Manier

Manier (v. fr.), 1) die Art u. Weise, etwas zu verrichten, bes. hinsichtlich des Anstands u. der Wohlgefälligkeit; 2) (Maler), die Abweichung von der Wahrheit in Auffassung u. Darstellung eines Gegenstandes, so wie die Wahl solcher Formen, Bewegungen u. Farben, welche in der Natur unmöglich od. dem beabsichtigten Kunstwerk widersprechend sind. Ein Künstler, dessen Kunst Manier ist heißt Manierist. Seit der Mitte des 16. Jahrh. finden sich fast in allen Schulen, nur in gradweiser Verschiedenheit, M-en; 3) Melodische Verzierung, die entweder der Componist ausdrücklich vorschreibt, od. die der Spieler nach eignem Geschmack selbst hinzufügt. Die M-en werden entweder durch eigne Zeichen abbrevirt, od. auch durch kleinere Noten ausgeschrieben, die jedoch keine besonderen Tactglieder ausmachen, sondern bei Zeitdauer der nächststehenden Noten untergebracht werden müssen. M-en sind: Triller, Vorschlag, Nachschlag, Mordent, Doppelschlag, Schleifer, Bebung, Battement, Durchzug; 4) die durch Setzfiguren ausgezierte einfache Melodie, wie z.B. bei Variationen etc.; 5) (Kriegsw.), so v.w. Befestigungsmanier.


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Manier — (de) …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • manier — [ manje ] v. tr. <conjug. : 7> • XVIe; maneier 1165; de main I ♦ 1 ♦ Vx Tâter, palper. 2 ♦ Façonner, modeler avec la main. « manier la glaise et réaliser la maquette » (Balzac). ♢ Pétrir (de la farine et du beurre). P. p. adj. Beurre manié …   Encyclopédie Universelle

  • manier — Manier, act. acut. Manu tractare, Attrectare, Contrectare. Manier doucement, Palpari. Manier souvent et tourner entre ses mains, Ventilare. Manier les affaires de la communauté, Societatem gerere. Qu on n ose manier, Intractabilis. Endurer d… …   Thresor de la langue françoyse

  • Manier — (von französisch la manière: „Art und Weise“) bezeichnet: Manier (Stil), in Kunst und Literatur ein Synonym zu Stil, Eigenart im Festungsbau ein individuelles Befestigungssystem, siehe Fachbegriffe Festungsbau Manieren bezeichnet: (gutes)… …   Deutsch Wikipedia

  • Manier — Sf std. stil.(13. Jh.), mhd. maniere Entlehnung. Ist entlehnt aus afrz. maniere, dieses aus vor rom. * manuaria, zu vor rom. manuarius handlich, geschickt , aus l. mānuārius zu den Händen gehörig , zu l. manus Hand (manuell). In der Bedeutung… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Manier — »Art und Weise, Eigenart« (nur Singular), der Plural Manieren ist im Sinne von »Umgangsformen« gebräuchlich: Das Substantiv wurde in mhd. Zeit (mhd. maniere) aus afrz. manière »Art und Weise, Gewohnheit; Benehmen« entlehnt, das von dem afrz.… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Manīer — (franz. manière), im allgemeinen die »Art und Weise«, wie man etwas zu tun pflegt, besonders diejenige, durch welche den Forderungen der Wohlanständigkeit genügt wird; weiterhin tadelnde Bezeichnung solcher formaler Eigenschaften eines… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Manier — Manīer (frz.), Art und Weise; Benehmen; feine Lebensart; die eigentümliche Behandlungs und Darstellungsweise sowohl in den verschiedenen Kunstgattungen als der verschiedenen Künstler, oft mit dem tadelnden Nebenbegriff des nur äußerlich… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Manier — Manier, frz. deutsch, Art, Weise, in der bildenden Kunst öfters gleichbedeutend mit Styl, gewöhnlicher jedoch bezeichnet es die unzweckmäßige Darstellungsweise, die entweder in der Nachahmung anderer od. in der Willkür des Künstlers begründet ist …   Herders Conversations-Lexikon

  • Manier — Porté dans la Somme et le Nord Pas de Calais, c est un nom de personne d origine germanique, Maginhari (magin = force + hari = armée). On le trouve dans le Sud Ouest sous la forme Manié (46, 81) …   Noms de famille

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