Demophoon


Demophoon

DEMOPHŎON, ontis, Gr. Δημοφὼν, ῶντος, ( Tab. XXIX.) des Theseus und der Phädra Sohn, Diod. Sic. lib. IV. c. 64. p. 184. befand sich mit in dem Kriege vor Troja, Plutarch. & alii ap. Ann. Fabram ad Dictyn Cret. lib. I. c. 14. wiewohl einige daran zweifeln, weil Homer ihn nie unter den Griechen genannt hat. Cf. Meziriac comment. sur les Ep. d'Ovid. T. I. p. 125. Nach Eroberung solcher Stadt setzete er durch Vorschub des Agamemnons seine Großmutter, Aethra, wieder in Freyheit, welche der Helena Sklavinn war, nachdem sie sich im Tumulte schon davon gemacht und in der Griechen Lager gerettet hatte. Lescheus ap. Pausan. Phoc. c. 25. Als er hernach auf seiner Heimreise durch Sturm verschlagen wurde und nach Daulis in Thracien kam, so verliebete sich des dasigen Königes Sithons Prinzessinn Phyllis, in ihn. Er versprach ihr auch, er wollte, so bald er nur seine Angelegenheit zu Athen besorgt hätte, wieder zurück kommen, und bestimmete ihr ungefähr die Zeit. Da er sich aber zu derselben nicht wieder einstellete, so betrübete sie sich dergestatt darüber, daß sie starb, und Bäume aus deren Grabe wuchsen, welche alle Jahre ihr Trauren über ihren Tod zu verstehen gaben. Hygin. Fab. 59. Andere machen sie selbst zu einer Königinn in Thracien, und wollen, daß sie sich endlich erhenket habe und in einen Mandelbaum ohne Blätter verwandelt sey: da nun Demophon wieder gekommen, und den Baum aus Liebe umfasset, so habe solcher, als ob er es empfinde, seine Blätter hervor getrieben. Serv. ad Virg. Eclog. V. v. 10. Er war sonst König zu Athen, und zwar folgete er nach einigen unmittelbar auf seinen Vater: Iustin. lib. VII. c. 6. §. 15. nach andern aber kam er auf den Menestheus. Bernegg. ad eumd. l. c. Er war dabey so unglücklich, daß, als Diomedes von Troja zurück kam, und des Nachts mit der Flotte an Attika angetrieben wurde, seine Leute aber im Lande zu plündern anfiengen, es im Finstern zu einem harten Gefechte gerieth. Als nun Demophon den Seinigen zu Hülfe kam, und dabey das Palladium erbeutete, damit auch sieghaft zurück kehrete, so trat sein Pferd einen Menschen dergestalt unter die Füsse, daß solche davon starb. Er wurde deswegen in dem Palladio, welches ein Gericht zu Athen wegen wider Willen begangenen Todtschlages war, öffentlich angeklaget, und mußte sich auch daselbst stellen und verantworten, Pausan. Att. c. 29. p. 52. Polluc. Onom. L. VIII. c. 10. s. 118. Er war sonst der zwölfte unter den atheniensischen Königen, und soll in dem ersten Jahre von dessen Regierung Troja erobert worden seyn, Voss. Epit. Hist. Vniversal. p. 9. wogegen andere solche Eroberung in das zwey und zwanzigste Jahr des Menestheus setzen. Marmora Arundell. ap. Marsham. Sæc. XII. p. m. 325. Er soll in allem drey und zwanzig Jahre, nämlich von 3508 bis 3531 nach der jul. Zeitrechnung regieret haben. Petav. Rat. Tempor. P. II. lib. II. cap. 8. Wie er nun insonderheit den Menestheus auf diese Art verdrungen, daß er eher von Troja zurück gegangen, als dieser, und solchen hernach nicht wieder ins Land gelassen: Abel Hist. Monarch. lib. II. c. 1. §. 21. also hinterließ er hingegen das Reich seinem Sohne dem Oxynth, der es wiederum zwölf Jahre besaß. Petav. loc. cit. Sonst wird von ihm noch gerühmet, das er des Herkules Kindern sichern Aufenthalt zu Athen gegeben, und ehe er solche dem Eurystheus ausgeliefert, es lieber mit demselben zum Kriege kommen lassen, in welchem er denn so glücklich gewesen, daß er seine Feinde überwunden, und besagten Eurystheus selbst erleget habe. Pherecides ap. Anton. Liberal. c. 33. Er gab auch Anlaß, daß der zweyte Tag der Anthesterien den besondern Namen Choes erhielt. Denn als Orestes nach Ermordung seiner Mutter, ehe er noch deswegen wieder ausgesöhnet worden, nach Athen kam, eben da man beschäfftiget war, dieses Fest zu begehen: so wollte ihn Demophoon gern bewirthen, gleichwohl aber auch sich und die Seinigen nicht dadurch verunreinigen, daß sie mit einem, der gleichsam in dem Banne war, an den Lidationen Theil nähmen, die an der Tafel den Göttern geschähen. Indessen hätte es doch Orestes gleichfalls übel nehmen können, wenn er genöthiget gewesen wäre, für sich allein zu trinken. Beydes nun zu verhüten, ließ er einem jeden ein besonderes Maaß mit Weine vorsetzen, welches Choa hieß, und ihn für sich trinken; wobey er demjenigen einen Kuchen versprach, der seines zuerst ausgeleeret hätte. Damit sie auch nicht zusammen opfern, und die Kränze, die sie trugen, in den Tempel bringen dürften, so mußten sie solche um den Choa oder das Gefäß winden, und sie so den Priestern in einem Walde bringen. Von dieser Ceremonie nun behielt der Tag seine Benennung. Athen. Deipnos. L. X. c. 10. Einige erzählen dieses zwar vom Kandion, aber irrig, weil er und Orestes nicht zu gleicher Zeit gelebet haben. Mezir. Comment. sur les Ep. d'Ovid. T. I. p. 201.


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