Meer [1]

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Meer [1]

Meer (Weltmeer, Ozean, hierzu die Karte ¬ĽMeeresstr√∂mungen etc.¬ę), die ganze zusammenh√§ngende Wassermasse, die den gr√∂√üten Teil der Erdoberfl√§che bedeckt. Man teilt dasselbe ein in f√ľnf Ozeane, n√§mlich: 1) das S√ľdliche Eismeer s√ľdlich vom s√∂dlichen Polarkreis, 2) das N√∂rdliche Eismeer n√∂rdlich vom n√∂rdlichen Polarkreis, 3) den Atlantischen Ozean zwischen dem Meridian des Kap der Guten Hoffnung und dem des Kap Horn, 4) den Stillen Ozean zwischen dem Meridian des Kap Horn und dem des S√ľdkaps von Tasmania, 5) den Indischen Ozean zwischen den Meridianen von Tasmania und Kap der Guten Hoffnung. Nach den bisherigen Berechnungen kann das Areal der Meeresfl√§che zu rund 365,5 Mill. qkm angenommen werden. Da das Gesamtareal der Erdoberfl√§che nach Bessel etwa 510 Mill. qkm betr√§gt, so ist das Fl√§chenverh√§ltnis von M. zu Land etwa 2,541. W√§hrend die absolut gr√∂√üte Tiefe des Meeres, 9636 m, die absolut gr√∂√üte H√∂he des Festlandes, 8840 m, nur um rund 800 m √ľbertrifft, betr√§gt die mittlere Tiefe des Meeres rund 3500 m, die mittlere H√∂he des Festlandes aber nur etwa 700 m. So ungenau die beiden letztern Zahlen auch noch sind, so geben sie doch ein anschauliches Bild f√ľr die Gegens√§tze in den r√§umlichen Verh√§ltnissen des Meeres und der Kontinente. Dieselben Kr√§fte, die durch Abschwemmung die Umrisse der h√∂chsten Erhebungen sch√§rfer und rauher gestalten, ebnen die Meerestiefen immer mehr ein und gestalten die Becken des Weltmeeres zu Tiefebenen, aus denen die Kontinente als gewaltige Sockel emporsteigen. Das gesamte Volumen der Meere betr√§gt 1263 Mill. Kubikkilometer, das der Festl√§nder √ľber dem Meeresspiegel rund 100 Mill., so da√ü das Verh√§ltnis beider 12: 1 ist. Bei Abtragung der Kontinente in die Meere w√ľrde die ganze Erdoberfl√§che von einem Ozean von etwa 2300 m Tiefe bedeckt werden.

[Die Meerestiefen] wurden erst zum Gegenstand ausgedehnter Forschungen gemacht, als das praktische Bed√ľrfnis sich geltend machte und f√ľr Legung transozeanischer Telegraphenleitungen die Untersuchung des Meeresgrundes erforderlich wurde. √úber die Tiefenverh√§ltnisse findet man bei den einzelnen Ozeanen Spezielleres angef√ľhrt. Die gr√∂√üten Tiefen, die man bis 1903 zuverl√§ssig festgestellt hat, enth√§lt folgende Tabelle:

Tabelle

[Der Meeresboden.] Auf dem Grunde des Meeres bilden sich kontinentale (oder K√ľsten-) und pelagische (oder Tiefsee-) Ablagerungen. Die erstern bestehen aus den Detritusprodukten der K√ľsten und den von den Fl√ľssen ins M. gef√ľhrten Bestandteilen und dehnen sich manchmal bis zu 150 Seemeilen von der K√ľste aus. Die Tiefseeablagerungen setzen sich aus den Resten kleinster Organismen und aus vulkanischem Detritus zusammen. Sehr weit √ľber alle Meere verbreitet und den Boden des gr√∂√üten Teils des Nordatlantischen Ozeans bedeckend ist der Globigerinenschlamm, der aus den Resten kalkschaliger Foraminiferen (Wurzel s√ľ√üer) besteht, unter denen die Globigerinen die zahlreichsten sind. Die Foraminiferen leben in der N√§he der Meeresoberfl√§che in gro√üer Menge, ihre zarten Reste sinken nach dem Absterben √§u√üerst langsam in die Tiefe hinab. Auf dem Wege dahin wird der kohlensaure Kalk durch die Kohlens√§ure im M. mehr und mehr aufgel√∂st, so da√ü in gr√∂√üern Tiefen immer weniger Kalkschlamm zum Niederschlag gelangt und derselbe in Tiefen √ľber 5000 m aufh√∂rt, einen wesentlichen Bestandteil des Tiefseeschlammes zu bilden. In gr√∂√üern Tiefen herrschen roter und grauer Ton und vulkanischer Detritus vor, ersterer vermutlich aus unl√∂slichem R√ľckstande der organischen Reste und feinstem unorganischen Staub herr√ľhrend, letzterer das Produkt von Eruptionen (in der N√§he der K√ľste oder unterseeisch). Au√üerdem findet sich auf beschr√§nktern Gebieten des Meeresgrundes Diatomeen- oder Radiolarienschlamm, der aus den Kieselschalen genannter Organismen besteht.

[Das Meerwasser] ist eine L√∂sung sehr verschiedenartiger Salze in reinem Wasser, der salzig-bittere Geschmack und der eigent√ľmliche Geruch desselben r√ľhrt von gel√∂sten Salzen und in Verwesung begriffenen organischen Substanzen her. An chemischen Grundstoffen sind im Meerwasser 32 nachgewiesen worden; die √ľbrigen Elemente sind wahrscheinlich auch darin enthalten, wenn schon in nicht me√übaren Mengen.

Die Hauptbestandteile des Seesalzes bilden Chlornatrium, Chlormagnesium, Bittersalz, Gips und Chlorkalium, die untereinander und zum Gesamtsalzgehalt √ľberall im Weltmeer in merkw√ľrdig gleichbleibendem Mischungsverh√§ltnis angetroffen sind. Die nachfolgende Analyse gilt deshalb f√ľr Seewasser jeder Herkunft, einerlei, ob es sich um Ostseewasser oder Nordseewasser oder Ozeanwasser od. dgl. handelt. In je 100 Teilen des R√ľckstandes einer eingedampften Seewasserprobe sind n√§mlich enthalten:

Tabelle

Da, wie gesagt, dieser prozentische Anteil der einzelnen Salze an der Gesamtheit der festen Bestandteile oder, wie man sich kurz ausdr√ľckt, an dem ¬ĽGesamtsalzgehalt¬ę √ľberall der gleiche ist, gen√ľgt diese eine Analyse zur analytischen Beurteilung aller Meerwasserarten. Enth√§lt z. B. eine Meerwasserprobe von 1000 g im ganzen 37 g feste Bestandteile, so entfallen von diesen 37 g des Gesamtsalzgehaltes 37x78,32/100 g = 29 g auf das Kochsalz und in entsprechender Weise auf die √ľbrigen Salze, und wir haben folgende Zusammensetzung der Wasserprobe:

Tabelle

Wechselnd ist nat√ľrlich der Betrag des Gesamtsalzgehaltes als solcher; die regionalen und zeitlichen Verschiedenheiten dieser Summe der festen Bestandteile zu ermitteln, ist darum eine der wichtigsten Aufgaben der Meeresforschung. Die L√∂sung der Aufgabe wird sehr erleichtert infolge des eben erw√§hnten, stets konstanten Mengverh√§ltnisses der einzelnen Salze. es gen√ľgt, die Menge eines Salzes zu bestimmen, und man hat entsprechend obenstehender Analyse auch die Mengen der √ľbrigen. Es ist √ľblich, den Chlorgehalt des Meerwassers ma√üanalytisch zu bestimmen, und man erh√§lt mit Hilfe des sehr konstanten Koeffizienten Salzgehalt/Chlorgehalt (1,81) ohne weiteres den Gesamtsalzgehalt. Man kann aber auch das spezifische Gewicht des Seewassers mittels eines Ar√§ometers (s. d.) bestimmen und dasselbe auf eine herk√∂mmliche Temperatur (z. B. 17,5¬į) reduzieren. Nimmt man das Gewicht eines Liters S√ľ√üwasser (1000 g) von 17,5¬į Temperatur als Einheit, so hat 1 Lit. Seewasser von derselben Temperatur ein Gewicht von 1024‚Äď28 g, d. h. sein spezifisches Gewicht ist 1,024‚Äď1,028. Neuerdings reduziert man allgemein das spezifische Gewicht des Meerwassers auf 0¬į unter Vergleich mit dem spezifischen Gewicht des S√ľ√üwassers bei 4¬į.

Der Salzgehalt ist eine Ureigenschaft der Meere. Er wird vermehrt durch Verdunstung und Eisbildung, vermindert durch Niederschl√§ge und Eisschmelze und lokal durch S√ľ√üwasserzufl√ľsse. Infolgedessen ist die horizontale Verteilung des Salzgehalts am Meeresboden sehr gleichm√§√üig, an der Oberfl√§che schwankend. Abgesehen von den abgeschlossenen Meeresteilen, findet sich das salzigste Oberfl√§chenwasser in den Gebieten trockner Winde, den Passaten, im Gegensatz zu den Regionen der √§quatorialen Regen und der feuchten Monsune; der Salzgehalt nimmt ferner im allgemeinen von den h√∂hern Breiten bis in die Passatzonen und von den K√ľsten nach der offenen See hin zu. Die geographischen Unterschiede in dem Betrage des Salzgehalts schwanken dabei in den Hochseegebieten nur zwischen etwa 32 und 38 pro Mille; im Mittelmeer und Roten Meer werden stellenweise 40 pro Mille erreicht, w√§hrend die Ostsee in ihren √∂stlichen Teilen unter 10 pro Mille zeigt (N√§heres hier√ľber s. die einzelnen Meere). Aus der nachstehenden Tabelle sind f√ľr einige Meeresgegenden, deren Wasser einen verschiedenen Gesamtsalzgehalt besitzt, die Beziehungen zwischen diesem, dem Chlorgehalt und dem spezifischen Gewicht zahlenm√§√üig zu ersehen:

Tabelle

An Gasen enth√§lt das Meerwasser Sauerstoff, Stickstoff und Kohlens√§ure; w√§hrend aber die atmosph√§rische Luft 21 Teile Sauerstoff und 79 Teile Stickstoff enth√§lt, finden sich im Seewasser 30‚Äď35 Teile Sauerstoff und 70‚Äď65 Teile Stickstoff. Dies gro√üe Absorptionsverm√∂gen des Meerwassers f√ľr Sauerstoff ist von Wichtigkeit f√ľr alle die Tiere, die ihren Luftbedarf durch Kiemenatmung decken m√ľssen, wie z. B. die Fische. Normales Ozeanwasser von 35 pro Mille Salzgehalt enth√§lt etwa folgende durchschnittliche Mengen an absorbiertem Sauerstoff und Stickstoff, berechnet auf das Liter, in Kubikzentimeter:

Tabelle

Die quantitativen Bestimmungen der Kohlens√§ure menge sind sehr schwierig; man kann etwa 40 ccm CO2 in 1 Lit. Seewasser bei 0¬į Temperatur als Durchschnittswert annehmen; die Kohlens√§ure ist immer an die neutralen und sauren Salze des Meerwassers gebunden. Der Gehalt sowohl an Kohlens√§ure wie an Sauerstoff ist in hohem Grad abh√§ngig von dem niedern Pflanzen- und Tierleben (Plankton) des Meeres.

Gefrierpunkt u. Dichtigkeitsmaximum des Meerwassers weichen von denen des reinen Wassers ab.

Tabelle

Die gr√∂√üte Dichtigkeit des Seewassers von mehr als 2 Proz. Salzgehalt liegt also unter dem Gefrierpunkt. W√§hrend daher ein S√ľ√üwassersee, sobald er bis zum Grund auf+4¬į abgek√ľhlt ist, bei einer Lufttemperatur unter Null sehr bald an der Oberfl√§che gefrieren kann, dauert der vertikale Wasseraustausch des sich abk√ľhlenden Seewassers unter dem Einflu√ü der Winterk√§lte so lange fort, bis die ganze Wassermasse auf den tief herabgedr√ľckten Gefrierpunkt abgek√ľhlt ist. Erst dann bildet sich unter Abscheidung des Salzes eine Eisdecke (s. Polareis).

[Meerestemperatur.] Die Meerestemperatur an der Oberfl√§che folgt der Temperatur der Luft unter betr√§chtlicher Abstumpfung der Extreme. In den mittlern Breiten betr√§gt die j√§hrliche Schwankung im Atlantischen Ozean durchschnittlich 5¬į, in abgeschlossenen Meeresteilen meist viel mehr, z. B. im Skagerrak 17¬į. Die h√∂chste Meerestemperatur wurde im s√ľdlichen Teil des Roten Meeres zu etwa 34,5¬į beobachtet. Mehr als die H√§lfte der gesamten Meeresoberfl√§che ist im Jahresdurchschnitt √ľber 20¬į erw√§rmt. Dabei ist die n√∂rdliche Halbkugel in bezug auf die ozeanische W√§rmeverteilung in hohem Ma√üe beg√ľnstigt; man vgl. die zwei Textk√§rtchen im Artikel ¬ĽAtlantischer Ozean¬ę (S. 45).

Fig. 1.
Fig. 1.

Durch die horizontale Wasserbewegung wird gleichzeitig auch eine vertikale Zirkulation erzeugt. Ein anhaltend gegen das Ufer wehender Wind bewirkt hier eine Aufstauung des (warmen) Wassers, ein anhaltend vom Ufer wegwehender Wind bewirkt ein Wegflie√üen des Oberfl√§chenwassers und damit ein Nachdr√§ngen von Tiefenwasser, einen sogen. Auftrieb des (kalten) Wassers. So wird eine vertikale Zirkulation eingeleitet mit einer absteigenden Bewegung des Wassers an den Luvk√ľsten und einer aufsteigenden an den Leek√ľsten. Entschiedene Leek√ľsten sind in der Passatzone die Westk√ľsten der Kontinente, die Ostk√ľsten dagegen Luvk√ľsten (Fig. 1). Die ¬Ľkalie Mauer¬ę, jenes Kaltwassergebiet, das die amerikanische K√ľste von dem warmen Wasser des Golfstroms trennt, r√ľhrt nur zum Teil von dem Labradorstrom her, zum Teil ist der Auftrieb an der Leek√ľste die Ursache.

Im allgemeinen ist die Temperaturabnahme mit der Tiefe in den obern Schichten vergleichsweise sehr bedeutend, dann aber (von rund 800 oder 1000 m ab) √§u√üerst gering, so da√ü im Durchschnitt f√ľr tropische Gew√§sser die W√§rmeverminderung zwischen 0 und 1000 m Tiefe 15‚Äď20¬į betr√§gt, zwischen 1000 u. 2000 m aber nur 2‚Äď4¬į, und in noch gr√∂√üern Tiefen gar nur 0,5‚Äď1¬į auf je 1000 m. Das nebenstehende Diagramm (Fig. 2) gibt hiervon eine bildliche Anschauung.

Fig. 2.
Fig. 2.

Die gewaltigen Wassermengen der gro√üen Tiefen sind sehr kalt und auch gleichm√§√üig temperiert, indem meist nur geringe Unterschiede unter den verschiedenen geographischen Breiten bestehen. Man kann in 1000 m Tiefe auf etwa 3 bis 8¬į rechnen, am Meeresboden in Tiefen von √ľber 4000 m auf nur 1‚Äď2¬į, in den Polarmeeren stellenweise auch unter 0¬į. Sehr eigenartig und durch die neuere Tiefseeforschung ganz sicher festgestellt ist aber die Tatsache, da√ü in den mittlern, der Oberfl√§che ziemlich nahen Schichten von rund 150‚Äď800 m Tiefe fast √ľberall das Wasser der h√∂hern Breiten erheblich w√§rmer ist als das Wasser der √§quatorialen Zonen, wie die nachstehende Tabelle z. B. f√ľr den Atlantischen Ozean erkennen l√§√üt:

Tabelle

Die Ursache f√ľr diese h√∂chst auff√§llige W√§rmeverteilung ist nicht leicht zu erkennen; wahrscheinlich liegt eine Verbindung von horizontalen und vertikalen Wasserbewegungen gro√üartigen Ma√üstabes, aber ganz in dem Sinne der oben durch die Fig. 1 gekennzeichneten Anstau- und Auftriebversetzungen vor: unter dem √Ąquator verursacht ein Aufsteigen, ein Herausquellen kalten Tiefenwassers bis fast an die Oberfl√§che die abnorm niedrigen W√§rmegrade, w√§hrend in den geographischen Breiten von 30‚Äď40¬į das relativ warme Oberfl√§chenwasser abw√§rts sinkt. Jedenfalls k√∂nnen die eiskalten Wassermassen der tropischen Tiefsee nicht von Ort und Stelle stammen, und wenn man auch von der Annahme kalter Str√∂mungen mit me√übarer Geschwindigkeit in der Tiefe abzusehen hat, so findet doch ein √§u√üerst langsames Zudr√§ngen polaren Wassers nach dem √Ąquator hin statt, und √ľberall werden die k√§ltesten Bodentemperaturen da an getroffen, wo in der Tiefe freie Kommunikation mit den Eismeeren vorhanden ist.

Den polaren Ursprung der niedrigen Bodentemperatur beweist auch die Temperaturverteilung in Binnenmeeren, die bis zu einer gewissen Tiefe gegen den offenen Ozean abgesperrt sind. Hier √ľbersteigt die Temperaturerniedrigung in keinem Fall diejenige, die der Tiefenschicht auf der absperrenden Bodenerhebung zukommt. Nur wenn die Winterk√§lte des Ortes niedriger ist als die Temperatur dieser Schicht, kann die Temperatur noch um diese Differenz erniedrigt werden. Im Mittelmeer, das nur bis etwa 350 m Tiefe mit dem Atlantischen Ozean in Verbindung steht, welcher Tiefe eine Temperatur von 14¬į zukommt, entspricht die Temperatur in den gr√∂√üten Tiefen 'der Wintertemperatur der Luft (12,8 bis 13,6¬į). Im Karibischen M. und im Mexikanischen Meerbusen sinkt ebenso die Bodentemperatur nirgends unter 4,4¬į, entsprechend der Tiefe auf dem absperrenden submarinen R√ľcken von 1500 m etc.

[Meeresstr√∂mungen.] Vgl. beifolgende Karte. Die Str√∂mungen der einzelnen Ozeane sind bei diesen beschrieben. ‚Äď Man beachte, da√ü allgemein die Str√∂mungen nach der Richtung, nach der sie hinstr√∂men, bezeichnet werden. Verursacht sind die Str√∂mungen in erster Linie durch die an der Meeresoberfl√§che vorherrschenden Winde, unter denen die Passate besonders wichtig sind; Temperaturschwankungen, Dichteunterschiede, Verdunstung, Rotation der Erde etc. kommen nur als sekund√§re Faktoren in Betracht. In allen Ozeanen beobachtet man eine √§quatoriale Str√∂mung in der Richtung von O. nach W., die sich im W., der Konfiguration der K√ľsten entsprechend, nach N. oder S. weiter verfolgen l√§√üt (Nordatlantischer Ozean: Golfstrom, S√ľdatlantischer Ozean: Brasilischer Strom, Stiller Ozean: Kurosiwo, Indischer Ozean: Agulhasstrom). Die best√§ndig nach dem √Ąquator zu gerichteten und nach W. abgelenkten Passatwinde treiben die zu Wellen aufgeregte Oberfl√§chenschicht in westlicher Richtung fort, und verm√∂ge der innern Reibung der Fl√ľssigkeit teilt sich dieser Bewegungsimpuls der Tiefe mit. Dies geschieht zwar sehr langsam, allein die einmal erzeugte Bewegung h√∂rt auch ebenso langsam wieder auf. Zeitweilige Wind√§nderung beeinflu√üt nur die oberste Schicht, und die mittlere Windrichtung bestimmt die allgemeine Wasserbewegung in dem betreffenden Meeresgebiet. (Windtheorie von Z√∂ppritz, heute allgemein als richtig anerkannt, zumal sie mit den Erfahrungen der praktischen Seeleute sich vollkommen deckt.) So finden wir im Bereich der Passatwinde die regelm√§√üigsten Str√∂mungen nach W. gerichtet, im Bereich der vorherrschenden Westwinde schw√§chere Oststr√∂mungen. Im Bereich der Monsune, also der halbj√§hrlich ihre Richtung wechselnden Winde, beobachtet man alternierende Str√∂mungen. Wo die Str√∂mungen die K√ľste treffen, verzweigen sie sich, dem Lauf der K√ľste folgend, und wo zwei einander entgegengerichtete K√ľstenstr√∂me sich treffen, vereinigen sie sich zu einem von der K√ľste fortflie√üenden Strom. Der Einflu√ü der Erdrotation auf die Str√∂mungen √§u√üert sich dabei in einer Ablenkung derselben nach rechts auf der n√∂rdlichen, nach links auf der s√ľdlichen Halbkugel, sobald die direkte Erregungsursache zur√ľcktritt. In hohen Breiten nimmt der Einflu√ü der Erdrotation zu, und Str√∂mungen, die das Land zur Rechten (auf der n√∂rdlichen Halbkugel) haben, lehnen sich hier an die K√ľste dicht an, w√§hrend umgekehrt diejenigen, die das Land zur Linken haben, von demselben abschwenken. ‚Äď F√ľr das Verst√§ndnis mancher Str√∂mungen ist das Prinzip der Kompensation oder Ausgleichung wichtig. Da, wo Wasser weggef√ľhrt wird, mu√ü Wasser auch wieder hinzustr√∂men, um das Niveau zu erhalten, gem√§√ü der Kontinuit√§tsbedingung, die f√ľr eine unelastische und zusammenh√§ngende Masse wie das Wasser gilt. Im R√ľcken mancher kr√§ftigen, durch Winde bedingten Str√∂mungen beobachtet man Kompensationsstr√∂me, die, nicht oder fast nicht durch Winde erkl√§rbar, lediglich ¬Ľaspiriert¬ę oder angesaugt werden zum Ersatz f√ľr das vom Hauptstrom fortgef√ľhrte Wasser. Auch die r√ľckl√§ufigen Gegenstr√∂mungen in Buchten (sogen. Neerstr√∂me) erkl√§ren sich hieraus.

In begrenzten Meeresbecken spielen die oben als sekund√§re Faktoren bezeichneten Einfl√ľsse eine gr√∂√üere Rolle. Der Unterschied im spezifischen Gewicht erzeugt einen lebhaften Wasseraustausch zwischen dem Ozean und den Binnenmeeren. √úber einem Unterstrom dichtern Wassers findet sich dann vielleicht ein entgegengerichteter Oberstrom leichtern Wassers von geringerm Salzgehalt. So flie√üt das stark verd√ľnnte Ostseewasser an der Oberfl√§che aus √ľber einem eingehenden salzhaltigern Unterstrom. Beim Mittelmeer dagegen wird ein starker eingehender Oberfl√§chenstrom in der Stra√üe von Gibraltar und ein salzhaltigerer Unterstrom von entgegengesetzter Richtung beobachtet.

Die Geschwindigkeit der Meeresstr√∂mungen im offenen Ozean √ľbersteigt nur selten und nur in einigen, eng begrenzten Gebieten 80 Seemeilen in 24 Stunden (1,7 m in der Sekunde), erreicht also nicht die mittlere Geschwindigkeit des Rheins bei Koblenz (1,9 m in der Sekunde). In Meerengen und namentlich da, wo Ebbe und Flut oder gro√üe Fl√ľsse mitwirken, sind allerdings vereinzelt Stromgeschwindigkeiten von 145‚Äď190 Seemeilen in 24 Stunden (3‚Äď4 m in der Sekunde) beobachtet. Die gro√üen √§quatorialen Meeresstr√∂mungen weisen eine mittlere Geschwindigkeit von 12‚Äď24 Seemeilen in 24 Stunden auf.

[Meereswellen.] Die Meereswellen, die vom Wind erregt werden, erlangen im offenen Ozean, wo die Wassertiefe ihre freie Entwickelung nicht hemmt, sehr bedeutende Dimensionen. Die Wellenbewegung teilt sich nach der Theorie und den Experimenten der Gebr√ľder Weber mit bis in Tiefen vom 350fachen der Wellenh√∂he. Eine 10 m hohe Welle (vom h√∂chsten Punkte des Wellenbergs zum niedrigsten Punkte des Wellentals gemessen) w√ľrde also in flacherm als 3500 m tiefem Wasser schon durch Reibung am Grund beeintr√§chtigt werden. Die gew√∂hnlichen Sturmwellen im offenen Ozean haben eine H√∂he von 5‚Äď7 m und eine L√§nge von 70‚Äď140 m. Die h√∂chsten Wellen (bis etwa 12 m) sind auf hohen s√ľdlichen Breiten im Gebiete der stetigen Westwinde gemessen worden. Die √§ltern Angaben von Wellenh√∂hen von 15 m. 20 m und noch mehr sind unrichtig. In der Nordsee sind H√∂hen von √ľber 4 m nicht gemessen worden. √úber die L√§nge (von Kamm zu Kamm gemessen) gehen die Angaben stark auseinander; unter dem direkten Einflu√ü eines Orkans erreichen die Wellen eine betr√§chtliche Steilheit; der B√∂schungswinkel betr√§gt 10 bis 15¬į. Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Wellen ist unabh√§ngig von der H√∂he, nimmt aber mit der Wellenl√§nge zu. Im Passat bel√§uft sich die Fortpflanzungsgeschwindigkeit auf etwa 7‚Äď8 m in der Sekunde; den gr√∂√üten Sturmwellen kommt eine solche von etwa 24 m in der Sekunde zu und ist somit gleich der der schnellsten Eisenbahnz√ľge.

Am regelm√§√üigsten bilden sich die Wellen aus, wenn der Wind nicht mehr direkt einwirkt, also in der sich weit fortpflanzenden und lange anhaltenden Wellenbewegung, die man als D√ľnung bezeichnet. Eine solche D√ľnung ist im offenen Ozean bei Windstille fast die Regel und macht sich auf au√üerordentlich weite Entfernungen bemerklich. Im Atlantischen Ozean findet man nicht selten im ganzen Gebiet des Nordostpassats und noch s√ľdlich vom √Ąquator hohe Nordwestd√ľnung, die aus den n√∂rdlichen Breiten stammt. Die merkw√ľrdige Erscheinung der Roller an den Inseln des S√ľdatlantischen Ozeans und den Antillen, die auch an der Westk√ľste Afrikas unter der Bezeichnung Kal√©ma bekannt ist, mu√ü als von den St√ľrmen in h√∂hern Breiten herr√ľhrend erkl√§rt werden. Diese Roller sind hohe Wellenz√ľge, die, zeitweise auf die K√ľste zulaufend, eine hohe Brandung erregen, jeden Verkehr der Schiffe mit dem Lande unterbrechen und auf flachem Wasser ankernden Schiffen gef√§hrlich werden.

[Farbe des Meerwassers.] W√§hrend das Seewasser, in kleinen Mengen gesch√∂pft, vollkommen klar und farblos erscheint, zeigt es im offenen Ozean eine blaue Farbe. In einzelnen Meeresteilen, besonders solchen von geringer Tiefe und in der N√§he der K√ľste und Flu√üm√ľndungen, zeigt sich eine gr√ľne F√§rbung, wie z. B. in der Ostsee. Hauptursache f√ľr die verschiedenen F√§rbungen ist die verschiedene Menge der im Meerwasser suspendierten kleinen und kleinsten, teils anorganischen, teils organischen Bestandteile, und zwar in folgender Weise. Das Meerwasser reflektiert von den in dasselbe gelangenden Lichtstrahlen vorzugsweise die blauen, w√§hrend die roten und gelben absorbiert werden. Je √§rmer nun an tr√ľben Bestandteilen oder je reiner das Meerwasser ist, desto vollkommener werden die roten und gelben Teile des Lichtstrahls absorbiert und nur die blauen zur√ľckgeworfen: das Wasser erscheint tiefblau. Je reicher an tr√ľbenden Bestandteilen aber das Wasser ist, desto eher und desto st√§rker wird der Lichtstrahl auch in seinen roten und gelben Teilen reflektiert; die reflektierte Farbe setzt sich dann aus Gelb und Blau zusammen, und das Wasser erscheint gr√ľn. Man kann daher auch sagen: je durchsichtiger das Wasser, desto blauer ist es. Als tr√ľbende Bestandteile kommen in der Hochsee besonders die Mikroorganismen des Plankton (s. d.) in Betracht: wo viel Plankton, da neigt die Farbe zum Gr√ľn. Die schmutziggelbe oder braune Farbe an K√ľsten und vor Flu√üm√ľndungen r√ľhrt her von mechanischen Verunreinigungen und Beimengungen zum Teil der auf flachem Wasser aufgew√ľhlten Meeresbodenbestandteile, zum Teil der durch die Fl√ľsse dem M. zugef√ľhrten Massen. Salzgehalt und Temperatur sind nicht ausschlaggebend f√ľr die Farbe; auch ist die Meeresfarbe selbstverst√§ndlich keine Reflexionserscheinung der blauen Himmelsfarbe.

Zur Messung der Durchsichtigkeit des Meerwassers werden Teller oder Scheiben von wei√üer Farbe versenkt und dabei beobachtet, bis zu welcher Tiefe dieselben dem Auge sichtbar bleiben. Man fand in dieser Weise in der Ostsee 15 m, in der Nordsee 22 bis 25 m als Grenze der Sichtbarkeit, im Mittelmeer 40‚Äď45 m, im Atlantischen Ozean bis zu 60 m. Die Durchsichtigkeit nimmt also wie die Intensit√§t der blauen Farbe zu (vgl. oben). Photographisch pr√§parierte und versenkte Platten ergaben bei Nizza eine Lichtwirkung bis zu 400 m Tiefe, in gr√∂√üerer Entfernung von der K√ľste, bei der Insel Capri, bis 550 m.

[Das Meerleuchten] ist eine in dunkeln Nächten auf allen Meeren, am schönsten und großartigsten im Tropengebiet auftretende Erscheinung, die in einem phosphoreszierenden Aufleuchten und Glitzern weiter Flächen oder in einem funkenartigen Aufblitzen der Wellen besteht. Dies Leuchten wird durch Seetiere, zum Teil von mikroskopischer Kleinheit (beispielsweise Noctiluca, s. Meerleuchten), hervorgebracht. Die meisten dieser Tiere leben während des Tages in größern Tiefen und kommen erst nach Sonnenuntergang an die Oberfläche, wo ein äußerer Reiz die Leuchterscheinungen hervorruft oder sie doch erhöht, daher die schönsten und großartigsten Erscheinungen bei bewegtem Wasser. In den meisten Fällen leuchten nur einzelne Lichtpunkte auf, besonders im Kielwasser des fahrenden Schiffes. Es kommt aber auch vor, daß die gesamte Meeresoberfläche wie in ein einziges fahles Licht getaucht erscheint, in dem die besonders gereizten Organismen als besonders helle Punkte oder Flächen sich herausheben, so meistens auf den Wellenkämmen. Die Lichtentwickelung ist bei solchen immerhin seltenen Graden des Meerleuchtens so intensiv, daß man ein Buch dabei lesen kann und die Signallaternen der Schiffe in ihrer Sichtbarkeit beeinträchtigt erscheinen. Auch außerhalb der Tropen, soz. B. von der Gegend des Kaps der Guten Hoffnung, sind solche glanzvolle Erscheinungen mehrfach gemeldet. In der Nord- und der Ostsee kommen aber nur mäßige Grade des Meerleuchtens vor, und auch diese vergleichsweise selten.

Über die Eisverhältnisse der Meere s. Eis, S. 474, und Polareis.

[Der mittlere Wasserstand] des Meeres bildet die Grundlage f√ľr alle H√∂henmessungen auf dem festen Lande. Hierzu geh√∂ren jahrelang an Pegeln angestellte Messungen. Es bestehen kleine Unterschiede zwischen dem Mittelwasser der Nordsee, der Ostsee, des Mittelmeeres etc., doch d√ľrften sie nach neuesten Untersuchungen h√∂chstens 10‚Äď20 cm ausmachen; sie sind durch Winde, Str√∂mungen, spezifisches Gewicht des Wassers bedingt. Fr√ľher nahm man f√§lschlicherweise f√ľr benachbarte Meeresteile viel gr√∂√üere Wasserstandsunterschiede an. In Deutschland gilt das Normal-Null (N. N.), nur 3 mm √ľber dem Nullpunkte des Amsterdamer Pegels gelegen.

[Das Meeresniveau] ist die sehr komplexe Form der Meeresoberfl√§che, bezogen auf den Erdmittelpunkt. Die einzelnen Teilchen der Meeresoberfl√§che sind nicht alle gleichweit vom Erdmittelpunkt entfernt. Die Meeresfl√§che entspricht auch nicht einem abgeplatteten Ellipsoid, was nur bei gleichm√§√üiger Bedeckung der ganzen Erdkugel durch eine gleichtiefe Wasserschicht der Fall sein k√∂nnte. Die Meeresfl√§che ist vielmehr eine Fl√§che gleicher Intensit√§t der Schwerkraft, indem sie in jedem Punkte zu der durch ein Lot angezeigten Richtung der Schwere senkrecht stehen mu√ü. Durch die ungleichm√§√üige Verteilung der Land- und Wassermassen und die verschiedene Dichte von Festland und Ozean erleidet nun das Lot eine Ablenkung von der Vertikalen, wodurch die Senkrechte zur Lotlinie ebenfalls in ihrer Lage gest√∂rt wird. Da die Dichte der kontinentalen Gesteinsmassen etwa 2,7 gegen√ľber der Dichte des Meerwassers von 1,02 betr√§gt, so mu√ü das Festland eine Anziehung auf das M. aus√ľben, das M. mu√ü an den K√ľsten etwas h√∂her stehen als in den landfernen Ozeanteilen. Die hierdurch bedingten Unterschiede in der Schwerkraft deckt man durch Pendelmessungen auf. Die gr√∂√üten Niveauunterschiede d√ľrften nur etwa 150 m betragen; von Depressionen des Meeresniveaus bis zu 1300 oder gar 2000 m, die man fr√ľher berechnete, kann keine Rede sein. Der so von der regelm√§√üigen Gestalt des Ellipsoids nicht unbetr√§chtlich abweichende Erdk√∂rper ist Geo√Įd (s. d.) genannt worden.

√úber das Pflanzen- und Tierleben des Meeres s. Meeresfauna und Meeresflora.

Das M. liefert zahlreiche Produkte und n√§hrt und besch√§ftigt ganze V√∂lker. In seiner teils als Wellenschlag, teils als Ebbe und Flut auftretenden Bewegung repr√§sentiert das M. einen ungeheuern Vorrat an lebendiger Kraft, den man von mehreren Seiten nutzbar zu machen gesucht hat. Vielfach wird an den K√ľsten durch Verdampfen des Meerwassers Kochsalz und aus der Mutterlauge andre Salze und zuletzt Brom gewonnen. Aus der Asche von Tangen (Kelp, Varech) werden Jod und Kalisalze gewonnen. Andre Tangarten dienen der K√ľstenbev√∂lkerung als Nahrungsmittel, als Viehfutter und D√ľnger, und manche sind gesch√§tzte Heilmittel und f√ľr die Technik wichtig. Auch der Bernstein und das als Polstermaterial benutzte Seegras verdienen Erw√§hnung. Die Jagd auf die Waltiere besch√§ftigt viele Flotten und liefert Fischbein und Tran als haupts√§chlichste Produkte. Die Gro√üfischerei versorgt selbst noch das Binnenland mit beliebten Nahrungsmitteln und wird besonders durch den Schellfisch- und Heringsfang national√∂konomisch wichtig. Schildkr√∂ten, Krustentiere (Hummern, Langusten, Garneelen), die Mollusken (Austern, Miesmuschel, Kammuschel etc.), die Kopff√ľ√üer, Seeigel und Holothurien spielen eine untergeordnetere Rolle. Seehunde liefern Leder, mehrere Sees√§ugetiere geben eine Art Elfenbein, der Pottwal das Walrat und die Ambra; wichtiger sind die Perlen, die Edelkorallen, Perlmutter und Badeschw√§mme. Massenhaft am Strand auszulesende Muscheln und hier und da Korallen werden wie Kalkstein gebrannt.

[Literatur.] Maury, Physische Geographie des Meers (deutsch von B√∂ttger, 2. Aufl., Leipz. 1859); Schleiden, Das M. (3. Aufl. von Voges, Braunschw 1886); v. Boguslawski und Kr√ľmmel, Handbuch der Ozeanographie (2 Bde., Stuttg. 1884 u. 1887); ¬ĽHandbuch der Ozeanographie und maritimen Meteorologie¬ę, verfa√üt von den Professoren der k. k. Marineakademie (Wien 1883, 2 Bde.); P. Hoffmann Zur Mechanik der Meeresstr√∂mungen (Berl. 1884); Thoulet, Oc√©anographie (Par. 1890); S√ľ√ü, Das Antlitz der Erde, Bd. 2: Das M. (Prag 1888); Natterer, Zur Chemie des Meeres (Wien 1892); Walther, Bionomie des Meeres (Jena 1893) und Allgemeine Meereskunde (Leipz. 1893); Karstens, Eine neue Berechnung der mittlern Tiefe der Ozeane (Kiel 1894); Schott, Weltkarte zur √úbersicht der Meeresstr√∂mungen (2. Aufl., Berl. 1905) und Ozeanographie der Tiefsee-Expedition (Jena 1902); Supan, Die Bodenformen des Meeres (in ¬ĽPetermanns Mitteilungen¬ę, Gotha 1899); Ratzel, Das M. als Quelle der V√∂lkergr√∂√üe (M√ľnch. 1900); Kr√ľmmel, Der Ozean (2. Aufl., Leipz. 1902); Schott, Physische Meereskunde (das. 1903); Thoulet, L'oc√©an, ses lois et ses probl√®mes (Par. 1904); Simmonds, The commercial products of the sea (2. Aufl., Lond. 1883); Viktorin, Die Meeresprodukte (Wien 1906); die fortlaufenden Berichte im ¬ĽGeographischen Jahrbuch¬ę; ¬ĽJustus Perthes' See-Atlas¬ę von H. Habenicht (5. Aufl., Gotha 1901); weitere Literatur bei den Artikeln ¬ĽMeeresfauna¬ę und ¬ĽMeeresflora¬ę. √úber Meeresforschung s. Ozeanographie.

Offenes oder freies M. (mare liberum) hei√üen im Rechtssinne die Teile des Weltmeeres, die nicht unter der Gebietshoheit eines Staates stehen, wie dies beim K√ľstengew√§sser und bis zu einem gewissen Grade bei Baien und Buchten (s. K√ľstengew√§sser) der Fall ist, bei Binnenmeeren (s. d.) und Meerengen (s. d.) der Fall sein kann. Das offene M. ist also der Gegensatz zum Eigen- oder Territorialgew√§sser. Jeder Staat hat das Recht, das ganze offene M. zu Friedens- und Kriegszwecken (also auch als Kriegstheater) unter seiner Flagge zu verwenden und durch Schiffe seiner Flagge verwenden zu lassen. Insbesondere kann er ferner auch Seefischerei aus√ľben.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905‚Äď1909.

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