Becken [1]

Becken (Wanne), in der physikalischen Geographie eine breite, auf allen Seiten von Gebirgen eingefaßte Vertiefung der Erdoberfläche, die, falls sie sich unter das normale Niveau einsenkt, gewöhnlich von einem See oder Meer ausgefüllt ist. Beispiele solcher Einsenkungen (Meeresbecken) sind das B. des Mittelmeers, das des Mexikanischen Golfes und die B. der großen nordamerikanischen Seen, welch letztere zwischen 77 und 180 m ü. M. liegen. Die Landbecken sind meist durch einen tiefen Einschnitt in ihrem Rande mit einem Flußlaufe verbunden, auch können mehrere B. an demselben Fluß hintereinander liegen. So treten im Flußgebiete der Donau fünf große B., durch Talengen, die Gebirgsketten quer durchbrechen, voneinander getrennt, hervor: das oberste in Bayern, bis Passau; dann das Wiener, bis Hainburg; das von Komorn; das ungarische Hauptbecken mit der Theiß und das B. der Walachei, das vom Schwarzen Meer durch die Hochebene der Dobrudscha abgeschlossen wird. Auch der Rhein durchströmt zwei große und deutlich geformte B.: das des Bodensees und ein unteres, von Basel bis Bingen. Ein sehr abgeschlossenes B. ist das böhmische, welches das Quellengebiet der Elbe, Moldau und Eger umfaßt und rings von Gebirgsketten umgeben ist, die nur bei Tetschen von einer engen Talspalte durchbrochen sind. Für die Entwickelung großer Städte ist die Lage inmitten solcher B. besonders günstig (Prag, Budapest, Wien, Frankfurt a. M., Mainz). Abflußlose B. enthalten in ihren tiefsten Teilen stets Salzseen. Geologische B. heißen muldenförmige, früher geographische B., die z. T. oder ganz ausgefüllt sein können und an der Oberfläche gar keine Depression zu zeigen brauchen. Derartige B. können auch durch Senkung des Untergrundes oder durch Seitenschub entstanden sein. Besonders häufig spricht man von Steinkohlenbecken und Tertiärbecken, die man nach den heute auf den betreffenden Schichtensystemen gelegenen Städten benennt, so das Aachener Steinkohlenbecken, das Pariser Tertiärbecken etc.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Becken — nannte man im geologischen Sinne breite, wannenartige Einsenkungen, in denen die Schichten womöglich von den erhöhten Außenwänden nach der tiefsten Stelle einfallen, also eine Art übereinander liegender, tellerartiger Schalen bilden. Man spricht… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Becken [1] — Becken, kommt außer dem Menschen nur bei den 3 obersten Klassen der Wirbelthiere vor und bildet bei denselben denjenigen Theil des Knochengerüstes, welcher die inneren Geschlechtstheile, den unteren Theil des Darmkanales umschließt und den… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Becken — Becken: Mhd. becken, ahd. beckīn ist aus vlat. *baccinum »Becken« (s. ↑ Bassin) entlehnt. Das Wort bezeichnete zunächst ein flaches, offenes ‹Wasch›gefäß, dann das aus Messing geschlagene Handwerkszeug der Barbiere und das aus zwei tellerförmigen …   Das Herkunftswörterbuch

  • Becken [1] — Becken (lat. Pelvis), unterster Theil des Rumpfes, welcher diesem zur Unterlage dient, selbst von den Schenkeln, mit deren Köpfen es in Gelenkverbindung steht, getragen u. wegen entfernter Ähnlichkeit seiner knöchernen Grundlage mit einem… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Becken [2] — Becken, 1) metallenes Gefäß, welches breiter als tief ist; meist zum Aufbewahren von Wasser, welches zur Reinigung dient, z.B. Waschbecken; vgl. Taufbecken; 2) (Türkische B., Cinellen, ital. Piatti), dünne Metallteller, in der Mitte mit… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Becken [2] — Becken (lat. Pelvis), der Knochengürtel (Beckengürtel), der zur Befestigung der Hintergliedmaßen am Rumpfe dient. Bei den Haifischen besteht es aus einem Knorpelstück; bei den Knochenfischen ist es verknöchert, jedoch noch nicht fest mit der… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Becken [3] — Becken (türkische Teller, franz. Cymbales, ital. Piatti, Cinelli), Schlaginstrumente von unveränderlicher, nicht zu bestimmender Tonhöhe, die einen aufregenden, lauten, grell dröhnenden und lange nachhallenden Schall geben. Sollen sie nur kurze… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Becken — Becken, (Pelvis), Teil des Knochenskeletts, liegt in Form eines schüsselförmigen Ringes zu unterst am Rumpf und umschließt eine nach unten sich verjüngende Höhle, die Beckenhöhle, die in zwei Abschnitte, das obere, große, und das untere, kleine B …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Becken [2] — Becken (Mus.), auch Cinellen, türkische Teller (ital. Piatti), musikal. Schlaginstrument, zwei Metallteller, die aneinander geschlagen werden …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Becken [2] — Becken, musikalisches Instrument; bestehend aus 2 Metallscheiben, die an einander geschlagen einen grellen, klirrenden Ton geben; bei der Janitscharenmusik gebraucht …   Herders Conversations-Lexikon

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