Koch [2]

Koch, 1) (lat. Coquus) Wilhelm, geb. 1471, war Stadtarzt in Basel u. st. 1532; er übersetzte die Praesagia des Hippokrates, Leyden 1560; den Galen, ebd. 1579, u.a. 2) Heinrich Gottfried, geb. 1703 zu Gera; studirte in Leipzig die Rechte; betrat daselbst 1728 die Bühne, zeichnete sich namentlich im Tragischen u. Komischen aus, ging 1761 nach Berlin, wo seine Gesellschaft großen Beifall erwarb, u. st. daselbst 1775. 3) Johann Christoph, geb. in Mengeringhausen im Waldeckischen, wurde 1758 Professor der Rechte in Gießen, 1771 zugleich Vicekanzler u. 1773 Geheimer Rath u. st. daselbst 1808. Er schr.: Successio ab intestato civilis, Gieß. 1767, 8. Aufl. 1798; Hals- od. Peinliche Gerichtsordnung K. Karls V., ebd. 1769, 6. Aufl. 1824. 4) Christoph Wilhelm von K, geb. 1737 in Buchsweiler im Elsaß, war 1789 Mitglied des Directoriums seines Departements, als welches er namentlich für das protestantische Elsaß wirkte, wurde 1802 Professor der Rechte an der Centralschule zu Strasburg, Mitglied des Tribunals zu Paris, 1810 Rector der Universität Strasburg u. st. daselbst 1813. Er schr.: Tableau des révolutions de l'Europe dans le moyen âge, Strasb. 1790, 2 Bde., 2. Aufl., Par. 1813, 4 Bde.; Abrégé de l'hist. des traités de paix entre les puissances de l'Europe, Basel 1796 f., 4 Bde., 2. Aufl. (von Schöll vervollständigt), Par. 1817 f., 15 Bde.; Tablettes chronolog. des révolutions de l'Europe, Strasb. 1798, 3. Aufl. 1806; Tableau des révolutions de l'Europe depuis le boulevorsement de l'empire Rom. jusqu'à nos jours, Par. 1807, 3 Bde., 3. Aufl. 1823; Tables généalog. des maisons souveraines du Nord et do l'Ouest de l'Europe, Par. 1818. 5) Heinrich Christ., geb. 1748 in Rudolstadt, war Kammermusikus daselbst u. st. 1816. Er schr.: Versuch einer Anleitung zur Composition, Lpz. 1782–93, 3 Bde.; Musikalisches Lexikon, Frankf. 1801; Handwörterbuch der Musik, Lpz. 1807. 6) Siegfried Gotthelf, eigentlich Eckard, geb. 1754 zu Berlin, studirte u. wurde 1776 Secretär der Bergwerksadministration u. aus Neigung Schauspieler; betrat unter dem Namen K. 1778 zu Schleswig die Hofbühne, spielte 1779 in Hildesheim u. dann bei der Schuch'schen Gesellschaft. Dann übernahm er die Leitung des Rigaer, später des Frankfurter u. endlich des Mainzer Hoftheaters. K. ging während des Kriegs nach Manheim u., als ihn auch hier der Krieg vertrieb, nach Bremen, leitete daselbst 2 Jahre die Bühne u. erhielt endlich durch Kotzebue den Ruf nach Wien, wo er seitdem beim Hoftheater angestellt war; er starb den 11. Juni 1830 in Alland unweit Baden bei Wien. 7) Johann Friedrich Wilhelm, geb. 1759 in Magdeburg; Domprediger, Consistorial- u. Schulrath in Magdeburg, st. 1831. Er schr.: Botanisches Handbuch, Magdeb. 1779 ff., 3 Bde., 3. Aufl. 1824 ff.; Schachspielkunst, ebd. 1801, 2 Bde., 2. Aufl. 1814; Damenspiel, ebd. 1812; Der Dom in Magdeburg, ebd. 1815. 8) Joseph Anton, geb. 1768 zu Obergiebeln im Lechthale, Sohn eines Bauern, bildete sich in Augsburg, Smitgart u. seit 1794 in Rom zum Maler, hielt sich dann in München, Dresden u. Wien auf, widmete sich seit 1808 zu Rom der Landschaftsmalerei u. st. daselbst 1839. Sein Gemälde vom Aufstand in Tyrol 1809 führte er für den Minister Stein aus. 9) Wilhelm Daniel Joseph, geb. 1771 zu Kusel im Herzogthum Zweibrücken, war erst Arzt in Trarbach u. Kaiserslautern, wurde 1824 Professor u. Director des Botanischen Gartens zu Erlangen, war als Abgeordneter der Universität mehrmals Präsident des Landraths für Mittelfranken u. st. 1849. Er schr.: Catalogus plantarum, quas in ditione florae Palatinatus legerunt Koch et J. B. Ziz, 1814; De salicibus europ., Erl. 1828; Synopsis florae germanicae et helveticae, Frankf. 1835–37, 3. Aufl. Leipzig 1843–45; deutsch, Frankf. 1838, 2. Aufl. Leipz. 1846–47; De plantis labiatis, Erl. 1832; Taschenbuch der Deutschen u. Schweizer Flora, Leipz. 1844; u. bearbeitet mit Martens Röhlings Flora Deutschlands, Frankf. 1823_–33, 4 Thle. 10) Johann Ernst, Ritter von Koch-Sternfeld, geb. 1778 in Mittersill im Oberpinzgau, wurde 1810 Finanzrath in Salzburg, 1815 königlich baierischer Legationsrath in München, 1816 Commissär bei der Grenzregulirung mit Österreich, später Director des Statistischen Bureaus im Ministerium des Auswärtigen, seit 1830 ausschließlich literarisch thätig; er schr.: Rhapsodien aus den Norischen Alpen, Landsh. 1805, u. Aufl. 1813; Versuch über Nahrung u. Unterhaltung in civilisirten Staaten (Preisschrift), Münch. 1805; Salzburg u. Berchtesgaden, 2 Bde., Salzb. 1810; Das Gasteiner Thal mit warmen Heilquellen, ebd. 1810, n.A. München 1820; Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden, ebd. 1815; Historisch-Geographisches Repertorium der Staatsverwaltung [630] Baierns, 4 Bde., Münch. 1815; Über die Kriegsgeschichte der Baiern, Nürnb. 1817; Beiträge zur deutschen Länder-, Völker-, Sitten- u. Staatenkunde, Regensb. 1825; Die deutschen, insbesonders die baierischen u. österreichischen Salz werke, Münch. 1836; Das Reich der Longobarden in Italien, ebd. 1839; Ueber das wahre Zeitalter des heiligen Rupert, Wien 1849; Kulturhistorische Forschungen über die Alpen, München 1851–52; Rückblick auf die Vorgeschichte von Baiern, ebd. 1853; Begründungen zur ältesten. Personen- u. Kirchengeschichte von Baiern u. Österreich, ebd. 1854. 11) Jean Frédéric Baptiste, geb. 1782 in Nancy, trat 1800 in die Reitergarde des Ersten Consul, wurde 1813 Hauptmann im Generalstabe u. Jominis Adjutant, 1814 Major im Generalstabe Napoleons u. ging, da er Frankreich verlassen mußte, 1815 zu Jomini nach Petersburg; 1817 wurde er in Paris angestellt, 1830 Obristlieutenant u. 1834 Obrist im französischen Generalstabe; er schr.: Hist. des guerres de la révolution; Mém. pour servir a l'hist. de la campagne de 1814, Par. 1819, 3 Bde.; übersetzte des Erzherzogs Karl Grundsätze der Strategie, Par. 1817. 12) Ernst, geb. 1782 in Brieg, wurde hier 1810 Stadtsyndicus u. st. 1838; er gab heraus: Denkwürdigkeiten aus dem Leben der Herzogin Dorothea Sibylla von Liegnitz u. Brieg, Brieg 1830, 2. Aufl. herausgeg. von K. A. Schmidt, ebd. 1838, angeblich Tagebuch eines dortigen Bürgers Valentins Gierth aus jener Zeit, ist aber untergeschoben. 13) Julius Christian, geb. 1795 in Köln, hieß eigentlich Kellner, welchen Namen er der Conscription wegen änderte, kam 1808 zum Theater nach Bremen, wurde 1811 in Braunschweig für Naturburschen u. komische Partien engagirt, von 1812–17 in Dresden, wurde dann in Leipzig Liebling des Publicums, ging 1828 nach Magdeburg, 1829 wieder nach Leipzig, bereiste 1832 Deutschland, die Schweiz, Tyrol, Holland u. Belgien, war dann Regisseur der Oper u. des Lustspiels in Magdeburg, nahm 1834 Engagement in Kassel an, folgte 1835 dem Rufe nach Hannover u. 1836 nach Dresden. 14) Christian Friedrich, geb. 1798 zu Mohrin in der Neumark, studirte die Rechte in Berlin, wurde 1825 Kammergerichtsreferendar, 1828 Assessor im Appellationsgerichtshöfe zu Köln, 1829 im Oberlandesgericht zu Marienwerder, 1832 Director des Land- u. Stadtgerichts in Kulm, 1834 in Großglogau u. 1835 Oberlandesgerichtsrath in Breslau. Er schr.: Die Lehre vom Besitz nach preuß. Rechte, Berl. 1826, 2. Aufl. 1829; Ist die Hypothek nach preußischem Rechte ein accessorisches od. ein selbständiges dingliches Recht? Marienw. 1831; Anleitung zum Referiren, 2. Aufl. ebd. 1836; Die Juden im preußischen Staate, 1833; Das Recht der Forderungen nach preuß. Rechte, 1836–39, 2 Bde.; Lehrbuch des preuß. gemeinen Privatrechts, Berl. 1846, 2 Bde., 2. Aufl. 1851; Formularbuch für instrumentirende Gerichtspersonen u. Notarien, 4. Aufl. Bresl. 1851; Das preußische Civilproceßrecht, Berl. 1847–51, 2 Thle; Die Gerichtsorganisirung u. die Patrimonialrichter in Preußen, ebd. 1849; Das Wechselrecht, Bresl. 1850 u.a. 15) Karl Heinrich Emanuel, geb. 1809 zu Weimar, studirte in Würzburg u. Jena Medicin u. die Naturwissenschaft u. unternahm 1836–38 eine wissenschaftliche Reise nach Südrußland u. den Kaukasusländern, worauf er Professor der Botanik in Jena wurde; 1843–44 machte er mit Georg Rosen eine zweite Reise nach Armenien, den Ländern am Kaspischen Meere u. dem Kaukasus. Er schr.: Monographia generis Veronicae, Würzb. 1833; Das natürliche System des Pflanzenreichs, nachgewiesen in der Flora von Jena, Jena 1839; Reise durch Rußland nach dem Kaukasischen Isthmus, Stuttg. 1842 f., 2 Bde.; Wanderungen im Orient, Wien 1846 f., 3 Bde.; Beiträge zu einer Flora des Orients, Halle 1815–51, Heft 1–3; Der Zug der Zehntausend nach Xenophons Anabasis, Lpz. 1850; Die kaukasische Militärstraße u. die Halbinsel Taman, Lpz. 1851. Auch entwarf er eine Karte von dem Kaukasischen Isthmus u. von Armenien, Berl. 1851, 4 Blatt mit Text; 16) Esther Charlotte, Schauspielerin, s. Brandes 2).


Pierer's Lexicon. 1857–1865.

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  • Koch — [kɔx], der; [e]s, Köche [ kœçə]: männliche Person, die im Zubereiten von Speisen ausgebildet ist, die berufsmäßig kocht: Koch sein, werden; als Koch in einer Kantine arbeiten; ihr Mann ist ein begeisterter Koch (kocht gern). Zus.: Aushilfskoch,… …   Universal-Lexikon

  • Koch — may refer to: * Koch (surname), people with this surname * Koch (boat), a type of Arctic boat * Koch (language), a language spoken in India and Bangladesh * Koch method of learning Morse Code * Koch snowflake or star, and Koch curve * Koch s… …   Wikipedia

  • Koch — und Heizapparate, elektrische, beruhen entweder auf der Ausnutzung der Wärme des elektrischen Lichtbogens oder der Nutzbarmachung der Wirbelströme (bei Wechselstrom), oder darauf, daß der elektrische Strom in dünnen Drähten, Metallschichten oder… …   Lexikon der gesamten Technik

  • Koch — es un apellido que puede referirse a: Heinrich Hermann Robert Koch, médico alemán. Johann Friedrich Wilhelm Koch, botánico y naturalista alemán. Joseph Anton Koch, pintor austríaco del romanticismo (1768 1839). Andrea Koch, Tenista chilena. Otros …   Wikipedia Español

  • KOCH (R.) — KOCH ROBERT (1843 1910) Savant allemand, Prix Nobel de physiologie et médecine (1905), Robert Koch est l’un des créateurs de la bactériologie médicale. Simple médecin de campagne formé à l’université de Göttingen, il entreprend de s’attaquer, par …   Encyclopédie Universelle

  • Koch — /koch/ for 1; /kawkh/ for 2, n. 1. Edward I., born 1924, U.S. politician: mayor of New York City since 1977. 2. Robert /rddoh berddt/, 1843 1910, German bacteriologist and physician: Nobel prize 1905. * * * ▪ people also called  Rajbanshi … …   Universalium

  • Koch — [Basiswortschatz (Rating 1 1500)] Auch: • Köchin Bsp.: • Ihre Frau ist eine gute Köchin. • Sie haben im Continental einen neuen Koch. • Der Koch ist sehr gut. • Sie ist eine gute Köchin. • …   Deutsch Wörterbuch

  • Koch — Koch, derjenige männliche Diener, dem in großen Häusern und Wirthschaften die Oberaufsicht über die Zubereitung der Speisen anvertraut ist. An Höfen gibt es Ober und Unterköche, ja man hatte ehedem sogar für jede Branche der Tafelfreuden einen… …   Damen Conversations Lexikon

  • KOCH (M.) — KOCH MARITA (1957 ) Championne olympique du 400 mètres en 1980, l’Allemande de l’Est Marita Koch aura établi, de 1978 à 1985, trois records du monde sur 200 mètres et sept sur 400 mètres, amenant, respectivement, ses performances à 21,71 s et… …   Encyclopédie Universelle

  • Koch — s. m. O mesmo que bacilo de Koch.   ‣ Etimologia: [Robert] Koch, antropônimo …   Dicionário da Língua Portuguesa

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