Einhard

Einhard (Eginhart, Einhart), der Biograph Karls d. Gr., der bedeutendste Geschichtschreiber jener Zeit, um 770 im Maingau in Ostfranken geboren, gest. 14. März 840, ward im Kloster zu Fulda gebildet und von dort seiner hervorragenden Befähigung wegen an den Hof Karls d. Gr., den Mittelpunkt geistigen Lebens, geschickt, wo er sich trotz seiner sehr unansehnlichen Gestalt durch Klugheit und Gelehrsamkeit des Kaisers volles Vertrauen erwarb, der ihn 306 als Gesandten nach Rom schickte. Namentlich als Baumeister war E. ausgezeichnet, weshalb er nach dem Erbauer der Stiftshütte den Beinamen Beseleel erhielt; er leitete den Bau des Aachener Münsters. Die zwei Pfeilerbasiliken in Michelstadt im Odenwald und Seligenstadt am Main, von denen noch bedeutende Reste vorhanden sind, hat er nach 827 errichtet (vgl. Adamy, Die E.-Basilika zu Steinbach im Odenwald, Hann. 1885). Auch bei Ludwig dem Frommen stand er in hoher Gunst, erhielt 815 zu Michelstadt ein Stück Land zu einer Klostergründung, für die er die Gebeine der Märtyrer Marcellinus und Petrus erwarb, gründete dasselbe aber bei Mühlheim a. M., nannte es Seligenstadt und lebte hier mit seiner Gemahlin Emma (s. d.) oder Imma, einer Schwester des Bischofs Bernhard von Worms (nicht einer Tochter Karls d. Gr., wie die aus dem 12. Jahrh. stammende Sage, die E. mit Angilbert verwechselt, berichtet). 817 ward er Beirat des jungen Kaisers Lothar; 830 sehen wir ihn bemüht, den Ausbruch der Empörung der Söhne Ludwigs zu hindern. Eine schöne Grabschrift von Hrabanus' Hand zierte Einhards Ruhestätte. Wir besitzen von E. »Briefe« (hrsg. von Jaffé in der »Bibliotheca rerum germanica-rum«, Berl. 1867, Bd. 4, S. 437–486). Seine streng kirchliche Anschauung gibt die »Translatio« der heiligen Märtyrer Petrus und Marcellinus kund (bei Teulet, »Opera Einharti«, Par. 1840–43, 2 Bde.). Einhards Hauptwerk ist sein auf Grund der allergenauesten persönlichen Bekanntschaft geschriebenes Leben Karls d. Gr.: »Vita Caroli Magni«, das sich nicht bloß durch Treue und Anmut der Darstellung, sondern auch durch Korrektheit und Eleganz der an den alten Schriftstellern gebildeten Sprache auszeichnet (hrsg. von Pertz in »Monumenta Germaniae historica. Scriptores«, II, und von Jaffé in »Bibliotheca rerum germanicarum«, Bd. 4; übersetzt von O. Abel, 3. Aufl., Berl. 1893). Vgl. Kurze, Einhard (Berl. 1899).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Einhard — in den Grandes Chroniques de France, 14. Jahrhundert Einhard (nach eigener Schreibung Einhart; auch Einhardt, in den romanischen Sprachen (mit nicht palatalisiertem g ) Eginhard, Eginardo usw., * um 770 im Maingau; † 14. März 840 Kloster… …   Deutsch Wikipedia

  • Einhard — (also Eginhard or Einhart) (c. 775 ndash; March 14, 840 in Seligenstadt, Germany) was a Frankish courtier, a dedicated servant of Charlemagne, of whom he wrote his famous biography, and Louis the Pious. Public Life Einhard was from the eastern… …   Wikipedia

  • Einhard — • Historian, born c. 770 in the district watered by the River Main in the eastern part of the Frankish Empire; d. 14 March, 840, at Seligenstadt Catholic Encyclopedia. Kevin Knight. 2006. Einhard     Einhard …   Catholic encyclopedia

  • Einhard — Einhard, so v.w. Eginhard …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Einhard — (nicht Eginhard), Biograph Karls D. Gr., Geheimschreiber und steter Begleiter desselben, Oberaufseher der öffentlichen Bauten, geb. um 770 im Maingau, zog sich nach Karls Tode mit seiner Gemahlin Imma (gest. 836) nach Michelstadt im Odenwald… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Einhard — Einhard,   nichtzeitgenössische Namensform Eginhard, fränkischer Geschichtsschreiber und Gelehrter, * im Maingebiet um 770, ✝ Seligenstadt 14. 3. 840; kam um 794 aus dem Kloster Fulda an den Hof Karls des Großen (dort Schüler Alkuins) und wurde… …   Universal-Lexikon

  • Einhard — (c. 770 840)    Frankish writer and biographer who was a member of Charlemagne s court school. One of the great success stories of Charlemagne s efforts to revive learning in his empire, Einhard is best know for his Vita Karoli (Life of… …   Encyclopedia of Barbarian Europe

  • Einhard — (ca. 770–840)    The life of the Frankish emperor CHARLEMAGNE is best recorded by the Benedictine monk Einhard in his biography, Vita Karoli Magni Imperatoris (ca. 830). Einhard was born around 770 in Seligenstadt in the area of the Maingau as… …   Encyclopedia of medieval literature

  • Einhard — or Eginhard born с 770, Maingau, Franconia died March 14, 840, Seligenstadt, Franconia Frankish historian and scholar. An adviser to Charlemagne and to Louis I the Pious, Einhard was made abbot of several monasteries and held extensive lands. His …   Universalium

  • Einhard — althochdeutscher Ursprung, Bedeutungszusammensetzung aus: »allein« und »stark«. Namensträger: Einhard von Mainfranken, Künstler am Hofe Karls des Großen …   Deutsch namen

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