Bornholm

Bornholm, eine zum dän. Stift Seeland gehörige Insel in der Ostsee (s. Karte »Dänemark«), 39 km von der schwedischen Küste entfernt, das Amt B. umfassend, 582 qkm (10,6 QM.) mit (1901) 40,889 Einw. Der nördliche, mittlere und nordöstliche Teil der Insel besteht aus Granit und Gneis, von Ton überlagert, und bildet eine ca. 80 m hohe Ebene. Die Küstengegenden sind fruchtbar, das Innere ein Heideplateau (hohe Heide) mit den höchsten Punkten: Ruthskirkebakke (130 m) und Rytterknegten (162 m). Sonst besteht der Boden namentlich aus Sandstein, Schiefer und Kalkstein. An der Westküste befinden sich Steinkohlengruben. Auf einem Felsen stehen die Ruinen des Schlosses Hammershus (s.d.). Die Bevölkerung treibt außer Ackerbau und Viehzucht auch Bergbau, Fischfang, Zement- und Terrakottafabrikation und hauptsächlich Schiffahrt. Von mineralischen Produkten werden Granit und Kaolin gewonnen. B. besaß 1902 eine Handelsflotte von 188 Schiffen mit 7478 Ton. Hauptort ist Rönne (s.d.). Bei Hammeren, an der Nordspitze der Insel, ist 1891 ein Hafen angelegt. Im NO. von B. liegt die Inselgruppe Christiansö (s.d.). B. besitzt wegen des Aufstandes gegen die Schweden 1658 verschiedene Privilegien hinsichtlich des Militärdienstes und der Besteuerung. – B., altnordisch Borgundarhólmr, lange ein gefürchtetes Wikingernest, im 11. Jahrh. zum Christentum bekehrt und seit dem 12. Jahrh. Lehen der Erzbischöfe von Lund, ward, seit 1522 dänisch, 1526 auf 50 Jahre an Lübeck verpfändet. Später von neuem dänisch, 1645 vorübergehend in schwedischem Besitz, ward B. Anfang 1658 an Schweden abgetreten, diesem aber schon nach wenigen Monaten durch einen Inselaufstand wieder entrissen und kam 1660 endgültig an Dänemark. Im 16. Jahrh. fanden bei B. mehrere Seeschlachten zwischen Schweden und Dänemark statt. Vgl. Hauberg, B. i Billeder og Text (Kopenh. 1879); Kloos, Die Ostsee und die Insel B. (Hamb. 1890); Bombe, Wanderbuch für die Insel B. (Greifswald 1896); Deecke, Geologischer Führer durch B. (Berl. 1899); Hübertz, Aktstykker til Bornholms Historie 1327–1621 (1852); Vedel, Bornholms Oldtidsminder og Oldsager (Kopenh. 1886); J. A. Jörgensen, Bornholms Historie (Bd. 1, die Zeit bis 1660 umfassend, Rönne 1900ff.).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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