Hirt


Hirt

Hirt, 1) Aloys, Archäolog und Kunsthistoriker, geb. 27. Juni 1759 zu Behla in Baden, gest. 29. Juni 1836 in Berlin, studierte in Nancy und seit 1779 in Wien. Seit 1782 hielt er sich in Italien auf. 1796 nach Deutschland zurückgekehrt, ward er Lehrer des Prinzen Heinrich von Preußen, Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Berlin und der Akademie der Künste, königlicher Rat und bei Gründung der Universität ordentlicher Professor der Archäologie. 1816 und 1817 bereiste er nochmals Italien und hierauf Belgien und Holland. Er hatte wesentlichen Anteil an der Stiftung des Berliner Museums. Seine durch die spätern Forschungen wertlos gewordenen Hauptwerke sind: »Die Baukunst nach den Grundsätzen der Alten« (Berl. 1809, mit 50 Kupfertafeln); »Geschichte der Baukunst bei den Alten« (das. 1820–27, 3 Bde., mit 32 Tafeln); »Geschichte der bildenden Künste bei den Alten« (das. 1833).

2) Johann, Bildhauer, geb. 4. März 1836 in Fürth, gest. 19. Aug. 1897 in München, kam 1855 auf die Akademie in München und erhielt durch Widnmann seine künstlerische Ausbildung. Neben wohlgelungenen Porträtbüsten machten ihn anfangs Statuetten und dekorative Arbeiten durch hübsche Erfindung, Lebensfrische und Zierlichkeit bekannt; ihnen folgten später lebensgroße, meist nackte Idealfiguren aus der griechischen Mythe, die sich durch ungewöhnlichen Adel der Form im Anschluß an die Antike, durch Tiefe der Empfindung und durch große Meisterschaft in der Behandlung des Marmors auszeichnen. Seine Hauptwerke sind: Faust und Gretchen, ein spielender Knabe, der verweigerte Kuß, der Flötenspieler, das Kind mit dem Hunde, das Mädchen mit dem jungen Ziegenbock, Amor Pfeile schmiedend, die Musik, die Spinnerin, Hermann und Dorothea, Aschenbrödel, Lady Macbeth, die Schnitterin, Andromeda, junger David, Arethusa (1889), getroffene Niobide (1890), Klytia (1891), Bogenspanner und flehende Nymphe (1894) und das Kriegerdenkmal in Fürth.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Hirt — Hirt …   Deutsch Wörterbuch

  • Hirt — bezeichnet eine Person, die eine Herde von Nutztieren hütet (bewacht) und versorgt, siehe Hirte im Christentum Jesus Christus, siehe Guter Hirte Brauerei Hirt in Kärnten, Österreich Hirt ist der Familienname folgender Personen: Al Hirt… …   Deutsch Wikipedia

  • Hirt — [hɪrt], der; en, en, Hir|te [ hɪrtə], der; n, n, Hir|tin [ hɪrtɪn], die; , nen: Person, die eine Herde hütet: das Unwetter überraschte Hirt und Herde/den Hirten und die Herde; die Hirtin leitete ihre Herde sicher über die Straße. Syn.: ↑ Cowboy,… …   Universal-Lexikon

  • Hirt — Sm std. (8. Jh.), mhd. hirt(e), ahd. hirt(i), herte, as. hirdi Stammwort. Aus g. * herd ija m. Hirt , auch in gt. hairdeis, anord. hirđir, ae. hi(e)rde. Zugehörigkeitsbildung (Täterbezeichnung) zu dem Wort Herde. Genau vergleichbar ist lit.… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Hirt — Hirt‹e›: Das gemeingerm. Wort mhd. hirt‹e›, ahd. hirti, got. haírdeis, engl. ‹shep›herd, schwed. herde ist eine Ableitung von dem unter ↑ Herde dargestellten Substantiv. – Abl.: hirten schweiz. mdal. für »das Vieh hüten oder besorgen«. Zus.:… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Hirt [1] — Hirt, 1) Joh. Friedr., geb. 1719 in Apolda; st. 1783 in Wittenberg als Professor der Theologie u. schr. u.a.: Orientalische u. exegetische Bibel, Jena 1772–76, 8 Bde. u. m. a. 2) Aloys, geb. 1759 zu Bella in der Landschaft Baar in Baden; studirte …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Hirt [2] — Hirt, 1) Jemand, der Vieh auf dem Felde hütet; 2) der von der Viehzucht lebt, seine Heerden auf die Weide treibt u. mit denselben von einem Ort zum anderen wandert; in diesem Sinne gibt es ganze Hirtenvölker (Nomaden, s.d.). Das Geschichtliche… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Hirt — Hirt, Alois, geb. 1759 zu Behla bei Donaueschingen, gest. 1836 als Prof. zu Berlin, Archäolog u. Kunsthistoriker, berühmt durch seine »Baukunst nach den Grundsätzen der Alten«, Berlin 1809, später jedoch dem Fortschritte der Wissenschaft nicht… …   Herders Conversations-Lexikon

  • Hirt — Hirt,der:Hüter;Halter(österr)+Gaucho·Cowboy;auch⇨Hütejunge …   Das Wörterbuch der Synonyme

  • Hirt — 1. Auch dem besten Hirten frisst der Wolf ein Schaf. Alles Ungemach, jede Ungehörigkeit kann die wachsamste Aufsicht, die kräftigste Regierung nicht abwenden. 2. Auch ein lahmer Hirt weiss genäschige Ziegen zu fassen. 3. Bei viel hirten wirt vbel …   Deutsches Sprichwörter-Lexikon


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