Herder

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Herder

Herder, 1) Johann Gottfried von, einer der hervorragendsten und einflußreichsten Schriftsteller und Denker Deutschlands, ward 25. Aug. 1744 zu Mohrungen in Ostpreußen als Sohn des Kantors, Glöckners und Schullehrers Gottfried H. und dessen zweiter Ehefrau, Anna Elisabeth Pelz, geboren und starb 18. Dez. 1803 in Weimar. Die VerhĂ€ltnisse seiner Eltern waren bescheiden und beschrĂ€nkt, nicht aber so dĂŒrftig, daß sie auf eine bessere Erziehung ihrer Kinder und namentlich des Knaben, dessen Begabung frĂŒh zutage trat, durchaus hĂ€tten verzichten mĂŒssen. H. besuchte die Stadtschule und wurde zum Studium der Theologie bestimmt. Die unfreundliche und willkĂŒrliche Einmischung des Diakonus S. F. Trescho, der Herders Eltern zu bestimmen suchte, den Knaben ein Handwerk lernen zu lassen, kreuzten die kĂŒnftigen LebensplĂ€ne. Trescho nahm den Knaben als Famulus in sein Haus, mißbrauchte jedoch seine KrĂ€fte zu allerhand unwĂŒrdiger Arbeit, so daß es fĂŒr H. eine Erlösung aus bittern Leiden war, als sich ein russischer Regimentschirurg erbot, ihn zur Erlernung der Chirurgie nach Königsberg und spĂ€ter nach Petersburg mitzunehmen. H. langte im Hochsommer 1762 in der ostpreußischen Hauptstadt an, und da er alsbald erkannte, daß er fĂŒr den von seinem BeschĂŒtzer in Aussicht gestellten Beruf gĂ€nzlich ungeeignet sei, ließ er sich 10. Aug. als Studiosus der Theologie immatrikulieren. An dem BuchhĂ€ndler Kanter, dem er sich schon von Mohrungen aus durch Zusendung des »Gesanges an Cyrus« empfohlen hatte, gewann er einen hilfreichen Gönner; durch seine Anstellung als Lehrer an der Elementarschule des Collegium Fridericianum ward er der drĂŒckendsten Not rasch ĂŒberhoben und ĂŒberließ sich rĂŒckhaltlos seinem Bildungsdrang. Bedeutenden Einfluß auf die geistige Entwickelung des JĂŒnglings ĂŒbte von den UniversitĂ€tslehrern nur Kant, außerhalb der UniversitĂ€tskreise aber der »Magus aus Norden«, der originelle J. G. Hamann aus. Unter den Einwirkungen seiner mannigfaltigen und ausgebreiteten LektĂŒre war keine tiefer, sein ganzes Wesen bestimmender als die der Schriften J. J. Rousseaus. Im Herbst 1764 ward H. als Kollaborator an die Domschule nach Riga berufen, spĂ€ter auch als Pfarradjunkt an der Jesus- und an der Gertraudenkirche angestellt, so daß er in der alten Hauptstadt Livlands, die sich damals noch fast republikanischer SelbstĂ€ndigkeit erfreute, einen ausgebreiteten und nicht unwichtigen Wirkungskreis fand. Die Kreise des stĂ€dtischen Patriziats erschlossen sich dem jungen vielversprechenden Mann, der sich in ihnen mancher Anregung und eines bis dahin ungekannten Lebensgenusses erfreute. Unter so gĂŒnstigen UmstĂ€nden eröffnete H. mit den »Fragmenten ĂŒber die neuere deutsche Literatur« (Riga 1766–67), dem Schriftchen Â»Ăœber Thomas Abbts Schriften. Der Torso von einem Denkmal, an seinem Grab errichtet« (das. 1768) und den »Kritischen WĂ€ldern« (das. 1769) seine große literarische Laufbahn. Indem er darauf hinwies, daß die literarischen Erzeugnisse aller Nationen durch den besondern Genius der Volksart und Sprache bestimmt sind, und indem er die »kritische Betrachtungsweise Lessings durch seine eigne genetische ergĂ€nzte«, gewann H. seine selbstĂ€ndige Stellung in dem großen Kampf der Zeit. Die Angriffe gegen die seichte und verĂ€chtliche Clique der Klotzianer waren nur Konsequenzen seiner Anschauungen. Gleichwohl hatte sich H. Klotz und den Seinen gegenĂŒber BlĂ¶ĂŸen namentlich durch die Ableugnung der Autorschaft der »Kritischen WĂ€lder« gegeben und ward, wie im spĂ€tern Leben noch oft, in Ă€rgerliche HĂ€ndel verwickelt, die ihm selbst das Behagen an seiner sonst so gĂŒnstigen Stellung in Riga verleideten. Starker Reisedrang und das Verlangen, sich fĂŒr eine kĂŒnftige große Wirksamkeit (die er sich mehr als eine praktische, denn als eine literarische dachte) allseitig vorzubereiten, veranlaßten H., im FrĂŒhling 1769 seine Entlassung zu begehren, die man ihm gewĂ€hrte in der Hoffnung, daß er zurĂŒckkehren werde. Im Juni d. J. trat er eine große Reise an, die ihn zunĂ€chst zu Schiff nach Nantes fĂŒhrte, von wo er im November nach Paris ging. Weil er sich rasch ĂŒberzeugen mußte, daß es nicht möglich sein werde, mehrjĂ€hrige Reisen nur mit UnterstĂŒtzung seiner Freunde durchzufĂŒhren, war ihm der Antrag des fĂŒrstbischöflich lĂŒbeckischen Hofes in Eutin, den Erbprinzen Peter Friedrich Wilhelm als Reiseprediger zu begleiten, ganz willkommen. Anfang 1770 kam er nach Eutin und brach im Juni d. J. von dort mit dem Prinzen auf. Noch vor der Abreise hatte ihn ein Ruf des Grafen Wilhelm von Lippe in BĂŒckeburg erreicht; gleich darauf lernte H. in Darmstadt seine nachmalige Gattin, Maria Karoline Flachsland (s. unten), kennen. Eine rasch gefaßte und erwiderte Neigung nĂ€hrte in H. den Wunsch nach festen LebensverhĂ€ltnissen. Er folgte dem Prinzen nur bis Straßburg, begehrte vom eutinischen Hof seine (im Oktober gewĂ€hrte) Entlassung, nahm die vom Grafen zur Lippe angetragene Stellung als Hauptprediger der kleinen Residenz BĂŒckeburg und als Konsistorialrat an, blieb aber dann um einer (leider mißglĂŒckten) Augenoperation willen den Winter in Straßburg und knĂŒpfte hier die freundschaftlichen Beziehungen zu dem um fĂŒnf Jahre jĂŒngern Goethe an. Ende April 1771 trat H. seine neue Stellung in BĂŒckeburg an. Sein VerhĂ€ltnis zu dem Landesherrn des kleinen LĂ€ndchens, dem berĂŒhmten Feldherrn Grafen Wilhelm, ward bei aller Achtung, die der durch und durch soldatische und an keinen Widerspruch gewöhnte FĂŒrst ihm zollte, kein erfreuliches. Auch als Graf Wilhelms Gemahlin, die liebenswĂŒrdige fromme GrĂ€fin Maria, sich H. in herzlicher Verehrung anschloß, betrachtete dieser den Aufenthalt in BĂŒckeburg als ein Exil. Doch wurden ihm diese Jahre durch die Liebe seiner im Mai 1773 heimgefĂŒhrten Gattin und durch die reichen Ergebnisse seiner Studien verschönt. Die Zeit des BĂŒckeburger Aufenthalts war fĂŒr H. die eigentliche Sturm- und Drangperiode. Mit der geistvollen, von der Berliner Akademie preisgekrönten Abhandlung Â»Ăœber den Ursprung der Sprache« (Berl. 1772), die er noch in Straßburg begonnen, den beiden AufsĂ€tzen ĂŒber »Of sian und die Lieder alter Völker« und ĂŒber »Shakespeare« in den fliegenden BlĂ€ttern »Von deutscher Art und Kunst« (Hamb. 1773; Neudruck von Lambel, Stuttg. 1893) und der Schrift »Ursache des gesunkenen Geschmacks bei den verschiedenen Völkern, da er geblĂŒhet«, trat er in den Mittelpunkt der Bewegung, die eine aus dem Leben stammende und auf das Leben wirkende, echte Natur atmende Dichtung wiedergewinnen wollte. Mit der Schrift »Auch eine Philosophie der Geschichte zur Bildung der Menschheit« (o. O. [Riga] 1774) erklĂ€rte er der prahlerischen und öden AufklĂ€rungsbildung des Jahrhunderts den Krieg. Rief schon diese Arbeit die entschiedensten WidersprĂŒche, ja Herabsetzungen und VerlĂ€sterungen Herders hervor, so war dies in noch höherm Grade der Fall bei seinen theologischen und halbtheologischen Schriften, der Ȁltesten Urkunde des Menschengeschlechts« (Riga 1774–76, 2 Tle.), den »Briefen zweener BrĂŒder Jesu in unserm Kanon« (Lemgo 1775), den »ErlĂ€uterungen zum Neuen Testament, aus einer neueröffneten morgenlĂ€ndischen Quelle« (Riga 1775) und den 15 ProvinzialblĂ€ttern »An Prediger« (1774). Die Angriffe, die er erfuhr, veranlaßten ihn, seine schon zum Druck vorbereitete Sammlung der »Volkslieder« zurĂŒckzuhalten. Sie brachen ihm den Entschluß des Weiterwirkens nicht, aber sie steigerten eine hypochondrische Reizbarkeit und ein dĂ€monisches Mißtrauen, die in Herders Seele frĂŒh erwacht waren. H. verhandelte eben wegen einer Berufung an die UniversitĂ€t Göttingen, als er durch Goethes freundschaftliche BemĂŒhungen im FrĂŒhjahr 1776 als Generalsuperintendent, Mitglied des Oberkonsistoriums und erster Prediger an der Stadtkirche nach Weimar berufen wurde. Sein Weggehen von BĂŒckeburg folgte dem Tode seiner Gönnerin, der GrĂ€fin Maria, fast auf dem Fuß. Am 2. Okt. 1776 trat H., der besten Erwartungen und des besten Wissens voll, in Weimar ein. Obschon er hier die denkbar freundlichste Aufnahme fand, so blieben doch auch Mißhelligkeiten nicht aus. Da H. wahrzunehmen glaubte, daß in dem engern Kreise des Herzogs eine grĂŒndliche GleichgĂŒltigkeit, ja verĂ€chtliche GeringschĂ€tzung gegen Kirche und Schule vorherrschte, vertrat er nicht nur, was sein gutes Recht war, deren Interessen aufs krĂ€ftigste und eifrigste, sondern setzte sich in Opposition gegen nahezu alle Meinungen, Richtungen und Neigungen jenes Kreises. Und so gewiß Weimar eine große Verbesserung BĂŒckeburg gegenĂŒber heißen durfte, so fĂŒhlte sich H. von der Kleinlichkeit und Enge auch vieler weimarischer VerhĂ€ltnisse gedrĂŒckt. Dennoch wirkte die verĂ€nderte Lage gĂŒnstig auf ihn, und seine literarische ProduktivitĂ€t nahm einen großen und immer gewaltigern Aufschwung. Der LĂ€uterungsprozeß, durch den sich die hervorragendsten ReprĂ€sentanten des Sturmes und Dranges in die HaupttrĂ€ger der deutschen klassischen Literatur verwandelten, nahm auch bei H. zu Ausgang der 1770er Jahre seinen Anfang. Die bedeutsame philosophische Abhandlung »Vom Erkennen und Empfinden der menschlichen Seele. Bemerkungen und TrĂ€ume« (Riga 1778), die »Plastik. Einige Wahrnehmungen ĂŒber Form und Gestalt aus Pygmalions bildendem Traum« (das. 1778) und die Herausgabe der »Lieder der Liebe« (Leipz. 1778) sowie der lĂ€ngst vorbereiteten »Volkslieder« (erst spĂ€ter von Johannes v. MĂŒller »Stimmen der Völker in Liedern« betitelt, das. 1778–79) waren seine ersten von Weimar aus in die Welt gesandten Publikationen. Die von der MĂŒnchener Akademie preisgekrönte Abhandlung Â»Ăœber die Wirkung der Dichtkunst auf die Sitten der Völker in alten und neuen Zeiten« (1778) galt einem neuen Nachweis, daß echte Poesie die Sprache der Sinne, erster mĂ€chtiger EindrĂŒcke, der Phantasie und der Leidenschaft, daher die Wirkung der Sprache der Sinne allgemein und im höchsten Grade natĂŒrlich sei, eine Wahrheit, welche die mit umfassender Literaturkenntnis ausgewĂ€hlten, lebendig nach- und anempfundenen, z. T. vorzĂŒglich ĂŒbersetzten »Volkslieder« eben weiten Kreisen zum Bewußtsein brachten.

Einen höchst glĂŒcklichen Einfluß auf Herders weitere geistige Entwickelung ĂŒbte seit den ersten 1780er Jahren das wiederhergestellte innige VerhĂ€ltnis Herders und seines Hauses zu Goethe. H. trat in den regsten Gedankenaustausch zu dem jĂŒngern Freund, und wĂ€hrend er seinen Weg unter dessen bewundernder Teilnahme weiter verfolgte, steigerte sich sein GefĂŒhl fĂŒr Schönheit und Klarheit des Vortrags, selbst sein poetisches Ausdrucksvermögen durch den reinen Formensinn Goethes. In ebendiesen 80er Jahren entstand beinahe alles, was Herders immer genialem Wirken durch innere Reise und Ă€ußere Vollendung bleibende Nachwirkung sicherte. Bezogen sich die »Briefe, das Studium der Theologie betreffend« (Weim. 1780–1781, 4 Tle.) und eine Reihe von vorzĂŒglichen Predigten auf Herders Amt und nĂ€chsten Beruf, so leitete das große, leider unvollendet gebliebene Werk »Vom Geiste der EbrĂ€ischen Poesie« (Dessau 1782–83, 2 Tle.; hrsg. von Hoffmann, Gotha 1891) von der Theologie zur Poesie und Literatur hinĂŒber. Aus der tiefsten Mitempfindung fĂŒr die Naturgewalt, die Frömmigkeit und eigenartige Schönheit der hebrĂ€ischen Dichtung wuchs ein Werk hervor, von dem Herders Biograph (R. Haym) mit Recht rĂŒhmt,-daß es »fĂŒr Kunde und VerstĂ€ndnis des Orients Ähnliches geleistet wie Winckelmanns Schriften fĂŒr das Kunststudium und die ArchĂ€ologie«. 1785 aber begann H. die Herausgabe seines großen Hauptwerkes, der »Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit« (Riga 1784–91, 4 Bde.), die endliche AusfĂŒhrung eines Lieblingsplans, die breitere AusfĂŒhrung von Gedanken, die er lĂ€ngst in kleinern Schriften in die Welt gesandt hatte, und wiederum die energische Zusammenfassung alles dessen, was er ĂŒber Natur und Menschenleben, die kosmische Bedeutung der Erde, ĂŒber die Aufgabe des sie bewohnenden Menschen, »dessen einziger Daseinszweck auf Bildung der HumanitĂ€t gerichtet ist, der alle niedrigen BedĂŒrfnisse der Erde nur dienen und selbst zu ihr fĂŒhren sollen«, was er ĂŒber Sprachen und Sitten, ĂŒber Religion und Poesie, ĂŒber Wesen und Entwickelung der KĂŒnste und Wissenschaften, ĂŒber Völkerbildungen u. historische VorgĂ€nge gedacht und (wie seine Gegner erinnerten) getrĂ€umt hatte. Die Aufnahme des Werkes entsprach dessen großem Verdienst (vgl. Grundmann, Die geographischen und völkerkundlichen Quellen und Anschauungen in Herders. Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit', Berl. 1900). Gleichzeitig veröffentlichte H. die Sammlung seiner »Zerstreuten BlĂ€tter« (Gotha 1785–97, 6 Tle.), in der eine Reihe der schönsten Abhandlungen und poetischen Übersetzungen die GeistesfĂŒlle und sittliche Grazie des Schriftstellers in herzgewinnender Weise offenbarte. Seiner Verehrung fĂŒr Spinoza, in der er sich mit Goethe eins fĂŒhlte, gab er Ausdruck in den GesprĂ€chen, die er 1787 u. d. T. »Gott« veröffentlichte.

Einen großen Abschnitt in Herders Leben bildete die Reise, die er 1788–89 nach Italien unternahm. Freilich wirkten seine hypochondrische Reizbarkeit und mancherlei ungĂŒnstige ZufĂ€lle zusammen, ihn eigentlich nur in Neapel zum Vollgenuß dieser Reise kommen zu lassen; doch empfing er bedeutende und bleibende EindrĂŒcke, die vielleicht noch gĂŒnstigere Folgen gehabt hĂ€tten, wenn ihn nicht in Italien eine abermalige ehrenvolle und vielverheißende Berufung nach Göttingen erreicht und die schwere Frage des Gehens oder Bleibens in Weimar ihn wĂ€hrend der RĂŒckreise gequĂ€lt hĂ€tte. Goethe, von der ErwĂ€gung ausgehend, daß der Freund dem KathederĂ€rger in Göttingen noch weniger gewachsen sein werde als dem Hof- und KonsistorialĂ€rger in Weimar, wirkte fĂŒr Herders Bleiben und konnte im EinverstĂ€ndnis mit dem Herzog Tilgung der Herderschen Schulden, Gehaltsverbesserungen und mancherlei tröstliche Verheißungen fĂŒr die Zukunft bieten. H. ließ sich mit einem gewissen Widerwillen zum Bleiben bestimmen, und beide Freunde sollten dieser Entscheidung nur kurze Jahre froh werden. Herders Gesundheitszustand war bloß vorĂŒbergehend gebessert, körperliche Leiden brachen ihm Lebenslust und Arbeitskraft; der fĂŒnfte Teil der »Ideen« blieb ungeschrieben, und bereits die »Briefe zur Beförderung der HumanitĂ€t« (Riga 1793–97, 10 Sammlungen) trugen die Farbe seines verdĂŒsterten Geistes. Die materiellen Sorgen im Herderschen Hause hatten sich leider nur vorĂŒbergehend gemildert, und die nur halb gerechtfertigten AnsprĂŒche, die H. und seine Gattin auf Grund der Abmachungen von 1789 erhoben, fĂŒhrten zu einem unheilbaren Bruch mit Goethe. H. hatte schon zuvor mit reizbarer Eifersucht die wachsende IntimitĂ€t zwischen Goethe und Schiller betrachtet. So trat allmĂ€hlich ein Zustand der Isolierung und krĂ€nklich verbitterten Beurteilung alles ihn umgebenden Lebens bei H. ein. Die geistigen GegensĂ€tze, in denen er sich zur Philosophie Kants, zur klassischen Kunst Goethes und Schillers fand, verstĂ€rkte und verschĂ€rfte H. gewaltsam und ließ sie in seinen literarischen Arbeiten mehr und mehr hervortreten. Zwar gab er, sowie er auf neutralem Gebiet stand, auch jetzt noch VorzĂŒgliches und Erfreuliches. Dem Unterrichtswesen widmete er fortwĂ€hrend eine liebevolle Teilnahme, die besonders in seinen formvollendeten und inhaltreichen Schulreden zum Ausdruck kam. Seine »Terpsichore« (LĂŒbeck) 795), die den vergessenen neulateinischen Dichter Jakob Balde wieder einfĂŒhrte, seine »Christlichen Schriften« (Riga 1796–99, 5 Sammlungen), in denen das unbeirrteste GefĂŒhl fĂŒr den eigentlichen Kern des Christentums den schönsten und maßvollsten Ausdruck fand, seine AufsĂ€tze fĂŒr Schillers »Horen« bewĂ€hrten den alten Herderschen Geist. Aber voll grimmer Bitterkeit und dazu mit unzulĂ€nglichen Waffen bekĂ€mpfte H. in der »Metakritik zur Kritik der reinen Vernunft« (Leipz. 1799, 2 Tle.) die Philosophie und in der »Kalligone« (das. 1800) die Ästhetik Nants, voll absichtlicher Verkennung und unwĂŒrdiger Lobpreisung des Abgelebten und Halben richtete seine »Adrastea« (das. 1801–03, 6 Tle.) alle ihre versteckten Spitzen gegen die lebendige, schönheitsfreudige Dichtung Goethes und Schillers. Nur die Qual eines Zustandes, der ihn tief niederdrĂŒckte, und in dem er sich selbst bald als »dĂŒrrer Baum und verlechzte Quelle«, bald als »Packesel und blindes MĂŒhlenpferd« schilderte, konnte diese letzte verhĂ€ngnisvolle Wendung seiner literarischen TĂ€tigkeit entschuldigen. Letzte Erquickung bereitete ihm, dessen körperliche Kraft mehr und mehr erlag, die poetische Arbeit an seinen »Legenden«, an der Übertragung der Romanzen vom »Cid« (s. d., S. 149) und an den dramatischen Gedichten: »Der entfesselte Prometheus« und »Admetus' Haus«. Die Annahme eines vom KurfĂŒrsten von Bayern 1802 ihm verliehenen Adelsdiploms bereitete H. schweren Ärger, und seine endliche Ernennung zum PrĂ€sidenten des Oberkonsistoriums (1801) kam zu spĂ€t, um ihm Lebensmut zurĂŒckzugeben. In den Sommern 1802 und 1803 suchte er Heilung in den BĂ€dern von Aachen und am Egerbrunnen; im Herbst des letztgenannten Jahres erfolgte ein neuer heftiger Anfall seines unheilbaren LeberĂŒbels, dem er im Winter erlag. Sein Grabdenkmal in der Stadtkirche zu Weimar trĂ€gt die Aufschrift: »Licht, Liebe, Leben«; vor der Kirche wurde ihm 1850 ein ehernes Standbild (von Schaller) errichtet.

Mannigfach rĂ€tsel- und widerspruchsvoll, ungleicher in seinen Leistungen als seine großen Zeitgenossen, aber unvergleichlich reich, vielseitig, voll höchsten Schwunges und schĂ€rfster Einsicht, eine FĂŒlle geistigen Lebens in sich tragend und um sich erweckend, steht H. in der deutschen Literatur. In der großen Umbildung des deutschen Lebens am Ende des 18. Jahrhunderts hat er mĂ€chtiger und entscheidender eingegriffen als einer, und die Spuren seines Geistes lassen sich in der Literatur im engern Sinn, in Fachwissenschaften und Spezialzweigen, die aus seinen Anregungen hervorgegangen sind, ĂŒberall nachweisen. Die Forderung der »HumanitĂ€t«, der Heranbildung und LĂ€uterung zum vergöttlichten Menschlichen, ist der durchgehende Grundgedanke in der Vielheit und Mannigfaltigkeit seiner Schriften. Bei allen seinen Gaben war ihm die kĂŒnstlerische Gestaltungskraft versagt, so daß er als Dichter nur in einzelnen glĂŒcklichen Momenten und auf dem Gebiete der didaktischen Poesie zu wirken vermochte. Die Verbindung seines eignen ethischen Pathos mit Stimmungen und GefĂŒhlen, die ihm aus der Dichtung der verschiedensten Zeiten und Völker ausgingen, war nie ohne Reiz; sein Verdienst als poetischer Übersetzer, als Aneigner und ErlĂ€uterer fremden poetischen Volksgeistes kann kaum zu hoch angeschlagen werden Die große Zahl von Herders poetischen Übertragungen aus den verschiedensten Sprachen, ihre Auswahl und die Resultate, die H. jedesmal aus ihnen zog, haben einer allgemeinen, ĂŒber die »Gelehrtengeschichte« der vorausgegangenen akademischen Perioden hinauswachsenden Literaturgeschichte den Boden bereitet. Neben den »Volksliedern«, dem »Cid«, den Epigrammen aus der griechischen Anthologie, den LehrsprĂŒchen aus Sadis »Rosengarten« und der ganzen Reihe andrer Dichtungen und poetischer Vorstellungen, die Herders anempfindender Geist fĂŒr die deutsche Literatur gewann, stehen jene morgenlĂ€ndischen ErzĂ€hlungen, jene Paramythien und Fabeln, die H. im WiedererzĂ€hlen benutzt, um Momente seiner eignen sittlichen Anschauung, seiner HumanitĂ€tslehre beizugesellen, und die hierdurch wie durch ihre Vortragsweise zu seinem geistigen Eigentum werden. Höher aber als der Dichter steht ĂŒberall der Prosaiker H., der große Kulturhistoriker, Religionsphilosoph, der feinsinnige Ästhetiker, der produktive Kritiker, der glĂ€nzende Essayist, der gehaltreiche und in der Form anziehende Prediger und Redner. Es ist Herders eigenstes Mißgeschick gewesen, daß die großen Ergebnisse seines Erkennens und Strebens rasch zum Gemeingut der Bildung, seine Anschauungen zu Allgemeinanschauungen wurden, so daß es erst der historischen und kritischen ZurĂŒckweisung auf die GenialitĂ€t, die seelische Tiefe und den verschwenderischen Gedankenreichtum der Herderschen Schriften bedurfte, um das grĂ¶ĂŸere Publikum zu ihnen zurĂŒckzufĂŒhren.

Herders »SĂ€mtliche Werke« erschienen zuerst in einer von J. Georg MĂŒller, Johannes v. MĂŒller und Heyne unter Mitwirkung von Herders Witwe und Sohn veranstalteten Ausgabe (Cotta, Stuttg. 1805–20, 45 Bde.; Taschenausg. mit den NachtrĂ€gen, das. 1827–1830, 60 Bde., und 1852–54, 40 Bde.). Die Entfremdung des Publikums veranlaßte die »AusgewĂ€hlten Werke« in einem Band (Cotta, Stuttg. 1844), ferner »AusgewĂ€hlte Werke«, hrsg. von Ad. Stern (Leipz. 1881, 3 Bde.), die des Cottaschen Verlags (mit Einleitung von Lautenbacher, Stuttg. 1889, 6 Bde.) und die in KĂŒrschners »Deutscher Nationalliteratur« (Stuttg. 1886 ff.); besonders gelungen ist die Auswahl der Werke in der gut kommentierten Ausgabe von Th. Matthias in der Klassikerbibliothek des Bibliographischen Instituts (Leipz. 1903, 5 Bde.). VollstĂ€ndigkeit erstrebten die Ausgabe in der Hempelschen »Nationalbibliothek« (Berl. 1869–79, 24 Tle., mit Biographie von DĂŒntzer) und die große kritische, von Suphan geleitete Ausgabe von »Herders sĂ€mtlichen Werken« (das. 1877–99, 32 Bde., wovon noch Bd. 14 fehlt). Auf Grund der letztern Ausgabe gaben Suphan und Redlich »Herders ausgewĂ€hlte Werke« (Berl. 1884–1901, 5 Bde.) heraus. Eine ungekrönte Preisschrift Herders: »Denkmal Joh. Winckelmanns«, von 1778 veröffentlichte Alb. Duncker (Kassel 1882). Sammlungen von Briefen Herders veranstalteten DĂŒntzer und Ferd. Gottfr. v. Herder in den Werken: »Aus Herders NachlaĂŸÂ« (Frankf. 1856 bis 1857, 3 Bde.), »Herders Briefwechsel mit seiner Braut« (das. 1858), »Herders Reise nach Italien« (Gießen 1859) und »Von und an H.« (Leipz 1861–1862, 3 Bde.); O. Hoffmann gab Herders Briefwechsel mit Nicolai (Berl. 1887) und Herders Briefe an Hamann (das. 1889) heraus.

Von biographisch-kritischen Schriften ĂŒber H. sind außer den von seiner Gattin gesammelten »Erinnerungen« (s. unten) und dem von seinem Sohn Emil Gottfried v. H. verfaßten »Lebensbild« (Erlang. 1846 bis 1847, 3 Bde.) zu erwĂ€hnen: Danz und Gruber, Charakteristik J. G. v. Herders (Leipz. 1805); ferner: H. Döring, Herders Leben (2. Aufl., Weim. 1829); »Weimarisches Herder-Album« (Jena 1845); Jegor v. Sivers, H. in Riga (Riga 1868) und HumanitĂ€t und NationalitĂ€t, zum Andenken Herders (Berl. 1869); Joret, H. et la renaissance littĂ©raireen Allemagne (Par. 1875); namentlich aber das biographische Hauptwerk: R. Haym, H. nach seinem Leben und seinen Werken (Berl. 1880–85, 2 Bde.), eine Meisterleistung streng sachlicher und zugleich liebevoller Lebensdarstellung und Beurteilung. Vgl. außerdem A. Werner, H. als Theologe (Berl. 1871); J. G. MĂŒller, Aus dem Herderschen Hause, Aufzeichnungen 1780–1782 (hrsg. von J. BĂ€chtold, das. 1881); BĂ€renbach, H. als VorgĂ€nger Darwins und der modernen Naturphilosophie (Berl. 1877); Lehmann, H. in seiner Bedeutung fĂŒr die Geographie (das. 1883); J. Böhme, H. und das Gymnasium (Hamb. 1890); KĂŒhnemann, Herders Persönlichkeit in seiner Weltanschauung (Berl. 1893) und Herders Leben (MĂŒnch. 1894); Franke, H. und das Weimarische Gymnasium (Hamb. 1894); O. Hoffmann, Der Wortschatz des jungen H. (Berl. 1895); Bloch, H. als Ästhetiker (das. 1896); Tumarkin, H. und Kant (Bern 1890); Schaumkell, H. als Kulturhistoriker (Ludwigslust 1902); Genthe, Der Kulturbegriff bei H. (Jena 1902); Wiegand, H. in Straßburg, BĂŒckeburg und in Weimar (Weim. 1903); BĂŒrkner, H., sein Leben und Wirken (Berl. 1903).

Herders Gattin Maria Karoline, geborne Flachsland, geb. 28. Jan. 1750 zu Reichenweier im Elsaß, gest. 15. Sept. 1809 in Weimar, lebte nach ihres Vaters Tode bei ihrer Schwester in Darmstadt, wo sie H. kennen lernte, der sich 1773 mit ihr verheiratete. Nach Herders Tode ordnete sie dessen literarischen Nachlaß und schrieb: »Erinnerungen aus dem Leben Herders« (hrsg. von J. G. MĂŒller, Stuttg. 1820, 2 Bde.; neue Ausg. 1830, 3 Bde.). Der Ă€lteste Sohn, Wilhelm Gottfried v. H., geb. 1774 in BĂŒckeburg, studierte in Jena Medizin, ward 1800 Provinzialakkoucheur und 1805 Hofmedikus in Weimar, wo er 1806 starb. Er schrieb: »Zur Erweiterung der Geburtshilfe« (Leipz. 1803) und nahm teil an der Herausgabe der Werke seines Vaters. Der dritte und jĂŒngste, Emil Gottfried v. H., war bis 1839 bei der Regierung fĂŒr Schwaben und Neuburg tĂ€tig und starb als bayrischer Oberforst- und Regierungsrat 27. Febr. 1855 in Erlangen. Er gab in »Herders Lebensbild« (s. oben) eine liebevolle Darstellung des Lebens und Wirkens seines Vaters. Ein Enkel Herders, G. Th. Stichling, war weimarischer dirigierender Staatsminister und starb 22. Juni 1891.

2) Siegmund August Wolfgang, Freiherr von, Bergbeamter, zweiter Sohn von H. 1), geb. 18. Aug. 1776 in BĂŒckeburg, gest. 29. Jan. 1838 in Dresden, studierte in Jena und Göttingen, seit 1797 in Freiberg und dann noch die Rechte in Wittenberg, erhielt 1806 die Aussicht ĂŒber die Blaufarbenwerke, wurde-mit der Verbesserung des Betriebes des EisenhĂŒttenwerks Panki und der Salzwerke von Wieliczka beauftragt, erhielt vom König von Sachsen den Freiherrentitel und wurde in das Geheime Finanzkollegium in Dresden berufen. Auf Veranlassung des FĂŒrsten Milosch machte er 1835 eine Reise nach Serbien, um den Bergbau dieses Landes zu heben. H. schrieb: »Der tiefe Meißener Erbstollen« (Leipz. 1838) und lieferte »25 Tafeln Abbildungen der vorzĂŒglichsten Apparate zur ErwĂ€rmung der GeblĂ€seluft« (Freiberg 1840).

3) BartholomĂ€us, VerlagsbuchhĂ€ndler, geb. 22. Aug. 1774 in Rottweil, gest. 11. MĂ€rz 1839 in Freiburg i. Br., grĂŒndete 1801 in Meersburg am Bodensee eine Buchhandlung und Buchdruckerei, die er bald darauf nach Konstanz und 1810 als »Herdersche UniversitĂ€tsbuchhandlung« nach Freiburg verlegte. Seit 1813 druckte er die »Teutschen BlĂ€tter« mit den offiziellen Armeenachrichten und begleitete 1815 als k. k. Feldbuchdrucker im Gefolge Metternichs die VerbĂŒndeten nach Paris. Nach der RĂŒckkehr verband er mit der Buchdruckerei Anstalten fĂŒr Lithographie, Kupferstich etc., aus denen unter anderm hervorgingen: die »Heiligen Schriften Alten und Neuen Testaments mit biblischen Kupfern« (200 Tafeln), die »Denkmale der deutschen Baukunst des Mittelalters am Oberrhein« (1825–30), Weiß u. Wörts »Atlas von Zentraleuropa« (60 Bl.), Kauslers »Schlachtenatlas« (213 Bl.). Der Verlag umfaßte außerdem katholische Theologie, Erziehungsschriften, Naturwissenschaften, Geschichte, darunter Rottecks »Allgemeine Geschichte«. Den katholischen Charakter des GeschĂ€fts entwickelten seine Söhne und Nachfolger: Karl Raphael H. (geb. 1816, gest. 1865) und Benjamin H. (geb. 31. Juli 1818, gest. 10. Nov. 1888; Biographie von Weiß, 2. Aufl., Freib. 1890) noch krĂ€ftiger und machten es auf diesem Gebiete zu einem der bedeutendsten in Deutschland. Besitzer seit 1888 ist Benjamins Sohn Hermann H. (geb. 14. Nov. 1864), Teilhaber war 1868 bis 1895 Franz Joseph Hutter und ist seit 1892 Adolf Streber. Als Hauptunternehmungen des Verlags, der neben andern auch in St. Louis eine Zweigniederlassung hat, sind zu nennen: das »Kirchenlexikon oder EnzyklopĂ€die der katholischen Theologie«, hrsg. von H. J. Wetzer und B. Welte (2. Aufl. von Hergenröther und Kaulen, 1880–1900, 12 Bde.), Hefeles »Konziliengeschichte«, die »Collectio Lacensis conciliorum rec.«, Janssens »Geschichte des deutschen Volks seit dem Ausgange des Mittelalters«, »Herders Konversationslexikon« (1875–79, 4 Bde.; 3. Aufl. in 8 Bdn. seit 1902 erscheinend), das im Auftrag der Görres-Gesellschaft herausgegebene »Staats-Lexikon« (2. Aufl. 1901, 5 Bde.), verschiedene Sammelwerke wie die »Theologische Bibliothek«, die »Asketische Bibliothek«, »Bibliothek der katholischen PĂ€dagogik«, »Illustrierte Bibliothek der LĂ€nder- und Völkerkunde«, das »Jahrbuch der Naturwissenschaften«, die Zeitschriften: »Stimmen aus Maria Laach« (1864 ff.), »Literarische Rundschau fĂŒr das katholische Deutschland« (1875 ff.), die Volksschriften von Alban Stolz u. a.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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