Sospita [1]


Sospita [1]

SOSPĬTA, æ, Gr. Σώτειρα, ας, ein Beynamen der Diana, der so viel heißt, als die Erhalterinn oder Erretterinn. Als die Perser der Magarenser Landschaft ziemlich verwüstet hatten, u. wieder nach Theben zurück gehen wollten, so überfiel sie die Nacht, und sie geriethen in eine gebirgichte Gegend. Hier kam es ihnen vor, als ob sie einen Haufen Feinde vor sich sähen, da es doch Felsen waren; und sie verschossen alle ihre Pfeile wider sie. Als darauf bey anbrechendem Tage die Megarenser sie angriffen, so konnten sie sich wenig wehren, und wurden größten Theils nieder gemacht; wofür denn jene der Diana eine Bildsäule wiedmeten. Paus. Att. c. 40. p. 74. Dergleichen war ihr auch zu Pagä, nicht weit von dem Otte, wo dieser Vorfall geschehen war, von Erzte errichtet; und man zeigete auf der Landstraße da hin noch den Felsen, in welchem der Perser Pfeile stecketen. Ib. c. 44. p. 82. So hatte sie auch ihren Tempel zu Trözene, welchen ihr Theseus erbauete, als er glücklich aus Kreta zurück kam. Id. Corinth. c. 31. p. 143. Nicht weniger verehreten sie die Einwohner zu Böä in Lakonien. Denn da ihre Vorfahren sich einen Ort zu ihrer Wohnung sucheten, so war ihnen geweissaget worden, Diana würde ihnen zeigen, wo sie wohnen sollten. Da sie nun ans Land stiegen, so kam ihnen ein Hase vor; und den nahmen sie zu ihrem Wegweiser. Er verkroch sich unter einem Myrtenbaume, bey welchem sie denn eine Stadt baueten. Id. Lacon. c. 22. p. 206. Zu Pallene hatte sie einen mit einer Mauer eingeschlossenen Hayn, und es wurden die heiligsten Eidschwüre bey ihr abgeleget. Es durfte kein Mensch, als die Priester, in denselben kommen. Id. Achaic. c. 27. p. 453. Man findet ihren Kopf mit dem Namen Σώτειρα noch auf einer Münze des Königes Agathokles, welches anzeiget, daß sie auch in Sicilien verehret worden. Du Choul de la rel. des anc. Rom. p. 90. Desgleichen glaubet man, daß sie auf einer byzantinischen Münze des K. Trajans unter einem mit den Spitzen in die Höhe gerichteten halben Monde und einem Sterne darüber vorgestellet sey. Tristan comment. histor. p. 320. Es soll auch ihr Kopf seyn, den man mit einem solchen halben Monde in den Haaren, zwischen dessen Hörnern drey Sterne, und unter denselben an jeder Seite noch zweene andere befindlich sind, auf einer Gemme antrifft. An jeder Seite des Ohres, zwischen demselben und dem untersten Sterne, sieht man noch einen Donnerkeil. Maffei gem ant. P. II. t. 59. Sie ist mit der Diana conservatrix, die man auf verschiedenen Münzen des K. Galliens mit einem Hirsche antrifft, einerley. Angeloni hist. Aug. p. 324. Biæi & Croyaci reg. & imp. num. t. 61.


http://www.zeno.org/Hederich-1770.

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