Testament [1]

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Testament [1]

Testament (lat., von testari, bezeugen, beurkunden), letzter Wille, bisher jede letztwillige einseitige Verf√ľgung, in der jemand f√ľr den Fall seines Todes sich einen oder mehrere Erben ernennt. Nach dem B√ľrgerlichen Gesetzbuch f√ľr das Deutsche Reich (¬ß 1937) ist T. jede einseitige letztwillige Verf√ľgung, und zwar selbst dann, wenn sie keine Erbeinsetzung enth√§lt.

Allgemeine Vorschriften. Durch T. kann der Erblasser (testator) den Erben bestimmen, er kann einen Verwandten oder den Ehegatten von der gesetzlichen Erbfolge (s. d.) ausschlie√üen, ohne einen andern Erben einzusetzen, er kann einem andern (Verm√§chtnisnehmer), ohne ihn als Erben einzusetzen, einen Verm√∂gensvorteil, einen einzelnen Gegenstand (certa res) zuwenden, er kann aber auch den Erben oder einen Verm√§chtnisnehmer zu einer Leistung verpflichten, ohne einem andern ein Recht auf diese Leistung zuzuwenden, d. h. er kann ihm eine Auflage (s. d.) machen (vgl. ¬ß 1937 ff.). Selbstredend kann der Erblasser durch das T. auch noch andre Anordnungen treffen, z. B. √ľber Bestellung eines Vormunds, eines Testamentsvollstreckers (s. d.), √ľber Pflichtteilsentziehung (s. Pflichtteil) etc. Ein T. kann nur vom Erblasser pers√∂nlich, also nicht durch einen Stellvertreter errichtet werden (¬ß 2064). Ebenso mu√ü der Erblasser in dem T. die Person, die als Erbe eine Zuwendung erhalten soll. sowie den Gegenstand der Zuwendung selbst bestimmen (¬ß 2065). Ist die Bezeichnung des Erben eine ungenaue, so ist nicht etwa das T. ung√ľltig, sondern es haben die in den ¬ß 2066‚Äď2073 des B√ľrgerlichen Gesetzbuches angegebenen Auslegungsregeln in Anwendung zu kommen. Testierf√§higkeit (Testamentsf√§higkeit), d. h. die F√§higkeit, ein T. wirksam zu errichten, haben alle Vollj√§hrigen, d. h. Personen, die das 21. Lebensjahr vollendet haben. Beschr√§nkt testierf√§hig ist der Minderj√§hrige vom vollendeten 16. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr. Er kann wohl selbst√§ndig und ohne seinen gesetzlichen Vertreter ein T. errichten, jedoch nur m√ľndlich vor einem Richter oder Notar (¬ß 2238). Das gleiche gilt f√ľr Blinde und solche, die Geschriebenes nicht lesen k√∂nnen (hochgradig Schwachsichtige, des Lesens Unkundige, Analphabeten); Stumme oder sonst am Sprechen Verhinderte k√∂nnen ein T. nur durch √úbergabe einer Schrift zu H√§nden des Gerichts oder Notars errichten (¬ß 2243). V√∂llig testierunf√§hig sind die Gesch√§ftsunf√§higen (s. Gesch√§ftsf√§higkeit), bis zum vollendeten 16. Lebensjahr die Minderj√§hrigen, die wegen Geistesschw√§che, Verschwendung oder Trunksucht Entm√ľndigten, und zwar schon von Stellung des Entm√ľndigungsantrags an (¬ß 2229), Minderj√§hrige, die stumm oder sonst am Sprechen verhindert sind, und endlich Stumme und Blinde sowie sonst am Sprechen Gehinderte, die nicht schreiben oder lesen k√∂nnen. Eine Testamenterrichtung durch Zeichen ist ung√ľltig. Selbstredend sind Juristische Personen (s. d.) gleichfalls testierunf√§hig. √úber das Gegenst√ľck zur Testierf√§higkeit, die Erbf√§higkeit, s. d.

Testamentser√∂ffnung. Wer ein nicht in amtliche Verwahrung gebrachtes T. in Besitz hat, mu√ü es unverz√ľglich nach dem Tode des Erblassers an das Nachla√ügericht (Amtsgericht, in dessen Bezirk der Erblasser zur Zeit des Erbfalles seinen Wohnsitz oder in Ermangelung eines inl√§ndischen Wohnsitzes seinen Aufenthalt hatte) abliefern. Das Nachla√ügericht hat, sobald es den Tod des Erblassers erf√§hrt, von Amts wegen einen Termin, zu dem die gesetzlichen Erben und die sonstigen Beteiligten tunlichst einzuladen sind, zur Testamentser√∂ffnung, d. h. zur Verlesung und Vorlegung des Testaments, anzuberaumen. Testamenterrichtung im Ausland und von Ausl√§ndern. Da f√ľr die Formen des Testaments das Recht der Staatsangeh√∂rigkeit ma√ügebend ist, k√∂nnen Deutsche im Ausland jederzeit in den Formen des deutschen Rechts testieren. Ebenso k√∂nnen sie aber auch nach den im Auslande geltenden gesetzlichen Bestimmungen testieren, umgekehrt k√∂nnen Ausl√§nder in Deutschland nach den deutschen Gesetzen testieren. Testamentsunwirksamkeit, d. h. ein T. gelangt nicht zur rechtlichen Wirksamkeit, 1) wenn der Errichtungsakt nichtig war, z. B. wegen mangelnder Testierf√§higkeit (s. oben), wegen mangelhafter Form (s. unten), wegen unsittlichen oder gesetzwidrigen Inhalts (¬ß 138 und 134 des B√ľrgerlichen Gesetzbuches), wegen erfolgreicher Anfechtung, wegen Irrtums (s. d.) oder Zwang (s. d.); 2) wenn alle Erben die Erbschaft ausschlagen. Der Widerruf eines Testaments sowie einzelner Verf√ľgungen des Testaments kann durch den Erblasser jederzeit erfolgen, und zwar durch Errichtung eines neuen Testaments dadurch, da√ü er die Testamenturkunde vernichtet (eine zuf√§llige Vernichtung eines Testaments hebt dasselbe nicht auf) oder sonst die Absicht der Aufhebung oder √Ąnderung in geeigneter Weise, z. B. Durchstreichung des ganzen Testaments oder einzelner Teile, zum Ausdruck bringt, endlich durch R√ľcknahme eines √∂ffentlichen, in amtliche Verwahrung genommenen Testaments. Die R√ľcknahme eines Privattestaments ist ohne Einflu√ü auf dessen G√ľltigkeit (¬ß 2253 ff.). Soweit ein sp√§ter errichtetes T. mit einem fr√ľhern nicht in Widerspruch steht, bleibt das fr√ľhere bestehen. Durch den Widerruf eines sp√§tern Testaments wird das fr√ľhere wieder g√ľltig (¬ß 2258).

Testamentsformen. Das B√ľrgerliche Gesetzbuch unterscheidet zwischen ordentlicher und au√üerordentlicher Form der Testamenterrichtung. Die ordentliche Form ist 1) die Errichtung vor einem Richter oder Notar, sogen. √∂ffentliches T., und 2) die Errichtung durch eine von dem Erblasser unter Angabe des Ortes und Tages eigenh√§ndig geschriebene und unterschriebene Erkl√§rung, sogen. Privattestament (¬ß 2221). Das √∂ffentliche T. kann vor jedem deutschen Richter oder Notar errichtet werden. Der Amtsrichter hat den Gerichtsschreiber oder zwei Zeugen, der Notar einen zweiten Notar oder zwei Zeugen zuzuziehen. Gewisse Personen sind als Richter, Notar, Gerichtsschreiber oder Zeugen bei der Errichtung des Testaments ausgeschlossen (vgl. ¬ß 2234 ff.). Die Errichtung erfolgt in der Weise, da√ü der Erblasser m√ľndlich seinen letzten Willen dem Richter oder Notar erkl√§rt, oder pers√∂nlich eine von ihm oder einem Dritten geschriebene Schrift offen oder verschlossen mit der Erkl√§rung √ľbergibt, da√ü sie seinen letzten Willen enth√§lt. In welcher Sprache die Schrift geschrieben, mit welchen Schriftzeichen, ob mit der Hand, Schreibmaschine oder sonst auf einem mechanischen Weg, ob mit Ort und Datum sowie Unterschrift versehen, ob pers√∂nlich oder durch einen Dritten geschrieben, das alles ist f√ľr die G√ľltigkeit belanglos. Erkl√§rt der Erblasser, der deutschen Sprache nicht m√§chtig zu sein, so ist au√üerdem eventuell noch ein vereidigter Dolmetsch zuzuziehen, das Protokoll durch den Dolmetsch zu √ľbersetzen und dem Erblasser in √úbersetzung vorzulesen (¬ß 2244). √úber das in amtliche Verwahrung genommene T. ist dem Erblasser ein Hinterlegungsschein auszuh√§ndigen (¬ß 2241). In Preu√üen, Sachsen und W√ľrttemberg kann ein √∂ffentliches T. sowohl vor dem Amtsrichter als dem Notar, in Bayern und Baden nur vor dem Notar errichtet werden. Das Privattestament (holographisches T.) ist an peinliche Beobachtung der vorgeschriebenen Form gebunden. Es mu√ü in allen Teilen selbst geschrieben sein, mit einer dem Ort und dem Tage seiner Niederschrift entsprechenden Orts- und Zeitangabe versehen und eigenh√§ndig mit dem Vor- und Familiennamen unterschrieben sein. Ein derartiges T. kann der Erblasser dem Gericht oder Notar in amtliche Verwahrung geben, in welchem Fall er einen Hinterlegungsschein erh√§lt, ebensogut aber kann er es selbst verwahren oder einem Dritten in Verwahrung geben. Da die Verwahrungsgeb√ľhren verschwindend niedrige sind und da jedes Amtsgericht, bez. jeder Notar verpflichtet ist, ein ihm √ľbergebenes T. in Verwahrung zu nehmen, ohne etwa von dem Inhalte Kenntnis zu nehmen, also die Verwahrung jederzeit und an jedem Orte, mithin ohne da√ü hiervon ein Dritter Kenntnis erh√§lt, m√∂glich ist, empfiehlt es sich im Interesse der sichern Durchf√ľhrung des letzten Willens, auch Privattestamente in amtliche Verwahrung zu geben. Das Nachla√ügericht hat, sobald es von dem Tode des Erblassers Kenntnis erlangt hat, bez. 54 Jahre (Preu√üen, Bayern, W√ľrttemberg, Hessen, Elsa√ü-Lothringen), 50 Jahre (Sachsen), nachdem ihm ein T. in amtliche Verwahrung gegeben worden ist, Termin zur Testamentser√∂ffnung (s. oben) von Amts wegen zu bestimmen.

Au√üerordentliche Testamentsformen (sogenannte Nottestamente), d. h. Errichtung eines Testaments unter besonders erleichterten Formen, kennt das B√ľrgerliche Recht in vier F√§llen. 1) Das Dorftestament (¬ß 2249). Ist zu besorgen, da√ü der Erblasser stirbt, ehe die Errichtung des Testaments vor einem Richter oder Notar m√∂glich ist, so kann das T. vor dem Gemeinde-, bez. Gutsvorsteher des Aufenthaltsortes unter Zuziehung von zwei Zeugen in den Formen des √∂ffentlichen Testaments errichtet werden, also entweder m√ľndlich oder durch √úbergabe einer Schrift. In dem Protokoll ist ausdr√ľcklich zu bemerken, da√ü die Errichtung vor einem Richter oder Notar voraussichtlich nicht mehr m√∂glich sein wird, ob diese Besorgnis sich sp√§ter als unbegr√ľndet erwiesen, ist f√ľr die G√ľltigkeit des Testaments belanglos. 2) T. bei Verkehrssperre (¬ß 2250). H√§lt sich der Erblasser an einem Ort auf, der infolge einer Krankheit oder sonstiger au√üerordentlicher Umst√§nde, z. B. Krieg, √úberschwemmung, Erdbeben etc., dergestalt abgesperrt ist, da√ü die Testamenterrichtung vor Richter oder Notar unm√∂glich oder erheblich erschwert ist, so kann er seinen letzten Willen entweder in der Form des vorerw√§hnten Dorftestaments oder durch m√ľndliche Erkl√§rung vor drei Zeugen unter Aufnahme eines Protokolls errichten. Juden deutschen Schutzgebieten und den Konsulargerichtsbezirken kann im Falle des sogen. Dorftestaments ein T. gleichfalls m√ľndlich vor drei Zeugen errichtet werden (vgl. ¬ß 38 des Reichsgesetzes vom 7. April 1900 und ¬ß 3 des Reichsgesetzes vom 10. Sept. 1900). Allerdings hat dieses vor drei Zeugen errichtete T. nur die Beweiskraft einer Privaturkunde (¬ß 416, 440 der Zivilproze√üordnung), w√§hrend das Dorftestament die einer √∂ffentlichen Urkunde hat. 3) Das See- oder Marinetestament, gleichfalls durch m√ľndliche Erkl√§rung vor drei Zeugen unter Aufnahme eines Protokolls, kann derjenige errichten, der sich w√§hrend einer Seereise au√üerhalb eines inl√§ndischen Hafens und an Bord eines deutschen, nicht zur kaiserlichen Marine geh√∂rigen Schiffes befindet. Hierbei gelten die H√§fen der deutschen Schutzgebiete nicht als inl√§ndische H√§fen (Seemannsordnung, ¬ß 6, Abs. 2). Personen auf Schiffen und Fahrzeugen der kaiserlichen Marine k√∂nnen ihr T. in Form des nachgenannten Soldatentestaments errichten, solange das Schiff sich au√üerhalb eines inl√§ndischen Hafens befindet oder sie als Kriegsgefangene oder Geiseln in der Gewalt des Feindes sind (Artikel 44, Einf√ľhrungsgesetz zum B√ľrgerlichen Gesetzbuch). Ein Jahr, nachdem das Schiff in einen inl√§ndischen Hafen zur√ľckgekehrt oder die Kriegsgefangenschaft, bez. Eigenschaft als Geisel aufgeh√∂rt hat, verliert dieses T. seine G√ľltigkeit. 4) Das Soldaten- oder Milit√§rtestament (¬ß 44 des Reichsmilit√§rgesetzes vom 2. Mai 1874). Milit√§rpersonen k√∂nnen in Kriegszeiten, sobald sie ihre Standquartiere oder ihre bisherige Wohnung im Dienste verlassen oder in denselben angegriffen oder belagert werden, oder w√§hrend eines Belagerungszustandes eine letztwillige Verf√ľgung in folgenden Formen errichten: a) durch eigenh√§ndiges Nieder- und Unterschreiben des Testaments, b) durch eigenh√§ndiges Unterschreiben und Beglaubigung der Unterschrift durch zwei Zeugen oder einen Kriegsgerichtsrat oder Offizier; c) durch Aufnahme einer schriftlichen Verhandlung √ľber ihre m√ľndliche Erkl√§rung durch einen Kriegsgerichtsrat oder Offizier unter Zuziehung noch eines Kriegsgerichtsrats oder Offiziers oder zweier Zeugen. Dieses Protokoll mu√ü dem Testator vorgelesen und von den genannten Personen unterzeichnet werden. Bei verwundeten oder kranken Milit√§rpersonen k√∂nnen die Kriegsgerichtsr√§te und Offiziere durch Milit√§r√§rzte, h√∂here Lazarettbeamte oder Milit√§rgeistliche vertreten werden. Das Dorftestament, das T. bei Verkehrssperre und das Seetestament verlieren ihre G√ľltigkeit, wenn seit Errichtung drei Monate verstrichen sind oder der Erblasser noch lebt. Solange der Erblasser jedoch au√üerstande ist, in √∂ffentlicher Form zu testieren, beginnt diese Frist nicht zu laufen. Bei Todeserkl√§rung (s. d.) des Erblassers nach Ablauf der Frist beh√§lt das T. seine Kraft, wenn die Frist zu der Zeit, zu welcher der Erblasser den vorhandenen Nachrichten zufolge noch gelebt hat, noch nicht verstrichen war (¬ß 2252). Tritt der Errichter eines Seetestaments vor Ablauf der Frist eine neue Seereise an, so beginnt nach Beendigung dieser Seereise eine neue Frist von drei Monaten zu laufen. Das Soldatentestament verliert seine G√ľltigkeit ein Jahr nach dem Tag, an dem der Truppenteil, zu dem der Testator geh√∂rt, demobil gemacht ist, oder der Testator aufgeh√∂rt hat, zu dem mobilen Truppenteil zu geh√∂ren oder als Kriegsgefangener oder Geisel aus Feindesgewalt entlassen wurde.

Ein gemeinschaftliches T., d. h. ein T., das in einer Urkunde die letztwillige Erkl√§rung mehrerer Personen enth√§lt. Ein solches k√∂nnen nur Ehegatten, daher auch Ehegattentestament genannt, errichten und zwar in jeder f√ľr das Einzeltestament zugelassenen Form. Haben sich Eheleute gegenseitig zu Erben eingesetzt und bestimmt, da√ü nach dem Tode des √úberlebenden der beiderseitige Nachla√ü einem Dritten zufallen soll, so gilt im Zweifel dieser Dritte f√ľr den gesamten Nachla√ü als Erbe des zuletzt versterbenden Ehegatten eingesetzt. Einseitiger Widerruf ist jederzeit zul√§ssig, ein in amtliche Verwahrung gegebenes gemeinschaftliches T. kann jedoch nur von beiden Ehegatten zur√ľckgenommen werden. Eine besondere Art dieses gemeinschaftlichen Testaments ist das sogen. korrespektive T. oder korrespektive Verf√ľgungen. Hierunter versteht man gemeinsame Verf√ľgungen, von denen anzunehmen ist, da√ü sie mit R√ľcksicht auf die Verf√ľgungen des andern Ehegatten getroffen sind und ohne diese nicht getroffen worden w√§ren. Solche sind im Zweifel anzunehmen, wenn die Ehegatten sich gegenseitig bedenken oder wenn dem einen Ehegatten von dem andern eine Zuwendung gemacht und f√ľr den Fall des √úberlebens des Bedachten eine Verf√ľgung zugunsten einer Person getroffen wird, die mit dem andern Ehegatten verwandt ist oder ihm sonst nahesteht. Bei derartiger im Verh√§ltnisse gegenseitiger Abh√§ngigkeit stehenden Verf√ľgung hat die Richtigkeit oder der Widerruf der einen die Unwirksamkeit auch der andern zur Folge. Der einseitige Widerruf ist au√üerdem noch an erschwerende Vorschriften gebunden. Er kann bei Lebzeiten beider Ehegatten nur erfolgen durch gerichtlich oder notariell beurkundete Erkl√§rung des widerrufenden Ehegatten gegen√ľber dem andern, nicht aber durch eine neue letztwillige Verf√ľgung. Nach dem Tode des andern Ehegatten kann der √úberlebende seine Verf√ľgung, falls ihm das Widerrufsrecht nicht ausdr√ľcklich vorbehalten ist, in der Regel nur aufheben, wenn er das ihm Zugewendete ausschl√§gt. Beide Ehegatten k√∂nnen nat√ľrlich ein gemeinschaftliches T. widerrufen, vernichten, aus der gerichtlichen Verwahrung zur√ľcknehmen, immer aber mu√ü die betreffende Handlung von beiden gemeinsam geschehen. Unwirksam ist ein gemeinschaftliches T., wenn die Ehe der Erblasser nichtig ist, wenn die Ehe durch Scheidung oder Todeserkl√§rung (s. d.) aufgel√∂st ist sowie wenn einer der Ehegatten zur Zeit seines Todes wegen Verschulden des andern Teiles berechtigte Scheidungsklage oder Klage auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft erhoben hatte. Ist jedoch anzunehmen, da√ü die getroffenen Verf√ľgungen auch f√ľr den Fall der Eheaufl√∂sung getroffen worden sein w√ľrden, so bleiben sie wirksam (vgl. ¬ß 2265‚Äď2273).

Nach √∂sterreichischem Rechte hei√üt T. nur eine letztwillige Anordnung, in der eine Erbeinsetzung enthalten ist; sonst hei√üt sie Kodizill (¬ß 553 des allgemeinen B√ľrgerlichen Gesetzbuches). Gerichtlich erkl√§rte Verschwender k√∂nnen nur √ľber die H√§lfte ihres Verm√∂gens testieren (¬ß 568), Unm√ľndige gar nicht, Minderj√§hrige unter 18 Jahren nur vor Gericht, √ľber 18 Jahren vollkommen frei (¬ß 569). Au√üergerichtlich kann schriftlich und m√ľndlich testiert werden: schriftlich so, da√ü der Testierende das ganze T. eigenh√§ndig schreibt und unterschreibt oder das von einem andern geschriebene vor drei Zeugen ¬Ľdes letzten Willens¬ę, von denen zwei gleichzeitig anwesend sein m√ľssen, unterschreibt (¬ß 578, 579). M√ľndliches T. erfordert die gleichzeitige Anwesenheit dreier Zeugen (¬ß 585). Beg√ľnstigte Testamente sind zul√§ssig auf Schiffen, an Orten, wo ansteckende Seuchen herrschen, und im Kriege. Wechselseitige Testamente sind nur bei Ehegatten erlaubt; aus dem Widerrufe des einen Teiles des Testaments darf nicht auf den des andern geschlossen werden (¬ß 1248).

Vgl. au√üer den Kommentaren und Lehrb√ľchern zum Erbrecht des B√ľrgerlichen Gesetzbuches (s. Erbrecht): Eichhorn, Das T. Hand- und Musterbuch f√ľr letztwillige Verf√ľgungen nach dem B√ľrgerlichen Gesetzbuch (4. Aufl., Berl. 1900); Hallbauer, Das deutsche Testamentenrecht (3. Aufl., Leipz. 1905); Peiser, Handbuch des Testamentsrechts (2. Aufl., Berl. 1907); Meischeider, Die letztwilligen Verf√ľgungen nach dem B√ľrgerlichen Gesetzbuch (Leipz. 1899); Steidle, Das Soldatentestament (W√ľrzb. 1893); Kurtz, Aufnahme von Nottestamenten (Berl. 1904). Gemeinverst√§ndlich geschrieben mit Musterbeispielen sind: Marcus, Das deutsche T., insbes. Privattestament und Nottestament (3. Aufl., Berl. 1908) und Albanus, Das Nottestament, das Privattestament, das Milit√§r- und Marinetestament (8. Aufl., Delitzsch 1904).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905‚Äď1909.

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