Chromoxyd

Chromoxyd Cr2O3 findet sich in der Natur mit Eisenoxydul verbunden als Chromeisenstein; künstlich erhält man es je nach der Bereitung bald in grünschwarzen, metallglänzenden Kristallen vom spez. Gew. 5,61, die Glas schneiden, bald in metallisch grün schimmernden Blättchen, oder als grünes Pulver, das im Gebläsefeuer schmilzt und kristallinisch schwarz erstarrt. Man stellt es daraus chromsaurem Quecksilberoxydul (sehr zart und dunkelgrün, besonders schön, wenn die Luft beim Glühen gut abgehalten wurde), aus rotem chromsaurem Kali durch Glühen mit gleich viel Schwefel (um so heller, je mehr Schwefel angewendet wurde), oder mit Salmiak (dunkelgrün). Besonders schönes C. erhält man durch Erhitzen von zweifachchromsaurem Ammoniak und durch Erhitzen von Chromchlorid an der Luft. Kristallisiertes C. erhält man beim Glühen von rotem chromsaurem Kali mit Kochsalz (metallisch schimmernde Chrombronze) oder im Wasserstoffstrom. Geglühtes C. ist in Säuren fast unlöslich, gibt beim Glühen mit Salpeter oder mit Alkalien an der Luft chromsaures Alkali, wird in sehr hoher Temperatur durch Kohle, aber nicht durch Wasserstoff reduziert und färbt Glasflüsse schön grün. Man benutzt es als höchst beständige grüne Farbe (Chromgrün), auch als unzerstörbare, photographisch nicht reproduzierbare Druckfarbe für Banknoten und als Schleifmaterial für Rasiermesser etc. Vgl. Casaligrün. Das in Teerfarbenfabriken in großen Mengen abfallende C. wird durch Erhitzen mit Kalk unter Luftzutritt oder elektrolytisch auf Chromate verarbeitet. Ein magnetisches C. Cr5O9 entsteht aus Chromylchloriddamps bei 300° in grünen prismatischen Kristallen.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Chromoxyd — Cr2O3, Mol. Gew. 153, spez. Gew. (krist.) 5,21. Das Chromoxyd kann nach zahlreichen Darstellungsmethoden von sehr verschiedenen Eigenschaften erhalten werden; es bildet demnach hellgrüne amorphe bis dunkelgrüne, gut kristallisierte Massen.… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Chromoxyd — Chromoxȳd, s. Chrom …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Chromsaures Chromoxyd — (Chromichromat) entsteht durch Lösen von 1 Molekül Chromhydroxyd in wässeriger Lösung von 3 Molekülen Chromsäure. Beim Verdampfen erhält man lange Nadeln von Cr2 (Cr O4)3+9H2O. Viel zersetzlicher ist ein basisches Salz Cr2 (Cr O4)2 (OH)2. Man… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Chrom [1] — Chrom (lat. Chromium, Min. u. Chem.), von Vauquelin 1797 u. fast gleichzeitig von Klaproth im rothen sibirischen Rothbleierz entdecktes Metall u. von Ersterem, wegen seiner vorwaltenden färbenden Eigenschaft, so benannt. Später in mehreren… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Schwefelsaure Salze — (Sulfate), Verbindungen der Schwefelsäure mit Basen. In den neutralen Sn S n verhält sich der Sauerstoff der Basis zu dem Sauerstoff der Säure wie 1 : 3, sie sind meist löslich in Wasser, vollkommen unlöslich ist der schwefelsaure Baryt, fast… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Chromfarben — Chromfarben, als Chromoxyd (Chromgrün), Chromoxydhydrat (Guignets Grün), chromsaures Bleioxyd (Chromgelb), chromsaures Zinkoxyd (Zinkchromgelb), Kadmiumchromat (Kadmiumchromgelb), chromsaurer Kalk (Kalkchromgelb), zinksaures Chromoxyd (Zinkgrün) …   Lexikon der gesamten Technik

  • Kobaltgrün — (Rinnmanns Grün, Sächsisches Grün, Zinkgrün), im Handel nicht vorkommende, sehr beständige, aber nicht sehr feurige, nicht besonders deckende Farbe, durch Auflösen von 1 Teil Kobaltoxyd in Salzsäure, Hinzufügen von 15 Teilen Alaun, Vermischen der …   Lexikon der gesamten Technik

  • Chrom — (Chromium) Cr, Metall, ausgezeichnet durch die Mannigfaltigkeit und Schönheit der Farben seiner Verbindungen (daher der Name), findet sich als Chromeisenstein FeCrO4, seltener als Chromocker, Rotbleierz (chromsaures Blei) und Vauquelinit… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Chromsaures Kali — (saures oder rotes chromsaures Kali, dichromsaures Kali, Kaliumdichromat, rotes Chromsalz) K2Cr2O7 wird aus Chromeisenstein ähnlich wie das chromsaure Natron, meist aber aus letzterm und Chlorkalium dargestellt. Die Trennung der entstandenen… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Chromverbindungen — in der Färberei und Druckerei. Das Chrom findet in der Form von Chromoxydsalzen und von chromsauren Salzen besonders in der Färberei ausgedehnte Anwendung. Die ersteren sind lediglich die Träger des als Beize für die Bildung der Farbstofflacke… …   Lexikon der gesamten Technik

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.