Eisen

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Eisen

Das R√∂sten. Je nach der Beschaffenheit des Erzes und je nach dem haupts√§chlichen Zweck des R√∂stens gestaltet sich letzteres verschieden. Kohleneisensteine schichtet man in Haufen von 1‚Äď4 m H√∂he, 6‚Äď11 m Breite und 40‚Äď60 m L√§nge und z√ľndet den Haufen am Fu√ü durch Kohlen an, worauf er von selbst weiterbrennt und die erforderliche R√∂sttemperatur entwickelt. Da die Haufen der Luft von allen Seiten Zutritt gestatten, pflegt die R√∂stung sehr gr√ľndlich zu sein; die Erze verlieren dabei 25‚Äď45 Proz. ihres Gewichtes. F√ľr kohlefreie Erze, denen das n√∂tige Brennmaterial k√ľnstlich beigemischt werden mu√ü, ist das R√∂sten in Haufen nicht empfehlenswert, weil dabei die W√§rme sehr schlecht ausgenutzt und ein sehr ungleichm√§√üig ger√∂stetes Produkt erzielt wird. Man umgibt daher die R√∂sthaufen mit niedrigen Mauern, die zur bessern Regulierung des Luftzutritts Zugl√∂cher enthalten, und benutzt diese R√∂ststadel besonders bei mulmigen, schwefelhaltigen Erzen.

Am h√§ufigsten verwendet man R√∂stschacht√∂fen von verschiedener Konstruktion. Wo es haupts√§chlich auf starkes Durchgl√ľhen der Erze behufs ihrer Auflockerung oder Verfl√ľchtigung von Wasser, Kohlens√§ure etc. und weniger auf eine oxydierende Wirkung der Luft ankommt, bringt man die Erze in abwechselnden Lagen mit billigem Brennmaterial in den Ofenschacht, z√ľndet letzteres an und gibt immer frische Materialien oben auf, sobald unten eine Partie abger√∂steten Erzes ausgezogen wird. In der unmittelbaren Ber√ľhrung mit dem Erz wird das Brennmaterial gut ausgenutzt; aber dessen Asche kann das Erz verunreinigen, und an den Ber√ľhrungsstellen geht letzteres leicht in Eisenoxydul √ľber. Die Modifikationen bei diesen √Ėfen bestellen haupts√§chlich in der abweichenden Innengestalt (bauchig, zylindrisch, abgestumpft pyramidal oder konisch, oval etc.), in dem Fehlen oder Vorhandensein eines Rostes (Plan-, Treppen-, Sattel-, Kegelrost), in dem Anbringen von seitlichen oder innern Z√ľgen behufs vermehrter Luftzuf√ľhrung etc. Als Typus hierher geh√∂riger √Ėfen mag ein Siegener Ofen (R√∂stkessel, Fig. 1) gelten, der gro√üe Leistungsf√§higkeit bei leichter Bedienung hat. Er besteht ans einem in einer gewissen H√∂he √ľber der H√ľttensohle schwebenden kegelf√∂rmigen Ofen von 17 cbm Inhalt und ohne Boden, dessen obere √Ėffnung von einer mit Bahngleise versehenen B√ľhne zug√§nglich ist. Das feuerfeste Ofenfutter, nur einen Stein stark, ist in einem konischen Blechmantel, oben und unten durch Gu√üeisenringe und_-Kr√§nze verst√§rkt und versteift, eingebaut. Der Blechmantel h√§ngt an drei regelm√§√üig verteilten Gu√üeisenst√ľtzen. Die Erze fallen frei aus dem Ofen und bilden unter demselben einen Schuttkegel, der an der Seite gezogen wird. Diese offene Konstruktion und die geringe H√∂he des Schachtes machen den Ofen haupts√§chlich nur zur Verjagung der Kohlens√§ure aus reinem Erzen und zur leichten Oxydation geeignet. Man r√∂stet in einem solchen Ofen t√§glich 51 Ton. Sph√§rosiderit ohne Brennstoffaufwand oder 24 T. Eisenkalk._‚Äď Eine sehr leistungsf√§hige Konstruktion von R√∂stofen f√ľr Toneisensteine hat sich im Klevelandbezirk herausgebildet. Die √Ėfen erreichen eine H√∂he von 14 m und liefern t√§glich 150‚Äď200 T. Eisenstein, also den Bedarf eines Hochofens. Fig. 2 zeigt einen derartigen von Borrie konstruierten Ofen.

1. Sigener Röstschachtfen (Durchschnitt).
1. Sigener Röstschachtfen (Durchschnitt).

Die Erze werden mittels zweier Gleise aufgegeben, die auf einer starken, √ľber die ganze Ofen reihe wegf√ľhrenden Br√ľckenkonstruktion angeordnet sind. Beim Aufklappen der Wagenb√∂den fallen die Erze auf die Verschl√ľsse der Ofengicht, deren zwei Paar Klappen sich an beide Seiten zweier r√ľckenartiger D√§cher anschlie√üen, die in der Mitte der Gleise die Ofengicht √ľberbr√ľcken. Durch das Gewicht der eingest√ľrzten Rohmaterialien werden die Klappen aufgedr√ľckt, die Erze st√ľrzen in den Ofen, und die Klappen schlie√üen sich hinter ihnen durch die Wirkung von Gegengewichten au hebelartigen Forts√§tzen der Platten.

2. R√∂stofen f√ľr Toneisensteie (Durchschnitt).
2. R√∂stofen f√ľr Toneisensteie (Durchschnitt).

Dieser automatische Verschlu√ü gestattet, die der Nachbarschaft, l√§stigen R√∂stgase in zwei parallele Leitungen, auf denen bei jedem Ofen kleine Kamine stehen, abzuf√ľren. Die kleinen Kamine werden beim Reinigen der Hauptleitung in T√§tigkeit versetzt. Das Erz tritt an dem pyramidal gestalteten Boden des Ofens durch drei gro√üe mit Fallt√ľren und au√üerdem mit von unten nach oben schlie√üenden Schiebern versehene √Ėffnungen in eiserne Sch√ľttl√∂cher, aus denen es in die Gichtwagen gelangt, die dasselbe zu den Gichtt√ľrmen f√ľhren.

4. Westmans Gasröstofen (Grundriß).
4. Westmans Gasröstofen (Grundriß).

Bedarf es bei der R√∂stung zur Zerlegung von Schwefelmetallen einer kr√§ftigen Oxydation, so bringt man besser innerhalb als au√üerhalb des Ofenschachtes eine Flammenfeuerung an (Flammschachtsr√∂st√∂fen) und laut das Erz bei beliebig zu regelndem Luftzutritt nur durch die Feuergase erhitzen, wobei freilich die Hitze weniger vollst√§ndig ausgenutzt wird als bei der Schichtung des Brennmaterials mit dem Erz. Am vorteilhaftesten hinsichtlich der Kosten und der Qualit√§t des ger√∂steten Erzes hat sich die Anwendung der aus Eisenhoch√∂fen abgeleiteten, brennbares Kohlenoxydgas enthaltenden Gichtgase (Gasr√∂st√∂fen) erwiesen. Derartige √Ėfen, zuerst in gro√üen Dimensionen in Schweden und Norwegen ausgef√ľhrt, sind durch Anwendung von Gebl√§seluft zur Verbrennung der Gichtgase von Westman in Schweden sehr vervollkommt worden. Westmans Ofen (Fig. 3 u. 4) hat nachstehende Einrichtung: a Ofenschacht, 7 m hoch; b Chargierkanal, mit einer Kloppe verschlie√übar, durch den das Erz in den durch eine Stange von au√üen beweglichen Trichter c gleitet und aus diesem in die Mitte des Ofens gelangt, in dessen Achse dann, was zur Auflockerung dient, die dickem Erzst√ľcke liegen bleiben; d zur Ofengicht a'b' f√ľhrende √Ėffnung; c Gasrohr, aus dem die Gichtgase durch die kleinen Ans√§tze g und die Kan√§le r in 12 Gasd√ľsen k str√∂mt, aus denen es in den Ofen gelangt; f hohles, kranzf√∂rmiges Trageisen f√ľr den Kernschacht des Ofens, in das aus dem Rohr h der Wind einstr√∂mt, um durch 24 kleine D√ľsen√∂ffnungen aus dem Kranzeisen auszustr√∂men und sich mit den brennbaren Gasen innig zu mischen; i sechs Auszieh√∂ffnungen; l und m Raumkan√§le zum Einbringen von Brechstangen bei etwa stattgehabten Versetzungen; o Schaul√∂cher; n Schornstein.

3. Westmans Gasröstofen (Durchschnitt).
3. Westmans Gasröstofen (Durchschnitt).

Ein Ofen von 6,59 m H√∂he r√∂stet in 24 Stunden 45‚Äď60.000 kg Erz durch; bei vollem Betrieb zieht man alle 1-1 1/2 St. das Erz aus.

Die Hoch√∂fen. Bei dem altern rheinischen Kokshochofen (fig. 5) ist der innere Ofenraum B durch den feuerfesten Kernschacht E begrenzt, der auf einem Ring a und vier S√§ulen v ruht und von dein Rauhgem√§uer G so umschlossen ist, da√ü zwischen beiden ein mit schlechten W√§rmeleitern lose auszuf√ľllender Zwischenraum (F√ľllung) bleibt.

5. Rheinischer Kokshochofen (Durchschnitt).
5. Rheinischer Kokshochofen (Durchschnitt).

Statt dieses Gem√§uers G wird auch ein aus Eisenblechplatten zusammengenieteter Mantel benutzt. Der Teil von der M√ľndung des Ofens (Gicht√∂ffnung, Gicht) A bis zur weitesten Stelle (Kohlensack, Bauch) B hei√üt Schachtraum, von da bis zu der stark zusammengezogenen Partie C Rast; dann folgt nach unten von C bis D der Schmelzraum, (Gestell), und der unterste Raum bei D hei√üt Herd (Eichenkasten). Das Gestell ist ringsum bis auf eine unterhalb der Windformen gelegene kleine √Ėffnung zum Schlackenabflu√ü, die man zum Schutz des Mauerwerks mit einer gek√ľhlten Bronzer√∂hre (L√ľrmannsche Schlackenform) ausf√ľttert, und eine darunterliegende zum zeitweiligen Ablassen des fl√ľssigen Roheisens geschlossen (√Ėfen mit geschlossener Brust, Blau√∂fen), oder der Herd ist an einer Stelle nur teilweise durch einen dicken Stein g (Wall- oder Dammstein) geschlossen, dem man durch eine Eisenplatte (Wallsteinplatte), die durch einen davor angebrachten Luftkanal h gek√ľhlt wird, gr√∂√üere Festigkeit gibt. Der T√ľmpelstein n, an der Vorderseite durch das T√ľmpelblech gesch√ľtzt und auf einem Eisen (T√ľmpeleisen) ruhend, geht nicht bis zum Boden- oder Sohlstein e nieder. Die so zwischen g und n bleibende √Ėffnung nennt man Vorherd und mit einem solchen versehene √Ėfen Sumpf√∂fen oder √Ėfen mit offener Brust. Durch den Vorherd kann man behufs Ausr√§umung von Ans√§tzen in den Innenherd gelangen, und √ľber den Dammstein g flie√üt die Schlacke auf der aus Ton und Kohlenl√∂sche gebildeten Schlackentrifft M ab, die durch eine Gu√üeisen platte F (Schackenleiste) seitlich begrenzt ist. In den √Ėfen mit geschlossener Brust wird die Hitze im Gestell besser zusammengehalten, es entstehen weniger leicht Ans√§tze im Herd, und das Schmelzen wird weniger gest√∂rt. Der Sohlstein e ruht auf einem sichern Fundament, in dem sich fr√ľher stets ein Kreuzkanal (Andreaskreuz) zur Abf√ľhrung der Feuchtigkeit befand. Gegenw√§rtig kommen diese Kan√§le meist noch dort vor, wo beim Verschmelzen bleihaltiger Erze Bleidampf darin kondensiert werden soll. Meist besteht das Fundament aus einem Kreuzgew√∂lbe, wenn kein fester Felsgrund vorhanden ist. Zuweilen bringt man unter dem H√ľttensohlenniveau eine Feuerung L an und f√ľhrt die Feuergasse behufs Austrocknung des Gem√§uers unter dem Sohlstein hin in vertikale, in dem Rauhgem√§uer ausgesparte Kan√§le. Die obere M√ľndung des Ofens (Gicht) umgibt zur Ableitung entweichender Gase ein Gichtmantel N mit √Ėffnungen zum Einst√ľrzen der Schmelzmaterialien in den Ofen.

Das Gichtplateau ist mit einer Galerie umgeben, die Gichtm√ľndung entweder offen oder durch eine Vorrichtung verschlossen, die ein bequemes Chargieren und ein Auffangen und Ableiten der nach obenhin gelangenden brennbaren Gichtgase gestattet (Gichtverschl√ľsse, Gasf√§nger). Bei dem abgebildeten Ofen ist in die Gicht ein Zylinder O eingeh√§ngt, durch den die Schmelzmassen eingetragen werden, w√§hrend die Gichtgase sich hinter dem Zylinder ansammeln, in den rings um den Ofen herumgehenden Kanal p entweichen und aus diesem durch das Rohr p' nach dem zu erhitzenden Raum abgeleitet werden. Im untern Teil des Rauhgem√§uers sind Arbeitsgew√∂lbe K und Arbeitsgew√∂lbe J ausgespart, nach obenhin durch Trageisen b begrenzt. Von den Formgew√∂lben aus gehen √Ėffnungen f (Form√∂ffnungen) in den Herd, die einen hohlen Eisenkonus mit Wasserzirkulation aufnehmen, in dem das Ende der Windleitungsr√∂hre m, die D√ľse, ruht.

6. D√ľse mit Form.
6. D√ľse mit Form.

Der Raum zwischen D√ľse und Form laut sich verschlie√üen (geschlossene Form), um ein Entweichen von Wind durch dieselbe zu verh√ľten. Fig. 6 stellt diese Einrichtung n√§her dar. w Wasserform mit doppelter Wand, durch deren Hohlraum K√ľhlwasser flie√üt, d D√ľse. n Ring, der, mittels eines B√ľgels a an der Stange s befestigt, durch die Zahnstange z, das Getriebe r und das Laufrad i hin und her bewegt werden kann.

Einen Kokshochofen neuester Konstruktion zeigt Fig. 7. Er besteht aus dem Gestell a, in das die Formen e m√ľnden, der Rast b und dem Schacht c. Der Gasfang besteht aus dem F√ľlltrichter f und einer ihn verschlie√üenden Glocke; durch Heben der letztern wird ein Spalt frei, der den Schmelzmassen das Hinabgleiten in den Ofenraum gestattet.

7. Englischer Kokshochofen (Durchschnitt).
7. Englischer Kokshochofen (Durchschnitt).

Die Abf√ľhrung der Gase erfolgt durch das Rohr h und die sich an dieses anschlie√üende Leitung i. Da selbst die vorz√ľglichsten Schamottesteine den au√üerordentlich gesteigerten Anspr√ľchen von Hitze und Schlacke nur kurze Zeit widerstehen, so werden die Ofen w√§nde m√∂glichst durch Luft und Wasser gek√ľhlt. Die W√§nde der Rast und des Gestelles sind mit zahlreichen metallenen Kasten versehen, durch die best√§ndig kaltes Wasser flie√üt. Trotzdem werden die W√§nde und der Bodenstein l durch die Schlacke oft stark geschw√§cht, und man hat daher an diesen Stellen die Schamottesteine mit gro√üem Vorteil durch Koks ersetzt, die nur von Eisen angegriffen werden. Die Schachtw√§nde bed√ľrfen nur einer Luftk√ľhlung, und man sieht zur Beg√ľnstigung derselben von der Errichtung des Rauhgem√§uers v√∂llig ab. m ist ein S√§ulenger√ľst, das die eiserne Gichtb√ľhne tr√§gt, auch ruht der Schacht zur Entlastung der Rast und des Gestelles auf gu√üeisernen S√§ulen oder auf Kragtr√§gern n, die am Ger√ľst m angebracht sind. Zum Tragen der Windleitung o und ihrer Zweigleitungen sowie der D√ľsenst√∂cke r, dienen √§hnliche Kragst√ľcke. Die D√ľsenst√∂cke sind gleich den Hei√üwindleitungen ausgemauert, die Formen e, doppelwandige Bronzer√∂hren, die durch Wasser gek√ľhlt werden.

Als Nebenapparate f√ľr Eisenhoch√∂fen werden benutzt: Zylindergebl√§se (s. Gebl√§se), Winderhitzungsapparate (s. Winderhitzung) und Gichtaufz√ľge (s.d.), letztere zum Emporschaffen der Schmelzmaterialien von der H√ľttensohle bis zur Gicht bestimmt, wenn der Ofen nicht an einem Bergabhang liegt, von dem aus er bedient werden kann._‚Äď Das Chargieren (Aufgeben) geschieht bei Holzkohlen√∂fen mit engerer Gicht aus K√∂rben, Kasten, Schubkarren etc., bei Koks√∂fen in auf Schienen gehenden Gichtwagen, h√§ufig mittels der Gichtaufz√ľge. Zur zweckm√§√üigen Verteilung der Beschickung im Ofen dienen Verteilungsvorrichtungen, von denen der Parrysche Trichter in Fig. 8 abgebildet ist. B ist ein in die Gichtm√ľndung eingeh√§ngter Trichter, in dem ein Eisenkegel A an dem bei H durch die Scheibe F auf und nieder zu bewegenden Balancier GH gehoben und gesenkt werden kann. Wird bei der gew√§hlten Kegelstellung der Trichter B mit Beschickung gef√ľllt, dann A gesenkt, so rutscht dieselbe durch die ringf√∂rmige √Ėffnung II nach der Peripherie D hin; hier bleibt das Klein liegen, w√§hrend die gro√üem St√ľcke nach der Mitte E hinrollen. Die Gichtgase ziehen durch seitliche Kan√§le unter dem Trichter ab.

Die H√∂he der Koks√∂fen betr√§gt meist 15‚Äď20 m und nur selten √ľber 20 m; Holzkohlen√∂fen nimmt man meist niedriger, 7,85‚Äď9,98 (bei sehr festen Kohlen kommen H√∂hen bis zu 16 m vor). Die Weite der √Ėfen ist neuerdings sehr gestiegen, und man hat dadurch gro√üe Produktionen erreicht. Die gr√∂√üten Dimensionen d√ľrften 3,14 m im Gestell, 9,41 m im Kohlensack und 6,28 m an der Gicht sein. Durch Herstellung tonnenf√∂rmiger und zylindrischer Schachtformen ist die Ofenkapazit√§t ebenfalls erh√∂ht worden. Die H√∂he der Tagesproduktion betr√§gt bei Anwendung von Koks 15‚Äď100,000 kg, und zwar bei den neuern Hochofenanlagen meist 50‚Äď70,000 kg, auch wohl bis 90,000 kg, beim Holzkohlenofenbetrieb 10‚Äď40,000 kg.

8. Parryscher Trichter (Durchschnitt).
8. Parryscher Trichter (Durchschnitt).

Eisen II.

Schweißeisen.

Die Operationen des Feinens (Hartzerrennens) f√ľhrt man gew√∂hnlich in einem sogen. Feineisenfeuer (Fig. 9 u. 10) aus. Dies besteht aus einem kastenf√∂rmigen Raum f mit dem Schornstein a, an drei Seiten durch Wasserbeh√§lter c, an der Vorderseite durch eine Eisenplatte mit Stich√∂ffnung geschlossen und mit einer Sand- oder Schlackensohle versehen. Vor den Kasten c, die aus b mit Wasser gespeist werden, befinden sich Wasser enthaltende Tr√∂ge d zum K√ľhlen der Werkzeuge. Durch vier oder sechs stark geneigte Formen an zwei Seiten wird viel Wind zugef√ľhrt. Man f√ľllt den Herd f mit Koks, setzt die Roheisencharge (2000‚Äď2500 kg) kg √ľber die Formen, schmelzt dieselbe tropfenweise nieder und l√§√üt den Gebl√§sewind auf das fl√ľssig gewordene Eisen wirken. Man sticht das gefeinte Produkt (Feineisen) nach etwa 3‚Äď4 Stunden in Formen ab und begie√üt es noch mit Wasser. Auf 100 kg Feineisen braucht man etwa 20‚Äď30 kg Koks u. hat 13‚Äď15 Proz. Eisenabgang. Da bei diesem Verfahren das Feineisen durch die Asche des Brennmaterials, z.B. durch den Schwefelgehalt der Koks, verunreinigt werden kann, so f√ľhrt man den Feinproze√ü auch wohl in Gasflamm√∂fen (Wei√ü√∂fen) aus.

9. Feineisenfeuer (Durchschnitt).
9. Feineisenfeuer (Durchschnitt).
10. Feineisenfeuer (Querschnitt).
10. Feineisenfeuer (Querschnitt).

Die zum Frischen dienenden Gebl√§seherde (Frischherde, Frischfeuer) bestehen aus einem mit eisernen Platten (Zacken) ausgekleideten Raum mit eiserner, gew√∂hnlich von unten gek√ľhlter Bodenplatte. Man nennt die Eisenplatte, auf der die Form d (Fig. 11) ruht, Formzacken (t), die gegen√ľber befindliche (h) Windzacken, die Hinterplatte (s) Aschenzacken und die Vorderplatte Vorder- oder Schlackenzacken. Durch das Ventil v ist der Zutritt der Gebl√§seluft aus w in die D√ľse zu regulieren. Man gelangt zu dem mit einer Esse (a) √ľberdeckten Herde durch die Arbeits√∂ffnung bei b. Zuweilen sind die Frischfeuer √ľberw√∂lbt und mit Gl√ľhherden versehen, auf denen das zu erfrischende Roheisen durch die abziehende Flamme vorgew√§rmt wird.

11. Frischfeuer (Durchschnitt).
11. Frischfeuer (Durchschnitt).

Bei garschmelzigem Roheisen, bei dem das Frischen behufs hinreichender Abscheidung der fremden Bestandteile in die Länge gezogen werden muß, macht man das Feuer tiefer und gibt dem Winde weniger Stechen, bei rohschmelzigem Eisen ist das Feuer weniger tief, und dem Winde gibt man größeres Stechen.

Ein Puddelofen mit direkter Feuerung (Fig. 12‚Äď14) enth√§lt einen durch die Sch√ľrt√ľr a zu speisenden Rost b, durch die Feuerbr√ľcke e getrennt von dem Herd f. Dieser wird gebildet von einer dicken eisernen Sohlplatte und einem auf letzterer liegenden hohlen gu√üeisernen Rahmen (Herdeisen). Der Herd erh√§lt eine Auskleidung von sehr strengfl√ľssiger, an Eisenoxyduloxyd reicher Schlacke, die man bei sehr hoher Temperatur aufschmelzt, um das geschmolzene Eisen vor zu starker Abk√ľhlung und Sohle und Herdw√§nde vor Zerst√∂rung zu sch√ľtzen. Der Herd ist durch die Fuchsbr√ľcke n von der Esse i getrennt, auf deren Boden die in den geneigten Fuchs aus dem Herd √ľbergehende Schlacke gelangt, um durch den Stichkanal k abzuflie√üen. Fuchs- und Hauptbr√ľcke sowie das Herdeisen werden durch Luft oder flie√üendes Wasser gek√ľhlt, die eiserne Bodenplatte durch Luft, die durch die √Ėffnungen oo ein- und durch Z√ľge r wieder austritt. Gew√∂hnlich f√ľhrt zum Herd nur eine Arbeits√∂ffnung g mit Arbeitsplatte m davor (einfacher Ofen), zuweilen ist behufs Erzielung gr√∂√üerer Produktionen noch eine zweite Arbeits√∂ffnung h vorhanden (Doppel√∂fen).

12‚Äď14. Puddelofen mit direkter Feuerung.
12‚Äď14. Puddelofen mit direkter Feuerung.

Bei neuern Puddel√∂fen sind zwar Fuchsbr√ľcke und Feuerbr√ľcke gerade und parallel, die R√ľckwand des Herdes ist aber nach einem Kreisbogen gekr√ľmmt, dessen Mittelpunkt in der Mitte der Arbeitst√ľr liegt. Die vordern Wangen des Herdeisens sind ebenfalls gerade und von der Einsatzt√ľr aus unter einem solchen Winkel nach den Br√ľcken hin gerichtet, da√ü nicht f√ľr den Arbeiter unzug√§ngliche Winkel entstehen. Auf dem Herdeisen erheben sich die W√§nde des Ofens; ein Gew√∂lbe mit geringer Neigung nach dem Fuchs hin √ľberspannt Feuerung und Herd.

Puddelofen mit Gasfeuerung. Zur Erzeugung der im Puddelofen erforderlichen hohen Temperatur bedarf man guten Brennmaterials, gew√∂hnlich langflammiger Steinkohlen, deren Effekt dadurch noch gesteigert wird, da√ü man Gebl√§seluft (Unterwind) unter den Rost leitet. Die Notwendigkeit, billiger zu arbeiten, dr√§ngt mehr u. mehr zur Einf√ľhrung der Gasfeuerung, die √ľberall geboten ist, wo gutes Brennmaterial nicht zu Gebote steht. Hier verwandelt man minderes (z.B. Braunkohle und Torfklein) in brennbares Gas und verbrennt dieses in dem Zustand, wie es aus dem Generator kommt, durch erhitzte Gebl√§seluft (Gas√∂fen), oder man erhitzt Gas und Luft in Regeneratoren, mit Steinen angef√ľllten Kammern, die durch die vom Ofen abziehenden Feuergase gl√ľhend gemacht werden, um dann beim Durchstreichen der Verbrennungsluft und der brennbaren Gase W√§rme an diese abzugeben (Regenerativfeuerung). Einen solchen Ofen stellt Fig. 15 dar. M ist der Puddelofenherd, von dem die Feuergase durch die Kan√§le x und y nach unten in zwei nebeneinander liegende Regeneratoren, von denen nur der eine R' sichtbar, ziehen, um die darin angeh√§uften Steine zu erhitzen, dann durch B, C' und d' zur Esse zu gelangen. W√§hrend dieser Zeit str√∂men die Generatorgase und die kalte Gebl√§seluft durch das erhitzte Generatorpaar L' auf den Herd. Sobald letzteres erkaltet ist, wird durch Ventile Z Gas- und Luftstrom umgestellt, beide passieren das wieder erhitzte Regeneratorpaar R' nebst Zubeh√∂r, das Gas tritt durch y, die Luft durch x aus, die bei Vereinigung beider entstehende Flamme zieht √ľber den Herd, und die Feuergase gelangen an der entgegengesetzten Seite in das abgek√ľhlte Regeneratorpaar etc. Die Abhitze bei √Ėfen mit direkter Feuerung oder mit gew√∂hnlicher Gasfeuerung wird h√§ufig zur Dampfkesselheizung benutzt.

15. Puddelofen mit Gasfeuerung (Durchschnitt).
15. Puddelofen mit Gasfeuerung (Durchschnitt).

Die Abhitze bei √Ėfen mit direkter Feuerung oder mit gew√∂hnlicher Gasfeuerung wird h√§ufig zur Dampfkesselheizung benutzt.

16. Danks' Ofen (Durchschnitt).
16. Danks' Ofen (Durchschnitt).

Zur Ersparung von Handarbeit, die bei Puddel√∂fen √ľberaus anstrengend ist, hat man die R√ľhrstange durch Maschinenkraft bewegt (mechanische Puddler), doch sind diese Vorrichtungen f√ľr den beschwerlichsten Teil der Puddelarbeit, das Vereinigen der Eisenteilchen zu einer Luppe, nicht zu gebrauchen. Vollkommener ist der Zweck erreicht durch die rotierenden Puddel√∂fen. von Danks (1871). Sie haben in den Rotatoren ein aus Roteisenerz hergestelltes Eisenoxydfutter, das zur Abscheidung des Phosphors aus dem Roheisen beitr√§gt. Die Einrichtung des Danksschen Ofens zeigt Fig. 16; a ist der zylinderf√∂rmige Rotator, der vermittelst des Zahnkranzes h durch eine Dampfmaschine in Bewegung gesetzt wird. Er l√§uft auf Rollen und schlie√üt sich direkt an die feststehende Rostfeuerung f, die meist mit Unterwind betrieben wird. Durch den beweglichen, an einer Kette c auf geh√§ngten Fuchs b werden die Feuergase in den Schornstein geleitet. Vorteile dieses Ofens sind eine bedeutend gr√∂√üere Produktion, Ersparung an Brennmaterial und Arbeitslohn und Erzeugung eines guten, schmiedbaren Eisens. M√§ngel des Ofens sind die gro√üen Anlagekosten, die h√§ufige Erneuerung des Futters und die dazu erforderlichen gro√üen Zange- und Walzvorrichtungen.

17 u. 18. Luppenquetscher.
17 u. 18. Luppenquetscher.

Ansicht von oben und von der Seite, teilweise im Durchschnitt.

Ein neuerer Ofen dieser Art von Sellers ist mit Regenerativfeuerung versehen, während Crampton Kohlenstaubfeuerung verwendet. Der von Pernot konstruierte Ofen besteht aus einem rotierenden, tellerförmigen, schwach geneigten Herd, der unter ein feststehendes, zwischen Feuerung und Fuchs gespanntes Gewölbe gefahren wird, der, wie der Dankssche Ofen, mit einem Eisenoxydfutter versehen ist.

19. Luppenm√ľhle.
19. Luppenm√ľhle.

Die Luppenquetscher zur Bearbeitung der Lappen, um die darin enthaltene Schlacke auszuquetschen und dichtere, prismatische St√ľcke zu erhalten (Fig. 17 u. 18), bestehen aus einem zweiarmigen Hebel ef mit Drehpunkt bei m. Die Kolbenstange einer Dampfmaschine a dr√ľckt beim Aufw√§rtsgehen den mit Stahlbacken versehenen Arm f gegen die Luppe g auf die Unterlage k; h Bock f√ľr das Achsenlager m, bd Steuerung, i Schwungrad, c Welle desselben.

20 u. 21. Schweißofen (Querschnitt nach MN).
20 u. 21. Schweißofen (Querschnitt nach MN).

Die Luppenm√ľhlen (Fig. 19) bestehen aus einem Zylinder a mit kannelierter Oberfl√§che, um die vertikale Achse c drehbar und mit einem vorn offenen, exzentrischen Mantel b umgeben, der durch f√ľnf eiserne S√§ulen d auf einer starken Grundplatte feststeht. Die vorn zwischen b u. a eingeworfene Luppe e wird bei der Drehung des Zylinders a immer mehr zusammengepre√üt.

Behufs weiterer Verarbeitung des Luppeneisens zu Handelsware auf mechanischem Wege vereinigt man, um es weich, knetbar und homogener zu machen, mehrere St√ľcke durch umgelegten Draht zu einem Paket und setzt es einer Schwei√üung in Herden (Schwei√üfeuer) von √§hnlicher Einrichtung wie die Frischfeuer (s.S. I) oder in Flamm√∂fen (Schwei√ü√∂fen) aus, die mit festem Brennmaterial oder mit Gasen geheizt werden. Wegen der zu erzeugenden hohen Temperaturen ist hierbei die Siemenssche Regenerativgasfeuerung besonders wirksam. Die Schwei√ü√∂fen (Fig. 20 u. 21) unterscheiden sich von den oben beschriebenen Puddel√∂fen haupts√§chlich dadurch, da√ü zur Erzeugung einer gr√∂√üern Hitze der Rost A im Verh√§ltnis zu dem aus Sand geschlagenen und von unten gek√ľhlten Herd B von 2,9‚Äď3,5 m L√§nge und 1,5‚Äď3,5 m Breite bedeutendere Dimensionen hat, das Gew√∂lbe sich tiefer senkt und die Fuchsbr√ľcke fehlt, so da√ü die Sehwei√üschlacke im Fuchs C herab nach dem Stichloch f gelangt und durch dieses abflie√üt, b Sch√ľr√∂ffung, c Feuerbr√ľcke mit Luftk√ľhlung, m Arbeits√∂ffnung mit Arbeitsplatte, o S√§ulen zur Unterst√ľtzung des Schornsteins D. Unterwind hat sich sehr wirksam erwiesen. Behufs des Schwei√üens bringt man das Luppeneisen oder die Pakete an die Fuchsseite, r√ľckt sie dann allm√§hlich nach dem hei√üesten Teil, der Feuerbr√ľcke, zu, nimmt die schwei√üwarmen St√ľcke mit der Zange oder mittels maschineller Vorrichtungen aus dem Ofen und transponiert sie auf Wagen zur Bearbeitungsmaschine. Die Schlacken flie√üen, wie bemerkt, im Fuchs hinab zum Schlackenloch, das man durch ein Steinkohlenfeuer warm erh√§lt. Der Einsatz kann 250‚Äď1500 kg und mehr betragen, man macht 12‚Äď13 Chargen in 12 Stunden und bringt in einer Hitze aus Luppeneisen 86‚Äď90 Proz. aus. Auf 100 kg Eisen braucht man bei direkter Feuerung 70‚Äď150 kg Steinkohlen, bei Regenerativgasfeuerung weit weniger. Man unterscheidet das ein- oder mehreremal im Schwei√üofen gewesene geschwei√üte Eisen von den Rohschienen, die unmittelbar aus den gez√§ngten Luppen als ein Zwischenprodukt hergestellt werden. Das Eisen wird schwei√üwarm H√§mmern, Walzwerken, seltener Pressen zugef√ľhrt, um in Stabeisen, Blech oder Draht verwandelt zu werden. Als die wirksamste Maschine hierf√ľr dient das Walzwerk.


Eisen III.

Zementstahl, Tiegelgußstahl, Flußeisen.

Zur Erzeugung von Stahl aus Schmiedeeisen durch Zuf√ľhrung von Kohlenstoff (Zementieren) verpackt man letzteres mit Holzkohlenpulver in Tonkasten A (Fig. 22), die vom Feuerungsraum C aus erhitzt werden. Der viereckige Herdraum des Zementstahlofens ist mit einem flachen Gew√∂lbe √ľberspannt und dieses mit Zugl√∂chern versehen. Die Feuerungsgase ziehen von der Feuerung aus um die beiden Kasten in einer gro√üen Anzahl von Kan√§len, deren unterer horizontaler Teil in Fig. 23 A. zu sehen ist, w√§hrend der vertikale Teil in B schwarz gedruckt ist.

22. Zementierofen (Durchschnitt).
22. Zementierofen (Durchschnitt).
23. Zementierofen (Grundriß)
23. Zementierofen (Grundriß)

Die Kan√§le m√ľnden unter dem Gew√∂lbe des Ofens, aus dem die Feuerungsgase durch mehrere kleine Essen in einen Hohlkegel ziehen, der sie in geeigneter H√∂he in die freie Luft f√ľhrt, damit sie nicht allzu stark bel√§stigend auf die Nachbarschaft wirken.

24‚Äď26. Gaszementstahlofen.
24‚Äď26. Gaszementstahlofen.

Die Kasten bleiben meist offen oder werden mit einer Decke von Ziegelpflaster, Quarzsand und Ton versehen und binnen 24 Stunden auf Kupferschmelzhitze gebracht und bei dieser Temperatur erhalten. Zeigt die Bruchfl√§che einer Probestange nach 8‚Äď9 Tagen, seltener 6‚Äď7 Tagen, ein feink√∂rniges Gef√ľge ohne Eisenkern, so l√§√üt man den Ofen bei geschlossenen √Ėffnungen 3 Tage abk√ľhlen. Man verwendet zum Zementieren auf 100kg Schmiedeeisen (am besten eignet sich dazu mit Holzkohlen erzeugtes) ca. 27 kg Holzkohle (1/2-3/4 im frischen Zustand); die Gewichtszunahme des erfolgenden Produkts betr√§gt 0,5‚Äď0,75 Proz. Auf der Crescent-Steelh√ľtte zu Pittsburg in Pennsylvanien hat Swindell einen Zementierofen mit Gasfeuerung eingerichtet, bei dem die W√§rme sehr vollst√§ndig ausgenutzt wird (Fig. 24‚Äď26). A offen bleibender Kasten, a Kanal zur Gasf√ľhrung, b Luftkanal; Gas und Luft treten an einer Seite, bzw. durch die Kan√§le c und d unter die Sohle e des Kastens, vereinigen sich hier, die Flamme steigt in Z√ľgen f auf und die Verbrennungsprodukte ziehen durch die √Ėffnung g in Kan√§len h und i durch k und l in den Schornstein m.

27. Tiegel.
27. Tiegel.

Die Tiegel (Fig.27) zum Umschmelzen des Stahls werden aus Schamotte oder Graphit hergestellt, sie sind 39‚Äď24 cm hoch und werden mit 15‚Äď45 kg Stahl beschickt. Man stellt die Tiegel zu zweien oder vieren zwischen Holzkohlen oder Koks in einen Windofen oder zu 20 und mehr in einen Flammofen mit Steinkohlenfeuerung oder am besten in einen Ofen mit Siemensscher Regenerativgasfeuerung.

Der Windofen besteht aus einem quadratischen oder oblongen Schacht A (Fig. 28) zur Aufnahme von 2 oder 4 Tiegeln mit Rost C, Aschenfall D und Luftzuf√ľhrungskanal E. In die Esse G m√ľndet der Fuchs b und ein zweiter Fuchs d zur Regulierung des Luftzuges.

28. Windofen (Durchschnitt).
28. Windofen (Durchschnitt).

Der Schacht A wird durch den Deckel B mit Handhabe a geschlossen. Unter öfterm Nachgeben von Brennmaterial erhält man den Inhalt des Tiegels so lange in Hitze, bis eine Probe mit einer Eisenstange die Beendigung des Schmelzens anzeigt.

29. Siemens' Gußstahlofen mit Regeneratoren (Durchschnitt).
29. Siemens' Gußstahlofen mit Regeneratoren (Durchschnitt).

Man hebt alsdann den Tiegel mit Zangen heraus, l√§√üt den Inhalt bis zu einer gewissen Temperatur abk√ľhlen, damit die absorbierten Gase entweichen, und gie√üt ihn in die geschw√§rzten und vorgew√§rmten Eisenformen.

30. Siemens' Gußstahlofen mit Regeneratoren (Querschnitt).
30. Siemens' Gußstahlofen mit Regeneratoren (Querschnitt).

Der Siemenssche Regenerativofen (Fig. 29 u. 30), in dem die Heizung durch brennbare Gase und Luft, beide durch die abgehenden Feuergase stark erhitzt, bei hoher Temperatur geschieht, hat nachstehende Einrichtung: A Gasgenerator, auf dessen Rost a' durch den Zylinder b' Brennmaterial gesch√ľttet wird. Dasselbe verbrennt unmittelbar √ľber dem Rost zur Kohlens√§ure, die beim Durchstreichen der dar√ľber befindlichen gl√ľhenden Brennmaterials√§ule in brennbares Kohlenoxydgas √ľbergeht. Dieses zieht durch den Kanal d, wenn dessen Absperrventil c (hier geschlossen) ge√∂ffnet ist und die Wechselklappe a die in der Zeichnung angegebene Stellung hat, durch den Kanal e, durch die noch kalten Regeneratoren f √ľber die Feuerbr√ľcke g in den mit beweglichen Deckelteilen versehenen Schmelzraum B, in dem in zwei Reihen die Tiegel stehen. Die Verbrennungsluft f√§llt in den mit einem Gatter √ľberdeckten Schacht C ein, zieht, nachdem das Absperrventil h (hier geschlossen) im Kanal i ge√∂ffnet worden, bei der dermaligen Stellung des Wechselventils b durch den Kanal x, den kalten Regenerator k und die Feuerbr√ľcke l in den Schmelzraum B, mischt sich hier mit den aus g hervortretenden Gasen, erhitzt nach Entz√ľndung der letztem die Tiegel, und die hei√üen Verbrennungsprodukte ziehen an dem dem Eintritt entgegengesetzten Ende einerseits durch z, p, q und r, anderseits durch y, m, n und o in den Schornstein D, wobei die in den Regeneratoren enthaltenen Steine in Glut versetzt werden. Ist dies zur Gen√ľge geschehen, so stellt, man die Wechselklappen a und b mittels einer bis √ľber die H√ľttensohle reichenden Handhabe um, worauf jetzt die brennbaren Gase aus A durch d, q, p und z, die Luft durch C, i, n, m und y in den Schmelzraum B ziehen und zwar beide, nachdem sie in den Regeneratoren p und m stark erhitzt worden. Die Feuergase ziehen jetzt durch q und l ab, und bei zeitweiligem Umstellen der Wechselklappen a und b wiederholt sich das Spiel.

Bei dem Bessemerproze√ü benutzt man einen Ofen mit beweglicher Birne (Konverter, Retorte). Diese Bessemerbirne A (Fig. 31) mit Hals B besteht aus Eisenblech und ist mit feuerfesten Ziegeln ausgekleidet. Diese Ziegel werden f√ľr den sauren Proze√ü aus Quarzit, Tonstein und geringen Mengen feuerfesten Tons hergestellt und gebrannt. F√ľr den basischen Proze√ü bereitet man Steine aus gebranntem und gemahlenem Dolomit mit entw√§ssertem Teer, indem man die Masse in hydraulischen Pressen einem starken Druck aussetzt. Bisweilen werden die Steine auch in eisernen Formen gestampft und dann gegl√ľht. Das Bodenst√ľck C ist entweder an dem Hauptk√∂rper A fest angenietet, oder kann davon abgenommen werden, um voll feuerfesten Materials gestampft zu werden, in dem man konische √Ėffnungen zur Aufnahme von sieben Tonformen laut, deren jede wieder 7‚Äď13 zylindrische Kan√§le (D√ľsen) von 9‚Äď12 mm Durchmesser zur Windzuf√ľhrung hat. Mittels eines hydraulischen Kolbens k wird der auf Rollen laufende Windkasten D unter dem Moden der Birne angedr√ľckt.

31. Bessemerbirne.
31. Bessemerbirne.

Die Birne ist in Zapfen a und b aufgeh√§ngt, die auf einem Gestell E ruhen. Die Gebl√§seluft str√∂mt aus der Windleitungsr√∂hre F durch die R√∂hre c in einen Raum zwischen dem Zapfen a und der auf dem St√§nder E ruhenden H√ľlse d und begibt sich durch das Rohr e in den damit durch einen B√ľgel f verbundenen Windkasten D, ans dem der Wind durch die D√ľsen in die Birne gelangt. Die Regulierung des Windes geschieht von einem Arbeiter mittels eines Ventils an der Windleitungsr√∂hre, oder der Windzutritt reguliert sich beim Kippen des Apparats von selbst mittels eines exzentrischen Ringes auf dem Zapfen a, der beim Drehen einen Hebelarm hebt und senkt und damit auch ein √ľber der R√∂hrenm√ľndung F in G befindliches, durch ein Gewicht niedergehaltenes Ventil. Die Bewegung der Birne A geschieht durch eine Kippvorrichtung mittels Zahnrades H, in das eine von dem Kolben einer hydraulischen Presse bewegte Zahnstange g eingreift. Bei gro√üen Birnen wendet man zu diesem Betrieb auch Dampfkraft, bei kleinen Handkurbeln an. Kleinere Birnen fassen bis 1000, gr√∂√üere bis 8000 kg; eine solche z.B. von 5‚Äď0000 kg Inhalt hat im mittlern Teil 1,5‚Äď2 m Durchmesser und 0,8-1 m H√∂he.

32. Bessemeranlage.
32. Bessemeranlage.

Man l√§√üt das Roheisen direkt aus einem Hochofen oder aus einem Kupolofen in einer Rinne durch den Hals der geneigten Birne A' einflie√üen und kippt diese dann auf bei gleichzeitiger automatischer Anlassung des Windes. Der Hals B' der Birne A' (Fig. 32) befindet sich dann unter einem mit der Esse L' in Verbindung stehenden Schirm K'. Nach vollendeter Entkohlung l√§√üt man in einem Kupol- oder Flammofen M eingeschmolzenes Spiegeleisen durch den Hals einlaufen oder setzt gl√ľhendes Ferromangan oder Siliciumeisen zu, richtet die Birne nochmals auf, bl√§st, wenn erforderlich, noch 2‚Äď3 Sekunden und l√§√üt dann bei abgestelltem Wind 5‚Äď10 Minuten ruhig stehen, damit absorbierte, blasige G√ľsse erzeugende Gase entweichen k√∂nnen. Hierauf wird die Birne A (Fig. 32) geneigt und ihr Inhalt in die Gie√üpfanne N entleert, die sich am Ende des Balanciers O eines hydraulischen Kolbens P befindet, der gehoben und gesenkt werden kann. Q ist ein Gegengewicht am andern Ende des Balanciers, das je nach dem Inhalt der Gie√üpfanne N verschoben wird. Zur F√ľllung der im Halbkreis um den Kran stehenden eisernen Formen wird ein Stopfen h aus einer √Ėffnung im Boden der Pfanne gezogen und diese mittels Bewegung des Balanciers im Halbkreis √ľber die Formen gef√ľhrt, indem der Arbeiter durch eine Einr√ľckvorrichtung bei i das Getriebe k in das Zahnrad l eingreifen l√§√üt. Das Kippen der Gie√üpfanne N behufs ihrer Reinigung geschieht mittels der Stange m durch Drehung bei n'; o Blechwand zum Schutz des die Kurbelscheiben i und n' drehenden Arbeiters; p p' Lager f√ľr die Pre√üzylinder der hydraulischen Maschine, die zur Bewegung der Kippvorrichtung dient.

Die Gu√üpfannen (Kokillen) sind gu√üeiserne, fast prismatische oder zylindrische, unten und oben offene Gef√§√üe, von quadratischem, auch rechteckigem Querschnitt, zuweilen rund und f√ľr sehr schwere, zum Schmieden bestimmte Bl√∂cke achteckig. Sie verj√ľngen sich nach oben, damit die Bl√∂cke leichter herausfallen.

33. Siemens-Martin-Ofen (Durchschnitt).
33. Siemens-Martin-Ofen (Durchschnitt).

Man stellt die Formen auf gu√üeiserne Platten und triftt bisweilen Einrichtungen, um das Eisen in den Formen von unten aufsteigen zu lassen, und zwar gleichzeitig in 4‚Äď8 Formen, um dichte, von Unreinigkeiten und Gasblasen freie Bl√∂cke zu erhalten.

Man begann bei den Bessemerbirnen mit Eins√§tzen von 3 Ton., arbeitet jetzt aber meist mit 8‚Äď10 T. und mit noch gr√∂√üern Quantit√§ten. Fr√ľher stellte man ausnahmslos zwei, h√∂chstens drei Birnen auf, von denen nur eine im Betrieb war, wahrend die andern als Reserve dienten.

34. Siemens-Martin-Ofen (Querschnitt).
34. Siemens-Martin-Ofen (Querschnitt).

Jetzt stellt man eine beliebige Anzahl Birnen in gerader Linie nebeneinander und legt den Gie√üraum vor sie oder seitw√§rts von ihnen. Fr√ľher baute man 1‚Äď1,5 m tiefe Gruben, jetzt stehen die gu√üeisernen Formen auf der H√ľttensohle, und die Birnen werden etwas h√∂her gestellt. In neuerer Zeit ist man vom Gie√üen leichter Bl√∂cke zur√ľckgekommen und verteilt den ganzen Einsatz auf 6‚Äď7 Bl√∂cke von 1000‚Äď2000 kg, die unter m√§chtigen Blockwalzwerken auf passenden Querschnitt gebracht und mittels hydraulischer Scheren zerschnitten werden.

Den beim Siemens-Martinproze√ü benutzten Ofen zeigen Fig. 33 u. 34. A ist der Flammofenherd, auf einer mit Tonbrei √ľberzogenen Eisenplattenunterlage mit sehr feuerfestem Sand muldenf√∂rmig ausgeschlagen, mit Neigung nach der einen Breitseite zu dem mit einer Rinne b kommunizierenden Stich hin. aaa sind Arbeits√∂ffnungen. Unterhalb des Herdes liegen zwei Paar mit feuerfesten Steinen in L√ľcken ausgesetzte Regeneratoren, von denen die beiden innern L u. L' von der Verbrennungsluft, die beiden √§u√üern G und G' von brennbaren, in einem Generator erzeugten Gasen durchstrichen werden. Bei passender Stellung der (hier nicht gezeichneten) Wechselventile treten in den Regeneratoren erhitzte Gase und Luft durch die miteinander abwechselnden vertikalen Kan√§le g und l auf den Schmelzherd, verbrennen hier, erhitzen das Schmelzgut und entweichen am entgegengesetzten Ende durch die Kan√§le g' und l' nach unten in die betreffenden Regeneratoren f√ľr Gas- und Lufterhitzung. Sind diese hei√ü genug geworden, so stellt man die Wechselventile um, und es treten jetzt Gas und Luft erhitzt durch die Kan√§le g' und l' auf den Herd u.s.f. Bei neuern √Ėfen r√ľckt man die Regeneratoren √ľber den Grundri√ü hinaus, um sie beim Durchbrechen des Herdes vor dem Eintritt von fl√ľssigem Metall zu sch√ľtzen, auch sieht man jetzt auf Grund der Siemensschen Theorie der freien Flammenentfaltung von der Senkung des Gew√∂lbes, die man als Mittel zur starken Erhitzung des Bades benutzte, ab und l√§√üt dasselbe nur von den Kopfseiten ans ein St√ľck abfallen, um es dann horizontal zu f√ľhren, oder man l√§√üt es von der Feuerbr√ľcke aus sofort ansteigen, so da√ü es Kuppelform erh√§lt. Feuerbr√ľcke, Gew√∂lbe, Seitenw√§nde und eine Rollschicht auf der Herdplatte werden aus h√∂chst feuerfesten Dinassteinen hergestellt, der Herd aus Quarzsand aufgestampft. Die √Ėfen f√ľr basischen Betrieb haben auf den Herdplatten eine Rollschicht aus Schamottesteinen, dar√ľber den aus Dolomitmasse aufgestampften Herd. Auch alle Teile des Ofens, die noch mit Schlacke in Ber√ľhrung kommen, bestehen aus Dolomitmasse, alle √ľbrigen Teile aber aus Dinassteinen. Der geringern Festigkeit des basischen Mauerwerkes wegen kann dasselbe die obern Teile der W√§nde und das Gew√∂lbe nicht tragen; erstere st√ľtzen sich vielmehr auf Winkeleisen, die an die Mantelplatten angenietet sind. Da, wo basisches und saures Material zusammentreffen, wird eine neutrale Isolierschicht aus Magnesia oder Chromeisenerz eingeschaltet. Die Abmessungen der √Ėfen wechseln sehr stark. Man baut √Ėfen bis zu 8 Ton. Fassungsraum f√ľr Stahlformgu√ü und gr√∂√üere bis zu 15 T., in denen Flu√üeisen zu Bl√∂cken erzeugt wird.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905‚Äď1909.

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