Auswittern

Auswittern (Ausblühen, Effloreszieren), das Erscheinen eines lockern kristallinischen, meist weißen Anflugs auf oer Oberfläche besonders poröser Körper. Die Feuchtigkeit, welche diese Körper durchdringt, löst in denselben enthaltene Salze etc., die Lösung gelangt durch Kapillarität an die Oberfläche, wo das Wasser verdunstet und die gelöste Substanz kristallisiert. In dieser Weise erscheint z. B. auf dem Boden der Salzsteppen eine Ausblühung von Steinsalz, auf Mauern ein aus verschiedenen Salzen bestehender Anflug (Mauerfraß), auf getrocknetem süßen Obst ein Anflug von Traubenzucker etc. Auf Mineralien und Gesteinen entstehen z. T. auch erdige Ausblühungen infolge chemischer Umwandlungen (Kobaltblüte auf Speiskobalt). – A. nennt man auch das vegetationsähnliche Emporsteigen eines Salzes (kohlensaures Natron, doppeltschwefelsaures Kali, Zinkvitriol, Salmiak) aus seiner Lösung an den Wänden des Gefäßes. Es bilden sich zuerst am obern Rande der Salzlösung durch Verdunstung Kristalle, zwischen diesen zieht sich ein andrer Teil der Lösung in die Höhe und setzt nach Verdampfung des Wassers neue Kristalle ab, die abermals Lösung emporfangen etc. Dieses wiederholt sich so lange, als von der Lösung noch etwas vorhanden ist, und das Salz überschreitet den Rand des Gefäßes, wenn man ihn nicht mit Talg bestreicht.


http://www.zeno.org/Meyers-1905. 1905–1909.

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  • Auswittern — Auswittern, verb. reg. welches auf gedoppelte Art üblich ist. I. Als ein Neutrum. 1. Mit seyn. 1) Von der Witterung aufgelöset, seiner vorzüglichen Theile beraubt werden; besonders im Bergbaue. Das Erz wittert aus, wenn es durch die Luft seines… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Auswittern — (Ausblühen, Effloreszieren), das Entstehen eines lockeren kristallinischen, gewöhnlich weißlichen Anfluges auf der Oberfläche poröser Körper beim Austrocknen derselben. Die Flüssigkeit, welche die Körper durchdringt, führt lösliche Substanzen… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Auswittern — Auswittern, 1) der Witterung ausgesetzt, eine Veränderung der Oberfläche, bes. einen staubartigen Überzug auf der Oberfläche bekommen, s. Beschlagen; 2) (Miner.), von Erzen, die in den Gruben ihren metallischen Gehalt verlieren; 3) (Jagdw.), so v …   Pierer's Universal-Lexikon

  • auswittern — verwittern; dem Wetter aussetzen; verwittern lassen * * * aus||wit|tern 〈V. intr.; ist/hat〉 1. durch Witterungseinflüsse leiden 2. aus Mauerwerk sich ausscheiden * * * aus|wit|tern <sw. V.>: 1. (Geol.) a) verwittern <ist>: das Gestein …   Universal-Lexikon

  • auswittern — aus|wit|tern (verwittern; an die Oberfläche treten lassen) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Mauersteine [2] — Mauersteine (Backsteine, Barnsteine, Mauerziegel, Ziegel; hierzu Tafel »Mauersteine I u. II«), künstliche Steine aus gebranntem Ton, seltener aus anderm Material. Man benutzt zu Mauersteinen magere (sandhaltige) Tone, die beim Trocknen und… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Steinprüfung — Steinprüfung, Verfahren, um an Bausteinen die äußere Beschaffenheit, Dichtigkeit, Wasseraufnahmefähigkeit und Fertigkeit, das Anhaften des Mörtels sowie den Gehalt an löslichen Bestandteilen und schädlichen Beimengungen, die Wasserdurchlässigkeit …   Lexikon der gesamten Technik

  • Wittern — Wittern, verb. regul. welches auf dreyfache Art gebraucht wird. 1. Als ein Neutrum, mit dem Hülfsworte haben. (1) Donnern, unpersönlich, wofür in den niedrigen Sprecharten auch wettern üblich ist. Es wittert, hat gewittert. So läßt der Frösche… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • Reinigen — Reinigen, 1) von anklebendem od. untermischtem Unrath befreien; über das Reinigen des Getreides s.d. S. 307; 2) (Beizen) bei Metallarbeiten, bes. bei Blechen u. Drähten, die bei der Bearbeitung entstandene Oxydschicht auf der Oberfläche durch… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Säubern — Säubern, 1) von Schmutze u. Unreinigkeit befreien; 2) was nicht an einen Ort gehört, wegschaffen; 3) das dürre Holz an den Bäumen ausschneiden; 4) (Weinb.), so v.w. Ausgeizen; 5) (Bienenz.), so v.w. Auswittern 5) …   Pierer's Universal-Lexikon

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