Artillerie

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Artillerie

Artillerie (franz., seit Anfang des 17. Jahrh. Artolorey, Arckalei, Archallei, abgeleitet von ars und tirare, von arcus und tollere, ars tollendi, ars und telum etc.), Hauptwaffengattung des Heeres neben Infanterie und Kavallerie, dann das gesamte Material an GeschĂŒtzen, Wagen, Munition etc., endlich die Wissenschaft (s. Artilleriewissenschaft). Die A. als Waffe zerfĂ€llt in mehrere Zweige: die Feldartillerie kĂ€mpft in Verbindung mit den beiden andern Hauptwaffen im offenen Felde. Sie bedarf dazu großer Beweglichkeit in jedem GelĂ€nde bei grĂ¶ĂŸtmöglicher Wirkung gegen alle vorkommenden Ziele. Beide Anforderungen stehen in Widerspruch, denn große Wirkung erfordert schweres GeschĂŒtz, und dies vermag nicht stets zur rechten Zeit vom richtigen Ort aus zu wirken. Die Steigerung der Feuerwirkung zwingt ferner die Truppen sich der Deckungen zu bedienen, und gegen gut gedeckte Ziele liefern nur SteilbahngeschĂŒtze Erfolg. Man hĂ€lt deshalb allgemein die Bewaffnung mit einer rasant schießenden Schnellfeuerkanone, deren Wirkung durch leichte Feldhaubitzen ergĂ€nzt wird, fĂŒr die geeignetste. Die ManövrierfĂ€higkeit ist dadurch, daß alle Bedienungsmannschaften mit den GeschĂŒtzen der fahrenden oder reitenden Batterien befördert werden, möglichst gesteigert. Batterien letzterer Art sind nur in solcher Zahl vorhanden, wie es die Zuteilung zu den Kavalleriedivisionen erfordert. Ebenso richtet sich die Zahl der Gebirgsbatterien nach dem Bedarf des Heeres. Die Zahl der Feldbatterien betrug vor Beginn der Neubewaffnung 1896 in den Großstaaten:

Tabelle

Inzwischen fand schon durch Bildung neuer Armeekorps und Einstellung der neuen GeschĂŒtze eine Vermehrung der A. statt. In Deutschland soll die Zahl der Batterien auf 574 gebracht werden. Am 1. Okt. 1901 waren 94 Feldartillerieregimenter vorhanden (mit den reitenden Batterien und den leichten Feldhaubitzbatterien). In Rußland wurde 1898 die Zahl der Batterien auf 492 Feld-, reitende, Mörser- u. Gebirgsbatterien angegeben mit einer GeschĂŒtzzahl von 2888 im Frieden, 3774 im Kriege; spĂ€tere Angabe: 537 Batterien mit 4138 GeschĂŒtzen. Frankreich hatte 1898: 496 Batterien (430 fahrende, 52 reitende, 14 Gebirgsbatterien), außerhalb des Mutterlandes noch 12 Batterien. In Österreich-Ungarn, Italien etc. ist ĂŒber eine Vermehrung der A. noch nicht entschieden. In England hat man eine Vermehrung von 12 Batterien = 72 GeschĂŒtzen mit verbesserten Rohrkonstruktionen eintreten lassen, demnĂ€chst aber wurde die EinfĂŒhrung von SchnellfeuergeschĂŒtzen betrieben. ZunĂ€chst wurden 15 Batterien aufgestellt und 1899: 3 neue errichtet, dann auch Bestellungen im Auslande gemacht. Auch hier wurden außerdem fĂŒr Feldgebrauch bestimmte 13 cm- (127 mm) Haubitzen bereitgestellt. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika sind ebenfalls mit Herstellung von 200 modernen FeldgeschĂŒtzen beschĂ€ftigt. Die Gebirgsartillerie befindet sich hinsichtlich ihrer Bewaffnung noch im Übergange zu Schnellfeuerkanonen kleinsten Kalibers oder leichten Haubitzen, zu deren Bespannung Maultiere, Ponys etc. geeignet sind. Die StĂ€rke der im Felde gebrauchten A. hat im Laufe der Zeit vielfach geschwankt. Eine grĂ¶ĂŸere GeschĂŒtzzahl fĂŒhrte zuerst Gustav Adolf (3–4 auf 1000 Mann); die Zahl stieg im SiebenjĂ€hrigen Kriege auf 6–71/2, sank unter Napoleon auf 3-d, hob sich aber bald wieder, und die Russen stellten ihm 6 GeschĂŒtze fĂŒr 1000 Mann gegenĂŒber. Im Kriege 1870/71 fĂŒhrten die Franzosen 3,5, die Deutschen 2,7 GeschĂŒtze, und in Zukunft werden sich dieselben voraussichtlich wieder auf 6 fĂŒr 1000 Mann erhöhen. Die Organisation der Feldartillerie und ihre Zuteilung zu den Truppen wird durch Umbewaffnung und Vermehrung beeinflußt. In Deutschland soll jede der beiden Divisionen eines Armeekorps eine Artilleriebrigade zu 2 Regimentern erhalten, jedes Regiment ist aus 2 Abteilungen mit je 3 Batterien gebildet, einigen Regimentern ist eine Abteilung zu 2 reitenden Batterien zugeteilt. Hiermit ist die frĂŒhere Einteilung in Divisions- und Korpsartillerie, wie sie andre Heere noch beibehalten, beseitigt. Jede Division fĂŒhrt 72, das Armeekorps also 144 GeschĂŒtze. In Frankreich sollen nach dem Reglement von 1902 auf jedes der 20 Armeekorps 2 Regimenter kommen, von denen das eine 12, das andre 6 fahrende Batterien hat. Ersteres wird mit je 6 Batterien an die Divisionen verteilt, wĂ€hrend letzteres, dem noch 2 reitende Batterien hinzutreten, das Korpsartillerieregiment bildet. Letzterem werden auch zwei 12 cm-Haubitzbatterien angeschlossen (einschließlich 2 reitenden und 2 Feldhaubitzbatterien). Dem deutschen ostasiatischen Expeditionskorps waren 2 Batterien schwerer A. des Feldheeres zugeteilt, deren Bedienungsmannschaft eine Fußartilleriebatterie stellte. Diese zum erstenmal auftretende A. ist aus der Notwendigkeit, in Zukunft hĂ€ufig den Kampf um befestigte Stellungen aufzunehmen, hervorgegangen. Zur DurchfĂŒhrung eines solchen hĂ€lt man die Wirkung der leichten Feldhaubitzen nicht immer fĂŒr genĂŒgend und teilt deshalb der Feldarmee unter UmstĂ€nden SteilbahngeschĂŒtze grĂ¶ĂŸern Kalibers, schwere Feld- (15 cm) Haubitzen und 21 cm-Mörser zu. Schon frĂŒher hatte man, namentlich in LĂ€ndern, deren besondere VerhĂ€ltnisse die Verteidigung von Positionen zur Hauptaufgabe macht (Schweiz), eine Positionsartillerie. Da es sich bei dieser um Flachbahnkanonen von grĂ¶ĂŸerm Kaliber als bei der Feldartillerie ĂŒblich, hauptsĂ€chlich aber um SteilbahngeschĂŒtze (Haubitzen und Mörser) handelte, so erhielt man auf diesem Weg eine leichte Belagerungsartillerie. An solchen Flachbahnkanonen besaß Frankreich bereits die aus der Feldartillerie ausgeschiedenen 9,5 cm-Kanonen, sonst bediente man sich der Kaliber von 10 cm (englisch), 10,5 cm (österreichisch-ungarisch) bis zu den BatteriegeschĂŒtzen von 10,7 cm (russisch). Auch die deutsche A. hat jetzt eine 10 cm-Kanone erhalten, die fĂŒr die Einstellung in schwere Batterien des Feldheeres geeignet ist. FĂŒr Haubitzen hielt man die Kaliber von 12–13 cm (127 mm französisch und englisch), auch wohl 15 cm in Deutschland, Österreich-Ungarn, Frankreich, in England 14 cm (137 mm), fĂŒr Mörser allgemein die von 15 cm (zuerst russisch) entsprechend. Solchen fĂŒr schwere Feldbatterien gleichfalls geeigneten GeschĂŒtzen schlossen sich fĂŒr leichte Belagerungsbatterien noch Kanonen bis zum 12 cm- und SteilbahngeschĂŒtz von 15–21 cm-Kaliber (erleichterte Mörser) an, die dem Vormarsch einer Feldarmee zu folgen im stande sind. FĂŒr diese A. sind verschiedene Bezeichnungen, wie Fußartillerie mit Bespannung (deutsch), mobile Belagerungsgruppen (österreichisch-ungarisch), ĂŒblich. Von Schnellfeuerfeldkanonen und leichten Feldhaubitzen pflegt man jetzt allgemein 6 in einer Batterie zu vereinigen, Frankreich will jedoch die GeschĂŒtzzahl fĂŒr alle Batterien auf 4 festsetzen. Der deutschen Kriegsbatterie von 6 GeschĂŒtzen werden 6 Munitions- und 2 Vorratswagen zugeteilt, die russischen leichten und reitenden fĂŒhren 12, die schweren Batterien 16 und die Mörserbatterien (außer 6 zweispĂ€nnigen Munitionskarren) 18 Munitionswagen und je eine Reservelafette mit. Die französische Kriegsbatterie hat 4 GeschĂŒtze, 12 Munitionswagen etc.

Die Belagerungsartillerie suchte den Anforderungen zu genĂŒgen, die das Entstehen neuer, großer, mit den stĂ€rksten Verteidigungsmitteln versehener WaffenplĂ€tze stellen. Auch mußte man die Zahl der bereitzustellenden GeschĂŒtze erhöhen und außer den leichten BelagerungsgeschĂŒtzen auch schwere GeschĂŒtze in Trains zur VerfĂŒgung halten. Ebenso war die Vermehrung an Material und Personal bei der Festungsartillerie notwendig. Auch hier war hauptsĂ€chlich Erleichterung des Materials anzustreben, weil man gegenwĂ€rtig zwecks einer aktiven Verteidigung genötigt ist, auch GeschĂŒtze großen Kalibers im Vor- und ZwischengelĂ€nde von Befestigungen in TĂ€tigkeit zu bringen. Ferner mußte man die Einrichtungen fĂŒr schnelles Laden möglichst allen GeschĂŒtzen geben und bei der gesteigerten Bedeutung des Steilfeuers die Zahl entsprechender GeschĂŒtze möglichst vermehren. Die Festungsartillerie, und besonders die KĂŒstenartillerie, werden aber unter UmstĂ€nden noch von grĂ¶ĂŸern Kalibern (28 cm, 30,5 cm etc.), als die Belagerungsartillerie mitfĂŒhren kann, vorteilhaft Gebrauch machen.

Belagerungs- und Festungsartillerie, die jetzt als Fußartillerie zusammengefaßt werden, erhielten auch wesentliche Verbesserungen der Organisation, die leichtern GeschĂŒtze sollen der Feldarmee unmittelbar folgen, und erforderlichen Falles soll man auch die schweren schnell zur Belagerung heranziehen können. Das Personal wurde in grĂ¶ĂŸere VerbĂ€nde (Ă€hnlich wie bei Feldartillerie) zusammengefaßt, um in diesen verwendet zu werden. Die Batterien besitzen in der Regel 6 GeschĂŒtze (Normalbatterie), bei grĂ¶ĂŸern Kalibern gewöhnlich 4. PanzergeschĂŒtze werden in kleiner Zahl, meist zu zweien oder einzeln, aufgestellt. Durch den Sieg des Hinterladesystems auch bei den großen Kalibern und durch Ausbildung des Steilfeuers gewann die LeistungsfĂ€higkeit der Fußartillerie so an Bedeutung, daß sich Vermehrung, bez. Neuorganisation, Änderungen in der Einteilung und Verwendung auf dem Kampffelde daraus ergaben. Deutschland besitzt jetzt 38 Fußartilleriebataillone zu 4 Kompagnien (in 18 Regimentern, eine Vermehrung um 6–10 Kompagnien steht bevor), Frankreich 18 Bataillone mit 112 Batterien (davon 8 in Algerien und Tunis), 2 Bataillone haben 9, die Mehrzahl 6, einige nur 3 und 4 GeschĂŒtze. Auch in England ist man der Trennung der Fuß-von der Feldartillerie gefolgt. Man hat das bisherige Regiment (Royal Regiment of Artillery) in berittene und unberittene A. geteilt. Zu ersterer gehören die reitende und Feldartillerie, zu letzterer die Gebirgs-, Festungs- und Belagerungsartillerie, innerhalb der Gruppen werden Regimenter gebildet. Über Rußland sind die Nachrichten unsicher, doch wurden 1898: 57 Festungsartillerieregimenter, außerdem Belagerungsartilleriebataillone angefĂŒhrt. In Österreich-Ungarn wurden bei der Reorganisation von 1890: 6 Festungsartillerieregimenter zu 2, bez. 3 Bataillonen und 3 selbstĂ€ndige Bataillone gebildet, so daß daraus 72 Feldkompagnien und 18 Kadrekompagnien gebildet werden können.

Die Artilleristen, Mannschaften der A., zerfallen beim Landheer nach dem Zweig der Waffe, in dem sie dienen, in fahrende, reitende und Fuß- (Festungs-) Artillerie. Schiffs- und meist auch die KĂŒstengeschĂŒtze werden von der Matrosenartillerie bedient (s. Marineartillerie). Bei der fahrenden und reitenden A. unterscheidet man Fahrer und Bedienungsmannschaft (letztere bei der reitenden A. beritten). Die Bewaffnung besteht fĂŒr die berittenen Feldartilleristen in dem ArtilleriesĂ€bel, fĂŒr die unberittenen in dem Infanterieseitengewehr u/M, außerdem in dem Revolver 83. Die unberittenen Bedienungsmannschaften der Feldartillerie erhielten frĂŒher nur ausnahmsweise Feuergewehre, jetzt hĂ€lt man fĂŒr sie einen Revolver erforderlich. Die Fuß- (frĂŒher Festungs-) Artillerie fĂŒhrt dagegen neuerdings stets Stutzen, Karabiner oder Gewehre, die deutsche den Karabiner 98 und das Seitengewehr 98/02.

[Geschichtliches.] Erst seit 1300 hat man unsichere Nachrichten ĂŒber das erste Auftreten unbeholfener GeschĂŒtze (die faule Grete in der Mark). Die A. war zunftmĂ€ĂŸig (Meister, Gesellen, Lehrlinge) eingerichtet. Das GeschĂŒtz, StĂŒck, wurde von StĂŒckknechten bedient und stand unter einem BĂŒchsen- (Pichsen-) Meister. Als zu den Kanonen andre (Wurf-) GeschĂŒtze traten, deren Munition komplizierter war, ĂŒbertrug man die Bedienung Feuerwerkern und nannte diese wie auch die BĂŒchsenmeister seit dem DreißigjĂ€hrigen Kriege Konstabler. Über ihre Pflichten wurden sie durch die von Kaiser und Reich genehmigten Artikulsbriefe belehrt, und die Leitung fĂŒr das Zusammenwirken von GeschĂŒtzen Offizieren ĂŒbertragen. Auf einem grĂ¶ĂŸern Kriegszuge zeigte sich die A. zum erstenmal von Bedeutung, als sie, beweglicher geworden, von Karl VIII. von Frankreich 1499 nach Italien mitgefĂŒhrt wurde, dann wieder, als die kaiserliche A. bei Pavia 1525 die Geschwader Franz' I. von Frankreich vernichtete. FĂŒr die Herstellung einer dem Feldgebrauch entsprechenden leichten A. wirkten dann bahnbrechend Gustav Adolf (lederne Kanonen), von dem auch die Einteilung in Batterien herstammt, und um mehr als ein Jahrhundert spĂ€ter Friedrich d. Gr. durch Errichtung der reitenden A. Letzterer war aber auch genötigt, den Angriff seiner Infanterie durch Batterien schwerer GeschĂŒtze (Brummer von Leuthen) vorzubereiten. Inzwischen entwickelte sich die A. von Zunft zur Waffe, man stellte 10–12 GeschĂŒtze (Batterie) zusammen, teilte aber auch der Infanterie zur Erhöhung ihrer Feuerkraft solche kleinen Kalibers (RegimentsgeschĂŒtze) zu. Eine neue Periode bahnte Napoleon I. an, indem er die A. in feste Batterien, Divisions- und Reserveartillerie gliederte. Er lehrte zuerst ihre taktische Verwendung, besonders aber, daß die Massenwirkung der A. (bis 100 GeschĂŒtze) und deren Einsetzen zur rechten Zeit am richtigen Orte die Schlachtentscheidung herbeifĂŒhren könne. Abgesehen von der neuen Waffe, der reitenden A., die mit KĂŒhnheit und Erfolg besonders von Preußen und Russen 1813–15 gebraucht wurde, war die A. aber fĂŒr taktische Verwendung zu schwerfĂ€llig. Es begannen deshalb die Bestrebungen zur Erleichterung des Feldartilleriematerials (1842), die bis heute fortgesetzt wurden, denen aber zunĂ€chst der Umstand hinderlich war, daß man wegen der Wirkung neben der sechspfĂŒndigen die zwölfpfĂŒndige Kanone und neben deren Volldie Hohlkugeln der Haubitzen (zehn- und siebenpfĂŒndige Granaten) nicht entbehren konnte. Um nun Beweglichkeit und Wirkung in Einklang zu bringen, bestrebte man sich, ein EinheitsgeschĂŒtz in der zwölfpfĂŒndigen Granatkanone zu schaffen. Als man jedoch mit der EinfĂŒhrung begann, war dies GeschĂŒtz schon durch den preußischen Hinterlader (C/59.61) ĂŒberholt. Dieser zeigte sich auch den gezogenen Vorderladern (österreichisches System Lenk), die den im italienischen Kriege 1859 bewĂ€hrten französischen (System Lahitte) nachgebildet waren, ĂŒberlegen.

Obwohl dann nach dem deutsch-französischen Krieg alle Heere sich dem Hinterladesystem zuwendeten und man nach fortgesetzten Verbesserungen schließlich zur Schnellfeuerfeldkanone gelangt war, so machte sich auch fĂŒr die Feldartillerie das BedĂŒrfnis geltend, neben dem wirkungsvollsten Flachfeuer eine ErgĂ€nzung durch Steilfeuer leichter Haubitzen zu schaffen. Durch die Steigerung der Feuerwirkung wurde aber auch eine vermehrte Anwendung der Feldbefestigung bedingt, und man stellte der Feldartillerie nicht nur die Aufgabe, den Feind aus den Deckungsmitteln zu vertreiben, bez. diese zu zerstören, sondern sie soll auch befĂ€higt sein, beim Erscheinen vor permanenten Befestigungen mit diesen den ersten Kampf aufzunehmen. Dies fĂŒhrte nun zuletzt in allen Armeen zur Ausstellung einer schweren A. des Feldheeres. Diese VerĂ€nderungen im Material, die von der Feld-auch auf die Fußartillerie ĂŒbertragen wurden, mußten auch Einfluß auf Organisation, Fechtart der A., ihre Stellung in der Armeeeinteilung, in Friedens- und Kriegsgliederung haben.

[Literatur.] Fronsperger, Vom GeschĂŒtz, Feuerwerk und Festungen (1557); v. Decker, Versuch einer Geschichte des GeschĂŒtzwesens (Berl. 1812); Scharnhorst, Handbuch der A. (Hannov. 1804–14, 3 Bde.); Timmerhans, Essai d'un traitĂ© d'artillerie (BrĂŒssel 1839–46, 3 Bde.); Scheuerlein, GrundzĂŒge der allgemeinen Artilleriewissenschaft (Berl. 1846); v. Schirrmann, Versuch zu einem System der Artilleriewissenschaft (das. 1860); Witte, Artillerielehre (das. 1873, 3 Bde.); Wiebe, Die Artillerietruppe des Festungskrieges (das. 1888); Prinz Kraft zu Hohenlohe-Ingelfingen, Über Feldartillerie (2. Aufl., das. 1887); H. v. MĂŒller: Die Entwickelung der Feldartillerie von 1855–1892 (das. 1893–94, 3 Bde.), Die Entwickelung der deutschen Festungs- und Belagerungsartillerie von 1875–1895 (das. 1896) und Die TĂ€tigkeit der deutschen Festungsartillerie im deutsch-französischen Kriege (das. 1898–1901, 4 Bde.); Witte, Fortschritte und VerĂ€nderungen im Waffenwesen (2. Aufl., das. 1900, mit drei NachtrĂ€gen), Dolleczek, Geschichte der österreichischen A. (Wien 1887, 2 Bde.). Zeitschriften: »Archiv fĂŒr die Offiziere der königlich preußischen Artillerie- und Ingenieurkorps« (Berl.), »Mitteilungen ĂŒber GegenstĂ€nde des Artillerie- und Geniewesens« (Wien), »Revue d'Artillerie« (Par.), »Zeitschrift fĂŒr die schweizerische A.« (Frauenfeld).


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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