Brutpflege

Brutpflege (Neomelie), die Sorge um die Nachkommenschaft (Brut), wird zumeist vom Weibchen ausgeübt, indem es die Eier, wie die Wolfsspinne, in einem gesponnenen Sack, oder, wie Quallen, Seeigel, Seesterne, Ringelwürmer, manche Krebse, Fische, Kröten, Frösche, in einem besondern Behälter (Bruttasche, Brutsack), oder, wie manche Mollusken, in den Kiemen mit sich trägt und auch die ausgeschlüpften Jungen noch eine Zeitlang darin beherbergt (viele Krebse, Beuteltiere) oder letztere nur mit Futter versorgt (z. B. Bienen, Ameisen etc.) und in Gefahr beschützt, sonst aber sich frei bewegen läßt (Vögel, manche Säugetiere). Selten gibt sich ausschließlich das Männchen der B. hin. So wickelt sich die männliche Geburtshelferkröte die Eierschnüre um die Beine, so nimmt das Männchen bei dem Seepferdchen (Hippocampus) und den ihm verwandten Gattungen (Syngnathus etc.) die vom Weibchen abgelegten Eier in einen Hautsack an der Brust auf und entläßt die Jungen erst in weit ausgebildetem Zustand; so tragen einige andre männliche Fische die Eier im Maul umher; so ist bei dem Frosch Rhinoderma Darwinii der mächtig anschwellende Kehlsack des Männchens der Aufenthaltsort für die jungen Kaulquappen; so trägt ein männlicher Frosch (Arthroleptis seychellensis) auf den Seschellen die geschwänzten Larven auf dem Rücken, so befestigen ganz allgemein bei den Pantopoden die Männchen die Eier an ihre Beine etc. Bei der vollkommensten Form der B. werden innere Teile des Körpers zu einem besondern Brutraum umgestaltet oder bestimmte Partien des Geschlechtsapparats derartig ausgebildet, daß hier ein Blutaustausch zwischen Mutter und Kind und infolgedessen eine ausgezeichnete Ernährung der Embryonen stattfindet, wie bei manchen Wirbellosen (Peripatus, Salpen), besonders aber bei den Säugetieren.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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