Lotosblume

Lotosblume, als Ornament im Altertum vielfach verwendet, ist eine schöne vielblätterige Blume, die in den meisten Ländern des Orients vorkommt.

Es gibt zwei Hauptarten: 1. die weiße des altägyptischen und später des griechisch-römischen Isiskultes (Nymphaea lotus) und 2. die rot blühende indische (Nelumbium speciosum), die hauptsächlich dem Buddhakult angehört. Erstere wurde schon in den ältesten Zeiten von den Aegyptern als Ornament verwendet und dementsprechend stilisiert; sie hatte dort eine so große Bedeutung, daß die wichtigsten Kapitale die Form einer Lotosknospe oder -blume annahmen [1]. Auch in Asien und namentlich in Assyrien spielte sie eine hervorragende Rolle in der Ornamentik und wurde insbesondere gern als Bordüre auf den steinernen ornamentierten Fußböden und an andern Orten verwendet (Fig. 1). Die griechische Stilisierung entfernt sich am meisten von der Natur; sie besteht aus einem senkrecht stehenden Blatt in der Mitte, dem ach nach rechts und links je zwei stark gebogene anschließen, während das Ganze von einem gefurchten Blattkelch aufgenommen wird (Fig. 2). Am häufigsten kommt diese Blume in Verbindung mit Palmetten und Rankenwerk vor und wurde namentlich als bedeutsamer Schmuck der Wand und Ante der ionischen Tempel (vgl. Anthemion) sowie als Ornament der Sima angewendet; sie findet sich aber auch sonst als Malerei oder Reliefdarstellung auf Wandflächen oder Baugliedern häufig vor [2]. Im römischen Stile und in der Renaissance wurde die Lotosblume durch andre Pflanzenformen; namentlich durch das Akanthusblatt, verdrängt.


Literatur: [1] Meyer, Franz Sales, Handb. der Ornamentik, Leipzig 1888. – [2] Schubert v. Soldern, Das Stilisieren der Pflanzen, Zürich und Leipzig 1887.

Weinbrenner.

Fig. 1., Fig. 2.
Fig. 1., Fig. 2.

http://www.zeno.org/Lueger-1904.

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