĂ€dtische Schuld hatte 1900 einen Stand von 2387 Mill. Fr.

P. ist Sitz des PrÀsidenten der Republik, der Gesetzgebenden Körper, des Staatsrats, der Ministerien und sonstigen obersten Staatsbehörden, ferner der SeineprÀfektur, der PolizeiprÀfektur, des MilitÀrgouvernements, eines Erzbischofs, des Kassationshofs, eines Appell- und Assisenhofs, eines Tribunals erster Instanz, eines Handelsgerichts und eines Gewerbeschiedsgerichts, dann von 20 Friedensgerichten.

Geschichte.

P. war zur Zeit, als CĂ€sar Gallien eroberte, die Hauptstadt des keltischen Stammes der Parisier, lag auf der Seineinsel (der Stelle des heutigen CitĂ©) und hieß keltisch Lutuhezi, d.h. Wasserwohnung, bei den Römern und Griechen Lukotitia oder Lutetia Parisiorum. CĂ€sar veranstaltete 54 hier eine Versammlung der gallischen Völker. An der Erhebung des Vercingetorix 52 nahmen auch die Parisier teil, wurden aber nach hartnĂ€ckigem Kampfe von Labienus unterworfen; das hierbei zerstörte Lutetia ließ CĂ€sar wieder aufbauen und befestigen. P. war jetzt eine Urbs vectigalis (tributĂ€re Stadt) und Station einer Flußflottille, woher auch das Wappen der Stadt, ein Schiff, herrĂŒhrt. Mehrere römische Kaiser hielten sich hier auf, so Constantius Chlorus, der auf dem linken Seineufer einen Palast baute (von dessen Thermen noch im HĂŽtel de Cluny Überreste erhalten sind), Konstantin d. Gr., Constans, Julianus Apostata, der hier 360 zum Kaiser ausgerufen wurde, Valentinian I., Valens und Gratian, welch letzterm die in der NĂ€he von P. gegen Maximus verlorne Schlacht Reich und Leben kostete. Seit 358 ward der Name Lutetia durch die Bezeichnung Civitas Parisiorum, auch bloß Parisii oder Parisia verdrĂ€ngt. 486 eroberte es der Merowinger Chlodwig und erhob es 508 zu seiner Hauptstadt, nachdem er es mit Mauern umgeben; er ließ sich in der NĂ€he der Peter-Paulskirche einen Palast bauen und grĂŒndete die Kirche Ste. – GeneviĂšve. SpĂ€ter wurde es Hauptstadt von Neustrien. Unter Karl d. Gr. ward es Sitz eines Grafen von P. Im 9. Jahrh. hatte es von den PlĂŒnderungszĂŒgen der Normannen (841,845,855,861) und wiederholten Hungersnöten schwer zu leiden. 885–886 hielt es unter der tapfern Leitung des Grafen Odo von Paris eine 13monatige Belagerung durch die Normannen aus. Hugo Capet erweiterte es und gab ihm neue Vorrechte. Ein königlicher PrĂ©vĂŽt (Vogt) verwaltete im Namen des Königs die Zivil- und Kriminaljustiz, nahm die Gerechtsame des Fiskus wahr und fĂŒhrte die Oberaufsicht ĂŒber die Polizei, ein PrĂ©vĂŽt der Kaufmannschaft leitete die stĂ€dtische Verwaltung. Unter Philipp II. August wurden zuerst die Straßen gepflastert, das alte Louvre erbaut und die Stadt mit einer starken Befestigungsmauer umgeben. Damals zĂ€hlte P. schon 100,000 Einw. Die Pariser klösterlichen und bischöflichen Schulen, die durch Lehrer wie Petrus Lombardus und AbĂ€lard schon berĂŒhmt waren, wurden gegen 1200 zu einem studium generale oder UniversitĂ€t vereinigt, die bald 20,000 Studenten zĂ€hlte und in der theologischen Wissenschaft eine große AutoritĂ€t genoß. Ludwig der Heilige fĂŒhrte in P. ein Appellationsgericht ein und erbaute die Ste. – Chapelle und das Hospital der Quinze-Vingts. Unter Philipp 1 V. ward der Sitz des Parlaments, des obersten Gerichtshofs, endgĂŒltig 1302 nach P. verlegt, und auch die GeneralstĂ€nde versammelten sich meist daselbst. 1367 bis 1382 mußte die nördliche Ringmauer der Stadt. die bereits 140,000 Einw. zĂ€hlte, erweitert werden. 1356–58 erregte der PrĂ©vĂŽt der Kaufleute, Marcel (s. d.), Unruhen in P., um den dritten Stand zum herrschenden in Frankreich zu machen. Karl V. ließ 1369 den Bau der Bastille beginnen, zum Schutze gegen die EnglĂ€nder, aber auch gegen neue EmpörungsgelĂŒste der Pariser. Gegen die vom Regenten, dem Herzog von Anjou, ausgelegten neuen Steuern kam es 1382 zum Aufstande der Maillotins, wie die AnfĂŒhrer nach den von ihnen als Waffen gebrauchten bleiernen HĂ€mmern hießen, der blutig unterdrĂŒckt wurde. In dem Streit zwischen den Parteien der Burgunder und Armagnacs hielten es die Pariser mit den erstern. 1411 erlangten die ZĂŒnfte unter FĂŒhrung der SchlĂ€chter, namentlich des TierabhĂ€uters Caboche (Cabochiens), die Herrschaft in P. und vereinigten sich mit der burgundischen Partei, wurden zwar 1413 gestĂŒrzt, erhoben sich aber 1418 zum zweitenmal unter Perrinet le Clerc, ermordeten den Grafen von Armagnac und rĂ€chten sich grausam an ihren UnterdrĂŒckern. Sie riefen den Herzog von Burgund nach P. und lieferten 1420 die Stadt in die HĂ€nde der EnglĂ€nder. 1429 versuchte Jeanne d'Arc vergeblich einen Sturm auf sie; erst 1436 eroberte sie Dunois fĂŒr Karl VII. In der lĂ€ngern Friedenszeit, die nun die Stadt genoß, vermehrte sich ihre Bevölkerungszahl bis 1483 wieder auf 150,000 Einw., die sich in 17 Viertel verteilten. 1464 wurde die Briefpost, 1470 die erste Buchdruckerei in den GebĂ€uden der Sorbonne errichtet, und 1472 erhielt P. medizinische Unterrichtsanstalten.

Unter Franz I. war schon P. der wissenschaftliche und kĂŒnstlerische Mittelpunkt Frankreichs. Der König begann an Stelle des alten Louvre einen prĂ€chtigen Palast und stiftete das königliche Kollegium (spĂ€ter CollĂšge de France); 1553 wurde der Bau des neuen Stadthauses begonnen. In der Schreckenszeit der Hugenottenkriege nahm die BĂŒrgerschaft von P. leidenschaftlich fĂŒr den Katholizismus und die Liga Partei; bei der Pariser Bluthochzeit 24. Aug. 1572 ermordeten die BĂŒrger 2000 Hugenotten. P. ergab sich, nachdem es am »Tag der Barrikaden« (12. Mai 1588) Heinrich III. vertrieben, erst 1593 nach zweimaliger Belagerung, als bereits 13,000 Menschen den Hungertod gestorben waren, an Heinrich IV., aber erst nachdem dieser zum Katholizismus ĂŒbergetreten war. Heinrich IV. vollendete den Pont Neuf und das Stadthaus, erweiterte die Tuilerien, begann die Galerie, durch die diese mit dem Louvre in Verbindung standen, legte die Place Royale an, ließ die Kais ausbauen und erweiterte die Bibliothek. Maria von Medici legte 1615 den Grund zum Palais Luxembourg. 1622 wurde P. zum Erzbistum erhoben; ferner wurde die Sorbonne erbaut, der Botanische Garten angelegt und von Richelieu, der 1629 den Bau des Palais Cardinal (spĂ€ter Royal) begann, die Akademie errichtet. Durch die Anlage des Faubourg St.-Germain (1642) und die Erweiterung der VorstĂ€dte St.-HonorĂ© und St.-Antoine vergrĂ¶ĂŸerte sich die Stadt. WĂ€hrend der MinderjĂ€hrigkeit Ludwigs XIV. war P. Hauptschauplatz der Unruhen der Fronde und erbitterter KĂ€mpfe in den VorstĂ€dten. Obwohl Ludwig XIV. die Residenz des Hofes nach Versailles verlegte, wo sie bis 1789 blieb, war P. doch immer der Mittelpunkt der französischen Gesellschaft, wohin alle durch ihre Stellung und ihren Geist bedeutenden Persönlichkeiten Frankreichs und des Auslands zusammenströmten, um feinere Sitten zu lernen und dann in ihrer Heimat zu verbreiten. Kunst und Literatur erlebten im 17. Jahrh. in P. ihr goldenes Zeitalter. Die Oper und das ThĂ©Ăątre-Français wurden errichtet, die Stadt durch die Verwandlung der alten WĂ€lle (Boulevards) in Promenaden, die Anlage der ElysĂ€ischen Felder durch LenĂŽtre sowie der PlĂ€tze VendĂŽme und des Victoires und durch den Bau der Triumphbogen der Tore St.-Denis, St.-Martin, St.-Antoine und St.-Bernard verschönert; auch erhielt P. die erste Straßenbeleuchtung. Das Invalidenhotel, das Findelhaus und das Hospital gĂ©nĂ©ral entstanden, 1722 begann der Bau des Palais Bourbon, 1751 wurde die MilitĂ€rschule auf dem Marsfelde gegrĂŒndet. Durch den Frieden von P., der am 10. Febr. 1763 zwischen Frankreich und Spanien einer- und Großbritannien und Portugal anderseits geschlossen wurde, schied Frankreich aus dem SiebenjĂ€hrigen Krieg aus. 1786 wurde zur VerhĂŒtung des Schmuggels eine zum Teil bis 1860 bestehende Mauer erbaut.

WĂ€hrend der Revolution spielte P., das damals ĂŒber 500,000 Einw. zĂ€hlte, eine entscheidende Rolle. Durch die ErstĂŒrmung der Bastille 14. Juli 17891 ern le der Pöbel seine Macht kennen, und nachdem er durch den Zug nach Versailles (5. Okt.) den König und die Nationalversammlung gezwungen hatte, ihren Sitz nach P. zu verlegen, ĂŒbte er eine terroristische Herrschaft ĂŒber sie aus. Infolge der Errichtung der Nationalgarde bewaffnet und in Sektionen eingeteilt, war die niedere Bevölkerung ein williges Werkzeug in der Hand der HĂ€upter der Revolution, so beim Sturm auf die Tuilerien 10. Aug. 1792, bei den Septembermorden, beim Sturz der Girondisten (31. Mai 1793) etc. Die neue stĂ€dtische Verfassung, die P. erhielt, vereinigte alle Gewalt in der Hand des Munizipalrats, der am 10. Aug. 1792 durch einen Gewaltstreich beseitigt und durch die revolutionĂ€re Kommune ersetzt wurde, welche die Geschicke ganz Frankreichs zu entscheiden beanspruchte. Deren unertrĂ€glicher Terrorismus fĂŒhrte 1794 hauptsĂ€chlich den Umschwung herbei, und die Pariser Bevölkerung widersetzte sich den gewaltsamen UmwĂ€lzungen, die endlich zur Errichtung des Kaiserreichs fĂŒhrten, um so weniger, als Napoleon P., die Hauptstadt seines Weltreichs, mit prĂ€chtigen Bauten schmĂŒckte und, was er auf seinen SiegeszĂŒgen an SchĂ€tzen der Kunst und Wissenschaft erbeutete, hier aufhĂ€ufte. Handel und Gewerbe nahmen einen glĂ€nzenden Aufschwung, und die Stadt vergrĂ¶ĂŸerte sich nach allen Seiten hin. Ihre maßgebende Bedeutung fĂŒr Frankreich zeigte sich auch darin, daß der Befreiungskrieg gegen Napoleon 1814 erst dadurch entschieden wurde, daß die VerbĂŒndeten auf P. losmarschierten und 30. MĂ€rz die von den Korps Marmont und Mortier tapfer verteidigten Höhen von Romainville und Montmartre erstĂŒrmten. Am 31. MĂ€rz hielten der König von Preußen und der Zar an der Spitze ihrer Garden ihren Einzug in P. durch die Pforte St.-Martin nach den ElysĂ€ischen Feldern, von der des Krieges mĂŒden Bevölkerung jubelnd begrĂŒĂŸt. Nachdem 3. Mai Ludwig XVIII. eingezogen war, wurde 30. Mai der erste Pariser Friede zwischen Frankreich und den VerbĂŒndeten abgeschlossen, der Frankreich die Grenzen von 1792 sicherte. Doch kehrte schon 20. MĂ€rz 1815 Napoleon nach P. zurĂŒck und feierte die Wiedererrichtung des Kaiserreichs 1. Juni mit einem glĂ€nzenden Fest auf dem Marsfeld. Nach der Niederlage von Waterloo von den Kammern im Stich gelassen, verließ er 25. Juni P. fĂŒr immer, und 7. Juli bereits zogen die Preußen und EnglĂ€nder ein. BlĂŒcher ließ die preußischen Truppen in P. einquartieren und die aus Preußen geraubten KunstschĂ€tze aufsuchen und zurĂŒckschaffen, worauf auch die ĂŒbrigen Regierungen ihr Eigentum zurĂŒckforderten. Der zweite Pariser Friede, den der am 8. Juli zurĂŒckgekehrte König Ludwig XVIII. 20. Nov. mit den VerbĂŒndeten abschloß, war fĂŒr Frankreich erheblich ungĂŒnstiger.

Unter der Restauration blĂŒhte P. infolge des allgemein herrschenden Friedens mĂ€chtig auf. Aber die reaktionĂ€ren Maßregeln der Regierung erregten leidenschaftliche Unzufriedenheit, die durch Karls X. Juliordonnanzen zum Ausbruch gebracht wurde (1830). In den KĂ€mpfen der Julirevolution (27.–29. Juli) erfochten die republikanischen Arbeiter den Sieg ĂŒber die königlichen Truppen, doch wußte die Bourgeoisie ihnen die FrĂŒchte desselben zu entwinden und die Julimonarchie der OrlĂ©ans zu grĂŒnden. Unter Ludwig Philipp wurde P. erheblich vergrĂ¶ĂŸert und verschönert: mehrere BrĂŒcken wurden erbaut, die Kirche La Madeleine und der Triumphbogen de l'Etoile vollendet, auf dem Konkordienplatz der Obelisk von Luksor, auf dem Bastilleplatz die JulisĂ€ule errichtet, AbzugskanĂ€le angelegt u. dgl. Eine Anerkennung der herrschenden Stellung der Stadt in Frankreich war auch die 1840 von den Kammern genehmigte Befestigung von P. (s. oben). Dennoch war das BĂŒrgerkönigtum in P. wenig beliebt, und als 1848 die Februarrevolution ausbrach, gelang es der Pariser Bevölkerung, die VerkĂŒndung der Republik durchzusetzen. Die Schmeicheleien der neuen Machthaber steigerten bald den Übermut der Arbeiterbevölkerung, der in der blutigen Junischlacht (23.–26. Juni 1848) von Cavaignac unterdrĂŒckt werden mußte. Die Reaktion der Provinz gegen P. erleichterte Napoleon III. die Errichtung des zweiten Kaiserreichs, das durch großartige StraßendurchbrĂŒche und Anlagen P. gesund und schöner, zugleich die Revolutionen schwieriger machen wollte. Unter des SeineprĂ€fekten Haußmann energischer, wenngleich verschwenderischer Leitung wurden das Bois de Boulogne zu einem glĂ€nzenden Park umgeschaffen, die Ă€ußern Boulevards und die Buttes Chaumont angelegt, die Verbindung des Louvre mit den Tuilerien vollendet. Am 30. MĂ€rz 1856 ward der Pariser Friede abgeschlossen, der dem Krimkrieg ein Ende machte. 1855 fand in P. die erste, 1867 die zweite, weit großartigere Weltausstellung statt. Trotzdem zeigte sich die Bevölkerung dem Kaisertum nicht geneigt, und die Wahlen in P. waren stets oppositionell, 1869 sogar radikal. Nach außen hin Ă€ußerten die Pariser stets einen chauvinistischen Übermut, wie sich besonders beim Ausbruch des Krieges mit Deutschland 1870 zeigte, und die herbe EnttĂ€uschung, welche die Katastrophe von Sedan bereitete, fĂŒhrte 4. Sept. 1870 zum Sturz des Kaiserreichs. Auf dem Stadthaus konstituierten sich die Deputierten von P. im Gesetzgebenden Körper als Regierung der nationalen Verteidigung unter dem Vorsitz des Generalgouverneurs Trochu.

Die Verblendung, mit der diese jedes ZugestĂ€ndnis an Deutschland zurĂŒckwies, hatte 19. Sept. 1870 die Einschließung der Stadt durch die deutschen Truppen und die Belagerung derselben (s. Deutsch-französischer Krieg) zur Folge, fĂŒr die sich ĂŒbrigens die Stadt durch rasche Verproviantierung vorbereitet hatte. Die Deutschen, sechs Armeekorps, bildeten einen weit ausgedehnten, nur dĂŒnnen, aber festen Einschließungsring, in der Hoffnung, die Stadt bald auszuhungern. Die französische Streitmacht in P. belief sich auf 580,000 Mann und teilte sich in die regulĂ€ren Truppen und Marinesoldaten, die Mobilgarde und die Nationalgarde. Letztere, deren Mitglieder tĂ€glich 11/2 Fr. erhielten, hatte den Dienst in der Stadt und der Enceinte, die Mobilgarde verteidigte die Forts, die erste Armee sollte AusfĂ€lle machen, um den Feind zu ermĂŒden und einen Durchbruch zu versuchen. Das MißglĂŒcken wiederholter AusfĂ€lle sowie die Kunde von dem Falle von Metz und von Waffenstillstandsverhandlungen veranlaßten in der Nacht vom 31. Okt. zum 1. Nov. einen Aufstand der Sozialisten, der schließlich unterdrĂŒckt wurde. Ende November wurde ein großer Ausfall nach SĂŒdosten unternommen, um der von OrlĂ©ans herandrĂ€ngenden Loirearmee die Hand zu reichen und die Deutschen zur Aufhebung der Belagerung zu zwingen. Der Kampf dauerte mehrere Tage (s. Villiers, Schlacht bei), aber 3. Dez. mußte Ducrot seine stark gelichteten Heerhaufen in die Stadt zurĂŒckfĂŒhren. Auch machte sich der Mangel an Lebensmitteln und an Kohlen immer fĂŒhlbarer; Brot und Pferdefleisch wurden von der Regierung in Rationen (300, bez. 30 g fĂŒr die Person) ausgegeben, die nĂ€chtliche Beleuchtung eingestellt; die Sterblichkeit in der Stadt stieg immer höher. Dazu kam seit Ende Dezember das Bombardement der Deutschen. Mit großer Standhaftigkeit ertrug die Bevölkerung alle diese Entbehrungen und Leiden. AusfĂ€lle wurden noch versucht, so 21. Dez. auf der ganzen Nordfront und 19. Jan. 1871 auf der Westfront vom Mont ValĂ©rien aus; beim letztern wurde die großsprecherische Nationalgarde verwendet, die aber trotz ihrer Übermacht (100,000 Mann) vom 5. preußischen Korps mit einem Verlust von 7000 Mann zurĂŒckgeworfen wurde. Am 23. Jan. beschloß die Regierung, da die Gefahr einer Hungersnot dringend und nach den Niederlagen der französischen Heere in der Provinz eine Aussicht auf Entsatz nicht vorhanden war, Verhandlungen anzuknĂŒpfen. Diese fĂŒhrten 28. Jan. in Versailles zwischen Bismarck und J. Favre zum Abschluß eines dreiwöchigen Waffenstillstandes, der ĂŒber P. bestimmte, daß die Außenforts dem Feind ĂŒbergeben, die Enceinte entwaffnet werden, die regulĂ€ren Truppen und die Mobilgarden, 7500 Offiziere und 241,000 Mann, ihre Waffen niederlegen und als kriegsgefangen gelten, die Nationalgarde aber ihre Waffen behalten sollte; P. mußte ferner 200 Mill. Mk. Kriegskontribution bezahlen. Die Forts wurden 29. Jan. besetzt, und sofort begann die Versorgung der Stadt mit Lebensmitteln. Der westliche Teil von P. bis zum Tuileriengarten wurde 1. MĂ€rz von 30,000 Mann Deutschen besetzt, aber schon 3. MĂ€rz wieder gerĂ€umt, da die Nationalversammlung sich beeilte, die FriedensprĂ€liminarien zu genehmigen.

Die Verlegung des Regierungssitzes nach Versailles und die monarchistisch-reaktionĂ€ren Bestrebungen der Mehrheit der Nationalversammlung erregten den Unwillen der ohnehin mißgestimmten Bevölkerung von P., und zumal die Mehrheit der Nationalgarde gebrauchte die ihr gelassenen Waffen gegen die Regierung. Am 9. MĂ€rz bildete sie auf dem Montmartre ein Zentralkomitee der Nationalgarden, das dort 417 Kanonen aufpflanzte und die freie Wahl aller Offiziere sowie Fortbezug des Tagessoldes verlangte. Der Versuch des Generals Vinoy, 18. MĂ€rz den Montmartre zu besetzen und die Kanonen der Nationalgarde zu entreißen, mißglĂŒckte; die Generale Lecomte und Thomas wurden erschossen, und das Zentralkomitee nahm vom Stadthaus Besitz, worauf die Regierung und die Linientruppen unter Vinoy 19. MĂ€rz P. und die sĂŒdlichen Forts rĂ€umten und sich nach Versailles zurĂŒckzogen. Das Zentralkomitee ordnete fĂŒr 26. MĂ€rz die Wahl einer Kommune an, die durch die Wahlen vom 26. MĂ€rz bestĂ€tigt wurde und die Umwandlung Frankreichs in eine Eidgenossenschaft unabhĂ€ngiger Stadtrepubliken mit einer Delegation als gemeinsamer Regierung, ohne Klerus, Beamtentum, stehendes Heer und Hauptstadt proklamierte. Allein die AufstĂ€nde in der Provinz wurden unterdrĂŒckt, die Kommune auf P. beschrĂ€nkt, das im Westen und SĂŒden von einer eiligst zusammengezogenen französischen Armee unter Mac Mahon zerniert wurde, wĂ€hrend im Osten und Norden die Deutschen die Forts besetzt hielten. Die Exekutivkommission der Kommune anderseits herrschte mit rĂŒcksichtslosem Terrorismus, unterdrĂŒckte die Presse, zwang die BĂŒrger zum Kriegsdienst und beschaffte sich die nötigen Gelder (52 Mill.) durch Konfiskation der öffentlichen Kassen und durch Erpressungen bei Instituten und Privaten. Das Haus Thiers' und die VendĂŽmesĂ€ule wurden zerstört, der Erzbischof Darboy und mehrere andre Personen als Geiseln verhaftet. Im Kampfe gegen die Versailler Armee erwiesen sich die StreitkrĂ€fte der Kommunarden nicht als ausreichend. General Douay rĂŒckte 21. Mai durch die Pforte St.-Cloud in P. ein; die ĂŒbrigen Versailler Truppen folgten 22. Mai. WĂ€hrend diese 24. Mai in fĂŒnf Kolonnen konzentrisch auf das Stadthaus vorrĂŒckten, ließ die Kommune die Geiseln erschießen und die öffentlichen GebĂ€ude in Brand stecken. Die Tuilerien, das Finanzministerium, die PolizeiprĂ€fektur, das Stadt haus u.a. brannten nieder. Nach blutigem Kampfe wurde eine Barrikade nach der andern von den Regierungstruppen genommen und ĂŒber die gefangenen Kommunarden sofort ein blutiges Strafgericht verhĂ€ngt. Am 29. Mai ergaben sich die letzten Insurgenten in Vincennes. 38,000 Kommunarden, darunter aber nur 9000 Pariser, wurden gefangen genommen und nach Versailles gebracht, wo einige RĂ€delsfĂŒhrer zum Tode, mehrere tausend zur Deportation verurteilt wurden; 6500 waren gefallen. Hierauf wurde die Stadt entwaffnet und die Nationalgarde aufgelöst.

Die Wunden, die der Krieg und der Kommuneaufstand geschlagen, wurden rasch geheilt, die zerstörten GebĂ€ude, mit Ausnahme der Tuilerien, wieder aufgebaut. Durch die Verlegung der Regierung und der Kammern von Versailles nach P. 1879 wurde es auch wieder politische Hauptstadt Frankreichs. Von dem ĂŒberraschenden Aufschwung des Gewerbes und Handels gaben die Weltausstellung von 1878 und besonders die von 1889 und 1900 glĂ€nzendes Zeugnis. Stets zur Opposition geneigt, begĂŒnstigte die Pariser Bevölkerung eine Zeitlang den Boulangismus, gab ihn aber schon 1890 auf. Seitdem schwankt sie zwischen Nationalismus und Radikalismus, bald dem einen, bald dem andern die Mehrheit in der Stadtvertretung gewĂ€hrend.

[Literatur.] Vgl. »P., ein Spiegelbild seiner Geschichte, seines Geistes und Lebens in Schilderungen von Victor Hugo, L. Blanc, E. Pelletan u.a.« (deutsche Ausg., Berl. 1871, 5 Bde.); die ReisehandbĂŒcher von Meyer, BĂ€deker, Joanne u. a.; Du Camp, P., ses organes, ses fonctions et sa vie (9. Aufl., Par. 1905, 6 Bde.) und P. bienfaisant (das. 1888); Colin, P., sa topographie, son hygiĂšne, ses maladies (1885); Pontich, Administration de la ville de P. (1884); Bournon, P., histoire, monuments, administration (1887); Hellwald, P. und Umgebung (Leipz. 1889); »P. GĂ©ographie, administration, services publics, industrie et commerce etc.« (Par. 1898, aus Joannes »Dictionnaire de la France«); W. Gensel, P., Studien und EindrĂŒcke (Leipz. 1900); I. Claretie, La vie Ă  P. (Par. 1906); Riat, Paris (Bd. 6 der »BerĂŒhmten KunststĂ€tten«, Leipz. 1900); Bazin, Les monuments de P. (Par. 1905); Rolland, P. als Musikstadt (Berl. 1905); Weyl, Die Assanierung von P. (Leipz. 1900); Marescot und Thilleul, L'assistance publique Ă  P. (Par. 1904, 2 Bde.); Rolfs und Haag, P. Kommentar zu Rolfs »Plan pittoresque« und »Plan monumental de la ville de P.« (Leipz. 1901); das amtliche »Annuaire statistique de la ville de P.«; Barron, Les environs de P. (1886); Villatte, Parisismen (Pariser AusdrĂŒcke, 4. Aufl., Berl. 1894).

Die Geschichte der Stadt und ihrer nĂ€hern Umgebung behandeln: Lebeuf (1754–58, 15 Bde; neue Ausg. von Cocheris, 1863–75, 4 Bde.), Dulaure (1821, 7 Bde.; neue Ausg., fortgesetzt von Leynadier und Rouquette, 1874), de Goulle (1840, 4 Bde.), Gabourd (1863–65, 5 Bde.), Robiquet (1880–1904, 3 Bde., bis auf Heinrich IV.), de Menorval (1889–97, 3 Bde., bis zum Tod Ludwigs XIV.); die von der stĂ€dtischen Behörde seit 1874 herausgegebene umfangreiche »Histoire gĂ©nĂ©rale de P.« (bis 1906: 39 Bde.); Lefeuve, Les anciennes maisons de P. (5. Aufl. 1874, 5 Bde.); Lasteyrie, Cartulaire gĂ©nĂ©ral de P. (1887, Bd. 1: 528–1180); Okey, P. and its story (illustr., Lond. 1904); Christian, Études sur le P. d'autrefois (Par. 1904–1905, 3 Bde.). Vgl. ferner Springer, P. im 13. Jahrhundert (Leipz. 1856); A. Schmidt, Pariser ZustĂ€nde wĂ€hrend der Revolutionszeit 1789–1800 (Jena 1874–76, 3 Tle.); Aulard, Collection de documents relatifs Ă  l'histoire de P. pendant la RĂ©volution française (Par. 1889–4903, 12 Bde.); Lanzac de Laborie, P. sous NapolĂ©on (das. 1905); Barron, P. pittoresque, 1800–1900. La vie, les mƓurs, les plaisirs (1899); Simond, P. de 1800 Ă  1900 (1902, 3 Bde.); Cadoux, Les finances de la ville de P. de 1798 Ă  1900 (1900); Cilleuls, Histoire de l'administration parisienne an XIX. siĂšcle (1900); I. Arago, Histoire de P. moderne (2. Aufl., Par. 1867, 2 Bde.); Budinßky, Die UniversitĂ€t in P. im Mittelalter (Berl. 1876); Jourdain, Histoire de l'universitĂ© de P. an XVII. et an XVIII. siĂšcle (Par. 1862–66, 2 Bde.); Denifle und Chatelain, Chartularium universitatis Parisiensis (1889–97, 4 Bde.) und die im Art. »Parlament« angefĂŒhrten Werke. Über die Kriegsereignisse 1870/71 vgl. Viollet-le Duc, MĂ©moire sur la dĂ©fense de P. (1872); La RonciĂšre le Noury, La marine an siĂ©ge de P. (2. Aufl. 1872); Vinoy, OpĂ©rations de l'armĂ©e de P. (1872) und SiĂ©ge de P., opĂ©rations du XIII. corps et de la III. armĂ©e (1872); Ducrot, La dĂ©fense de P. (1875–78, 4 Bde.); F. Sarcey, Le siĂ©ge de P. (30. Aufl. 1872; deutsch, Wien 1872); de Heylly, Journal du siĂ©ge de P. DĂ©crets, proclamations, etc. (1873, 3 Bde.); Heyde und Fröse, Geschichte der Belagerung von P. (Berl. 1874–75, 3 Bde.); Lehautcourt, Le siĂ©ge de P. (Par. 1898–1899, 3 Bde.); »EnquĂȘte parlementaire sur l'insurrection du 18 mars 1871« (1872) und die im Artikel »Kommune von Paris« angegebenen Werke. Vgl. ferner Lacombe, Bibliographie parisienne. Tableaux de mƓurs, 1600–1880 (1886), und Pessard, Nouveau dictionnaire historique de P. (1904).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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