Baber

Baber (Babar, »Löwe«), Ehrenname asiat. Feldherren und Fürsten, von denen zwei mongolische weltgeschichtliche Bedeutung haben: 1) B. bin Baisanker (Sultan Abul Qasim B. Bahadur, auch Mirsa B.), Urenkel Timurs, Sohn Baisankers, der 1433, noch während der Regierung seines Vaters Schah Ruch (1404–47), starb und außer B. drei Söhne, Rokn ed-din, Alâ ed-dauleh und Mohammed, hinterließ. Nach Schah Ruchs Tode 1447 bemächtigte sich Ulugh Beg Chorasans, Mohammed Iraks und Farsistans, und B. mußte sich mit Dschordschan begnügen, gewann aber 1450 Chorasan und 1451 Farsistan, während Irak der Turkmene Dschahan Schah in Besitz nahm. B. starb infolge von Trunksucht schon 1457 in Thus; sein unmündiger Sohn Mirsa Schah Mahmud konnte den Thron nur zwei Jahre behaupten: sein Nachfolger war Abu Said, ein andrer Urenkel Timurs und Großvater von B. 2).

2) B. bin Omar Scheich (Sultan Sehir ed-din Mohammed B.), erster Großmogul, Sohn Omar Scheichs, Nachkomme Timurs im fünften Glied, geb. 14. Febr. 1483 in Ferghana, gest. 26. Dez. 1530, folgte seinem Großvater Abu Said 1494 auf dem Thron von Ferghana. Von hier durch die Uzbeken Schaibans vertrieben, eroberte er 1505 Kabul, 1508 Kandahar und erneuerte 1525 den schon 1519 versuchten Angriff auf die indischen Grenzreiche im Pandschab, schlug in der Ebene von Panipat (21. April 1526) den Sultan Ibrahim Lodhi von Dehli und zog in Dehli ein. Später nahm er seine Residenz in Agra. Am 16. März 1527 siegte er bei Fatipur Sikri (oder Kanwa) über die Radschputenfürsten in Tschittor und dehnte seine Herrschaft dann westlich bis Multan, östlich bis Bengalen aus; sein Nachfolger war sein 1507 geborner Sohn Humayun. B. war einer der bedeutendsten Fürsten der islamischen Welt. Vgl. sein »Babernameh« (Baberbuch), in Osttürkisch geschriebene Memoiren (hrsg. von Ilminski, Kasan 1857; ins Persische übersetzt von Abdul Rahim; nach der englischen Übersetzung von Leyden und Erskine deutsch von Kaiser, Leipz. 1828; franz. nach dem Original von Pavet de Courteille. Par 1871, 2 Bde.); Lane-Poole, Babar (Oxf. 1899).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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