Kalium

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Kalium

Kalium (Potassium, Kalimetall, Chem.), = K od. Ka, Atomgewicht = 490 (O = 100), 39, 2 (H = 1), Metall, die Grundlage des Kalis wurde 1807 von H. Davy entdeckt; er erhielt es durch galvanische Zerlegung des Kalis u. bewies somit, da√ü die fixen Alkalien, welche man fr√ľher f√ľr einfache [240] K√∂rper hielt, zusammengesetzte K√∂rper und zwar die Oxyde von metallischen Radicalen seien. Das K. bildet im reinen Zustand eine metallgl√§nzende, weiche, in der K√§lte spr√∂de Masse, es ist zinnwei√ü, hat ein specifisches Gewicht von 0, 865, schmilzt bei + 58¬į C., verwandelt sich in schwacher Rothgl√ľhhitze in gr√ľne D√§mpfe u. l√§√üt sich in verschlossenen Gef√§√üen vollst√§ndig √ľberdestilliren. Es hat eine sehr starke Verwandtschaft zum Sauerstoff, oxydirt sich daher sehr schnell an der Luft u. mu√ü unter Stein√∂l aufbewahrt werden; auf Wasser geworfen, zerlegt es dieses, entz√ľndet sich u. verbrennt zu Kali, der frei werdende Wasserstoff brennt mit violetter Flamme. Man stellt es dar: a) mittelst des galvanischen Stroms, indem man in ein St√ľck √Ątzkali eine Vertiefung macht, dieselbe mit Quecksilber anf√ľllt u. den negativen Pol einer starken Batterie hineintaucht; an diesem scheidet sich Kaliumamalgam ab, welches durch Erhitzen in K. u. Quecksilber zerlegt wird; das K. mu√ü sogleich in Stein√∂l gebracht werden; b) durch Zerlegung des kohlensauren Kalis mit Kohle in der Hitze. Man mischt verkohlten Weinstein mit etwas Kohle u. erhitzt das Gemisch in einer eisernen Retorte zum Wei√ügl√ľhen; die Vorlage wird mit Stein√∂l angef√ľllt u. m√∂glichst kalt erhalten. Hierbei bildet sich Kohlenoxydgas in K, welches √ľberdestillirt u. in der Vorlage aufgefangen wird. Diese von Brunner angegebene u. von Gmelin u. W√∂hler verbesserte Methode ist aber sehr gef√§hrlich, indem sich in dem Hals der Retorte eine schwarze Masse, eine Verbindung von K. mit Kohlenoxydgas, ansetzt, denselben verstopft u. Veranlassung zu den heftigsten Explosionen gibt; c) durch Zerlegung von √Ątzkali durch wei√ügl√ľhendes Eisen in verschlossenen Gef√§√üen. Man benutzt das K. zur Reduction von Oxyden, welchen der Sauerstoff schwer entzogen werden kann, ebenso zur Zerlegung von Chloriden u. Darstellung vieler metallischen Radicale, zu griechischem Feuer etc. In der Natur kommt das K. niemals frei vor, sondern meist als Oxyd in Verbindung mit S√§uren, auch als Chlorkalium; es erscheint bes. im Pflanzenreich, weniger vorherrschend im Thierreich.

Verbindungen: A) mit Sauerstoff. Das K. hat eine sehr gro√üe Verwandtschaft zum Sauerstoff u. entzieht denselben den meisten K√∂rpern schon bei gew√∂hnlicher Temperatur. Man kennt drei Oxydationsstufen: a) Kaliumsuboxyd, Kaliumoxydul, K2O; zuerst von Davy dargestellt, eine blaugrauliche, spr√∂de, √§tzende Masse, welche sich leicht entz√ľndet u. das Wasser zersetzt; bildet sich durch langsame Oxydation unter Stein√∂l, wenn dieses nicht ganz frei von Sauerstoff ist, od. etwas Luft zutreten kann, od. wenn Kalium mit Kali gemengt u. erhitzt wird. b) Kaliumoxyd, Kali, K O, wird rein u. wasserfrei beim Erhitzen von Kalihyperoxyd (s. w. unten) od. Kalium u. Kalihydrat erhalten u. bildet einen festen, grauen, spr√∂den, schwer schmelzbaren, √§tzenden K√∂rper von 2, 65 specifischem Gewicht; es hat sehr gro√üe Verwandtschaft zum Wasser, zieht dasselbe aus der Luft an u. zerflie√üt, indem sich Kaliumoxydhydrat, Kalihydrat bildet. Das feste Kalihydrat (Kaliumoxydhydrat, √§tzendes Kali, √Ątzkali, K O. H O), erh√§lt man durch Abdampfen von Kalilauge u. Gl√ľhen des R√ľckstandes; es ist wei√ü, hart, krystallinisch, schmelzbar in der Rothgl√ľhhitze, zerflie√üt an der Luft, l√∂st sich in Wasser u. Alkohol auf. Ein anderes Hydrat, KO. 5HO, krystallisirt in der K√§lte aus einer concentrirten L√∂sung von √Ątzkali in spitzen Rhomboedern. Das w√§sserige √Ątzkali (Kalilauge, √Ątzkalilauge, Liquor Kali caustici, Meisterlauge) stellt man zu chemischem u. pharmaceutischem Gebrauch dar, indem man kohlensaures Kali (Pottasche) in Wasser l√∂st, in einem eisernen Kessel zum Sieden erhitzt u. so lange mit Wasser anger√ľhrten √Ątzkalk zusetzt, bis eine herausgenommene Probe nach dem Filtriren mit S√§uren nicht mehr braust u. Kalkwasser nicht tr√ľbt. Dann filtrirt man die hei√üe Fl√ľssigkeit schnell u. bewahrt sie in gut verschlossenen Gef√§√üen auf, weil das Kali an der Luft sehr begierig Kohlens√§ure aufnimmt. Dampft man sie ab, bis ein herausgenommener Tropfen auf einem kalten K√∂rper sogleich erstarrt, so erh√§lt man das feste √Ątzkali, dieses wird bei schwacher Rothgl√ľhhitze geschmolzen, bis es nicht mehr sch√§umt, u. in Stangenform gegossen (√Ątzstein). Nach W√∂hler stellt man reines √Ątzkali dar, indem man Salpeter mit Kupfersp√§nen in einen kupfernen Tiegel schichtet u. schmilzt, dann die Masse auslaugt. Das Kali hat zu den meisten S√§uren die st√§rkste Verwandtschaft, zerlegt daher fast alle Salze, indem es sich der S√§ure bem√§chtigt u. Kalisalze bildet (die einzelnen Salze s.u. den betreffenden S√§uren); sie sind farblos, luftbest√§ndig od. zerflie√ülich, in Wasser u. zum Theil auch in Alkohol l√∂slich; die sauren Salze sind zum Theil schwer l√∂slich; auf Platindraht erhitzt f√§rben sie die L√∂throhrflamme violett, durch Nickeloxydul gelb gef√§rbtes Boraxglas wird durch Kalisalze blau. Eine nicht zu verd√ľnnte L√∂sung eines Kalisalzes gibt mit Weins√§ure einen wei√üen krystallinischen, mit Platinchlorid einen gelben Niederschlag, Kieselfluorwasserstoffs√§ure, √úberchlors√§ure, schwefelsaure Thonerde u. Pikrins√§ure f√§llen ebenfalls die Kalisalze. Fette, √Ėle u. Harze werden durch Kali zerlegt, indem sich schmierige Seifen (Kaliseifen) bilden. Thierische Stoffe, wie Haare, Seide etc. werden aufgel√∂st, ebenso Schwefel, Schwefelmetalle Kieselerde; auf die meisten organischen Substanzen wirkt es zersetzend ein. Der √Ątzstein wird in der Chirurgie √§u√üerlich als √Ątzmittel angewendet, verd√ľnnte Kalil√∂sung zu Bl√§hungen u. Injectionen. c) Kaliumhyperoxyd, K O3, bildet sich beim Verbrennen von K. in Sauerstoffgas, es ist gelb, krystallinisch u. schmelzbar, geht beim Erhitzen od. in Ber√ľhrung mit Wasser unter Entwickelung von Sauerstoff in Kali √ľber; an der Luft verwandelt es sich in kohlensaures Kali. B) Mit Chlor: Chlorkalium (K. chloratum), Digestivsalz, K Cl, findet sich in geringer Menge als Sylvin im Steinsalz, in vulkanischen Ausw√ľrfen, im Meerwasser, in der Asche pflanzlicher u. thierischer Stoffe, kann unmittelbar durch S√§ttigung des Kali, od. durch Zerlegen des kohlensauren Kali mit Salzs√§ure dargestellt werden, wird aber als Nebenproduct bet Zerlegung des Salmiaks durch kohlensaures Kali, bei der Bereitung des chlorsauren Kalis, in der Seifensiederei etc. gewonnen. Es krystallisirt in farblosen, durchsichtigen W√ľrfeln, selten in Octaedern, od. bei schnellem Verdampfen in hohlen Pyramiden, schmeckt dem Kochsalz √§hnlich, nur sch√§rfer, verknistert beim Erhitzen, schmilzt in der Rothgl√ľhhitze u. verfl√ľchtigt sich unzersetzt, sein specifisches Gewicht ist 1, 836, ist leicht in Wasser l√∂slich u. entwickelt dabei K√§lte, wurde von Sylvius de la Boe als Arzneimittel empfohlen, wird bei Alaunbereitung, zu K√§ltemischungen, zur Darstellung[241] von Kalisalpeter aus Chilisalpeter u. als Reagens f√ľr Weins√§ure benutzt. C) Mit Brom: Bromkalium (Kalium bromatum), K Br, wird erhalten, indem man Brom in √Ątzkali aufl√∂st, abdampft u. gl√ľht, od. in die L√∂sung Schwefelwasserstoff leitet, filtrirt u. abdampft, es krystallisirt in farblosen, wasserfreien W√ľrfeln, schmeckt dem Kochsalz √§hnlich, ist in Wasser leicht, in Weingeist schwer l√∂slich. Verd√ľnnte Schwefels√§ure scheidet Brom aus. D) Mit Jod: Jodkalium, KI (Hydrjodsaures Kali, K. iodatum, Kali hydriodicum), wird gewonnen durch Zerlegung von Jodwasserstoffs√§ure, od. einer L√∂sung frisch bereiteten Jodeisens mit kohlensaurem Kali, od. durch Aufl√∂sen von Jod in √Ątzkali, Abdampfen u. Gl√ľhen mit ein wenig Kohle, od. Zersetzen der L√∂sung von Jod in √Ątzkali durch Schwefelwasserstoff. Es bildet wei√üe, durchsichtige W√ľrfel od. S√§ulen, schmeckt scharf, dem Kochsalz √§hnlich, schmilzt in schwacher Rothgl√ľhhitze, verfl√ľchtigt sich bei h√∂herer Temperatur, l√∂st sich leicht in Wasser, auch in Weingeist. Es wird in Salben zu Einreibungen od. in Wasser gel√∂st innerlich gegen Kr√∂pfe etc. wie das Jod angewendet. Auch eine Aufl√∂sung von Jod in Jodkalium (doppelt Jodkalium), ist als Arzneimittel angewendet worden. E) Mit Fluor: Fluorkalium, K Fl, bindet sich beim Zusammenbringen von Flu√üs√§ure u. kohlensaurem Kali u. Verdampfen, krystallisirt in wasserfreien W√ľrfeln, die an der Luft zerflie√üen, schmeckt scharf salzig, greift Glas an, krystallisirt auch mit 4 At. Wasser in farblosen Prismen. F) Mit Schwefel: Schwefelkalium. Man kennt f√ľnf Schwefelungsstufen des K-s: a) Einfach Schwefelkalium, K S, erh√§lt man durch Gl√ľhen von schwefelsaurem Kali mit Kohle, od. durch F√§llen von Schwefelbaryum mit kohlensaurem Kali; es ist roth u. krystallinisch, in Wasser ohne Farbe l√∂slich, zerflie√üt an feuchter Luft u. bildet eine gelbe Fl√ľssigkeit, indem sich Doppelt Schwefelkalium bildet, es reagirt sauer; S√§uren zersetzen es ohne Abscheidung von Schwefel, aber unter Entwickelung von Schwefelwasserstoff. Fein vertheiltes Schwefelkalium entz√ľndet sich von selbst an der Luft (Gay-Lussacs Pyrophor). b) Doppelt Schwefelkalium, K S2, wird erhalten durch Gl√ľhen von doppeltschwefelsaurem Kali mit Kohle, ist orangegelb, nicht krystallinisch, leicht schmelzbar, l√∂slich in Wasser mit gelber Farbe, mit S√§uren entwickelt es Schwefelwasserstoff u. es entsteht ein Niederschlag von Schwefel. c) Dreifach Schwefelkalium, K S3, entsteht, wenn man √ľber gl√ľhendes, kohlensaures Kali Schwefelkohlenstoffd√§mpfe leitet, unrein, als sogen. Kalischwefelleber, erh√§lt man diese Verbindung durch Gl√ľhen von 100 Theilen kohlensaurem Kali mit 58 Theilen Schwefel; es ist leberbraun u. wird in der Hitze schwarz; die w√§sserige L√∂sung geht an der Luft unter Abscheidung von Schwefel in unterschwefelsaures Kali √ľber. Diesem √§hnlich ist d) Vierfach Schwefelkalium, K S4, man erh√§lt es, wenn D√§mpfe von Schwefelkohlenstoff √ľber erhitztes schwefelsaures Kali geleitet werden. e) F√ľnffach Schwefelkalium, K S5, ist der Hauptbestandtheil der pharmaceutischen Schwefelleber (Hepar sulphuris alcalinum); es wird gewonnen durch Schmelzen eines Gemenges von gleichviel kohlensaurem Kali u. Schwefel, bei gelinder Hitze, in eiserner Pfanne unter flei√üigem Umr√ľhren, bis das Ganze eine dickfl√ľssige, nicht mehr sch√§umende, leberbraune Masse bildet, welche aus gegossen, schnell gr√∂blich gepulvert u. in Gl√§sern aufbewahrt wird. Frisch bereitet ist es rothbraun, schmeckt widerlich bitter, scharf, alkalisch, zieht aus der Luft bald Feuchtigkeit an, wobei sich ein Geruch nach Schwefelwasserstoff entwickelt, wird gr√ľnlich, feucht, zerflie√üt; ist leicht in Wasser, auch in Weingeist l√∂slich. Es wird bisweilen, u. namentlich gegen den Croup, innerlich, √∂fter √§u√üerlich zur Bereitung von k√ľnstlichen Schwefelb√§dern angewendet. Die Verbindungen K2S7, K2S8 u. K2S9 sind wohl nur Gemenge der eben beschriebenen Verbindungen. Schwefelwasserstoff-Schwefelkalium, Kaliumsulphhydrat (saureshydrothionsaures Kali), K S, S H2. Durch vollkommene S√§ttigung reiner √Ątzkalilauge mit Schwefelwasserstoff dargestellt, farblose Krystalle, deren Aufl√∂sung sich an der Luft f√§rbt, zersetzt u. Doppelschwefelkalium bildet. G) Mit Phosphor: Phosphorkalium, dunkelbraune Masse, bildet sich beim Erhitzen von K. mit Phosphor unter Ergl√ľhen, erhitzt verbrennt es an der Luft mit heller Flamme zu phosphorsaurem Kali, in Wasser geworfen entwickelt es selbstentz√ľndliches Phosphorwasserstoffgas, w√§hrend fester Phosphorwasserstoff abgeschieden wird. H) Mit Arsen verbindet sich das K. ebenfalls beim Erhitzen zu einer kastanienbraunen Masse, welche im Wasser Arsenwasserstoffgas entwickelt. l) Mit Silicium. Erhitzt man K. mit Silicium so bildet sich Siliciumkalium, eine dunkel graubraune Masse, welche in Wasser geworfen Wasserstoffgas entwickelt u. sich zu kieselsaurem Kali oxydirt. K) Mit Silicium u. Fluor: Kieselfluorkalium, 3K Fl + 2Si Fl3, eine farblose Gallerte od. ein wei√ües lockeres Pulver, welches beim Vermischen von Kalil√∂sung mit Kieselfluorwasserstoffs√§ure zu Boden f√§llt; ist wenig l√∂slich in Wasser, dient zur Darstellung des Siliciums L) Mit Bor u. Fluor: Borfluorkalium, K Fl + Bo Fl3 dem vorigen √§hnlich, durch Vermischen von Fluorbor mit Fluorkalium erhalten. M) Mit Cyan: Cyankalium, C2NK = CyK (Kalium cyanatum, blausaures Kali), K. vereinigt sich direct mit Cyangas unter Feuererscheinung; kann auch erhalten werden durch Abdampfen einer mit Blaus√§ure √ľbers√§ttigten Kalilange, Schmelzen des gewonnenen Salzes, Aufl√∂sen in kochendem, w√§sserigem Weingeist, aus dem es beim Erkalten herauskrystallisirt; bildet sich auch beim Gl√ľhen von stickstoffhaltigen organischen Materien mit kohlensaurem Kali. Man bereitet das Cyankalium, indem man getrocknetes gelbes Blutlaugensalz in einem Tiegel zur Rothgl√ľhhitze erw√§rmt, wobei sich Kohlenstoffeisen u. Cyankalium bildet, w√§hrend Stickstoff entweicht; man langt die schwarze Masse mit siedendem Alkohol aus, aus welchem sich beim Erkalten die Krystalle von Cyankalium absetzen. Sehr rein erh√§lt man es auch, wenn man Blaus√§ured√§mpfe in eine alkoholische L√∂sung von √Ątzkali leitet, das Cyankalium scheidet sich sogleich ab. Es entsteht auch beim Gl√ľhen von kohlensaurem Kali u. Kohle in einem Strom von Stickstoff, so wie beim Schmelzen von 8 Theilen wasserfreiem Blutlaugensalz mit 3 Theilen wasserfreiem, kohlensaurem Kali u. etwas Kohle. Thompson machte die Entdeckung, Cyankalium mittelst des Sticktoffs der atmosph√§rischen Luft zu fabriciren, das Verfahren wird gegenw√§rtig in gro√üem Ma√üstab zu Newcaste-upon-Tyne angewendet. Das Cyankalium krystallisirt in farblosen W√ľrfeln u. davon abgeleiteten[242] Formen, l√∂st sich leicht in Wasser, zersetzt sich schon durch Kohlens√§ure, verwandelt sich in Gegenwart von Sauerstoff in cyansaures Kali, zerflie√üt u. zersetzt sich an der Luft, beim Kochen der w√§sserigen L√∂sung bildet sich ameisensaures Kali u. Ammoniak. Im feurigfl√ľssigen Zustande ist es eins der kr√§ftigsten Reductionsmittel f√ľr viele Metalloxyde. Es schmeckt scharf, stechend, alkalisch u. bittermandelartig. N) Mit Ferrocyan bildet das K. Ferrocyankalium (Kalium ferrocyanatum, gelbes Blutlaugensalz, s.u. Blutlaugensalz), mit Ferridcyandas Ferridcyankalium (rothes Blutlaugensalz, s. ebendas.). O) Mit Schwefelcyan bildet es Schwefelcyankalium, (Rhodankalium, Kaliumsulphocyanid, schwefelblausaures Kali), K. C2NS2. Schwach ger√∂stetes, sein gepulvertes Ferrocyankalium wird mit der H√§lfte seines Gewichts Schwefelblumen geschmolzen, die erkaltete Masse wird mit kochendem Wasser ausgezogen u. das Eisen durch kohlensaures Kali gef√§llt, filtrirt, abgedampft u. die gewonnenen Krystalle durch Aufl√∂sung in hei√üem Alkohol von beigemischtem kohlensaurem Kali getrennt. Es bildet lange gestreifte, farblose, wasserfreie S√§ulen, von k√ľhlendem, etwas bei√üendem Geschmack; schmilzt leicht, zerflie√üt an feuchter Luft u. l√∂st sich in hei√üem Alkohol, aus dem es beim Erkalten herauskrystallisirt; seine L√∂sungen f√§rben Eisenoxydsalze intensiv roth, in gleichen Theilen Wasser gel√∂st bringt es eine sehr starke Temperaturerniedrigung hervor. P) Mit Chlorcyan. Durch Erhitzen von K. in Chlorcyandampf bildet sich Chlorcyankalium, eine schmutziggelbe Masse, welche in Wasser gel√∂st in Chlorkalium u. Cyankalium zerf√§llt Auch w√§sserige Kalil√∂sung absorbirt den Chlorcyandampf. Q) Die Verbindungen des K. mit Metallen s.u. diesen. Diese Verbindungen werden theils durch unmittelbares Zusammenbringen des K. mit den betreffenden Metallen od. deren Oxyden, theils durch Gl√ľhen des kohlensauren Kali u. Kohle mit den fein zertheilten Metallen erhalten. Die meisten dieser Legirungen oxydiren sich schnell durch den Sauerstoff der Luft u. des Wassers.


Pierer's Lexicon. 1857‚Äď1865.

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