Niederländische Literatur

Niederländische Literatur, Die Nationalliteratur der Niederländer hat eine universalgeschichtliche Bedeutung nicht erreicht, sondern nur zuweilen einen vorübergehenden u. beschränkten Einfluß zunächst nur über die deutschen Grenzen hin entwickelt; desto erfolgreicher war jedoch die Thätigkeit der Niederländer auf mehren Gebieten der wissenschaftlichen Literatur. Letzteres zeigt sich schon im Mittelalter u. zwar in ziemlich früher Zeit. Schauplatz der wissenschaftlichen Bestrebungen zur Zeit der Karolinger waren namentlich die südlichen Provinzen der Niederlande, wo sich schon vor Karl d. Gr. vereinzelte. Anfänge zeigen, wenn auch der bereits gestreute Same erst seit der Zeit jenes großen Fürsten reichere Früchte trug. Die älteste Schule u. für die nördlichen Niederlande auf lange Zeit hin die einzige von Bedeutung war die des Bischofsitzes zu Utrecht im alten Friesenlande, wie es denn vornämlich gerade Friesen waren, die in jener Zeit zu den höchsten kirchlichen Würden in Deutschland berufen wurden (Ludger zum Bischof von Münster, Vibo von Osnabrück, Willehad von Bremen, Hildegrin von Halberstadt). In den südlichen Niederlanden erhoben sich seit Karl d. Gr. u. befördert durch Eginhard, wie nachher durch Karl den Kahlen, mehre bedeutende Schulen an den zahlreichen Bischofssitzen u. Klöstern, denen namentlich die Pflege der Musik (s.d.) u. das Festhalten an einer strengen, aber einseitigen kirchlich-theologischen Richtung eigenthümlich ist. Im 9. Jahrh. zeichnete sich namentlich die Klosterschule von St. Amand od. Elno an der Schelde in Flandern aus; die Kathedralschule St. Lamberti zu Lüttich erhob sich namentlich nach der Mitte des 11. Jahrh. unter den Bischöfen Ratherius, Everallus, Notker u. Walo, war längere Zeit die bedeutendste für das ganze nordwestliche Deutschland u. bildete zahlreiche Lehrer für Frankreich, ganz Deutschland u. selbst die Slawenländer. Daneben blühten noch die Klosterschulen zu St. Jakob, St. Laurentius u. St. Bartholomäus in Lüttich; ferner herrschte reges geistiges Leben in mehren anderen südniederländischen Klosterschulen wie namentlich zu Laubes od. Lobbes im Bisthum Cambray, zu Andain in den Ardennen, zu Stablo unsern Lüttich u. zu Gembloux in Brabant; im 12. Jahrh. blühten noch die Klosterschulen von St. Bertier, zu St. Omer u. St. Martin zu Tournay, obschon das Schulwesen in den meist den Benedictinern zugehörigen Klöstern bereits verfallen war u. noch mehr verfiel, als die bedeutendsten Schulen der Benedictiner zu Monte-Casino u. Cluny geschlossen wurden. Zum Ersatze für die Klosterschulen erhoben sich jedoch nun die Domschulen, die zudem auch für Laien zugänglich waren u. namentlich auch vom Adel besucht wurden. Neben den älteren zu Lüttich u. zu Utrecht gelangten auch die zu Mecheln u. Tournay zu hoher Blüthe. Mit den Zeiten der Kreuzzüge, an denen gerade niederländische Fürsten den wirksamsten Antheil nahmen, entwickelte sich in den südlichen Niederlanden u. den angrenzenden französischen Gebieten unter Zusammenwirkung der verschiedensten Umstände das Ritterwesen während des 12. Jahrh. zu vollster Blüthe,[926] was wiederum die Ausbildung einer reichen höfischen Literatur, wenn auch zunächst fast nur in französischer Sprache, bedingte. Letztere hat bekanntlich auf die Gestaltung der wenig später erwachenden höfischen deutschen Dichtkunst einen entschiedenen Einfluß ausgeübt. Hinter der Ritterschaft blieben jedoch auch die Bürger der reichen Gewerbs- u. Handelsstädte nicht zurück; ein herrliches Denkmal ihres unabhängigen Sinnes u. offenen Blicks haben sie sich in der Literatur durch den Reinaert gesetzt. Aber auch in der Gelehrsamkeit blieben die Niederländer nicht zurück. Die vornehmsten ausländischen Universitäten, Bologna u. Paris, wurden so stark besucht, daß die Flanderer eine eigene Nation auf denselben bildeten. Nachdem überhaupt das Schulwesen sich bis gegen das 13. Jahrh. allein in den Händen der Geistlichkeit befunden hatte, u. die Bürgerlichen durch den Adel immer mehr aus den Kloster- u. Domschulen verdrängt wurden, ging jetzt aus den Bürgerschulen eine Reaction hervor. Die flandrischen Städte erkämpften sich zuerst das Patronatsrecht über die Schule, während die klösterlichen Vereine der Begharden u. Beghinen nebst dem neu entstandenen Bettelorden in den südlichen Niederlanden das Elementarschulwesen begründeten u. pflegten. Noch ungleich bedeutender wurde in den nördlichen Provinzen eine ähnliche klösterliche Brüderschaft, die Brüder des gemeinsamen Lebens (s.d.), die von Gerhard Groote (1340–84) gestiftet, sich bald über die ganzen Niederlande u. die angrenzenden Theile Deutschlands ausdehnte u. aller Orten Schulen hervorrief, in denen für den Elementarunterricht der Knaben u. Mädchen aus dem Volke, wie für die gelehrte Bildung gesorgt wurde. Eine Reihe ausgezeichneter Gelehrter ging aus diesen Schulen hervor, welche nicht nur Bildung u. Methode weithin verbreiteten, sondern auch das in Italien erwachte Studium der klassischen Literatur herüberbrachten u. der Reformation den Weg bahnten. Vgl. Cramer, Geschichte der Erziehung u. des Unterrichts in den Niederlanden während des Mittelalters, Stralsund 1843. Mit dem Unterricht vermehrte sich das Bedürfniß nach Unterrichtsbüchern u. Volksschriften, daher gerade in den Niederlanden der Holzschnitt u. Holztafeldruck, wenn auch nicht der Typendruck, fleißig geübt wurde, als Gutenberg in Deutschland die Buchdruckerkunst erfand, welche letztere in den Niederlanden bald die beste Pflege erhielt. 1426 ward in den südlichen Provinzen die Universität zu Löwen gestiftet, während im Norden die berühmte Schule von Deventer aufblühte. Die Gelehrten bedienten sich meist der Lateinischen Sprache, während sich die höfische Dichtung in der Französischen bewegte.

Aus der Zeit vor dem 12. Jahrh. ist von der niederländischen Nationalliteratur nichts auf uns gekommen. Seitdem beginnt aber eine bis weit in das 13. Jahrh. hinabreichende Reihe von Epopöen in niederländischer Sprache, von denen jedoch nur wenige vollständig noch vorhanden, viele hingegen bis auf Bruchstücke od. auch gänzlich untergegangen sind. Der dichterische Werth derselben ist nur sehr mäßig, da sie mit wenigen Ausnahmen anfangs genauere, später freiere Übertragungen französischer Originale sind. Dahin gehören der Roman van Lancelot, Roman der Lorreinen, Roman van Karel den Grooten, Walewein, Fergunt, Floris en Blancefloer (gedichtet von Diederic van Assenede) etc.; weit übertroffen werden jedoch alle diese Rittergedichte durch das einzige bekannte Erzeugniß der niederländischen Volksdichtung, den Reinaert, der auch in die Französische u. Deutsche Literatur übergegangen ist. (S. Reinhard der Fuchs). Mit dem Hinwelken des Ritterthums erlosch auch diese Richtung der Poesie; entsprechend dem Aufstreben des Bürgerthums gelangte auch eine andere Dichtungsart zur Blüthe, die sich aus lateinischen Quellen genährt, wenn auch sich selbständig gestaltend, überwiegend lehrhafte Zwecke verfolgte. Ihr Hauptvertreter in der 2. Hälfte des 13. Jahrh. wurde Jakob Maerlant (s.d.), der in seiner späteren Zeit nur theils Erzählungen von geschichtlicher Geltung, theils verschiedene Lehrgedichte lieferte. In dieser neuen Bahn wandelte auch der bedeutendste niederländische Dichter des 14. Jahrh., Jan Boendale, genannt Jan de Clerc, Schreiber der Schöffen zu Antwerpen (1280–1351), welcher zwei Reimchroniken (Brabantsche Geesten u. Van den derden Edewaerd) u. zwei Lehrgedichte (darunter Der Leken Spieghel) verfaßte. Sonst lieferten noch geschichtliche Dichtungen von größerer Bedeutung: Melis Stoke (Chronik von Holland um 1305), ein Anonymus eine Chronik von Flandern (bis ins 15. Jahrh. reichend) u.a. Unter den übrigen Lehrgedichten sind hervorzuheben der Cato u. das dem Antwerpener Clerc Jan Deckers zugeschriebene Dietsche Doctrinale (1345); unter den Legenden der Theophilus u. der Brandan. Die Lyrik, welche bald von der Didaktik überwuchert wurde, hat keine bedeutenden Vertreter gefunden. Erheblicher sind die Anfänge des Dramas, welche sich schon ziemlich frei von den Fesseln der Kirche zeigen u. theilweise keck in das frische Leben der Gegenwart eingreifen, vgl. Altniederländische Schaubühne in Hoffmanns von Fallersleben Horae Belgicae, Band 6. Um die Mitte des 14. Jahrh. begann auch diese rein didaktische Dichtung zu ermatten; anstatt der ausgedehnten Reimchroniken u. breiten Sittenspiegel traten kürzere, oft improvisirte Gedichte auf, die oft beides, Erzählung u. Moral, vereinigten. Diese neue Gattung wurde bes. von den Spreekers gepflegt, die oft ein Wanderleben führten; der namhafteste derselben ist Willem van Hildegaersberch bei Rotterdam (1350–1400), der namentlich am Hofe der Grafen von Holland verkehrte. Da der schroffe Unterschied zwischen Adel u. Bürgerstand im Schwinden begriffen war, so konnte Dirc Potter (st. 1428) in der bürgerlichen Form der Spreekers ein größeres höfisches Werk zur Unterhaltung der vornehmen Gesellschaft (Der Minnen loep) verfassen. Beide Stände traten sich noch näher in den Kammern der Rederijker (vom franz. rhétoricien, was damals einen Dichter bedeutete), poetischen Vereinen, die sich zu poetischen Übungen u. Vorträgen zu bestimmten Zeiten u. an bestimmten Orten versammelten, bes. aber auch ihr Augenmerk auf die Ausarbeitung u. Aufführung von Schauspielen richteten, wie denn auch mehre solche Kammern bisweilen zur Feier größerer Feste durch Aufführungen u. Schaustellungen zusammentraten. Die Erzeugnisse derselben sind zwar nur von geringem poetischen Werth, wurden jedoch von Bedeutung für die nationale Literatur, da sie patriotischen Sinn pflegten, durch ihre Schauspiele auf das Volk einwirkten, ja sich in die politischen Angelegenheiten mischten, wie während der Streitigkeiten der Hoek u. der Kabeljaus u. im Reformationszeitalter.[927] Während sie aus letztern Gründen unter der spanischen Herrschaft im 16. Jahrh. in den südlichen Provinzen unterdrückt wurden, blühten sie desto frischer im Norden, bis sie auch hier, da sie hinter der Zeit zurückblieben, im Laufe des 17. Jahrh. ihr Ansehen verloren u. im 18. ganz eingingen.

Eine zweite Periode der Geschichte der N-n L. beginnt mit dem Anfange des 16. Jahrh. Als gegen Ansgang des 15. Jahrh. Freiheit, Bildung u. Wohlfahrt aus den südlichen Niederlanden nach den nördlichen Provinzen wanderten u. namentlich Amsterdam sich zur Welthandelsstadt zu erheben begann, fanden in der Rederijkerkammer die gebildetsten Männer dieser Stadt einen Mittelpunkt für geistige Erholung. Namentlich waren es hier Filip van Marnix, Coornhert u. dessen beide Freunde, die Kaufleute Roemer Vischer u. Hendrik Laurenszoon Spiegel, welche theils die ersten brauchbaren grammatikalischen Schriften abfaßten, theils in ihren eigenen poetischen u. prosaischen Arbeiten Muster aufstellten u. auf diese Weise auch den Bemühungen der Kammer um Läuterung u. Reinigung der vaterländischen Sprache, die unter der burgundischen Herrschaft vom Französischen verderblich beeinflußt worden war, einen festen Halt gaben. Jene Männer, welche die neuere N. L. erst begründeten, waren jedoch nur die Vorläufer der drei originellsten niederländischen Dichter, welche dieselbe fast plötzlich auf ihren höchsten Gipfel erhoben. Sie sind: Pieter Corneliszoon Hooft (1581–1647), der, ausgerüstet mit der klassischen Bildung seiner Zeit u. mit dem Wohllaut u. der Formvollendung der Italiener bekannt, Poesie u. Prosa zu gleichem Adel erhob; Joost van den Vondel (1587–1679), der, poetisch begabter als Hooft, im Drama u. der Satyre das höchste leistete, was die N. L. überhaupt besitzt; endlich Constantin Huyghens (1596–1686), bei demjedoch die Kenntniß aller bedeutenderen Sprachen u. Literaturen fühlbar wird u. der in seinen lyrischen, lehrhaften u. satyrischen Poesien oft ins Gesuchte u. Dunkle verfällt. Zu diesen drei Meistern in Amsterdam tritt als vierter noch Jakob Cats (1577–1660) zu Dortrecht, der nicht für ein höher gebildetes, sondern für ein großes Publikum schrieb u. in Het boekk van Vader Cats ein Volksbuch lieferte, welches länger als ein Jahrhundert im Bürgerstande als zweites Hausbuch nächst der Bibel galt. Unter den zahlreichen Nacheiferern, die sich mehr od. weniger bald der Amsterdamer, bald der Dortrechter Schule anschlossen, aber ihre Vorbilder nicht zu erreichen, noch weniger zu übertreffen vermochten, sind die bedeutendsten: die beiden Töchter des erwähnten Roemer Vischer, Marie Tesselschade u. Anna Vischer, die namentlich kleinere Gedichte u. Übersetzungen lieferten; Jakob van Westerbaan (st. 1670) in der lehrhaft-beschreibenden Dichtung; Jan van Heemskerk (st. 1656), dessen Lehrgedicht Bataavsche Arkadia vielfach nachgeahmt wurde; Jeremias de Dekker (st. 1666), der sich als Lyriker u. Epigrammatist hervorthat. Die meiste Selbständigkeit zeigt Dirk Kamphuizen (st. 1626) in seinen geistlichen Liedern; in derselben Gattung versuchte sich auch Joannes Vollenhove (st. 1708). Das Drama wurde sehr fleißig angebaut. Schon Bredero (1585–1618) hatte Lustspiele geliefert, welche zwar in der Sprache der niedrigsten Sphären des Lebens gehalten sind, aber ihrer Zeit großen Beifall fanden. Höheres erstrebte Sam. Coster, welcher ein Liebhabertheater begründete, das mit der Kammer der Rederijker verschmolzen wurde. In Folge dessen wurde in Amsterdam das erste massive Schauspielhaus erbaut, welches 3. Jan. 1638 mit Vondeles Stück Gijsbrecht van Amstel eröffnet wurde. Andere Dichter, welche sich im Drama versuchten, waren: Gerard Brandt (gest. 1685), welcher auch im Epigramm u. der historischen Prosa Beachtenswerthes leistete; Joach. Oudaan (gest. 1692), ein politisch sehr freisinniger Mann, dessen lyrische Gedichte zu den besseren gehören; ferner Reinier Anslo (gest. 1669); endlich Joannes Antonides van der Goes (gest. 1684), welcher als Lyriker u. Dramatiker sich einen Namen erwarb, namentlich aber durch sein beschreibendes Gedicht, De Ijstroom, in welchem er Amsterdam verherrlicht, berühmt gewvrden ist. Die großen Dichter dieser ersten Blüthezeit der neueren N-n L. waren beseelt u. gehoben worden durch die Begeisterung der Freiheitskriege; mit dem Geiste der Freiheit war aber überhaupt auch ein Streben nach Wissenschaftlichkeit in die Niederlande gekommen; der Anschluß an die Reformation konnte auf das Gedeihen derselben nur den güustigsten Einfluß ausüben. Seit dem Reformationszeitalter knüpfte sich auch in den Niederlanden der Fortschritt der Wissenschaften wesentlich an die Universitäten, unter denen die zu Löwen u. zu Leyden den ersten Rang behaupteten. Löwen, schon 1425 begründet, zeichnete sich aus durch Förderung der klassischen Studien, aber auch durch strenge Rechtgläubigkeit u. starres Festhalten an den Dogmen u. Satzungen der Katholischen Kirche; Leyden hingegen, gestiftet 8. Febr. 1575 in der drangvollsten Zeit, hatte zwar mit der Löwener die Pflege der klassischen Literatur gemeinsam, stand aber sonst als Vertreterin des holländisch-protestantischen Geistes zu ihr in schroffstem Gegensatze. Das rege u. freie wissenschaftliche Leben, welches sich im protestantischen u. freien Norden der Niederlande entfaltete, hatte hier die Stiftung noch anderer Hochschulen zur Folge, wie in Franeker 1585, in Gröningen 1614, in Utrecht 1636, in Harderwijk 1648; denselben traten blühende akademische Gymnasien (Illustre scholen) zur Seite, wie in Deventer (1630), in Middelburg, in Amsterdam (das Athenäum, gestiftet 1632). Selbst die Unruhen der Remonstranten u. Contraremonstranten (1618 u. 19) u. der folgende Gewissenszwang vermochten den Flug nach den höheren Regionen der Wissenschaft u. Kunst nicht zu lähmen. Die weise u. gemäßigte Regierung des Statthalters Friedrich Heinrich (1645–47) heilte jene Wunde der Bigotterie. In dieser Zeit war, wie für Poesie u. Ausbildung der Sprache, so auch für die Schönen Wissenschaften, die Naturforschung, das Staatsrecht, die Schrifterklärung u. Geschichte in Holland ein neues Licht aufgegangen. Bes. verdienen als Beförderungsmittel der Wissenschaften genannt zu werden der Flor der Buchdruckerkunst (bes. durch Plantin, Elzevir, Bläu, Wäsberge).

Die folgende Periode (seit etwa 1679, Vondels Todesjahr, bis etwa 1770) ist die Zeit des Verfalles. Der Spanische Krieg, der errungene Welthandel, der Luxus, die sinkende Selbständigkeit, das Erlöschen der Begeisterung für Freiheit u. Vaterland, der überhand nehmende Geschmack für französisches Wesen u. französische Literatur, führten zu einem schnellen Abblühen der nationalen Dichtung. Den Gipfel erreichte das Verderben, seit nach Aufhebung des Edictes von Nantes (1685) mit den[928] zahlreichen französischen Flüchtlingen der französische Einfluß so mächtig hereinbrach, daß er sich Sprache u. Poesie förmlich unterwarf, während sich von einer Einwirkung des benachbarten England nicht die geringste Spur zeigte. Die französische Poetik, namentlich die Theorie des Drama, erhielt ihren eifrigsten Verfechter an Andreas Pels in Amsterdam, durch dessen Bemühungen das nationale Drama so gründlich verdorben wurde, daß es sich bis heute noch nicht wieder zu einer nationalen Selbständigkeit erheben konnte; auch hat demselben die Poesie den verderblichen Einfluß, welchen die poetischen Vereine (Kunstgenootschappen) gewannen, zu verdanken. Zwar fehlte es nicht an vaterländisch gesinnten u. talentvollen Männern, welche sich den französischen Einflüssen entgegenstellten, wie Hubert Corneliszoon Poot (st. 1733), ein Naturdichter, u. der Lyriker Jan van Broekhuisen (gest. 1707), doch vermochten sie nichts dagegen auszurichten. Während fast durch das ganze 18. Jahrh. die Poesie in den französischen Fesseln hinsiechte, stand die Wissenschaft jedoch in höchster Blüthe. Außer den Naturwissenschaften wurde bes. Philosophie, Physik, Sprachkenntniß getrieben. Hemstherhuis, Schultens u. Boerhaave erhoben die Leydener Universität im Anfange des 18. Jahrh. zu der ersten Europas u. brachten eine dreifache Reihe vorzüglicher Gelehrten hervor, welche fast bis auf unsere Zeiten den neugebahnten Weg in der arabischen u. griechischen Sprachlehre, in der praktischen Medicin u. Anatomie mit dem glücklichsten Erfolge betraten. Aus der großen Anzahl von Reimern u. Versmachern jener Zeit des Verfalles ragen nur wenige Namen einigermaßen hervor. Dahin gehören: Lucas Rotgans (gest. 1710), welcher ein historisches Gedicht auf Wilhelm III. u. einige Dramen hinterließ; Arnold Hoogvliet (gest. 1763), welcher ein biblisches Epos (Abraham de Aartsvader) dichtete, welches wieder viele Nachahmer fand. Einige Bedeutung erlangte Sijbrand Feitama (gest. 1758), welcher zwar in der Poesie Reim, Versbau u. Ausdruck verbesserte, aber unendliche Mühe u. Zeit auf die Übersetzung der Henriade u. des Telemaque verwandte, während seine eigenen Dichtungen, darunter mehre steife Dramen, bedeutungslos sind. Nur aus der allgemeinen Verderbtheit des Geschmackes u. der Befangenheit für französische Vorbilder läßt sich erklären, wie er eine ganze Schaar von Bewunderern u. Nachtretern hat erwecken können. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. zeigte sich in einzelnen Spuren die Wendung zum Besseren. Dahin gehören die gehaltvolleren Leistungen von Nik. Simonszoon Winter (gest. 1795), welcher u.a. eine Beschreibung des Amstelstromes u. mehre Dramen lieferte, wie auch die Dichtungen seiner Gattin Lucretia Wilhelmine, geb. van Merken (gest. 1798), welche außer dramatischen u. epischen Werken auch ein gutes Lehrgedicht (Het nut der Tegenspoeden) lieferte. Den Bestrebungen dieses Gattenpaares schließen sich die Gebrüder Willem (gest. 1768) u. Onno Zwier van Haren (gest. 1779) an, von denen sich jener durch das romantische Epos Gevallen van Friso, dieser durch De Geusen, eine lyrische Ge-. schichtserzählung, einen Namen erworben hat. Über seine Zeitgenossen erhob sich Lucas Trip (gest. 1783) durch seine Gedichte geistlichen Inhalts. Sonst sind noch hervorzuheben Pieter Langendijk (gest. 1756), dessen Lustspiele ein selbständigeres Streben bekunden, während W. van Fookenbach (gest. 1695) burleske Gedichte im niedrigsten Style lieferte.

Um 1770 endlich begann die Bewegung, welche die Poesie, wenn auch zunächst nur theilweise, wieder dem Natürlichen u. Vaterländischen zuführte. Der Anstoß zu derselben war wohl durch die Beschäftigung mit der eben mächtig aufblühenden Deutschen Literatur gegeben worden, anderweitig wirkten die neuen Revolutions- u. Freiheitskämpfe u. die Bekanntschaft mit der Englischen Literatur fördernd ein. Zuerst zeigte sich der Umschwung auf dem lyrischen Gebiete. Unter unmittelbarem deutschen Einflusse dichtete Hieron. van Alphen, Jak. Bellamy u. Rhijnwis Feith, während Pieter Nieuwland (1764–94) mehr römischen u. griechischen Mustern folgten. Als die eigentlichen Träger der Bewegung u. die Begründer der neuesten Literaturentwickelung sind jedoch zu betrachten der ebengenannte Feith, der Vertreter der damals in Deutschland herrschenden Sentimentalität, u. Willem Bilderdijk (s.d.). Der Letztere, der bedeutendste u. vielseitigste Dichter der Niederländer aus neuerer Zeit, suchte seine Anregung u. Belehrung bei den älteren vaterländischen u. den besten ausländischen Dichtern aller Zeiten u. Literaturen. Wie er daher als Übersetzer unerreicht dasteht, so schuf er in dem, leider Fragment gebliebenen epischen Gedicht De Ondergang der eerste wereld (Amst. 1825 n.A. von Da Costa, ebd. 1845–47), eins der herrlichsten Werke der N-n L., welches nicht von den epischen Dichtungen van der Hopp's, I. I. L. ten Kate's, I. van Lennep's, noch weniger von denen Joh. Phil. van Goethem's, G. L. van Oosten van Staveren's, W. H. Warnsinck's u. m. A. übertroffen werden konnte. Ebenso Vortreffliches leistete Bilderdijk für die beschreibende u. didaktische Poesie in De Ziekten der geleerden (1807), in dem Buitenleven (Amst. 1803, Rotterd. 1821), u. De Mensch. Außer einigen Dichtungen des Lyrikers Helmers gehören hierher noch Hendrik Tollens Overwintering der Hollanders op Nova Zembla (1819) u. Jak. van Lennep's Bouwkkunst (1842). In der moralisch-religiösen Gattung des Lehrgedichtes leistete bes. Feith Vortreffliches. Im Epigramm sind nächst Adam Simons (Gedichten, 1805; Het huisselijk Leven 1823; Verstrooide Gedichten, 1822; Verzamelde Poezij, 1834 etc.), bes. Ant. Christ. Winand Baring (gest. 1840) geschätzt. Unter den lyrischen Dichtern der letzten Literaturperiode nimmt der schon mehrfach genannte Rhijnvis Feith eine vorzügliche Stelle ein. Sentimentalität charakterisirt auch seine patriotischen Gesänge, seine religiös-moralischen Dichtungen u. seine Trauerspiele. Noch weit productiver als Feith wirkte W. Bilderdijk in fast allen Gattungen der lyrischen Poesie. Auch die Gedichte seiner zweiten Gemahlin, Kathar. Wilhelmine (geb. 1777, gest. 1830), sind sehr geschätzt. In die Periode der patriotischen Begeisterung fällt Bilderdijk's Hollands verlossing (1813 f., 2 Bde., 2. A. 1833), seine Hymne: Frederickk Willem (1815), sein Wapenkreet u. die Vaterlandsche uitboezemingen (1815). Von gleicher Vaterlandsliebe beseelt, dichteten Jan Frederik Helmers (geb. 1767, gest. den 26. Febr. 4813). Zu dem Freundenkreis derselben gehörten auch der eifrige Anhänger der Kant'schen Philosophie, Jan Kinker (geb. 1764, gest. 1845) u. Maur. Cornelis van Hall, welcher nur kleinere Poesien, meist Gelegenheitsgedichte,[929] veröffentlichte Auch die Dramatiker Samuel Iperuszoon Wiselius (gest. 1845), Hendrik Harmen Klijn (geb. 1773) u. dessen Bruder Berend Klijn u. Jan van Walré (gest. 21. Dec. 1837) sind als Lyriker nicht unbedeutend. Eine von den Genannten verschiedene, mehr volksmäßige Richtung verfolgten die Dichter der Rotterdamer Schule, unter denen bes. Hendrik Tollens (1780–1856) als Lyriker der erklärte Liebling seiner Nation geworden ist. Ihm schließen sich in zweiter Reihe an: Ad. Simons (1770–1834), Hazo Albert Spandaw u. der fast ganz nach deutschen Mustern gebildete Hendrik Lulofs (gest. 1849). Als der vorzüglichste humoristische Dichter wird Ant. Christian Winand Staring (gest. 1840) geschätzt; aus früherer Zeit ist der witzige Satyriker Arend Fokke (1755–1812) auszuzeichnen. Andere minder bedeutende Dichter der letzten Decennien sind Nierstraß (gest. 1828), Jan Immerzeel (gest. 1841), W. Messchert (gest. 1844), Robert Arntzenius (gest. 1823), C. P. L. Robidé pan der Aa, van's Gravenweert, A. N. van Pellecom (gest. 29. Sept. 1849), H. van Loghem (gest. 1843), die blinde Dichterin Petronella Moens (gest. 1843); ferner der Kanzelredner Elias Anne Borger (gest. 1820), der Philolog Dav. Jak. van Lennep, Westermann, A. Boxman, Warnsinck u.a., S. I. van den Bergk. Ausgezeichneter Improvisator war Willem de Clercq (geb. 1793 in Amsterdam, gest. 1844). Gegenwärtiges Haupt der klassischen Schule ist Isaac da Costa, der Schüler u. Lobredner Bilderdijks. Das erwachende Studium des Shakspeare, das Auftreten von Byron, Walter Scott u. Thomas Moore rief auch in Holland den Gegensatz zwischen romantischer u. klassischer Dichtung hervor. Die Hauptvertreter der romantischen Schule in den Niederlanden sind Jan van Lennep n.A. Bogaerts; diesen schließen sich an Nic. Beets, A. van der Hoop (gest. 1842), A. Beeloo, B. Ter Haar, als Meister in der Erzählung geschätzt, A. Meijer, I. de Bull, C. I. Potgieter, I. I. L. ten Kate, I. I. A. Goeverneur, I. P. Heije, I. A. Alberdingk Thijm u. W. I. Hofdijk etc. Die beiden Letztgenannten sind durch ihre übertriebene Sucht nach Mittelalterlichem bes. charakterisirt. Unter den hierher gehörigen Dichtern von minderem Ruf sind etwa noch anzuführen: I. den Beer Portugael, H. Maronier, L. V. Ledebour, W. W. Noodt, H. Vinkeles, F. H. Greb, I. P. van Goethem, Catharina Vastrik, I. P. Hasebroek, A. F. Sifflé, I. F. Bosdijk (gest. 1850), I. H. Burlage u. viele Andere. Der größte Theil der jüngeren niederländischen Dichter steuert Beiträge zu dem Nederl. Muzenalmanach. Von den niederländischen Mundarten wurde nur die Friesische von in Friesland geborenen Dichtern häufiger benutzt (s.u. Friesische Sprache u. Literatur). Der eigentliche Volksgesang existirt zwar noch in den Niederlanden, aber bereits verkümmert durch den Einfluß der Kunstpoesie. Die ganze Mythologie findet in demselben seine Anwendung. Ein Verzeichniß der besten gibt Hoffmann von Fallersleben im 2. Bande der Horae Belgicae; die Gedichte selbst charakterisirten sich durch Unsittlichkeit u. Obscönität.

Auch im Drama beginnt mit Rhijnvis Feith u. Bilderdijk eine neue. Epoche. Zuerst suchte sich der Letztere durch seine Übersetzungen der sophokleischen Tragödien Koning Edipus (1779) u. De dood van Edipus (1789) von der herkömmlichen französirende-Richtung frei zu machen. Der bessere Geschmack zeigt sich schon ausgeprägt in Feith's Thirza (1784), Johanna Gray (1791), Ines de Castro (1793), Mucius Cordus (1795). Enthusiasmus für die Freiheit athmen auch Adrian Loosje's (1761–1818) Tragödien. Bilderdijk selbst sah sich durch Übersiedelung der Regierung u. König Ludwigs nach Amsterdam zudem Trauerspiel Floris de Vijfde (1808) veranlaßt, welchem die Dramen Willem van Holland, Kormakk u. Linna, letzteres nach Corneille, folgten. Auch die Tragödien seiner Gemahlin Katharine, Iphigenie u. Elfride (nach Racine), erhielten Beifall. Neben diesen sind als Dramatiker zu nennen: Jan Frederik Helmers, Cornelis Loots, Kinker, bes. Samuel Iperuszoon Wiselius, welcher sich nur zu sehr an die Normen der Altfranzösischen Schule anschloß; Hendrik Harmen Klijn, dessen Montigni noch jetzt volksthümlich ist, u. Jan van Walré (gest. 1837), deren Stücke auf der Bühne durch die größten neueren Schauspiler der Niederländer, Andries Snoek (geb. 1766, gest. 1829), den Nachfolger Ward Bingley's, u. durch die Frau Wattier-Ziesenis (1764–1828) eine würdige Darstellung fanden. Seitdem hat die Bühne ihren Glanz verloren, selbst das 1841 auf Actien begründete niederländische Theater zu Amsterdam beschränkt sich fast nur auf Aufführung von Übersetzungen französischer u. anderer Stücke, so wie auf die Entfaltung großer, Decorationspracht begünstigender Ballete. Das französische Vaudeville hat fast alle vaterländischen Stücke verdrängt. Zwar erschienen seitdem noch jährlich ernste u. heitere Dramen, sie kamen jedoch entweder gar nicht zur Aufführung, od. konnten den Beifall des Publikums nicht erringen. Wir nennen von weniger bedeutenden dramatischen Dichtern der neuesten Zeit außer A. van Halmael noch Isaac da Costa, Joh. Hilman, Westerman, I. de Wal, Joh. Ruijl, H. Kuljper, P. P. Roorda van Eisinga. Der holländische Scribe, ein Nachtreter der Franzosen, ist Ruijsch. Einen Lustspieldichter hat Holland seit Peter Langendijk nicht gehabt; die im Ifflandischen Style gehaltenen Stücke Loosje's, so wie Jan van Lennep's Dorf über der Grenze, welches zu seiner Zeit sehr gefiel, sind unbedeutend. Das eigentliche Volksschauspiel bilden gegenwärtig in den Niederlanden nur noch die Marionetten (Jan Klaus), welche von einem Jahrmarkt zum andern ziehen. Erst seit einigen Jahren zeigt sich wieder einiges Interesse für die nationale. Hebung der Bühne. In der neuesten Zeit hat unter Anderen H. I. Schimmel nicht unverdienstliche Stücke geliefert.

Die Literatur des Romanes hat sich in der letzteren Zeit bei den Niederländern ebenso entwickelt u. ebenso an Umfang gewonnen, wie anderwärts. Alle bedeutenderen, ja selbst viele mittelmäßige Erscheinungen des Auslandes, namentlich Deutschlands, Frankreichs u. Englands, auf dem Gebiete der Unterhaltungsliteratur finden bald ihre Übersetzer. Namentlich sind es zwei Richtungen, welche unter den Erzeugnissen der Holländer eine Rolle spielen, der historische Roman, hervorgerufen durch Walter Scott, u. der humoristische Roman, veranlaßt durch Jean Paul Fr. Richter u. Matthias Claudius (den Wandsbecker Boten), vor allem aber durch Yorick (Sterne), Lamb u. Dickens. Im 17. Jahrh. erschien der erste prosaische Roman von Jak. van Heemskerk (Batavische Arkadia, Amst. 1637 u.ö.): im letzten Viertel des 18. Jahrh. erschienen die ersten bürgerlichen Romane von El. Wolff u.[930] Ag. Deken im Verein bearbeitet, Sara Burgerhart (1782) u. Willem Leevend (1784). Die Spuren der sentimentalen Zeit tragen Feiths (Julia u. Ferdinand en Constantia) u. Maria Posts Romane an sich, weniger die der Petronelle Moens (Waare liefde en belangelooze vrindschap, 1797, u.a.); Adriaan Loosjes mit seinen Familiengemälden, in denen er das Nützliche aus der Moral u. vaterländischen Geschichte mit der annehmlichen Form des Romans zuvereinigen suchte, steht noch jetzt bei seinen Landsleuten in hoher Achtung. Seine geschichtlichen Romane in dialogischer Form, sowie die aus der Zeit vor der Revolution fanden weniger Beifall, doch wurde Susanna Bronlkhorst (1806) gut aufgenommen. Unter seinen Nachahmern ist nur etwa F. Herbig zu nennen. Zwar stand des angenehm erzählenden u. geistreichen Kist Ring van Gyges, sowie, inmitten des Enthusiasmus für die Werke Walter Scotts, noch der Frau de Neufville Kleine pligten in hohem Ansehen, doch traten dieselben in den Hintergrund, als die letztgenannte Schriftstellerin in ihrem Schildknaap (1828) den ersten gelungenen historischen Romanin dem herrschenden Zeitgeschmacke veröffentlichte. Eine lange Reihe historischer Romane, welche ihren Stoff theils aus der Fremde, theils aus der Heimath, theils selbst aus dem Alterthum entlehnten, folgte nach. Am bedeutendsten unter ihnen sind Aernout Drost, I. pan Lennep, bes. aber I. Oltmans, pseudonym I. van den Hage, in jüngster Zeit Lod. Mulder. Alle ihre Vorgänger im historischen, bes. den vaterländischen historischen Roman übertrifft A. L. C. Toussaint, die Gemahlin des Malers Bosboom. Einen anderen Weg betrat van Limburg-Boouwer, indem er in seinen Charikles en Euphorion u. Diophanes (1838), die Sitten der alten Griechen, wie schon früher Maurits Cornelis van Hall in seinem Plinius Secundus u. Messala Corvinus, die der Römer in romantischer Form zu schildern suchte. Durch Robidé van der Aa's Losse bladen uit het groote levensboek (1836), wurde der sociale Roman in die N. L. eingeführt; die Manier Dickens verpflanzte I. de Vries mit seinem Edmond (1844) auf holländischen Boden. Schon vor den Ereignissen des Jahres 1830 hatte Vosmaer auch de Wakker van Zon, pseudonym Bruno Daalberg, als Humorist Beifall gefunden; doch begann erst mit Lublink Weddik u. Heldring die eigentliche Blüthezeit der humoristischen Skizzen u. Romane; ihnen folgten Hasebroek, Gewin, (pseudonym Vlerk), vor Allen aber Nikolaas Beets, welcher unter dem Namen Hildebrand die Camera obscura schrieb, van Lennep mit Ferdinand Huyck. Der mehr originelle u. selbständige Kneppelhout, welcher unter dem Namen Klikspaan eine Reihe von Schilderungen aus dem Leydenschen Universitätsleben schrieb, wurde an satyrischen Humor noch durch van Limburg-Brouwer übertroffen. In den letzten Jahren lenkte van Koetsveld die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich. Einen Jeremias Gotthelf erhielten die Holländer in dem Geistlichen Cornelis van Schaick; seine Volksschriften machten ihn bald zum Liebling des Volkes, während ihn seine Tafereelen uit het Drentsin dorpsleven an die Seite der besten niederländischen Schriftsteller stellen. Von den vielen anderen geringeren Talenten, welche sich auf dem Gebiete der Unterhaltungsliteratur versuchten, nennen wir hier noch beispielsweise I. de Vries, I. Honig, A. D. van Buren-Schele, Nikolaas Beets, A. van der Hoop, H. I. Abbring, I. van Assum, van Abcouw, van Noothorn, Dresselhnijs, van Brederode, Sterren, A. van Lichtenberg, A. van Linde, Jul. de St. Genois, Sieburgh, A. May van Vollenhoven, A. I. de Wilde, I. de Quack, C. Bok, H. Zeeman, A. Radijs, I. Krabbendam, W. Storck, A. R. Sloos, I. I. Cremer, Elise van Calcar, G. D. I. Schotel.

Durch die großen Dichter aus dem Anfang des 17. Jahrh. war auch die Prosa zu einem hohen Grade der Ausbildung gelangt. Seit Ger. Brandt tief gesunken u. verderbt, wurde sie zuerst wieder gereinigt u. erhoben durch Justus van Essen (1684–1735) in seinem Hollandschen Spectator (1731–35), einer belehrenden Wochenschrift. Eine neue frische innere Kraft gewann sie doch erst mit dem Wiederaufblühen der Poesie gegen Ende des 18. Jahrh. Was die Beredtsamkeit betrifft, so gab der Niederländische Staat durch seine Einrichtung nur wenig Gelegenheit für die Staatsberedtsamkeit, weil die Vorträge in geschlossenen Versammlungen geschahen; erst als die Öffentlichkeit geboten war (seit 1795), konnten sich Redner wie Simon Stijl, Schimmelpenni ck u. Jak. Kantelaar hervorthun, welche später an Kemper, van Hogendorp, van Alphen, Collot d'Escury van Heinenoord, Thorbeke u. Andern Nacheiferer fanden. In der gerichtliche Beredtsamkeit hat sich Herm. Noordkerk (gest. 1781) rühmlich ausgezeichnet. Selbst die Kanzelberedtsamkeit konnte in der älteren Zeit der theologischen Streitigkeiten nicht gedeihen. Veredelt u. zur Vollendung geführt wurde die Kanzelrede erst durch I. H. van der Palm (gest. 1840); ihm folgten Jan van der Roest, Ewald Kist u. Elias Anne Borger. Andere Kanzelredner sind: Dermont, I. Clarisse, van Hengel, Petrus Broes u. Jodocus Heringa, denen sich Messchaert bei den Wiedertäufern, Roll bei den Lutheranern u. Stuart bei den Remonstranten anschließen. Nach einigen Seiten hin wurde van der Palm noch übertroffen durch Abraham des Armorie van der Hoeven, welcher der Gründer einer allgemein bewunderten Schule von Predigern wurde. Gegenwärtig der gefeiertste Kanzelredner ist van Oosterzee in Rotterdam. Die akademische Beredtsamkeit konnte sich erst in neuerer Zeit der Lateinischen Sprache entziehen u. fand wiederum an van der Palm den ausgezeichnetsten Meister. Sonst sind zu nennen als solche bes. Hooft, O. Zw. van Haren, de Bosch, Kantelaar, van Schwinden, Hulshoff, Vos, Bilderdijk, Siegenbeek.

Die Geschichtschreibung wurde von den Niederländern eifrig, aber einseitig gepflegt, da sie sich meist ur auf das eigene Vaterland erstreckte. Nur wenige ihrer Leistungen hat auch im Auslande einen größeren Leserkreis finden können. Die Form der Chronik gab sie mit den Freiheitskriegen auf. Den Übergang bildeten in den südlichen Provinzen die umfangreichen Werke von Aubertus Miräus (La Mise), Ant. Sanders, Butkens, Pontas de Heuter, Franz van der Haar (Haräus), die jedoch vom katholischen od. auch spanischen Standpunkte aus schrieben. Unparteilicher u. gewandter zeigt sich schon Nic. Burgundins. Im nördlichen Niederlande arbeiteten drei Sammler von Bedeutung, Peter Bor, Eman. van Meteren u. Everard van Reyd, auf welche zum Theil sich stützend Pieter Hofft seine Nederlandsche Historien (1642) schrieb, welche wegen Gehalt u. Sprache[931] für classisch gelten. Ihm nahe stehen Hugo Grotins (Annales et historiae de rebus Belgicis, 1657) u. die historischen Werke des Uffo Emmius (1547–1628), des namhaftesten Geschichtsschreibers der Friesen. Mit der Vorliebe für alles Einheimische sank auch die Neigung zur Behandlung der vaterländischen Geschichte. Letztere war in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. nur durch Gerard Brandt (1626–85) würdig vertreten, der sich auch um die Kirchengeschichte verdient machte. Die Darstellung Pieter Valckenigs u. des Friesen Lieuwe van Aitzema läßt viel zu wünschen übrig; nur Sammler waren Gerard van Loon, der Begründer der Niederländischen Münzkunde, u. Franz van Mieris. Die Niederländische Geschichte Jean's Le Clercq (Clericus) entbehrt der selbständigen Forschung. Weit höher steht wieder die Vaderlandsche historie (1749) von Jan. Wagenaar (1709–73), welcher jedoch an Tiefe, Bündigkeit u. Kraft von Simon Stijl (1731–1804) übertroffen wird, welcher zuerst mit Glück die philosophische Behandlung der Geschichte versuchte. Mit Kenntniß u. Geschick wurden einzelne Partien der vaterländischen Geschichte von te Water, I. Meermann, Engelbest, Jak. Scheltema u. Adrian Kluit (Historie der Hollandsche Staatsregering, 1802–1805) geschrieben. Für die Geschichte des Auslandes wie die Kirchen- u. Universalgeschichte wurde bis auf die neuere Zeit herab nur weniges von einiger Bedeutung geleistet, abgesehen von dem, was mit dem philologischen Studium im Zusammenhange steht. Zu nennen sind etwa Jak. Basnage wegen seiner Geschichte der Juden (1716), Martin Stuart wegen seiner römischen Geschichte, Ysbrand von Hamelsfeld wegen seiner allgemeinen Kirchengeschichte, Herm. Muntinghe wegen seiner Geschichte der Menschheit nach der Bibel (1804 ff.). Seit Anfang des 19. Jahrh. begann sich die historische Forschung lebhafter zu entwickeln, fing zugleich auch an den Kreis derselben nach verschiedenen Seiten hin zu erweitern. Außer van Kampen, welcher die vaterländische Geschichte in gefälliger Form erzählte, ist bes. Bilderdijk zu nennen, welcher dieselbe zwar einseitig, aristokratisch, aber kräftig u. selbständig behandelte. Durch die Arbeiten des Reichsarchivars H. van Wijn wurde ein neuer u. sehr nachhaltiger Anstoß zur eingehenderen Geschichtsforschung gegeben, welcher die Herausgabe mehrfacher Urkunden- u. Quellensammlungen u. zahlreicher, auf Urkundenforschungen gestützter monographischer Arbeiten zur Folge hatte. Besondere Hervorhebung verdienen in dieser Beziehung Groen van Prinsterer (Archives, 8 Bde., Leyd. 1835–47; u.a. Werke); Nijhoff (Bijdragen voor vaterl. geschiedenis, 1837 ff.), Backhuysen, de Jonge, Halbertsma, de Vries, P. Scheltema u.a.m. Diese eingehendern Forschungen sind bereits in den neueren Werken über Niederländische Geschichte sichtbar, wie in den von Arend, Groen van Prinsterer u. einigen And. Ausgezeichnete Bearbeiter einzelner Perioden u. Abschnitte der politischen wie der Culturgeschichte sind de Jonge, H. Bosscha, Koenen, Tijdeman, Siegenbeck etc.; über Kriegsgeschichte schrieben Sypesteyn, de Bordes, Netscher, Joh. Bosscha, Knop; über die Geschichte der holländischen Marine E. Gerrits, de Jonge; über die Geschichte der Diplomatie G. W. Vreede, über die Reformation Yves, Dermont, B. Glasius, Blaupot ten Kaie (Wiedertäufer). Nicht geringer Fleiß, wenn auch meist ebenfalls auf die Niederlande beschränkt, haben die Holländer von jeher auf die Biographie, sowohl in bio-bibliographischen Sammelwerken, als in zusammenhängender Darstellung verwendet u. darin viel treffliches geleistet. Dahin gehört aus früherer Zeit Levens van Nederlandsche mannen en vrouwen, Amsterd. 1774–83, 10 Bde., u. Hooft, Brandt, Cattenburch, Hoogstraten, Rije, Bakker, Prins, de Kruijss, Stijl, Nomsz, Kok, Scheltema verdienen einzeln als Biographen genannt zu werden. In den letzten Decennien lieferten beachtenswerthe biographische Arbeiten: van Capelle, Will. Broes, van Heusde, Oudemans, Scheltema, P. Simons, van der Kemp, Hoek, Abbiuk, G. Engelberts Gerrits, H. Zeemann, R. W. Tadama, van Hall, Gerard Brandt, A. M. Cramer, E. I. Diest Lorgion, H. van Vollenhoven, A. des Armorie van der Hoeven, Weddik, Beets etc. Biographische Sammelwerke boten Oostkamp (Niederländ. Kriegshelden, 1834), van Til (Niederländ. Frauen, 1843); ein vorzügliches Biographisch Woordenboek für die Niederlande hat van der Aa (1853–60, Bd. 1–5) begonnen. Um Zutageförderung von biographischen u. literarischen Notizen machte sich Schotel, Prediger zu Tilburg, u.a. verdient. Auch die historischen Hülfswissenschaften fanden wieder tüchtige Vertreter. Die vaterländischen Alterthümer, sowohl aus batavischer u. römischer, als aus späterer christlicher Zeit wurden in zahlreichen Monographien u. Journalaufsätzen bearbeitet, so von Janssen, Heldring, N. Westendorp, Acker Stratingh, Magnin, Robidé van der Aa (Oud Nederland, 1842 ff.). Für die Numismatik sind die Schriften von van der Chijs in Leyden zu beachten, der 1833 auch eine Tijdschrift voor algemeene Munten Penningkunde begann. Über Heraldik schrieb L. Ph. C. Bergh. Die Geschichte der niederländischen Kunst erhielt durch Immerzeel, G. Engelberts Gerrits, Serv. de Jong u.a. gute Beiträge. Fast keine Wissenschaft verdankte den Niederländern mehr als die Geographie bes. der Hinterasiatischen Länder. Beschreibungen von Ostindien gab Valentin, von Ceylon Baldäus, von Malabar etc. Schouten, von China Nieuhof, u. so von anderen Ländern Bruin, Depper, Witsen. Auch ausführliche Beschreibungen der vorzüglichen Städte der Republik, mit deren Geschichte vereinigt, gibt es aus dem 18. Jahrh. Damals begann die vaterländische Geographie von eigentlichen Gelehrten pragmatisch bearbeitet zu werden, wie von Wagenaar. In neuerer Zeit sind die geographischen Arbeiten der Niederländer hinter denen der Nachbarvölker zurückgeblieben; sie beschränken sich fast nur auf die Niederlande u. die niederländischen Colonien in Ost- u. Westindien, od. sie bestehen aus Reisebeschreibungen, die jedoch nur in einzelnen eine wissenschaftliche Bedeutung haben. Dahin gehören die Arbeiten von Temmingh, von Roorda van Eyssinga u. dem Deutschen Junghuhn, sowie die Arbeiten Siebold's über Japan.

In der Philosophie haben die Niederländer kaum etwas Originales geleistet, wenn auch die Republik mehre der eigenthümlichsten u. kühnsten Denker, wie Descartes, Spinoza u. Bayle Zuflucht gewährte, wogegen sie Hugo Grotius ins Ausland trieb. Zwar fand Descartes bes. an Arnold Geulinx einen denkenden Anhänger u. s'Gravesande (1688–1742) bot vielen Scharfsinn zur Widerlegung von Hobbes u. Spinoza auf; allein, wenn auch diese Bestrebungen u. Kämpfe[932] auch für andere Gebiete der Wissenschaften nicht ohne Anregung u. Förderung blieben, so vermochten die Niederländer doch kein eigentliches System zu bilden u. somit die Philosophie selbst weiter zu führen. Dies gilt im Allgemeinen auch von der neueren Zeit, wo die Philosophie nur mehr in historischer, als eigenthümlich schöpferischer Weise bearbeitet wurde. Die Philosophie Kants fand an Servaas Deiman, Leroy, van Bosch, bes. aber an Kinker u. Paulus van Hemmert eifrige Anhänger; der Letzte wußte sich gegen ihre Gegner (van. der Wijnpersse, Feith, später Wyttenbach) mit den Waffen der Ironie siegreich zu behaupten u. die Kantschen Ansichten auch dem Nichtgelehrten zugänglich zu machen. Eine gute Arbeit lieferte Borger über die Mystik. Um die Philosophie der Alten machten sich nebst van Limburg-Brouwer (gest. 1847), namentlich Ph. W. van Heusde (gest. 1839), van Baumhauer, Groen van Prinsterer u.a. verdient. Van Heusde machte in der pädagogischen Literatur durch seine Briefe über die Natur u. den Zweck des höheren Unterrichts auch in Deutschland Aufsehen. In jüngster Zeit nimmt Opzoomer, vom Standpunkte der Krauseschen Philosophie ausgehend, die allgemeine Aufmerksamkeit in Anspruch. Als Ästhetiker machten sich im vorigen Jahrh. bes. H. van Alphen (Theorie der schoone kunsten en wetenschappen, Utr. 1778–80, 2 Bde.) verdient; in neuerer Zeit wird Jak. Geel, zugleich einer, der besten Prosaisten der Niederlande, sowie gründlicher Kenner der alten u. neueren abendländischen Literatur, bei. geschätzt.

In der Rechtsgelehrsamkeit hat sich in alter Zeit außer Philipp von Leyden kein Niederländer hervorgethan; im 16. Jahrh. verdienen Auszeichnung Nik. Everardi, Epo, Agyläus, Leoninus, P. Montan, Rataller, Popma, Adelgonde, Dousa, Oldenbarneveldt u. And. Für praktische Gesetzgebung wurde ein thätiger Schritt gethan, da Karl V. u. Philipp II. alle ungeschriebene Stadt- u. Landrechte zu sammeln, beschreiben, verbessern od. bestätigen befahlen. Nach der Revolution erschienen eine Menge Commentare der Landrechte; für Holland war das wichtigste die von Grotius im Kerker gefertigte Einleitung in die holländische Rechtsgelehrsamkeit. In der Rechtstheorie behaupten in dieser Periode eine ehrenvolle Stelle: Vinnen, die beiden Matthäus u. Grotius. Die glänzendste Periode für das rechtsgelehrte Studium, bes. in Holland, brach nach dem Westfälischen Frieden an. Jetzt wurde auch Naturrecht gelehrt; zum ersten Mal erschienen Compendien. Voet, Schulting, Bynkershoek, Westenberg, Huber, Heineccius, Barbeyrac, I. u. B. Voorda, Pestel, Meermann, Arntzen, I. de Roer, van de Keessel, Tijdeman, Cras, I. Meermann, Valckenaer, W. de Roer, Smallenburg, van der Linden, Bilderdijk, van Wesele, Scholten zeichneten sich aus. In den theologischen Wissenschaften brachten die Niederlande zwar keinen eigentlichen Reformator, aber doch Männer hervor, deren Mäßigung, Gelehrsamkeit u. Angriffe der mönchischen Unwissenheit u. Unsittlichkeit der Reformation vortheilhaft waren, wie: Gansfort, Erasmus, in der folgenden Zeit Koornhert, Duifhuis u. vor Allen H. Grotius. Der Streit der Coccejaner u. Voetianer förderte den Geist der reformirten Confession nicht; strenge Dogmatiker waren Coccejus, Abr. Heidan (van der Heyden) u. Abr. Trommius; liberaler Limborch. Doch die wirksamste Verbesserung war Bekkers Aufklärungsversuch. Unter die gelehrten Theologen gehörten bes. Sponheim u. Trigland. Einzelne Ausnahmen von dem strengen Orthodoxismus im 18. Jahrh. machten Wetstein, I. Alberti, Venema, Vitringa, u. im dritten Viertel des 18. Jahrh. drang allmälig ein freierer u. milderer Geist in die herrschende Kirche ein; bes. wirkten dazu das politische Streben nach Umänderung der alten Form, welches sich auch auf die Kirche ausdehnte, die von Schultens in Leyden gebildete Schule, van Vlotens Bibelübersetzung, Bosvelds aufgeklärte Schriften, die Verbesserung der Homiletik u. im 19. Jahrh. die Schriften von Muntinghe, van der Palm, van Woorst, Borger u. And. So schritt auch die Dogmatik vorwärts, u. Heringhn, van Boorst, Regenbogen u. And. nähern sich in ihren dogmatischen Werken mehr od. minder der damals in Deutschland vorherrschenden freieren Denkungsart. Auch die Katholiken in den Niederlanden gewinnen immer mehr liberale Ansichten.

Die mathematischen u. astronomischen Wissenschaften wurden im 16. Jahrh. nur dürftig betrieben; Liebe zur Sterndeuterei verhinderte ihr Studium; nur Mercator, Ortelius u. Popma machten einige Ausnahme; in der Hydraulik u. Hydrostatik thaten es die Holländer allen Europäern zuvor. Im 17. Jahrh. schrieb Chr. Huygens mehre mathematische Werke, u. als späterer Astronom ist zu nennen Calkoen u. aus neuerer Zeit van Uttenhose u. Gerh. Moll in Utrecht u. Kaiser in Leyden. In den Naturwissenschaften singen die Niederländer im 16. Jahrh. an, ihre Neigung für Zoologie u. vorzüglich für Prachtwerke darin zu entwickeln. Die physischen Wissenschaften machten im 18. Jahrh. starke Fortschritte durch s' Gravesande, Fahrenheit, Musschenbroek, Cunäus, Boerhave. In der eigentlichen Physik führten Huygens Entdeckungen zu den erfreulichsten Resultaten. In der Chemie wurde das Lavoisiersche System von Deiman, Bondt, Nieuwland, von Troostwijk, von Marum, Kuyper, Cuthberson, Lauwerenburgh berichtigt u. ausgebreitet, welche auch wichtige Entdeckungen machten. In neuerer Zeit hat sich namentlich die Universität Utrecht, wo Mulder lehrt, durch vorzügliche Leistungen in der Chemie ausgezeichnet. Sonst ragten in jüngster Zeit noch Stratingh in Gröningen u. van der Boon Mesch in Leyden hervor. Auch in der eigentlichen Naturlehre waren v. Swinden, Bikker, Cuthberson, v. Marum auch in Erfindungen thätig. In der Botanik zeichnete sich zuerst R. Dodoens aus, u. viel trugen dann die indischen Reisen zur Vervollkommnung dieser Wissenschaften bei. 1682 öffnete der Magistrat den Botanischen Garten in Amsterdam, welchem Commelyn vorstand u. mit dem seit dem 18. Jahrh. der Leydner u. mehre wetteiferten. Außerdem erwarben sich I. Breyn, dann Gorter, I. van Geus, in neuester Zeit S. I. Brugmans, G. Vrolik, Kops, Seep, van Hall, Reinward, de Triese, Miguel u. And. Verdienste um diese Wissenschaft. In der Zoologie u. Zootomie beschäftigte man sich Anfangs mit der genauen Beschreibung kleiner Gegenstände, so Leeuwenhoek, Swammerdam, Bidloo; aber außerordentliche Fortschritte machten die Zootomie, Zoologie u. Vergleichende Anatomie durch Campers Entdeckungen, u. eine Menge Prachtwerke über Naturgeschichte erschienen um diese Zeit. Das Zoologische Museum in Leyden[933] gelangte bald zu ausgezeichneter Bedeutung u. lieferte in neuester Zeit dem Zoologen Jan van der Hoeven u. dem Ornithologen C. I. Temmingh eine vorzügliche Grundlage zu ihren trefflichen Arbeiten. In der Anatomie brach Andr. Vesalius die Bahn; glänzend trat 1665 Ruysch auf, welchem R. de Graef sich anschloß; auch Kerckring, Tulpius, Lysson, v. Home, Drelincourt, Waläus, Nuck, Biddlo machten wichtige Entdeckungen; im 18. Jahrh. Bernh. u. Bernh. Sigism. Albinus, Camper, Sandifort. Im gegenwärtigen Jahrhundert zeichneten sich aus: Gerard Sandifort in Leyden, Vrolik, Vater u. Sohn, in Amsterdam, Sebastian in Gröningen, Bleuland in Utrecht u. ebendaselbst Schröder van der Kolk, welcher zugleich als Patholog u. Begründer des niederländischen Irrenheilwesens zu nennen ist. Um die Chirurgie haben bes. Tulpius, van Wyck, I. van der Haar, bes. auch F. Camper, D. van Gesscher, van Wy, Ed. Sandifort, A. Bonn sich verdient gemacht; in der Geburtshülfe Deventer, I. Palfyn, Roonhuygen, I. de Visscher. In der Praktischen Medicin war die Reinigung des guten Geschmacks u. die Rückkehr zu den Alten in so weit vortheilhaft, daß man auch wieder Hippokrates u. Galenos studirte. Aber erst Boerhave gelang es, eine heilsame Revolution durchzusetzen, u. wenn auch sein System sich zu sehr nach der Jatro-mathematischen Schule hinneigte, so betrachtete er doch in der Praxis die Wirkungen des Lebens als ein System von Kräften; auch brachte er die Ärzte zu der einfachen hippokratischen Beobachtungsmethode zurück. Die Reform des Medicinal- u. Hospitalwesens, sowie der Medicin, erfolgte wesentlich unter dem Einflusse Brugmans', welcher nicht blos als Arzt, sondern auch als Naturforscher sich die größten Verdienste erworben hat.

Der Schwung, welchen man nach Wiederherstellung der Wissenschaften in der Klassischen Literatur genommen hatte, erhob schon im 16. Jahrh. einige Niederländer zu seltenen Humanisten, u. nach der Befreiung vom spanischen Joche übertrafen die Holländer in der Philologie alle europäischen Staaten; überhaupt wurde die Philologie bestimmender Mittelpunkt für die wissenschaftlichen Studien in den Niederlanden, namentlich dem nördlichen Theile. Als Kritiker traten auf: Hugo Grotius, Gruter, Torrentius, Scriver, Saumaise, Rutgers, Boxhorn, I. F. Gronov, die beiden Vossius, Nik. Heinsius. Um die Griechische Sprache machten sich Dan. Heinsius, Cunäus, Th. Douza, Feith, Meursius, Jak. Gronov, Is. Vossius u. m. And. verdient. In dem Zeitraum von 1648–1713 glänzten als Philologen: Grävius, Jak. Gronovius, Muncker, Broekhuizen, Leclerc, Tollius, Almeloveen, Blanchard, Küster, Maaswijk, Bos. Besonders machte sich Holland in der ersten Hälfte des 18. Jahrh., wie um die lateinische (Drakenborch, Duker, Verburg, Abr. Gronov, Oudendorp, Haverkamp, van Staveren, Arntzen, P. Burman Sec., Ruhnken, Wyttenbach), so um die Griechische Sprache u. Literatur verdient, da man, bes. auf Hemsterhuis' Vorgang, die gehäufte Masse zu einem der wahren Humanität fruchtenden Ganzen anwendete (Küster, Broekhuizen, Bergler, Wesseling, Duker, Drakenborch; neben ihnen de Pauw, Reitz u. Haverkamp), darnach Valckenaer, Ruhnken, Alberti, Saxe, Schrader, Dorville, van Lennep, Pierson, Köne, Abresch u. Hoogeven. Über die Erhaltung des echtrömischen Styls wachte bes. Wyttenbach; die lateinische Poesie blühte ausnehmend (v. Sanden, de Bosch, Lennep, v. Braam, v. Ommeren), u. Wyttenbach, Tollius, Wassenberg, Nieuwland, de Bosch, Luzak, Sluiter, van Lynden, Bake, van Heusde, Peerlkamp, Cobet, Geel u. And. fuhren fort, sich mit den Klassikern zu beschäftigen. Um die klassische Archäologie haben sich Reuvens, Jansen u. Leemans verdient gemacht. Auch die Orientalische Literatur fand von jeher in den Niederlanden viele Beförderer; die Hebräische zuerst an Agricola, Gansfort, Erasmus, mehr in der Folge an Raphelengius, van Vlissingen, Cunäus, Dion. Vossius, Drusius; die Arabische an Raphelengius, Erpen, Golius, Warner (vgl. Schultens, De studio Belgarum in lit. arab. excol., Leyden 1779). Später, nach 1656, widmete man sich mehr den Sachkenntnissen, als der Sprachforschung (Witsius, Perizonius, Reland). Endlich schlug I. I. Schultens in der Mitte des 18. Jahrh. in den Orientalischen Sprachen den Weg der Analogie ein, um die so verworrenen Sprach lehren an einfache Regeln zu binden u. die schwankende Bedeutung der Wörter aus dem Innern der Sprachen zu erklären; ihm folgen Briemoet u.a. u. H. A. Schultens, Scheidius, van Vloten, Muntinghe, van der Palm, vorzüglich die beiden Rau. In neuerer Zeit haben sich um die Semitischen Sprachen Hamaker u. Roorda, um das Arabische insbesondere R. Dozy, Iuynboll, Weyrs, Uylenbroek, Veth verdient gemacht. Von den übrigen Orientalischen Sprachen wurden namentlich die Malayischen Sprachen u. das Japanische verbreitet, erstere von P. P. Roorda van Eijsinga, A. Meursinge, I. I. de Hollander, van Hoevell, Matthesius (Makassarisch), Friedrich, Netscher, Veth u. And., das Letztere insbesondere von Siebold u. Hoffmann. Die altägyptischen Studien finden gegenwärtig in C. Leemans in Leyden ihren Hauptvertreter.

Was das wissenschaftliche S tudi um der Niederländischen Sprache u. ihrer älteren Literatur betrifft, so war dasselbebis auf die neueste Zeit herab in Deutschland weiter gediehen, als im Mutterlande selbst. Im 19. Jahrh. erschienen die klassischen Arbeiten von Matth. Siegenbeek (Lijst van woorden en uitdrukken met het nederlandsch taalligen strijdende, n.A. 1848) über Orthographie u. Grammatik, sowie von Peter Weiland (s.d.), welche zwar viele Anhänger, aber auch heftige Gegner, wie an Meermann u. Bilderdijk, fanden. Die sprachlichen Arbeiten des Letzteren, in welchem zugleich die directe Opposition gegen alles deutsche Wesen ihren Gipfel erreicht hatte, sind noch jetzt wegen des reichen in ihnen niedergelegten Stoffes unentbehrlich, so z.B. seine Verhandelingen over de geslachten der naamwoorden (1805 u. 1818); Taal-en dichtkundige verscheidenheden (1820–23, 4 Bde.); Geslachtlijst der Nederduitsche naamwoorden (1822, 2 Bde., 2. A. 1833–34, 3 Bde.); Nieuwe taal-en dichtkundige verscheidenheden (1828 f., 4 Bde.); Nederlandsche Spraakleer (1826); Beginsels der woordvorschlug (1831) etc. Durch I. Kinker wurde die Prosodie neu begründet; derselbe, sowie Staring u. bes. Bart. Hendrik Lulofs (z.B. Nederlandsche Redekonst, 1820; Vorlezingen over eenige paragrafen mijner redekonst, 1822; Over nederl. spraakkonst, stijl en letterkennis, 1823; De eloquentiae exterioris interiorisque consensu, 1839 etc.), erwarben um[934] Stylistik u. Rhetorik besonderes Verdienst. Sonstige gelehrte grammatische Untersuchungen veröffentlichten de Vries, I. H. Hoeufft (gest. 1842), de Jager, W. C. Ackersdijk (gest. 1843) u. And. Gründliche Arbeiten sind Ipeij's Beknopte gesch. der nederl. taal (Utr. 1842) u. I. F. Willems Verhandeling over de nederl. taalen letterkunde (1820–24). So gelehrt u. umfänglich auch die Untersuchungen aller Genannten sind, so wurde doch seit Ende des 18. Jahrh. für die wissenschaftliche Erforschung der Sprache nur minder Wichtiges geleistet. Erst seitdem die deutschen Germanisten auch in Holland zu Anerkennung gekommen sind u. Hoffmann von Fallersleben (Horae Belgicae) neben Willems (s.d.) auf den Reichthum u. Werth der Altniederländischen Literatur aufmerksam gemacht u. leitende Grundsätze für ein regelrechtes Verfahren bei der Herausgabe alter Sprachdenkmale zu geben versucht hatte, beginnt in den Niederlanden eine neue Epoche für das Studium der vaterländischen Sprache u. Literatur. Wie in Belgien Willems, P. F. Vermeulen, I. H. Bormans, F. A. Snellaert Vorzügliches für Altniederländische Literatur leisteten, so seit einigen Jahren auch in Holland. Hier gibt die nach dem Vorbilde des Stuttgarter Literarischen Vereins gebildete Vereeniging ter bevordering der oude nederl. letterkunde seit 1844 Werken heraus. Der namhafteste Kenner der älteren N-n L. ist A. Jonckbloet, welchem sich David, de Vries u. Tijdeman anschließen (vgl. Niederländische Sprache). Im Einklang mit dieser Richtung auf die ältere Nationalliteratur steht auch das Bestreben für Aufsammlung u. Nutzbarmachung der Sprüchwörter, Volkslieder u. des alten heidnischen Volksglaubens. Sammlungen von Sprüchwörtern veranstalteten unter And. G. I. Meijer, I. P. Sprenger van Eyk u. Harrebomée (Spreekwoordenboek der Nederl. taal, Utrecht 1858, Bd. 1). Die Volkssagen sammelte Wolf (Niederländische Volkssagen, 1845; Nederl. Volkksoverlievringen, 1841). Über die Altniederländische Mythologie schrieben bes. Staring, van den Bergh, der thätigste Forscher auf dem Gebiete des vaterländischen Alterthums, Roeland, Niermeyer, Dresselhuis, bes. in neuester Zeit Joh. de Wal. Die niederländischen Mundarten wurden ebenfalls Gegenstand der Erörterung, doch mehr in periodischen Sammelwerken, als in selbständigen Schriften. Unter den letzteren ist zu erwähnen I. H. Hoenssis Proeve van Bredaasch taaleigen (1837); die meisten andern betreffen den Friesischen Dialekt. Um denselben machten sich verdient: Driessen, Epkema, bes. H. Hettema etc. Für die übrigen Abendländischen Sprachen wurde bisher wenig gethan; Bücher, wie die Niederländisch-französischen Wörterbücher von Dornseifen, 1843, u. von van Moocks, 1846, 2 Thle., das Niederländisch-hochdeutsche Sachwörterbuch von de Wilde (1834, 2 Bde.), haben keinen wissenschaftlichen Werth.

Wie alle vaterländischen historischen Studien, fanden auch die verschiedenen Zweige der Literaturgeschichte sorgsame Pflege. Die Geschichte der Buchdruckerkunst, welche, wenn auch nicht in den Niederlanden erfunden, doch hier wenigstens sehr frühzeitig geübt wurde, war in den letzten Decennien Gegenstand eines heftigen Schriftenwechsels. So schrieben über diese Frage: Koning, Dousseau, Delpoat, V. Loosjes, Scheltema, de Vries etc. Über die Buchdruckerfamilie der Elzeviere lieferten gute Arbeiten: Peiters, Rammelman Elsevier, Dodt van Flensburg, Jacob u. And. Mehres zur Geschichte der Typographie schrieb auch van Westrenen van Tiellandt (gest. 1848), Puy de Montbrun. Zur Geschichte der höheren wissenschaftlichen Bildungsanstalten lieferten Beiträge Siegenbeek (Gesch. der Leidensche hoogschool, 1829–32, 2 Bde.), H. Bouman (Gesch. der Geldersche hoogschool, 1844, 2 Bde.), van Eck u. Bosscha (Het tweede eeuw van het Athenaeum te Deventer, 1830) etc. Von den eigentlichen Geschichtschreibern der N-n L. sind vor Allen Nik. G. van Kampen, gest. 1839 (Gesch. der letteren en wetenschappen in de Nederlanden, 1826, 3 Bde.; Gesch. der letterkunde in nieuwers tijden, 1834 f.) u. Jak. Scheltema (z.B. Geschied. en letterkundig mengelwerk, 1836, 6 Bde.) am angesehensten. Andere literarhistorische Arbeiten lieferten: Jeronimo de Vries (Proeve eener gesch. der nederd. dichtkunst, 1808, 2 Bde., 2. A. 1836). M. Siegenbeek (Proeven van Nederl. dichtkkunde uit de XVII. eeuw, 1806; Keur van dichterlijke zedelessen, 1810; Gesch. den Nederl. letterkunde, 1826; Rodevoeringen over onderwerpen tot de vaterl. geschiedenis en letteren hehoorende, 1837 etc.), Ad. Simons (Verhandelingen, 1835), L. G. Visscher (Bijdragen tot de oude letterkunde der Nederlanden, 1838), van den Bergh (Nederl. volksliteratur, 1837), P. Hofmann Peerleamp (De vita, doctrina et facultate Nederlandorum qui carmina latina composuerunt, 2. A. 1839), I. A. Vernée (Onderzoek naar de vereischten van den waren volksdichter, 1835), D. Buddingh (, Aanleiding tot de kkennis der letterkundige gesch. der Nederlanden, 2. A. 1835), B. H. Lulofs (Handboek van den vroegsten bloei der nederl. letterkkunde, 1845; Over de tijd van den regten aanvang onzer oude Nederl. letterkunde, 1847), F. A. Snellaert (Schets eener gesch. der Nederl. letterkunde, 2. A., 1850), G. Kuijpers (Letterkundige leercursus, 3. A. 1850), D. Ouwersloot (Nederlands dichters tot op de helft der 18. eeuw, Haarl. 1856 etc.), Hofdijk (Gesch. der Nederl. letterkunde, Amsterd. 1856), Jonckbloet (Gesch. der middennederl. dichtkkunst, ebd. 1851–57, Bd. 1–3). Anthologien aus den niederländischen Dichtern gaben G. Engelberts Gerrits, Ouwersloot u. Lastdrager, Eilers Boch, E. Verwijs (Mittelniederländisch, Zütphen 1858, 2 Bde.); Biographien der niederländischen Dichter sammelten bes. Witsen Geysbeek (1821–27, 6 Bde.) u. van der Aa (1844, 3 Bde.). Bemerkenswerthe Monographien gaben z.B. Koenen über Hieron. van Alphen (1844), Wildschut über Matthias Claudius (1838) etc. Nicht unbedeutende Beiträge enthalten Hendr. Baron Collot d'Escury's Hollands roem in kunsten en wetenschappen (1825–44, 7 Bde.) u. Nieuwenhuis' Allg. woordenb. van kunsten en wetenschappen (1820–29, 8 Bde., Aanhangsel dazu, 1836–38, 4 Bde.), sowie die Euterpe von Siegenbeek u. Kantelaer u. die Mnemosyne von Tijdemann u. van Kampen. Wichtig für Bibliographie sind die Kataloge der Bibliotheken van Hulthem's Bibliotheca Hulthemiana 1836 f., 6 Bde.) u. Catalogus van de Bibliothek der [935] nederl. letterkunde te Leyden (Leyd. 1847–49, 3 Bde.).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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