Kammin

Kammin, 1) Kreisstadt im preuß. Regbez. Stettin, auf einer Anhöhe, 4 km von der Ostsee, am Kamminschen Bodden, einem von der Dievenow durchflossenen Binnensee, und an der Staatsbahnlinie Wietstock-K., hat 4 evang. Kirchen, Synagoge, Domschule (1175 gegründet, jetzt Realschule), Lehrerseminar, ein adeliges Fräuleinstift, Amtsgericht, Sol- und Moorbad, Dampfmühlen, Eisengießerei, Dachsteinfabrik, Bierbrauerei, Schiffahrt, Fischerei und (1900) 5911 Einw. – K. ist wendischen Ursprungs, wurde 1123 Hofstadt des Herzogs Wratislaw und 1188 Bischofssitz, indem um diese Zeit das 1140 zu Julin gestiftete Bistum vom Herzog Kasimir nach K. verlegt wurde. Es wurde unmittelbar dem päpstlichen Stuhl unterstellt. Der Ort K. erhielt 1274 Stadtrecht. Durch den Belgarder Vergleich (1304) geriet das Bistum in Abhängigkeit von Pommern. Nachdem 1536 der Bischof Erasmus Manteuffel v. Arnhausen sich der Reformation angeschlossen hatte, verwalteten seit 1556 pommersche Herzoge das Bistum, bis es 1648 als ein weltliches unmittelbares Reichsfürstentum an Kurbrandenburg fiel. Die ehemaligen Besitzungen des Bistums bilden gegenwärtig die Kreise Kolberg-Körlin, Köslin und Bublitz (bis 1872 zusammen den Kreis »Fürstentum«) im Regbez. Köslin. Vgl. Kücken, Geschichte der Stadt K. (Kammin 1885); Goerigk, Erasmus Manteuffel, der letzte katholische Bischof von Camin 1521–1544 (Braunsb. 1899). – 2) S. Kamin (Stadt).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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