Serbń≠en

ÔĽŅ
Serbń≠en

Serbń≠en (t√ľrk. Sirp, slaw. Srbija), K√∂nigreich, zwischen 42¬į22'‚Äď44¬į58' n√∂rdl. Br. und 19¬į10' bis 22¬į49' √∂stl. L., grenzt im N. an √Ėsterreich-Ungarn (durch die untere Donau und die Save davon getrennt), im O. an Rum√§nien und Bulgarien, im S√ľden an Bulgarien und die T√ľrkei, im W. an das Wilajet Kosovo und an Bosnien. (S. Karte ¬ĽRum√§nien, Bulgarien, Serbien etc.¬ę, f√ľr den westlichen Teil auch die Karte ¬ĽBosnien¬ę.)

[Physische Verh√§ltnisse.] S. ist ein von zahlreichen Flu√üt√§lern und Schluchten durchschnittenes Berg- und H√ľgelland, letzteres als Schumadija (d. h. Waldland) ein Drittel des Landes einnehmend und seinen fruchtbarsten, bestbew√§sserten und am leichtesten f√ľr den Verkehr zug√§nglichen Teil bildend. H√∂here Gebirge, den √úbergang von den Dinarischen Ketten zum Balkan und zu den Transsylvanischen Alpen bildend, erheben sich im SW. und O. Im westlichen S. ziehen sich die Ausl√§ufer der Gebirge von Bosnien und Novipasar hin, darunter Povljen Planina (1480 m), Golija Planina (1925 m), Kopaonik (2140 m). Das wald- und erzreiche Gebirgsland von Ostserbien erreicht seine gr√∂√üte H√∂he an der bulgarischen Grenze: Skara Planina (PobjeŇĺdin Potok, 2119 m; MidŇĺor, der h√∂chste Gebirgszug des Landes, 2186 m); der Nordosten wird von den serbischen Karpathen erf√ľllt. Ebenen sind: die Matschwa l√§ngs der Drina und Save, der Stig l√§ngs der Morawa und Mlawa und die fruchtbare Talebene des Timok.

Geologische Beschaffenheit. Kristallinische Schiefer zusammen mit Granit und Diorit sind sowohl im nord√∂stlichen als auch im mittlern und s√ľdlichen S. sehr verbreitet. An der Grenze gegen Bosnien und am Kopaonik treten f√ľr pal√§ozoisch gehaltene Tonschiefer, Grauwacken, Sandsteine und Quarzite hervor; karbonische Schichten finden sich zwischen Pek und Mlawa und an mehreren andern Stellen der √∂stlichen Landesteile. Triadische Schichten sind nur im W. von S. bekannt, dem Dogger und dem Tithon angeh√∂rige Jurasedimente treten nur sporadisch in Ostserbien auf. Dagegen nehmen Kalksteine, Mergel, Sandsteine und Schiefertone der Kreideformation, zum Teil reich an Hippuriten, breite, zusammenh√§ngende Fl√§chen am Westabhang des Balkans ein und dringen von Zentralserbien, wo sie von gro√üen Serpentinmassen und von Rhyolithen, Trachyten und Andesiten durchbrochen werden, gegen W. und SW. bis zur bosnischen Grenze vor. Das Neogen bedeckt im Savebecken, ferner zwischen Belgrad, Semendria und Kragujevac, am Oberlauf der Morawa und im Timoktal gro√üe Fl√§chenr√§ume. Von diluvialen Bildungen ist noch erw√§hnenswert der L√∂√ü, dem man besonders l√§ngs der Donau und der Save begegnet.

Das Klima ist gem√§√üigt, aber gro√üen Schwankungen unterworfen, rauh im s√ľdlichen gebirgigen Teil des Landes. Die mittlere Jahrestemperatur betr√§gt 11,4¬į (mittlere Extreme 36¬į und -15¬į). In Belgrad fallen j√§hrlich 66 cm Niederschl√§ge, und zwar vorwiegend im April bis Juli und im Oktober an durchschnittlich 153 Tagen.

Das √∂stliche S. (√∂stlich der s√ľdlichen Morawa) besitzt eine Flora mit s√ľdrussischen, teilweise asiatischen und gr√∂√ütenteils mitteleurop√§ischen Elementen; dieselbe Vegetation erstreckt sich als pontisch-pannonische Flora √ľber Slawonien, Ungarn und in ihren letzten Ausl√§ufern bis nach Nieder√∂sterreich, M√§hren und B√∂hmen. Die Region der Ebene und des H√ľgellandes reicht bis zu einer H√∂he von 600 m und ist charakterisiert durch das g√§nzliche Fehlen der W√§lder; in die urspr√ľnglich rein pontische Vegetation dieser Region sind viele mediterrane und kleinasiatisch-thrakische Elemente eingedrungen, von denen die meisten hier ihre n√∂rdliche, bez. westliche Grenze gefunden haben. Die Bergregion beginnt bei einer H√∂he von 600 m, √ľber welche Grenze Weing√§rten, Tabak und Melonen nicht emporsteigen; charakteristisch ist hier die Buschwaldformation mit besonders entwickelten Best√§nden von Quercus Cerris. Schon bei 1100 m H√∂he kann man die untere Grenze der subalpinen Region annehmen, in welcher der Buschwald und die Eichenbest√§nde verschwinden, um der Buche Platz zu machen. Pr√§chtige Urw√§lder bilden bis zu einer H√∂he von 1660 m zum gro√üen Teil geschlossene Best√§nde, w√§hrend Nadelh√∂lzer weniger in Betracht kommen. Die alpine Region beginnt dort, wo die schon vereinzelt und sporadisch vorkommenden Fichten und Tannen nicht mehr baumf√∂rmig werden, und wo Juniperus nana auftritt; die Vegetation ist ein Gemisch von alpinen Pflanzen, welche die Alpen und Karpathen bewohnen, und einer ungemein gro√üen Anzahl von endemischen Rassen, die ebenfalls nur der Hochgebirgsregion angeh√∂ren. Die Pflanzenwelt des westlichen S. schlie√üt sich eng an die von Kroatien, Bosnien, Montenegro und der Herzegowina an.

Die Hauptfl√ľsse des Landes flie√üen den n√∂rdlichen Grenzstr√∂men Donau und Save zu: der Save die Drina, der Grenzflu√ü gegen Bosnien, die Tamnawa mit dem Ub, die Kolubara (117 km), der Donau, in der mehrere zu S. geh√∂rige Inseln liegen, die Morawa (mit 443 km L√§nge, 27,900 qkm Stromgebiet), n√§chst der Donau der bedeutendste Flu√ü des Landes. Ganz S., das von der Morawa (s. d.) in zwei Teile zerlegt wird, ist im wesentlichen als das Flu√ügebiet der Morawa aufzufassen, die auch als eigentlicher Nationalflu√ü Serbiens gilt. Sie entsteht aus der Vereinigung der westlichen und s√ľdlichen Morawa, deren Hauptnebenfl√ľsse Ibar, Toplitza (101 km) und Nischawa (143 km) sind. In die Donau m√ľnden ferner: Mlawa (109 km), Pek (112 km) und Timok (182 km). Mineralquellen gibt es viele, warme besonders im √∂stlichen Teil des Landes mit einer Temperatur von 44‚Äď73¬į.

[Areal und Bevölkerung.]Das Areal beträgt nach neuester Berechnung 48,303 qkm (877,2 QM.), und die Bevölkerung belief sich 1905 auf 2,688,747 Seelen (56 auf 1 qkm), die sich auf die einzelnen Kreise wie folgt verteilen:

Tabelle

Die Bev√∂lkerung bestand 1903 gr√∂√ütenteils aus Serben (2,298,551), daneben aus 89,873 Rum√§nen, 46,148 Zigeunern, 7494 Deutschen, 5729 Juden. Nach dem Geschlecht waren 1906: m√§nnlich 1,408,757, weiblich 1,327,112. Die Bev√∂lkerung z√§hlte 1900: 2,493,770, 1891: 2,161,961. Die Lebensweise der Dorfbev√∂lkerung ist eine althergebracht patriarchalische, doch bahnt sich auch hier die von W. eindringende Kultur immer breitere Wege, und das nicht immer zum Wohl der Nation (Weiteres s. Serben). Entsprechend dem b√§uerlichen Charakter der Bev√∂lkerung leben die Serben meist in D√∂rfern, und es gibt nur wenige gr√∂√üere St√§dte, die vornehmlich durch den Verkehr bedingt sind und meist im Donau- und Morawatal liegen. Auch die meisten der 24 St√§dte und 58 St√§dtchen machen einen l√§ndlichen Eindruck. √úber 10,000 Einwohner z√§hlen: Belgrad, NiŇ°, Kragujevac, Leskovac, ҆abac, PoŇ°arewac, Vranja und Pirot. Der Religion nach sind die Serben griechisch-orthodox und bilden eine eigne Nationalkirche (s. Serbische Kirche). Die Zahl der zu andern Konfessionen sich Bekennenden, denen freie Aus√ľbung ihrer Religion gestattet ist, ist verschwindend klein. Die Beziehungen zum Patriarchen von Konstantinopel sind durch das Konkordat vom Januar 1832 (mit Zusatzakte von 1836) geordnet worden. Das Oberhaupt der serbischen Nationalkirche ist der Erzbischof von Belgrad, der als solcher den Titel ¬ĽMetropolit von ganz S.¬ę f√ľhrt. Ihm sind die Bisch√∂fe von Nisch, Sajetschar, ŇĹitscha und Schabatz untergeordnet, die mit ihm die Nationalsynode bilden und mit der Oberaufsicht √ľber die kirchlichen Angelegenheiten betraut sind. Unter der Nationalsynode steht das Appellationskonsistorium in Belgrad, das, aus sechs geistlichen Mitgliedern bestehend, als Revisions- und Berufungsinstanz in allen von den vier Eparchialkonsistorien als ersten Instanzen verhandelten und erledigten Angelegenheiten fungiert. Der Metropolit wie die vier Bisch√∂fe werden von der Nationalsynode aus den eingebornen Klostergeistlichen gew√§hlt und vom K√∂nig best√§tigt; der √ľbrige Klerus besteht aus Weltgeistlichen und M√∂nchen, welch letztere in 55 Kl√∂stern leben. ‚Äď Wiewohl sich die Staatsverwaltung die Hebung des √∂ffentlichen Unterrichts sehr angelegen sein l√§√üt und Schulzwang f√ľr den Besuch, bez. die Absolvierung von vier Volksschulklassen besteht, so steht doch die geistige Kultur noch auf ziemlich niedriger Stufe. Die Unterrichtsanstalten zerfallen in Gemeinde- und Staatsanstalten; zu erstern geh√∂ren die Volksschulen insoweit, als die Gemeinden deren Unterhalt, mit Ausnahme der Lehrerbesoldung, tragen, zu diesen alle Mittelschulen und h√∂hern Lehranstalten. Dem Gesetz nach soll in jeder Gemeinde, die 200 steuerzahlende K√∂pfe hat, eine Volksschule bestehen. Mit Ende des Schuljahres 1903 hatte S. 957 Knaben- und 165 M√§dchen-Volksschulen, die von 78,420 Sch√ľlern und 21,560 Sch√ľlerinnen besucht wurden. Au Mittelschulen (Gymnasien und Realschulen) hatte S. 1903: 18 Anstalten mit 307 Lehrkr√§ften und (Ende 1903) 4624 Sch√ľlern. In Kraljevo besteht eine Landwirtschaftsschule, verbunden mit einer Musterwirtschaft, in Bukowo eine Wein- und Obstbauschule. Ferner hat S. noch 3 Lehrerseminare, 2 h√∂here M√§dchenschulen, von denen diejenige in Belgrad zugleich als Lehrerinnenseminar dient. In Belgrad gibt es auch eine staatliche Handelsschule sowie eine Privathandelsschule, sodann bestehen in S. noch 2 theologische Lehranstalten, ferner in Belgrad noch eine Kriegsakademie (mit zwei Jahrg√§ngen f√ľr die Ausbildung von Subalternoffizieren f√ľr den Generalstabsdienst), eine Kriegsschule f√ľr die Heranbildung zum Offiziersdienst, endlich eine Unteroffizierschule und mehrere Privatschulen (Musik-, Zeichen- etc. Schulen). Die 1838 als Lyzeum begr√ľndete Hochschule in Belgrad ist seit 1904 in den Universit√§tsrang erhoben worden; die theologische und medizinische Fakult√§t fehlen jedoch noch. Als gr√∂√üere Bibliothek ist die Staatsbibliothek in Belgrad zu erw√§hnen, ferner ein ethnographisches und ein Nationalmuseum, letzteres besonders reich an r√∂mischen Altert√ľmern (M√ľnzensammlung).

[Erwerbszweige.] Serbiens Wirtschaftsleben beruht wegen der G√ľte des Bodens und des milden, niederschlagsreichen Klimas fast ganz auf der Landwirtschaft. 90 Proz. der Bev√∂lkerung sind Bauern. Von dem gesamten Grund und Boden Serbiens (4,830,260 Hektar) ist nur etwas √ľber ein Drittel bebaut; 1903 gab es 1,686,442 Hektar Kulturland, 677,291 Hektar Waldland, das √ľbrige ist √Ėdland. Die Anbaufl√§che ist 1906 auf 1,883,460 Hektar (39 Proz. des Areals) gestiegen. Der beste Getreideboden findet sich in den T√§lern der Morawa, Save und der untern Drina sowie in der Matschwa. Hauptgetreidearten sind Mais und Weizen, von denen 1903: 494,784, bez. 296,250 Ton., 1906: 705,791, bez 359,543 T. geerntet wurden. Von Obstarten werden besonders viel Pflaumen (1906: 3,443,802 kg) gezogen. 1906 gab es 132,085 Hektar Obstg√§rten. Die Landstriche am Jadar liefern aber auch andre Obstarten von ausgezeichneter G√ľte. An Futterkr√§utern wurden 1903: 5,4 Mill. dz Heu und 215,463 dz Klee geerntet. Weinbau besch√§ftigt haupts√§chlich die Bewohner der Donaugegenden (Negotin) sowie des Morawa- und Nischawatals; doch geht die Fl√§che des Reblandes wegen der Phylloxera best√§ndig zur√ľck (1906 noch 34,804 Hektar, wovon 11,316 Hektar infiziert waren; Ertrag 1906: 574,406 hl im Wert von 34,5 Mill. Frank). Von Handelsgew√§chsen wird Tabak (1906: 946,129 kg) gebaut, der im Belgrader Tabakmonopol verarbeitet wird. In ausgedehntem Ma√üe wird endlich der Hanfbau betrieben. Von hoher Wichtigkeit als Hauptbesch√§ftigung der Eingebornen ist die Viehzucht, die einen sehr bedeutenden Ausfuhrartikel liefert. Der einheimische Pferdeschlag (1906: 172,281 St√ľck) ist zwar nicht besonders sch√∂n, aber von gro√üer Ausdauer und Kraft. Das Rind ist von mittlerer Gr√∂√üe und wird, au√üer f√ľr die Ausfuhr, besonders als Arbeitstier gezogen. Man z√§hlte 1906: 931,656 St√ľck Hornvieh, darunter 7710 B√ľffel. Schafe werden in gro√üer Anzahl (1906: 3,066,231 St√ľck) gehalten und liefern Milch, Butter, K√§se und Wolle. Bedeutend ist vor allem die Schweinezucht (1906: 875,549 St√ľck), jedoch ist hier eine starke Abnahme bemerkbar; in den gebirgigen Gegenden werden auch viele Ziegen gehalten (1906: 495,867 St√ľck). Bienenzucht gibt es nur in einigen Kreisen, und die Zahl der Bienenst√∂cke vermindert sich immer mehr (1906 im ganzen 130,538), wogegen die Seidenraupenzucht, besonders seit Gr√ľndung der Aktiengesellschaft Soci√©t√© sericole serbe, in Aufschwung kommt (1906 Ertrag: 290,000 kg Kokons); der Ertrag f√ľr 1907 wird auf 400,000 kg gesch√§tzt. Die Fischerei in den Gebirgsb√§chen und Fl√ľssen liefert Forellen in Menge, die in der Donau besonders Hansen zur Kaviargewinnung. Die Jagd beschr√§nkt sich meist auf Gefl√ľgel; Wild ist nur wenig vorhanden, wohl aber hausen im Gebirge noch B√§ren und W√∂lfe. Das Land hat zwar gro√üe Waldungen (1903: 677,291 Hektar), doch hat der infolge unverantwortlicher Verw√ľstung und Raubwirtschaft f√ľr die Zukunft zu besorgende Holzmangel zu einer polizeilichen Beaufsichtigung der Waldbest√§nde gef√ľhrt, wie sich auch die Staatsgewalt von einem grosten Teil der Waldungen das Eigentumsrecht vorbehalten hat. Haupts√§chlichster Waldbaum ist die Eiche, deren Fr√ľchte die gro√üen Schweineherden ern√§hren. Der Bergbau war schon in r√∂mischer Zeit und noch mehr im Mittelalter (der Kopaonik hie√ü damals das Silbergebirge) von hoher Bedeutung; doch ist er neuerlich erst wieder etwas in Aufnahme gekommen; die reichen mineralischen Hilfsquellen (Kupfer, Blei, Eisen, Silber, Kohle) sind noch unvollkommen erschlossen. Er ist Regal und wird von der Staatsregierung als Monopol betrieben. Das Eisen- und Kupferwerk in Majdanpek ist seit 1868 auf 90 Jahre einer englischen Gesellschaft zum Betrieb √ľbergeben; ein andres Werk, Majdan Kutschajna, ist ebenfalls in englische H√§nde √ľbergegangen. Eine belgische Gesellschaft beutet die Kupfer- und Kohlenlager oberhalb der Donauenge des Kazan und bei Majdanpek aus, eine andre belgische Gesellschaft die Kohlenlager von Wrschka Cuka, die auch die Timokbahn Prlita-Radujewatz (schmalspurig) zur Erschlie√üung derselben erbaut hat. Eine franz√∂sische Gesellschaft beutet die reichen Kupferwerke von Bor (Umgebung von Sajetschar) aus, mit 17‚Äď20 m m√§chtigen Erzschichten von 30 Proz. Kupfergehalt. Wichtig ist die zu Krupanj im Podrinjer Kreis 1872 gegr√ľndete Bleih√ľtte. Steinkohlen gibt es bei Dobra und Duboka im Kreis Poscharewatz. 1899 wurde der Abbau der Kohlenfl√∂ze bei Nisch begonnen. Ein gro√üartiges Steinkohlenlager mit 5‚Äď14 m m√§chtigen Fl√∂zen, vom Staate betrieben, befindet sich im Kreis Morawa beim Dorfe Senje und ist von der gr√∂√üten Wichtigkeit f√ľr den serbischen Eisenbahnbetrieb. An verschiedenen Stellen findet sich Paraffinschiefer. 1905 waren im Bergbau 3617 Arbeiter besch√§ftigt; der Produktionswert belief sich auf nur 2,325,258 Frank. Handel und Gewerbe liegen noch danieder, so da√ü die Serben trotz guter k√∂rperlicher und geistiger Eigenschaften von den Nachbarn √ľberfl√ľgelt worden sind. Gewerbliche Industrie ist in dem nur Landwirtschaft treibenden Land erst in schwachen Anf√§ngen vorhanden und im wesentlichen noch Hausindustrie. Sie liefert Leinen, Wollen- und Seidengewebe und gewirkte Zeuge sowie Metall- und Holzwaren aller Art, und beinahe in jedem Dorfe trifft man Maurer, Zimmerleute, Dachdecker, Wagner, Huf-, Sensen- und Waffenschmiede, B√∂ttcher, Schneider etc. Eigentliche Gewerbsleute sind blo√ü in den St√§dten ans√§ssig. Nach der Gewerbeordnung vom 14. Aug. 1847 sind 20 Gewerbe f√ľr z√ľnftig erkl√§rt, die daher nur von geschlossenen Korporationen betrieben werden d√ľrfen, w√§hrend alle √ľbrigen frei sind und zu ihrem Betrieb blo√ü polizeiliche Konzession erforderlich ist. Gr√∂√üere Fabrikanlagen finden sich erst vereinzelt, n√§mlich 9 Bierbrauereien (Produktion 1906 √ľber 80,000 hl), 222 M√ľhlen (147 Dampf- und 75 Wasserm√ľhlen), eine gro√üe M√ľhle mit elektrischem Betrieb in Kraljevo, eine Tuchfabrik (die in Belgrad [1907] und Paratschin sind abgebrannt), Ziegeleien, Zement- und Tonwarenfabriken (letztere auch in kunstgewerblichen Artikeln), ferner Fabriken f√ľr Lederwaren, Treffen, Chemikalien, Metallwaren, Filigranarbeiten (NiŇ°, Pirot, Vranja), Selterwasser, eine gro√üe Schlachthausaktiengesellschaft (Belgrad) etc.

Der Handel ist vornehmlich Ausfuhrhandel. Die Einfuhr (1905: 55,600,644 Fr.) ist bei dem unbedeutenden Bedarf ausl√§ndischer Erzeugnisse verh√§ltnism√§√üig gering und beschr√§nkt sich auf Baumwoll- und Leinenwaren (11,2 Mill.), Metalle (6,2 Mill.), H√§ute und Kautschuk (3,7 Mill.), Wolle und Wollwaren (4,2 Mill.), Kolonialwaren (5 Mill.), Kleider u. Stickereien (2,9 Mill.), Maschinen, Instrumente, wissenschaftliche Gegenst√§nde, Waffen (3,5 Mill.), Steine, Glas- und Tonwaren (2,4 Mill.), Papier, Nahrungsmittel, Seide, Goldwaren, Drogen etc. Die Haupthandelspl√§tze des Landes sind: Belgrad (der Stapelplatz f√ľr ganz S.), ҆abac, Smederevo, PoŇ°arewae, Negotin, NiŇ°, Pirot und Vranja. Der weitaus gr√∂√üte Teil der Ausfuhr ging bisher nach √Ėsterreich-Ungarn (1905: 64,717,406 Fr.), von wo wieder das meiste (33,375,501 Fr.) eingef√ľhrt wurde. Das Bestreben Serbiens, seinen Ein- und Ausfuhrhandel von der gro√üen Nachbarmonarchie (√Ėsterreich-Ungarn) unabh√§ngiger, wenn nicht unabh√§ngig zu machen, hat im ersten Jahr des vertragslosen Zustandes nicht unbedeutende Erfolge aufzuweisen, doch bleibt abzuwarten, wie sich die Bilanzen des Au√üenhandels in Zukunft gestalten werden. Sollte zwischen S. und √Ėsterreich-Ungarn, wie zu erwarten, ein neuer Handelsvertrag zustande kommen, so wird auch wieder √Ėsterreich-Ungarn die vorherrschende Rolle spielen. Die Hauptziffern des serbischen Au√üenhandels in den Jahren 1905 und 1906 sind in mannigfacher Hinsicht von Interesse. Die Hauptartikel der Ausfuhr (1905: 54,5 Mill. Fr., der Gesamtwert der Ausfuhr betrug 1906: 71,996,274 Fr.) sind Rindvieh, Schweine, Getreide, frisches und getrocknetes Obst, Pflaumenmus. Ferner sind zu erw√§hnen: Mehl, Eier, Kohle, Erze, Schaf- und Rinderh√§ute, Wolle, Talg, Wachs, Honig, Knoppern. 1906 betrug die Ausfuhr in den genannten Hauptartikeln 48,2 Mill. Fr. Bei Mehl, Eiern, Kohle und Erzen betrug die Ausfuhr 1905 nicht ganz 1 Mill. Fr., 1906 dagegen √ľber 5 Mill. Fr., wodurch der Gesamtwert der serbischen Ausfuhrwertziffer sich derjenigen des Vorjahres n√§hert. Nur bei der Viehausfuhr zeigte sich die Abh√§ngigkeit von den √∂sterreichisch-ungarischen M√§rkten. Neue Absatzgebiete wurden hierf√ľr mit mehr oder minder g√ľnstigem Erfolg in Italien, √Ągypten und auf Malta gesucht. Dabei ist zu ber√ľcksichtigen, da√ü die Auffindung neuer M√§rkte f√ľr serbisches Vieh und Viehprodukte erst im September 1906 begonnen wurde. M√§rkte werden in jedem Kreis an einem bestimmten Ort abgehalten; die besuchtesten sind die zu Waljevo und Tschuprija. Der Durchfuhrhandel ist in letzter Zeit bedeutender geworden, da S. wegen seiner Lage und des beiderseits offenen Morawatals ein ausgezeichnetes Durchgangsland ist. 1884 war der Gesamtwert der durchgef√ľhrten Artikel nur 0,599 Mill. Fr., 1905: 40 Mill. Fr. Die vom Volkswirtschaftsministerium verwaltete Uprawa Fondowa vertritt die Stelle einer Hypothekenbank. Die Verkehrswege sind vielfach noch sehr mangelhaft; die Save-Donaulinie an der Nordgrenze und das Morawatal mit je zwei Ausg√§ngen im N. und S√ľden beherrschen fast den ganzen Verkehr des Landes. Die Eisenbahn verbindet Belgrad √ľber Nis mit Konstantinopel und √ľber Vranja mit Saloniki. Daneben ist noch die Timokbahn Prlita-Radujewatz bemerkenswert (s. oben). Das serbische Eisenbahnnetz umfa√üt 562 km, doch wurde 1905 der Bau verschiedener neuer Strecken geplant und zum Teil schon in Angriff genommen. Die Gesamtl√§nge der neuen Linien betr√§gt etwa 600 km Die Telegraphenlinien umfassen 3281 km mit 7724 km Drahtl√§nge. Die Hauptorte sind durch gute Landstra√üen verbunden; als Wasserstra√üen f√ľr den Verkehr werden nur die Donau und Save benutzt. Am Schiffahrtsverkehr sind die Serbische, die Donau-Dampfschiffahrts- und die Ungarische Flu√ü- und Seeschiffahrts-Gesellschaft beteiligt, die 1904: 584,000 Personen und 394,000 Ton. Waren bef√∂rderten. Handelsfreiheit ist durch das Staatsgrundgesetz als Nationalrecht anerkannt. Die 1395 Postanstalten bef√∂rderten 1905: 39,7 Mill. Briefpostsendungen, 1,3 Mill. Wertbriefe u. Postanweisungen im Betrage von 340,8 Mill. Fr. Das Telephonnetz umfa√üt (1904) im Lokalverkehr 433 km, im Fernverkehr 844 km Luftleitung.

In S. ist nach dem M√ľnzgesetz vom 10. Dez. 1878 die Frankenw√§hrung mit dem Dinar zu 100 Para = 81 deutsche Pfennig eingef√ľhrt. Gepr√§gt sind 2-Parast√ľcke aus Kupfer, Nickelm√ľnzen zu 5,10 und 20 Para, Silberm√ľnzen zu 1/2, 1, 2 und 5 Dinar (Fr.) und Goldm√ľnzen zu 10 und 20 Dinar. Gold ist sehr selten und wird mit Aufgeld gehandelt. Die 1889 gegr√ľndete serbische Nationalbank in Belgrad hat das Recht zur Notenausgabe. Seit 1883 gilt f√ľr die Ma√üe das metrische System.

[Verfassung und Verwaltung.] S. ist seit 6. M√§rz 1882 ein konstitutionelles K√∂nigreich und hat nach Vernichtung des Hauses Obrenovińá seit 2./15. Juni 1903 Peter I. aus dem Hause Karageorgievińá zum K√∂nig, in dessen Hause die K√∂nigskrone im Mannesstamm erblich ist. Der K√∂nig, der der griechisch-orthodoxen Kirche angeh√∂ren mu√ü, ist der Tr√§ger der Staatsgewalt und √ľbt das Recht der Gesetzgebung mit der Volksvertretung, die vollziehende Gewalt aber allein und durch Minister aus, die ihm und der Volksvertretung verantwortlich sind. Der Senat besteht aus 16 gew√§hlten Mitgliedern. Allgemeine Volksvertretung ist die sich allj√§hrlich versammelnde Skupschtina, aus 160 gew√§hlten Abgeordneten bestehend, die mindestens 30 Jahre alt sein m√ľssen; das Wahlrecht ist abh√§ngig von einem Alter von mindestens 21 Jahren und der Zahlung einer direkten Steuer von 15 Fr. Niemand kann beiden Kammern zugleich angeh√∂ren. F√ľr die Gemeindeverfassung gilt das Gemeindegesetz vom 20. Okt. 1883, wonach jeder Serbe einer Gemeinde des Landes als Mitglied angeh√∂ren mu√ü. Jede Gemeinde verwaltet ihre Angelegenheiten selbst; die Staatsgewalt √ľbt nur in bestimmten F√§llen ihr Oberaufsichtsrecht durch die Polizeibeh√∂rden, die Kreis- und Bezirksvorst√§nde aus. Die Staatsverwaltung wird im Namen und Auftrag des K√∂nigs von der Zentralregierung ausge√ľbt, die in acht Ministerien zerf√§llt, n√§mlich in die Ministerien des Innern, des √Ąu√üern, der Finanzen, der Justiz, des Krieges, f√ľr √∂ffentliche Bauten, f√ľr Volkswirtschaft, f√ľr Kultus und Unterricht. Die Minister w√§hlt der K√∂nig aus den h√∂hern Staatsbeamten. Behufs der Provinzialverwaltung zerf√§llt das K√∂nigreich seit 1896 in 17 Kreise und 1 Pr√§fektur (Belgrad). H√∂chste zivil- und strafgerichtliche Beh√∂rde des K√∂nigreichs ist der oberste Gerichts- und Kassationshof in Belgrad. Zweite Instanz ist das Appellationsgericht daselbst; Gerichte erster Instanz sind 22 Kreisgerichte und das Stadtgericht zu Belgrad sowie die Friedensgerichte in den 1313 Gemeinden des Landes. Als Schiedsgericht in Handels- und Gewerbesachen fungiert das Handelsgericht in Belgrad. Das Budget f√ľr 1906 ergibt 89,207,073 Fr. Einnahme und 89,165,095 Fr. Ausgabe. Die finanzielle Lage ist ung√ľnstig, da der Staatshaushalt fast stets einen Fehlbetrag aufweist. Eine Staatsschuld hat S. erst seit 1876. Im J. 1906 betrug sie 461,034,880 Fr., deren Verzinsung fast ein Drittel der gesamten Einnahmen verzehrt (24 Mill. Fr.). Die Armee erfordert 20,3, das Finanzministerium 9, die √∂ffentlichen Arbeiten 10,9, Kultus und Unterricht 6,5 Mill. Fr.

[Heerwesen.] Seit 1901 gilt allgemeine Wehrpflicht und dauert die Dienstpflicht vom 21.‚Äď45. Jahr: 2 Jahre im stehenden Heer (erstes Aufgebot), bei der Infanterie aber meist nur 11/2 Jahr, 9 Jahre in der Reserve, 6 im zweiten, 8 im dritten Aufgebot (Bau) der Nationalmiliz; au√üerdem Landsturmpflicht vom 18.‚Äď20. und vom 46.‚Äď50. Jahr. Das erste und zweite Aufgebot bilden die Feldarmee, das dritte und der Landsturm dienen Besatzungszwecken etc. Studierende dienen 1/2 Jahr, bestehen sie dann die Reserveoffizierspr√ľfung nicht, noch 14 Monate; Kavalleristen, die ein Pferd einstellen, und Infanteristen mit sehr guten Ausbildungsresultaten 14 Monate. Den Oberbefehl f√ľhrt der K√∂nig. die h√∂chste administrative Beh√∂rde ist das Kriegsministerium, von dem ein integrierender Teil der Hauptgeneralstab ist. Im Frieden bestehen: 5 Infanteriedivisionen zu 4 Infanterieregimentern (in einer Brigade) zu je 3 Bataillonen zu 4 Kompanien, 1 Artillerieregiment zu 9 Batterien, 1 Sanit√§tskompanie, 1 Traineskadron; 1 Kavalleriedivision mit 2 Brigaden zu 2 Regimentern zu 5 Eskadrons, 2 reitende Batterien, 1 Kavallerietelegraphenabteilung. Besondere Formationen: 1 Gardeabteilung (k√∂niglicher Convoi), 1 Haubitzregiment zu 6 Batterien zu 6 Gesch√ľtzen, 1 Gebirgsartillerieregiment zu 6 Batterien zu 6 Gesch√ľtzen, 1 Festungsartillerieregiment (2 Bataillone), 21/2 Bataillone technische Truppen (Mineure, Eisenbahn, Telegraphen). Friedensst√§rke: 27,412 Mann. Im Kriege sollen auftreten: 5 Infanteriedivisionen ersten Aufgebots zu 2 Brigaden zu 2 Regimentern zu 4 Bataillonen, 1 Divisionskavallerieregiment zu 3 Eskadrons, 1 Artillerieregiment zu 9 Batterien, 2 Pionier-, 1 Sanit√§tskompanie mit 4 Feldlazaretten und 1 Sanit√§tskolonne, 6 Munitionskolonnen, 1 Telegraphenabteilung, 1 Divisionsbr√ľckentrain, 1 Proviantkolonne, Feldb√§ckerei, Schlachtviehdepot; 1 Ersatzdivision (2 Infanteriebrigaden, sonst unbestimmt); 5 Infanteriedivisionen zweiten Aufgebots (etwa 12 Bataillone, 2 Eskadrons, 3 Batterien); 5 Infanteriedivisionen dritten Aufgebots (wohl nur zu Besatzungszwecken brauchbar); 1 Kavalleriedivision (2 Brigaden zu 2 Regimentern zu 4 Eskadrons, 1 reitende Batteriedivision zu 2 Batterien, Munitionskolonne, Telegraphenabteilung). Gefechtsstand etwa 158,000 Mann, 6500 Reiter, 420 Gesch√ľtze. Bewaffnung: Infanterie des ersten Aufgebots 7 mm-Mauser-Repetiergewehr M/99 mit kurzem S√§belbajonett, zweite Linie 11 mm-Kruka-Mauser-Gewehr M/80, dritte Linie Berdan-Gewehre; Artillerie √§ltere 8,7 und 7,5 cm Kruppsche Gesch√ľtze, 12 cm-Haubitzen, 15 cm-M√∂rser von Schneider-Canet. Heeresanstalten: Arsenal und Gesch√ľtzgie√üerei in Kragujevac, Hauptpulverfabrik Stragar, Artillerie- und Infanterieschie√üplatz im Lager von Baujica. Das Offizierkorps erg√§nzt sich durch Z√∂glinge der Milit√§rakademie, Unteroffiziere k√∂nnen Offizier, aber nicht Oberst werden. Landesbefestigung: Pirot, Belgrad, Kladowo, UŇĺitze, Sokol, Schabatz, Semendria (alte Bauten, Neubefestigung bei Nisch geplant). ‚Äď Das Wappen bildet in Rot ein silberner, goldbewehrter Doppeladler, der auf der Brust einen roten Schild tr√§gt, in dem sich ein silbernes Kreuz befindet, das mit vier silbernen Feuerst√§hlen bewinkelt ist; zu F√ľ√üen des Adlers beiderseits je eine goldene Lilie (s. Tafel ¬ĽWappen II¬ę). Die Nationalflagge ist rot, blau und wei√ü, mit dem gekr√∂nten Wappen im blauen Mittelstreifen (s. Tafel ¬ĽFlaggen I¬ę). Orden hat S. f√ľnf, und zwar: den Takowoorden mit und ohne Schwertern (1865 gestiftet), den Wei√üen Adlerorden (1882 gestiftet, s. Tafel ¬ĽOrden II¬ę, Fig. 27), den Orden des heiligen Sava (seit 1883), den Orden Milosch der Gro√üe (gestiftet 1898) und den Stern Karageorgievińá (gestiftet 1904). Daneben bestehen eine goldene und eine silberne Tapferkeitsmedaille, eine Medaille f√ľr milit√§rische Tugenden, eine goldene und eine silberne Medaille f√ľr Diensteifer und eine goldene und silberne Verdienstmedaille der K√∂nigin Natalie. Vgl. M√ľller v. M√ľllersheim, Die k√∂niglich serbischen Orden und Ehrenzeichen (Wien 1897). Hauptstadt ist Belgrad.

[Geographisch-statistische Literatur.] Vgl. Kanitz, S., historisch-ethnographische Reisestudien (Leipz. 1868) und Das K√∂nigreich S. und das Serbenvolk (Leipz. u. Wien 1904); Milińáevińá, Das F√ľrstentum S. (serb., Belgr. 1876) und Das K√∂nigreich S. (serb., das. 1884); Millet, La Serbie √©conomique et commerciale (Par. 1889); Tuma, Serbien (vornehmlich die Milit√§rverh√§ltnisse betreffend, Hannov. 1894); Coquelle, Le royaume de Serbie (Par. 1894); Kohn, S. in geo-ethnographisch-administrativ-volkswirtschaftlicher und kommerzieller Hinsicht (Semlin 1894); H. Vivian, Servia, the poor man's paradise (Lond. 1897); E. Lazard und J. Hogge, La Serbie d'aujourd'hui (Gembloux 1900); M. Petrovińá, Financije i ustanove abno vljene Srbije (Belgr. 1897 bis 1899, 3 Bde.); Hogge, La Serbie de nos jours (Br√ľssel 1901); Mallat, La Serbie contemporaine (Par. 1902, 2 Bde.); Jovanovińá, Die serbische Landwirtschaft (M√ľnch. 1906) und Les richesses min√©rales de la Serbie (das. 1907); Antula, Revue g√©n√©rale des gisements m√©tallif√®resen Serbie (Par. 1900); ŇĹujovińá, Geologische √úbersicht des K√∂nigreichs S. (Wien 1886); ŇĹujovińá, UroŇ°evińá und Radovanovińá, Annales g√©ologiques de la P√©ninsule Balcanique (Belgr., 6 Bde.); Cvijińá u. a., Die Siedelungen der serbischen Lande (das. 1902, 2 Bde. mit Atlas); Markowitsch, Die Gemeinden und ihr Finanzwesen in S. (Jena 1904); Smiljanińá, Beitr√§ge zur Siedelungskunde S√ľdserbiens (¬ĽAbhandlungen der Geographischen Gesellschaft in Wien¬ę, 1900); ¬ĽAnnuaire statistique du royaume de Serbie¬ę (Belgr. 1895 ff.). Karten des serbischen Generalstabs: ¬ĽGeneralkarte des K√∂nigreichs S.¬ę, 1:200,000, 9 Blatt; ¬ĽTopographische Karte des K√∂nigreichs S.¬ę, in 95 Bl√§ttern, 1:75,000 (abgeschlossen Belgr. 1894); Lay, Kulturhistorischer und ethnographischer Atlas des K√∂nigreichs S. (das. 1891).

Geschichte.

Kurz vor Christi Geburt von den R√∂mern unterworfen, bildete S. die Provinz Moesia superior. Eine Reihe von St√§dten an Donau und Morawa gelangte bald zu Wohlstand. Sp√§ter √ľberzogen Hunnen, Ostgoten und Langobarden nacheinander das Land; 550 brachte es der byzantinische Kaiser Justinian unter seine Herrschaft. Unter seinen Nachfolgern machten die Avaren S. zur Ein√∂de. 638 wanderten die slawischen Serben (s. d.) ein; das nach ihnen benannte S. begriff damals auch Bosnien und Montenegro in sich. Die Serben erkannten die Oberhoheit der ostr√∂mischen Kaiser an und bekehrten sich im 8. Jahrh. zum griechisch-katholischen Christentum. Ihr nominelles Oberhaupt hie√ü Gro√ü- oder OberŇĺupan, sp√§ter Kralj (K√∂nig) oder Zar (Kaiser) und residierte als Lehnstr√§ger des byzantinischen Kaisers in Desniza an der Drina; sieben andre ŇĹupane herrschten als H√§uptlinge √ľber ihre Bezirke ziemlich selbst√§ndig. Seit 870 bem√§chtigten sich die Bulgaren mehrere Male (zuletzt 917‚Äď963) der Oberherrschaft in Ostserbien. Nachdem 971 ihre Macht durch die Griechen gebrochen war, gehorchte S. wieder Byzanz, bis Stephan Dobroslaw (von den Griechen Boistlaw genannt) 1043 die Unabh√§ngigkeit errang und die andern ŇĹupane unterwarf. Sein Sohn Michael (1050‚Äď80) nahm den Titel eines K√∂nigs (Kralj) von S. an und lie√ü sich ihn von Papst Gregor VII. best√§tigen, obwohl schon unter ihm die Spaltung wieder hervortrat. Kriege mit Byzanz und innere Zerw√ľrfnisse vernichteten darauf die Bl√ľte des Landes, bis sich 1165 Stephan I. Nemanja aus Ostserbien zum F√ľrsten aller Serben aufschwang. Sein Haus hei√üt nach ihm das der Nemanjiden (Nemjaniden), sein Reich nach der Residenz Rascha oder Rassia (jetzt Novipasar) die Gro√üŇĺupanie Rassia, sp√§ter serbisches oder rascisches Reich (wovon der Name Raizen). Stephan Duschan (1331‚Äď55), der gr√∂√üte aller serbischen Herrscher, herrschte auch √ľber Mazedonien, Albanien, Thessalien, Epirus und Bulgarien. Er nahm 1346 den Titel eines Kaisers (Zar) an, sicherte in seinem 1349 gegebenen Gesetzbuch (zakonik) Freiheit, Leben und Eigentum der Einwohner und beg√ľnstigte Wissenschaft und Handel. Unter seinem schwachen Sohn Stephan Urosch IV. ging 1359 das Banat Machow, 1362 die Herzegowina verloren, und 1367 erlosch das Haus der Nemanjiden. Der Woiwod Wukaschin, der sich 1366 von Urosch losgesagt hatte, beherrschte den S√ľden, verlor aber 25./26. Sept. 1371 gegen den Osmanen Murad I. an der Maritza Schlacht und Leben; sein Sohn Kraljevińá Marko unterwarf sich. 1386 vertrieb der Knjes Lasar (Lazar) mit Hilfe der Bosnier, Albanesen und Bulgaren die T√ľrken, verlor aber 15. Juni 1389 gegen Murad (der Sage nach durch die Verr√§terei seines Eidams Wuk Brankovińá) die Schlacht auf dem Amselfeld (Kossowo), auf der Hochebene von Prischtina, und fiel. Bajesid teilte das Land zwischen Lasars Sohn Stephan und Wuk Brankovińá, die beide den T√ľrken Tribut zahlen und Heeresfolge leisten mu√üten. Letzterm folgte 1427 sein Neffe Georg Brankovińá (gest. 1456), der ein B√ľndnis mit den Ungarn schlo√ü. Von Murad II. vertrieben, erhielt er durch die Siege des Johannes Hunyadi und durch den Frieden von Szegedin 1444 sein Land zur√ľck. 1459 machte Mohammed II. der Herrschaft der serbischen F√ľrsten ein Ende; eine Menge der angesehensten Familien wurde v√∂llig ausgerottet, andre fl√ľchteten nach Ungarn, 200,000 Menschen wurden als Sklaven weggef√ľhrt und das Land in eine t√ľrkische Provinz verwandelt. Manche Bojaren nahmen den Islam an. Da jedoch die T√ľrken das Land nur milit√§risch besetzten und nie das Landbesitzkum in Anspruch nahmen, so retteten die Serben Volkstum, Religion und Sprache.

Durch den Frieden von Poscharewatz (21. Juli 1718) kam S. mit dem Banat und dem gr√∂√üten Teil von Bosnien an √Ėsterreich; aber der √úbermut der √∂sterreichischen Offiziere und Beamten erstickte die Sympathien f√ľr die christliche Herrschaft, und in dem f√ľr Karl VI. so ungl√ľcklichen Krieg von 1738‚Äď39 trugen die Serben sogar wesentlich zur Wiederherstellung des t√ľrkischen Regiments bei. Dieses lohnte aber durch die Grausamkeiten aufr√ľhrerischer Janitscharen ihre Anh√§nglichkeit so schlecht, da√ü w√§hrend des von Katharina II. und Joseph II. 1788‚Äď90 unternommenen Krieges gegen die T√ľrken die Serben sich f√ľr √Ėsterreich erhoben. 1804 veranla√üte der Druck, den die t√ľrkischen Befehlshaber und die Janitscharen aus√ľbten, einen Aufstand in S., an dessen Spitze der tapfere Georg Petrovińá, genannt Czrni oder Czerny Georg (Karadjordje), stand. Gl√ľckliche Gefechte befreiten das Land von den Janitscharen, und 12. Dez. 1806 wurde die Stadt Belgrad erst√ľrmt. Da 1804 √Ėsterreich den nachgesuchten Beistand verweigert hatte, rief man Ru√ülands Einmischung an; dies versprach den Serben seinen Schutz, wenn sie seine Oberherrschaft anerkennen w√ľrden. Aber das freie Volk schlug 1809 und 1810 die von Osten und Westen √ľber die Morawa und Drina vordringenden T√ľrken fast ohne russische Unterst√ľtzung zur√ľck. Doch im Frieden von Bukarest (28. Mai 1812) waren f√ľr S. nur allgemeine Amnestie, eigne innere Verwaltung, dagegen Tributpflichtigkeit und √úbergabe der Festungen an den Sultan enthalten. Anstatt der Amnestie gew√§hrten die T√ľrken Auswanderung aller Mi√üvergn√ľgten; mit den Festungen forderten sie alle Waffen und Kriegsvorr√§te; au√üerdem verlangten sie die Aufnahme der vertriebenen Osmanen und ihre Wiedereinsetzung in den alten Besitz. Drei t√ľrkische Heere, die 1813 unter Khurschid Pascha √ľber die Donau, Morawa und Drina in das Land einbrachen, rieben die verzettelten Kr√§fte Czerny Georgs auf. Nach seinem √úbertritt auf √∂sterreichisches Gebiet (15. Okt. 1813) setzte nur Milosch Obrenovińá 1815 den Kampf fort; dieses F√ľrsten Sieg auf der Ebene der Matschwa √ľber die unter Ali Pascha aus Bosnien eingedrungenen T√ľrken entschied die Unabh√§ngigkeit Serbiens.

Nachdem Czerny Georg bei seiner Heimkehr 25. Juli 1817 durch Meuchelm√∂rder gefallen, ward Milosch Obrenovińá 6. Nov. in Kragujevac zum erblichen F√ľrsten von S. ausgerufen und von den T√ľrken anerkannt. Der t√ľrkisch-russische Vertrag von Akkerman (1826), best√§tigt durch den Frieden von Adrianopel (14. Sept. 1829), verb√ľrgte den Serben freie Wahl ihrer Oberh√§upter, unabh√§ngige Gerichtsbarkeit, freie innere Verwaltung, eigne Erhebung der Steuern bei fest bestimmtem Tribut. Durch Bestechung wu√üte sich Milosch 31. Aug. 1830 in Konstantinopel einen Berat (Lehnsbrief) zu verschaffen, der ihn als erblichen F√ľrsten der Serben best√§tigte. Die beiden Hattischerifs vom 6. Juni und 4. Dez. 1834 gaben sechs von S. losgerissene Distrikte zur√ľck, setzten den Tribut an die Pforte fest und beschr√§nkten den Aufenthalt der T√ľrken auf Belgrad. Gest√ľtzt auf seine Momtzi (bewaffneten Begleiter), regierte Milosch fortan mit solch grausamer Willk√ľr, da√ü Anfang 1835 unter Avram Petronijevińá und Thoma Vuńćińá ein Aufstand ausbrach, infolgedessen sich Milosch 8. Febr. zur Anerkennung einer Verfassung verstand. Der Diwan ersetzte diese jedoch durch das Organische Statut (Ustav) von 1838, das weder die Volksw√ľnsche noch den F√ľrsten befriedigte. An die Stelle der Volksversammlung trat jetzt ein Senat mit ausgedehnten Rechten. Milosch hielt aber diese Verfassung nicht; doch dankte er 13. Juni 1839 zugunsten seines Sohnes Milan Obrenovińá 11. ab. Da dieser schon 8. Juli starb, ernannte die Pforte dessen Bruder Michael Obrenovińá III. zum Nachfolger, setzte ihm aber eine Regentschaft zur Seite. Als Michael die Eichelmast zu besteuern wagte, erhob sich die Nationalpartei, und er sah sich 7. Sept. 1842 gen√∂tigt, auf √∂sterreichisches Gebiet √ľberzutreten. Am 14. Sept. w√§hlte bei Belgrad das Volk den Sohn Czerny Georgs, Alexander Karageorgievińá, der am 14. Nov. die Best√§tigung der Pforte als Basch-Beg, d. h. Oberherr, erhielt, sich aber mehrere mit den fr√ľhern Vertr√§gen in Widerspruch stehende Beschr√§nkungen gefallen lassen mu√üte.

W√§hrend sich S. gewerblich und national√∂konomisch bedeutend hob, dauerten die Parteiungen im Innern fort. Die am 16. Dez. er√∂ffnete Skupschtina stellte 21. Dez. 1858 an Alexander, der sich durch seine Hinneigung zu √Ėsterreich und seine Friedensliebe verha√üt gemacht hatte, das Verlangen, abzudanken. Als sich der F√ľrst unter den Schutz der Pforte stellte, erhob die Skupschtina 23. Dez. den 78j√§hrigen Milosch Obrenovińá zum zweitenmal auf den serbischen Thron. Er ward 12. Jan. 1859 von der Pforte best√§tigt, starb aber schon 26. Sept. 1860, und sein Sohn folgte ihm wieder als Michael Obrenovińá III. Die seit 18. Aug. 1861 zu Kragujevac tagende Skupschtina nahm ein neues Skupschtinagesetz, eine Reorganisation des Senats und der Milit√§rverfassung und eine Steuerregulierung an. Die Organisation der Volksmiliz ward 1862 trotz t√ľrkisch-√∂sterreichisch-englischen Widerspruchs durchgef√ľhrt. Auch traten jetzt die Bestrebungen der Serben nach voller Unabh√§ngigkeit von der Pforte immer offener hervor. W√§hrend eines Auflaufs wurden 15. Juni 1862 die t√ľrkischen Torwachen nach der Festung zur√ľckgedr√§ngt, und der Kommandant bombardierte 17. Juni die Stadt. Am 18. Juni kam es zu einem Waffenstillstand. Der Streit ward von den M√§chten durch das Protokoll vom 4. Sept. so geschlichtet, da√ü die T√ľrken alle Festungen au√üer Belgrad, Schabatz (҆abac) und Smederevo r√§umten. Erst 3. M√§rz 1867 verstand sich die t√ľrkische Regierung auf Anraten √Ėsterreichs zur R√§umung der serbischen Festungen, und 6. Mai 1867 verlie√üen die letzten t√ľrkischen Truppen den serbischen Boden. Trotzdem bildete sich gegen die Herrschaft des F√ľrsten eine Verschw√∂rung; Michael wurde 10. Juni 1868 im Park von Toptschider ermordet. Die Skupschtina rief jedoch 2. Juli den einzigen noch lebenden Obrenovińá als Milan Obrenovińá IV. zum F√ľrsten aus und beschlo√ü 29. Juni 1869 eine neue Verfassung. Die Gro√üm√§chte und die Pforte stimmten bei. Der Minister des Innern, Milojkovińá, √ľbernahm mit dem Justizminister die Vormundschaft √ľber den 14j√§hrigen F√ľrsten, w√§hrend die Regentschaft aus Blasnavae, Ristińá und dem Senator Gavrilovińá bestand. Doch war die Macht der Regierung gering; fortw√§hrend wechselten die Ministerien, auch nachdem 22. Aug. 1872 Mil an selbst die Regierung √ľbernommen hatte.

Gleichzeitig mit dem Aufstand in der Herzegowina begann die Omladina (s. d. 1) wieder ihre gro√üserbischen Agitationen, gewann den Minister Ristińá f√ľr sich und erlangte die Zusicherung der Hilfe russischer Slawophilen. Hierauf er√∂ffnete S. 1. Juli 1876 den Krieg mit der T√ľrkei. Ru√üland schickte Geld und Freiwillige; die serbische Armee unter dem russischen General Tschernajew zeigte sich aber der Aufgabe nicht gewachsen. Im Tal der Morawa bei Alexinac kam es im September und Oktober zu heftigen K√§mpfen, die Ende Oktober mit der v√∂lligen Niederlage der Serben endeten. Die R√ľckeroberung Serbiens durch die Sieger wurde nur durch den Einspruch Ru√ülands verhindert, das der T√ľrkei einen Waffenstillstand (31. Okt.) aufn√∂tigte. Am 28. Febr. 1877 wurde zwischen der T√ľrkei und S. der Stand der Dinge vor dem Krieg hergestellt. Beim Ausbruch des russisch-t√ľrkischen Krieges im April 1877 traf S. sofort wieder Anstalten zum Beginn des Krieges. Doch der ung√ľnstige Verlauf des russischen Feldzugs im Sommer bewog es zu einer beobachtenden Haltung, bis der Fall von Plewna (10. Dez.) die Serben ermutigte, in die T√ľrkei einzufallen, wo sie 11. Jan. 1878 Nisch eroberten. Im Frieden von Santo Stefano erlangte S. die Anerkennung seiner Unabh√§ngigkeit und eine betr√§chtliche Gebietserweiterung, die durch den Berliner Kongre√ü noch vergr√∂√üert wurde, n√§mlich die Gebiete von Nisch, Pirot und Leskovac; doch mu√üte es unbedingte Gleichheit aller Konfessionen zugestehen sowie einen entsprechenden Teil der t√ľrkischen Staatsschuld √ľbernehmen. Am 1. Aug. 1878 nahm Milan als souver√§ner F√ľrst den Titel ¬ĽHoheit¬ę an.

Dieser Erfolg steigerte den Einflu√ü der russenfreundlichen chauvinistischen Partei. Da√ü √Ėsterreich Bosnien besetzte und in Novipasar einr√ľckte, wodurch es auch im Westen und S√ľden Serbiens Grenznachbar wurde, reizte jene nur zu gr√∂√üerer Feindseligkeit. Das Ministerium Ristińá verschleppte die Ausf√ľhrung des in Berlin 1878 mit √Ėsterreich-Ungarn geschlossenen Vertrags √ľber den Bau der Eisenbahnen in S. und weigerte sich bei den Verhandlungen √ľber einen neuen Handelsvertrag, das Anrecht √Ėsterreichs auf Meistbeg√ľnstigung anzuerkennen. Durch eine eilige Armeeorganisation wurde die serbische Wehrkraft im Kriegsfall auf vier Armeekorps erh√∂ht. Eine energische Note √Ėsterreichs vom 17. Okt. 1880 bewog jedoch Ristińá, seine Entlassung zu nehmen. Das neue fortschrittliche √∂sterreichfreundliche Ministerium Pirotschanatz, das auch in der Skupschtina durch Neuwahlen die Mehrheit erlangte, brachte den Handelsvertrag mit √Ėsterreich 1881 zum Abschlu√ü und traf mit der Union g√©n√©rale von Bontoux ein Abkommen √ľber eine Anleihe f√ľr Eisenbahnbauten, deren Beginn allerdings durch den Bankrott der Bank verz√∂gert wurde. Daf√ľr gab √Ėsterreich seine Zustimmung zu einem (bis 1902 geheim gehaltenen) Gegenseitigkeitsabkommen, das bis 31. Dez. 1894 gelten sollte. F√ľrst Milan nahm 6. M√§rz 1882 als Milan I. den K√∂nigstitel an, und S. wurde als K√∂nigreich proklamiert. Ein Aufstand der Radikalen in Sajetschar (Nik. PaŇ°ińá u. a.) wurde im Oktober 1883 streng unterdr√ľckt. Pirotschanatz' ebenfalls fortschrittlicher Nachfolger Garaschanin glaubte einen gro√üen Erfolg zu erzielen, indem er den Aufstand in Ostrumelien und dessen Vereinigung mit Bulgarien (im September 1885) zum Anla√ü nahm, um 13. Nov. 1885 den Krieg an Bulgarien zu erkl√§ren. 43,000 Serben √ľberschritten unter dem Oberbefehl des K√∂nigs 14. Nov. die bulgarische Grenze, wurden ater 18. und 19. Nov. bei Slivnica von den Bulgaren unter dem F√ľrsten Alexander besiegt und auf dem R√ľckzug 27. Nov. bei Pirot nochmals entscheidend geschlagen. Dem weitern Vordringen der Bulgaren setzte der Einspruch √Ėsterreichs ein Ziel; 21. Dez. wurde ein Waffenstillstand geschlossen und 3. M√§rz 1886 in Bukarest der Stand der Dinge vor dem Kriege wiederhergestellt. Weniger die Finanzwirtschaft des Ministeriums, das S. in Abh√§ngigkeit von Wiener Geldinstituten brachte, war die Ursache des Sturzes Garaschanins (13. Juni 1887), als vielmehr die schon damals drohende Ehescheidungsfrage des K√∂nigs. Darauf bildete Ristińá ein liberal-radikales und, als dieses sich mit der radikalen Mehrheit der Skupschtina nicht verst√§ndigen konnte, Grujińá Ende 1887 ein radikales Kabinett. Da aber die Skupschtina eine betr√§chtliche Verminderung des Heeres und neue Z√∂lle beschlo√ü, die dem Vertrag mit √Ėsterreich entgegen waren, so wurde Grujińá im April 1888 entlassen und Christińá zum Pr√§sidenten eines energischen Beamtenministeriums ernannt. Die unaufh√∂rlichen W√ľhlereien ehrgeiziger Parteif√ľhrer erhielten neue Nahrung durch den Zwist des K√∂nigs mit seiner herrschs√ľchtigen Gemahlin Natalie Keschko. Nachdem die Ehe des K√∂nigs 24. Okt. 1888 durch den neuernannten Metropoliten Theodosius getrennt worden, berief Milan, um durch Vers√∂hnung der Radikalen die Stellung seiner Dynastie zu befestigen, einen aus allen Parteien gebildeten Nationalausschu√ü. Dieser arbeitete eine neue Verfassung aus, die der Volksvertretung gro√üe Rechte einr√§umte. Darauf wurde eine gro√üe Skupschtina gew√§hlt, die, zumeist aus Radikalen bestehend, 22. Dez. 1888 die Verfassung annahm, die am 3. Jan. 1889 verk√ľndet wurde. Unerwarteterweise erkl√§rte K√∂nig Milan 6. M√§rz 1889 seine Abdankung zugunsten seines einzigen Sohnes Alexander I. und ernannte, da der neue K√∂nig (geb. 14. Aug. 1876) noch unm√ľndig war, eine Regentschaft, die aus Ristińá, Protińá und Belimarkovińá bestand. Diese beauftragte den Radikalen TauŇ°anovińá mit der Bildung eines neuen Kabinetts. Doch die Finanzen in Ordnung zu bringen und die Steuern zu erm√§√üigen, gelang der radikalen Mehrheit nicht. Der Fehlbetrag im Staatshaushalt schwoll immer mehr an, zumal die Regierung von ihren Anh√§ngern die Steuerr√ľckst√§nde (12 Mill.) nicht eintrieb. Anleihen mu√üten die Ausf√§lle decken, Ersparnisse wurden nicht gemacht. Endlich, im August 1892, berief die Regentschaft ein liberales Ministerium unter Avakumovińá; doch erlangte dieses keine zuverl√§ssige Mehrheit in der Skupschtina und erweckte das Mi√ütrauen Ru√ülands. So entschlo√ü sich der junge Alexander zu einem Staatsstreich; 13. April 1893 erkl√§rte er sich f√ľr gro√üj√§hrig, setzte die Regentschaft und das Ministerium ab und nahm selbst die k√∂nigliche Gewalt in die Hand. Zum Pr√§sidenten des Ministeriums ernannte er den gem√§√üigtradikalen Dokińá. Die neugew√§hlte Skupschtina stimmte 16. Juni zu. Aber Dokińá starb 13. Dez. d. J., und der K√∂nig konnte mit den Radikalen nicht auskommen. Weder die Zinsen der Staatsschulden noch die Gehalte der Beamten konnten gezahlt werden; gro√üe Steuerr√ľckst√§nde bei den Bauern wurden aus Parteir√ľcksichten nicht eingetrieben, aber bei Feststellung des Wahlzensus als bezahlt angerechnet. Daher rief Alexander I. 1894 seinen Vater aus Paris zum Beistand herbei und hob 21. Mai 1894 die Verfassung vom 22. Dez. 1888 auf, an deren Stelle die vom 29. Juni 1869 wieder in Kraft trat. Im Oktober 1894 wurde der tatkr√§ftige Nikola Christińá zum Ministerpr√§sidenten ernannt. Nach seinem R√ľcktritt (im Juli 1895) √ľbernahm Novakovińá die Leitung des Ministeriums. Der K√∂nig versprach eine Rev ist on der Verfassung und berief zu diesem Zweck im Januar 1897 das gem√§√üigt-radikale Ministerium Simińá; doch wurde die Berufung des Verfassungsausschusses vom K√∂nig wiederholt verschoben. Als sich auch der Exk√∂nig Milan fortw√§hrend in die serbische Politik mischte und sogar auf l√§ngere Zeit nach Belgrad kam, r√§umte Simińá im Oktober das Feld, und der ehemalige Leibarzt Milans, Vladan Georgievińá, bildete ein liberal-fortschrittliches Ministerium (Finanzen: Vuk. Petrovińá). Anfang 1898 √ľbernahm Milan das ihm vom K√∂nig √ľbertragene Oberkommando der serbischen Armee. Trotz aller Sch√∂nf√§rberei war die Regierung nicht imstande, im M√§rz 1899 die in Frankreich bestellten neuen Gewehre zu bezahlen und abzunehmen; Ru√ülands Gesandter Schadowski verlie√ü Belgrad. Am 6. Juli 1899 wurde in Belgrad von einem Bosnier, KneŇĺevińá, ein Attentat auf Milan unternommen, bei dem dieser selbst mit einem leichten Streifschu√ü davonkam und nur sein Adjutant schwer verwundet wurde. Milan lie√ü nach Verk√ľndigung des Belagerungszustandes die H√§upter der Radikalen, √ľber 50 Personen, darunter 3 fr√ľhere Minister (PaŇ°ińá, TauŇ°anovińá und Vesnińá), verhaften. Schlie√ülich wurden 26 Radikale vor ein Standgericht gestellt; der Proze√ü begann 8. Sept. Am 25. Sept. wurden KneŇĺevińá und Taissińá (Tajsińá) zum Tode verurteilt und ersterer sofort erschossen; Taissińá war nach Montenegro gefl√ľchtet (begnadigt im Mai 1901). TauŇ°anovińá erhielt 9 Jahre Gef√§ngnis. PaŇ°ińá, zu f√ľnfj√§hrigem Gef√§ngnis verurteilt, wurde aus R√ľcksicht auf Ru√üland begnadigt; Grujińá und Vujińá weilten im Auslande. Der Belagerungszustand wurde 1. Okt. 1899 aufgehoben.

Trotz ruhmrediger Thronansprachen, Budgetverschleierungen etc. befand sich S. je l√§nger desto mehr auf einer schiefen Ebene und eilte unaufhaltsam einer Katastrophe zu. Das Hauptereignis 1900 war die Verlobung (im Juli) und Verm√§hlung (5. Aug.) des K√∂nigs Alexander schon um deswillen, weil sie den R√ľcktritt des Exk√∂nigs Milan (11. Febr. 1901 im Auslande gestorben und begraben) vom Oberbefehl und den des Ministeriums Georgievińá zur Folge hatte. Die schon 12. Jan. 1901 in der Thronrede angek√ľndigte Geburt eines Thronerben blieb aus. Damit waren neuen R√§nken Tor und T√ľr ge√∂ffnet. Versuche der K√∂nigin Draga (s. d.), ihren j√ľngern Bruder zum pr√§sumtiven Thronerben zu erheben, sind nicht erwiesen; doch ist das Ger√ľcht davon eine Hauptursache des Unterganges des Hauses Obrenovińá. Zun√§chst freilich schien die Ruhe in S. noch nicht wesentlich gest√∂rt zu sein. Am 1. Febr. 1901 wurde die Dienstzeit bei der Infanterie von 2 auf 11/2 Jahr herabgesetzt, 4. April 1902 der Friedensstand des Heeres von 12,000 auf 17,500 Mann erh√∂ht. Am 18. Febr. 1901 gab der Ministerpr√§sident Alexa S. Jovanovińá, die Justiz √ľbernehmend, das Ministerium des √Ąu√üern an den Pariser Gesandten und vormaligen Finanzminister Michael V. Vujińá (s. d.), einen gem√§√üigten Radikalen, ab und wurde 2. April durch diesen auch im Vorsitz ersetzt. Das Kabinett Vujińá, aus vier Radikalen, zwei Fortschrittlern und zwei Neutralen bestehend, hielt sich, nach einer vor√ľbergehenden Krisis im Mai 1902, bis zum Oktober (Finanzminister: Mika Popovińá). Seine erste Leistung war die neue Verfassung vom 19. April 1901, die S. zum erstenmal das Zweikammersystem verlieh (a: Senat, bestehend aus 3 Virilstimmen, 30 vom K√∂nig auf Lebenszeit ernannten und 18 auf 7 Jahre gew√§hlten Mitgliedern; b: Skupschtina: 130 vom Volk in geheimer Wahl nach Listenskrutinium gew√§hlte Abgeordnete). Deutlich vollzog sich der Umschwung von der liberalen √Ąra (Ristińá etc.) zur radikalen Vorherrschaft. Und damit wieder gewann der von Ru√üland geforderte, aber von √Ėsterreich bek√§mpfte gro√üserbische Gedanke an eine mehr oder weniger enge Verbindung mit Montenegro von neuem an Boden; Prinz Mirko heiratete 12. Juli 1902 eine entfernte Verwandte der Obrenovińá. Da√ü angesichts der unsichern Verh√§ltnisse auch die Anspr√ľche der Familie Karageorgievińá auf den serbischen Thron von neuem mit Nachdruck verfochten wurden, blieb nicht l√§nger verborgen (Ausruf des Prinzen Peter zu einem Denkmal f√ľr seinen Gro√üvater Karageorg, im Januar 1902; Flugschrift des J. Balugdjińá gegen die regierende Dynastie, im Februar; Putsch des Rade Alavantińá zu Schabatz, 5. M√§rz; Aufenthalt des Prinzen Peter in St. Petersburg, im Mai).

Der Stein kam ins Rollen, als der K√∂nig, um das l√§stige √úbergewicht der Radikalen zu brechen, mit Hilfe des seit November 1902 amtierenden willf√§hrigen fortschrittlich-liberalen Ministeriums Z. Markovińá 7. April 1903 die Verfassung von 1901 suspendierte, selbstherrlich den Staatsrat zur Disposition stellte, die Mandate der Senatoren f√ľr erloschen erkl√§rte, die Skupschtina aufl√∂ste, das Pre√ü-, Wahl- und Gemeindegesetz durch die entsprechenden Gesetze von 1869 ersetzte. Unmittelbar nach Ausf√ľhrung dieser Verordnungen wurde die nunmehr konservativ gehandhabte Verfassung wieder in Geltung gesetzt. Doch konnte auch dieser Staatsstreich die seit Herbst 1901 immer drohender gewordene Katastrophe nicht aufhalten. Am fr√ľhen Morgen des 11. Juni 1903 wurden K√∂nig Alexander und K√∂nigin Draga, deren beide Br√ľder, der Ministerpr√§sident Markovińá, der Kriegsminister Mil. Pavlovińá nebst einer gro√üen Zahl von Anh√§ngern durch eine Offiziersverschw√∂rung ermordet; das Heer rief den Pr√§tendenten Peter Karageorgievińá zum K√∂nig aus. Am 15. Juni vollzogen beide H√§user der serbischen Volksvertretung die K√∂nigswahl. Die provisorische Regierung lag inzwischen in den H√§nden eines Ministeriums, dessen Vorsitz der Liberale Jov. Avakumovińá √ľbernommen hatte, bis K√∂nig Peter I. 25. Juni die Regierung selbst antrat und 4. Okt. den gem√§√üigt-radikalen General Sawa Grujińá zum Ministerpr√§sidenten ernannte.

Obwohl sich S. insofern einer gewissen Stetigkeit zu erfreuen hatte, als seitdem die Gem√§√üigt-Radikalen (mit Ausnahme der Zeit zwischen 28. Mai 1905 und 7. M√§rz 1906, wo der Extremradikale Lj. Stojanovińá den Vorsitz innehatte) durchaus die Oberhand behaupteten, kam das Land dennoch aus innern und √§u√üern Schwierigkeiten nicht heraus. Es handelte sich um Beseitigung der Verschw√∂rer vom 11. Juni 1903 aus der n√§hern Umgebung des von ihnen terrorisierten neuen K√∂nigs und Herstellung der Einheit der in sich gespaltenen Armee, Wiederanbahnung der durch den K√∂nigsmord abgebrochenen diplomatischen Beziehungen zu den Gro√üm√§chten, Erm√∂glichung einer gr√∂√üern Anleihe zur Bestreitung dringend n√∂tig gewordener Kultur- und milit√§rischer Aufgaben, L√∂sung der damit zusammenh√§ngenden Frage nach der Wahl eines neuen (Rohrr√ľcklauf-) Gesch√ľtzsystems (7. Nov. 1906 Abschlu√ü eines Vertrags mit der franz√∂sischen Firma Schneider in Creuzot) und Vereinbarung eines Handelsvertrags mit √Ėsterreich-Ungarn, das wegen Nichtber√ľcksichtigung seines Gesch√ľtzlieferungsangebots und wegen der serbisch-bulgarischen Zollunion vom 1. Jan. 1906 (im Februar fallen gelassen) mit Repressalien drohte. Nach und nach verfiel die radikale Partei eben, um an der Herrschaft zu bleiben, selbst der Reaktion; Pre√üfreiheit bestand in j√ľngster Zeit nur noch in der Theorie. Der am 21. Sept. 1904 feierlich gekr√∂nte K√∂nig, der sich ganz in den H√§nden der Radikalen befand, b√ľ√üte 1906 an Popularit√§t merklich ein; im Februar 1907 lie√ü er ein Hausstatut ausarbeiten. Doch allem Anschein nach ist es dem (nach seinem vor√ľbergehenden ersten Auftreten vom Dezember 1904 bis Mai 1905 und einem kurzlebigen zweiten Kabinett Grujińá M√§rz und April 1906) seit 28. April 1906 wieder amtierenden Ministerium des Gem√§√üigt-Radikalen Nik. PaŇ°ińá (Finanzen: Pańću, Inneres: St. Protińá [12 Juni 1907 durch N. Petrovińá ersetzt], Krieg: Putnik, Justiz: Vesnińá) gelungen, mit Ausnahme der noch im Juni 1907 ausstehenden Regelung des Verh√§ltnisses zu √Ėsterreich, die schlimmsten Krisen zu √ľberwinden. Ende Mai 1906 wurden die f√ľnf Hauptverschw√∂rer (mit vollem Gehalte) pensioniert. Daraufhin lie√ü endlich auch Gro√übritannien seinen z√§hen Widerstand gegen ein Vertretensein bei der serbischen Regierung fallen (im Juni 1906). Anfang 1907 obstruierte die jungradikale Opposition so hartn√§ckig, da√ü die Skupschtina 10. April vertagt werden mu√üte.

Diese √§u√üern und innern Wirren besch√§ftigten S. in den letzten Jahren so, da√ü es an ein planvolles Eingreifen in die mazedonischen Verh√§ltnisse nur vor√ľbergehend denken konnte. Doch die wachsenden √úbergriffe der Bulgaren machten die darob erbitterte Pforte zu Zugest√§ndnissen an serbische Anspr√ľche geneigt. Nachdem 1896 der erste serbische Bischof in Prizrendi eingesetzt und die Weihe Firmilians zum Metropoliten von √úschk√ľb erst nach langen K√§mpfen 1902 erfolgt war, beeilte sich nach dessen fr√ľhem Tode das √∂kumenische Patriarchat in Konstantinopel, den Altserben Sebastian Debeljkovińá als Firmilians Nachfolger zu weihen (im Februar 1904). Metropolit von Belgrad ist seit 2. Sept. 1905 der bisherige Schabatzer Bischof Demetrius. Am 22. Febr. 1905 wurde die Belgrader Hochschule zur Universit√§t erhoben und 15. Okt. als solche er√∂ffnet. Vgl. die Geschichtskarten zum Artikel ¬ĽT√ľrkisches Reich¬ę.

Geschichtsliteratur. Ranke, S. und die T√ľrkei im 19. Jahrhundert (Leipz. 1879); Cunibert, Essai historique sur les r√©volutions et l'ind√©pendance de la Serbie depuis 1804 (Par. 1850‚Äď55, 2 Bde.); Hilferding, Geschichte (√§ltere) der Serben und Bulgaren (a. d. Russ., Bautzen 1856‚Äď64, 2 Bde.); Mijatovińá, History of modern Servia (Lond. 1872) und A royal tragedy (das. 1906); K√°llay, Geschichte der Serben (a. d. Ungar. von Schwicker, Pest 1878, Bd. 1); Schwicker, Politische Geschichte der Serben in Ungarn (das. 1880); M√∂ller, Der serbisch-bulgarische Krieg 1885 (Hannov. 1888); Rachińá, Le royaume de Serbie, √©tude d'histoire diplomatique (Par. 1901); Petrovińá, Die serbische Jahrhundertfeier und die Blutnacht vom 11. Juni 1903 (Berl. 1904); Georgevińá, Das Ende der Obrenovińá (Leipz. 1905); Barre, La trag√©die serbe (Par. 1906).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905‚Äď1909.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Serbien [2] ‚ÄĒ Serbien (Gesch.). In √§ltester Zeit wurde das jetzige S. von Skordiskern, Dardaniern u. Triballern bewohnt; diese wurden von 29 bis 5 v. Chr. von den R√∂mern unterworfen u. das Land Moesia superior genannt u. zur Provinz Illyrien gerechnet. Bei der ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Serbien [1] ‚ÄĒ Serbien (Servien, t√ľrkisch Sirp od. Serf Vilajeti), 1) F√ľrstenthum, welches die zwischen Seitenzweigen des t√ľrkisch griechischen Gebirgssystems gelegene Berglandschaft der Morawa einnimmt, auf dem rechten Ufer der Donau liegt, im Osten von… ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Serbien ‚ÄĒ Serbien, ein wald , thal und flu√üreiches, im N. von der Donau und Save, gegen Bulgarien vom Timok, gegen Bosnien vom Drin begrenztes, von der silberklaren Morava durchstr√∂mtes Hochplateau, dies und jenseits der Dinarischen Alpen und des… ‚Ķ   Damen Conversations Lexikon

  • Serbien ‚ÄĒ Serbien, Servien, t√ľrk. Vasallenstaat zwischen Bosnien, Albanien, Macedonien, Bulgarien, Walachei, der √∂sterr. slavon., serb. u. banat. Milit√§rgr√§nze, von der letztern durch Donau u. Save getrennt, ist 990 QM. gro√ü mit etwas √ľber 1 Mill. E. Das… ‚Ķ   Herders Conversations-Lexikon

  • Serbien ‚ÄĒ –†–Ķ–Ņ—É–Ī–Ľ–ł–ļ–į –°—Ä–Ī–ł—ė–į Republika Srbija Republik Serbien ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Serbien ‚ÄĒ SeŐ£r|bi|en; s: Staat in S√ľdosteuropa. * * * SeŐ£rbi|en, ¬† serbisch SrŐ£bija, amtlich serbisch Republika SrŐ£bija, Teilrepublik von Jugoslawien, 88 361 km2, (1995) 9,9 Mio. Einwohner, Hauptstadt ist Belgrad; ohne die Provinzen Kosovo und Wojwodina,… ‚Ķ   Universal-Lexikon

  • Serbien ‚ÄĒ z. YU Srbsko ‚Ķ   Wiener Dialektw√∂rterbuch

  • Serbien ‚ÄĒ Ser|bien Ser|bien ‚Ķ   Dansk ordbog

  • Serbien ‚ÄĒ SeŐ£r|bi|en (Staat in S√ľdosteuropa) ‚Ķ   Die deutsche Rechtschreibung

  • Serbien im Zweiten Weltkrieg ‚ÄĒ Serbien unter deutscher Milit√§rverwaltung 1941‚Äď1944 Serbien war im Zweiten Weltkrieg eines der Gebiete, in die Jugoslawien nach seiner Kapitulation 1941 zerschlagen wurde. Es wurde deutscher Milit√§rverwaltung unterstellt und erhielt eine eigene… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.