Holz [1]

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Holz [1]

Holz (lat. Lignum, hierzu Tafel »Bau des Holzes«), im gewöhnlichen Leben und in der Technik die Hauptsubstanz der Wurzeln, des Stammes und der Äste der BĂ€ume und StrĂ€ucher, in der Pflanzenanatomie die vom Verdickungs- oder Kambiumring (s. LeitbĂŒndel) nach innen zu abgeschiedenen Gewebe, deren ZellwĂ€nde zum grĂ¶ĂŸten Teil durch Einlagerung von Lignin chemisch verĂ€ndert (verholzt) sind. Die Dikotyledonen, deren LeitbĂŒndel in einem Kreise stehen, bilden meist einen mehr oder minder zusammenhĂ€ngenden Holzring, der das Mark zunĂ€chst umgibt, bei den KrĂ€utern keine wesentliche Zunahme erfĂ€hrt, bei den BĂ€umen und StrĂ€uchern aber durch die zwischen dem H. und dem Baste tĂ€tig bleibende Kambiumschicht alljĂ€hrlich an seiner Außenseite neuen Zuwachs im ganzen Umfang erhĂ€lt und dadurch zu einem zylindrischen Holzkörper wird, dessen periodische Zunahme das Dickerwerden des Baumstammes bedingt. Im Stamm der Monokotyledonen kann dagegen das H. eine solche Entwickelung nicht erreichen, weil die LeitbĂŒndel hier meist im Grundgewebe zerstreut stehen und sich nicht durch einen gemeinsamen Ring verbinden; jeder bleibt ein verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig schwacher Strang. Auch in den StĂ€mmen der Palmen und der andern baumartigen Monokotyledonen besteht dieses VerhĂ€ltnis; aber dafĂŒr verholzen hier oft die Zellen in der Umgebung der LeitbĂŒndel, wodurch der Stamm eine holzĂ€hnliche Festigkeit erhĂ€lt. Über den anatomischen Bau des Holzes s. RĂŒckseite der Tafel. Das H. erscheint bei mikroskopischer Untersuchung aus Zellen zusammengesetzt, die vorwiegend langgestreckte, an den Enden zugespitzte, d. h. prosĂ©nchymatische Gestalt besitzen und mit ihrem lĂ€ngern Durchmesser in der LĂ€ngsrichtung des Holzes und Pflanzenteils stehen. Auf dieser Lagerung der Elementarorgane beruht die Spaltbarkeit des Holzes in der LĂ€ngsrichtung. Man unterscheidet folgende Arten von Zellen im H., die bei den Laubhölzern meist alle vorhanden sind: 1) Die trachealen Formen sind ausgezeichnet durch relativ dĂŒnnere ZellwĂ€nde, die Neigung zu spiral- oder netzfaseriger Verdickung haben oder mit behöften TĂŒpfeln versehen (s. Pflanzenzelle) und gewöhnlich nur von Luft oder Wasser erfĂŒllt sind. Dazu gehören die eigentlichen GefĂ€ĂŸe, deren ĂŒbereinander stehende Glieder mit durchlöcherten QuerwĂ€nden aneinander stoßen, so daß die GefĂ€ĂŸe kontinuierliche Röhren darstellen (Tafel, Fig. 1 g u. Fig. 2). Sie sind die weitesten aller Elemente im H., und oft erkennt man sie schon mit unbewaffnetem Auge als kleine Poren auf dem Querschnitt des Holzes (Eiche, Fig. 7). Von den weitesten kommen aber in dem nĂ€mlichen H. alle Abstufungen vor bis zu den engsten GefĂ€ĂŸen, welche die eigentlichen Holzzellen an Weite kaum ĂŒbertreffen; oft unterbleibt auch die Durchbrechung der QuerwĂ€nde, und diejenigen trachealen Elemente, welche die gewöhnliche prosenchymatische Form der Holzzellen mit ĂŒberall gleichmĂ€ĂŸig spiral- oder netzfaserförmig verdickter oder behöft getĂŒpfelter Membran besitzen, aber rings geschlossen sind, werden als Tracheiden (Fig. 1, 4, 5 t u. Fig. 3) bezeichnet. 2) Die bastfaserartigen Holzzellen oder Libriformzellen (Holzfasern) sind stets enge, pros Ă©nchymatische, ca. 0,3–1,3 mm lange Zellen mit relativ dicker Membran und enger Zellhöhle, meist ohne spiral- oder netzförmige Verdickung und nicht behöft, sondern mit spalten förmigen, schiefgestellten Poren; sie dienen der mechanischen Festigung des Pflanzenkörpers und sind daher Teile des mechanischen Gewebesystems (s. Art. »Hartgewebe« u. Fig. 1 l f u. Fig. 5 l). 3) Das Holzparenchym besteht aus min der dickwandigen, ebenfalls einfach getĂŒpfelten, kurzen, parenchymatischen Zellen, die entstehen, indem prosenchymatische Kambiumzellen noch vor der Verdickung und Verholzung ihrer Membranen durch wiederholte Querteilungen zu einer Anzahl ĂŒbereinander stehender Parenchymzellen werden, die in ihrer Gesamtheit meist noch deutlich die prosenchymatische Gestalt der Mutterzelle erkennen lassen (Fig. 1 p u. Fig. 5 b p) Sie enthalten lebendiges Plasma und sind wĂ€hrend des Winters mit StĂ€rkemehl erfĂŒllt, das beim Eintritt des FrĂŒhlings wieder aufgelöst und den Knospen zugefĂŒhrt wird. Bleibt eine Mutterzelle des Holzpar enchyms ungeteilt, so behĂ€lt sie ihre spindelförmige Gestalt und wird im ausgebildeten Zustand als Ersatzfaser bezeichnet. Außer diesen Bestandteilen kommen im H. noch allgemein Markstrahlen (Spiegel) vor, radienartig vom Mark gegen die Rinde zu geradlinig verlaufen de, dem unbewaffneten Auge auf dem Querschnitt durch das H. als seine Strahlen erscheinende GewebezĂŒge, die aus Parenchymzellen (Fig. 1 st u. Fig. 5 m) mit mĂ€ĂŸig dicken und ebenfalls verholzten und getĂŒpfelten Membranen und mit StĂ€rkeinhalt wĂ€hrend der Wintermonate bestehen.

Durch das periodische jĂ€hrliche Dickenwachstum des Holzkörpers werden bei den Holzpflanzen der gemĂ€ĂŸigten Zone die Jahres- oder Holzringe hervorgebracht, die dem unbewaffneten Auge meist sehr deutlich erkennbaren konzentrischen Linien, deren ZwischenrĂ€ume allemal dem Zuwachs eines Jahres entsprechen. Sie entstehen dadurch, daß im Herbste die Holzbildung mit lauter sehr engen und dickwandigen Zellen abschließt (Fig. 6 g), wĂ€hrend sie im nĂ€chsten FrĂŒhling unmittelbar wieder mit zahlreichen weitern Elementen beginnt (Fig. 6 v); die Grenze (Fig. 6 g bis v) dieses schroffen Wechsels bedingt den Jahresring. Aus diesem Grund ist auch das FrĂŒhjahrsholz poröser und minder dicht als das Herbst holz, und H. mit schmalen Jahresringen ist dichter und fester als solches mit breiten. H. mit breiten Jahresringen nennt man grobjĂ€hrig, solches mit schmalen Jahresringen feinjĂ€hrig. Übrigens wechselt selbst in demselben Stamm die Breite der Jahresringe nach dem Alter und nach etwaigen plötzlichen VerĂ€nderungen in der Standortsbeschaffenheit des Baumes; derselbe Jahresring zeigt ferner bei schiefen oder horizontalen Ästen eine ungleiche Ausbildung, indem er entweder auf der Oberseite (epinastisch) oder auf der Unterseite (hyponastisch) stĂ€rker im Wachstum gefördert wird. Die Hauptursache dieser Erscheinung wird in einer ungleichen Zufuhr der zellbildenden Baustoffe gesucht. Der Holzkörper mancher BĂ€ume (z. B. Linde, Ahorn, Erle, Birke) zeigt in allen seinen Teilen gleiche Farben und Beschaffenheit. Solchen als SplintholzbĂ€ume bezeichneten BĂ€umen stehen andre gegenĂŒber, bei denen die Ă€ltern Partien des Holzes nachtrĂ€gliche VerĂ€nderungen (sogen. Verkernung) erfahren, derart, daß in dem ausgewachsenen Holzkörper ein zentraler Kern (Kernholz, duramen) von dem aus den jĂŒngsten Jahresringen gebildeten Ă€ußern Holzmantel (Splint, alburnum) deutlich verschieden ist. Bei den sogen. ReifholzbĂ€umen (Tanne, Fichte, Buche) ist das Kernholz von gleicher Farbe wie der Splint, aber dichter und vor allem fastĂ€rmer. Bei den KernholzbĂ€umen (z. B. Eiche, Esche, Kiefer, LĂ€rche) ist der Kern zugleich durch eine auf die Einlagerung harziger oder gummiartiger Substanzen zurĂŒckzufĂŒhrende dunklere FĂ€rbung vor dem Splintholz ausgezeichnet. Bisweilen lagern sich auch Farbstoffe im Kernholz ab, z. B. HĂ€matoxylin im Blauholz (Haematoxylon campechianum), Brasilin im roten Sappan (Caesalpinia Sappan), Morin im Gelbholz (Maclura aurantiaca). Andre Hölzer speichern, wie das Tiekholz, betrĂ€chtliche Mengen von KieselsĂ€ure oder, wie Ulme, Buche, Celtis, Sorbus torminalis. auch kohlensauren Kalk im Kernholz. Durch die anatomische Struktur lĂ€ĂŸt sich das H. der einzelnen Baumarten oft noch an den kleinsten Splittern unterscheiden. Das H. der NadelbĂ€ume (Koniferen) weicht von demjenigen der Laubhölzer (Fig. 7) darin ab, daß es keine GefĂ€ĂŸe besitzt und auf dem Querschnitt (Fig. 8) also hauptsĂ€chlich aus lauter gleich weiten Tracheiden besteht; letztere zeichnen sich bei allen Koniferen durch ihre außerordentlich großen, behöften TĂŒpfel aus (Fig. 4 t), die nur auf den in der Richtung des Stammradius stehenden LĂ€ngswĂ€nden vorhanden sind. Auch das versteinerte H. fossiler Nadelhölzer ist an diesen StrukturverhĂ€ltnissen noch zu erkennen. Alle LaubbĂ€ume zeigen dagegen in ihrem H. außer dem den Hauptbestandteil ausmachenden engen Elementarorgan die vielmal grĂ¶ĂŸern Durchschnitte der mehr einzeln stehenden GefĂ€ĂŸe (Fig. 7). Die weitere mikroskopische Unterscheidbarkeit der einzelnen Laubholzarten beruht außer auf der Weite der GefĂ€ĂŸe und auf EigentĂŒmlichkeiten der Verdickungen ihrer WĂ€nde vornehmlich auf dem Vorkommen und der Verteilung der oben angefĂŒhrten Zellenformen des Holzes.

Chemische Zusammensetzung, spezifisches Gewicht etc.

Fast alle Hölzer zeigen anfangs eine helle, gelbliche bis brĂ€unliche oder schwach rötliche FĂ€rbung, die bei manchen Hölzern spĂ€ter im innern, Ă€ltern Teil stark dunkelt (Kernholz). Der Ă€ußere hellere Teil (Splint) zeigt nur selten eine auffallende FĂ€rbung, z. B. zi tronengelb beim Sauerdorn. Die FĂ€rbung des Kernholzes beruht auf dem Auftreten verschiedener Kernstoffe. Am hĂ€ufigsten sind braune Farbentöne, die aber in Gelb, Rot, Schwarz (s. oben) ĂŒbergehen. Solche FĂ€rbungen sind bei tropischen Kernhölzern viel intensiver als bei den unsrigen, sie vertiefen sich bei Einwirkung von Luft und Licht, treten z. B. bei der Kiefer ĂŒberhaupt erst bei dieser Einwirkung ein oder verĂ€ndern sich dabei wie beim Amarantholz. Bisweilen ist der Kern gewĂ€ssert, besitzt hellere und dunklere Zonen (Nußholz, Olivenholz, brasilisches Rosenholz etc.). Auch bei Splint- und Reifhölzern tritt an der Lust Nachdunkeln oder intensive FĂ€rbung ein (Erle). Viele Hölzer besitzen einen eigentĂŒmlichen charakteristischen Geruch (Harzduft der Nadelhölzer, Lohegeruch frischen Eichen- und Nußholzes, Veilchenholz, Rosenholz, Stinkholz, das frische Niesholz vom Kapland reizt bei der Bearbeitung zum Niesen). An altem H. tritt der Geruch noch auf frischen SchnittflĂ€chen hervor. Geschmack zeigen nur wenige Hölzer, Zedrelaholz schmeckt bitter, Blauholz und rotes Santelholz sĂŒĂŸlich.

Aschefrei gedachtes, vollkommen trocknes H. enthĂ€lt 49,9–56,9 Proz. Kohlenstoff, 6–6,6 Proz. Wasserstoff, 0,9–1,5 Proz. Stickstoff und 37,4–43,1 Proz. Sauerstoff. Nadelholz ist im allgemeinen reicher an Kohlenstoff und Wasserstoff als Laubholz. FĂŒr unsre heimischen Holzarten gelten so' gende Zahlen. 100 Teile aschenfrei gedachter, trocknes H. enthalten etwa:

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Als mittlere Zusammensetzung trocken und aschenfrei gedachter Hölzer kann man annehmen:

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Der Stickstoffgehalt des Holzes betrÀgt 0,5 bis 1,5 Proz.; der Aschengehalt betrÀgt bei

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FrĂŒher nahm man an, daß das H. aus Zellulose C6H10O5 und darin eingelagerter kohlenstoffreicherer, inkrustierender Substanz (Lignin, Sklerogen) bestehe. Jetzt weiß man, daß neben der eigentlichen, nur zu Dextrose hydrolysierbaren, gegen verdĂŒnnte MineralsĂ€uren, stark erhitztes Alkali und oxydierende Agenzien relativ widerstandsfĂ€higen Dextrosezellulose noch mehrere nahestehende Kohlehydrate in der Zellwand enthalten sind (Hemizellulosen), die schon durch Kochen mit stark verdĂŒnnten MineralsĂ€uren hydrolysiert oder zum Teil auch durch kalte verdĂŒnnte Alkalilaugen in Lösung gebracht werden. Auch die inkrustierende Substanz ist kein chemisch einheitlicher Stoff, man hat aber bis auf das Hadromal (einen aromatischen Aldehyd und, vielleicht mit andern Aldehyden, die Ursache gewisser Farbenreaktionen des Holzstoffes) bisher nach keinem Bestandteil der inkrustierenden Substanz isoliert, darf aber wohl annehmen, daß die Ligninstoffe mit den Zellulosen zu Ă€therartigen Verbindungen (Lignozellulosen) vereinigt sind. Viele Reaktionen weisen darauf hin. daß die Ligninsubstanzen den aromatischen Körpern, d. h. den Abkömmlingen des Benzols, nahestehen. Das H. gibt mit mehreren Reagenzien Farbenreaktionen, die durch die Ligninsubstanz hervorgebracht werden (Ligninreaktionen); man benutzt sie z. B., um die Gegenwart von Holzstoff im Papier nachzuweisen. Die Salze von Anilin und seinen Homologen, Metaphenylendiamin und seinen Homologen, Naphthylamin und vielen andern Aminen fĂ€rben verholzte Gewebe (nicht dauernd) gelb, Dimethylparaphenylendiamin rot, Tallinsulfat dauernd orangegelb. Bei Gegenwart von SalzsĂ€ure wird H. gefĂ€rbt: von Indol kirschrot, Skatol und Karbazol ebenso, Pyrrhol rot, Guajakol, Kresol, aNaphthol, Thymol, Anisol und Anetol grĂŒn bis grĂŒnlichgelb, Phenol und Pyrogallol blaugrĂŒn, Brenzkatechin grĂŒnlichblau, Resorcin violett, Orcin rotviolett, Phloroglucin violettrot. Die letztgenannte Reaktion wird am hĂ€ufigsten angewendet. Man kann annehmen, daß die gebrĂ€uchlichen Hölzer 47–62 Proz. ihres Trockengewichts an Zellulose und 38–53 Proz. Lignin enthalten. Der Inhalt der Zellen des Holzes besteht aus Zucker, StĂ€rke, Gummi, Gerbstoffen (Quebrachoholz enthĂ€lt 20–25, Edelkastanie, Eiche mehr als 5 Proz. Gerbstoff), Harzen, Farbstoffen, organischen Stickstoffverbindungen, Mineralstoffen, die beim Verbrennen des Holzes als Asche (s. d.) zurĂŒckbleiben, und Wasser.

Der Wassergehalt des Holzes schwankt nach Art und Alter, Jahreszeit, Standort, Klima etc. Splintholz ist wasserreicher als Kernholz, und im Winter gefĂ€lltes H. enthĂ€lt bis 10 Proz. weniger Wasser als im FrĂŒhjahr gefĂ€lltes. Die folgende Tabelle gibt in der Kolumne a einen aus zwölf Monatsbeobachtungen berechneten Jahresdurchschnitt, in b in einzelnen FĂ€llen beobachtete Extreme. Danach enthalten 100 Teile frisches H. in Prozenten:

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Der Durchschnitt von 8 weichen Laubhölzern berechnet sich auf 49 Proz., von 16 harten Laubhölzern auf 37, von 5 Nadelhölzern auf 59, von 30 verschiedenen Hölzern auf 49 Proz. Bei diesen Bestimmungen wurde das Wasser nur bis auf einen gut lufttrocknen Zustand entfernt. SchĂŒbler und Hartig fanden in im Winter gefĂ€lltem H. folgende Feuchtigkeitsprozente:

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GefĂ€lltes H. verliert an der Luft einen Teil seines Wassergehalts (dichte, harte Holzarten langsamer als weiche, lose), und wenn es gespalten ein Jahr an der Luft gelegen hat, so enthĂ€lt es in unserm Klima noch 10,20. höchstens 25 Proz. Feuchtigkeit. Durchschnittlich kann man annehmen, daß der Wassergehalt sechs Monate nach der FĂ€llung bei im Trocknen aufbewahrtem H. (a) und im völlig lufttrocknem Zustand (b) betrĂ€gt:

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Das spezifische Gewicht des grĂŒnen Holzes gibt zunĂ€chst nur an, daß das betreffende H. viel oder wenig Luft eingeschlossen enthĂ€lt, aber nicht, ob das, was nicht Luft ist, aus Wasser oder Holzsubstanz besteht. Ordnet man die Hölzer nach den zwischen den Grenzzahlen liegenden Mittelzahlen, so erhĂ€lt man fĂŒr das spezifische Gewicht folgende Tabelle:

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Das spezifische Gewicht des trocknen Holzes ist nur abhÀngig von dem spezifischen Gewicht des festen Holzgewebes und dem Gesamtvolumen der HohlrÀume in diesem Gewebe. Da aber das spezifische Gewicht der Holzsubstanz selbst nur zwischen 1,13 (Linde) und 1,29 (Buche) schwankt, so gibt das spezifische Gewicht des trocknen Holzes zugleich ein Bild von dessen PorositÀt. Die folgende Tabelle enthÀlt die spezifischen Gewichte von bei 60° gut getrocknetem H., geordnet nach den Mittelzahlen.

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Im allgemeinen ist Wurzelholz leichter, Astholz hĂ€ufig schwerer als Stammholz. Das geringste spez fische Gewicht (etwa 0,25) zeigen die erotischen Korkhölzer. Zu den schwersten Hölzern gehören das Pockholz (1,39), dann (ca. 1,0) Buchsbaum, mehrere Eichen, Baumheide, Kornelkirsche und (0,81–0,95) Ölbaum, Flieder, Rainweide, Sperberbaum, Johannisbrotbaum, Weiß- und Schwarzdorn.

Die Dichtigkeit des Holzes steht in sehr genauer Beziehung zu seiner Festigkeit und HĂ€rte, und die spezifischen Gewichte geben also auch in dieser Richtung brauchbare Anhaltspunkte, obwohl z. B. fĂŒr die Festigkeit noch eine Reihe andrer UmstĂ€nde maßgebend sind, vor allem die anatomische Struktur der Hölzer, die Weite und Dickwandigkeit seiner Elemente. Nach der HĂ€rte ordnen sich die Hölzer in folgender Weise: steinhart: Ebenholz; beinhart: Sauerdorn, Syringe; sehr hart: Mandelbaum, Weißdorn; hart: Ahorn, Hainbuche, Wildkirsche, Taxus; ziemlich hart: Esche, Platane, Zwetsche, Robinie, Ulme; etwas hart: Buche, Eiche, Nußbaum, Birnbaum, Apfelbaum, Edelkastanie; weich: Fichte, Tanne, Kiefer, LĂ€rche, Erle, Birke, Roßkastanie, Salweide; sehr weich: Linde, Pappel, Weidenarten. Im allgemeinen besitzen die langsam gewachsenen Hölzer die grĂ¶ĂŸte HĂ€rte. Innerhalb der Masse eines Holzes zeigen sich oft bedeutende HĂ€rteunterschiede. So ist namentlich in breiten Holzringen der Tanne, Fichte, Kiefer, LĂ€rche etc. das SpĂ€tholz in der Regel erheblich hĂ€rter als das FrĂŒhholz. Die ZĂ€higkeit ergibt sich aus der StĂ€rke der Biegung, die unter festgesetzten UmstĂ€nden ein an seinen beiden Enden unterstĂŒtzter, in der Mitte seiner LĂ€nge belasteter Holzstab erfĂ€hrt. Setzt man die ZĂ€higkeit des Eichenholzes = 100, so ist jene des Buchen- und Tannenholzes = 97, des Fichtenholzes = 104, des Eschenholzes = 108. Die Angaben ĂŒber die ElastizitĂ€t des Holzes sind ganz unsicher, denn jedes andre StĂŒck derselben Holzart gibt bedeutend abweichende Resultate. Die ElastizitĂ€t scheint um so grĂ¶ĂŸer zu sein, je kleiner die mittlere Breite der Jahresringe ist, daher z. B. die GĂŒte des Resonanzholzes wesentlich nach dieser Dimension beurteilt wird. Zu MastbĂ€umen soll in England nur H. verwendet werden, bei dem die mittlere Breite der Jahresringe nicht mehr als 2 mm betrĂ€gt. Die Spaltbarkeit der Hölzer wird begĂŒnstigt durch sehr gerade, nicht zu seine und nicht zu dicht verbundene Fasern, große, ebene Spiegel, einen gewissen Grad. von ElastizitĂ€t und nicht zu große Querfestigkeit. Äußerst schwerspaltig sind: Schwarzbirke, Buchsbaum, Kornelkirsche, Hartriegel, wilde Kirsche, Mahalebkirsche, Vogelbeerbaum, Eibe; sehr schwerspaltig: Maßholder, gemeine Birke, Weißbuche, Mehlbeerbaum, Weißdorn, Robinie, Ulme; schwerspaltig: Ahorn, Spindelbaum, Esche, Elsbeerbaum. Syringe; etwas schwerspaltig: Schwarzföhre, Zwetsche, Kreuzdorn; ziemlich leichtspaltig: Nußbaum, LĂ€rche, Holunder, Rotbuche; leichtspaltig: Roßkastanie, Erle, Haselnuß, Kiefer, Espe, Eiche, Edelkastanie, Weide, Linde; sehr leichtspaltig: Tanne, Fichte, Weimutskiefer; Ă€ußerst leichtspaltig: Silberpappel, kanadische Pappel.

Auf die Eigenschaften des Holzes ĂŒben die Wachstumsbedingungen großen Einfluß; im allgemeinen wachsen die spezifisch schwersten Hölzer in sĂŒdlichen Gegenden, aber eine und dieselbe Holzart wird oft in nördlichern Gegenden oder in rauhen Höhenlagen oder auf der Nordseite eines Reviers und bei trocknem Standort am schwersten (nordisches Kiefernholz), und meist entspricht minder ĂŒppiges Wachstum dem höhern spezifischen Gewicht. Dies gilt aber nur fĂŒr BĂ€ume, bei denen das spezifische Gewicht mit der Enge der Jahresringe steigt. Bei manchen Laubhölzern ist nĂ€mlich die Anzahl der jĂ€hrlich gebildeten Poren weit konstanter als die Menge der ĂŒbrigen Bestandteile des Jahresringes, und deshalb entsprechen bei diesen Hölzern die breitern Jahresringe, die grĂ¶ĂŸere Massenproduktion dem kompaktern H. (sĂŒdeuropĂ€isches Eichenholz; daß auch in solchem Fall ĂŒppiges Wachstum lockeres Gewebe erzeugt, beweist das Eichenholz des Rheintals und Hollands). Enger Stand der BĂ€ume im Wald erzeugt stets leichtes, schwammiges H. Derselbe Baum liefert meist im Winter schwereres H. als im Sommer, und man kann das Mindergewicht eines Volumens H. im trocknen Zustand fĂŒr den Sommer bei Laubhölzern etwa auf 8–9 Proz., bei immergrĂŒnen Nadelhölzern auf etwa 5 Proz. veranschlagen.

Beim Trocknen zieht sich das H. in einen kleinern Raum zusammen (es schwindet), an feuchter Luft oder gar im Nassen nimmt es aber wieder Wasser auf und vergrĂ¶ĂŸert sein Volumen (es quillt); wird es an dieser VolumverĂ€nderung (das Arbeiten des Holzes) irgendwie gehindert, so wirft oder zieht es sich und reißt. Die gewöhnlich verarbeiteten Hölzer schwinden beim Übergang aus dem frischen in den lufttrocknen Zustand in der Faserrichtung um 0,1 Proz, in der Richtung der Markstrahlen um 5, in der Richtung der Jahresringe um 10 Proz. Die nachstehende Tabelle gibt das Maß des Schwindens verschiedener Holzarten an.

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Lufttrocknes H. quillt im Wasser wieder und nimmt in 11/2-2 Monaten sein ursprĂŒngliches Volumen wieder an; es fĂ€hrt dann aber oft noch 2–3 Jahre fort, Wasser aufzunehmen, und wird bedeutend schwerer, ohne sein Volumen weiter zu vergrĂ¶ĂŸern. Die Gewichtszunahme infolge der DurchnĂ€ssung betrĂ€gt z. B beim H. der Weißbuche 60 Proz., Rotbuche 63 bis 99, Eiche 60–91, Erle 136–163, Fichte 70–166, Pappel 214 Proz Durch Kernrisse (Waldrisse), Frostrisse, DrehwĂŒchsigkeit, besonders auch durch eingewachsene Äste wird die Brauchbarkeit des Holzes oft wesentlich vermindert, wĂ€hrend maseriger und wimmeriger Wuchs es namentlich fĂŒr die Kunsttischlerei oft erheblich wertvoller machen.

FĂ€ule, Dauerhaftigkeit.

Das H. erleidet oft schon im lebenden Stamm, noch mehr nach dem Absterben des Baumes und nach der FĂ€llung unter dem Einfluß von Bakterien, Pilzen etc. VerĂ€nderungen und unter UmstĂ€nden völlige Zersetzung. Bei der Vermoderung, Trocken- oder WeißfĂ€ule, meist an abgestorbenen Teilen von BĂ€umen beobachtet, wird das H. (oft mit Phosphoreszenz) weiß und zerreiblich. Dies geschieht besonders an Orten, an denen das H. nicht völlig zu trocknen vermag, oder wo es unter gĂŒnstigen WĂ€rmeverhĂ€ltnissen hĂ€ufig befeuchtet wird, ohne jedesmal wieder zu trocknen (Bergwerke); der Prozeß selbst besteht im wesentlichen in einer Oxydation, bei der auch die Substanz der Zellwandungen selbst verĂ€ndert wird. Die nasse FĂ€ulnis verlĂ€uft dagegen ohne Zutritt des Sauerstoffes; sie tritt ein bei fortdauernder Befeuchtung des Holzes und bei einer gewissen Höhe der Temperatur; das Produkt ist rötlich, brĂ€unlich oder gar schwarz. Man beobachtet die FĂ€ulnis besonders in stehenden GewĂ€ssern und bei H. in feuchter Erde, viel seltener im fließenden Wasser. Sie wird offenbar durch die stickstoffhaltigen Bestandteile des Holzes veranlaßt und wirkt auf gesundes H. mehr oder weniger ansteckend. Sie entsteht zuerst in dem saftreichen Splintholz, wĂ€hrend das Kernholz mehr zur Humifizierung hinneigt. Dieser Prozeß verlĂ€uft in der Regel neben der FĂ€ulnis und tritt auch bei sehr niedriger Temperatur ein; das Produkt ist braun, reicher an Kohlenstoff als H. Bei Abschluß der Luft und bei höherer Temperatur geht die Humifizierung in FĂ€ulnis ĂŒber. Bei allen diesen Prozessen wird das Gewebe des Holzes stark angegriffen, seine technische Brauchbarkeit also erheblich geschĂ€digt; dagegen kann auch der Zellsaft allein in GĂ€rung geraten, wie es bisweilen bei frisch gefĂ€llten, saftreichen BaumstĂ€mmen geschieht, die in geschlossenen, dumpfen RĂ€umen lagern, ohne daß die Festigkeit des Gewebes alteriert wird. Ein Ă€hnlicher Prozeß ist das Ersticken des Holzes, das man beobachtet, wenn grĂŒnes Laub- oder Nadelholz bei warmer Witterung in der Rinde liegen bleibt. Es tritt oft in wenigen Tagen ein, und das H. fĂ€rbt sich dabei grĂŒnlichblau oder brĂ€unlich. Wird ersticktes H. schnell ausgetrocknet und im Trocknen verwendet, so zeigt es sich in der Holzfaser noch unverĂ€ndert; unter ungĂŒnstigen UmstĂ€nden ist es zu weiterer Zersetzung geneigter als andres. Auch durch den Hausschwamm (s. d.), durch Insektenlarven und im Meerwasser durch BohrwĂŒrmer wird das H. hĂ€ufig zerstört.

Die verschiedenen Holzarten zeigen sehr verschiedene Dauerhaftigkeit; ungemein groß erweist sie sich bei auslĂ€ndischen Hölzern, wie Zedern- und Zypressenholz, in LĂ€ndern mit trocknerm Klima, wĂ€hrend unsre Holzarten in unserm Klima weit zurĂŒckstehen. Im Freien, Wind und Wetter ausgesetzt, ist ihre Dauerhaftigkeit etwa folgende: Eiche 100, Ulme 60 bis 90, LĂ€rche und Kiefer 40–85, Fichte 40–67, Esche 15–64, Buche 10–60, Weide 30, Erle, Pappel und Espe 20–40, Birke 15–40; ziemlich genau ebenso ordnen sich die Hölzer, wenn sie im Freien vor Regen geschĂŒtzt sind. Dagegen werden bei Hölzern unter Wasser folgende Zahlen erhalten: Eiche und Erle 100. Ulme 90, Buche 70–100, LĂ€rche und Kiefer 80, junge Kiefer 70, Fichte 50, Esche, Weide, Pappel, Birke ganz unhaltbar. Daß H. unter Wasser bei völlig gehindertem Luftzutritt sich Jahrtausende erhĂ€lt, beweisen die Überreste uralter Pfahlbauten, der RheinbrĂŒcke CĂ€sars etc. PfĂ€hle aus Winterholz, in die Erde gerammt, gaben folgende Resultate: Robinie, LĂ€rche nach zehn Jahren ganz unverĂ€ndert; Eiche, Kiefer, Tanne und Fichte nach zehn Jahren an der Splintlage mehr oder weniger angefault; Ulme, Bergahorn, Birke, Esche, Vogelbeere nach acht Jahren an der Erde abgefault; Buche. Hainbuche, Erle, Espe, Spitzahorn, Linde, Roßkastanie, Platane, Pappel nach fĂŒnf Jahren an der Erde abgefault. Die durchschnittliche Dauer von Eisenbahnschwellen betrĂ€gt beim H. der Eiche 14–16, LĂ€rche 9–10, Kiefer 7–8, Tanne und Fichte 4–5, Buche 2 1/2–3 Jahre. Die Beschaffenheit des Bodens hat Einfluß auf die Dauer des darin eingesenkten Holzes. In nassem Ton-, Lehm- oder Sandboden hĂ€lt sich H. am bejten, in trocknem Sandboden viel weniger gut und in Kalkboden am schlechtesten. Auch die Temperatur ist von hohem Einfluß auf die Dauerbarkeit des Holzes, wie die aus vorgeschichtlicher Zeit stammenden EinbĂ€ume in Eisgegenden beweisen, die dem Einfluß von Wasser und Luft ausgesetzt waren. Der FĂ€llungszeit wird ein viel grĂ¶ĂŸerer Einfluß auf die Dauer des Holzes zugeschrieben, als sie verdient; nach allen genauen Untersuchungen lĂ€ĂŸt sich ein allgemeines Urteil ĂŒber diesen Gegenstand nicht abgeben, und im großen und ganzen besteht wohl kein erheblicher Unterschied. Eine und dieselbe Holzart erweist sich um so dauerhafter, je höher ihr spezifisches Gewicht ist, und von ein und demselben Stamm ist das Kernholz ungleich dauerhafter als der Splint, daher auch das H. alter BĂ€ume sich lĂ€nger hĂ€lt als das von jungen BĂ€umen. Frisch gefĂ€lltes H. muß vor seiner Verwendung gut austrocknen; dieser Prozeß muß aber langsam verlaufen, weil das H. bei schnellem Trocknen stark reißt. Man lĂ€ĂŸt deshalb die berindeten StĂ€mme eine Zeitlang liegen oder entfernt die Rinde nur in schraubenförmigen Streifen. Werden die BĂ€ume in Laub geschlagen, so lĂ€ĂŸt man vorteilhaft die Laubkrone an dem Stamm abwelken; im FrĂŒhjahr gefĂ€lltes H. bleibt liegen, damit es ausschlage und dadurch an Feuchtigkeit und schĂ€dlichen Inhaltsstoffen verliere. HĂ€ufig ist partielles SchĂ€len der noch stehenden und eine Zeitlang fortvegetierenden StĂ€mme in Anwendung; es wird dadurch langsames Austrocknen und ein Auswaschen des Splints durch den Regen erzielt, und das H. wird wen[ger vom SplintkĂ€fer angegriffen. Die außerordentliche Dauerhaftigkeit, die das H. unter Wasser zeigt, erklĂ€rt sich z. T. durch die Auslaugung, die es hierbei erfĂ€hrt. Eine solche Auslaugung erleidet das H. auch beim FlĂ¶ĂŸen, und aus diesem Grunde zeigt sich FlĂ¶ĂŸholz dauerhafter gegen WitterungseinflĂŒsse als nicht geflĂ¶ĂŸtes.

Konservierungsmethoden.

Die durch rationelle Behandlung des frisch gefĂ€llten Holzes zu erzielende WiderstandsfĂ€higkeit gegen Luft, Feuchtigkeit und als Fermente wirkende Organismen lĂ€ĂŸt sich kĂŒnstlich sehr bedeutend erhöhen durch entsprechende Konservierungsmethoden. Vollkommen trocknes H. ist in trockner Luft von unbegrenzter Dauer (MumiensĂ€rge), und wo daher das H. bei seiner Verwendung vor nachtrĂ€glichem Feuchtwerden bewahrt wird, erweist sich das Trocknen als sehr wirksames Konservierungsmittel. Man benutzt dazu Dörröfen, in denen das H. von den Verbrennungsgasen direkt umspĂŒlt wird, so daß auch die antiseptischen Wirkungen einzelner Bestandteile jener Gase zur Geltung kommen. Bildung von Rissen beim Trocknen muß man durch langsames Trocknen und rationelles Zuschneiden der Balken verhindern. Das Ankohlen von PfĂ€hlen, Pfosten etc. am untern, in die Erde einzugrabenden Ende scheint wenig empfehlenswert zu sein. In Frankreich kohlt man Schiffbauhölzer und Eisenbahnschwellen mit Hilfe einer LeuchtgasgeblĂ€sevorrichtung an. Gedörrtes H. ist auch in feuchter Luft dauerhaft, wenn es durch Anstrich mit Leinöl, Leinölfirnis, Ölfarbe, Rohparaffin, Teer vor dem Naßwerden geschĂŒtzt wird. Eine Mischung von 2 Volumen Steinkohlenteer und 1 Volumen Holzteer, mit etwas Kolophonium ausgekocht und mit 4 Volumen trocknem Ätzkalk zusammengerĂŒhrt, widersteht der Einwirkung der Sonne besser als die gewöhnlichen Anstriche. SchĂ€dlich werden solche Anstriche, wenn das H. nicht völlig trocken war, weil sie das eingeschlossene Wasser am Entweichen hindern. Da altes H., das bestĂ€ndig der Einwirkung der Luft ausgesetzt war, plötzlichen TemperaturverĂ€nderungen besonders gut widersteht, behandelt RenĂ© fĂŒr den Pianofortebau bestimmtes H. mit Ozon und erreicht dadurch dasselbe Resultat in kurzer Zeit.

Sicherer als durch Trocknen wird das H. konserviert durch UnschĂ€dlichmachung der eiweißartigen Saftbestandteile, von denen die Einleitung der Zersetzungsprozesse ausgeht. – Man erzielt dieselbe durch Auslaugen oder durch ÜberfĂŒhren der eiweißartigen Stoffe in unlösliche Verbindungen. Das Auslaugen durch Wasser nimmt lange Zeit in Anspruch und lĂ€ĂŸt den Zweck nur unvollkommen erreichen. BaumstĂ€mme mĂŒssen mehrere Sommer in fließendem Wasser liegen, kleine StĂŒcke kann man in kurzer Zeit mit kochendem Wasser auslaugen. Auch beim Behandeln des Holzes in eisernen GefĂ€ĂŸen mit gespanntem, ĂŒberhitztem Wasserdampf bleibt die Auslaugung unvollstĂ€ndig und beschrĂ€nkt sich beinahe auf den Splint. Bisweilen dĂ€mpft man H. auch in Kasten aus starken Bohlen ohne erhöhten Dampfdruck und lĂ€ĂŸt die DĂ€mpfe dann etwa 60 Stunden lang einwirken. Derartig behandeltes H. ist um 5–10 Proz. leicht er als ungedĂ€mpftes, von hellerm Klang, gleichmĂ€ĂŸig dunklerer FĂ€rbung und grĂ¶ĂŸerer Festigkeit; es wirft sich nicht, nimmt langsamer Feuchtigkeit auf und trocknet schneller als ungedĂ€mpftes H.

Wirksamer ist die ImprĂ€gnierung des Holzes mit Salzen und andern Stoffen, welche die Zersetzung verhindern. Nach dem von Burnett 1838 angegebenen Verfahren des ImprĂ€gnierens mit Zinkchlorid (Burnettisieren) packt man die vollstĂ€ndig zugerichteten Holzer auf einen Wagen, der genau in den eisernen ImprĂ€gnierungszylinder paßt und in diesem auf Schienen lĂ€uft, verschließt den Zylinder, dĂ€mpft etwa 3 Stunden, lĂ€ĂŸt eine Luftpumpe angehen, um alle Luft aus den HohlrĂ€umen des Holzes zu entfernen, und leitet dann kalte 1 proz. Zinkchloridlösung ein, die schließlich unter einem Druck von 8 AtmosphĂ€ren in das Holz hineingepreßt wird. Bisweilen wird das H. nicht gedĂ€mpft, sondern gedörrt, sonst aber wie angegeben behandelt. Kiefern- und Buchenholz nimmt erheblich mehr Zinkchlorid auf als Eichenholz. Zinkchlorid ist aber sehr hygroskopisch, erhĂ€lt daher das H. stets feucht, wodurch seine mechanische Abnutzung stark gesteigert wird, auch wird es durch Regen und Schnee sehr bald ausgelaugt. Zusatz von Teeröl zum Zinkchlorid zur Verhinderung der Auslaugung hat sich nicht in der erhofften Weise bewĂ€hrt. Die zinkchloridhaltige Feuchtigkeit greift Eisenteile, die mit dem H. in BerĂŒhrung kommen, stark an, und die Zersetzungsprodukte befördern die Zerstörung des Holzes Man benutzt das Verfahren bei Eisenbahnschwellen wegen seiner Billigkeit, selten bei Telegraphenstangen. Die imprĂ€gnierten Schwellen halten etwa 10–12 Jahre. – Das 1841 von Boucherie angegebene Verfahren des ImprĂ€gnierens mit Kupfervitriol (Boucherisieren) setzt frisch gefĂ€llte, an der Rinde möglichst unbeschĂ€digte StĂ€mme voraus, die an der HirnflĂ€che mit einer lustdichten Kappe (aus einem gefetteten Strick, einem Brett und Klammern hergestellt) versehen und von dieser aus mit der 1 proz. Lösung, die aus 10 m hoch stehenden Bottichen zuströmt, getrĂ€nkt werden. Die Kupferlösung verdrĂ€ngt den Zellsaft, der am andern Ende des Stammes abfließt, und man setzt das Verfahren fort, bis statt des Zellsaftes die blaue ImprĂ€gnierungsflĂŒssigkeit erscheint. Sehr lange StĂ€mme werden durch einen Einschnitt in der Mitte von hier aus zugĂ€nglich gemecht. Leider folgt die ImprĂ€gnierungsflĂŒssigkeit fast ausschließlich den Bahnen des Holzsaftes,. s wird daher der Splint, aber auch dieser keineswegs regelmĂ€ĂŸig, vorzugsweise durchtrĂ€nkt, das Kernholz aber bleibt fast unberĂŒhrt (besonders bei Eiche und Fichte). Die aus den StĂ€mmen abfließende, mit Saft verdĂŒnnte Kupferlösung wird filtriert, auf den nötigen Kupfergehalt gebracht und von neuem benutzt. Buchen- und Kiefernholz nehmen etwa 5,5 kg Kupfervitriol auf 1 cbm auf. entschieden mehr, als der völligen SĂ€ttigung des Holzes mit 1 proz. Lösung entspricht. Das H. besitzt also eine besondere FixierungsfĂ€higkeit fĂŒr Kupfer, die vielleicht durch seinen Harzgehalt bedingt ist. Die Erfolge der Methode sind recht gĂŒnstig, und der Apparat kann ĂŒberall schnell aufgestellt werden. Der Kupfervitriol wirkt aber nicht besser als Zinkchlorid, ist teurer, wird auch in dem imprĂ€gnierten H. zersetzt, wo es mit Eisen in BerĂŒhrung kommt, und durch Regen ebenfalls ausgelaugt. Das Verfahren findet besonders auf Telegraphenstangen Anwendung, die eine Haltbarkeit von durchschnittlich 13 Jahren erhalten. – Das von Kyan 1832 angegebene Verfahren (Kyanisieren) grĂŒndet sich auf die Anwendung von Quecksilberchlorid (Sublimat), das im höchsten Grade fĂ€ulniswidrig wirkt. Man legt das völlig zugeschnittene H. in 2/3proz. Lösung in hölzernen Kasten ohne Eisen teile und lĂ€ĂŸt Nadelholz 8–10, Eichenholz 12–14 Tage darin. Die Lösung ist unter Regulierung des Sublimatgehaltes immer von neuem verwendbar. Die Gefahren des Kyanisierens fĂŒr die Gesundheit der Arbeiter sind geringer, als man glauben sollte, und vorwiegend auf die Behandlung des höchst giftigen ungelösten Sublimats beschrĂ€nkt. Die Erfolge sind gĂŒnstig, obwohl das Quecksilberchlorid nur in die Ă€ußersten Schichten des Holzes eindringt. Schließlich kann kyanisiertes H. Ă€ußerlich ganz gesund erscheinen und innerlich schon faul sein. Die Kosten betragen ĂŒber 9 Mk. fĂŒr 1 cbm. Man benutzt das Verfahren hauptsĂ€chlich bei Telegraphenstangen; zu menschlichen Wohnungen, StĂ€llen, GebĂ€uden, die von Vieh beleckt werden, auch zu TreibhĂ€usern darf kyanisiertes H. nicht benutzt werden. – Payne schlug zuerst vor, zum ImprĂ€gnieren zwei Salze anzuwenden, die bei ihrem Zusammentreffen im H. eine unlösliche Verbindung eingehen. Dadurch soll das Wiederauswaschen der eingedrungenen Substanz verhindert und zugleich spezifische Schwere, HĂ€rte, Farbe und PoliturfĂ€higkeit des Holzes gĂŒnstig beeinflußt werden (Metallisieren, Paynesieren). Man hat verschiedene Salze zu diesem Zwecke vorgeschlagen, z. B. Eisenvitriol und Schwefelbaryum, von denen erst das eine, dann das andre durch Hochdruck in das H. eingefĂŒhrt wird, und die bei ihrem Zusammentreffen zwei unlösliche Körper, Schwefeleisen und schwefelsauren Baryt, liefern. Dieses Verfahren hat sich aber in der Praxis nicht bewĂ€hrt; es gelingt nicht, die zweite FlĂŒssigkeit gleichmĂ€ĂŸig durch das H. zu verbreiten, weil der sich bildende Niederschlag das Vordringen derselben verhindert. Die ImprĂ€gnation wird also sehr unvollstĂ€ndig erreicht, und die Haltbarkeit des Holzes bleibt gering. – Nach der von Bethell 1838 angegebenen Methode (Bethellisieren) wird trocknes H. (am besten lufttrocknes, nicht gedörrtes) in verschlossene GefĂ€ĂŸe gebracht und, nachdem diese mit einer Luftpumpe evakuiert sind, mit warmem schweren Teeröl, zuletzt unter einem Druck von 5–8 AtmosphĂ€ren imprĂ€gniert. Dabei soll Eichenholz auf 1 cbm 40–100, Kiefernholz 140–200 kg Teeröl aufnehmen. Dies Verfahren liefert die gĂŒnstigsten Resultate und gewĂ€hrt auch den Vorteil, daß die Festigkeit des Holzes erhöht wird, wĂ€hrend sie durch die Metallsalze leidet, und daß das bethellisierte H. niemals Feuchtigkeit aufnimmt und sich mithin auch nicht wirft. Telegraphenstangen halten Jahrzehnte, und Eisenbahnschwellen mußten nach 20 Jahren nur ausgewechselt werden, weil sie mechanisch abgenutzt waren. Der Teer greift Metalle nicht an und wird nicht ausgelaugt, so daß das imprĂ€gnierte H. sich auch bei Wasserbauten bewĂ€hrt. Es wird von der Bohrmuschel, dem Pfahlwurm, auch von BohrkĂ€fer und Termiten nicht angegriffen. Dagegen ist d. is imprĂ€gnierte H. sehr schwer, schlecht hantierbar, sieht schlecht aus, riecht unangenehm und wird bei warmem Wasser infolge einer gewissen Erweichung stark abgenutzt. Man verbraucht fĂŒr Rundholz etwa 500 bis 600, fĂŒr Kantholz 300–400 kg Teer auf 1 cbm, das Verfahren ist daher recht teuer (eine Schwelle nimmt fĂŒr etwa 2,34 Mk. Teeröl auf). – Bei diesem Verfahren werden die Zellen des Holzes völlig mit Teeröl gefĂŒllt, RĂŒping aber treibt das aufgenommene Teeröl wieder aus, so daß nur die Zellwandungen mit einer Teerölschicht bedeckt bleiben, die aber ausreicht, das H. zu schĂŒtzen. Er setzt das H. zunĂ€chst einem Luftdruck von 5 AtmosphĂ€ren aus, preßt dann das Teeröl unter einem Druck von 5,25 AtmosphĂ€ren in den ImprĂ€gnierkessel hinein und erhöht den Druck je nach den Dimensionen und der Beschaffenheit des Holzes auf 15 AtmosphĂ€ren. Nach hinreichender ImprĂ€gnation lĂ€ĂŸt man das Teeröl ab und nun treibt die im H. enthaltene Druckluft das ĂŒberflĂŒssige Teeröl aus. Dies lĂ€ĂŸt sich durch Anwendung eines Vakuums beschleunigen. Nach diesem Verfahren imprĂ€gnierte Stangen zeigen nicht das lĂ€stige Ausschwitzen des Teeröls, das Verfahren ist sehr viel billiger, weil es nur 40 kg Teeröl auf 1 cbm H. verbraucht, das H. erweicht nicht in der Sonnenhitze und kann gestrichen und poliert werden. – FĂŒr gewisse Zwecke, wo es auf den Preis nicht ankommt, lĂ€ĂŸt sich H. in vortrefflicher Weise durch ImprĂ€gnieren mit Talg, Talg und Wachs, Paraffin, Leinöl oder Lösungen von Harzen in Öl konservieren. Derartig behandeltes H. wirft sich nicht und ist z. B. fĂŒr Parkettboden vortrefflich geeignet. Von dem Gemisch aus Talg und Wachs soll das H. 15–16 Volumenprozent aufnehmen. – Die ImprĂ€gnierungsmethoden gewĂ€hren ganz erhebliche Vorteile; doch zeigen sich nicht alle Holzarten, Holzteile oder Baumindividuen gleich gut durchtrĂ€nkbar. So sind Eichen- und Edelkastanienholz schwer durchtrĂ€nkbar; bei der Esche ist der Splint ziemlich leicht, das Kernholz fast gar nicht durchtrĂ€nkbar. Da nun das schwer durchtrĂ€nkbare H. (Kernholz) an und fĂŒr sich durch Dauerhaftigkeit ausgezeichnet ist, so liegt auf der Hand, daß fĂŒr dieses die ImprĂ€gnierung wenig geeignet erscheint. Man imprĂ€gniert deshalb z. B. auf ein und derselben Eisenbahn im Nadelholzschwellen, aber nicht Eichenholzschwellen und hat stets das ImprĂ€gnieren fĂŒr BĂ€ume ohne hervorragende Kernbildung, fĂŒr junge BĂ€ume oder HolzstĂŒcke aus dem Splint besonders empfohlen. Folgende Tabelle, welche die relative Dauerhaftigkeit imprĂ€gnierter (die verschiedenen Systeme zusammengeworfen) und nicht imprĂ€gnierter Bahnschwellen zeigt, lĂ€ĂŸt erkennen, daß z. B. fĂŒr Buchenholz die ImprĂ€gnierung unter allen UmstĂ€nden rentabel sein muß, wĂ€hrend die RentabilitĂ€t fĂŒr die Nadelhölzer und noch mehr fĂŒr Eichenholz bei sehr billigen Holzpreisen zweifelhaft ist:

Tabelle

Brennholz.

Bei der Benutzung des Holzes als Brennmaterial kommen die GleichmĂ€sigkeit in der Zusammensetzung und der geringe, gutartige Aschengehalt, anderseits der verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig geringe Gehalt an brennbaren Bestandteilen und der Wassergehalt in Betracht. Die absoluten WĂ€rmeeffekte der verschiedenen Hölzer weichen, entsprechend der nahezu ĂŒbereinstimmenden Zusammensetzung, nur wenig voneinander ab. Man berechnete z. B. fĂŒr Weißbuche 3100, Steineiche 2400 bis 3000, Esche 3(100-:) 500, A horn 3600, Rotbuche 3300–3600, Fichte 2800–3700 WĂ€rmeeinheiten, fand dagegen nach Verdampfungsversuchen die in der folgenden Tabelle angegebenen wirklichen WĂ€rmeeffekte.

Tabelle

Das Brennholz wird nach dem Volumen verkauft, doch schwankt der Wert eines Haufens nach den ZwischenrĂ€umen zwischen den einzelnen HolzstĂŒcken, deren GrĂ¶ĂŸe nach den Dimensionen, dem Schwinden beim Trocknen, der Holzart, der Fertigkeit des Holzaufsetzers etc. sehr verschieden ist. Bei dicken und kurzen Scheiten geht in denselben Raum mehr H. als bei dĂŒnnen und langen. Der wirkliche Holzgehalt (Derbgehalt) betrĂ€gt von eingeschlagenem H. durchschnittlich 56 Proz., nach andern 66 Proz. Man kann annehmen, daß 100 Volumen aufgeklaftertes H. 70 Volumen Scheitholz, 60 KnĂŒppelholz, 50 Stockholz, 25 Reisig enthalten. Leichte Hölzer geben beim Verbrennen eine lange Flamme, eine rasche, aber kurze Wirkung. Feste, schwere Hölzer verhalten sich entgegengesetzt: sie hinterlassen sehr viel Kohle, die langsam verbrennt, und liefern mithin eine lange andauernde Hitze. Leichte Hölzer werden mit Vorteil benutzt, um GegenstĂ€nde in einiger Entfernung vom Feuerraum oder grĂ¶ĂŸere FlĂ€chen gleichmĂ€ĂŸig zu erhitzen (Glasfabriken, Porzellan-, Töpferöfen), wĂ€hrend die schweren Hölzer den Vorzug verdienen, wenn man, wie bei Dampfkesseln, die WĂ€rme auf kleinerm Raume wirken lassen will. Ebenso ist in Stubenöfen und namentlich in Kaminen schweres H. vorzuziehen. Bei FlĂ¶ĂŸholz ist der WĂ€rmeeffekt vermindert, so daß 112,3 Volumen desselben nur 100 Volumen ungeflĂ¶ĂŸten Holzes entsprechen.

Holzarten. Verwendung.

Die wichtigsten europĂ€ischen Holzarten sind etwa: Tannen-, Fichten-, Kiefern-, LĂ€rchenholz, Eichen-, Ulmen-, Buchen-, Hainbuchen-, Ahorn-, Eschen-, Pappel-, Erlen-, Birken-, Linden-, Nußbaum-, Roßkastanien-, Akazien-, Weiden-, Apfel-, Birn-, Zwetschen- und Kirschbaumholz, Buchsbaum-, Ölbaum-, Holunder-, Ebereschen-, Spierlings-, Weißdorn-, Hartriegel-, Wacholder-, Kreuzdorn-, Spindelbaum-, Berberitzen- und Fliederholz. Von außereuropĂ€ischen Hölzern werden Mahagoni-, Jakaranda-, Tiekholz, Zedernholz, Ebenholz, Guajak- oder Pockholz, Rotholz, Blauholz, Gelbholz, Amarant-, Atlas-, Rosen-, Sandel-, Königsholz am hĂ€ufigsten benutzt. Vgl. Nutzhölzer. Die Verwendung des Holzes ist ungemein vielseitig; zum Hoch-, Wasser- und Wegebau (Eisenbahnschwellen, BrĂŒcken), zu Zimmerungen im Bergbau und zu Schiffen werden die grĂ¶ĂŸten Mengen verbraucht. Tischler, Böttcher, Drechsler verarbeiten es zu den verschiedensten GegenstĂ€nden, und die eigentliche Holzwarenindustrie fertigt ebenfalls zahllose Dinge aus H. Eigenartiger ist die Benutzung des Holzes zu musikalischen Instrumenten, zu allerlei kunstreichen Schnitz- und Bildhauerarbeiten, als Material fĂŒr die Xylographie (Buchsbaum), zu Maschinen und Maschinenteilen (Guajakholz), zu Flechtarbeiten, zu Geweben (Holzdraht), zur Herstellung von ZĂŒndhölzern, Holzwolle etc. VollstĂ€ndig zerkleinert bildet es das Holzzeug und, chemischen Behandlungen unterworfen, die Zellulose der Papierfabriken. Große QuantitĂ€ten H. dienen als Brennmaterial, fĂŒr bestimmte Zwecke wird es verkohlt; aber Holzkohle ist auch Nebenprodukt, wenn das H. auf Leuchtgas, Holzteer, Holzessig, Methylalkohol, Aceton verarbeitet wird. Durch Behandlung von HolzspĂ€nen mit starker SalpetersĂ€ure erhĂ€lt man ein mit der Schießbaumwolle entfernt vergleichbares Produkt, das zur Herstellung explosiver PrĂ€parate dient. Holzzeug hat man mit SchwefelsĂ€ure behandelt, um einen Teil der Holzsubstanz in Zucker zu verwandeln, der dann durch GĂ€rung in Alkohol ĂŒbergefĂŒhrt wird. Durch Behandlung von H. mit Alkalien stellt man OxalsĂ€ure dar, durch Behandlung mit Alkalien und Schwefel Farbstoffe. Manche Hölzer enthalten aber auch wertvolle Bestandteile (Farbhölzer, Arzneihölzer) und werden nur wegen dieses Gehalts benutzt; aus dem Koniferin unsrer Nadelhölzer hat man Vanillin dargestellt. Über die Verarbeitung des Holzes vgl. die Artikel »Holverarbeitung, Holzverzierungen, Holzbeizen«, auch »Holzstoff, Holzessig« etc.

Das zur Verarbeitung bestimmte H. (Nutzholz) ist Handelsware in ganzen StĂ€mmen (Gangholz), zersĂ€gt (Schnittholz) und gespalten (Spaltholz). Das Ganzholz kommt fĂŒr gewisse Zwecke unbeschlagen vor (Rundholz); meist aber wird es durch Beschlagen, Abvieren, mit vier FlĂ€chen versehen (Balken-, Kant-, Eckhölzer). Um das Austrocknen und die Abfuhr zu erleichtern, beschlĂ€gt man es unvollstĂ€ndig schon im Wald (Bewaldrechten, Berappen), wobei es zwar vier FlĂ€chen, aber keine scharfen Kanten erhĂ€lt (wahnkantig, wal d- oder baumkantig). Das Stammholz (Langholz) wird je nach LĂ€nge, StĂ€rke, GeradwĂŒchsigkeit und sonstiger Beschaffenheit in Klassen rangiert und damit zu Schiffbauholz, Planken, Bohlen, MĂŒhlwellen, Bauholz, Böttcherholz etc. bestimmt. Bei den stĂ€rkern NadelholzstĂ€mmen entscheidet auch die StĂ€rke des Zopfendes. StĂ€mme von ĂŒber 22 m LĂ€nge und gegen 40 cm Zopfdurchmesser liefern MastbĂ€ume, Segelstangen und die stĂ€rksten Bauhölzer. Zum Ganz- oder Rundholz gehören auch das dĂŒnne Stangenholz und das Krummholz, das in seiner natĂŒrlichen KrĂŒmmung zu Schiffen, Booten, Schlitten etc. benutzt wird. Das Schnittholz ist das Erzeugnis der SĂ€gemĂŒhlen, die hĂ€ufig im Wald selbst arbeiten. Sie liefern nur einmal der LĂ€nge nach geteilte StĂ€mme (Halbholz), durch zwei Schnitte in vier LĂ€ngsstĂŒcke geteilte StĂ€mme (Kreuzholz), im ĂŒbrigen breites Schnittholz (Bohlen, Planken, Pfosten, Bretter, Dielen, Furniere) und kantiges Schnittholz (Stollen, SĂ€ulenholz, Latten etc.). Spaltholz (Kluftholz) entsteht durch LĂ€ngsteilung der quer durchschnittenen StĂ€mme mit der Axt und mit Keilen. Da hierbei die Trennung genau dem Laufe der Fasern entsprechend erfolgt, so ist das Spaltholz biegsamer, elastischer, fester und weniger dem Werfen ausgesetzt als Schnittholz.

HoIzhandel.

Die durchschnittliche Produktion und Konsumtion von H. in den wichtigsten LĂ€ndern zeigt folgende Tabelle:

Tabelle

Der Holzhandel ist sehr umfangreich und greift hĂ€ufig gerade in solche Gegenden ein, die dem großen Verkehr entzogen sind. Der Transport geschieht soviel wie möglich zu Wasser; doch hat man auch in den Waldungen Schienenbahnen angewendet, die leicht verlegt werden können (s. Waldeisenbahnen und Feldeisenbahnen). In waldreichen Gegenden dient das H. noch mehr oder weniger als ausschließliches Feuerungsmaterial; doch tritt diese Benutzung bei den steigenden Holzpreisen immer mehr zurĂŒck, und auf Holzfeuerung begrĂŒndeter ausgedehnter Fabrikbetrieb findet sich nur noch in wenigen Gegenden. Aber wenn auch das H. als Brennmaterial der Kohle erlegen ist, wenn ihm im Bauwesen das Eisen starke Konkurrenz macht, so ist doch durch die Zunahme der Bevölkerung der Bedarf fĂŒr Wohnungseinrichtungen, Möbel etc. sehr stark gestiegen, noch mehr der Bedarf an Brettern sĂ€r den Versand gewerblicher Erzeugnisse, und geringere Holzsortimente haben durch ihre Verwendung in der Pappen- und Papierfabrikation einen großen Markt gefunden. Der Holzverbrauch betrug (fĂŒr einheimisches und fremdes H.) in Großbritannien zu Anfang des 19. Jahrhunderts 0,224, um die Mitte des Jahrhunderts 0,168, in den 1860er Jahren 0,252 und in der Gegenwart 0,836 cbm auf den Kopf der Bevölkerung. – Im J. 1901 betrug die Ein- und Ausfuhr (in Millionen Mark) in

Tabelle

Im Durchschnitt der Jahre 1887–91 fĂŒhrten ein: Großbritannien 8,351,000, Deutschland 5,650,000, Frankreich 2,864,000, Vereinigte Staaten 2,003,000, Italien 1,453,000, Niederlande 1,413,000, Belgien 702,000, Australien 607,000 cbm. Von dem Werte der ĂŒberseeischen Einfuhren in Europa entfallen gegen 70 Mill. Mk. auf die Vereinigten Staaten und gegen 100 Mill. Mk. auf Kanada, der Rest (vorzĂŒglich fĂŒr Tiekholz) auf Indien, Westindien, Mittel- und SĂŒdamerika und einige Gegenden Afrikas. Auch Tasmania und Queensland liefern kleine QuantitĂ€ten H. nach Europa. FĂŒr die Holzausfuhr kommen in Europa hauptsĂ€chlich in Betracht: Rußland, Schweden, Norwegen, Österreich-Ungarn; die grĂ¶ĂŸte Einfuhr haben England, Frankreich, Italien, Belgien und die Niederlande. Der jĂ€hrliche Zuwachs an H. betrĂ€gt in Deutschland etwa 40 Mill. Ton., wovon etwa 30 Mill. frĂŒher oder spĂ€ter zur Verbrennung gelangen. Der Brennwert derselben betrĂ€gt etwa 12 Mill. Ton. Steinkohle. Deutschlands Holzhandel betrug (in Ton.):

Tabelle

Deutschland fĂŒhrt namentlich ĂŒber Danzig, Memel, Stettin, Königsberg, Hamburg, LĂŒbeck, Bremen russisches, galizisches und deutsches H. nach England, Frankreich, Belgien, Holland und DĂ€nemark aus. Hauptwasserstraße bilden die Weichsel fĂŒr russisches, die Oder fĂŒr oberschlesisches, die Elbe fĂŒr böhmisches und sĂ€chsisches, der Rhein fĂŒr badisches, wĂŒrttembergisches und bayrisches H. Die Weser ist fĂŒr den Holzhandel Bremens, die Donau mit Isar, Iller und Inn fĂŒr Österreich von Bedeutung.

Vorgeschichtliches.

Die Verwendung des Holzes seitens des Menschen reicht weit in seine Vergangenheit zurĂŒck, ja, neben dem fĂŒr bestimmte Zwecke, wenn auch noch so roh und geringfĂŒgig bearbeiteten Stein ist der zu Angriff oder Abwehr oder zum Graben bereitgehaltene Stock sicher eins der frĂŒhesten Wahrzeichen und ein Kriterium unsrer sich von der Tierwelt abzweigenden Entwickelung. Aus der palĂ€olithischen und neolithischen Zeit sind nicht viele Beweise fĂŒr diese Benutzung des Holzes auf uns gekommen, doch lehrt neben den Pfahlbau- und Moorfunden schon ein Blick auf die noch jetzt in der Steinzeit lebenden Naturvölker der Gegenwart, wie innig gerade auf jenen frĂŒhen Stufen die Kultur unsrer Altvordern mit dem Reichtum ihrer WĂ€lder verwachsen gewesen sein muß. Lange bevor der Fortschritt zu Stein, Horn, Muschel und Knochen gemacht worden war, bediente der Mensch sich des Holzes zur Herstellung seiner Waffen und der wenigen und einfachen GerĂ€te zur FĂŒhrung des ruhelosen Haushalts, wie auch zur Errichtung der schnell erbauten HĂŒtten, die nach Analogie des Buschmanns, FeuerlĂ€nders und Australiers hĂ€ufig nur die Form einfacher Windschirme aus Reisig und Buschwerk gehabt haben werden. Über die Ausgangspunkte und die Weiterbildung der einfachsten Waffen, soweit sie vom H. aus erfolgt ist, s. Waffen (Entstehung und Entwickelung). Eine große Reihe von ihnen, wie die Keule in allen ihren Abarten, Speerschleuder, Bumerang, Bogen und Pfeil, Blasrohr und Armbrust, haben die Menschen bis auf die höchsten Kulturstufen begleitet, ohne ihr Ausgangsmaterial, das H., zu wechseln; bei vielen andern, Axt, Beil und Barte, Hammer, Sichel, Speer und Harpune, Schwert und Dolch, bildet es wenigstens noch einen wesentlichen Bestandteil des Ganzen, ebenso wie ja auch der Hausrat und das Obdach aus demselben Material in allen tiefern Schichten der Menschheit noch immer die Regel bilden. Auch die Schiffahrt hat sich nirgends und zu keiner Zeit von dem gegebenen Stoff, dem H., zu befreien vermocht. Die Heranziehung der Metalle in die menschliche Lebenshaltung hat also die Verwendung des Holzes nur eingeschrĂ€nkt und modifiziert, sie hat diesen Stoff aber auf keinem Gebiet ganz verdrĂ€ngt. Mit Recht muß man also das H. als einen Kulturfaktor ersten Ranges bezeichnen.

[Literatur.] Vgl. außer den Schriften von R. und Th. Hartig und Nördlinger: Gayer, Forstbenutzung (9. Aufl., Berl. 1903); Burkart, Sammlung der wichtigsten europĂ€ischen Nutzhölzer (BrĂŒnn 1880, 40 Tafeln); Fowke, Tables of results of a series of experiments on the strength of British Colonialandother woods (Lond. 1867); Dupont und Bouquet de la Grye, Les bois indigĂšnes et Ă©trangers (Par. 1875); N. J. C. MĂŒller, Atlas der Holzstruktur in Mikrophotographien (Halle 1888); Sykytka, Das H., dessen Benennungen, Eigenschaften, Krankheiten und Fehler (Prag 1882); Printz, Die Bau- und Nutzhölzer (Weim. 1884); Möller, Rohstoffe des Tischler- und Drechslergewerbes, Bd. 1 (in der »Allgemeinen Warenkunde und Rohstofflehre«, Kassel 1883); Exner, Mechanische Technologie des Holzes (Wien 1871, nicht fortgesetzt); Mayer, Chemische Technologie des Holzes als Baumaterial (Braunschw. 1872); Scheden, Rationell praktische Anleitung zur Konservierung des Holzes (2. Aufl., Leipz. 1860); Buresch, Der Schutz des Holzes gegen FĂ€ulnis und sonstiges Verderben (2. Aufl., Dresd. 1880); Heinzerling, Die Konservierung des Holzes (Halle 1885); AndĂ©s, Das Konservieren des Holzes (Wien 1895); Bersch, Die Verwertung des Holzes auf chemischem Wege (2. Aufl., das. 1893); StĂŒbling, Technischer Ratgeber auf dem Gebiete der Holzindustrie (Leipz. 1901); Marchet und Exner, Holzhandel und Holzindustrie der OstseelĂ€nder (Weim. 1875); A. v. Engel, Ungarns Holzindustrie und Holzhandel (Wien 1892, 2 Bde.); Laris, Die Handelsusancen im Weltholzhandel und -Verkehr (Gießen 1889); Hufnagl, Der Holzhandel (Wien 1903); »Die neuesten Holzhandels-Usancen« (Bunzlau 1903); »Mitteilungen des Technologischen Gewerbemuseums in Wien«, 1. Sektion, Fachzeitschrift fĂŒr Holzindustrie (Wien, seit 1880); »Zentralblatt fĂŒr den deutschen Holzhandel« (Stuttg., seit 1875); »Das H.« (Berl., seit 1901); »Holzindustriezeitung« (Leipz., seit 1882); »Kontinentale Holzzeitung« (Wien, seit 1889); »Deutsche Holzzeitung« (Königsb., seit 1886).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Hölz — ist der Name folgender Personen Max Hoelz (auch Max Hölz) (1889–1933), deutscher Kommunist Sebastian Hölz (* 1972), deutscher Schauspieler Willi Hölz (1929–2010), deutscher Fußballtorwart Diese Seite ist eine 
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  • Holz — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Bsp.: ‱ Leg etwas Holz aufs Feuer! ‱ Kannst du ein bisschen Holz fĂŒr das Feuer sammeln? 
   Deutsch Wörterbuch


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