See [1]

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See [1]

See (hierzu Tafel ¬ĽSeebildungen I und II¬ę), soviel wie Meer (die S.), daher offene S., Seebrise und Seewind; auch soviel wie Wellen, daher hohe S., Kreuzsee und ruhige S.; in dieser Bedeutung braucht man auch die Bezeichnung Seegang. Dann (der S.) Landsee (Binnensee), mehr oder weniger gro√üe, mit Wasser angef√ľllte, ringsum von Land umgebene Bodenvertiefung (Wanne, Becken), die gr√∂√üere Wassermengen, sei es durch Zufl√ľsse oder unmittelbar durch die atmosph√§rischen Niederschl√§ge, empf√§ngt und durch Abfl√ľsse oder Verdunstung wieder abgibt. Die Seen geh√∂ren mit den Teichen, S√ľmpfen, Weihern, Pfuhlen etc. zu den sogen. stehenden Gew√§ssern. Man unterscheidet Seen mit Zuflu√ü und Abflu√ü, die einer Vertiefung in einer gleichm√§√üigen Abdachung entsprechen (Beckenseen, Flu√üseen); ferner Seen ohne Zuflu√ü, aber mit Abflu√ü, so da√ü sie den Ursprung eines Flusses darstellen (Quellseen); dann Seen mit Zufl√ľssen, aber ohne Abflu√ü (M√ľndungsseen, Binnenseen, Steppenseen zum Teil); endlich Seen, die weder den einen, noch den andern besitzen (Oasenseen, Steppenseen zum Teil). Nach ihrer h√∂hern oder tiefern Lage kann man die Seen auch in Gebirgsseen und in Seen des ebenen Landes einteilen. Die erstern liegen oft in bedeutender H√∂he √ľber der Meeresfl√§che. Der Rakus-Tol und der Mansaraur im Himalaja haben eine Meeresh√∂he von Bl 50 m; der Titicacasee (8350 qkm gro√ü) liegt 3854 m √ľ. M., w√§hrend das infolge der Verdunstung immer kleiner werdende Kaspische Meer, seiner Fl√§che nach der gr√∂√üte Landsee, zurzeit 438,690 qkm gro√ü, mit seinem Wasserspiegel 25,6 m unter dem des Schwarzen Meeres und das Tote Meer sogar 394 m unter dem Spiegel des Mittelmeeres liegt. Ebenso wie die Gr√∂√üe schwankt auch die Tiefe der Seen zwischen weiten Grenzen. So betr√§gt nach neuern Messungen die gr√∂√üte Tiefe f√ľr

Tabelle

Nach ihrer Bildung teilt man die Seebecken in mehrere Gruppen: 1) Tektonische oder orographische Seen, d. h. solche, die mit dem innern Gebirgsbau in urs√§chlichem Zusammenhang stehen. Durch Faltungen, Verwerfungen, grabenartige Einsenkungen etc. sind beckenartige Vertiefungen entstanden, in denen sich die Seen bildeten. So liegt das Tote Meer in einer gro√üen Grabensenke, auch der Sternsee in den Vogesen (Tafel II, Fig. 1) erf√ľllt, ebenso wie ein gro√üer Teil der Gebirgsseen √ľberhaupt, ein tektonisches Becken. Zu den tektonischen Seen geh√∂ren auch die durch allm√§hliche Hebung oder Senkung gro√üer Teile der Erdoberfl√§che entstandenen Seen, also die von dem offenen Meer abgeschn√ľrten und allm√§hlich ganz oder teilweise ausges√ľ√üten Seebecken (Reliktenseen) und die in Depressionen im Binnenlande gebildeten Seen (Depressionsseen). 2) Einsturzseen, entstanden durch Einbr√ľche; hierher geh√∂ren die Seen und Dolinen des Karstes, die Seen in den Erdf√§llen (s. d.) Th√ľringens (bei Salzungen, Eisleben etc.). 3) Explosions- und Kraterseen (Maare) in Vertiefungen, die durch vulkanische T√§tigkeit aus dem Boden ausgesprengt, h√§ufig aber auch zugleich von einem aufgesch√ľtteten Wall vulkanischer Produkte umgeben wurden (Tafel I, Fig. 3). 4) Erosions oder Ausr√§umungs-, Austiefungsseen. Die Wirkung des m√§chtigsten erodierenden Faktors, des flie√üenden Wassers, kommt hierbei kaum in Betracht; nur durch freien Fall vermag Wasser vermittelst Scheuersteinen H√∂hlungen (Strudell√∂cher, Ausstrudelungsseen, Evorsionsseen) von geringem Umfang zu erzeugen; viel wirksamer erweisen sich Wind, zumal in den flachen, von lockern Gesteinen (Sand und Lehm) bedeckten Hoch- und Tiefebenen (Mongolei, Arkansas etc.), und unter Umst√§nden Gletschereis, das selbst aus festen Felsen Seebecken auszuschleifen vermag. 5) Abd√§mmungs- oder Stauseen. Durch D√ľnen oder Einschwemmung von Sinkstoffen aus einem Flu√ü werden kleinere Meeresbuchten teilweise oder ganz vom Zusammenhang mit dem offenen Meer abgeschlossen und in Seen (Reliktenseen) verwandelt. Beispiele liefern die Hasse der Ostsee, √ľberhaupt die an Flach- und D√ľnenk√ľsten so h√§ufigen Lagunen oder Strandseen, ferner die Seen in den Deltabildungen gr√∂√üerer Fl√ľsse, wie z. B. des Nils, und in gewisser Weise auch die Atollen (s. Koralleninseln). Auch wenn sich quer gegen ein Flu√ütal ein nat√ľrlicher Damm aufbaut, sei es durch einen Bergsturz, eine Lawine, einen Lavastrom, oder durch Anschwemmung eines Schuttkegels aus einem Seitental, wird ein Becken gebildet, in dem sich das Wasser zu einem S. aufstauen kann. Besonders h√§ufig werden durch Gletscher und deren Mor√§nen T√§ler abgesperrt und unter Wasser gesetzt (Mor√§nenseen, Mor√§nenwallseen, z. B. Gardasee, Achensee, der Teufelssee im Staate Wisconsin in Nordamerika). In der Abbildung des Teufelssees (Tafel I, Fig. 2) stellen die sanft gewellten, niedrigen H√∂hen im Hintergrunde die Mor√§nenz√ľge dar, die sich quer gegen den Flu√ülauf legten, w√§hrend die Felsen im Vordergrund und die Steilwand an der linken Seite das alte Flu√übett des Wisconsin River einschlie√üen. Mor√§nenseen sind auch die langgestreckten Seen am S√ľdfu√ü der Alpen und die Fjordseen Norwegens, Schottlands, der Westk√ľste Nordamerikas und Patagoniens. Unter den Eisdammseen oder Eisseen ist der bekannteste der M√§rjelensee, der durch den Aletschgletscher gebildet wird. Von Zeit zu Zeit findet, sobald das Wasser sich in dem Eis die n√∂tigen Abzugskan√§le geschaffen hat, eine Entleerung unter dem Gletscher hin statt, wodurch in den tiefern T√§lern oft schwere Verw√ľstungen angerichtet werden. Eine besondere Form der Abd√§mmungsseen stellen die im Krater ruhender oder erloschener Vulkane befindlichen Kraterseen dar, insofern sie ringsum von einem aufgesch√ľtteten Wall vulkanischer Ausw√ľrflinge umgeben sind.

Die Seen treten in Gruppen oder vereinzelt auf. Betrachtet man die Verbreitung der Seen √ľber das Festland, so lassen sich gewisse Seeregionen unterscheiden, deren Charakter je nach der Entstehung der. Seen ein verschiedener ist. Die Seen liegen in K√ľstenstrichen oder sind an Flu√ül√§ufe und an vulkanische oder Steppengebiete gekn√ľpft, am zahlreichsten sind sie in den Gebieten fr√ľherer Vergletscherung, so besonders in Nordeuropa und Nordamerika, am auffallendsten ist aber die Verteilung der Seen √ľber die gro√üen Gebirge. In den Alpen sind sie nur im zentralen Gebiet und dann wieder am Rande, auf der Nordseite von dem Lac du Bourget und Lac d'Annecy bis zum Traunsee und im S√ľden von dem Lago d'Orta wie Lago Maggiore bis zum Gardasee im O. vertreten. Die Gebirge der Pyren√§ischen Halbinsel und die Pyren√§en selber sind seenlos wie die Karpathen und der Kaukasus. In S√ľdamerika ist nur Patagonien durch Seenreichtum ausgezeichnet, Nordamerika hat Alpenseen nur in den Gebirgen von Britisch-Columbia, die Alleghanies sind dagegen geradezu seenlos. Asien besitzt Seen auf der Nordseite des Himalaja und im Thianschan. Das Gegenst√ľck zu den Alpen bildet aber in bezug auf Seenreichtum die S√ľdinsel von Neuseeland. In der Regel haben bei der Bildung der Alpenseen mehrere Ursachen mitgewirkt. Man unterscheidet unter ihnen Hochgebirgsseen (Hochseen, Bergseen) und Rand oder Vorlandseen. Unter den letztern gibt es eine Menge echter Mor√§nenseen. Die Hochgebirgsseen treten in zwei typischen Formen auf, als Zirkus- und Talseen, von denen die letztern meistenteils Abd√§mmungsgebilde sind, w√§hrend die Zirkusseen echte Felsbecken bilden. Die Alpent√§ler laufen oft nicht allm√§hlich gegen den Gebirgskamm hin aus, sondern enden am Fu√üe von Steilw√§nden als zirkusartige Ausweitungen, sogen. Kare (s. Kar). Letztere sind zuweilen durch tektonische Vorg√§nge innerhalb des Gebirges veranla√üt. So haben z. B. im Soierngebiet des Karwendelgebirges ganz so wie bei dem oben erw√§hnten Sternsee (Tafel ll, Fig. 1) Versenkungen l√§ngs deutlicher Verwerfungsspalten einzelne Talabschnitte im Verh√§ltnis zu andern so tief gelegt, da√ü sie trotz der oft nicht unbetr√§chtlichen Erosion in Seebecken verwandelt wurden. Die Soiernseen (Tafel I, Fig. 1) sind also tektonische Seen, die durch eine Felsbarre talabw√§rts abgeschlossen sind. An andern Stellen sind die Zirkusseen auf Gletschererosion zur√ľckzuf√ľhren. So legt man manchen in Kessel- und Zirkust√§lern gelegenen Seen, norwegisch Botner genannt, denen man in der Hohen Tatra, Sudeten, Schwarzwald, Vogesen und den norwegischen Gebirgen so h√§ufig begegnet, glazialen Ursprung bei; man fa√üt sie teils als Mor√§nenseen auf, teils als Ausr√§umungsseen, entstanden in Becken, die von Gletschern, selbst aus festem Gestein, ausgeschliffen (korradiert, ausgekolkt) wurden, besonders dann, wenn sie durch massive Felsschwellen talabw√§rts abgeschlossen sind und in ungest√∂rtem, nicht von Verwerfungen durchzogenem Gebirge liegen.

Die Seiten der Seebecken besitzen im gro√üen und ganzen dieselbe B√∂schung wie die begrenzenden Ufer; jedoch sind pl√∂tzliche Steilabst√ľrze, zumal bei tektonischen Seen, nicht ausgeschlossen. An den Stellen, wo Zufl√ľsse einm√ľnden, verflacht sich der Boden infolge der eingeschwemmten Massen ganz allm√§hlich. Andauernde Einschl√§mmung von Sinkstoffen veranlassen eine Ausf√ľllung des Sees und eine best√§ndige Abnahme des Wassers, so da√ü schlie√ülich ein Sumpf entsteht. So sind seit der diluvialen Eiszeit viele Seen ausgef√ľllt und bilden nun sumpfige Wiesen oder Torfmoore, sogen. Trockenseen, andre haben seither bedeutend an Umfang und Tiefe verloren. Auch eine schnellere Wasserabfuhr infolge Vertiefung der Abflu√ürinne kann die Trockenlegung eines Seebeckens veranlassen. Manche Seen haben fr√ľher einen Abflu√ü gehabt, dieser ist aber im Laufe der Zeit auf irgendeine Weise beseitigt worden; andre Seen haben ohne Zweifel einen unterirdischen Abflu√ü, wie der Lac de Joux im Jura und der Cepitschsee am Fu√üe des Monte Maggiore in Istrien, die beide in h√∂hlenreichem Kalkstein gelegen sind. Zu dieser Kategorie von Seen geh√∂ren auch die intermittierenden Seen, Wasserbecken, in denen das Wasser zuzeiten in unterirdische H√∂hlen und Abzugskan√§le (Katavothren) zur√ľckweicht, zu andern Zeiten, namentlich bei nassem, st√ľrmischem Wetter, aus jenen H√∂hlen mit Gewalt wieder hervorbricht und von neuem das Seebecken f√ľllt, soz. B. Zirknitzer S.

Auch der mit der quart√§ren Eiszeit eingetretene Wechsel im Klima und in den Niederschlagsverh√§ltnissen hat in vielen √§ltern abflu√ülosen Seen ein mehrmaliges Sinken und Steigen der Seeoberfl√§che veranla√üt, derart, da√ü die verschiedenen Strandbildungen (Terrassen und Uferw√§lle) am Rande der Seen sich mehrmals √ľbereinander wiederholen. So l√§√üt sich f√ľr den quart√§ren Bonnevillesee zwischen dem Felsengebirge und der Sierra Nevada (Tafel ll, Fig. 2) nachweisen, da√ü zwei relativ feuchte Perioden mit hohem Wasserstand durch eine trockene Periode getrennt waren, in welcher der S. fast austrocknete. Die Uferw√§lle und Terrassen, welche die Wellen des Sees als Spuren ihrer T√§tigkeit zur√ľckgelassen haben, ziehen sich rund um den S., auf festem Fels und an den Schuttkegeln der Fl√ľsse in gleicher Weise ausgepr√§gt. Die durch Abtrennung ehemaliger Meeresteile entstandenen und allm√§hlich ausges√ľ√üten (Relikten- oder Restseen) enthalten oft noch Reste der urspr√ľnglichen Meeresfauna (Reliktenfauna); derartige Seen sind der Wener- und der Wettersee, die sich durch langsame Hebung des Meeresbodens gebildet haben, ferner der Kaspi- und der Aralsee, die durch Einschrumpfung ehemaliger Binnenmeere entstanden sind. Das Wasser der Seen ist zum Teil von au√üerordentlicher Klarheit, so im Wettersee und in den kleinen Seen in Dalarne, wo es in Schichten von 10 m Dicke vollkommen farblos wie Kristallglas erscheint; in den Hochseen dagegen, die von Schnee- und Gletscherwasser gespeist werden, besitzt es eine schon bei 1/2 m Dicke deutlich wahrnehmbare, eigent√ľmliche blaue Farbe, die der nat√ľrlichen blauen Farbe des reinen Wassers vollkommen entspricht. Andre Seen zeigen mehr gr√ľnliche F√§rbung und zu verschiedenen Zeiten auch verschiedenen Grad der Durchsichtigkeit. Nach Spring r√ľhrt der Farbenwechsel des Wassers von dem Vorhandensein einer Tr√ľbung, und zwar von seinen, im Wasser suspendierten Eisenoxyd- oder Eisenhydroxydpartikeln her. Wo gelbe Eisenhydroxydteilchen dem Wasser beigemengt sind, erh√§lt das in reinem Zustand blaue Wasser durch Zusammenwirken von Gelb und Blau eine gr√ľnliche F√§rbung, die so lange andauert, bis das Eisenhydroxyd durch in dem Wasser enthaltene Huminstoffe in andre Eisenverbindungen verwandelt ist. Das Eisenoxyd anderseits, dessen r√∂tliche Farbe mit der blauen des Wassers komplement√§r ist, hebt die blaue Farbe des Wassers auf und macht, bei Anwesenheit gr√∂√üerer Mengen, das Wasser immer dunkler und undurchsichtiger. Da der Schnee frei von Eisenoxyd und Eisenhydroxyd ist, zeigt das Schnee- und Gletscherwasser in den Alpenseen die blaue Farbe des Wassers in gr√∂√üter Reinheit.

Das Wasser der Seen enth√§lt, wie das der Fl√ľsse und Quellen, aufgel√∂ste fremde Bestandteile, deren Beschaffenheit sich teils nach den Bestandteilen der Zufl√ľsse, teils nach der Beschaffenheit des Seebeckens, nach dem Grade der Verdunstung und dem Verh√§ltnis derselben zu der Menge des einflie√üenden Wassers richtet. In Seen ohne Abflu√ü, deren Wassermenge lediglich durch Verdunstung verringert wird, m√ľssen sich die fremden Stoffe mehr und mehr ansammeln. W√§hrend das Wasser der meisten Seen wegen seines sehr geringen Salzgehalts als S√ľ√üwasser zu bezeichnen ist, gibt es, von den gro√üen Binnenmeeren ganz abgesehen, auch andre, in denen der Salzgehalt allm√§hlich so gro√ü geworden ist, da√ü sie als salzige Seen (Salzseen) zu bezeichnen sind und aus ihrem Wasser teils reines, teils durch schwefelsauren Kalk, Magnesia, schwefelsaures Natron, Chlormagnesium etc. verunreinigtes Kochsalz gewonnen wird, so besonders in der nordwestlichen H√§lfte Asiens und in den Hochebenen der Mongolei und Tatarei. Hierher geh√∂rt auch der Gro√üe Salzsee im Staate Utah in Nordamerika mit einem gr√∂√üern Salzgehalt als der Ozean. Andre Seen enthalten neben dem herrschenden Chlornatrium und schwefelsaurem Natron noch viel Natriumkarbonat (Natronseen), so der Wansee, viele Seen in √Ągypten und einige kleinere Seen bei Debreczin in Ungarn, die in der hemen Jahreszeit meist austrocknen und einen reichen Ertrag an Soda gew√§hren, wieder andre enthalten viel Magnesiumsulfat, so die Bitterseen, die der Suezkanal durchschneidet. Seltener sind die Boraxseen in Tibet, Persien, Kalifornien, Nevada etc., die borsaure Salze neben Chlornatrium enthalten (s. Borax). Mit Ver√§nderungen im Wasserstand findet bei den abflu√ülosen Seen auch eine Vermehrung oder Verminderung des Salzgehalts statt, die, wenn sie nur allm√§hlich sich vollzieht, einen nachweisbaren Einflu√ü auf die in dem S. vorhandene Fauna und Flora hat.

Die Temperatur des in den Seen enthaltenen Wassers richtet sich im allgemeinen nach den Jahreszeiten. Im Innern der Wassermasse bedingt die W√§rmeverschiedenheit eine vertikale Zirkulationsbewegung. Da das S√ľ√üwasser bei +4¬į seine gr√∂√üte Dichte hat, so liegen bei allen Temperaturen √ľber 4¬į die w√§rmern Schichten oben, die k√§ltern unten. Diese Schichtung hei√üt die direkte oder gew√∂hnliche. Bei Temperaturen zwischen +4 und 0¬į aber sind die k√§ltern Schichten leichter als die w√§rmern, so da√ü die Schichtung eine umgekehrte ist. Ist das Klima nun warm genug, um die Temperatur der obern Wasserschicht eines Sees stets √ľber 4¬į zu erhalten, so bleibt die thermische Schichtung eines solchen Sees stets direkt. Die Seen, bei denen dieser Fall zutrifft (Genfer S., italienische Alpenseen), haben tropischen Typus. Wenn die Temperatur nur zeitweise sich an der Oberfl√§che √ľber 4¬į erhebt, im Winter aber unter 4¬į sinkt, so wird die Schichtung im Sommer eine direkte und im Winter eine umgekehrte sein. Es ist dies der gem√§√üigte Typus (Bodensee, √∂sterreichische Alpenseen). Liegt selbst im Sommer die Oberfl√§chentemperatur unter 4¬į, so ist die Schichtung st√§ndig umgekehrt: polarer Typus. Der jahreszeitliche Wechsel der Lufttemperatur wird sich aber nur bei Seen von geringer Tiefe bis zu dem Grunde des Sees fortpflanzen, bei sehr tiefen Seen dagegen bleibt auf dem Grund eine Schicht von fast unver√§nderlicher Temperatur. √úber Fauna und Flora der Seen s. S√ľ√üwasserfauna und S√ľ√üwasserflora. Vgl. auch den Artikel ¬ĽSeiches¬ę und A. Penck, Morphologie der Erdoberfl√§che (Stuttg. 1894, 2 Bde.); A. Supan, Grundz√ľge der physischen Erdkunde (3. Aufl., Leipz. 1903); F. A. Forel, Handbuch der Seenkunde (Stuttgart 1901); O. v. Aufse√ü, Die physikalischen Eigenschaften der Seen (Braunschw. 1905); Penck und Richter, Atlas der √∂sterreichischen Alpenseen (Wien 1895‚Äď97); Halbfa√ü, Die Morphometrie der europ√§ischen Seen (in der ¬ĽZeitschrift der Gesellschaft f√ľr Erdkunde in Berlin¬ę, 1903 u. 1904).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905‚Äď1909.

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  • See.... ‚ÄĒ See...., damit zusammengesetzte, sich hier nicht findende Namen, s.u. Meer ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon


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