Mackenzie [1]

Mackenzie (spr. mǟkénnsi), großer Strom im nordwestlichen Kanada (s. Karte bei Artikel »Kanada«), der sich durch die Vereinigung des Peace River (s. d.) und Athabasca (s. d.) bildet, aber auf der Laufstrecke zwischen dem Athabascasee und dem Großen Sklavensee Großer Sklavenfluß heißt und seinen Namen M. erst nach dem Austritt aus dem letztern erhält. Im allgemeinen mit nordwestlicher Laufrichtung, nimmt er dann von links noch die Felsengebirgsströme Liard und Peel River und von rechts den Bärenseefluß auf, während der Athabascasee und der Große Sklavensee im Grunde genommen nur die Erweiterungen der rechtsseitigen Nebenflüsse Stone River und Lockhart River darstellen. Das Stromgebiet des M. mißt 1,750,000 qkm und steht an Ausdehnung in Nordamerika nur dem Mississippigebiet nach. Bei seinem Durchbruch durch die Rentierkette mittewegs zwischen dem Athabasca- und Großen Sklavensee erleidet die Schiffbarkeit des Stromes durch die wilde Schnellenreihe der Fünf Portagen (mit 72 m Gefälle) eine Unterbrechung, von da ab ist er aber auf 1800 km für Dampfer gut schiffbar. Vor seiner Mündung in das Nördliche Eismeer teilt er sich in zahlreiche Deltaarme, die bei den katastrophenartigen Eisgängen des Stromes mannigfaltigen Veränderungen unterworfen sind. Die winterliche Eisdecke ist im nördlichen Unterlaufe fester und dauernder (bis Mai) als im südlichen Oberlaufe (bis April), und dies führt zu besonders furchtbaren Eisstauungen und Eisgangfluten. Die Wasserführung des M. ist während des Sommers reich und ziemlich gleichmäßig, und seine künstliche Verbindung mit dem Churchill und Saskatchewan würde bei der allgemeinen Niedrigkeit und Unbestimmtheit der Wasserscheide leicht sein. Mit dem Churchill (s. d.) steht er durch den Wollastonsee auch in natürlicher Verbindung. Der im I. 1895 geschaffene kanadische Distrikt M. schließt den südlichen Teil des Stromgebiets aus, umfaßt aber dafür Teile des Doobaunt River-Gebiets, des Back River-Gebiets, das Kupferminenflußgebiet und enthält nach der 1897 vorgenommenen Abgrenzung 1,462,000 qkm, aber nur 5213 Bewohner (meist Indianer), deren Haupterwerbszweig die Pelztierjagd bildet. An weißen Siedelungen gibt es nur eine Anzahl Blockhausforts der Hudsonbaigesellschaft und Missionsstationen, darunter namentlich Fort Resolution, nahe beim Eintritte des M. in den Großen Sklavensee, Fort Providence, unterhalb seines Austritts aus diesem See, Fort Simpson, an der Liardmündung, Fort Norman, an der Mündung des Bärenseeflusses, und Fort Mc Pherson, am untern Peel River. Das Haupthemmnis einer höhern Kulturentwickelung liegt in dem rauhen Klima. Getreide ist zwar bei Fort Simpson (mit 15,7° mittlerer Julitemperatur) zur Reise gebracht worden, aber zuverlässige Ernten sind damit schwerlich irgendwo zu erzielen, da kein Monat in dem Gebiete frostfrei ist. Der Wuchs von Schwarz- und Weißtannen, Lärchen und Pappeln ist dagegen selbst am Großen Bärensee und an der Mackenziemündung noch ziemlich dicht und stattlich. Entdeckt wurde der M. 1789 von Alexander Mackenzie, doch lebten damals schon französische Kanadier an seinen Ufern; dann erforschten ihn 1825 John Franklin und 1862–73 Abbé Petitot.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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