Brindĭsi [2]

Brindĭsi (im Altertum Brundusium oder Brundisium), Kreishauptstadt in der ital. Provinz Lecce, am Adriatischen Meer, an den Eisenbahnen Bologna-Otranto und B.-Tarent gelegen (s. Plan), Sitz eines Erzbischofs, hat ein von Friedrich II. erbautes Kastell. jetzt Zuchthaus, und andre veraltete Befestigungswerke, eine 1150 von König Roger erbaute, 1743 umgebaute Kathedrale, eine alte Rundkirche San Giovanni, ein Gymnasium, eine Brikett- und eine Ölfabrik, Faßbindereien und (1901) ca. 22,000 (als Gemeinde 25,317) Einw. Es ist Sitz eines deutschen Vizekonsuls. Der Hafen von B., der beste natürliche Hafen an der Ostküste Italiens von Venedig bis Tarent, besteht aus der äußern Reede, dem Vorhafen und dem mit demselben durch einen nur 50 m breiten, 525 m langen Kanal verbundenen innern Hafen, der, in zwei Arme geteilt, die Stadt in Form zweier Halbkreise einschließt. Die Tiefe beträgt hier 7–11 m, so daß die größten Schiffe an den Kaimauern von B. anlegen können, wenn auch das Ein- und Auslaufen umständlich ist. Der Hafen wurde in neuester Zeit sehr verbessert. Seit der Eröffnung des Suezkanals hat sich der Schiffsverkehr von B. erheblich gesteigert. 1900 liefen hier 1276 Schiffe von 1,132,329 Ton. ein und 1275 Schiffe von 1,132,337 T. aus. Der Hafen steht durch Postdampfer mit Triest und Fiume, mit den italienischen Häfen, mit Griechenland, Konstantinopel, Smyrna und Alexandria, mit Ostasien und Australien in Verbindung.

Lageplan von Brindisi.
Lageplan von Brindisi.

Der eigentliche Handelsverkehr dagegen ist gering. 1900 betrug die Wareneinfuhr zur See 172,806 Ton. (hauptsächlich Steinkohle und Petroleum), die Ausfuhr 45,947 T. (darunter Wein, Südfrüchte, Öl, Korallenarbeiten). – B., im Altertum Brundusium, eine griechische Kolonie, kam 268 v. Chr. unter die Herrschaft Roms, ward 244 v. Chr. römische Kolonie und war der wichtigste Hafenplatz für den Verkehr Italiens mit Griechenland und dem Orient. 49 v. Chr. bestand Brundusium, von Pompejus besetzt, eine Belagerung durch Cäsar. Im 9. Jahrh. n. Chr. ward B. ein Waffenplatz der Sarazenen, denen es Kaiser Ludwig II. 871 entriß. Abgesehen von einer kurzen Blüte zur Zeit der Kreuzzüge, insbes. unter Friedrich II., sank der Glanz der Hafenstadt im Mittelalter immer mehr, seitdem der Handel nach der Levante von Venedig unmittelbar betrieben wurde. Nacheinander wurde die Stadt von Ludwig von Ungarn (1348), Ludwig von Anjou (1383) und vollends 1456 durch ein Erdbeben zerstört. Erst in neuester Zeit nahm sie wieder einigen Aufschwung. Vgl. Ascoli, La storia di B. (Rimini 1886).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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